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  • #1

Finanziell - was ist fair?

Liebe Forums-Mitglieder,

An dieser Frage scheiden sich die Geister meiner Freunde und Verwandten, daher bitte ich hier um Rat. Folgende Situation: ich, 29 w, war sieben Jahre lang in einer Beziehung. Wir haben gemeinsam ein Haus gebaut, das seit der einvernehmlichen Trennung nun mir alleine gehört. Finanziell war es nicht ganz leicht, aber machbar. Nun bin ich seit längerem in einer neuen Beziehung und mein Freund (30) wird im Jänner zu mir ziehen.
Nun zerbreche ich mir den Kopf, welche finanzielle Lösung Sinn macht. Wir leben in einer ländlichen Gegend, ich verdiene verhältnismäßig gut, er durchschnittlich (im Schnitt bekomme ich pro Monat ca. 400 Euro netto mehr).

Um folgende Kosten geht es: ich zahle pro Monat rund 1100 Euro Kredit zurück, das sehe ich als Art Miete. Dazu kommen 120 Strom und Heizung plus ca 80 Wasser und Gebühren. Da ich weiterhin allein im Grundbuch stehe, sind die ganzen Abgaben und Steuern etc logischerweise nur meine Kosten. Schon jetzt teilen wir uns den Einkauf.
Ich habe mit meinem Freund das Finanzielle noch nicht besprochen, er tendiert dazu, mir viel zu viel geben zu wollen, und ich will es auf alle Fälle fair halten (und ihm nicht mehr aufbürden, als er stemmen kann). Er wohnt aktuell in einer Wohnung, die seinen Eltern gehört und hat somit noch nie Miete gezahlt.

Meine Freunde sagen alle etwas anderes - die einen meinen 50:50 (also sämtliche Kosten teilen), andere meinen, ich soll eine angemessene Miete verlangen, wie er sie für eine Wohnung zahlen würde.

Würde mich über eure Meinungen freuen! :)
 
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  • #2
Von den 1.100 wie viel ist davon Tilgung und wie viel Zinsen? Ich denke in der Höhe eures Verdienstes sind 400 Euro zu vernachlässigen und 50 / 50 fair.
( Wenn du ~1.300 im Monat alleine fürs Haus stemmen kannst, wird dein Verdienst schon gut sein denke ich mir )

Gehen wir mal von 700 Euro Tilgung und 400 Euro Zinsen aus.
Dann würde ich 200 Euro für die Zinsen nehmen und 100 Euro für die Nebenkosten. Dann noch Gebäudeversicherung, Grundsteuer, Müllabfuhr, GEZ sagen wir 60 Euro. Dann wären wir bei 360 Euro im Monat.

Bleibt die Abnutzung, sprich mal neu streichen ggf. neue Heizung, Dach usw. da müsste man dann auch 50 / 50 machen da das bei diesem Selbstkostenpreis natürlich nicht enthalten ist.

Eine zweite Alternative wäre, dass er beim Abzahlen hilft und dann auch Anteile vom Haus erhält. Dafür muss er ja nicht ins Grundbuch, ihr könnt ja einen Vertrag machen. z.B. dass er beim Abzahlen hilft, dann gemessen auf den Hauskaufpreis Anteile erwirbt, in Falle einer Trennung kann er dann das gezahlte Geld zzgl. 50% der gesparten Zinsen zurückbekommen.
 
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  • #3
50:50 hört sich erstmal fair an, aber das wäre es nur wenn du Ihn, dann auch mit ins Grundbuch schreiben lässt.

Da es aber viele Gründe geben kann, dass erst einmal nicht zu tun, sollte sich das auch in der Aufteilung niederschlagen.

In welchen Großenordnung ist dann aber wieder eigener Ermessensspielraum.
Ich persönlich würde einfach 60:40 sagen. Das ist aber nur aus dem Bauch entschieden.

Hoffe das hilft dir weiter ;)
 
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  • #4
Ich sehe das so wie Suxxess. Wenn man 50:50 teilen würde, hätte er im Falle der Trennung einen erheblichen finanziellen Nachteil - er hätte dir ggf. jahrelang beim Abtrag der Verbindlichkeiten geholfen, kann das Haus dann aber in keinster Weise nutzen. Bei anderen Anschaffungen (Fernseher, Waschmaschine, etc.) finde ich 50:50 sinnvoll, das sind da ja auch Dinge, die man aufteilen kann.
 
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  • #5
In anderen Foren gibt es ab und zu ähnliche Fragen. Da schlage ich immer die Hand über den Kopf wenn da steht er zahlt den Hauskredit alleine und sie zahlt dafür die Nebenkosten und die Einkäufe. Im Falle einer Trennung hat er Eigentum erworben und sie die Arschkarte...

Wenn man verheiratet ist, kann man das machen da man sowieso gemeinsam Eigentum erwirbt aber ja nicht so.
 
