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  • #212
Was für ein totaler Nonsens. Emanzipation heißt ja nicht, daß Frauen zu Männern werden oder umgekehrt... :eek:
 
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  • #213
Wie weit ist die Emanzipation schon fortgeschritten? Ich habe den Eindruck, Deutschland zählt zu den emanzipiertesten Nationen der Welt.

Es gibt jedoch eine Situation, wo man merken kann, dass die Emanzipation bestenfalls noch in den Kinderschuhen steckt: Wenn der Mann auf Partnersuche ist. Der Mann muss meistens den ersten Schritt machen (Real und virtuell), der Mann soll einen besseren Beruf als die Frau haben (auch bekannt unter dem Begriff "Downdating"), bei Dates in gastronomischen Betrieben soll häufig der Mann die Rechnung bezahlen. Außerdem gilt immer noch der uralte Grundsatz "Ladies First". Da stellt sich doch die Frage: Ist tatsächlich vor etwa 40 Jahren die Emanzipation gestartet?
Naja, nicht, dass das die grundsätzlichen Fragen der weiblichen Emanzipation waren, so back in the 70s.
Ansonsten: Nichts Neues. Ändert sich aber auch noch mit der Zeit. Ob es zu unserer Zeit passiert, ist die Frage.

Zur Frage: Ja, Deutschland IST eines der emanzipiertesten und tolerantesten/offensten Länder. Nicht, dass ich alle Länder der Welt gesehen hätte. ;)
Aber allein unsere europäischen Nachbarn sind mit Masse noch auf nem ganz anderen Stand. Und an Europa lege ich bereits einen anderen/höheren Maßstab an.

Frauen sind übervorteilt im Berufsleben und dass sie sich die Rosinen im Dating picken, ist menschlich normal. Träge bin ich jetzt, mit 30 auch. Ich merke, wie angenehm es ist, wenn das andere Geschlecht mal auf einen zukommt uns lehne mich jetzt auch entspannt zurück. Frauen haben mich also auch nur gespiegelt. Wenn sich daran was ändert, dann wegen der Männer, die aus Leidensdruck passiver werden. Und das findet ja statt. Sieht man jedes mal im Club und anderswo und die Foren sind entsprechend voll mit genau diesem Thema.

Die Emanzipation begann nicht vor 40 Jahren (das war bereits die 3. Welle) sondern im 12. Jahrhundert (wenn auch nur als Versuch. Belgien Bewegung).

In Bezug zu welchen anderen Ländern?
Ich hoffe mal nicht Asien.
Naja, Asien ist ... ein Kontinent!

Aber dennoch unterm Strich nur 25% aller "leadership roles". Mann könnte auch sagen, das Segment wird noch vom Mann beherrscht.

Interessant wäre zu wissen, wieviele der Positionen entsprechenden Gesetzen zu verdanken sind.
Eben. DAS ist der springende Punkt. Nicht die Zahl als solches. Wenn alle Frauen KindergärtnerInnen werden WOLLEN, gibt es keinen Grund sich über 0% FinanzmanagerInnen aufzuregen. Das, was mich an dieser Debatte mit am meisten stört. Neben der Tatsache, dass sie von echten Ungerechtigkeiten, wie dem REALEN Lohngefälle zwischen Ost und West gekonnt ablenkt!

Das ist doch auch kein Problem. Es ist ein kultureller Brauch, ähnlich dem Essen mit Messer und Gabel oder dem Verneigen in anderen Ländern. Es wäre unhöflich, dem nicht Rechnung zu tragen. Mir fiel nur auf, dass Emanzipation häufig an diesen Dingen festgemacht wird und dann die Schlüssigkeit angezweifelt wird. Weibliche Emanzipation somit Mist wäre. Als ob es nicht wichtigere gäbe. Truppenursel sprach weit Wichtigeres an.
Das finde ich auch. Nur, dass diese (vom TE angesprochenen) Dinge auch wichtig sind und nicht im Umkehrschluss weggeredet werden sollten als wären sie nicht da. Nur, weil's unbequem ist. Und ob der TE nun das flasche Schlagwort gewählt hat oder nicht: Es geht um den Sachverhalt, den er anspricht. Und der ist real und frustrierend. Nichts, was ich wegwische à la "Stell dich nicht so an." Das fänd' ich respektlos.

