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  • #1

Erwartungen der Frauen

Liebe Foristi und Foriste,

angeregt durch Benutzerin

"Und (das meine ich nicht ironisch) manchmal tun mir die Männer auch leid - wird ihnen doch heutzutage ein ziemlicher Spagat abverlangt. Sie sollen 'klar' und keine Feiglinge sein (= männlich) - aber gleichzeitig natürlich auch einfühlsam und verständnisvoll wie die beste Freundin. (© Benutzerin)"

erlaube ich mir diese grundsätzliche Fragestellung als eigenen Thread zu eröffnen. Aus meiner Erfahrung als Mann, kann ich diese These voll bestätigen und mich interessiert als Frage an die Männer: "wie geht ihr mit diesen sich irgendwie widersprechenden Anforderungen um?" und an die Frauen "stimmt die These, oder seht ihr das vielleicht ganz anders?".

LG Jorge
 
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  • #2
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Jorge:
Liebe Foristi und Foriste,

angeregt durch Benutzerin

"Und (das meine ich nicht ironisch) manchmal tun mir die Männer auch leid - wird ihnen doch heutzutage ein ziemlicher Spagat abverlangt. Sie sollen 'klar' und keine Feiglinge sein (= männlich) - aber gleichzeitig natürlich auch einfühlsam und verständnisvoll wie die beste Freundin. (© Benutzerin)"

Hm, mir ist nicht wirklich klar, warum "klar" und einfühlsam und verständnisvoll sein so ein Widerspruch oder Spagat sein soll.
Warum ist automatisch männlich= klar und kein Feigling? Können Frauen nicht auch klar und mutig sein? Heisst das im Umkehrschluss, wer einfühlsam und verständnisvoll ist, ist gleichzeitig ein Weichei und "unklar" (was immer das bedeuten soll)?

Ich kenne viele Männer, die durchaus sowohl beruflich als auch privat "ihren Mann stehen", und trotzdem sehr einfühlsam und verständnisvoll sind. Und ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass sie das als ungeheure Anstrengung empfunden haben. Sie waren eben einfach so. Und ich kenne auch ebenso viele Frauen, die beides sind/können.
 
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  • #3
AW: Erwartungen der Frauen

@Lisa

Mein Betrag bezog sich auf eine Bemerkung von löwefrau im "Hat er Angst vor seinen Gefühlen?"-Thread:

@fackel: wenn sie nicht die Richtige für ihn ist...dann ist das ok. Aber dann sollte er Klartext sprechen...nicht sie. Leider ziehen sich viele Männer so aus der Affäre....einfach zurück ziehen. Sie wird es schon merken. Viele haben einfach Angst vor Konfrontation.
Ich empfinde solche unklaren Männer als sehr unmännlich.
 
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  • #4
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Benutzerin:
@Lisa

Mein Betrag bezog sich auf eine Bemerkung von löwefrau im "Hat er Angst vor seinen Gefühlen?"-Thread:

Stimmt, das war der Aufhänger. Jorge fragte aber nach den Wünschen der Frauen und Lisa sagte, ein Mann könne doch auch klar sein und verständnisvoll. Ich finde Lisas Beitrag schlüssig und zum thema passend.
 
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  • #5
AW: Erwartungen der Frauen

Naja, ist doch wie mit Kind und Karriere bzw. den damit häufig assozierten Eigenschaften. Die eine schaffts gut und sieht das nicht als Spagat, die andere schon und muß sich mühen. In beiden Fällen können aber durchaus unterschiedliche Dinge gefordert sein, welche die eine gut, die andere leicht, die dritte schwer, die vierte ungut zusammenbringt.
Und so auch mit heutigen Anforderungen an die Männer.
Zu beurteilen, wer es heute schwerer hat, da weiß ich nicht, wie ich dafür das Maß ansetzen sollte.
Aber vermutlich ist es so, daß die Schwierigkeiten von Frauen diesbezüglich schon länger im allgemeinen und öffentlichen Bewußtsein thematisch sind, während das für die der Männer in diesem Maß, wenn überhaupt, so erst seit einigen Jahren gelten dürfte.
 
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  • #6
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Heike:
Naja, ist doch wie mit Kind und Karriere bzw. den damit häufig assozierten Eigenschaften.

