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  • #151
Finds ja nett, dass ihr euch um den doch recht kleinen Kreis der Gutverdienenden sorgt, die in der Familiengründungsphase stecken. Beruflich Aufstrebende machen doch so 4-6 Wochen am Stück glaub ich, das kommt gut an und schadet nicht.
 
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  • #152
...ich habe mehr und mehr das Gefühl, das Frau meint sie ist Automatisch mehr wert wie der Mann.
Die Frage ist wann in der Gesellschaft Mann aufhört Frau hinterher zu laufen.
Am Ende stirbt die Liebe aus weil es nur noch um Überlegenheit und Marktwert geht und nicht mehr um das Gefühl.
 
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  • #153
"Warum ist es besonders, dass wir eine Kanzlerin haben?"

Besonders ist daran, dass die BRD da im europäischen Vergleich reichlich spät dran war. Besonders ist auch, dass in diesem unserem Lande die Voraussetzung dafür, dass Frau in der Politik erfolgreich ist, offensichtlich ein überwiegend - vorsichtig formuliert - eher unattraktives Erscheinungsbild ist. Warum wohl?

"Frauen haben für sie neue Bereiche erobert und haben sich «verbessert» – was ist mit dem Mann? Ist er stehengeblieben?"

Ja. Definitiv. Zumindest ein Großteil davon.
Frage am Rande: Wie hoch ist hierzulande wohl der Anteil an Männern (nicht nur, aber auch in Führungspositionen), die sich nachdrücklich dafür einsetzen (und dabei auch Konflikte in Kauf nehmen), dass sie über mehrere Jahre in Elternteilzeit gehen können? (Ach ja, in Schweden ist Elternteilzeit für Männer mittlerweile verpflichtend.)
Oh, schön. Ersten Thread mit vielen Posts geöffnet und - siehe da - ein bekanntes "Gesicht". Hallo, lieber equinox!
 
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  • #154
Momentan würde ich "das Problem" gerne aus meiner Warte und mit den ganzen faktisch vorhandenen Bedingungen betrachten.
Dein Szenario ist mir nicht in allen Teilen klar.

Wir haben also einen - relativ klassisch strukturierten - AG und eine/n AN die unvorbereitet (!) vor dem Thema Elternzeit stehen. Nachwuchs ist unumkehrbar unterwegs. Nix geplant. Zeit ist knapp.

Dir ist es dabei wichtig, dass es sich beim AN um eine komfortabel bezahlte Führungskraft handelt. Was m.E. nicht relevant ist, denn die Fragen, die sie sich stellen muss sind die gleichen, wie bei jedem anderen AN in dieser Situation (grob umrissen).

- Wie kann ich die Einkommenseinbußen auffangen?
- Wie lange kann ich aus dem Unternehmen fernbleiben, ohne dass mein Job weg ist bzw. der Karriereknick zu einschneidend ist.
- Wie und ab wann stelle ich mir die weitere Betreuung meines Kindes vor?
- Wie stelle ich mir meine weitere berufliche Zukunft vor.
- Wie kriege ich das alles unter einen Hut.

Wer weniger bekommt, als er ausgibt muss alle Haushaltsposten runterrechnen. Auch wenn es weh tut. Deine FK hat es da noch ein wenig komfortabler, bei ihr dauert es länger, bis sie unter gewisse Grenzen fällt und es wirklich arg wird. Ihre Einbußen mögen prozentual größer sein, dennoch bleibt ihr in allem ein größerer Spielraum.

Zudem dürfte sie bei Banken etc. eine bessere Ausgangsbasis für (Nach)Verhandlungen, Zwischenfinanzierungen, etc. haben. Ansonsten - streichen. Da geht eine Menge, wenn man muss. Und dieses Muss ist hier ja relativ freiwillig, selbstverschuldet, wie auch immer. Im übrigen, muss eh alles neu kalkuliert werden, denn nach max. 2 Jahren sind umfangreiche Betreuungskosten fällig.

