No_Kitty

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  • #1

Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Angeregt durch Claudis Thread, den ich aber nicht entern oder überfrachten will, stelle ich meine Sicht auf die Single-Börsen als emotionale 'Ausnahme' (?) - Situation dar
Seht es mir nach, wenn es in Etappen und etwas länger wird. Es ist etwas, was meinen Partner und mich immer wieder beschäftigt. Ich bin Naturwissenschaftlerin und keine Wirtschaftswissenschaftlerin, daher habe ich versucht diese Begriffe für mich in einfachen Worten zu beschreiben.

Wir freuen uns, wenn ihr mit uns darüber diskutiert.

Parship ist eine Börse.

Parship schreibt über sich
'Die Gefühle in Zahlen: Mehr als 11 Millionen Singles vertrauen PARSHIP (Stand Mai 2013, weltweit). Die Erfolgsquote liegt bei 38% (Mitglieder-Befragung nach Ende der Premium-Mitgliedschaft).'

Wie in jedem Marktplatz gelten hier marktwirtschaftliche Spielregeln.
Es gibt Wettbewerb.
Es gibt individuelle Entscheidungen.

Jede Einscheidung für eine Option A, beinhaltet, dass Option B, C, ...,X,Y,Z damit abgelehnt wird. Dabei entstehen Opportunitätskosten.
Das, was wir in allen Lebenssituationen als normal und unausweichlich akzeptieren, damit tun wir uns schwer in der Partnerschaftssuche.

t.b.c.
 

Jorge

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  • #2
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Diese wirtschaftlichen Mechanismen und die damit entstehenden Opportunitätskosten kennen wir alle aus verschiedenen Situationen.

Jobsuche: Bei der Bewerbung auf eine neue Position gibt es weitere Bewerber und Du nimmst in aller Regel an einem mehrstufigem Auswahlverfahren teil. Bist Du dann überrascht oder beleidigt, wenn Du nicht die erste Wahl des Arbeitgebers bist? Oder weiter - und hier der Vergleich zu parship - wenn Du "nur" die zweite Wahl bist und erst in der Nachrunde zum Zuge kommst. Würdest Du deshalb das Arbeitsangebot ablehnen?

Wohnungssuche: In einem Ballungszeitraum bist Du der 28.te Interessent für ein Objekt und landest auf der Warteliste der Wohnungsbaugenossenschaft. Mit den fünf - aus Sicht des Vermieters - interessantesten Kandidaten werden Gespräche geführt. Und der Vermieter wird nicht fündig. Jetzt wird Dir die Wohnung angeboten. Wir unterstellen, sie gefällt Dir und verbessert Deine Lebensverhältnisse. Nimmst Du die Wohnung dann nicht, weil Du erst die Nr. 11 warst? Oder unterstellts Du dem Vermieter bei diesem Vorgehen unseriöses oder arglistiges Verhalten?

Wir könnten diese Beispiel aus dem realen Leben weiter fortsetzen. Letztlich musst Du - genauso wie der Arbeitgeber, der Vermieter, .... - eine Entscheidung treffen. Und diese ist einfach mit Kosten - hier in dem Thread mit emotionalen Kosten - verbunden.

t.b.c.
 

No_Kitty

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  • #3
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Was meine ich mit emotionalen Opportunitätskosten?

Ich sehe das als die Summe der positiven und negativen Gefühle, die mich bei diesem Vorgang der Partnerschaftssuche per Single-Börse begleiten.

Auf der positiven Seite sind das Hochgefühle durch Komplimente und Aufmerksamkeit, die ich erhalte;
ein fast überwältigendes Angebot, das suggeriert, es gibt für mich genau den richtigen Partner unter dem Angebot - ich muss nur geduldig suchen und die richtigen Kriterien für die Auswahl treffen.
Es gibt auf einmal potentielle Partner, die im realen Leben nicht zu erkennen sind (liebe Grüße an freitag und das Lamento für sitzen statt umherwandern in Kneipen und bei Events). Die Transparenz, mit der man sich hier beschreibt und damit ein Level an Information über potentielle Partner erhält, ist sicher etwas, was als positiv erlebt wird, um Fehlgriffe zu vermeiden.
Der Aufwand Kontakte herzustellen durch die Börse ist 'optimiert' im Vergleich zum Kennenlernen unter Normalbedingungen.

Negativ schlagen ein:
das Gefühl nicht einmalig zu sein, nicht besonders, sondern einer/eine unter vielen.
Mit der Ablehnung umzugehen, die Wegklicken, Verabschiedungstexte und vermasselte Dates mit sich bringen, ist sicher nicht einfach.
Das schwerste aus meiner Erfahrung ist, wenn der Abgleich der realen Person mit dem virtuellen Auftritt und meiner Erwartung negativ ausfällt.

Diese oder ähnliche Gefühle haben wir auch in anderen Lebensbereichen - Job oder Wohnungssuche (s.o). Dort wissen wir aber, dass wir damit umgehen müssen.

In der Partnerschaftssuche haben wir Probleme - der Wunsch nach Einmaligkeit und 'Schicksal' steht der Marktplatzsituation / Berechenbarkeit einer Partnerschaftsbörse entgegen. (siehe auch die von Parship angegebene Erfolgsquote von 38%)

Schlimmer noch, das Systematische der Börse, was Möglichkeiten eröffnet, frustriert und belastet mit negativen Gefühlen.

So, also ist es doch ein klassisches Dilemma .... wir haben ein System mit Spielregeln, und dass diese greifen, ist uns als Menschen dann auch nicht recht.

Wie empfindet ihr diese Situation, was sind eure Mechanismen damit umzugehen, oder ist es für euch gar kein Problem?

Ich freue mich auf die Diskussion...
No_Kitty
 
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  • #4
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Heute im Angebot, die Backmischung für den Traumpartner, Schluss mit den nervigen Dates, hinterhältigen Absichten und bösen Überraschungen, sie können sich ein wunderbares Erlebnis selber machen. Greifen sie zu, nur noch drei Packungen vorhanden, und wenn sie jetzt anrufen, bekommen sie diesen formschönen Rührstab gleich dazu...
 