Ich finde diesen Vergleich nicht passend. Das Vereinbaren von Kind und Karriere hängt auch stark von äusseren Umständen ab (Arbeitsmarkt, Arbeitgeber, Möglichkeiten der Kinderbetreuung, usw.).

Das "sein" von mutig,klar, einfühlsam, verständnisvoll liegt aber in jedem selbst, egal ob Mann oder Frau.
 
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  • #8
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Lisa:
Ich finde diesen Vergleich nicht passend. Das Vereinbaren von Kind und Karriere hängt auch stark von äusseren Umständen ab (Arbeitsmarkt, Arbeitgeber, Möglichkeiten der Kinderbetreuung, usw.).

Das "sein" von mutig,klar, einfühlsam, verständnisvoll liegt aber in jedem selbst, egal ob Mann oder Frau.

Ok. Aber ich hab ja auch auf die assoziierten Eigenschaften hingewiesen. Hängt natürlich von der Art der Arbeit ab. Aber in vielen Arbeitsbereichen werden von einem Verhaltensweisen gefordert, die traditionell eher als männlich gelten. Ob man die nun hat und entwickeln möchte, liegt natürlich auch in einem selbst. Und natürlich liegt es auch im Mann selbst, ob er traditionell weibliche Verhaltensmerkmale entwickeln möchte. Das schließt aber nicht aus, daß das in vielen Situationen von ihm gefordert wird. Wäre er völlig "frei", würde er vielleicht gerne den Pascha leben. Stattdessen geht er aber Kompromisse ein, eben mit den sogenannten "äußeren Umständen".
 
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  • #9
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Jorge:
manchmal tun mir die Männer auch leid - wird ihnen doch heutzutage ein ziemlicher Spagat abverlangt. Sie sollen 'klar' und keine Feiglinge sein (= männlich) - aber gleichzeitig natürlich auch einfühlsam und verständnisvoll wie die beste Freundin. (© Benutzerin)"

Frage an die Männer: "wie geht ihr mit diesen sich irgendwie widersprechenden Anforderungen um?"
Das kommt drauf an, wer diese Anforderungen formuliert. Der allgemeine öffentliche Männchen-Weibchen-Schnulli in Magazinen, Ratgebern ;-) oder was sonst noch so hip und wichtig sein will, geht mir im Großen und Ganzen zum anderen Ohr wieder hinaus. Unter anderem wegen der besagten Widersprüchlichkeit, aus der ich keine sinnvollen Erkenntnisse ziehen und also kein sinnvolles Handeln ableiten kann. In diesem Falle bleibt einem logischerweise nichts anderes übrig, das zu tun, was man selbst für richtig hält. Das fällt mir oft schon schwer genug, da kann ich zusätzliches Wirrwarr von außen schon gar nicht gebrauchen.

Abgesehen davon beschäftigt mich nicht so sehr, was mich als *Mann* ausmacht, sondern was mich als *Mensch* ausmacht. Wenn etwas, was mich "im Urgrund" ausmacht, ignoriert oder in Frage gestellt wird, dann trifft mich das schon sehr. Wenn das Dinge sind, die (angeblich) lediglich unmännlich sind, juckt mich das i.d.R. nicht. Manches hab ich irgendwann auch einfach umdefiniert. Ich finde z.B., kochen und backen(!) zu können, muss 'n Mann können ;-)
 
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  • #10
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Jorge:
Liebe Foristi und Foriste,

angeregt durch Benutzerin

"Und (das meine ich nicht ironisch) manchmal tun mir die Männer auch leid - wird ihnen doch heutzutage ein ziemlicher Spagat abverlangt. Sie sollen 'klar' und keine Feiglinge sein (= männlich) - aber gleichzeitig natürlich auch einfühlsam und verständnisvoll wie die beste Freundin. (© Benutzerin)"

erlaube ich mir diese grundsätzliche Fragestellung als eigenen Thread zu eröffnen. Aus meiner Erfahrung als Mann, kann ich diese These voll bestätigen und mich interessiert als Frage an die Männer: "wie geht ihr mit diesen sich irgendwie widersprechenden Anforderungen um?" und an die Frauen "stimmt die These, oder seht ihr das vielleicht ganz anders?".

