Beiträge
50
Likes
16
  • #121
Zitat von Git80:
SIE hat Lust auf Sex. ER nicht.

Muss SIE jetzt auf Sex verzichten, weil SIE IHN nicht dazu zwingen darf, oder muss nicht ER, weil ER ja die Bedürfnisse des Partners als Richtschnur hat, IHR den Sex gewähren? Wie ist das, wenn ER wochenlang keine Lust empfindet, SIE aber schon? Wo fängt die Rücksicht des einen an und hört die des anderen auf? Muss man sich dann auf "2 mal im Monat" einigen, auch wenn dem einen Partner das deutlich zu wenig und dem anderen das deutlich zu viel ist?
(Ich habe bewusst diese Verteilung der Rollen gewählt, um hier keine Vergewaltigungsszenarien zu kreieren)

Es gibt im Leben nicht nur schwarz und weiß. Und es gibt nicht nur Leute, die sich an die von dir formulierten Verhaltensweisen halten. Du hast dir eine Utopie erdacht - mit all den guten UND schlechten Seiten!

Na klar, bist ja der Erste und alle Generationen vor Dir waren ja zurückgeblieben und plem plem und kannten dieses Problem nicht! Oder nein: sie kannten es schon, aber geliebt haben sie sich nicht. Die Liebe haben ja erst die 68er-Seelenwracks entdeckt!

Ich finde euch Zeitgeistzombies immer wieder faszinierend. Wie kann man nur so abgehoben sein, zu meinen, daß so ein Problem nicht seit Jahrtausenden bekannt ist, sondern daß es sich um etwas neuartiges handeln würde?

Wie gesagt: ein Frosch der im Teller hockt, sich für den Gipfel des Fortschritts hält und dabei den Tellerrand für den Horizont ansieht.

Sich über ein vorgeschlagenes Buch abfällig äußern, weil es nicht in das kleinkarierte zeitgeistige Bild paßt, aber dann nichtmal absolute Grundlagen in Sachen Liebe kennen...

"Was glückliche Paare richtig machen" von Thiel gibt diesbezüglich auch sehr konkrete Ratschläge.
 
  • Like
Reactions: sugar
Beiträge
553
Likes
387
  • #122
@C3PO: Du hast die Fragen in #116 nicht beantwortet, sondern wieder nur einen weiteren Quellenverweis gegeben. Es geht mir nicht darum, dass diese Quellen abfaellig sind, sondern in welchen Kontext Du sie setzt. Wenn Grundlagen der Liebe in (D)einem Kochrezept zubereitet werden, muss das Menue nicht jeder und jedem schmecken.

Ich bin Ingenieur und kein Soziologe, glaube aber an gesellschaftliche Veraenderungen, die alte Herausforderungen zuruecklaesst, aber neue aufbringt. Die Scheidungsquote ist in den letzten 10 Jahren leicht zurueckgegangen, liegt aber immer noch um ein vierfaches hoeher als 1968. Schau Dir auch mal die Statistiken zur Frauenerwerbsquote an. Beide Partner sind heute eher berufstaetig also zuvor. Ausserdem hat Sexualitaet mehr zu bieten als den Nachwuchs.

Somit kommen wir wieder zu Beitrag #116, der in 2017 mE anders geloest wird als 1968. Wenn sie Sex will und er stattdessen lieber Star Wars sehen moechte, wird sie sich eher trennen.