W

winzling_geloescht

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  • #5
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Für mehr reicht die Zeit jetzt leider nicht, aber Guidos formschöner Rührstab made my day :-DD
 

Else

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  • #6
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Interessante Fragestelltung, finde ich. Also ich kann normalerweise mit Ablehnung ganz gut umgehen. Aber als eine Bewerbung im Sande verlief und ich gleichzeitig hier auf PS eine Absage nach der nächsten erhielt, hat mich das schon mitgenommen. Ich habe ernsthaft an mir gezweifelt. Dann habe ich mir aber - wie es so meine Art ist - rationale Gründe für alles überlegt, die "Gefühlskiste" schnell wieder zugeklappt und Handlungsoptionen bedacht. Eine davon war Profiloptimierung. Danach lief es zumindest auf PS besser.
Will sagen, die Opportunitätskosten einer Partnerschaftsbörse war ich zwar bereit zu tragen, aber in Kombination mit andern "Rückschlägen" war es für mich faktisch nicht ganz einfach. Und die Kosten sind evtl. höher als in der realen Welt, weil ich über eine Börse viele Kontakte und Dates haben kann und die Chance, Ablehnung zu erfahren, dadurch gesteigert wird. Ohne solides Selbstbewusstsein ist die Partnersuche per Singlebörse vermutlich manchmal emotional schwer auszuhalten, wenn es nicht zumindesst ab und an kleine Etappenerfolge gibt (z.B. ein netter Mailkontakt, ein Date etc)
 

Arita

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  • #7
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Es ist hier einmalig leicht, Menschen kennen zu lernen und genau so einmalig schwer, "Erfolg" zu haben. Eine Zeit lang habe ich gehadert mit mir, mit Parship, mit den Männern. Doch nun ist jedes misslungene Date eine Übung und eine Erfahrung. Ich mache mich schön, freue mich auch auf das Date, auf ein Glas Wein, ein Essen oder auch nur auf einen Kaffee, habe aber keine Hoffnung und Erwartung mehr. Ich denke, dass, wenn es sein soll, der Richtige kommt. Ganz gleich woher.
 
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  • #8
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

In meinem Profil steht von Anfang an (seit 2012) unter anderem, dass mir die Katalogmentalität nicht liegt, das etwas frech und provokant formuliert. Ich behaupte von mir, dass ich nicht jedem Trend hinterherlaufe und bestimmte Entwicklungen kritisch sehe.

So schön es ist, Komplimente ob meines äußeren oder zum Inhalt meines Profils zu bekommen, das liest oder hört doch jeder gern. Nur ab einem bestimmten Punkt möchte ich Exclusivrechte und nicht damit konfrontiert werden, dass jemand nach wie vor seinen Marktwert testet, eben zum Beispiel bei Herrn Zuckerberg (sehe ich halt kritisch=Zeitfresser). So bleibt es für mich bei der Nadel im Heuhaufen und ich habe es absolut nicht eilig.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass zu viele negative Einschläge verbunden mit einer gerade kritischen Lebenssituation nicht witzig sind. Wer allerdings schon länger mit leeren Akkus läuft, saugt nette mails wie ein Schwamm, ohne dass da wirkliches Interesse von der anderen Seite besteht. Vielleicht sollte man sich dann nicht auf einer Partnerbörse anmelden, dafür ist das online Geschäft zu hart.

Einen habe ich noch, weil es draußen für ohne Dach fahren immer noch zu heiß ist. Auch hier im Forum musste ich erst mal sortieren und dachte bei manchen Themen, ich bin von „Bekloppten“ umgeben. Hat sich auch relativiert, denn das Leben ist bunt.
 

MarieElle

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  • #9
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Mein erstes Date über PS war für mich etwas ganz besonderes, auch wenn dann nichts daraus geworden ist. Ich habe den Mann mehrmals getroffen um dann doch festzustellen, dass "außer Spesen nichts gewesen" ist. Aber das Bewußtsein, einen Mann "aus dem Katalog" ausgewählt zu haben, war schon sehr speziell... Ich würde sagen eine Gefühlsachterbahn.
Mit jedem Date bin ich "professioneller" geworden und damit entspannter in der Begegnung. Ich habe die Erwartung, hier "den Richtigen" zu treffen stark heruntergeschraubt und bin so deutlich offener für einfach ein nettes Date. Egal, was dabei heraus kommt. Mit der Vorstellung, hier nette Menschen (Männer) zu treffen und einen schönen Nachmittag oder Abend zu verbringen, komme ich viel besser klar als mit dem Vorsatz bei einem Date zu prüfen oder noch schlimmer geprüft zu werden, ob es der/die Richtige ist.
Die Enttäuschung in der Realität einen anderen Menschen vorzufinden als das Bild, was ich mir von ihm gemacht habe, versuche ich dadurch zu minimieren, dass ich ganz schnell nach einem Date frage. Lieber ein kurzes Sehen nach ein bis zwei Mails als sich erst ein Bild im Kopf zu machen.
Nicht falsch verstehen: Es sind nicht evtl. zu hohe Anforderungen an einen Mann (jeder hat irgendetwas Positives an sich gehabt) die bei mir bisher nicht zur Begeisterung geführt haben, es war halt einfach noch nicht "der Richtige" dabei.

Zur Ausgangsfrage: Ja, die Opportunitätskosten sind ein Faktor, aber den trage ich. Wer nicht wagt - der nicht gewinnt.
 
