fafner

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  • #1

Gemeinsam unter Gleichen

Wir geben uns vielseitig interessiert, weltoffen und kritikfähig, wollen Menschen unsere Freunde nennen, die uns Unbekanntes zeigen, unseren Horizont erweitern und uns in unserer Entwicklung vorantreiben, indem sie uns auch mal die Meinung sagen. Warum limitieren wir unsere Welt dann freiwillig, indem wir uns mit Menschen umgeben, die uns lediglich in dem bestätigen, was wir ohnehin sind?

http://www.faz.net/aktuell/gesellsc...-gemeinsamkeiten-ziehen-sich-an-13948519.html
 

fafner

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  • #2
Der Artikel ist als Denkanstoß gedacht für Leute, die halt noch nicht so weit sind beim Erkenntnisgewinn. Und davon gibt's eben hier recht viel. Vielleicht hilft es ja. :)
 

Pit Brett

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  • #3
Fafnir, ich vermisse sie auch, die Antwort. Der Artikel liest sich, als würden sich die Leute vor allem von oben nach unten abkapseln. Da ist was dran -- Akademiker reden anders und haben andere Themen. Aber man kann dazulernen (ich behaupte gern, dass ich von Bund eines mitgenommen hätte: ich könne jetzt eine ganze Nacht über Frauen und Motoren reden, ohne weder von einen noch vom andern etwas zu verstehen).

Aber: Umgekehrt haben Menschen ohne Appretur oft Scheu, auch nur irgendwohin mitzugehen. «Was Deine Freunde so reden, interessiert mich nicht richtig». Oder: verstehe ich gar nicht. Du wirst Dich meiner schämen, ich hab doch keine Ahnung ... Das ist überhaupt nicht rauszukriegen, nicht mal aus denen, die gar keinen Anlass haben zu solcher Sorge.

Daher: Wo kommt das her? Eingeübt? Eingetrichtert? Erfahrung?
 

fafner

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  • #4
Zitat von Pit Brett:
Ist wohl eher eine rhetorische Frage...

Umgekehrt haben Menschen ohne Appretur oft Scheu, auch nur irgendwohin mitzugehen. ... Das ist überhaupt nicht rauszukriegen, nicht mal aus denen, die gar keinen Anlass haben zu solcher Sorge.
Na ja, ich kenne schon welche, die das Problem nicht haben. Hängt vielleicht auch davon ab, wen sie kennengelernt haben und wie.
 
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  • #5
Du meine Güte! Ist das ja vielleicht erstaunlich, ein Hurra auf soziologische Studien!

NATÜRLICH ist es einfacher unter ähnlich gebildeten Menschen!

Frau muss nicht jeden Satz auf abgehoben klingende Fremdwörter abscannen, das entspannt ungemein!

Ich habe dennoch wirkliche Freunde ohne Uni-Abschluss und mir deshalb eine Technik erarbeitet, die die Geschichte akzeptabel macht:

Wenn ich mich selbst dabei ertappe, dass ich solch ein No-Go-Wort benutzt habe, dann mache ich einen eleganten Schlenker und wiederhole in anderer Formulierung, ein wenig variiert den Satz, so dass Alles verständlich bleibt und das Gegenüber nicht peinlich nachfragen muss.

Intelligent sind meine Freunde alle, Gespräche mit ihnen interessieren mich - aber manche Ebenen sind einfach dann tabu.

Wenn ich z.B. ein bisschen sauer bin, aber nicht ernsthaft, beschimpfe ich meinen Mann völlig übertrieben auf Französisch. Er lacht dann, nimmt mich in den Arm, wir diskutieren über den Grund für meinen Unwillen und einigen uns. Locker, lässig, entspannt.

Ok, darauf kommt es nicht an, nein. Aber ein ähnlicher Bildungshorizont bietet eine gute Grundlage - Probleme - bei uns z.B. Gesundheit - kommen ohnehin noch.
 