Interessant wäre zu erörtern, weshalb es Gesetze zur Gleichberechtigung und Beauftragte braucht? Weshalb hat der Mann die Rolle, die hat und nicht die Frau? Seit 100.000+ Jahren? Das dürfte kein Zufall sein...

Stichwort: Brainsex
Und es wäre besser, wenn die Frau diese Rolle hätte? Aha.

Interessant wäre zu erörtern, weshalb es Gesetze zur Gleichberechtigung und Beauftragte braucht? Weshalb hat der Mann die Rolle, die hat und nicht die Frau? Seit 100.000+ Jahren? Das dürfte kein Zufall sein...

Stichwort: Brainsex
Und es wäre besser, wenn die Frau diese Rolle hätte? Aha.
Und wie ist es mit den ganzen Frauen, die zunehmend in irgendwelche Vorstandsetagen wandern: haben deren Brains ne Evolution durchgemacht oder sind die alle einfach wider die Natur?
Ja, die haben sich zu männlichen Brains weiterentwickelt.
 
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  • #214
Ich finde der Begriff "Emanzipation" ist inzwischen recht negativ behaftet (ob nun zu Unrecht oder nicht).
In Norwegen und Dänemark finde ich die "echte Emanzipation" (also nicht die negativ behaftete). Da wird "Gleichberechtigung" gelebt, nicht darüber diskutiert. Frauen verdienen dasselbe wie Männer (in der gleichen Position). Aber das liegt wohl auch dran, dass dort flache Hierchien herrschen. Da kocht auch mal der Chef den Kaffee für seine Angestellten. Außerdem "du´zt" man sich überlicherweise. Produktivität wird nicht an "Zeitstunden" gemessen. Wer früher fertig ist, darf auch früher nach Hause (z.b. weil die Kinder von der Schule abgeholt werden müssen). Irgendwie ist es da entspannter und lockerer. Familie lässt sich auf ganz natürliche Weise mit dem Beruf vereinbaren. Davon sind wir in Deutschland weit entfernt. Es geht also gar nicht direkt um Emanzipation. Es geht nur um (geschlechtsunabhängige) Gerechtigkeit. Die Frage, ob der Mann den Tisch aussucht oder die Frau, ist individuell je nach Neigung. Darum geht es doch letztlich gar nicht.
Einen Unterschied im Gehalt bei gleicher Eignung, Leistung und Befähigung aufgrund des Geschlechtes zu machen, wäre verfassungs- und ergo gesetzeswidrig. Ich kenne auch keinen Personaler, der sich das trauen würde. Der #Aufsschrei wäre groß, die Bild würde ihn zerreißen. Zu Recht. Warum sollte er sowas auch tun? Und ich kenne auch keinen Chef, der sagen würde, ich mach keinen Kaffee, das können die Mädels machen.

Ansonsten geb ich dir Recht. Vor allem in deiner Differenzierung von E. zu Gleichberechtigung.
 
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  • #215
Ich habe in der Tat nicht das Gefühl dass ich als Mann im Vorteil wäre, zumindest nicht da wo ich wohne, das kommt stark auf den Standort an. Da wo ich bin sehe ich mich sogar im Nachteil weil tendenziell von meinem Geschlecht eine höhere Erwartungshaltung in puncto Leistung sowie auch Verdienst besteht. Eine Frau, ohne Kinder, kann sich da noch eher aus Leistung raushalten und auch oft Teilzeit werkeln, hingegen beim Mann ist es kaum akzeptiert. Mache ich das Gleiche wie viele Frauen z.B. Hausmann, werde ich von einigen Frauen sogar offensiv angerempelt da sie mit dieser Art der Gleichberechtigung nicht klarkommen und dieses Format offenbar für sich beanspruchen. Ich habe deswegen auch mein Profil geändert damit es weniger polarisiert.

