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  • #181
Du hast geschrieben
...
Da würde mich interessieren, welche Herangehensweise du von einer Führungskraft (an deiner Stelle) erwarten würdest.
Diese Bemerkung rührte daher, dass "deine Elternzeitführungskräfte" m.E. nach einen recht großen Gestaltungsspielraum haben und ich ihr Problem nur bedingt nachvollziehen kann.

Ich bin in meinem Fall meine eigene Führungskraft mit einem aktuell nicht lösbaren Knoten in der Energie-Zeit-Geld-Ressourcenverteilung. Ich brauche dringend mehr Zeit für ein laufendes - langfristig hoffentlich ausreichend lukratives - Projekt, sehe aber keinen Spielraum an den anderen Stellschrauben.

Im Grunde gibt es keine unlösbaren Probleme. Solange sie formuliert werden, lassen sich auch Lösungen entwickeln. Dazu braucht es gegenseitige Wertschätzung, Vertrauen, Eigenverantwortlichkeit, Entscheidungsfreude, Flexibilität, Mut, Pragmatismus, variable Komfortzonen und recht freie Geister. Und ggf. den kritischen Blick, ob das Problem richtig formuliert ist.* Eine solche Atmosphäre zu schaffen ist also eher das Geheimnis - beginnt weit vor dem Problem und gilt nicht nur für Arbeitsverhältnisse.
Führungskräften ist generell zu wünschen, dass sie stark genug sind, Verantwortung ans Team abzugeben und Ressourcen für Visionen, Weiterentwicklungen etc. zu haben, statt im Alltagsgeschäft festzustecken.

*Anm. Wenn ich mir das Problem da oben anschaue, dann sollte ich mal "ich" und "Zeit" auf den Prüfstand stellen. :) Und der letzte Satz ist auch nicht dumm:p
 
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  • #182
Was würdest du von Führungskräften in Hinblick auf unlösbare Szenarien erwarten?
ich habe gelegentlich mit skandinavischen unternehmen zu tun. da ist häufig ab 16 uhr schicht im schacht. meetings werden z.b. bewusst nicht so spät angesetzt, damit es für alle problemlos möglich ist, teilzunehmen. und schon ist das thema familie-beruf auch für führungskräfte einfacher zu handlen.
 
D

Deleted member 21128

  • #183
Diese Bemerkung rührte daher, dass "deine Elternzeitführungskräfte" m.E. nach einen recht großen Gestaltungsspielraum haben und ich ihr Problem nur bedingt nachvollziehen kann.
Das ist richtig, aber dein ganzer Post zeigt auch, dass es von draußen betrachtet immer leichter scheint, etwas zu ändern, weil man abseits von eigenen Erfordernissen, Wünschen und Bedürfnissen immer mehr Spielraum sieht.
Im Grunde gibt es keine unlösbaren Probleme.
Genau. Man müsste aber mitunter Dinge tun, die man halt nicht tun will. In meinem Beispiel die Führungskräfte, die eben nicht auf viel Einkommen verzichten möchten. Was ist es bei dir? Ein Außenstehender würde vielleicht sagen: "Das ist doch ganz einfach, du musst doch nur weniger Aufträge annehmen." Oder so.
Dazu braucht es gegenseitige Wertschätzung, Vertrauen, Eigenverantwortlichkeit, Entscheidungsfreude, Flexibilität, Mut, Pragmatismus, variable Komfortzonen und recht freie Geister.
Menschen mit diesen skills gibt es aber nicht viele. Im Zweifelsfall ist dann halt doch das eigene Hemd näher als der Rock. Hast du nicht selbst gesagt, dass du im nächsten Leben egoistischer wirst?
Führungskräften ist generell zu wünschen, dass sie stark genug sind, Verantwortung ans Team abzugeben und Ressourcen für Visionen, Weiterentwicklungen etc. zu haben, statt im Alltagsgeschäft festzustecken.
Das ist absolut richtig und damit hast du mE eines der größten Probleme in diesem Bereich formuliert. Wieder aus Sicht der Unternehmen betrachtet: Mitarbeiterführung braucht Zeit! Führungskräfte müssen sich daher für angemessene Zeit vom Tagesgeschäft lösen können und dürfen. Flache Hierarchien tragen dazu dabei, dass Verantwortung dort getragen wird, wo sie hingehört, aber das Übertragen von Verantwortung muss auch verlangt und geschult werden.
*Anm. Wenn ich mir das Problem da oben anschaue, dann sollte ich mal "ich" und "Zeit" auf den Prüfstand stellen. :) Und der letzte Satz ist auch nicht dumm:p
Vermutlich ein guter Zeitpunkt, die Weichen richtig zu stellen, sonst riecht das sehr nach Stress.
 