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  • #6
Ich sehe es eher aus der rechtlichen Perspektive und bevorzuge daher die berühmte "pragmatische Lösung" :
  1. Das Haus ist und bleibt alleine "Deins", Du stehst weiter alleine im Grundbuch - das ist "im Falle eines Falles" die einfachste Lösung.
  2. Dementsprechend zahlst Du die Kosten für den Kredit weiter alleine.
  3. Der Rest ist "Verbrauch" (Strom, Wasser, Müll etc.), den würde ich 50:50 teilen.
  4. Darüber hinaus eine "Miete" o. ä. festsetzen zu wollen, halte ich für schwierig (wieviel ?) bis problematisch ("Mietverhältnis" ?). Wiederum unter rechtlichen Aspekten würde ich die Finger davon lassen ... ! :rolleyes:
 
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  • #7
Ich würde auch nur die monatlichen Betriebskosten 50:50 aufteilen. Das gilt auch für Anschaffungen (sofern beweglich und bei Trennung aufteilbar).

Den Kredit musst du weiter alleine abzahlen, da er nicht mit ins Grundbuch kommt.
Vielleicht kann er aber für sich monatlich einen Betrag x auf einem separaten Konto ansparen. Falls ihr dann iwann vllt doch soweit seid, dass er mit ins Grundbuch kommt. Dann könnte er den angesparten Betrag ggf. nutzen um deinen (dann noch vorhandenen) Kredit zu tilgen/abzulösen oder ihr hättet für Sanierungsarbeiten etwas auf der Seite liegen.

Das mit der Miete würde ich lassen, fänd ich persönlich komisch. Egal auf welcher Seite ich wäre.
 
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  • #8
Ich seh das so wie @Traumichnich :
Es ist DEIN Haus, also musst du Zins und Tilgung auch alleine zahlen, denn ansonsten würde er Anteile am Haus erwerben. Was zahlt man bei Miete? Instandhaltung, Nebenkosten etc., aber erwirbt keine Eigentumsanteile.
Diese Kosten würde ich dann 50:50 aufteilen, denn Instandhaltung ist auch in seinem Sinne (oder will er frieren wenn die Heizung streikt :D) und Nebenkosten verursacht er ja auch.
 
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  • #9
Mal ganz unschuldig gefragt : Warum soll ER überhaupt ins Grundbuch, wenn sie's alleine stemmen kann, wie sie schreibt ??? o_O

Ist IMVHO nicht notwendig, bringt keinerlei Vorteile - außer der Bank, die dann gleich 2 Schuldner "an den Hammelbeinen" hat, denn ohne deren Zustimmung läuft da nix, und die wird's nur geben, wenn ER auch mit in die Haftung für den Kredit eintritt - und ist "im Falle eines Falles" lediglich Quell manigfaltiger Probleme ! :(
 
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Deleted member 7532

  • #10
Sehe ich etwas anders: natürlich ist es ihr Haus, das sie da weiter abbezahlt. Aber ich würde durchaus auch einen angemessenen günstigen Mietpreis in Ordnung finden. An seiner Stelle würde ich mir komisch vorkommen, sozusagen gratis zu wohnen - das ist realitätsfern.
 
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  • #11
Sehe ich etwas anders: natürlich ist es ihr Haus, das sie da weiter abbezahlt. Aber ich würde durchaus auch einen angemessenen günstigen Mietpreis in Ordnung finden. An seiner Stelle würde ich mir komisch vorkommen, sozusagen gratis zu wohnen - das ist realitätsfern.
Sehe ich genau so. Wer wohnen möchte sollte durchaus Miete bezahlen. Das Haus ist ja auch noch gar nicht abbezahlt und mit den Zinsen zahlt die TE ja selbst eine Art Miete für das Geld für den Erwerb des Hauses, mal vereinfacht ausgedrückt.
 
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  • #12
Euch ist aber schon klar, daß man das u. U. rechtlich als Mietverhältnis werten kann ? Und daß das deutsche Mietrecht durchaus mehr als nur mieterfreundlich ist ? Sprich : Es kann zumindest langwierig, womöglich sogar schwierig werden, IHN als Mieter (!) wieder aus dem Haus 'raus zu bekommen.

Deshalb - und nur deshalb ! - rate ich von jedweder Form von "Miete" ab.
 
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  • #13
Der @Traumichnich klingt hier für mich bei weitem am überzeugendsten. :)
Und da sieht man mal wieder: selbstgenutzte Immobilien bringen nur Probleme... o_O
 
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  • #14
@Traumichnich 100 Punkte! Er soll sich an den messbaren Kosten beteiligen und als Ausgleich fürs kostenlose Obdach (ohne explizite Vereinbarung!) einfach einen größeren Teil der sonstigen Lebenshaltungskosten (Lebensmittel, Reisen, ...) übernehmen. Eine festgelegte Miete oder gar eine Miteintragung ins Grundbuch wäre für mich erst Thema, wenn geheiratet würde.