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  • #10
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Mag mir bitte jemand kurz den Begriff Opportunitätskosten erläutern? Bisher dachte ich immer, dass es entgangene Gewinne sind, weil ich mich nicht für die Alternative entschieden habe. In dem Kontext Parship: Ich bin in der PS-Zeit weniger draußen und verpasse da z.B. potenzielle Partner, Spaß und Sport usw. Der emotionale Aspekt wären hier jetzt z.B. entgangene Glücksmomente. Gleiches innerhalb von Parship: Wenn ich mich für Date A entscheide und vielleicht ein tolles Date mit Person B in dem Moment nicht habe, dann fehlt der Spaß mit B bzw. auch die Enttäuschung mit B.
Aber hier scheint es nicht um den entgangenen Spaß mit B zu gehen, oder?
Inhaltlich schien es sich mehr um negative Gefühle zu gehen, die durch Partnerbörsen ausgelöst werden - oder? Mag mir jemand kurz nen Hinweis geben, wo mein Denkfehler ist?

Zitat von No_Kitty:
Parship schreibt über sich
'Die Gefühle in Zahlen: Mehr als 11 Millionen Singles vertrauen PARSHIP (Stand Mai 2013, weltweit). Die Erfolgsquote liegt bei 38% (Mitglieder-Befragung nach Ende der Premium-Mitgliedschaft).'
Weiß einer, wie die Zahlen ermittelt werden? Sind das 38% aller Leute oder nur derer, die eine Rückmeldung gegeben haben? Gab es nicht auch eine Vorauswahl der entsprechenden Antwortalternative bei der Befragung? Und da es um Beziehungen geht, wäre eine Befragung nach 1 Jahr sinnvoll... würde mich mal interessieren, ob so eine Partnerbörse dann überhaupt noch eine zweistellige Prozentzahl schaffen würde.

btw: Ich hatte nur sehr wenige Dates und denen ging jeweils ein eher intensiver Austausch voraus - da gab es keine Ablehnung etc. (also auch keine negativen Emotionen). Allerdings waren manche Kontakte "etwas irritierend": Aber hier gab es auch kein Treffen, weshalb sich die negativen Emotionen im Rahmen hielten. Von daher denke ich, dass da jeder für sich schauen kann, wie er es am besten handhaben will: Wenn es zu anstrengend wird bei den Dates, dann wählt man besser aus - wenn man noch etwas Nerven über hat, dann vergrößert man die Auswahl und nimmt mehr Leute mit.
 

Freitag

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  • #11
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Zitat von Else:
Interessante Fragestelltung, finde ich. Also ich kann normalerweise mit Ablehnung ganz gut umgehen. Aber als eine Bewerbung im Sande verlief und ich gleichzeitig hier auf PS eine Absage nach der nächsten erhielt, hat mich das schon mitgenommen. Ich habe ernsthaft an mir gezweifelt. Dann habe ich mir aber - wie es so meine Art ist - rationale Gründe für alles überlegt, die "Gefühlskiste" schnell wieder zugeklappt und Handlungsoptionen bedacht. Eine davon war Profiloptimierung. Danach lief es zumindest auf PS besser.
Will sagen, die Opportunitätskosten einer Partnerschaftsbörse war ich zwar bereit zu tragen, aber in Kombination mit andern "Rückschlägen" war es für mich faktisch nicht ganz einfach. Und die Kosten sind evtl. höher als in der realen Welt, weil ich über eine Börse viele Kontakte und Dates haben kann und die Chance, Ablehnung zu erfahren, dadurch gesteigert wird. Ohne solides Selbstbewusstsein ist die Partnersuche per Singlebörse vermutlich manchmal emotional schwer auszuhalten, wenn es nicht zumindesst ab und an kleine Etappenerfolge gibt (z.B. ein netter Mailkontakt, ein Date etc)
einer der gründe wieso ich mich von PS und vom dating zurückgezogen habe.

was mich auch ganz gewaltig nervt bei den ganzen kontakten war, man befasst sich mit dem profil, macht sich gedanken über den menschen dahinter, investiert zeit in mails, die man auch anders nutzen könnte, und der kontakt versandet plötzlich wortlos und das in einem stadium, wo es schon etwas vertrauter wurde... das macht mich echt rasend. dieses dämliche totstellen.
 

No_Kitty

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  • #12
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

@agony

Zur Definition des Begriffs verweise ich gerne auf den Wikipedia-Eintrag, der es umfassender beschreibt als ich es mit "Jede Einscheidung für eine Option A, beinhaltet, dass Option B, C, ...,X,Y,Z damit abgelehnt wird. Dabei entstehen Opportunitätskosten." getan habe
http://de.wikipedia.org/wiki/Opportunit%C3%A4tskosten

Und ja, die Auflistung der Gefühle, bzw. die Bilanzierung ist nicht ganz stimmig mit dem Begriff der Opportunitätskosten im engeren Sinne. Wohl aber auch mit dem 'Was bin ich bereit zu investieren', was für mich mit dieser Kostenform verbunden ist.
Bin ich bereit die Kosten für die negativen Gefühle in Emotionswährung zu bezahlen, bin ich bereit mir das Date B entgehen zu lassen, um die Dates mit Option A zu vertiefen, mich darauf einzulassen. Es wird immer die Entscheidung für das eine andere Optionen ausschliessen. Und bei denen das nicht so ist - na darüber haben wir doch auch schon ausreichendes Material im Forum, wie sich das auswirkt.

Parallel dazu gibt es einen weiteren Schauplatz: die eigene Unsicherheit, ob die Option, die verfolgt wird, die richtige ist, ob wir bereit sind uns mit den damit verbundenen Risiken zu öffnen für den anderen, auch die Verletzung in der Entwicklung zu zulassen, sie anzuerkennen als mögliche Kosten und als Risiko... diese sind verbunden mit der Partnerschaftssuche.
Ich hoffe diese Erläuterung zeigt, warum ich diesen Begriff gewählt habe.

Und zu der 2. Frage - da kann ich keine weitere Auskunft geben, auch die Anregung Mitglieder nach einem Jahr zu befragen - keine Frage, das ist eine gute Idee, um die 'Haltbarkeitsdauer' der gestifteten Beziehungen zu prüfen.
Es wird wohl an der Machbarkeit scheitern, weil es nicht so viele gibt, die sich freiwillig zum Scheitern auch bekennen. Oder... wenn dann schon der nächste Beziehungsversuch läuft, der Wind von der letzten Beziehung durch die Befragung bekommt, das könnte sich auch durchaus negativ auswirken.