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Deleted member 21128

  • #184
ich habe gelegentlich mit skandinavischen unternehmen zu tun. da ist häufig ab 16 uhr schicht im schacht. meetings werden z.b. bewusst nicht so spät angesetzt, damit es für alle problemlos möglich ist, teilzunehmen. und schon ist das thema familie-beruf auch für führungskräfte einfacher zu handlen.
Ja, das ist auch ein Ansatz, den ich verfolge. Wir müssen aus den Köpfen rausbringen, dass diejenigen Führungskräfte besonders gut sind, die viele Überstunden machen. Ich sage diesen mitunter, dass sie schlechte FK sind, wenn sie es nicht in der vereinbarten Arbeitszeit schaffen. Und ich 'schicke' sie manchmal nach Hause, vor allem, wenn sie kleinere Kinder haben.
Ich gehe selber mit gutem Beispiel voran und arbeite selten länger als meine 40 Stunden. Das liegt aber eher an meiner Faulheit... :)

Edit: Das Problem ist, dass die Zeit mit kleinen Kindern immer in die Phase des beruflichen Aufbaus fällt, da wird ja oft verlangt, dass man sich voll reinhängt. Außerdem ist man da auch maximal leistungsfähig.
 
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  • #185
ich habe gelegentlich mit skandinavischen unternehmen zu tun. da ist häufig ab 16 uhr schicht im schacht. meetings werden z.b. bewusst nicht so spät angesetzt, damit es für alle problemlos möglich ist, teilzunehmen. und schon ist das thema familie-beruf auch für führungskräfte einfacher zu handlen.
Musst gar nicht soweit schauen. In IT Unternehmen gehts immer mehr Richtung remote, flexible und von daheim arbeiten. Ist eh billiger. Da sagt keiner was,wenn die Kinder oder Frau/Mann im Hintergrund mal zu hören sind in meetings.
Geht natürlich nicht immer. Hat auch keiner immer um 16 Uhr Fa, sondern bei Bedarf klappt man den Pc auf wenn die Kids schlafen.
 
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  • #186
Das ist richtig, aber dein ganzer Post zeigt auch, dass es von draußen betrachtet immer leichter scheint, etwas zu ändern, weil man abseits von eigenen Erfordernissen, Wünschen und Bedürfnissen immer mehr Spielraum sieht.
Aber das ist doch sogar die Kunst bei (eigenen) Problemen. Auch mal die von-draußen-Sicht einnehmen. Habe ich ja oben auch gemacht - und siehe da ... Was nicht bedeutet, dass es einfach ist oder gar die Erkenntnisse leicht umsetzbar sind.
Von daher ist es eben dann Deine Aufgabe, Deinen Führungskräften mal die von-draußen-Ansicht zu spiegeln um Ihnen ihre Spielräume zu verdeutlichen.

Was ist es bei dir? Ein Außenstehender würde vielleicht sagen: "Das ist doch ganz einfach, ...
Nee, das sagt gerade keiner ;):oops:

Menschen mit diesen skills gibt es aber nicht viele. Im Zweifelsfall ist dann halt doch das eigene Hemd näher als der Rock. Hast du nicht selbst gesagt, dass du im nächsten Leben egoistischer wirst?
Die meisten Menschen werden bezüglich Motivation, Leistungsbereitschaft etc. völlig unterschätzt, meist gar nicht gesehen. Vielfach fokussiert man sich auf GF-Ebene nur auf einen relativ kleinen MA-Kreis - und ist darüberhinaus blind. Ein Fehler, der, würde man ihn in Euro beziffern, manchen wachrütteln würde.

Was meine Bemerkung zum Egoistischersein betrifft: ich würde keinen Deut schlechter oder weniger arbeiten - ich würde es mir nur bezahlen lassen ;) Im übrigen laufen zeitgemäße Unternehmensführungen ja eben darauf hinaus, dass solche Skills gefördert und entwickelt werden, auf allen Ebenen.

..., aber das Übertragen von Verantwortung muss auch verlangt und geschult werden.
Gerade "bewährte" Unternehmen haben oft gar nicht definiert, welchen Führungsstil sie eigentlich erwarten. Da ist Wildwuchs ohne Ende, und der Willkür sind Tür und Tor geöffnet. Viele Führungskräfte halten sich am Tagesgeschäft fest, weil sie für die tatsächlichen Führungsaufgaben gar nicht kompetent sind.

Vermutlich ein guter Zeitpunkt, die Weichen richtig zu stellen, sonst riecht das sehr nach Stress.
Der lässt sich auch weiterhin nicht vermeiden, obwohl rein vernunftmäßig eine deutliche Reduzierung angesagt wäre. :rolleyes:

...Ich sage diesen mitunter, dass sie schlechte FK sind, wenn sie es nicht in der vereinbarten Arbeitszeit schaffen. ... Ich gehe selber mit gutem Beispiel voran und arbeite selten länger als meine 40 Stunden. Das liegt aber eher an meiner Faulheit... :)
Edit: Das Problem ist, dass die Zeit mit kleinen Kindern immer in die Phase des beruflichen Aufbaus fällt, da wird ja oft verlangt, dass man sich voll reinhängt. Außerdem ist man da auch maximal leistungsfähig.
Was ein Durcheinander :)
- Wenn Du es Ihnen sagen musst, dass sie nach Hause gehen sollen, sie aber den Eindruck haben, sie schaffen ihr Pensum nicht, dann stimmt irgendwas nicht.
- Beruflicher Aufbau ist heutzutage IMMER. Da haben sich die Zeiten geändert.
- Daher gilt es seine Energie auf Langstrecke einzuteilen, gerne mit ein bisschen mehr Engagement am Anfang. Aber wer da losspurtet, dem geht irgendwann über die Jahrzehnte die Puste aus (siehe oben, meine Erfahrung).
 
