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  • #1

Gedichte

Vom * Anmachen*

Der Gedanke, dass hinter
deinem Wahnsinns-Lächeln
noch mehr ist
als es ohnehin zeigt:
Offenheit, Selbstgefühl
Heiterkeit, Freude an dir
der Gedanke, dass du
dieses Lächeln
nicht einfach nur so
sondern auch ein bisschen
mir verschenkst
der Gedanke ist so schön-
und kaum zu ertragen.

Wie soll ich mir
Gewissheit verschaffen
ohne zu riskieren
dass dir dieses Lächeln
vergeht?

von Jörn Pfennig
 
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  • #2
Kaltes Wasser

Vielleicht sollte ich mich
erst einmal
bei der Dame melden
die mir laufend ihre Gedichte
zur Begutachtung schickt
oder bei der Bank
wegen der verlorenen
Scheckkarte

Vielleicht sollte ich
erst einmal versuchen
meinen Hauswirt zu erreichen
wegen der Räumungsklage
oder den Bundeskanzler
um ihm endlich
die Meinung zu sagen.

Vielleicht wäre es dann
ein Kinderspiel
dich anzurufen
und zu fragen
ob du Lust hast
mit mir heute Abend
ein Bier trinken
zu gehen.


von Jörn Pfennig
(Gedicht von 1984)
 
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  • #3
Im Gewühl

Du hast so schöne
Worte zu mir gesagt,
Meine Seele flog dahin-
in deine Richtung.

Deine Augen standen
zu dem, was du sagtest
und mein Herz stand
Kopf.

Dann bist du mir
aus dem Blick geraten
weil irgend etwas
wichtiger sein musste...

Zusammen hätten wir es geschafft
nur uns für wichtig zu halten
aber ich fühlte mich
allein gelassen-
du dich vielleicht auch?

von Jörn Pfennig
 
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  • #4
Mein Herz, ich will dich fragen:

Was ist denn Liebe?
„Zwei Seelen und ein Gedanke,
zwei Herzen und ein Schlag!“

Und sprich, woher kommt Liebe?
„Sie kommt und sie ist da!“

Und sprich, wie schwindet Liebe?
„Die war’s nicht, der’s geschah!“

Und was ist reine Liebe?
„Die ihrer selbst vergisst!“

Und wann ist Lieb am tiefsten?
„Wenn sie am stillsten ist.“

Und wann ist Lieb am reichsten?
„Das ist sie, wenn sie gibt!“

Und sprich, wie redet Liebe?
„Sie redet nicht, sie liebt!“

(Friedrich Halm)
 
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  • #5
Weil du nie lockerlassen kannst,
nicht lieben und nicht hassen kannst,
weil du nur lügst und und keinen Rock
und keinen Kick verpassen kannst --
jetzt rede ich, und du hörst zu,
auch wenn du's gar nicht fassen kannst --,
drum mach ich Schluss, und zwar im Ernst,
worauf du dich verlassen kannst.
Ach so, du winselst und du schwörst,
dass du mich nie vergessen kannst?
Glaubst du, dass du mit diesem Quatsch
mich noch einmal erpressen kannst?
Ich habe einen andern längst,
was du vielleicht nicht wissen kannst,
weshalb du dich von mir aus ein
für allemal verpissen kannst.
 
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  • #6
...sehr poetisch! :))
 
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  • #7
Enzensberger. Immerhin. Na gut. Ich lass mir erweichen und werd romantisch:

Vor mir stehn zwei Spiegeleier
In des Speckes Lauge.
Und ich sehe still sie an
Mit der Sehnsucht Auge.

August kommt in meine Sinne,
Der sie oft bestellte
Und durch ihre schöne Kraft
Hinterher mich fällte.
 
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G

Gast

  • #8
...ich schmeiss mich hier gerade weg! :)))
Gefällt mir....
 
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  • #9
Tretmühle

Wer oder was zwingt dich denn
dich so zu geben, wie du nicht bist?
Du verbirgst dein Erkennen
und Staunen
du musst alles schon vorher
gewusst haben
und weißt natürlich auch
dass du nicht so bist
wie du dich gibst-
aber...?

(von Jörn Pfenning)
 
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  • #10
Zitat von Mrs.Right:
Im Gewühl

Du hast so schöne
Worte zu mir gesagt,
Meine Seele flog dahin-
in deine Richtung.

Deine Augen standen
zu dem, was du sagtest
und mein Herz stand
Kopf.

Dann bist du mir
aus dem Blick geraten
weil irgend etwas
wichtiger sein musste...

Zusammen hätten wir es geschafft
nur uns für wichtig zu halten
aber ich fühlte mich
allein gelassen-
du dich vielleicht auch?

von Jörn Pfennig
Gefällt mit dieser Pfennig! Danke für den Tip!
 
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  • #11
Keks willkommen im Forum; Gedichte "teilen" hat doch auch etwas....und noch ein Gedicht von Jörn Pfennig.


Vom Suchen

Wir haben uns gefunden
als wir uns nicht suchten.
Hätten wir uns gesucht
wäre es gut gewesen
uns nicht zu finden
denn auf keinen Fall
hätten wir einander
weh tun wollen.
 
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  • #12
Im Frühling

Hier lieg' ich auf dem Frühlingshügel:
Die Wolke wird mein Flügel,
Ein Vogel fliegt mir voraus.
Ach, sag' mir, alleinzige Liebe,
Wo d u bleibst, dass ich bei dir bliebe!
Doch du und die Lüfte, ihr habt kein Haus.
Der Sonnenblume gleich steht mein Gemüte offen,
Sehnend,
Sich dehnend
In Liebe und Hoffen.
Frühling, was bist du gewillt?
Wann werd ich gestillt?
Die Wolke seh ich wandeln und den Fluss,
Es dringt der Sonne goldner Kuss
Mir tief bis ins Geblüt hinein;
Die Augen, wunderbar berauschet,
Tun, als schliefen sie ein,
Nur noch das Ohr dem Ton der Biene lauschet.
Ich denke dies und denke das,
Ich sehne mich, und weiß nicht recht, nach was:
Halb ist es Lust, halb ist es Klage;
Mein Herz, o sage,
Was webst du für Erinnerung
In golden grüner Zweige Dämmerung?
- Alte unnennbare Tage!
Eduard Mörike
(1828, Erstdruck 1832)
 
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  • #14
Hier zwei Sprüche:

Frauen sollten bedenken, dass es besser ist
reizend zu sein, als gereizt.

(Lilli Palmer)



Dumme Frauen werden mit gescheiten Männern fertig,
aber es bedarf einer sehr klugen Frau,
um einen Dummkopf zu lenken.

(Rudyard Kipling)
 
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  • #15
Die Eier werden billiger,
die Mädchen werden williger,
es stinkt aus den Aborten,
es ist Frühling allerorten.


Erich Kästner
 
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