Ne du, Emanzipation der Frau halte ich in Mitteleuropa für überholt, hier trifft der Bedarf immer mehr auch die Männer, da stimme ich zu.

Das Wort Gleichberechtigung nehme ich ungerne in den Mund da es eine Art Recht ist und ein Recht gibt es eigentlich nur auf einigen Papieren und es umfasst auch hier nur gesellschaftlich akzeptierte Leute. Effektive Rechte sind reine Machtverhältnisse wenn ich die Welt durchaus objektiv beurteile. Das weicht individuell natürlich stark ab, z.B. ich als Aussenseiter in der Gesellschaft bin per se stark entrechtet, ganz egal wie das allgemeine Niveau wäre. Es gibt laut meiner Auffassung 2 prioritäre Grundrechte welche alles andere herunterdrücken, das Einte ist das Recht des Stärkeren und das Andere ist das Recht des Kollektiv welche diese Rechte ohne jede Gesetzgebung in einer Art Dogma erzwingen.

Gesetze schützen hauptsächlich die Investition und die "Habenden", sie haben wenig damit zu tun um eine meist unerwünschte Gleichheit durchzusetzen.
 
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Deleted member 20013

  • #216
Also beim Mietrecht z.B. finde ich es sehr eindrücklich, wie die "Nicht-Habenden" geschützt werden - fast schon bis hin zur Absurdität und in manchen Fällen der praktischen Enteignung der "Habenden" (Bsp. Mietnomaden).
Wenn ich noch eine Weile überlegen würde, würden mir bestimmt noch viele andere Beispiele einfallen.

-------------------
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  • #217
In der Schweiz kann man Mietnomaden vor die Tür setzen mit hartem Schuh trotz 80% Mieteranteil, eine Rekordquote. Geben tut es diese Nomaden trotzdem aber nur weil der Besitzer oft grossherzig ist. Das Gesetz schützt hier keine Nomaden und ist man verschuldet dann steckt man erst recht tief im Morast da absolut keinen Schutz vor den Konsequenzen. Allerdings: Ausnahmen bestätigen die Regel wie so oft, was man bei den deutschen Nomaden (da jedem gesetzlich ein Zuhause zusteht, mit oder ohne Geld) ja gut erkennt. Als Vermieter würde ich einfach vehement steuerlich geltend machen dass keine Mieteinnahmen mehr da sind und nichts mehr investieren, Schadenminimierung betreiben.

Das mit den Mieten ist mancherorts sowieso unüblich z.B. in Ungarn kriegt man für 50 tausend EUR brauchbare Häuser mit Land.

Das mit Enteignung (das hat viele Gesichter und Macharten wie man etwas wegnimmt, es ist ein weiter Begriff) ist weltweit gang und gäbe und kann sehr viele treffen. Je reicher/mächtiger desto kleiner das Risiko. Das Gesetz schützt zwar schon vorwiegend die "Habenden", allerdings gibts unter den "Habenden" viele Machtkategorien. Wenig mächtige "Habende" können oft enteignet werden (auch durch Mietnomaden quasi der Fall) aber je mächtiger der "Habende" ist desto weniger ist er anfällig auf Enteignung. Genau deswegen haben immer weniger immer mehr...
 
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  • #218
Das Gesetz schützt zwar schon vorwiegend die "Habenden"
Mir fallen da aber auch einige Situationen ein, in denen die "Habenden" (ist das tatsächlich ein Wort? ;)) vom Gesetz benachteiligt werden. Wenn du sparsam lebst und Geld zur Seite legst, dann kriegst du bei gleichem Einkommen weniger Vergünstigungen als wenn du dein Geld laufend ausgegeben hast. Ist eigentlich auch unfair denen gegenüber, die nicht immer alles Geld gleich ausgeben.
Das einflussreichere Leute ihr Vermögen besser schützen können, ist unfair aber lässt sich auch nur schwer verhindern.