In der Hauptsache denke ich wird es an der mangelnden Responsivität scheitern, an veralteten E-Mail-Adressen, so dass eine längerfristige Befragung mir nicht realistisch durchführbar scheint. Aber vielleicht sollte Parship es einfach mal versuchen. Dann kann man sehen, wer antwortet und wer nicht.

Deine Schlussfolgerung finde ich interessant, und die zeigt mir, dass auch deine Konsequenz darauf ausgerichtet ist, den eigenen Seelenzustand mit einfliessen zu lassen darin, wie viele Dates man macht - je gefestigter (ich nehme auch mal an das zeigt den Zustand des Selbstwertgefühls an), desto grösser kann der Kreis an Menschen sein, die man trifft, weil eine mögliche Enttäuschung einen nicht so trifft, oder auch, weil die Erwartungshaltung weniger hoch ist, die emotionalen Kosten bei einem nicht so tollen Date-Verlauf geringer sind.
Habe ich dich darin richtig verstanden?
 

No_Kitty

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  • #13
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Zitat von Freitag:
einer der gründe wieso ich mich von PS und vom dating zurückgezogen habe.

was mich auch ganz gewaltig nervt bei den ganzen kontakten war, man befasst sich mit dem profil, macht sich gedanken über den menschen dahinter, investiert zeit in mails, die man auch anders nutzen könnte, und der kontakt versandet plötzlich wortlos und das in einem stadium, wo es schon etwas vertrauter wurde... das macht mich echt rasend. dieses dämliche totstellen.
Ach freitag, ich hoffe ja nur, dass du 'Pause' machst, um dich emotional wieder zu stärken. Wäre doch schön, wenn du (wieder) jemandIn findest, mit dem du dein Leben teilen kannst - ob sie nun Designer-Schuhe mag oder nicht.
 

Freitag

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  • #14
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Zitat von No_Kitty:
Ach freitag, ich hoffe ja nur, dass du 'Pause' machst, um dich emotional wieder zu stärken. Wäre doch schön, wenn du (wieder) jemandIn findest, mit dem du dein Leben teilen kannst - ob sie nun Designer-Schuhe mag oder nicht.
klar wäre es schön.
meine letzten erlebnisse bzw kontakte waren eine klangschalensammlerin, die ziemlich schnell in den mails so ausfallend und primitiv wurde daß ich den kontakt abbrach.
ansonsten eine selbständige workoholic mit grossen projektplänen in russland die sich mit mir vorrangig über abrechnungssysteme unterhalten wollte. das interessierte sie mehr als einen partner zu fnden. arbeitet oft bis 22 uhr und wohnt am AdW
eine sexuell ausgehungerte ärztin die mir noch vor dem ersten telefonat unaufgefordert ihre vorlieben und unterwäsche schilderte
eine andere ärztin vom AdW die in den mails nur von sich redete und mich nie was fragte aber unbedingt zusammenziehen will
eine beamtin aus einer ganz üblen proletenstadt am AdW die ebenfalls unbedingt zusammenziehen will und mir die ganze zeit schriftlich das ohr abkaute von ihrem sonnenschein, sprich ihrer kleinen tochter. die hatte kein anderes thema drauf als das kind.ich sollte die daumen feste drücken dass das kindchen nun endlich schwimmen lernt. (was mich doch echt nen scheiss interessiert) :) aufs telefonat hab ich dann verzichtet.
reicht :-(
 

No_Kitty

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  • #15
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

hmmh, das verstehe ich nicht ?
Da hast du doch den wunderbaren Filter mit der Entfernung, den du scheinbar (?) dann nicht einsetzt, um mehr Auswahl zu haben.

Kinder als Fokus gibt es ja nicht so selten bei den Alleinerziehenden (hatte ich mal von einem Versuch, der die Wochenenden mit seinem Kind heiligte, da durfte dann auch keine Frau anwesend sein).

Wie wunderbar, dass das mit den eindeutigen Angeboten und den Workaholics auch von der anderen Seite geht ;o)
Vielleicht suchte die Dame mit dem Russland-Projekt ja wirklich einen Partner, aber dann in Personalunion: Geschäft und Leben. Wobei ich bei der Kombination eigentlich immer nur von schlechten Erfahrungen gehört weiss (aus eigener Erfahrung und von meiner Umgebung).

Mach' Pause, und lass locker, es wird schon auch wieder anders
 

carlo

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  • #16
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Wenn wir von Opportunitätskosten beim Onlinedating sprechen, müssten wir sie meiner Meinung nach mit den Opportunitätskosten der Partnersuche im RL vergleichen. In beiden Welten sehe ich zunächst immer nur einen kleinen Ausschnitt der Persönlichkeit, der sich dann zunehmend erweitert. Die höchsten Opportunitätskosten entstehen vielleicht daraus, dass ich Entscheidungen auf einer zu schmalen Basis fällen muß – wiederum in beiden Welten.

Das größte Problem besteht für mich darin, dass wir nur in beschränktem Masse uns selbst und unsere Bedürfnisse/Wünsche intellektuell erkennen können. Sehr Vieles ist durch gesellschaftliche/familiäre/Umfeld- Norm (Größe, Status, ...), unsere Erfahrungen (gute wie schlechte, die aber ja immer nur Einzelfälle sind) und vieles andere überformt. Dagegen ist die Intuition je älter wir werden immer sicherer aber auch nur in dem, was wir schon einmal erfahren haben. Unsere Einschätzung kann also bestenfalls einen (kleinen) Ausschnitt der Welt geeigneter Kandidaten erkennen (gilt leider umgekehrt genau so...). Und dabei steht das eifrige Bemühen, „den/die Richtige(n)“ zu finden, uns meiner Meinung nach im Wege. – Das ist das größte Problem beim Onlinedating.

