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  • #31
Nun "Git80" ich fürchte wir kommen da so nicht weiter.

Zitat von Git80:
(...) also die Problematik, wie verhält sich ein Mann in einer Beziehung, zu versachlichen.
Na das nenn ich mal ein gesundes Selbstbewusstsein. Ich fürchte, dass ein bisschen Prozentrechnung hier nicht ausreichen wird ... ;-))

Aber wir drehen uns im Kreise. Versuch doch mal einen anderen Ansatz zu wählen. Löse Dich von Begriffen wie Softie=gut bzw zu gut und Macho=schlecht. Auch der Ansatz, 50%Softie + 50%Macho = 100%Mann wird nicht funktionieren. So simpel sind wir Männer dann auch nicht gestrickt. Hier gilt wohl eher, dass das Ganze mehr als nur die Summe seiner Teile ist.

Wenn Dir aber Dein Lösungsansatz genügt, völlig ok. Dann ist das halt so.
 
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  • #32
Howlith #29: Begriffe wie Softie oder Macho vernebeln die Probleme mehr, als dass sie zu einer Lösung beitragen ...

Git80 #30: ... ob man eben dominanter oder devoter in einer Beziehung ist. (...) Zum Thema Kompromisse: (...) Beispiel: Urlaubsplanung.

Marlene #12: ... einen interessanten Satz von Oscar Wilde gelesen: "Alle anziehenden Leute sind immer im Kern verdorben. Darin liegt das Geheimnis ihrer sympathischen Kraft."

Ich würde sagen, Oscar bringt's mal wieder auf den Punkt ... ohne ein bisschen Abgrund ist's langweilig.

Nun, dass 'Softie' vs. 'Macho' kaum sinnvolle Kategorisierungen sind (sondern mediale Konstrukte), das kann man nur unterstreichen. 'Dominant' vs. 'devot' in einem Atemzug mit Kompromissen bei der Urlaubsplanung zu nennen, da scheinen mir doch die Ebenen etwas verwechselt zu werden. Im Allgemeinen würde ich mal annehmen, dass Attraktion zwischen zwei Menschen zumeist nicht primär gemeinsamen Urlaubszielen geschuldet ist.

Man gewinnt öfter den Eindruck, dass eine jüngere Generation (also aus meiner Sicht u40), gerne um die Dinge herumredet und vermeidet, die zentralen Fragen an/auszusprechen. Schließlich geht es bei der Anziehung von Menschen zunächst immer darum, dass erotisch-sinnliche Spannung entsteht/vorhanden ist. Ohne das bleibt die andere Person bestenfalls 'lieb und nett' (was schließlich nur Synonym für 'langweilig und uninteressant' ist). Sinnlichkeit hat aber etwas mit gelebter Körperlichkeit zu tun und das heißt eben auch mit Selbstbewusstsein als Mann, als Frau. Für beide Geschlechter haben sich zwar die Rollen seit den 70ern des letzten Jahrhunderts verändert, aber man/frau sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich bei den Veränderungen bestenfalls um Erweiterungen handelt, die alten Rollenmuster haben unverändert ihre Geltung (im Moment mit eher wieder zunehmender Tendenz). Interaktion zwischen den Geschlechtern bedeutet immer auch Spiel zwischen alten Mustern und emanzipatorischen Erweiterungen.

Zum FS:
'... fahre downhillbike und habe eine schwäche für metal musik' - beides reichlich unkommunikative Interessen. Mit etwas Nachdenken könnte man vielleicht auf die Idee kommen, dass sportliche Betätigung mit hohem Pflegerisiko und Musikgenuss mit Ohrstöpseln Signale von Desinteresse an zwischenmenschlichen Kontakten setzen und somit die Anbahnung derselben nicht wirklich befördern.

'... ich soll schauspieleren? ich finde nein. denn das verändert den charakter und zeigt nicht die Seite was man ist.' - Dieser Vorstellung liegt tiefe Unkenntnis über die Natur schauspielerischer Darstellung zugrunde. Der Schauspieler wird nur das überzeugend auf die Bühne bringen können, was er emotional (nach)empfinden kann. Sonst bleibt es leicht durchschaubares Chargieren und Possenreißen.
 
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  • #33
Es gäbe auch Urlaubsorte, die Meer und Gebirge bieten. Ein Kompromiss läge vielleicht dort. Als Prinz von Homburg zur See und Käthchen von Heilbronn im Gebirg wäre zudem diversitiv spannend, beispielsweise; man könnte ausloten, wer man doch alles ist und als sein eigener Regisseur könnte man auch gegen den Typ/das Klischee besetzen.
 
