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  • #1

Empathie. Vielleicht doch nicht mehr als nur ein Modewort?

Vor einigen Wochen habe ich meine PS-Mitgliedschaft vorzeitig beendet. Wenn ich so zurückdenke, war in fast allen Profilen, die mir in dieser Zeit begegnet sind, "Empathie" als Eigenschaft angegeben oder erwünscht. Von den Kontakten, die ich hatte, gingen ungewöhnlich viele durch Ghosting seitens des Gegenübers zu Ende. Manche noch in der Anbahnungsphase. Andere nach dem ersten Treffen. Es ist müßig, nachträglich über die Gründe zu spekulieren. Nur, wie passt das zusammen: Angeblich empathisch zu sein oder es sich von seinen Gegenüber wünschen, sich dann aber kommentarlos verabschieden?

Vielfach wird auch hier im Forum über Empathie geschrieben. Trotzdem findet hier teilweise ein Hauen und Stechen statt, das zumindest mich verwundert. Ich zeige jetzt nicht mit dem Finger auf einen oder mehrere Foristen (w/m/d), denn dann zeigen vier auf mich selbst. Ein Mangel an Empathie begegnet einem mittlerweile aber auch an vielen Ecken außerhalb des Online-Dating oder jedes anderen Forum. Ist also Empathie doch nicht mehr als ein Modewort? Ein (Un)Wort eines gegenwärtigen Zeitgeistes?

Markus
 
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  • #3
Vor einigen Wochen habe ich meine PS-Mitgliedschaft vorzeitig beendet. Wenn ich so zurückdenke, war in fast allen Profilen, die mir in dieser Zeit begegnet sind, "Empathie" als Eigenschaft angegeben oder erwünscht. Von den Kontakten, die ich hatte, gingen ungewöhnlich viele durch Ghosting seitens des Gegenübers zu Ende. Manche noch in der Anbahnungsphase. Andere nach dem ersten Treffen. Es ist müßig, nachträglich über die Gründe zu spekulieren. Nur, wie passt das zusammen: Angeblich empathisch zu sein oder es sich von seinen Gegenüber wünschen, sich dann aber kommentarlos verabschieden?

Vielfach wird auch hier im Forum über Empathie geschrieben. Trotzdem findet hier teilweise ein Hauen und Stechen statt, das zumindest mich verwundert. Ich zeige jetzt nicht mit dem Finger auf einen oder mehrere Foristen (w/m/d), denn dann zeigen vier auf mich selbst. Ein Mangel an Empathie begegnet einem mittlerweile aber auch an vielen Ecken außerhalb des Online-Dating oder jedes anderen Forum. Ist also Empathie doch nicht mehr als ein Modewort? Ein (Un)Wort eines gegenwärtigen Zeitgeistes?

Markus
In unserer Gesellschaft und besonders beim Online-Dating hat sich der Begriff zu einer absoluten Leerfloskel entwickelt, die absolut nichts über den Menschen, der ihn im Sprachgebrauch häufig verwendet, aussagt, geehrter @vankampen789!
Es ist eben chic, diesen positiv besetzten Begriff zu verwenden.
Für mich bedeutet es 'Einfühlungsvermögen'
Genauso sehe ich das auch, geehrter @WolkeVier! Daher kann man aus diesem Begriff noch nicht ableiten, ob ein empathischer Mensch mit anderen Menschen gut oder schlecht umgeht. Er kann sich lediglich in die Gefühle des anderen hineinversetzen. Selbst Saddisten sind empathisch. Deswegen handeln sie ja so, weil sie spüren, wie der andere sich fühlt, wenn er von ihnen gequält wird.

Auf das Online-Dating angewendet kann auch ein Ghoster 'empathisch' sein und sich einfühlen, wie veräppelt und emotional verzweifelt der andere sich fühlt.