Manchmal lebt man glücklicher, wenn man sich von der Vorstellung verabschiedet, dass es im Leben fair zugehen soll. (Womit ich nicht sagen möchte, dass es sich nie lohnt gegen Ungerechtigkeit anzukämpfen.)
 
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  • #219
Kommt wieder drauf an ob man "Kleinsparer" oder "Grossparer" ist. Es gibt hier ja eine Konfliktsituation, denn die oft milliardenschwere "Grossparer" möchten ja dass die Konsumenten brav mit ihren Moneten Plunder kaufen damit die Wirtschaft profitabler wird. "Kleinsparer" sind daher daher nicht wirklich "Habende" sondern "Möchtegern-Habende", das sind wieder verschiedene paar Schuhe. Für diesen Status muss man effektiv gesellschaftlich prädestiniert sein, ansonsten wird man gleich wieder enteignet. Ich sag meiner Mutti auch gerne, "Wenn du mal eine Rente hast und Pensionskassengelder dann guck bitte dass du es sofort in eine feste Materie reinsteckst welche dein Leben sichert und dich nährt und schieb es bloss nicht dem Fiskus unter die Nase denn sie finden immer einen Weg um einem Kleinsparer etwas abzuknöpfen". Sie ist zum Glück nicht so blöd und ist weder am Geld anhäufen noch lässt sie ungenutzt Pensionskassengelder rumliegen. Voraussichtlich wird sie das Geld in Ungarn in Haus mit Land investieren.
 
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  • #220
Je reicher/mächtiger desto kleiner das Risiko. Das Gesetz schützt zwar schon vorwiegend die "Habenden", allerdings gibts unter den "Habenden" viele Machtkategorien. Wenig mächtige "Habende" können oft enteignet werden (auch durch Mietnomaden quasi der Fall) aber je mächtiger der "Habende" ist desto weniger ist er anfällig auf Enteignung. Genau deswegen haben immer weniger immer mehr...
Haben wir das nicht alle schon beim Monopolyspiel bemerkt?
 
S

Sandbank

  • #222
Interessante Eingangsfrage.... spontaner Gedanke dazu von mir: wenn es den ersten männlichen Frauen- oder Gleichstellungsbeauftragten gibt, dann sind wir bei diesem Thema wohl einen großen Schritt weiter. Dabei fand ich allerdings dies hier:
http://www.mdr.de/nachrichten/polit...hstellungsbeauftragte-sachsen-anhalt-100.html
http://www.n-tv.de/ratgeber/Mann-blitzt-ab-article782766.html

und war erschrocken darüber, dass es dazu anscheinend tatsächlich bereits abschlägige Urteile von Oberverwaltungsgerichten dazu gibt. o_ODie Begründung, nur Frauen könnten für ihre eigenen Rechte eintreten halte ich ja für mehr als dürftig oder wie seht ihr das? :(

Irgendjemand hat hier im Thread einen interessanten Link eingestellt, der ein Experiment beschreibt, dass in einer Firma ein Mann und eine Frau ihren dienstlichen Account getauscht haben. Die beschriebenen, erstaunlichen Auswirkungen im Sinne des Respektierens am anderen Ende der Leitung, wenn auch nicht mit empirischen Studien zu vergleichen, fand ich ja hochinteressant und halte es, auch aus eigenen Erfahrungen, für absolut glaubwürdig. Und genau deshalb frage ich mich auch: wäre es nicht sinnvoller, eben genau deshalb Männer für Gleichstellungspositionen zu besetzen. Oder andersherum: Wird nicht mit gesetzlich vorgegebener weiblicher Besetzung das Thema konterkariert?..Wird es nicht genau dadurch zu einer Alibiveranstaltung?
 
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