liegestuhl

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  • #31
Hm, ich glaub, ich mag lieber ein Kennenlernen ohne große Erwartungen. Melde dich innerhalb dieser Zeit oder du bist raus.... Usw. Ich mag es lieber offen, ohne Erwartungen, ohne Forderungen, ohne Ultimatum stellen (ausgesprochen oder unausgesprochen). Dann merke ich, dass ich wirklich bereit bin, mich auf einen anderen Menschen einzulassen. Sonst befinde ich mich eher im Selbstschutzmodus. Diese Mantras und Haltungen sollen ja vor evt. Enttäuschungen schützen und sind in meinen Augen eher ein Hinweis darauf, dass in mir noch etwas unverarbeitet / unverheilt ist.
Ich möchte dem anderen nicht unterstellen, dass er mich nur verarschen will und er mir durchs "richtige" Handeln (das ich nach meinen Maßstäben definiere) beweist, dass dem nicht so ist. Umgekehrt möchte ich das auch nicht.
Es lebe ab jetzt die Unverbindlichkeit, werte @Vergnügt! Du neigst von einem in das andere Dating-Extrem.
Dein gegenwärtiges Nicht-Mantra ist wiederum auch ein neues Mantra. Wetten, dass es in der Dating-Praxis scheitern wird?! :cool:
 
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  • #32
Kennst du jemanden, bei dem es nichts Unverarbeitetes/Unverheiltes gibt?
Mein Post war eine Selbstreflexion darüber, wie ich mich verhalten habe, wenn in mir noch was geschmerzt hat und wie ich mich verhalte, wenn in mir nix altes mehr weh tut. Und welchen der beiden Zustände ich bevorzuge. 😉
Also kenne ich mich selbst in dem Zustand, wo keine Wunde mehr offen ist. Ich kenne auch ein paar Leute, die anderen offen, positiv und unvoreingenommen begegnen. Und ich kenne noch ganz viele kleine Menschen, die das mitbringen: man nennt sie Kinder.
 
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  • #34
Dein Post liest sich sehr leicht und spielerisch.
Wir Menschen sind halt unterschiedlich, auch im Aufeinanderzugehen aufeinander. Stimmt schon, bei mir müssen zunächst die Rahmenbedingungen passen, um Leichtigkeit, Spiel und Freude zulassen zu können.
Dankeschön. Ich hab auch nur von mir geschrieben, wie ich das bevorzuge. Und ich sehe ein paar Rahmenbedingungen, die ich mir selber setzen kann und die dann nicht der andere für mich erfüllen muss.
Ich wünsche dir, dass du findest, wonach du suchst. 🍀
 
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  • #36
Mein Post war eine Selbstreflexion darüber, wie ich mich verhalten habe, wenn in mir noch was geschmerzt hat und wie ich mich verhalte, wenn in mir nix altes mehr weh tut. Und welchen der beiden Zustände ich bevorzuge. 😉
Also kenne ich mich selbst in dem Zustand, wo keine Wunde mehr offen ist. Ich kenne auch ein paar Leute, die anderen offen, positiv und unvoreingenommen begegnen. Und ich kenne noch ganz viele kleine Menschen, die das mitbringen: man nennt sie Kinder.
Hmm. Ich glaube, es gibt - gottseidank! - viele Momente, in denen Menschen nicht aktut "getriggert" werden. Das heisst aber nicht notwendigerweise, dass alle Wunden verheilt sind. Und Kinder haben leider meist auch schon allerlei Wunden, die kriegt man spätestens, wenn man geboren wird, aber wohl auch immer schon welche von vor der Geburt oder sogar transgenerational weitergegebene. Mich dünkt es, dass das auch ein ganz bedeutender Bestandteil des menschlichen Daseins ist, man kann dem nicht entgehen - und es macht wohl auch einen Sinn, jedenfalls, wenn man sich dem zu stellen versucht. Natürlich ist das Ausmass davon jeweils unterschiedlich, aber das ist selten wirklich (allein) die Schuld oder das Verdienst der Betroffenen. Und man sollte niemandem verbieten, trotzdem leben zu wollen - oft sind die getriggerten Emotionen ja überhaupt erst eine echte oder zumindest grössere Chance zur Bewusstwerdung.