Ich lasse zum Beispiel Profile beim ersten Sehen als Ganzes auf mich wirke. Ich bin mir dabei fast immer spontan sicher, ob ich jemanden interessant finde, oder nicht. Wenn ich ihn interessant finde, schaue ich das Profil genauer an und dann wird es eigentlich eher schwieriger; denn dann beginne ich einzelne Formulierungen zu werten. Ich weiß, dass jede einzelne Formulierung auf einem Zufall, einer Erfahrung desjenigen, die ich nicht kennen kann oder sonst einer "Kleinigkeit" beruhen kann. Da ich ein unerschütterlicher Optimist bin (gerade was Männer und die Liebe angeht...) registriere ich vor allem Formulierungen, die mir gefallen. Ich stelle dann oft ex post fest, wie ich mein Interesse an diesem Menschen über diese einzelnen Aussagen zu "rationalisieren" beginne. So funktionieren wir in dieser Gesellschaft. Wir brauchen für alles einen Grund.

In diesen Gründen kann man sich aber allzu leicht verheddern. Zum Beispiel, wenn all diese Dinge abgefragt werden. Wie kann ich das bei einem Menschen einordnen, den ich nicht kenne. Finde ich da nicht mehr die "Kopie" meiner selbst? Ich hatte schon Männer, die fanden es befremdlich, dass ich nicht auf Wellness-Wochenenden stehe oder dass ich nicht die typische beste Freundin habe. Mir sagt das nix. Ich habe Wellness in meinem Garten und sonstwo genug, bin halt mehr der Typ, der selber was gestaltet und beste Freundin teilen sich ein paar Männerfreunde, einige Freundinnen und meine Schwester. Ein Mann suchte z.B. "eigentlich" (d.h. nach aussen formuliert) eine "aussergewöhnliche" Frau aber dann war alles, was nicht dem üblichen Frauenklischee entspricht, störend. - Manchmal sind so sehr beherzte Statements ja auch sehr interessant...

Die Frage nach der Haltbarkeit von in Partnerbörsen geschlossenen Beziehungen kann man meiner Meinung nach seriös nur durch eine repräsentative Stichprobe in der Gesamtbevölkerung beantworten (und dazu ist es wahrscheinlich zu früh...). Da stellt sich dann auch heraus, ob sie wirklich besser oder schlechter ist, als bei im RL entstandenen Beziehungen. Wenn es wirklich Unterschiede gäbe, müssten diese in IMVHO ja nicht gegen das Verfahren als solches sprechen, sondern genauso gut könnte es an der geringeren Bindungswilligkeit, dem höheren Anspruch, etc. der jeweiligen Gruppe liegen; auch das würde eine solche Studie heraus bringen können, wäre sie entsprechend angelegt – aber das wäre dann ein sehr großes Projekt. Und wer sollte so viel Interesse haben, das zu finanzieren? Das Geschäft mit dem Onlinedating läuft ja so wohl auch ganz gut und es gäbe ja theoretisch das Risiko eines nicht erwünschten Ergebnisses. Anyway, ich glaube, dass es für valide Aussagen gerade zur Langzeitprognose viel zu früh ist. Wir sind eben alles „Versuchskaninchen“ :-DDD Mir geht´s nicht schlecht dabei.

JM2C

Carlo
 

Susi3000

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  • #17
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Zitat von Freitag:
... das macht mich echt rasend. dieses dämliche totstellen.

Jo. Das ist echt nervig. Ich kann es verstehen, wenn jemand Schwierigkeiten hat passende Abschiedsworte zu finden und ich brauche auch keine Begründung wieso, weshalb, etc.

Aber ein simples " Sorry, passt nicht" oder zur Not auch die Verabschiedungsfunktion ohne Kommentar muss doch möglich sein!?!
 
W

winzling_geloescht

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  • #18
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Zitat von No_Kitty:
Auf der positiven Seite sind das Hochgefühle durch Komplimente und Aufmerksamkeit, die ich erhalte;
ein fast überwältigendes Angebot, das suggeriert, es gibt für mich genau den richtigen Partner unter dem Angebot - ich muss nur geduldig suchen und die richtigen Kriterien für die Auswahl treffen.
Es gibt auf einmal potentielle Partner, die im realen Leben nicht zu erkennen sind (liebe Grüße an freitag und das Lamento für sitzen statt umherwandern in Kneipen und bei Events). Die Transparenz, mit der man sich hier beschreibt und damit ein Level an Information über potentielle Partner erhält, ist sicher etwas, was als positiv erlebt wird, um Fehlgriffe zu vermeiden.
Der Aufwand Kontakte herzustellen durch die Börse ist 'optimiert' im Vergleich zum Kennenlernen unter Normalbedingungen.

Komplimente und Aufmerksamkeit bekomm ich im "realen Leben" auch, verbunden mit dem Vorteil, dass ich die Aufrichtigkeit bzw. das Anliegen sehr zeitnah erkennen und somit adäquat reagieren kann. Da brauch ich bei der Internetsuche mehr Zeit. Verglichen mit dem "realen Leben" stehen hier praktisch alle bindungswilligen Männer eingefroren (falls Bild eingestellt) in einer Reihe, ich seh keine Bewegungsabläufe und kann auch nicht erkennen, ob sich da jemand nicht mal nur um des guten Fotos und Einducks willen in Position gebracht hat. Fotos nutzen mir also gar nichts und sind deswegen auch völlig uninteressant für mich.

Zudem bin ich auf die Selbstbeschreibung des Gegenübers angewiesen, um zu erkennen. Da wird oft beschönigt und geschummelt, was geht, vieles, möglicherweise auch unbewusst und mehr dem Wunsch folgend, unzutreffend dargestellt. Was bedeutet, dass ich auch hier wieder deutlich mehr Zeit investieren muss, als es im "realen Leben" der Fall ist. Für mich ist der Zeitaufwand bei der Internetsuche deutlich höher, ich finde im "realen Leben" schneller. Allerdings ist auch mein "Gefühlsdilemma" nur im "realen Leben" vorhanden, während ich hier allenfalls irritiert werden kann. Überrascht war ich anfangs nur von den vielen Mogeleien, andererseits wurde der Spaßfaktor für mich damit höher, der ja auch wichtig ist.

