A

*Andrea*

  • #65
Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, weshalb jemand noch nicht geschieden ist, z.B.
  • Die Trennung ist noch nicht so lange her.
  • Die Gerichte arbeiten langsam.
  • Die Situation ist besonders kompliziert oder unklar, z.B. wegen gemeinsamem Vermögen/Haus/Wohnung.
  • Die rechtliche Situation und das Symbolische daran ist einem schlicht nicht so wichtig.
  • Angst vor einem Scheidungskrieg
  • Angst, dass sich das Sorgerecht für die Kinder nicht auf gute Art regeln lässt.
  • Die eigene finanzielle Situation könnte nach der Scheidung schlechter aussehen oder man könnte die Wohnung/das Haus verlieren
  • Schuldgefühle gegenüber den Kindern, vielleicht weil man selbst einst die Scheidung der Eltern sehr schwer genommen hat
  • Schlechte Erfahrungen im Umgang mit Behörden oder kein Plan, wie man es anpacken soll
  • Prokrastination
  • Schwierigkeit, eigenes Versagen einzugestehen
  • andere Prioritäten, z.B. Arbeit oder auch die Suche nach einem passenderen Partner
  • Man ist mit der alten Beziehung noch nicht durch, hat immer mal wieder noch Hoffnungen oder kann das Beziehungsende nicht verarbeiten
  • kein Geld für einen Anwalt/die Gerichtskosten
  • Mutlosigkeit
  • Man will sich bewusst Zeit lassen, um eine für beide Seiten gut akzeptierbare und faire Scheidungskonvention zu erarbeiten.
  • Man will abwarten, bis die Kinder selbständig sind.
  • Man will abwarten, bis die zuvor nicht arbeitstätige Partnerin/der Partner wieder eine Stelle gefunden hat.
Vermutlich gibt es noch weitere mögliche Gründe. Und vielleicht sind für die Person, die an einen getrennt lebenden Menschen gerät, nicht alle Gründe gleich problematisch oder würden durch Anderes, das die Person mitbringt, (locker) aufgewogen. Denn negative Seiten/Aspekte bringt doch jeder mit!

Ausserdem könnten Geschiedene ja inzwischen wieder neue Beziehungen gehabt haben, die auch noch nicht abgeschlossen sind.

Ich würde also zumindest genauer hinschauen und gegebenenfalls nachfragen, anstatt getrennt Lebende im Voraus auszuschliessen.
 
A

*Andrea*

  • #66
Ich denke, es sind da oftmals Erfahrungswerte. Und gebranntes Kind scheut halt Feuer....
Ich kenne nämlich auch die andere Seite davon, meine Mutter war auch alleinerziehend und sie war immer zu früh dran und ich erinnere mich noch gut an die endlose Prozession von Männern mit denen es doch nichts ernstes wurde. Daher bin ich da mehr als vorsichtig.
Das ist ja dann irgendwie ähnlich wie bei den getrennt Lebenden, die ihre ehemalige Beziehung noch nicht verarbeitet haben: alte, schwierige, noch nicht gänzlich bewältigte Erfahrungen halt.

Ist es nicht irgendwie auch normal, dass es alte Verletzungen gibt, die sich zwischendurch wieder mal melden, auf die man manchmal Rücksicht nehmen muss, die einen vorsichtig machen oder die noch etwas Raum brauchen?
 
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  • #67
Vermutlich gibt es noch weitere mögliche Gründe.
Einen Grund hab ich noch, selbst erlebt im Umfeld:

- Absicherung der / des EX:

SIE war jahrzehntelang Hausfrau und Mutter.
ER hat sich neu verliebt, ist ausgezogen, da waren sie schon über 60 Jahre alt. Sie hat dann zwar selber gearbeitet - aber nur geringe Rentenansprüche. Und er hat der neuen klipp und klar gesagt, er will sich nicht scheiden lassen, damit seine Frau abgesichert ist, wenn er stirbt. Seine neue hatte ihr Leben lang Vollzeit gearbeitet, bekam also selber eine gute Rente, und hat das akzeptiert. Das Paar hatte keinen Kontakt weiter - und dann wurde er sehr krank und starb. Und sie bekam die Witwenrente und hat aufgehört zu arbeiten, weil ihr der Verdienst ( wegen geringem Alter, sie war noch nicht selber in Rente ) abgezogen wurde. Sonst hätte sie ewig weiter putzen oder zum Amt gehen müssen.
Diese Möglichkeit gibt es also auch, weshalb ein Ehepartner die Ehe aufrecht erhält. Finde ich auch okee. Also - immer etwas geduldig erklären lassen, warum ein Date nicht geschieden ist!
 