LG Jorge


Für mich ist weder „klar und kein Feigling sein“ gleichbedeutend mit männlich (sein) noch sehe ich „einfühlsam und verständnisvoll“ als rein weibliche Attitüden. Und schon gar nicht schließen sich die genannten Eigenschaften gegenseitig aus.
Das sind eher (unspezifische) Eigenschaften, die ich Menschen, mit denen ich mich gern umgebe, ganz allgemein zuschreiben würde, egal welchen Geschlechts.

Ein (zugegebenermaßen nicht besonders greifbares) Beispiel:
„Es ist besser, von der Wahrheit verletzt als mit einer Lüge getröstet zu werden.“ (Drachenläufer)
ist für mich so eine Art Leitsatz. Um einem geschätzten Menschen gegenüber eine verletzende Wahrheit aussprechen zu können, muss man mutig sein. Und um die verursachte Verletzung maßvoll abfangen zu können, braucht es die Fähigkeit zur Empathie. Ich habe das große Glück, eine Handvoll Menschen, die so etwas können, um mich zu haben. Und keiner davon ist ein Zwitterwesen. ;)

Also: Ja, ich stelle diese Anforderungen an Männer, die mir nahe stehen (wollen).
An mir nahestehende Frauen auch. Und an mich selbst nicht weniger.
 
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  • #11
AW: Erwartungen der Frauen

@Andre
Finde ich prima, ausgewogen und erwachsen, dass du erstmal guckst, woher so die Anfrage kommt. Das innere Entscheidungsgremium, ob mensch sich mit etwas beschäftigen sollte, die innere Instanz, ist doch schon mal ein erster, ernster Filter. Das hilft uns, auf das Wesentliche zu konzentrieren.. Und in den Zeiten der sogenannten 'Peri-Emanzipation' (denn Post-Emanzipation möchte ich es nicht nennen), mit den unklareren Rollenverständnissen, finde ich Backen und Kochen können bei Mann und Frau gleich wichtig. ;o)

@Goldmarie
Ja, Ja, und noch mal Ja.... klar und kein Feigling sein ist weder männlich noch weiblich, und schon gar nicht ein Widerspruch zu empathisch. Mir geht es genau wie dir, Goldmarie. Ich stelle diesen Anspruch an mich selbst und auch an die Menschen, die ich nah an mich heran lasse.
Es passiert, dass Menschen sich verletzen, eben auch ohne Absicht. Wie gehen wir damit um? Ich kann für mich auch sehen, dass manche Verletzung auch reinigen, heilend sein kann, weil sie mir zeigt, was mir weh tut, warum es mir weh tut. Daran kann ich wieder lernen. Und meine lieben Menschen wollen mir Gutes, da kann ich mir sicher sein, dass wenn eine Verletzung mir widerfährt, sie mich nur wahrhaftig berühren. Dazu braucht es wieder Mut von beiden Seiten. Lernen muss nicht immer Spass machen und ist mir (trotzdem) wichtig.
 
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  • #12
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von No_Kitty:
Und in den Zeiten der sogenannten 'Peri-Emanzipation' (denn Post-Emanzipation möchte ich es nicht nennen), mit den unklareren Rollenverständnissen
Apropos: was mich an der "offiziellen" Emanzipationsbewegung grundsätzlich stört, ist, dass in vielen Punkten die alten Rollen nur durch neue Rollen ersetzt wurden. Ausgetauscht wurden lediglich diejenigen, die die Rollen vorgeben. Und selbst wenn der eine oder andere Rollen"tausch" tatsächlich zum Besseren geführt hat, ist er mir aufgrund der Fremdbestimmtheit trotzdem suspekt. Denn diese blockiert stante pede sowohl individuelle als auch gesellschaftiche Weiterentwicklungen und ist damit um keinen Deut besser als die vorherige Fremdbestimmtheit.

Deswegen sage ich immer, wir müssen uns von der Emanzipation emanzipieren.