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  • #6
Zitat von fafner:
Wir geben uns vielseitig interessiert, weltoffen und kritikfähig, wollen Menschen unsere Freunde nennen, die uns Unbekanntes zeigen, unseren Horizont erweitern und uns in unserer Entwicklung vorantreiben, indem sie uns auch mal die Meinung sagen. Warum limitieren wir unsere Welt dann freiwillig, indem wir uns mit Menschen umgeben, die uns lediglich in dem bestätigen, was wir ohnehin sind?

http://www.faz.net/aktuell/gesellsc...-gemeinsamkeiten-ziehen-sich-an-13948519.html
Es ist schon so, dass ich in relativ "homogenen" Welten unterwegs bin ... man sucht seinesgleichen ... ist das so tragisch?
 

untertage

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  • #7
erkenntnis bedeutet bei manchen menschen die summe bleibender schäden
 
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billig

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  • #8
Ich hab mir den Artikel jetzt doch noch reingezogen und ich weiß nicht, in welcher Blase die Verfasser des Textes leben, aber die Hälfte, die da drin steht, ist schlichtweg falsch.
Vertrautheit entsteht doch, wenn man länger einen gemeinsamen Weg zusammengeht. Also, selbst wenn anfangs aufgrund diverser Unterschiede keinerlei Vertrautheit da ist, kann die doch mit der Zeit entstehen. Jemand, der mir unähnlich ist, kann mir doch einfach mit der Zeit immer vertrauter werden, obwohl er/sie mir nicht ähnlicher wird. Man kennt sich einfach besser.

"Menschen suchen die Nähe zu Menschen, die ihnen ähnlich sind. Menschen etwa, die sich genauso zurückhaltend, wortstark oder kritisch äußern; die ebenfalls kulturell interessiert oder sportbegeistert sind; die ähnliche politische Ansichten und Konsumstile haben. Mit Freunden und Bekannten teilt der Einzelne neben vergleichbaren Charakterzügen, Einstellungen und Werten häufig auch Eigenschaften, die er nicht selbst gewählt hat: das Alter etwa, das Geschlecht, die Religion und die ethnische Herkunft"

Wenn ich jemanden über den Sport kenne und dieses sportliche Interesse teile, diese Person aber eine andere Bildung genossen hat. Wenn ich von meinem Arbeitsplatz Kollegen / Kolleginnen kenne, welche politisch ganz anders eingestellt sind wie ich. Wenn die Menschen, welche eine ähnliche politische Ansicht wie ich haben, mit mir keine Hobbies teilen. Und wenn diese Leute, mit denen ich mein liebstes Hobby teile, keiner einen mir sehr wichtigen Wert teilt. Und wenn die Leute, welche ähnliche Werte hoch priorisiert haben wie ich, einer anderen Religion angehören wie ich. Dann bin ich doch von lauter Leuten umgeben, die alle mit mir was ähnlich haben und doch verschieden sind.
Ich finde den Text ehrlich schlecht.
 
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  • #9
Können Studierte, wegen mir auch Approbierte so dumm sein, dass sie den Inhalt des Artikels in den Vordergrund stellen und den Mensch (der sich damit beschäftigt) dahinter vergessen? Dieser Mensch hat einen Namen, "ein JEMAND“" den etwas bewegt... !
Er ist hier, unter euch...
Mal bisschen mehr Mühe ihr super Schlaumeier: - super, prima, perfekt, gut das ich nicht dazu gehöre! Weil, denn??? können sagen was sie wollen, ein echt genialer Vorteil. ;-))))
 
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fleurdelis

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  • #10
Zitat von flower_sun:
Es ist schon so, dass ich in relativ "homogenen" Welten unterwegs bin ... man sucht seinesgleichen ... ist das so tragisch?

Ich fände es furchtbar, wenn ich nur unter meinesgleichen wäre - in einer homogenen Welt meine ich. Wird ja mit der Zeit total langweilig. Vielfalt ist es doch, was das Leben interessant macht. Gerade das was man selbst nicht macht, wirkt doch faszinierend. Die einzige Grundvoraussetzung ist: Intelligenz, also bewegt man sich doch lieber niveauvoll mindestens ebenbürtig, und eher nach oben, nach unten sicher nicht.

Das schöne an der Intelligenz ist: sie offenbart sich meistens relativ schnell, oder wenn sie nicht da ist, eben auch nicht. Da muss man ja nicht lange rum lamentieren.

Zitat von Démentir:

Zitat von Démentir:
Mal bisschen mehr Mühe ihr super Schlaumeier

Komischerweise sind unter den Nichtakademikern teilweise viel größere Schlaumeier ...
 
