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  • #1

"Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Liebe "Gemeinde",

ganz neu hier will ich mit einem Thema in die Tür fallen, das mich immer mal wieder beschäftigt und das (zumindest urbane) Singles auch streifen dürfte:

Nach einigen Jahren single- und AE-Dasein, in denen ich alle, aber auch alle Ratschläge, die man so bekommt, geprüft und teils realisiert habe (ihr wisst schon: Ansprüche runterschrauben, sich selbst lieben, aufhören zu suchen, sich um eigene Reife bemühen, ablenken usw. usw.) und mit UNterbrechung einiger, immer mal wieder hereinbrechender Techtelmechtel allein blieb, frage ich mich nun, ob ich so langsam reif genug bin, mein Lebenskonzept umzustellen.

Die stylischen Begrifflichkeiten von "mingle" und "Freundschaft plus" findet man eher bei Menschen Mitte 20. Ich frage mich nun, ob das nicht auch taugt, in meinem Alter (48) gelebt zu werden. In einer alterspezifischen Variante sozusagen. :)
Ist es nicht so: Das Leben noch mal ganz zu teilen, scheint in recht weite Fernen gerückt. Man hat sich eingerichtet. Man lässt sich nicht mehr so schnell aus dem Konzept bringen. Aber Körperkontakt und Fliterei fehlen manchmal schon. Also ergbibt sich immer wieder mal was...

Habt Ihr Erfahrungen?

Lebt Ihr so?

Wie wirkt das mit fast 50?

Eine anregende Diskussion wünscht sich Freyfrau
 
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  • #2
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Willkommen Freyfrau,
ja, "man" richtet sich damit ein und ja, es fehlt das, von dem Du geschrieben hast. Aber das wird jeden Tag ein bisschen besser und nach einer Weile fehlt einem das auch fast nicht mehr.
Es wird nie wieder so sein wie damals, als man zwanzig oder dreißig war. Und vielleicht ist da ja auch gut so. Die Sehnsucht ist aber immer der Steuermann. Die Verklärung hat sie mit der Erinnerung gemeinsam.
At the end of the day ist man ohnehin allein und war es auch immer. Auch wenn die Religion und die Politik einem etwas anderes weismachen möchte.
 
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  • #3
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Mir scheint das Konzept bei 40+ häufiger zu sein als darunter.

Freundschaft plus - ich halt das in vielen Fällen für ein Hilfskonstrukt für Beziehungsängstliche und/ oder romantische Idealisten.
 
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  • #4
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Zitat von nuit:
Mir scheint das Konzept bei 40+ häufiger zu sein als darunter.
Scheint mir auch so ...

Zitat von nuit:
Freundschaft plus - ich halt das in vielen Fällen für ein Hilfskonstrukt ...
Könnte man ja auch "Beziehung minus" nennen ... klingt doch gleich ganz anders.

Ansonsten: wer mit dem Konzept "Freundschaft plus" gefühlsmäßig klar kommt, warum nicht? Ist nicht gerade das einfachste ... aber machbar.
 
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  • #5
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Hey, zurück aus dem Unterholz!

Zitat von Howlith:
Könnte man ja auch "Beziehung minus" nennen ... klingt doch gleich ganz anders.
Ui, das pöse B-Wort.

Ansonsten: wer mit dem Konzept "Freundschaft plus" gefühlsmäßig klar kommt, warum nicht? Ist nicht gerade das einfachste ... aber machbar.
so isses.
 
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  • #6
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Hallo! Ich muss gestehen, ich habe das eine Wort gar nicht gekannt :-D
Nun ja, was ich dir aber zum Thema sagen möchte ist folgendes: Natürlich kannst du so eine Beziehung eingehen und die schönen Momente mit einem Mann geniessen. Jedoch solltest du ihm die Wahrheit sagen. Mach ihm keine falschen Hoffnungen,sag du möcjtest "nur" Sex und evtl.mal einen netten Abend. Alles andere wäre verletztend und somit nicht ok. Viele Menschen wurden schon verletzt, weil sie dachten "er/sie ändert die Meinung" oder wurden hingehalten. Es ist unnötig weitere Menschen zu verletzten, denn es gibt genug Leute die nach einer lockeren Affäre suchen. Ich kannte bisher nur den Namen "Sonnenseitenbeziehung", denn ein Kumpel suchte genau das. Sein Haus ist fertig, sein Job wohl toll und gelegentlich fehlt ihm halt der Sex. Das uns Singles das nun einmal fehlt ist auch logisch. Ich bin zwar jünger als du, aber mir wäre es zu wenig. Jeder muss für sich entscheiden und das Beste für sein Leben wählen.
 