Zitat von No_Kitty:
finde ich Backen und Kochen können bei Mann und Frau gleich wichtig. ;o)
Backen und Kochen steht für mich (neben vielem anderen) symbolisch dafür, möglichst frei und von niemandem abhängig zu sein. Es gibt ja die Geschichten aus der Zeit unserer Großeltern, wo, wenn die Frau zuerst starb, der hinterbliebene Mann völlig verwahrloste (während im umgekehrten Fall manche Frauen regelrecht auflebten, da sie die Rolle der "Haushälterin für zwei" loswaren). Diese Abhängigkeiten wirkten sich natürlich auf die Kriterien der Partnerwahl aus ("meine zukünftige Frau muss auf jeden Fall eine gute Hausfrau sein" usw.). (Wenn ich das eben geschriebene so lese, das klingt total makaber. Aber das war es ja auch. Brr.)

Sich und seine "Sieben Sachen" eigenständig in Ordnung halten zu können, ist also quasi "Emanzipation des Mannes". Freilich -- und ich hoffe, das bleibt auch so -- ohne neue Rollenvorgaben von außen.
 
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  • #14
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Andre:
Backen und Kochen steht für mich (neben vielem anderen) symbolisch dafür, möglichst frei und von niemandem abhängig zu sein.

Das ist ein zweischneidiges Ideal.
Beziehung kann ja gerade auch heißen, in wechselseitige Abhängigkeit einzuwilligen.
Wer gar nichts mehr vom anderen braucht, der braucht sehr schnell auch ihn nicht mehr und bleibt womöglich am besten allein.
Und das Brauchen nur auf den emotionalen Bereich beschränken? Kann man machen, dünnt aber irgendwie das Leben aus.
Während man zur Not Brötchen auch beim Bäcker und Kuchen beim Konditor kaufen kann.
Aber natürlich, es gibt auch Leute, die backen ihr Brot selbst, erzeugen ihren eigenen Strom usw.
 
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  • #15
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Heike:
Beziehung kann ja gerade auch heißen, in wechselseitige Abhängigkeit einzuwilligen.
Kann sein, aber nicht in solchen Bereichen oder besser gesagt: nicht in einem Ausmaß, der zu Nutzwertberechnungen geneigt macht und Gefühle zweitrangig werden lässt (Vernunftsehe). Das hatten wir schon, die Mottenkiste möchte ich für alle Zeiten geschlossen halten.

Zitat von Heike:
Wer gar nichts mehr vom anderen braucht, der braucht sehr schnell auch ihn nicht mehr und bleibt womöglich am besten allein.
"Brauchen" ist ja eben der falsche Ausdruck. Es geht um Lieben, und Liebe benötigt nicht nur keine Abhängigkeiten, sie leidet u.U. sogar darunter.
 
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  • #16
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Andre:
"Brauchen" ist ja eben der falsche Ausdruck. Es geht um Lieben, und Liebe benötigt nicht nur keine Abhängigkeiten, sie leidet u.U. sogar darunter.

Mein Eindruck ist, dass Sie hier sehr oft versuchen, Ihre persönlichen Wertungen zu allgemeingültigen Wahrheiten 'upzugraden'.
Wer hat festgelegt, was Liebe "benötigt" und was nicht?
 
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  • #17
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Benutzerin:
Wer hat festgelegt, was Liebe "benötigt" und was nicht?
Wer das war, weiß ich nicht. Muss vor meiner Zeit gewesen sein. Aber soweit ich weiß, verwendet die Leute den Begriff "Liebe" seitdem für etwas, was mit Sockenstopfen und Hemdenbügeln nur sehr am Rande zu tun hat.

Ich kann nichts dafür, welche Bedeutung welchen Begriffen üblicherweise zugeschrieben wird, verwende sie aber möglichst in der gängigen Bedeutung, damit andere verstehen, was ich sage.
 
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  • #18
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Andre:
Kann sein, aber nicht in solchen Bereichen oder besser gesagt: nicht in einem Ausmaß, der zu Nutzwertberechnungen geneigt macht und Gefühle zweitrangig werden lässt (Vernunftsehe). Das hatten wir schon, die Mottenkiste möchte ich für alle Zeiten geschlossen halten.

"Brauchen" ist ja eben der falsche Ausdruck. Es geht um Lieben, und Liebe benötigt nicht nur keine Abhängigkeiten, sie leidet u.U. sogar darunter.