Aber mir geht eine andere Leerfloskel auch immer mehr auf den Senkel, geehrter @vankampen789, der Begriff 'Achtsamkeit'! o_O
 
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Solutréen

  • #4
In den Profilen wird mit Begriffen aus der Gefühlswelt Werbung betrieben, nicht anders als in der kommerziellen Reklamewelt. Man verkauft keine Kosmetik oder Seife, sondern Schönheit, keine Autos sondern Status, keine Nahrungsmittel sondern Gesundheit. Alles eine einzige Lüge. Bei sehr ähnlichen Produkten muß man sich eben von der Konkurrenz abheben.
Bei Amazon schickt man ein Produkt zurück, wenn es nicht passt. Bei Parship muß man niemanden zurückschicken. Man läßt den Gegenüber einfach ins Leere laufen. Ich denke, wer so handelt, kann keine wirkliche Beziehung aufbauen. So geht man nicht mit Menschen um. Sie sind keine Konsumartikel, sondern leidensfähige Subjekte.
Solche Oberflächlichkeit gab es schon immer, aber das Internet macht es besonders einfach. Aus den Augen, aus dem Sinn!!
Mir ist es in meinem Leben zweimal passiert, dass langjährige, angeblich beste Freunde plötzlich verschwanden, weil sie keine Konflikte austragen konnten, keine Empathie hatten, oder vielleicht nur oberflächliche Menschen waren. Mich haben diese Vorgänge jedesmal in eine existenzielle Krise getrieben.
 
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Ursina60

  • #6
Je mehr jemand betont, dass er/sie empathisch ist, umso weniger ist er/sie.
Meine Erfahrungen damit. Ich denke auch, dass viele den Begriff Empathie einfach einsetzen und gar nicht wissen, was er bedeutet. Manchen fehlt schlichtwegs auch die Intelligenz um sich in andere einzufühlen oder sie kommen gar nicht auf die Idee, darüber nachzudenken (erlebt bei einem Narzisten, was ja wieder eine andere Nummer ist). Für mich ist es ein Modebegriff der jeder verwendet, egal ob im RL oder bei den Profilen.
Der Egoismus spielt dabei wohl auch eine Rolle, zuerst komme ich, dann nochmals ich usw. Solche Menschen können gar nicht empathisch sein, weil sie sich selber in den Mittelpunkt stellen.

Traurig eigentlich :(
 
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  • #7
Je mehr jemand betont, dass er/sie empathisch ist, umso weniger ist er/sie.
Meine Erfahrungen damit. Ich denke auch, dass viele den Begriff Empathie einfach einsetzen und gar nicht wissen, was er bedeutet. Manchen fehlt schlichtwegs auch die Intelligenz um sich in andere einzufühlen oder sie kommen gar nicht auf die Idee, darüber nachzudenken (erlebt bei einem Narzisten, was ja wieder eine andere Nummer ist). Für mich ist es ein Modebegriff der jeder verwendet, egal ob im RL oder bei den Profilen.
Der Egoismus spielt dabei wohl auch eine Rolle, zuerst komme ich, dann nochmals ich usw. Solche Menschen können gar nicht empathisch sein, weil sie sich selber in den Mittelpunkt stellen.

Traurig eigentlich :(
Das ist eine weitaus empathischere Art und Weise, zu betonen, dass man selbst empathischer ist als andere! ;)
 
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  • #12
Nur, wie passt das zusammen: Angeblich empathisch zu sein oder es sich von seinen Gegenüber wünschen, sich dann aber kommentarlos verabschieden?
Muss das zusammen passen? .... Wohl eher nicht, emphatische Menschen können durchaus auch mal kommentarlos verabschieden. Du gehst in dem Falle davon aus, dass Empathie nur etwas mit "Nettigkeit" zu tun hat. Das tut es aber nicht. Ein emphatischer Mensch darf wehrhaft sein, Empathie ist eine Eigenschaft, die bestimmte Qualitäten besitzt, aber nichts mit einer Reaktion an sich zu tun hat. Ein empathischer Mensch darf einen anderen, auch mal als Trottel bezeichnen, wenn er es dann verdient hat ... ( und er merkts womöglich besser ... ;)...) ... Meiner Meinung nach, hat das nicht grundsätzlich miteinander zu tun.
 