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  • #12
Ich verkehre nicht nur mit meinesgleichen. Meine einzigartige Intellektualität ließe das nicht zu.
 

equinox

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  • #13
ad FAZ-Artikel:

Das mit Ähnlichkeit ist nun nicht gerade eine brandneue Erkenntnis, aber möglicherweise war die Thematik Gegenstand der seit Monaten stagnierenden Master-Arbeit der Autorin und wenn sie damit ihre Blockade aufheben konnte ...

Similarity - A popular myth about attraction is that “Opposites attract;” however, a number of studies suggest that, in fact, it is similar characteristics that lead to attraction. (...) The similarity hypothesis is further supported by several well-validated studies (e.g., Feingold, 1988), which indicate a strong correlation between married couples and similarities in education and socioeconomic status, but also equal levels of physical attractiveness (Murstein & Christy, 1976; Feingold, 1988).
aus: Interpersonal Attraction, Quelle: psychwiki.com

... Ähnlichkeit dominiert somit nicht nur hinsichtlich des Bildungsniveaus. Zu differenzieren wäre aber wohl zwischen partnerschaftlichen Beziehungen und Sozialbezügen, die sich primär über Aktivitäten vermitteln, also z.B. Sport, Hobbies o.ä. - da können die Unterschiede deutlich größer sein.
 

IMHO

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  • #14
Zitat von frauenzimmer:
Wenn ich mich selbst dabei ertappe, dass ich solch ein No-Go-Wort benutzt habe, dann mache ich einen eleganten Schlenker und wiederhole in anderer Formulierung, ein wenig variiert den Satz, so dass Alles verständlich bleibt und das Gegenüber nicht peinlich nachfragen muss.

Und DAS ist doch genau die Crux! Wieso ist ein Nachfragen "peinlich"?

Zeugt es nicht von Mut zuzugeben, dass man etwas nicht verstanden hat und dazu steht?
Zeigt es nicht, dass man Interesse am Thema und dem Gesagten hat und das gemachte Statement dazu verstehen möchte?
 

Vizee

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  • #15
Der Text wirkt sehr konstruiert und steckt voller Klischees. Studentin vs Hausdame. Mich wundert, dass hier nicht die Kassiererin vom Netto von neben an genommen wurde anstatt die Hausdame ;-)

Ist es nicht die Kunst, das Gegenüber (im Café, beim Date, am Arbeitsplatz - im Leben) einfach so zu akzeptieren, wie es nunmal ist? Und ist ein Freundeskreis aus unterschiedlichen Menschen nicht einfach nur eine Bereicherung?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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  • #16
Ich finde den Artikel nicht toll, aber auch nicht schlecht. Er weist eine gewisse Schlichtheit auf und kann damit gewissermaßen zwischen den Seiten vermitteln. Noch dazu, ohne es gänzlich zu vermeiden, Anlaß zu Dünkelreaktionen zu geben. Ein Übermaß an Klischee sehe ich da auch nicht. Und das mit der Begegnung mit der Kindergartenfreundin könnte sogar stimmen. Da wäre die Autorin dann sicherlich für ihre Offenheit zu loben.


Zitat von fleurdelis:
Intelligenz, also bewegt man sich doch lieber niveauvoll mindestens ebenbürtig, und eher nach oben, nach unten sicher nicht.
Also bewegen sich die, zu denen man sich da nach oben bewegt, nach unten und gehören somit nicht zum "man"?
Oder liegt die Intelligenz im Auge des Betrachters und jeder der beiden Beteiligten hält den jeweils anderen für intelligenter als sich selbst?
 
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  • #17
Zitat von IMHO:
Und DAS ist doch genau die Crux! Wieso ist ein Nachfragen "peinlich"?

Zeugt es nicht von Mut zuzugeben, dass man etwas nicht verstanden hat und dazu steht?
Zeigt es nicht, dass man Interesse am Thema und dem Gesagten hat und das gemachte Statement dazu verstehen möchte?

Meine Freunde fragen einfach, denen ist es nicht peinlich. Aber bei manchen Menschen spürst Du "- oh, verflixt, hä?... frag ich... soll ich... - verd..., Chance vorbei..." und es bleibt eine kleine Missstimmung.

Da ich vom Job her oft mit sehr unterschiedlichen Menschen kommunizieren muss und das sollte möglichst konstruktiv laufen, habe ich mir diesen kleinen "Schlenker"-Trick zugelegt, den ich ohne groß nachzudenken auch im Privatleben anwende. Fällt nicht auf.