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  • #7
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Ordnung muß sein. Weil einerseits übernormiert ist, was eine Beziehung ausmacht, also die ganzen Regeln, die man befolgen muß, wenn man das haben will, was so eine Beziehung genannt wird, aber andererseits auch nicht allen verständlich ist, weshalb es eigentlich nur die drei Schubladen Kumpelfreundschaft, Affäre und Ehe geben sollte, denkt man sich halt ein neues Konzept aus. Und wahrlich: besser vier als nur drei Schubladen. Mein eigener Vorschlag wäre allerdings: die Beziehungsformen weniger übernormieren. Aber ich verstehe auch, wenn jemand Ordnung halten will. Der Alltag ist ohnehin verwirrend genug, da will man halt wissen, woran man ist. Bei sich, und mehr natürlich noch beim Anderen. Schließlich muß jeder wissen, was er will. Und gemeint ist, daß man das mit einer einfachen Bezeichnung zu etikettieren hat. Und dafür braucht man dann eben Bezeichnungen wie "Mingle".
 
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  • #8
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Moloko Plus!
 
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  • #9
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Vom Mingle war hier im Forum übrigens schon oft die REde. Wenn auch anonym. Also in 70% der Fälle, wo mal wieder ein Dritter auf der "der weiß nicht, was er will, der ist es nicht wert"-Schiene runtergemacht wurde, handelte es sich um einen Mingle.
Verständnis reicht immer nur so weit wie das Stempelkissen. Wieviel Mißverständnisse und Enttäuschungen hätte man sich und anderen wieder mal ersparen können, wenn man nur die Bezeichnung gekannt hätte! Kann man bitte nicht endlich Stempelpflicht einführen und jedem Bürger ein kleines Set mit vier Stempel zur Verfügung stellen, auf dem er seine gewünschte Beziehungsidentität "überzeugter Single, bitte nicht ansprechen", "suche eheäquivalente Beziehung, am besten von heute auf morgen", "bin nur für heiße Affären zu haben", "weiß, was ich will, bin notorischer ernsthafter Mingle" sich klar sichtbar auf die Stirne stempelt?
 
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  • #10
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Ich nutze jetzt mal die Gelegenheit - es hat auch mit dem Thema zu tun - für eine etwas, zugegeben, einfältige Frage; das Thema der Threaderstellerin finde ich nicht einfältig, sondern interessant, weil es mich umtreibt, auch wenn es in anderen Threads schon tangiert wurde.
(Auch sehe ich wohlgemut, dass Heike und lone rider sich gegenseitig inspirieren. Incroyable.)

Okay, also: Der Optimist mit seinem halbvollen Glas und der Pessimist und seinem halbleeren Glas.
Und nun der Realist. Was hat der für ein Glas? Vertrackt, n'est-ce pas?
 
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  • #11
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Zitat von Freyfrau:
Die stylischen Begrifflichkeiten von "mingle" und "Freundschaft plus" findet man eher bei Menschen Mitte 20. Ich frage mich nun, ob das nicht auch taugt, in meinem Alter (48) gelebt zu werden. In einer alterspezifischen Variante sozusagen. :)
Ist es nicht so: Das Leben noch mal ganz zu teilen, scheint in recht weite Fernen gerückt. Man hat sich eingerichtet. Man lässt sich nicht mehr so schnell aus dem Konzept bringen. Aber Körperkontakt und Fliterei fehlen manchmal schon. Also ergbibt sich immer wieder mal was...

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Wie wirkt das mit fast 50?
Ein Bratkartoffelverhältnis ist in diesem Alter durchaus nicht unüblich. Warum auch nicht?
 
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  • #12
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Also, ich hab mich auch schon damit auseinander gesetzt und bin - für mich - zu dem Ergebnis gekommen, dass es durchaus ein in Frage kommendes Modell (Lebenskonzept klingt so starr nach irgendwelcher Vorgabe) sein könnte. Sicher ist das eine Sache, die jeder für sich entscheiden muss und man sollte da auf jeden Fall mit 'offenen Karten spielen'. Zumindest weiß man dann woran man ist...wenn die Beteiligten ehrlich und offen damit umgehen.
 