Es ging mir darum, die Zweischneidigkeit zu sehen. Natürlich führt nicht einfach ein Weg zurück zur Vernunftehe. Auch wenn so manche Untersuchung zum Ergebnis hat, daß die tendenziell stabiler ist. Da denkt man dann im Kontext des hiesigen Threads: ja, aber nur, weil man die Frauen unmündig gehalten und in finanzieller Abhängigkeit gelassen hat, sodaß sie sich nicht trennen konnten. Aber das ist eben zu kurz gedacht. Man kann schon auch mal einen Blick für die Kosten der Individualisierung haben. Ist kein ganz neues Thema übrigens.

Und die Simplifizierung der Liebe find ich problematisch. Lieben hat in meisten Fällen auch einen Aspekt von Abhängigkeit. Auch wenn man das vielleicht nicht so möchte, heißt es nicht, daß es nicht so wäre.
 
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  • #19
AW: Erwartungen der Frauen

Die meisten Liebesgeschichten, insbesondere diejenigen, wo auch "große Taten" auftreten, haben sehr viel mit Abhängigkeit zu tun. Und zwar nicht als der große klare Gegenspieler der Liebe, sondern als ein Zug von Liebe.
 
B

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  • #20
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Andre:
Ich kann nichts dafür, welche Bedeutung welchen Begriffen üblicherweise zugeschrieben wird, verwende sie aber möglichst in der gängigen Bedeutung, damit andere verstehen, was ich sage.

In diesem höchst individuellen Bereich von "gängigen Bedeutungen" auszugehen, halte ich für den völlig falschen Ansatz.
 
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  • #21
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Andre:
Ich kann nichts dafür, welche Bedeutung welchen Begriffen üblicherweise zugeschrieben wird, verwende sie aber möglichst in der gängigen Bedeutung, damit andere verstehen, was ich sage.

"Ich liebe dich, ich brauche dich" ist eine Zeile, die sich in verschiedenen Varianten in gut 50% aller Schlager finden dürfte. Das dürfte für Üblichkeit langen.
 
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  • #22
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Heike:
"Ich liebe dich, ich brauche dich" ist eine Zeile, die sich in verschiedenen Varianten in gut 50% aller Schlager finden dürfte. Das dürfte für Üblichkeit langen.
Das "Ich brauche dich" wird üblicherweise aber nicht mit "zum Hemdenbügeln" ergänzt.
 
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  • #23
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Andre:
Das "Ich brauche dich" wird üblicherweise aber nicht mit "zum Hemdenbügeln" ergänzt.

Nein. Es ging ums Brauchen der gesamten Person, mit allem, was sie ausmacht und tut. Wenn ein Parnter gerne kocht und der andere gerne bekocht wird, kann das ne feine Sache sein. Dann den Ehrgeiz an den Tag zu legen, man oder Mann müsse aber auf jeden Fall auch gut kochen können, weil man ja unabhängig sein muß, hat etwas genau von der Verbohrtheit, die du der Emanzipationsbewegung unterstellst.
 
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  • #24
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Minze

  • #25
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Andre:
Das "Ich brauche dich" wird üblicherweise aber nicht mit "zum Hemdenbügeln" ergänzt.

Man muss sich auch nicht "brauchen", um zu genießen, dass der andere einem etwas Gutes tut. Ich mag stärkenorientierte Arbeitsteilung und finde es schon gut, wenn ich dem Menschen, der mir nahe steht, mit einer Tätigkeit, die ihm nicht so liegt eine Freude machen kann. Umgekehrt freue ich mich dann über Unterstützung in Bereichen, die mir nicht so liegen. Das ist Ergänzung. Man muss nicht alles können, um eigenverantwortlich zu leben. Für manche Tätigkeiten braucht es ja auch externe Hilfe, da bestimmte Fachkompetenz gefragt ist, die ich nicht drauf habe. Die nehme ich dann ja auch an.
 
M

Minze

  • #26
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Benutzerin:
Ich könnte gut jemanden zum Blusen bügeln brauchen. Da ich es absolut widerwillig tue, wäre freiwillige Übernahme durchaus ein Liebesbeweis.

Habe ich erst nach dem Absenden meinesBeitrages eben gesehen :). Ein passendes praktisches Beispiel :).
 