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  • #34
... die Kombination Geierwally und fliegender Holländer schiene mir spannender und vor allem aktueller. Und Genregrenzen sollten ja nachrangig sein.
 
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  • #35
Zitat von equinox:
Zum FS:
'... fahre downhillbike und habe eine schwäche für metal musik' - beides reichlich unkommunikative Interessen. Mit etwas Nachdenken könnte man vielleicht auf die Idee kommen, dass sportliche Betätigung mit hohem Pflegerisiko und Musikgenuss mit Ohrstöpseln Signale von Desinteresse an zwischenmenschlichen Kontakten setzen und somit die Anbahnung derselben nicht wirklich befördern.
Sehe ich anders. Nicht alles was ein Mensch so macht, sollte auf die Frage reduziert werden "ist das nun beziehungsfördernd oder nicht". Manche Dinge sollte ein Mensch auch nur für sich alleine machen dürfen. Beziehung hin oder her. - Wobei sowohl downhill als auch Metal eigentlich erst zusammen mit anderen so richtig Spaß macht ... (bzgl Metal fehlen mir da allerdings praktische Erfahrung, dem HimmelseiDank!).

Ich würde dem FS eher empfehlen, sich mal einen kritischen Rat außerhalb des Freundeskreises zu suchen ...
 
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  • #36
Oder einfach so losfahren, wie in den Roadmovies des von mir sehr geschätzten Wim Wenders. Alice in den Städten und Lisbon Story seien da als Referenz genannt.
 
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  • #37
Zitat von Howlith:
... Nicht alles was ein Mensch so macht, sollte auf die Frage reduziert werden "ist das nun beziehungsfördernd oder nicht"...
Nein, das keinesfalls, aber man sollte wissen was man tut, und es gibt Freizeitbetätigungen, die ein stärkeres Gewicht auf Zwischenmenschlichkeit legen. Ohne das jetzt en detail ausführen zu wollen, 'metal' als Musik- und Sozialgenre zeichnet sich nicht gerade durch differenzierte Interaktion aus, sondern eher durch klischeehaftes Posing der Protagonisten und (ungeachtet z.T. hochartifizieller Konzeptionen) eher schlichte Publikumswirkung - dank unverzichtbarer Lautstärken wummert's halt doch vor allem immer irgendwie heftig im Bauch. Nun, wenn man sonst nix mehr spürt, es soll aber auch Frauen geben, die das mögen. Aber wahrscheinlich ist das mit dem differenzierten 'Spüren' genau das Problem - und da steht der FS nicht alleine.
 
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  • #38
Zitat von Howlith:
Haste mal 'n paar Beispiele, was das sein könnte?

Zitat von Git80:
Beispiel: Urlaubsplanung. Sie will ans Meer, er in die Berge. Jetzt gibt es entweder die Möglichkeit, permanent getrennt in Urlaub zu fahren, oder aber, man gibt abwechselnd nach und fährt einmal ans Meer und im nächsten in die Berge - ein klassischer Kompromiss. Das hat weniger was mit "wer gewinnt heute die Oberhand" zu tun als vielmehr mit "nehmen und geben". Das erstere zöge ja einen permanenten Wettkampf nach sich (anstrengend!), das zweite berücksichtigt, dass auch der Partner Bedürfnisse hat, zu deren Erfüllung man ggf. auf eigene Bedürfnisse verzichtet.
Was aber, wenn mann es nun hier wie dort gut finden kann? Soll er dann einfach das "Bedürfnis" Berge erfinden, nur damit er bei ihr nicht als Softie durchfällt?
 
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  • #39
Zitat von fafner:
Was aber, wenn mann es nun hier wie dort gut finden kann? Soll er dann einfach das "Bedürfnis" Berge erfinden, nur damit er bei ihr nicht als Softie durchfällt?
Es ging nur darum, eine Situation zu finden, in der beide Partner unterschiedliche Bedürfnisse haben. Ist mir wohl nicht so gut gelungen ;)

Ich schreibe es jetzt wohl zum dritten Mal: Es geht mir keinesfalls darum, dass ein 50/50 Mann zwangsläufig der "beste Mann" sein muss. Da ich aber davon ausgehe, dass die Beliebtheit von Männern bei Frauen auf dieser Skala zwischen 100%Macho und 100%Softie aller Voraussicht nach einer Gaußschen Glockenkurve folgen wird, ist der Erfolg eines Mannes, der beide Seiten halbwegs gleichmäßig in sich trägt, wahrscheinlicher, als bei jemandem, der zu einem der beiden Extreme neigt. Und ja: das ist eine total verwissenschaftliche Herangehensweise, die SEHR STARK vereinfachend ist und die NICHT auf jeden einzelnen Fall anwendbar ist. Sie erklärt aber sehr gut, warum es "zu gute" Männer (zu wenig Macho-Anteil) gibt, die verlassen werden, obwohl sie der Frau jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Und gleichzeitig erklärt dieses Modell, warum "Bad guys" gefühlt hohen Erfolg bei Frauen haben. Finde ich für nen Küchentisch-Psychologen wie mich nicht so schlecht ;)
 