Zitat von No_Kitty:
Negativ schlagen ein:
das Gefühl nicht einmalig zu sein, nicht besonders, sondern einer/eine unter vielen.
Mit der Ablehnung umzugehen, die Wegklicken, Verabschiedungstexte und vermasselte Dates mit sich bringen, ist sicher nicht einfach.
Das schwerste aus meiner Erfahrung ist, wenn der Abgleich der realen Person mit dem virtuellen Auftritt und meiner Erwartung negativ ausfällt.

Ich seh für mich da nichts Negatives. Ich weiß, mich gibt es nur einmal, ich bin einzigartig. Gleichzeitig bin ich doch aber auch Teil verschiedener Gruppen im sozialen Gefüge. Je größer die Gruppe, desto irrelevanter wird meine Einzigartigkeit. Was ich in einer Beziehung tagtäglich zu spüren bekomme, erfährt ja als eine von vielen Frauen auf dieser Welt überhaupt keine Beachtung. Auf einer Singlebörse bin ich halt auch nur eine von vielen, von daher also zunächst mal nichts Besonderes. Je kleiner die Gruppe, in der man sich bewegt, desto "besonderer" wird man für die anderen innerhalb dieser Gruppe.

Ablehnung, Wegklicken, Verabschiedungstexte etc. machen mir nichts aus, es soll ja passen. Vermasselte Dates hatte ich nicht, da kann ich nicht mitreden.

Zitat von No_Kitty:
Diese oder ähnliche Gefühle haben wir auch in anderen Lebensbereichen - Job oder Wohnungssuche (s.o). Dort wissen wir aber, dass wir damit umgehen müssen.

In der Partnerschaftssuche haben wir Probleme - der Wunsch nach Einmaligkeit und 'Schicksal' steht der Marktplatzsituation / Berechenbarkeit einer Partnerschaftsbörse entgegen. (siehe auch die von Parship angegebene Erfolgsquote von 38%)

Schlimmer noch, das Systematische der Börse, was Möglichkeiten eröffnet, frustriert und belastet mit negativen Gefühlen.

So, also ist es doch ein klassisches Dilemma .... wir haben ein System mit Spielregeln, und dass diese greifen, ist uns als Menschen dann auch nicht recht.

Wie empfindet ihr diese Situation, was sind eure Mechanismen damit umzugehen, oder ist es für euch gar kein Problem?

Ich hätte kein Problem, als 17. Bewerber für einen Job und eine Wohnung akzeptiert zu werden, den bzw. die ich unbedingt will, um auf obiges Beispiel einzugehen. Ich wär ja schließlich das Resultat für ganz hervorragende Auswahlkriterien und Ansprüche und die Anbieter hätten genau das, was sie so lange suchten ;o). Bezogen auf eine Singlebörse seh ich das ähnlich, hatte aber oft das Gefühl, auf einen "ewig Suchenden" zu treffen, sprich wenig Realitätssinn und Erwartungen in Kombinationen, die ich nicht erfüllen kann und auch nicht erfüllen möchte.

Ich glaube ja, mir hilft da mein recht gut entwickelter Pragmatismus, auch mit solchen, von dir eher negativ besetzten, Dingen sehr gelassen umzugehen. Ich halt's außerdem für wichtig, dass (m)ein Partner zumindest sehr ähnlich gestrickt ist, heißt für mich, ein starker, selbstbewusster Partner, humanistisches Weltbild, aktives Unterwegssein und, last not least, gorgeous humor :-D
 
A

authentisch_gelöscht

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  • #19
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Entschuldigt, aber mich nervt dieser Begriff in diesem Zusammenhang gewaltig!!!
Sind wir schon so weit gekommen mit der Verwirtschaftlichung unseres gesamten Lebens, dass wir sogar Begriffe aus der Ökonomie verwenden für unsere Gefühle, für Liebe?!
Sind wir alle solche KapitalistInnen, dass wir ohne Konzepte des Marktes nicht mehr denken können?
 

Freitag

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  • #20
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Zitat von No_Kitty:
hmmh, das verstehe ich nicht ?
Da hast du doch den wunderbaren Filter mit der Entfernung, den du scheinbar (?) dann nicht einsetzt, um mehr Auswahl zu haben.

Kinder als Fokus gibt es ja nicht so selten bei den Alleinerziehenden (hatte ich mal von einem Versuch, der die Wochenenden mit seinem Kind heiligte, da durfte dann auch keine Frau anwesend sein).

Mach' Pause, und lass locker, es wird schon auch wieder anders
mehr auswahl? hatte doch schon immer um die 1000 Vorschläge :)
ausserdem will ich keine fernbeziehung.

mir ist schon klar, dass die kinder oft im focus liegen. jedoch möchte ich keine frau, die sich über ihre kinder identifiziert oder ihre arbeit sondern auch mal andere themen drauf hat.

Pause mach ich inzwischen seit 1 jahr
 

Freitag

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  • #21
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Zitat von Toni67:
Jo. Das ist echt nervig. Ich kann es verstehen, wenn jemand Schwierigkeiten hat passende Abschiedsworte zu finden und ich brauche auch keine Begründung wieso, weshalb, etc.