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  • #27
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Heike:
Und die Simplifizierung der Liebe find ich problematisch.
Reduzierung auf das Wesentliche ist keine Simplifizierung. Je mehr ein Begriff inflationär für all und jedes verwendet wird (wie die berühmten 130 Freunde, die der Durchschnitts-Facebookler hat), desto wässriger und gehaltloser wird Kommunikation. Ich liebe aber nunmal klare eindeutige Sprache (Benutzerin nennt es pathetisch ;-) und dazu gehören nunmal auch klare und eindeutige Begriffsdefinitionen. Auf die müssen sich alle Teilnehmer vorher einigen, sonst reden sie aneinander vorbei. Bei so speziellen Begriffen wie "Liebe" kann man allerdings nur anstreben, dass die unterschiedlichen Vorstellungen sich wenigstens im Kern überschneiden.

Und ich kann nunmal nichts anderes finden, als dass der "Wesenskern" von Liebe in etwa ist, das Menschen sich unabhängig von berechnenden, opportunistischen oder auch nur vernünftigen Erwägungen zueinander hingezogen fühlen. Falls das nach eurer Definition nicht der Kern von Liebe ist, dann reden wir über zwei völlig verschiedene Sachen und jeder weitere Wortwechsel wäre sinnlos.
 
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  • #28
AW: Erwartungen der Frauen

Ich hab mir abgewöhnt, mitleidig zu lächeln, wenn mein Opa mir erzählt hat, daß er meine Oma doch brauche, weil er sonst verhungern müsse. Das war natürlich mit etwas Schalk gesagt. Aber nicht ohne Körnchen Wahrheit. Für mich auch Ausdruck eines reicheren Lebens, geteilter Lebenspraxis, nicht nur wechselseitigem Gefühlerregen. Das ist eben nicht alles.
Und doch, so viele wollen sich praktisch unabhängig machen, und dann auch noch gefühlsmäßig. Gerechtfertigt im einen wie im anderen Fall damit, daß eine Beziehung ja enden kann - und man dann weiterleben muß. Das stimmt schon. Aber je direkter man die Gegenwart an der Antizipation dessen ausrichtet, desto größer die Gefahr, sich gar nicht wirklich auf die Beziehung einzulassen.
 
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  • #29
AW: Erwartungen der Frauen

Andre, ja, und das Brauchen ist eben nicht irgendein Detail, sondern gehört für viele Menschen zur Liebe dazu. Sie verwenden es in Liebesgeständnissen, leben es praktisch, und die Liebesgeschichten, von Boulevard bis Weltliteratur handeln davon.
Daran gemessen erscheint mir - verzeih - eher dein Ausschluß dieser Dimension eine dünne und abstrakte Phantasie zu sein.
 
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  • #30
AW: Erwartungen der Frauen

Zitat von Heike:
Nein. Es ging ums Brauchen der gesamten Person, mit allem, was sie ausmacht und tut.
Jaja, ich hab die Schlagerfuzzis wie gesagt schon verstanden, aber das ist absolut nicht mein Sprachgebrauch. Ich habe noch nie im Leben zu einer Frau gesagt "Ich brauche dich". (Man mag im Augenblick einer Trennung verständlicherweise geneigt sein, etwas in dieser Art zu fühlen, aber wenn die Trennung überwunden ist, ist dieses Gefühl genauso wieder weg wie vorher. Das ist also mehr ein Schmerzsymptom.)

Zitat von Heike:
Dann den Ehrgeiz an den Tag zu legen, man oder Mann müsse aber auf jeden Fall auch gut kochen können, weil man ja unabhängig sein muß, hat etwas genau von der Verbohrtheit, die du der Emanzipationsbewegung unterstellst.
Ach was, ich lasse mich schon auch gern bekochen und betüdeln. Und *gerade* weil ich weiß, dass ich davon nicht abhängig bin und auch der andere weiß, dass er mich nicht ein Leben lang vorm Hungertod bewahren muss, können das alle Beteiligten doch um so entspannter als das genießen, was es ist oder erstrebenswerterweise sein sollte: ein GESCHENK! Geben *dürfen* und nicht müssen, Nehmen *dürfen* und nicht darauf angewiesen sein! Das ist doch das, was das Leben schön macht!

Jaja, man "darf" dieses "Ideal" natürlich auch für falsch halten (das sage ich jetzt mal vorsichtshalber für Benutzerin dazu ;-) Ich frage mich dann aber, aus welchem Grund. Cui bono?
 
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