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  • #13
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Ich kannte beide Begriffe bisher nicht. Kann mir (50+) aber eine solche Beziehung vorstellen und ich bin weder beziehungsängstlich noch eine romantische Idealistin.
Auch wenn ich keine Beziehung im herkömmlichen Sinn eingehe, habe ich doch Gefühle für den Mann, freue mich auf unsere gemeinsame Zeit, vielleicht sogar noch mehr als in einer anders gearteten Beziehung.
Wenn allerdings das "nicht zu dem Anderen stehen" im Vordergrund dieser Begriffe liegt, finde ich das albern.
Und wenn ich Uschi glauben will, kann ich immer Bratkartoffeln essen. Ich liebe Bratkartoffeln:))
 
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  • #14
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Crème brûlée oder nix. Ich hatte solche Verhältnisse. Brauche ich nicht mehr. Es funzt auch nicht. Da ist immer bei einem Part mehr da und der andere leidet und nimmt es nur in kauf.
 
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  • #15
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Zitat von lone rider:
....Es funzt auch nicht. Da ist immer bei einem Part mehr da und der andere leidet und nimmt es nur in kauf.
Ja, da ist natürlich auch was dran und das ist dann mit Sicherheit ein - gelinde gesagt - Sch***spiel. Es muss dann schnellstmöglich drüber gesprochen werden, wenn es sich so entwickelt.
Da hab ich mal ne Frage. Ich habe bisher nur vorrangig von Männern gehört, das diese Variante in Betracht kommt, was aber wenn sie in die o. b. Situation kommen oder gibt's das nicht?
 
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  • #16
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Welche obige Situation? Dass sie die Frau lieben, die Frau sie aber nicht? Ich kenne nur die umgekehrte Variante. Es fühlt sich nicht gut an. Man kann das auch nicht aushandeln. Solche Beziehungen verändern sich oft und wenn da der Gleichklang nicht da ist, beende ich es. Wie das allgemein bei Männern ist, weiß ich nicht. Freunde von mir sehen es lockerer als ich.
 
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  • #17
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Zitat von lone rider:
... Da ist immer bei einem Part mehr da und der andere leidet und nimmt es nur in kauf.
Ich glaube, genau darin liegt ein Problem, dass die Sache nur selten dauerhaft funktioniert. Selbst wenn man sich am Anfang einig wäre über das gemeinsame Mingledasein (das es eben schon immer gab, aber noch nicht so genannt wurde und altersunabhängig ist). Wenn die Gefühle dann eben doch bei einem wachsen und beim anderen nicht, gehts kaputt bzw. einer leidet. Das zweite liegt in der Unverbindlichkeit diese Art von Beziehung. Probleme des anderen sind nicht wirklich relevant (soll er doch sehen, wie er sie löst und danach kanns unverbindlich weitergehen). Gerade aber dann wäre ein Partner wichtig, der zuhört, der einfach da ist und ggf. auch helfen kann.
 
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  • #18
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Zitat von lisalustig:
Wenn die Gefühle dann eben doch bei einem wachsen und beim anderen nicht, gehts kaputt bzw. einer leidet.
Das zweite liegt in der Unverbindlichkeit diese Art von Beziehung. Probleme des anderen sind nicht wirklich relevant (soll er doch sehen, wie er sie löst und danach kanns unverbindlich weitergehen). Gerade aber dann wäre ein Partner wichtig, der zuhört, der einfach da ist und ggf. auch helfen kann.
Meistens endet es doch eher deswegen, weil jemand Drittes auftaucht und der andere dann Gefühle für die dritte Person entwickelt.

Was wäre denn die Alternative? Gar niemanden zu haben ist doch noch schlimmer als einen, der nur halb zuhört.
 
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  • #19
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Zitat von Truppenursel:
Meistens endet es doch eher deswegen, weil jemand Drittes auftaucht und der andere dann Gefühle für die dritte Person entwickelt. Was wäre denn die Alternative? Gar niemanden zu haben ist doch noch schlimmer als einen, der nur halb zuhört.
Kann natürlich auch sein, kenne mich da nicht aus. Ist genauso schlimm, wie wenn einer eben dann doch was Verbindlicheres will und der andere nicht.

Mir würde ein halbzuhören nicht reichen, dann lieber gar nicht. Als Alternative gibts ja Freunde und/oder die Familie.

Vielleicht ist ja Heikes Vorschlag mit der Stempelei ganz sinnvoll, da ist dann gleich klar, was Sache ist und keiner rennt in die verkehrte Richtung - die Optik mag gewöhnungsbedürftig sein.....
 