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  • #68
Das ist ja dann irgendwie ähnlich wie bei den getrennt Lebenden, die ihre ehemalige Beziehung noch nicht verarbeitet haben: alte, schwierige, noch nicht gänzlich bewältigte Erfahrungen halt.

Ist es nicht irgendwie auch normal, dass es alte Verletzungen gibt, die sich zwischendurch wieder mal melden, auf die man manchmal Rücksicht nehmen muss, die einen vorsichtig machen oder die noch etwas Raum brauchen?
Ich weiß nicht, ob du mich richtig verstanden hast. Das ist jetzt überhaupt nicht schlimm für mich, auch als Kind fand ich es eigentlich nur nervig. Und ich weiß noch, dass ich dieses "ich stell dir jemand vor" nach einiger Zeit nicht mehr ernst genommen habe, weil ich mir dachte das sind ja doch alles Eintagsfliegen.
Wenn es wirklich was Ernstes ist, hätte ich halt gerne eine freundschaftliche Beziehung zwischen neuem Mann und Kindern, und das wird nicht möglich sein, wenn sie das Ganze nicht ernst nehmen, wenn das schon der 27. Typ ist, den ich da anschleppe.
 
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  • #69
Das ist ja dann irgendwie ähnlich wie bei den getrennt Lebenden, die ihre ehemalige Beziehung noch nicht verarbeitet haben: alte, schwierige, noch nicht gänzlich bewältigte Erfahrungen halt.
Sehe ich nicht so. Die Erfahrungen mache ich halt immer wieder. Und natürlich geht das auch mit Unverheirateten, die ihre letzte Beziehung nicht verarbeitet haben.

Gleichwohl gucke ich bei "getrennt Lebenden" schon genauer hin und frage auch nach. Mein letzter Partner war mitten in der Scheidung, es lief alles harmonisch ab. War nur eine "Formsache". So kann es auch gehen.
 
A

*Andrea*

  • #70
Gleichwohl gucke ich bei "getrennt Lebenden" schon genauer hin und frage auch nach.
Verständlich! Das genau Hinschauen und Nachfragen finde ich aber bei allen Date-Partnern normal und bei allem, was unklar ist und für eine Beziehung wichtig sein könnte. Da braucht es meines Erachtens keine Sondervorsicht für getrennt Lebende. Und auch nicht eine misstrauische Haltung, sondern halt einfach ein Interesse. Dass das, was man beim Kennenlernen erfährt, auch dazu führen kann, dass man sich gegen jemanden entscheidet, ist doch eh klar.
 
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  • #71
Da braucht es meines Erachtens keine Sondervorsicht für getrennt Lebende.
Doch, diese Sondervorsicht gibt es bei mir schon. Und ich fühl mich damit wohl. Da erfrage ich gleich am Anfang des Kontaktes, wie denn dieser Status so aussieht und ob er denn auf Dauer beibehalten werden soll. Und wenn mir nicht gefällt, was ich höre, dann vertiefe ich die Sache nicht. Vielleicht ging mir Mr. Right deshalb bisher durch die Lappen.... Allein, ich glaub da nicht dran....
 
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  • #72
Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, weshalb jemand noch nicht geschieden ist
...und die meisten davon sprechen stark dafür, dass die vergangene Beziehung noch nicht abgeschlossen ist, bzw. man offen für was neues ist und man es sich damit als potenzieller neuer Partner gut überlegen sollte, mit dieser Person eine Beziehung einzugehen.

Denn sorry, was das Thema "Ich bin bereit für was neues!" angeht, gehen Selbst- und Fremdwahrnehmung meist weit auseinander.

Gruß, Dave
 
A

*Andrea*

  • #73
...und die meisten davon sprechen stark dafür, dass die vergangene Beziehung noch nicht abgeschlossen ist, bzw. man offen für was neues ist und man es sich damit als potenzieller neuer Partner gut überlegen sollte, mit dieser Person eine Beziehung einzugehen.
Warum genau wäre es so gefährlich, mit jemandem eine Beziehung einzugehen, der eine vorhergehende noch nicht gänzlich verarbeitet hat und was genau meint "verarbeitet" eigentlich? Wie kann man das messen? Ist es denn (immer) so gut sichtbar oder könnte nicht jemand, der gar nichts über die Vergangenheit sagt, diese noch weit weniger verarbeitet haben?
Wer entscheidet, was "offen für eine neue Beziehung" heisst? Sollte man das nicht den Leuten selbst überlassen?