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  • #40
Ich spiel mal den Vermittler.
Mißverständnisfördernd dürfte nicht sein, daß es "zu wissenschaftlich" ist, die "wissenschaftliche Herleitung" zu "mathematisch" usw., sondern eher, daß es zu krude ist.

Es sind hier einige Unterscheidungen im Spiel wie:
Macho - Softie
männlich - weiblich
dominant - devot
machen, was man selbst will - machen, was der andere will
aufs eigene Glück aus sein - aufs Glück des anderen aus sein
respektlos - respektvoll
schlecht - gut
usw.

Und man hat den Eindruck, daß diese ganzen Unterscheidungen weitgehend als deckungsgleich angesehen werden.
Das ist ein anderer Punkt als derjenige zu betonen, daß faktische Menschen nie 100% das eine oder andere, sondern eine Mischung sind. Diese mehrmalige Versicherung von dir, Git80, verstärkt ja gerade den Eindruck, daß du diese Unterscheidungen für deckungsgleich hältst. Und Foristen wie Howlith bestreiten das für zumindest einige dieser Gegenüberstellungen.


Nimm doch mal die Erfahrung, die man hier beispielsweise im Forum machen kann: daß gerade Foristen, die sich stark darüber beklagen, "zu gut" für die Welt und für die Frauen (oder für die Männer) zu sein, oft konkret durch besonders aggressives Verhalten, Egoismus und Mängel an Selbstreflexion auffallen.
Ist dieser Umstand dadurch zu erklären, daß eben nicht jeder zu 100% das eine oder das andere ist? Nein, das hat damit einfach nichts zu tun. Es sollte eher Anlaß sein, sich um ein eingehenderes Verständnis der obigen Kategorien zu bemühen.

Weiterhin ist auch die "wissenschaftliche" Konzeption der "Mitte" zwischen Macho und Softie noch etwas ausbaufähig.
Als Mitte zwischen Blau und Rot könnte man etwa Lila verstehen. Möglich jedoch, daß Frauen, die sowohl Blaues und Rotes am Mann wollen, nicht Lila wollen, sondern eben Männer, die sowohl blaue als auch rote Seiten haben.
 
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  • #41
Zitat von Butte:
I


Nimm doch mal die Erfahrung, die man hier beispielsweise im Forum machen kann: daß gerade Foristen, die sich stark darüber beklagen, "zu gut" für die Welt und für die Frauen (oder für die Männer) zu sein, oft konkret durch besonders aggressives Verhalten, Egoismus und Mängel an Selbstreflexion auffallen.
Ist dieser Umstand dadurch zu erklären, daß eben nicht jeder zu 100% das eine oder das andere ist? Nein, das hat damit einfach nichts zu tun. Es sollte eher Anlaß sein, sich um ein eingehenderes Verständnis der obigen Kategorien zu bemühen.
immer aufpassen wenn jemand sich selbst oder andere als "gut" oder "lieb" kategorisiert. diese begriffe sind viel zu simpel um einen menschen in seiner vollständigkeit zu erfassen.
es gibt leute die sich selber als gute menschen sehen wollen weil sie für jeden quatsch spenden oder jeden entlaufenen hund auf facebook teilen. vor allem aber wollen sie als gut erscheinen. aber das ist wieder ein anderes thema.
 
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  • #42
Das Problem der "zu guten" Männer manifestiert sich umgekehrt in den "zu starken" Frauen...
 
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  • #45
Zitat von Howlith:
? Nur für einige ?

Wo denkst Du, dass ich - mehr oder weniger bewusst - mit diesen Gegenüberstellungen arbeite ???
Ob du selbst mit einigen von ihnen arbeitest, weiß ich nicht. Aber du bestreitest für (mindestens) einige, daß sie deckungsgleich sind, und beziehst dich auf sie, insofern du dich auf Git80s Verwendung ihrer beziehst. Vielleicht hältst du einige von ihnen auch für sich schon für hoffnungslos unklar, wenn auch nicht so, daß du gar nicht verstündest, in welche Richtung so geht, was jemand mit ihnen meint.
So etwa?