Aber natürlich ist es schön, dass du dir wünschst und dich dahingehend engagierst, dass deine Wunden möglichst nicht deine Beziehungen belasten! Das finde ich auch wichtig. :)
 
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  • #38
Hmm. Ich glaube, es gibt - gottseidank! - viele Momente, in denen Menschen nicht aktut "getriggert" werden. Das heisst aber nicht notwendigerweise, dass alle Wunden verheilt sind. Und Kinder haben leider meist auch schon allerlei Wunden, die kriegt man spätestens, wenn man geboren wird, aber wohl auch immer schon welche von vor der Geburt oder sogar transgenerational weitergegebene. Mich dünkt es, dass das auch ein ganz bedeutender Bestandteil des menschlichen Daseins ist, man kann dem nicht entgehen - und es macht wohl auch einen Sinn, jedenfalls, wenn man sich dem zu stellen versucht. Natürlich ist das Ausmass davon jeweils unterschiedlich, aber das ist selten wirklich (allein) die Schuld oder das Verdienst der Betroffenen. Und man sollte niemandem verbieten, trotzdem leben zu wollen - oft sind die getriggerten Emotionen ja überhaupt erst eine echte oder zumindest grössere Chance zur Bewusstwerdung.

Aber natürlich ist es schön, dass du dir wünschst und dich dahingehend engagierst, dass deine Wunden möglichst nicht deine Beziehungen belasten! Das finde ich auch wichtig. :)
Zu dem ersten Abschnitt deines Postings habe ich das Gefühl, dass wir ein bisschen ein unterschiedliches Menschenbild haben. Ich denke, auf manche Menschen mag das so zu treffen, aber ich finde nicht bei allen.

Beim 2. Abschnitt fühle ich mich dir etwas näher. Allerdings strebe ich nicht an, dass meine Wunden meine Beziehungen nicht belasten. Sondern ich strebe danach, glücklich zu sein. Und wenn ich glücklich bin und meine Wunden verheilt sind, wirkt sich das auch auf meine Beziehungen zu meinen Mitmenschen aus. Aber das ist bei mir eher ein positiver Nebeneffekt und nicht meine Haupmotivation gewesen.

Wie geht es dir eigentlich? Glaubst du, dass deine Wunden heilen können? Oder dass sie immer offen bleiben werden?
So weit ich das mitbekommen habe, scheinst du dich auf einem guten Weg zu befinden. 😊
 
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  • #39
Zu dem ersten Abschnitt deines Postings habe ich das Gefühl, dass wir ein bisschen ein unterschiedliches Menschenbild haben. Ich denke, auf manche Menschen mag das so zu treffen, aber ich finde nicht bei allen.
Ich denke, das ist eine Frage, wie fein man Wunden und die Folgen ihres Auslebens wahrnimmt, vielleicht auch, wie stark man sich damit beschäftigt hat.
Beim 2. Abschnitt fühle ich mich dir etwas näher. Allerdings strebe ich nicht an, dass meine Wunden meine Beziehungen nicht belasten. Sondern ich strebe danach, glücklich zu sein. Und wenn ich glücklich bin und meine Wunden verheilt sind, wirkt sich das auch auf meine Beziehungen zu meinen Mitmenschen aus. Aber das ist bei mir eher ein positiver Nebeneffekt und nicht meine Haupmotivation gewesen.
Das ist mir eigentlich schon klar. Ich hatte mich auf deinen Post bezogen, bei dem es um die Belastungen der Beziehungen ging.
Wie geht es dir eigentlich? Glaubst du, dass deine Wunden heilen können? Oder dass sie immer offen bleiben werden?
Natürlich heilen sie. Sie können nicht nur, sie tun es. :) Im Moment bedeutet das für mich auch immer noch viel Arbeit, z.B. aktuell bin ich in einer neuen, tieferen und feiner spürbaren Verarbeitungsschlaufe, da ich seit ein paar Wochen gar keine Medikamente mehr nehme. Aber ich bin überzeugt, dass danach die aktuell noch täglich nötige innere Arbeit weniger werden wird. Ich bekomme für all die Anstrengung aber auch viel "Lohn", viele Momente des Glücks, mehr Handlungsoptionen, mehr Offenheit, Lebensenergie, Zufriedenheit, Neugierde und Experimentierfreude und ganz wichtig: das tiefe Gefühl, endlich mein Leben zu leben. (Das ist mir viel wert, es wiegt auch sehr schwierige Momente oder gar Tage auf!) :) Diese jahrelang gemachten und immer stärker spürbaren Erfahrungen, dass es sich lohnt und wie es geht, zeigen mir ganz klar die Bedeutung davon. Vielleicht bin ich auch deshalb manchmal ein wenig "missionarisch" unterwegs: Ich würde es anderen auch gönnen, solche Erfahrungen zu machen. Und für mich ist ein solcher Heilungsweg halt auch eine spirituelle Sache, ist im Kleinen auch ein Abbild vom Grossen und vom ganz Kleinen. Das muss ja nicht jeder verstehen und es muss auch nicht jeden interessieren, aber ich lasse mir doch nicht verbieten, dass es für mich wichtig ist, und dass ich darüber spreche und schreibe! Auch nervt es mich manchmal, wenn andere mich dauernd zuklönen oder mein offenes Ohr oder meine Unterstützung wollen mit ihren ewiggleichen Problemen, aber meine Anregungen, die werten sie ab und mich gleich mit. Ich weigere mich inzwischen aber immer mehr, Sisyphus zu spielen. Auch das ein Fortschritt: Ich versuche es, wo ich das Gefühl habe, es könnte Sinn machen (und im Forum ist das manchmal auch wegen abwesenden Mitlesenden wichtig), und dort, wo ich es so empfinde, dass die Leute lieber motzen als an sich arbeiten, lasse ich es irgendwann bleiben und widme mich Erfreulicherem. :)