Ich finde den Artikel ziemlich platt. Die "Hausdame" wird ja wohl auch etwas zu bieten haben, da bin ich mir ziemlich sicher.

Und der Schluss ist so etwas von arrogant und daneben - dann lädt sie die einfach gestrickte Bekannte auch zur Abschlussfeier ein, ach wie großmütig. Wenn die Gute ein bisschen einen Riecher hat, spürt sie die Herablassung und tritt die gestudierte Madame in den Allerwertesten.

Aber egal.

Ich bin auch manchmal - selten - voller Wonne eine hochnäsige Ziege. Wenn irgendwer z.B. sein Geld heraushängen lässt oder jemanden demütigt, den ich mag, finde ich leicht eine Möglichkeit ihn durch eine Schwäche (Bildungslücke o.ä.) bloss zu stellen - und bin dann anschließend demonstrativ superfreundlich und entschuldige ganz plausibel seinen Aussetzer. Fies, wenn Du Dich erst blamiert hast und dann das widerliche Weibsstück, das Dir die 'runtergezogenen Hosen gepasst hat, Dich noch rehabilitiert. Schööööön....
 
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  • #18
Die Haudame ist einfach Hausdame von Beruf. Ich weiß nicht, weshalb man das in Anführungszeichen setzen sollte. Warum ist die Studentin Studentin und nicht "Studentin"?
Es wird auch nirgendwo behauptet, die Hausdame habe nichts zu bieten.
Vielleicht ist es gerade eine Stärke der Schlichtheit des Artikels, daß er so zur Projektion einlädt. Ich lese in dem Artikel mehr Selbstreflexion und weniger oben-unten-Getue als in einem durchschnittleren Forumspost hier. Und auch weniger Fingerzeigen. Und die Reaktion: beispielsweise so ein Frauenzimmer-Fingerzeigen-auf-Autorin mit der unterstellenden Lesart von Arroganz und großmütiger Herablassung.
Bei manchen der ablehnende Reaktionen habe ich den Eindruck, sie entsprängen gerade ihrerseits einem sehr dünkelhaften Blick auf unterschiedliche Bildungsverläufe. Denn da wird so viel Wertung reinprojiziert, die ja irgendwo herkommen muß. Vermutlich aus einem selbst. Daß ist so wie wenn jemand die Einschätzung, jemand sei nicht so wahnsinnig intelligent, als krasse Abwertung erlebt. Offenbar ist für ihn Intelligenz keine Frage der Fakten wie etwa Körpergröße, sondern ein Werturteil. Ähnlich mit Bildung oder Beruf. Bei der Autorin des Artikels lese ich das weniger. In manchen der Reaktionen darauf umso mehr.
 
G

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  • #19
Zitat von Artikel:
Auf Studentenpartys gehört der Dreiundzwanzigjährige aber zu einer außerirdischen Spezies. Jedenfalls fühle er sich so, sagt er, wenn sich die Gespräche um ihn herum in Endlosschleife um die immer gleichen Themen drehen: die kurz bevorstehende Klausurenphase, den Nebenjob, der bei den ganzen Seminaren doch ganz schön zeitintensiv ist, das Erasmusjahr, dass zwar inhaltlich kaum etwas gebracht hat, das aber für die persönliche Entwicklung wichtig war.
Auch hier lese ich nichts von einer Vergötzung des Studentendaseins, sondern ein überdurchschnittliches Maß darin, sich in jemanden anderen hineinzuversetzen und mit dessen Augen das eigene Treiben aufzufassen. Ich lese keine Rechtfertigung der Studentenpartys gegeben diesem fremden Blick. Sofern wir die Verfasserin also mit der Studentin identifzieren wollen, stellt sie sich da nicht so über andere. Sondern markiert recht unaufgeregt Unterschiede und vermutete oder tatsächliche Unpassungen.
Abgesehen davon sind diese typischen Studigespräche über Klausuren, Praktika, Erasmusjahre usw. tatsächlich gräßlich.
 

fafner

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  • #20
Zitat von tina*:
Daß ich nicht alles falsch mache.

Ich finde den Artikel unterirdisch schlecht. ... Wahrscheinlich bin ich einfach zu blöd für den Artikel. Ich habe ja auch nicht studiert ;).
Wenn etwas so heftige Reaktionen auslöst, tippe ich ja gerne auf einen getroffenen wunden Punkt. :)

Zitat von Vizee:
Du meinst, die hat sich das ausgedacht? Glaube ich nicht. Ich denke, sie hat das genau so erlebt.