Aber ein simples " Sorry, passt nicht" oder zur Not auch die Verabschiedungsfunktion ohne Kommentar muss doch möglich sein!?!
ich denke mir immer, dass sich ziemlich feige, charakterschwache und auch konfliktscheue menschen dahinter verbergen. also all das was ich nicht brauche :)
 
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  • #22
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Zitat von No_Kitty:
Zur Definition des Begriffs verweise ich gerne auf den Wikipedia-Eintrag, der es umfassender beschreibt als ich es mit "Jede Einscheidung für eine Option A, beinhaltet, dass Option B, C, ...,X,Y,Z damit abgelehnt wird. Dabei entstehen Opportunitätskosten." getan habe
http://de.wikipedia.org/wiki/Opportunit%C3%A4tskosten
Hatte ich mir direkt vorher angeschaut: Hatte nur einen Teil verstanden und der passte nicht so wirklich - daher hatte ich hier nochmals nachgehakt. Ich kenne den Begriff etwas anders als er hier genutzt wird und es fühlte sich eher wie eine Kosten-Nutzen-Gegenüberstellung an. Und einfache Worte machen es oftmals leichter - für alle (und ja, ich bin dafür alles andere als ein gutes Beispiel).
Dennoch danke für deine Darstellung - vielleicht macht es auch Klick, wenn ich es später nochmals lese.

Zitat von No_Kitty:
Deine Schlussfolgerung finde ich interessant, und die zeigt mir, dass auch deine Konsequenz darauf ausgerichtet ist, den eigenen Seelenzustand mit einfliessen zu lassen darin, wie viele Dates man macht - je gefestigter (ich nehme auch mal an das zeigt den Zustand des Selbstwertgefühls an), desto grösser kann der Kreis an Menschen sein, die man trifft, weil eine mögliche Enttäuschung einen nicht so trifft, oder auch, weil die Erwartungshaltung weniger hoch ist, die emotionalen Kosten bei einem nicht so tollen Date-Verlauf geringer sind.
Habe ich dich darin richtig verstanden?
Ja - das Prinzip meinte ich. Nur haben wir hier ja den tollen Konflikt, den man bei vielen sozialen Situationen hat: Einerseits muss ich mich komplett einlassen können - andererseits muss ich mich selbst absichern.
Für mich ist es enorm wichtig, dass ich mich wirklich komplett auf den Menschen einlassen kann - ansonsten brauche ich ihn nicht treffen. Mein erstes Ziel ist somit einen tollen Menschen kennenzulernen, ihn zu verstehen und schätzen zu lernen... und dann kann ich ihn treffen und mir Gedanken machen, ob ich ihn optisch attraktiv finde und er mich als potenzieller Partner anspricht. Aber: Das ist nicht nur rational, sondern da steckt auch mangelndes Selbstvertrauen dahinter.
Und ich weiß für mich, dass sobald Dates für mich Routine wären, ich es komplett sein lassen kann: Dann bin ich noch oberflächlicher und überrolle den anderen einfach.
Im Forum und von PS wird ja oftmals empfohlen, möglichst viele Dates zu haben - ich bin da sehr skeptisch und ich denke, dass diese Empfehlung falsch ist. Wer so tickt, der sollte es so machen - wer nicht, der sollte sich davor hüten. Es laugt aus, deprimiert und man stumpft einfach nur ab... wenn es einem nicht liegt. Wären zumindest meine Gedanken...

Zitat von Freitag:
was mich auch ganz gewaltig nervt bei den ganzen kontakten war, man befasst sich mit dem profil, macht sich gedanken über den menschen dahinter, investiert zeit in mails, die man auch anders nutzen könnte, und der kontakt versandet plötzlich wortlos und das in einem stadium, wo es schon etwas vertrauter wurde... das macht mich echt rasend. dieses dämliche totstellen.
Kann es sein, dass manche sich einfach schwer tun, es richtig rüberzubringen? Ich habe auch mal die Rückmeldung bekommen, dass ich es falsch kommuniziert habe... und mich hat das auch nicht verwundert, weil ich da echt überfordert war: Wenn man da alle Aspekte berücksichtigt und die "perfekte" Absage formulieren will (gerade als Laie), dann platzt einem echt der Schädel.
Also: Vielleicht wissen sie es einfach nicht besser? Ich finde es z.B. sehr schade, dass seitens PS so wenig Wert darauf gelegt wird. Ich denke, dass die Leute oft einfach nur aus Unwissenheit ausweichen, weil es hier eben einfach geht (im Vergleich zum Reallife). Eventuell würden schon ein paar Tipps & Tricks + ein penetrantes "Achtung, du hast noch eine Nachricht, auf die du nicht reagiert hast." viel bewirken. Man könnte auch Bewertungen diesbezüglich einführen usw... Alles nicht durchdacht, aber ich bezweifle, dass man es als Anbieter einfach so hinnehmen muss.
 

No_Kitty

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  • #23
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

@winzling...
habe ich es mir doch gedacht, du bist wirklich ein besonderes Exemplar. Pragmatisch, im RL mehr unterwegs, alles, was ich als mögliche Negativa liste, sind für dich positive Aktivposten - was soll ich da bloss machen????!?

Da hilft nur eins, mein schwarzer, englisch gefärbter Humor.

Zur Kreuzigung? Jeder bitte nur ein Kreuz.....

LG
No_Kitty
 

Freitag

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  • #24
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Zitat von agony:
Also: Vielleicht wissen sie es einfach nicht besser? Ich finde es z.B. sehr schade, dass seitens PS so wenig Wert darauf gelegt wird. Ich denke, dass die Leute oft einfach nur aus Unwissenheit ausweichen, weil es hier eben einfach geht (im Vergleich zum Reallife). Eventuell würden schon ein paar Tipps & Tricks + ein penetrantes "Achtung, du hast noch eine Nachricht, auf die du nicht reagiert hast." viel bewirken. Man könnte auch Bewertungen diesbezüglich einführen usw... Alles nicht durchdacht, aber ich bezweifle, dass man es als Anbieter einfach so hinnehmen muss.
es geht nicht um absagen nach 2, 3 mails. es geht darum wenn man bereits intensiveren kontakt hatte. im verlaufe dessen hat man hoffentlich bereits festgestellt ob ich es mit hilfsschülerinnen, mutanten oder einem russischen übersetzungsprogramm zu tun hatte.
ich brauche keine regelungen über parship oder alberne pünktchen oder fleisskärtchen. wer sowas braucht weil er schlichtweg zu blöd ist, einen computer zu bedienen, zu ungebildet, um stinknormale konventionen zu kennen und zu beachten, spielt sowieso nicht in meiner liga. daher: no excuses! :)
 

Dreamerin

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  • #25
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Ich hatte heute mal, seit langem, eine Zuschrift. Es stellte sich schnell heraus, dass es ein BDSM-Anhänger war. Als ich dieses vorsichtig für mich verneinte, klack, der Machs-gut-Knopf seinerseits. Obwohl dem ein paar nette Mails vorausgingen. Weiß auch nicht, warum man nicht sich nicht einfach mit netten Worten verabschieden kann. Hatte ich die falsche Kinderstube?
 