Was bedeutet es, dass die Wunden (noch) offen sind? Wann sind die Wunden geheilt? Mich dünkt, da gibt es keine klare, kategorische Grenze, sondern es ist ein (immerwährender) Prozess des Heilens, der dazu führt, dass man auf dem Kontinuum zwischen extrem verletzt und null geheilt am einen Pol bis hin zur vollständigen Heilung am anderen Pol (den aber wohl kaum jemand je erreicht) Schrittchen für Schrittchen vorrückt. Auch ist man nicht bei jeder Wunde/jedem Thema gleich weit. Mich dünkt aber, man sollte Retraumatisierungen vermeiden - manche Menschen zieht das sogar an, das finde ich problematisch, wenn auch manchmal verständlich. Mir ist aber auch bewusst, dass ich eine sensiblere Wahrnehmung als die meisten habe - mit beiden Kehrseiten der Medaille und auch mehr Ansprüchen an Stimmigkeit, auf die ich nicht einfach verzichten kann, weil ich und dann logischerweise auch das Gegenüber auch viel stärker darunter leiden, wenn es nicht stimmt für mich, als dies Menschen tun würden, welche die Dinge nicht so hyper-feinfühlig empfinden.
So weit ich das mitbekommen habe, scheinst du dich auf einem guten Weg zu befinden. 😊
Danke! Schön, dass du das wahrnimmst und äusserst. Du auch, glaube ich. :)
 
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  • #40
Ich denke, das ist eine Frage, wie fein man Wunden und die Folgen ihres Auslebens wahrnimmt, vielleicht auch, wie stark man sich damit beschäftigt hat.

Das ist mir eigentlich schon klar. Ich hatte mich auf deinen Post bezogen, bei dem es um die Belastungen der Beziehungen ging.