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  • #187
Musst gar nicht soweit schauen. In IT Unternehmen gehts immer mehr Richtung remote, flexible und von daheim arbeiten. Ist eh billiger. Da sagt keiner was,wenn die Kinder oder Frau/Mann im Hintergrund mal zu hören sind in meetings.
Geht natürlich nicht immer. Hat auch keiner immer um 16 Uhr Fa, sondern bei Bedarf klappt man den Pc auf wenn die Kids schlafen.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/IBM-will-vom-Home-Office-nichts-mehr-wissen-3664290.html
Die Pioniere rudern aber längst wieder zurück. Und mir kommt auch kein Schreibtisch mehr ins Haus :)
 
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Oh, schön. Ersten Thread mit vielen Posts geöffnet und - siehe da - ein bekanntes "Gesicht". Hallo, lieber equinox!
... hallo liebe nuit,
schön, dass du dich hier auch mal wieder 'blicken' lässt. Ich bin ebenfalls nur noch sporadisch 'anwesend' und beteilige ich mich mit einem kleinen Beitrag. Ich habe auch den Eindruck, dass ironische Untertöne leider immer weniger verstanden werden, aber das scheint ja durchaus dem RL zu entsprechen. Schade, dem Diskurs der Geschlechter geht damit das Spielerische verloren, Subtilität scheint derzeit nicht wirklich angesagt ...
 
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  • #190
  • Ist die Partnersuche durch die Emanzipation schwieriger geworden? ---> Ja
  • Wenn ja für wen? Für die Männer, weil Frauen stärker geworden sind? Oder auch für die Frauen? ---> Für beide.
  • Muss der Mann mehr bieten bei der Partnersuche ---> Ja
  • – erhält er dafür auch mehr (im Vgl. zu früher)? ---> Nein (liegt an der Emanzipation)
 
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  • #191
  • Dass Frauen Männer ansprechen oder im OD anschreiben – wünscht sich das eine Mehrheit der Männer? Warum? ----> Das wirst Du hier nicht erfahren, da hier nur 20 bis 30 Männer im Forum aktiv sind. Meine Meinung: Wäre doch ganz praktisch, wenn nicht immer nur der Mann die erste Nachricht schreiben müsste.....
 
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  • #192
erhält er dafür auch mehr (im Vgl. zu früher)? ---> Nein (liegt an der Emanzipation)
wie kommst du denn darauf? mann muss frau heutzutage nicht mehr "versorgen" und für zwei verdienen, denn sie verdient ja selbst (evtl. sogar mehr als er). und wenn er sie dann irgendwann doof findet, lässt er sich halt scheiden und muss nicht befürchten, lebenslang unterhalt an seine ex zahlen zu müssen. ist noch nicht lange her, als das gesetzlich so geregelt war. will irgendein mann das wirklich wieder so haben? ich glaube nicht... :D
 
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*Andrea*

  • #195
  • Ist die Partnersuche durch die Emanzipation schwieriger geworden? ---> Ja
  • Wenn ja für wen? Für die Männer, weil Frauen stärker geworden sind? Oder auch für die Frauen? ---> Für beide.
  • Muss der Mann mehr bieten bei der Partnersuche ---> Ja
  • – erhält er dafür auch mehr (im Vgl. zu früher)? ---> Nein (liegt an der Emanzipation)
Meine Antwort zu diesen Fragen hatte ich bereits mal gepostet:
Ich würde mal die Hypothese wagen, dass unsere Gesellschaft durch die Emanzipation offen bunter geworden ist, dass Männer und Frauen mehr Möglichkeiten haben, sich so zu zeigen, wie sie sind, und dass es deswegen vielleicht schwieriger geworden ist, (irgend) jemanden als Partnerin oder Partner zu finden, aber dafür leichter, jemanden, der wirklich passt.
Nun ist den einen das eine wichtiger, den anderen das andere.
Zu dieser ganzen Aufrechnerei möchte ich noch ergänzen:
Ich würde definitiv keinen Beziehungs- und Beitrags-Buchhalter als Partner wollen. Ich finde es dagegen attraktiv, wenn sich jemand um Klischee-Rollenvorstellungen (seien es als angesagt empfundene, moderne oder traditionelle) nicht schert, sondern grundsätzlich so leben will, wie es ihm persönlich entspricht. Das tue ich ja auch.
Im Alltag müssen man und frau dann natürlich auch zu kleineren Kompromissen bereit sein, so wie in jedem konstruktiven menschlichen Miteinander.