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  • #13
Empathie vs. freundlich (re-)agieren
Empathisch sein wird oft damit gleich gesetzt, dass man einen liebevollen Umgang mit seinem Gegenüber pflegen müsste. Das ist jedoch nur ein weit verbreiteter Glaubenssatz, der oft genug in negative Resonanz mit dem Selbst geht, und den man daher gern ablegen darf. Der empathische Mensch, der seine Bedürfnisse kennt und seine Grenzen nach außen hin durchsetzt, kann, darf und wird durchaus auch mal recht ausfallend werden, um ein deutliches „Schluss jetzt“ zu signalisieren. Das ist nicht nur in Ordnung, sondern sehr gesund — nicht nur, aber vor allem für Empathen.
Der Empathische Mensch | Herzwandler

https://www.herzwandler.net/empathischer-mensch

05.03.2016 - Empathische Menschen dürfen den Umgang mit Empathie lernen. Was ist die Definition von Empathie? Bin ich ein Empath? Wie lerne ich mich ...
Empathen erkennen: Was ... · ‎Einordnung und ... · ‎Das Empathen-Dasein in ...
 
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  • #14
Achtsamkeit, Empathie (ist es nicht eher die Fähigkeit, sich einzudenken?), Einfühlungsvermögen, Egoismus, usw. - alle haben ihre Bedeutung und ihren Wert. Der geht nicht verloren, weil der Begriff gerade in aller Munde ist.
Und das ist der Punkt: trau, schau wem.
 
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  • #15
Wie sagt man so schön. Segen und Fluch es gibt nicht nur das blaue vom Meer um so tiefer um so dunkler wird es
 
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  • #16
Aus meiner Sicht wird der Begriff 'Empathie' auch oft falsch verwendet. Für mich bedeutet es 'Einfühlungsvermögen
Auf das Online-Dating angewendet kann auch ein Ghoster 'empathisch' sein und sich einfühlen, wie veräppelt und emotional verzweifelt der andere sich fühlt.
Ich finde "Mitgefühl" trifft es besser.
Selbst Saddisten sind empathisch. Deswegen handeln sie ja so, weil sie spüren, wie der andere sich fühlt, wenn er von ihnen gequält wird.
So übersetzt, ist Empathie [gr. πάθος (pathos) = fühlen, leiden; ἐμ (em) = mit] für Sadisten recht hinderlich.
 
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Deleted member 23363

  • #17
Nur, wie passt das zusammen: Angeblich empathisch zu sein oder es sich von seinen Gegenüber wünschen, sich dann aber kommentarlos verabschieden?
Ich denke, dass unempathisches Verhalten bei der Online-Partnersuche oft daher rührt, dass man nur das Profil sieht und nicht den Menschen dahinter, den man ja noch gar nicht kennengelernt hat. Wie kann man sich in ein paar Profiltexte schon einfühlen? Für Empathie bedarf es m.E. eines Kontakts zwischen Menschen, der erst einmal hergestellt werden muss. Menschen müssen einander zuerst einander kennenlernen und eine Verbindung zueinander herstellen, um mit dem Gegenüber mitfühlen zu können.
Ansonsten - also wenn man sich noch nicht kennt - kann sogenannte Empathie nur auf einer Vorstellung des Gegenübers basieren, die völlig falsch sein kann und oft auf eigenen Wünschen (So hätte ich das gern.) und Projektionen (Also wird es für den anderen auch so sein.) basiert.
 
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Deleted member 23363

  • #18
Ansonsten - also wenn man sich noch nicht kennt - kann sogenannte Empathie nur auf einer Vorstellung des Gegenübers basieren, die völlig falsch sein kann und oft auf eigenen Wünschen (So hätte ich das gern.) und Projektionen (Also wird es für den anderen auch so sein.) basiert.
Ich erinnere in diesem Kontext auch an die zahlreichen Diskussionen darüber, ob es "besser" ist, zu verstummen oder zu verabschieden. Wenn zwei Menschen das gleich sehen, passt es. Wenn sie das verschieden sehen, fühlt sich einer vor den Kopf gestoßen.
Ich komme immer mehr zu der Auffassung, dass man hier (bei Parship) nichts richtig oder falsch machen kann. Wenn man Glück hat, macht man etwas so, dass es für die andere Person passt. Das weiß man aber vorher nicht, weil man einander ja noch nicht kennt.
Was bleibt also? Sich selbst treu und authentisch bleiben, weil man es ohnehin nicht jedem recht machen kann. Und wenn man Glück hat, dann macht man es so, dass es für die eine Person eben doch passt. :)
 
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  • #19
sehe ich anders man muss den Menschen nicht kennen nur um etwas zu empfinden
dieses nicht melden melden steck ich eh in die Schublade Sensible Kinderkacka
 
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  • #20
Jack_is_Bohne?
 