Hier liest man ja dies immer wieder, dass man "alte Beziehungen zuerst verarbeiten" müsse und sich auch nicht auf Leute einlassen solle, die "noch nicht offen seien für etwas Neues". Aber dann wieder liest man (ebenso Abschätziges) über sogenannte Warmwechsler, die eigentlich zuerst hätten lernen müssen, allein gut klar zu kommen, aber trotzdem immer wieder auf diese Weise in neue Beziehungen kommen. Oft - so könnte man wenigstens meinen - einfacher als diejeinigen, die hier solche Ratschläge vom Stapel lassen. Irgendwie seltsam. Waren die Warmwechsler nun schon offen für etwas Neues, hatten sie ihre alten Beziehungen verarbeitet? Wenn nein, warum schaffen sie es dann, neue Beziehungen zu führen?
 
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  • #74
Wie kann man das messen? Ist es denn (immer) so gut sichtbar
Ich wäre dafür, die bekommen einen Stempel auf die Stirn "In Bearbeitung". :D
Wenn nein, warum schaffen sie es dann, neue Beziehungen zu führen?
Das Problem ist ja nicht, eine neue Beziehung zu führen, sondern ob diese auch Bestand haben kann, wenn die Fehler aus der alten Beziehung immer noch mitgeschleppt werden, bzw. man nichts gelernt hat und die gleichen Fehler immer wieder auftauchen. Kann vielleicht auch gut gehen, wenn der neue Partner diese "Fehler" akzeptiert oder damit umzugehen weiß.
 
A

*Andrea*

  • #75
Das Problem ist ja nicht, eine neue Beziehung zu führen, sondern ob diese auch Bestand haben kann, wenn die Fehler aus der alten Beziehung immer noch mitgeschleppt werden, bzw. man nichts gelernt hat und die gleichen Fehler immer wieder auftauchen. Kann vielleicht auch gut gehen, wenn der neue Partner diese "Fehler" akzeptiert oder damit umzugehen weiß.
Das klingt so, als ob in jeder Beziehung dieselben "Fehler" das Problem wären. Natürlich kann es sein, dass man immer wieder dasselbe falsch macht und dass es einem gut tun und die Qualität der Beziehung verbessern würde, wenn man da was verstehen und verändern würde. Aber es gibt doch manchmal (oder oft?) auch Gründe für ein Beziehungsende, die in dieser spezifischen Beziehung gelegen haben, und diese werden dann in einer neuen Beziehung nicht wieder auftauchen. Oder man lernt gerade im Laufe der neuen Beziehung den "Fehler" zu vermeiden, weil man nun - da das Problem erneut auftaucht - den eigenen Anteil daran versteht. Vielleicht findet man auch eine Partnerin/einen Partner, die oder der die Sache checkt und bei der Bewältigung (rasche) Hilfe bringt. Oder die neue Beziehung hat eine andere Tiefe, sodass es einfacher wird oder man motivierter ist, an sich zu arbeiten. Es gibt da doch unzählige Möglichkeiten! Und ich finde nicht, dass da in jedem Fall Pessimismus angesagt ist, nur weil jemanden die vorangegangene Beziehung noch sehr beschäftigt. Dass man hingegen beim Kennenlernen eines potenziellen Partners/einer Partnerin gut hinschaut, ob er/sie ein Mensch ist, der/die sich den Tatsachen stellen und lernen will oder ob er/sie Dinge eher unter den Tisch wischen und verdrängen möchte, das ist ein anderes Thema. Ich finde schon, dass man sich beim Kennenlernen achten sollte, wer einem gegenüber ist und wie diese Person tickt. Aber ich finde die Diskussionen, Etikettierungen und Schnellabschussratschläge hier im Forum oft einfach zu voreilig und zu undifferenziert.

Und dann kommt da meines Erachtens noch dazu, dass du als Date-Gegenüber wohl nicht so leicht feststellen kannst, ob jemand etwas dazugelernt hat oder auch noch lernen wird, wenn einer/eine nichts erzählt. Das heisst doch nicht unbedingt, dass er/sie etwas gelernt hat! Er/sie ist vielleicht einfach nur eine Person, die nicht über Schwieriges spricht, es vielleicht sogar rasch verdrängt und unterdrückt. Vielleicht ist einer/eine, den/die es stärker beschäftigt, sogar lernbereiter?