Freitag

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  • #26
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Zitat von Dreamerin:
Ich hatte heute mal, seit langem, eine Zuschrift. Es stellte sich schnell heraus, dass es ein BDSM-Anhänger war. Als ich dieses vorsichtig für mich verneinte, klack, der Machs-gut-Knopf seinerseits. Obwohl dem ein paar nette Mails vorausgingen. Weiß auch nicht, warum man nicht sich nicht einfach mit netten Worten verabschieden kann. Hatte ich die falsche Kinderstube?
ne, aber du erwartest da echt zuviel. wenns nicht passt, passt es nicht. was soll da einer noch gross süssholz raspeln. gnaz davon abgesehen dass man solche leute wohl auch nicht an normalen massstäben messen kann. denen ist halt der sex in einer spielart, die nicht wirklich noch was mit liebe zu tun hat, sondern mit geilheit, halt wichtiger als eine gute partnerschaft.

und das mit den "netten" mails ist auch so eine sache. ich kenn das ja auch, das nett-und-einfühlsam-tu- gesäusel. aber wehe die masken fallen. dann merkst du erst wie wenig substanz dahinter steckt.
auch so ein grund, wieso ich weg bin von PS...
 

Dreamerin

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  • #27
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Zitat von Freitag:
gnaz davon abgesehen dass man solche leute wohl auch nicht an normalen massstäben messen kann. denen ist halt der sex in einer spielart, die nicht wirklich noch was mit liebe zu tun hat, sondern mit geilheit, halt wichtiger als eine gute partnerschaft.
Na ja, da wäre ich nicht so krass. Es ist eben eine besondere sexuelle Vorliebe. Ich würde nicht so weit gehen, dass es Menschen mit dieser Neigung nur um Sex geht. Der Ingenieur hat uns ja da ausreichend Nachhilfe geleistet. Sie können eben nicht anders. Trotzdem können es doch außerhalb dessen verantwortungsvolle Persönlichkeiten sein. Ich habe da keinerlei Erfahrungen, wollte es aber auch nicht ausprobieren. Daher war es mir wichtig, dieses Thema gleich zu klären.
 

Freitag

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  • #28
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Zitat von Dreamerin:
Ich würde nicht so weit gehen, dass es Menschen mit dieser Neigung nur um Sex geht. Der Ingenieur hat uns ja da ausreichend Nachhilfe geleistet. Sie können eben nicht anders. Trotzdem können es doch außerhalb dessen verantwortungsvolle Persönlichkeiten sein. .
ich hab den ganzen strull nicht so aufmerksam verfolgt udn ich will auch gar nicht wissen wie der ingenieur im innersten tickt. aufgrund seiner beiträge gehört er jedenfalls nicht zu den menschen zu denen ich irgendeinen kontakt anstreben würde :)

wenn ich das hier lese:
http://de.wikipedia.org/wiki/BDSM

reicht es mir schon. und mir kann niemand weismachen, dass dieses gehabe nur aufs bett beschränkt ist und im normalen beziehungsleben keine auswirkungen hat. was passiert denn da wenn die frau mal vergessen hat einzukaufen? wird sie dann erstmal tüchtig bestraft? oder muss sie kniend vor ihm um gnade winseln? mir ist das alles zu schräg.
ich will eine partnerschaft auf augenhöhe und nicht irgendeinen scheiss mit dominanz und erniedrigungen.
 
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  • #30
AW: Emotionale Opportunitätskosten - das Gefühlsdilemma bei der Partnerschaftssuche

Zitat von Freitag:
ich hab den ganzen strull nicht so aufmerksam verfolgt udn ich will auch gar nicht wissen wie der ingenieur im innersten tickt. aufgrund seiner beiträge gehört er jedenfalls nicht zu den menschen zu denen ich irgendeinen kontakt anstreben würde :)
In dem Punkt sind wir ausnahmsweise einer Meinung.

Zitat von Freitag:
wenn ich das hier lese:
http://de.wikipedia.org/wiki/BDSM

reicht es mir schon. und mir kann niemand weismachen, dass dieses gehabe nur aufs bett beschränkt ist und im normalen beziehungsleben keine auswirkungen hat. was passiert denn da wenn die frau mal vergessen hat einzukaufen? wird sie dann erstmal tüchtig bestraft? oder muss sie kniend vor ihm um gnade winseln? mir ist das alles zu schräg.
ich will eine partnerschaft auf augenhöhe und nicht irgendeinen scheiss mit dominanz und erniedrigungen.
Ich hätte erwartet, dass sinnerfassendes Lesen des Artikels in Wikipedia ganz klare Antworten auf deine Fragen liefert. Da dies aber offensichtlich nicht so ist, helfe ich dir ein wenig: unter "Grundzüge" ist in Wikipedia zu lesen: "Die Freiwilligkeit, das heißt die Einvernehmlichkeit zwischen den Beteiligten, grenzt BDSM sowohl rechtlich als auch ethisch von Vergehen oder Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung und von Gewaltmissbrauch ab." Also: wenn Beide(!) das so wollen, ist es möglich, dass die Frau für ihre Vergesslichkeit bestraft wird. Und zwar so, wie Beide(!) das für lustvoll und angemessen halten. Wenn die Frau dafür nicht bestraft werden möchte, dann hat der Dom auch kein Recht dazu und wird es - ein paar Dumm-Doms vielleicht ausgenommen - auch bestimmt nicht tun.