Natürlich heilen sie. Sie können nicht nur, sie tun es. :) Im Moment bedeutet das für mich auch immer noch viel Arbeit, z.B. aktuell bin ich in einer neuen, tieferen und feiner spürbaren Verarbeitungsschlaufe, da ich seit ein paar Wochen gar keine Medikamente mehr nehme. Aber ich bin überzeugt, dass danach die aktuell noch täglich nötige innere Arbeit weniger werden wird. Ich bekomme für all die Anstrengung aber auch viel "Lohn", viele Momente des Glücks, mehr Handlungsoptionen, mehr Offenheit, Lebensenergie, Zufriedenheit, Neugierde und Experimentierfreude und ganz wichtig: das tiefe Gefühl, endlich mein Leben zu leben. (Das ist mir viel wert, es wiegt auch sehr schwierige Momente oder gar Tage auf!) :) Diese jahrelang gemachten und immer stärker spürbaren Erfahrungen, dass es sich lohnt und wie es geht, zeigen mir ganz klar die Bedeutung davon. Vielleicht bin ich auch deshalb manchmal ein wenig "missionarisch" unterwegs: Ich würde es anderen auch gönnen, solche Erfahrungen zu machen. Und für mich ist ein solcher Heilungsweg halt auch eine spirituelle Sache, ist im Kleinen auch ein Abbild vom Grossen und vom ganz Kleinen. Das muss ja nicht jeder verstehen und es muss auch nicht jeden interessieren, aber ich lasse mir doch nicht verbieten, dass es für mich wichtig ist, und dass ich darüber spreche und schreibe! Auch nervt es mich manchmal, wenn andere mich dauernd zuklönen oder mein offenes Ohr oder meine Unterstützung wollen mit ihren ewiggleichen Problemen, aber meine Anregungen, die werten sie ab und mich gleich mit. Ich weigere mich inzwischen aber immer mehr, Sisyphus zu spielen. Auch das ein Fortschritt: Ich versuche es, wo ich das Gefühl habe, es könnte Sinn machen (und im Forum ist das manchmal auch wegen abwesenden Mitlesenden wichtig), und dort, wo ich es so empfinde, dass die Leute lieber motzen als an sich arbeiten, lasse ich es irgendwann bleiben und widme mich Erfreulicherem. :)

Was bedeutet es, dass die Wunden (noch) offen sind? Wann sind die Wunden geheilt? Mich dünkt, da gibt es keine klare, kategorische Grenze, sondern es ist ein (immerwährender) Prozess des Heilens, der dazu führt, dass man auf dem Kontinuum zwischen extrem verletzt und null geheilt am einen Pol bis hin zur vollständigen Heilung am anderen Pol (den aber wohl kaum jemand je erreicht) Schrittchen für Schrittchen vorrückt. Auch ist man nicht bei jeder Wunde/jedem Thema gleich weit. Mich dünkt aber, man sollte Retraumatisierungen vermeiden - manche Menschen zieht das sogar an, das finde ich problematisch, wenn auch manchmal verständlich. Mir ist aber auch bewusst, dass ich eine sensiblere Wahrnehmung als die meisten habe - mit beiden Kehrseiten der Medaille und auch mehr Ansprüchen an Stimmigkeit, auf die ich nicht einfach verzichten kann, weil ich und dann logischerweise auch das Gegenüber auch viel stärker darunter leiden, wenn es nicht stimmt für mich, als dies Menschen tun würden, welche die Dinge nicht so hyper-feinfühlig empfinden.

Danke! Schön, dass du das wahrnimmst und äusserst. Du auch, glaube ich. :)
Du reflektierst sehr viel und beleuchtest die Themen von vielen unterschiedlichen Seiten. Ich kann mir vorstellen, dass du im Reallife eine Person bist, mit der man tiefgründige Gespräche führen kann. Wenn ich dir was raten würde (ich möchte nicht übergriffig sein und wenn es dir unpassend erscheint, nimm es einfach nicht an 😉), dann dass du aufpassen solltest, dich nicht in deinen Interpretationen zu verlieren.
So klug und feinsinnig deine Gedankengänge sind, ein Gedanke ist erstmal nur ein Gedanke und keine Tatsache.

Bleib weiter auf deinem Weg. 😊
Ich hab ja auch einen Weg hinter mir oder befinde mich immer wieder mal auf dem Weg. 😉 Ich kenne die Gedanken, dass manches vielleicht immer etwas schmerzt und man nur lernen kann, mit dem Schmerz zu leben. Aber wenn man dann den inneren Friedern spürt, nix altes mehr weh tut und man auf seinem Weg auch mal innehalten kann, dann ist das ein unbeschreibliches Gefühl und im ersten Moment habe ich geweint vor Glück, Dankbarkeit und Liebe für all die Menschen, die immer für mich da waren und mir geholfen haben. Und deswegen glaube ich nicht mehr, dass das ein endloser Weg ist. 😉 Und du hast jung angefangen, bist schon so weit gekommen. Ich traue dir zu, dass du "ankommen" wirst. 🙂
 
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