Ja. Und genau das ist ja ihre Erkenntnis, daß sie in solchen Klischees lebt. Bisher jedenfalls. :)
 
G

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  • #21
Mir hat der Artikel auch gefallen. Er ist unaufgeregt und, ja, auf eine gute Art schlicht. Die Erkenntnisse sind nicht neu aber die Autorin versteht es, sie journalistisch darzulegen. Dass es sich dabei um keine Dissertation handelt versteht sich von selbst.
Den Kern ihrer Ausführungen sehe ich ähnlich. Ich habe in meinem Leben so manche Blasen erlebt und empfand sie als sehr limitiert.
 
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  • #22
Ich sehe es ähnlich wie Butte. Ich finde nichts schlimmes an dem Artikel.
Hausdame ist kein schlechter Beruf, man muss sich für diese Position richtig hocharbeiten und hohe Führungsqualität besitzen.

Es ist schon richtig, dass die Gesprächsthemen von Studenten anderen einseitig vorkommen. Genauso einseitig, als wenn sich mehrere Angestellte über Stechuhren und Dienstpläne unterhalten oder Ärzte über neue Abrechnungssysteme. Das ist immer so, wenn jemand Berufsfremdes in ein anderes Revier kommt, dass er fremdelt und ihn die Themen schnell langweilen.

natürlich haben Mitglieder einer bestimmten Gruppe sich immer etwas zu erzählen, wenn sie sich treffen, alle anderen fühlen sich dann möglicherweise ausgeschlossen und unwohl. Die Gesprächsthemen können sich aber auch schnell erschöpfen und wenn sich andere Gemeinsamkeiten ausserhalb der Tätigkeit finden, kann es sehr bereichernd sein, wenn man sich darüber austauscht und dabei eben auch mal in ganz andere Kreise Einblick gewinnt.

Mein Eindruck ist, dass die, die nie studiert haben, immer etwas finden wollen, was Akademiker ihnen unsympathisch macht. Die Gründe für dieses schlechtmachen sollten auf der Hand liegen.
Man will sich gar nicht vorstellen, wie es denn umgekehrt wäre, würden sich Akademiker ständig über die Rechenfähigkeiten der Kassendamen lustig machen, oder über die Fingerfertigkeit von Automechaniker, oder über die Rundrücken von Gärtnern...
Macht niemand, aber über Akademiker darf man schimpfen?
 
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fleurdelis

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  • #24
Zitat von Butte:
Also bewegen sich die, zu denen man sich da nach oben bewegt, nach unten und gehören somit nicht zum "man"?

Du wirst lachen, aber genau der Satz ist mir durch den Kopf gegangen als ich den Beitrag weg geschickt hatte, aber da ich noch nicht frei war, konnte ich ihn nicht bearbeiten.
 

Vizee

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  • #25
Zitat von fafner:
Daß ich nicht alles falsch mache.

Wenn etwas so heftige Reaktionen auslöst, tippe ich ja gerne auf einen getroffenen wunden Punkt. :)

Du meinst, die hat sich das ausgedacht? Glaube ich nicht. Ich denke, sie hat das genau so erlebt.

Ja. Und genau das ist ja ihre Erkenntnis, daß sie in solchen Klischees lebt. Bisher jedenfalls. :)

Ja, das mit der Erkenntnis stand im Text, stimmt. Ist also manchmal gar nicht so schlecht, wenn man auch einmal andere Leute trifft. Allein um zu erkennen, daß das tägliche Leben in Nischen vielleicht nicht so optimal ist ;-) Habe diese Passage im Text eher so wahrgenommen, daß sie von einer Art Ross runterkam und gemerkt hat, in welcher "Blase" sie gelebt hat. Möglicherweise habe ich den Text als konstruiert empfunden, weil es möglicherweise ein zu normales Erlebnis war. Studentin meets Hausdame (eigentlich auch ein ehrbarer Beruf in der Hotelbranche).
 