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  • #20
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Ich habe festgestellt, dass ich gefühlsmässig beteiligt sein muss. Die reine Körperlichkeit stößt mich mittlerweile ab und ich mag es nicht, wenn jemand mich berührt, für den ich darüber hinaus keine Zuneigung habe. Generell wird das oft als weibliche Eigenschaft deklariert - angeblich wegen des Auswahlverfahrens bzgl. potentieller Vaterschaft. Klingt vielleicht ein wenig doof, aber mit zunehmenden Alter habe ich bemerkt, dass sich die Sexualität verfeinert. Bei der Frau und beim Mann. Es wird komplexer, ganzheitlicher und daher auch besser.
 
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  • #21
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Ich sehe es nicht als entweder oder. Freundschaft+ oder Beziehung. Freundschaft + ist eine Beziehung, mal liegt der Focus wohl mehr auf Affaire (Konzentration auf Sex) mal mehr auf Freundschaft, was dann "beziehungmäßiger" wird.

Ich sehe es als eine Art Zwischenbeziehung und bin es bewußt eingegangen als ich merkte, dass es mit Partner finden ja tatsächlich nicht so einfach und schnell geht wie gedacht!

Aber den Menschen, der sich überhaupt für eine solche Art von Beziehung interessiert oder für dich infrage kommt, den muss du auch erstmal finden. Wenn man da gezielt sucht, könnte das wohl ähnlich schwierig sein, wie den sogenannten "Richtigen" zu finden! . Die stehen sicher nicht an der Straßenecke. Und es soll ja schön werden!

Bei mir war er schon in meinem Leben , als Freund eben. Seit einiger Zeit rudern wir zurück, weil mit der Dauer solcher Beziehungen kommt es dann wirklich zu Ungleichgewichten , man muss das andauernd austarieren, das kostet viel Kraft . Und Freundschaft ist in unserem Fall wichtiger.

(Wenn es "nur" um Sex geht, gibt es ja diese Dating Portale. Persönlich stelle ich es mir seelenlos vor, vielleicht wie einen Ons, aber warum nicht. bevor man dauernd nur sich selbst liebt;-)

So oder so sammelt man Erfahrungen, die für eine spätere Partnerschaft sehr wichtig sein können. Schlimm finde ich nur den Stillstand, bezogen auf die eigene Entwicklung.
 
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  • #22
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

"mingel" - bei wicki heißt's dazu: "Es gibt verschiedene Gründe für diese neue Unverbindlichkeit. Der zentrale und wichtigste ist wohl die Angst, zu viele andere, vielleicht bessere Möglichkeiten auszuschließen, wenn man sich eindeutig zu einem Menschen bekennt."

Lassen wir das mal so stehen und fragen weiter: was fehlt dem mingle-Partner im Vergleich zu den (einstweilen hypothetischen) besseren, anderen Möglichkeiten? Wer das eindeutig beantworten kann, ist damit schon einen großen Schritt weiter, denn er weiß jetzt konkret, was ihn am "Interimspartner" stört, was ihm in dieser Konstellation fehlt - und kann vielleicht sogar Strategien entwickeln, Abhilfe zu schaffen, wie auch immer. Wer das nicht beantworten kann, sollte sich um therapeutischen Rat bemühen, denn er hat wahrscheinlich ein tiefergehendes Problem mit zwischenmenschlichen Beziehungen.
 
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  • #23
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Ja, vermutlich ist das zentrale Motiv für den Single die Angst vor der Zweisamkeit und das zentrale Motiv für die Beziehung die Angst vor der Einsamkeit. Das zentrale Motiv für einen Wikipediaeintrag ist die Angst vor der Ahnungslosigkeit, zuweilen aber, wie wir sehen, auch vor der Ahnung.
Durchaus nicht unübliches Angstverfahren: erst übernormieren und dann alles, was außerhalb der Norm liegt, als defizitär zu begreifen und auf jeden Fall zu entwerten, weil Norm = Wert.
Auf dem Antidiskriminierungsstempel steht deswegen "verbindlicher und angstbefreiter Mingle, der weiß was er will". Dann muß auch niemand mehr Angst vorm schwarzen Mann haben.
 
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  • #24
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

I love this Heike. Manchmal könnte ich sie an die Wand schmeißen und manchmal ärgere ich mich, dass ich mit ihr nicht die Wiesn gegründet habe.