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  • #21
Was du willst meine Knödel noch auf deinen Teller genau neben deinen schenkeln auweihaaa
 
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  • #22
Ich finde es grad etwas gruselig hier, alle Frauen haben sich - aus Protest ??? - in männlich anmutende Wesen verwandelt... (@Sevilla21 - was ist los?) Da braucht es, bis man wieder durchblickt. Und Jack soll unser Doktorchen sein? War der nicht glücklich unter der Haube...? Dann wird er uns an der Nase herumführen wollen.
 
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  • #25
Vielen Dank für die zahlreichen Anmerkungen zu meiner Frage!

Einfühlungsvermögen – denselben Begriff verwende auch ich, @WolkeVier. Für mich bedeutet "Einfühlungsvermögen", mich in einen anderen hineinzuversetzen und seine Sicht, in diesem Fall in die Situation "Online-Dating", zu sehen. Und aus dieser Sicht halte ich es für respektlos und unreif, sich kommentarlos zu verabschieden. Eine Verabschiedung wie "Es hat bei mir nicht gefunkt" oder "Wir haben zu wenig Gemeinsamkeiten" ist zwar nicht sonderlich originell, dafür aber eindeutig. Mit ein, zwei weiteren, höflichen Sätzen verbunden kann man eine solche Verabschiedungsfloskel sogar in einer Datei speichern und dann bei Bedarf per ‘Copy & Paste‘ verwenden. Die Verabschiedung dauert dann keine Minute. Über ein solches Vorgehen kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein, sie ist aber wenigstens unmissverständlich und einigermaßen persönlich. Mir(!) jedenfalls wäre es ausreichend gewesen. Wenn jemand noch eine genauere Begründung haben möchte, dann kann sie/er das Gegenüber immer noch darum bitten.

Sobald es bei mir nicht mehr gepasst hat, habe ich die Gegenseite immer davon in Kenntnis gesetzt. Das war und ist für mich eine Frage von Anstand und Wertschätzung.

Markus
 
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  • #27
Nach meiner Einschätzung verwechselst du, vankampen789, die Begriffe. Was du meinst, ist das Gefühl sozialer Verantwortung, das Bestreben, dem anderen nicht weh zu tun und ihm, womöglich, sogar zu helfen. Empathie meint lediglich die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, gewisse innerseelische Vorgänge beim anderen zu erkennen.

Vielleicht hast du zu viel Schwäche gezeigt bei deinen Dates, hast dich nicht ausreichend rar gemacht, warst zu leicht zu haben. Das ist keine Erfindung der Neuzeit, das wurde schon immer bestraft.

Empathie wünscht man sich, weil man jemanden haben will, der ohne große Erklärungen weiß, was "abgeht", Du bringst diesen Spruch mit den 4 Fingern, klingt für mich so, als wärst du gedrillt worden in deiner Erziehung. Mach dich frei davon, das geht, niemand ist das Opfer seiner Erziehung. Wenn sie blöd war und Blödsinn vermittelt hat, wirf sie über Bord.

Du hast bestimmt den Zugang zu dir selbst nicht verloren, schaufel ihn frei. Du musst niemandem helfen, und dir auch nicht vor lauter Selbstlosigkeit selbst in den A*** treten. Sei eine Sau, für eine Zeit, das hilft.
 
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Solutréen

  • #28
Bei enigem Gerede von Empathie neige ich zur Embolie:rolleyes:
 
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  • #30
der sprachlichen Unbeholfenheit ala "Empathie" oder "Klimaaktivismus" und einigen mehr bedient sich eine Klasse, die versucht, Verstand vorzutäuschen, eine blasierte feel-good Fassade. Im harmlosen Fall durchschnittlich, im schlimmsten Fall bedient ein Typ die Sehnsucht nach "Empathie" für seine Machenschaften und wird dafür gewählt.