G

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  • #26
Sehr geehrte Frau TruppenUrsel,
geht grad nicht, bin noch auf Arbeit. ;- )
MfG
 

fafner

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  • #27
Zitat von tina*:
Da du ja zur Zeit der erfolgreiche Vorzeigeparshipper bist, leider aber schreibtechnisch meist nur Einzeiler als Brosamen in's Forum wirfst, erhoffte ich mir etwas Hilfestellung vom Artikel.
Wunde Punkte en masse... :-/
Ja nu. Ich bin schon etwas zur Effizienz genötigt, da ich ja auch noch ein Leben außerhalb des Forums hab und dafür dann noch ein paar Wörter übrigbehalten möchte. :)

Zitat von Démentir:
... geht grad nicht, bin noch auf Arbeit. ;- )
He, Du kannst doch wie alle in der Gruppe Deine Mittagspause verplempern. :-D
 

IMHO

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  • #28
Zitat von Butte:
Es wird auch nirgendwo behauptet, die Hausdame habe nichts zu bieten.
Vielleicht ist es gerade eine Stärke der Schlichtheit des Artikels, daß er so zur Projektion einlädt. Ich lese in dem Artikel mehr Selbstreflexion und weniger oben-unten-Getue als in einem durchschnittleren Forumspost hier. Und auch weniger Fingerzeigen. Und die Reaktion: beispielsweise so ein Frauenzimmer-Fingerzeigen-auf-Autorin mit der unterstellenden Lesart von Arroganz und großmütiger Herablassung.
Bei manchen der ablehnende Reaktionen habe ich den Eindruck, sie entsprängen gerade ihrerseits einem sehr dünkelhaften Blick auf unterschiedliche Bildungsverläufe. Denn da wird so viel Wertung reinprojiziert, die ja irgendwo herkommen muß. Vermutlich aus einem selbst.

Ich kann diese Dünkel ebenfalls nicht aus dem Artikel herauslesen. Und auch die abschließende Einladung der Studentin gegenüber der Hausdame muss nicht zwingend herablassend interpretiert werden. Wieso suchen einige hier etwas Negatives?

Möglicherweise denkt sich die Studentin überhaupt nichts dabei, sondern lädt einfach eine ehemalige Schulkameradin aus Freude über ein zufälliges Aufeinandertreffen spontan zu Ihrer Feier ein. Und beide freuen sich, dass sie sich bald wiedersehen und noch ein wenig mehr Zeit, über alte Zeiten zu "quatschen".

Einfach nur nett- und nix anderes.
 

nurzauber

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  • #29
Zitat von Pit Brett:
Fafnir, ich vermisse sie auch, die Antwort. Der Artikel liest sich, als würden sich die Leute vor allem von oben nach unten abkapseln. Da ist was dran -- Akademiker reden anders und haben andere Themen. Aber man kann dazulernen (ich behaupte gern, dass ich von Bund eines mitgenommen hätte: ich könne jetzt eine ganze Nacht über Frauen und Motoren reden, ohne weder von einen noch vom andern etwas zu verstehen).

Aber: Umgekehrt haben Menschen ohne Appretur oft Scheu, auch nur irgendwohin mitzugehen. «Was Deine Freunde so reden, interessiert mich nicht richtig». Oder: verstehe ich gar nicht. Du wirst Dich meiner schämen, ich hab doch keine Ahnung ... Das ist überhaupt nicht rauszukriegen, nicht mal aus denen, die gar keinen Anlass haben zu solcher Sorge.

Daher: Wo kommt das her? Eingeübt? Eingetrichtert? Erfahrung?

Ich habe z.B. sehr häufig feststellen müssen, dass wenn Lehrerinnen aus verschiedenen Schulen natürlich in einer Gesellschaft aufeinander treffen, sich ausschließlich über das Thema Schule unterhalten. Dies in allen Facetten.
Mitunter könnte man aber anstelle von intelligenter Konversation darauf schließen, dass diese Damen sich so auf ihre "kleine" Welt konzentriert haben, dass andere Gesprächsthemen für sie vollkommen fremd sind?
 

nurzauber

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  • #30
Zitat von t.b.d.:
Schlichte Worte für schlichte Gemüter. Das ist bestimmt kein Zufall. Ich denke mir, wenn jemand in einer Zeit wie dieser etwas in Erinnerung ruft das zwar nicht neu ist, aber gerade jetzt besonders wichtig und dieser Aufruf aus Jena kommt... dann ist ganz sicher in größerem Zusammenhang gedacht worden. Da ist an Menschen gedacht worden die einander noch viel fremder sind als Hausdamen und Studentinnen.

Aua, aua, jetzt wird das Thema aber ganz heiß!!