Und trotz aller Dialektik und auch wegen ist das auch Barock. Es gab am Hofe Damen von Adel, die als Gesellschafterinnen fungierten. Hofdamen. Sie ist großartig.
 
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  • #25
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Zitat von maxine195:
[...] Wenn man da gezielt sucht, könnte das wohl ähnlich schwierig sein, wie den sogenannten "Richtigen" zu finden! [...]

[...] Schlimm finde ich nur den Stillstand, bezogen auf die eigene Entwicklung. [...]
Warum dann aber diese Zeit verschwenden? Weil man daran wächst?

Trial and error? Der Weg als Ziel? Besser als nichts?
 
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  • #26
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Nun dürfte wohl jemand, der die "mingel"-Situation als defizitär beklagt, schlicht den Wunsch nach einer intensiveren Beziehungsgestaltung verspüren. Dabei ist es nachrangig, ob dieser Wunsch aufgrund von Normierung in Gestalt gesellschaftlicher Konvention und Erwartungen daherkommt oder der Angst vor Einsamkeit oder auch schon vor Alleinsein geschuldet ist. Entscheidend ist dabei das persönliche (!) Defizitgefühl, denn wer sich mit friendship with benefits rundum wohlfühlt - und das ist ja durchaus eine ebenso akzeptierte Lebensform, zumidnest im urbanen Kontext - wird auch kaum einen Anlass zur Veränderung sehen.
 
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  • #27
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Der Mythos Lilith scheint mir als Ausweg. Sie macht ihr Ding, entzieht sich der Normierung. Vielleicht ein Grund, warum sie dämonisiert wurde. Erspart wurde ihr die Gefallsucht und schlechter Sex.
 
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  • #28
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Diese Normierungen wachsen ja selten auf dem Mist des eigenen Willens. Sprich: man kann den Mingel als defizitär sehen, nicht weil man damit selbst unzufrieden ist, sondern weil das schlecht beleumundet ist, weil nicht schwarz und nicht weiß, sondern irgendwie nur was Halbes. Und woher man sein Defizitgefühl hat, spielt schon eine Rolle für die Frage, auf welche Weise man sich davon sein Handeln vorgeben läßt. Ist doch üblich bei Emanzipation, daß man auch ein Defizit spürt. Und dann geht es darum, sich davon nicht den Schneid abkaufen zu lassen, sondern dagegen anzugehen, wenn man den Eindruck hat, es rühre daher, daß eigener Wille und gesellschaftliche Normierung auseinanderfallen. Und um so etwas wie Emanzipierung des Mingles scheints ja hier zu gehen. Es nicht als pathologische Zwischenform zu sehen oder sonstwie als Not, sondern sozusagen als eigenständige Beziehungsform.
 
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  • #29
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

Zitat von lone rider:
Warum dann aber diese Zeit verschwenden? Weil man daran wächst?

Trial and error? Der Weg als Ziel? Besser als nichts?
Richtige Fragen, ich habe ja aber zum Teil oben was dazu geschrieben. Ich habe ihn nicht gesucht, sondern einen Partner. Als ich in PS ging , kannte ich ihn schon. PS wurde ernüchternd, ich schrieb ja schon davon. Wir fanden uns schon vorher sehr anziehend. Irgendwann dachte ich dann einfach, warum nicht und so begann es. PS ist also schuld!;-)

Parallel habe ich weitergedated und bin danach meist erleichtert und fröhlich zu Verabredungen mit ihm gehüpft. Das war tausendmal schöner als diese verkrampften PS Treffen. Ich nahm anfangs an, dass er bald umzieht, weit weg zieht, das stand und steht noch bei ihm beruflich an. Ich sah es daher nur von absehbar begrenzter Dauer. Dann zog er aber einfach nicht um und so dauerte es viel länger und dann zeigten sich die Defizite. Deshalb sind wir jetzt zurück gerudert. Vielleicht zieht er ja bald um;-)

So und du?. Warum hast du es denn , sogar mehrmals gemacht?
 
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  • #30
AW: "Freundschaft plus" oder "Mingle" mit Ende 40?

maxine195,
ich war jung und brauchte das Geld. Nein, ernsthafter: Weil ich eine Sexualität habe.
Und diese Frauen waren sehr gut im Bett. Ich mochte sie auch; das große Wort Liebe habe ich damals noch nicht gebraucht. Dann traf ich sie aber. Seitdem ist nichts mehr wie es war.