Müssen es überhaupt 2 Jahre sein? Ich kenne niemanden, der das riskiert. Kommt auch auf den AG an. Wie loyal ist er? Ist die Vertretungslösung (intern, extern, Umstrukturierung o.ä.) nachher die bessere Wahl? Risiko. Können wir Deiner FK nicht ersparen.

Das Thema Jobqualität finde ich im übrigen wichtiger, als den monetären Aspekt. Dass wir hier letztlich auch über ein Kind und sein Wohl sprechen (und das braucht keine 4000-Euro-Kredit-pro-Monat-Hütte), kommt total zu kurz.

Der AG schreibt die Stelle befristet aus oder besetzt sie komissarisch mit jmd aus dem eigenen Haus. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, je nach Struktur, Branche, etc. Kann ich nix zu sagen. Wichtig wäre eine hohe Loyalität des AGs- aber wer will die garantieren. Zeitgemäße AG bzw. Gründer setzen sich mit den veränderten Anforderungen junger AN (Worklife-Balance, Homeoffice, Quality time etc.) eh anders auseinander. Zwangsweise, sonst wird es irgendwann eng. Nicht nur mit Führungskräften. Aber von so einem AG sprechen wir in diesem Szenario ja nicht.

Worauf willst Du eigentlich hinaus?
 
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Deleted member 21128

  • #155
Wie hoch ist hierzulande wohl der Anteil an Männern (nicht nur, aber auch in Führungspositionen), die sich nachdrücklich dafür einsetzen (und dabei auch Konflikte in Kauf nehmen), dass sie über mehrere Jahre in Elternteilzeit gehen können?
in Führungspositionen ist das einfach unglaublich schwierig und kostspielig. Will der Verbraucher am Ende den Preis dafür bezahlen?
Ich denke, hier hast Du Dich vergaloppiert. Denn dass Frauen AUCH gerne Mütter sind UND einen qualifizierten Job möchten, ist doch das Argument, sie nicht in Führunspositionen zu lassen. Weil - angeblich zu teuer. Mit höheren Preisen zu argumentieren ist m.E. unsinnig. Die Verbraucher geben für soviel Mist Geld aus ...
Würden Männer UND Frauen in Führungspositionen ihre Elternzeit gleichermaßen einfordern (also im gesammelten Durchschnitt), dann gäbe es das Thema gar nicht.
DAS wäre Emanzipation. Warum treten Männer und Frauen nicht gemeinsam dafür ein? Es ist doch im gemeinsamen Interesse, dass es allen gut geht.
...
Dein Szenario ist mir nicht in allen Teilen klar.
Dir ist es dabei wichtig, dass es sich beim AN um eine komfortabel bezahlte Führungskraft handelt. Was m.E. nicht relevant ist,
Liebe Himbeermond, wahrscheinlich kommt dir das wieder wie 'Wortklauberei' vor, aber mit der Kommunikation tu ich mich schwer.
Du hast gefragt, woran es liegt, und ich habe versucht, das aus meinem Erfahrungsspektrum heraus zu beantworten.
Du hast von Ideen geschrieben, aber deine Lösungen sehen vor allem vor, dass die Eltern planen und sich einschränken.
Ich muss tagtäglich die durch Elternzeit bei Führungskräften entstehenden Probleme handlen, und ich kenne viele davon. Brauchbare Lösungsvorschläge, die allen gerecht werden, gibt es wenige.

Ich bin in einem sehr modernen Unternehmen 'groß geworden', welches in Deutschland und in Europa einen hervorragenden Ruf hat, was solche Themen angeht. Glaubst du, da gibt es solche Probleme nicht?
 
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  • #156
Ich plädiere für mehr Egoismus, gerade bei Frauen. Das ständige Zurückstecken schadet am Ende allen Beteiligten, auch denen, mit denen man es gut meint.
Zum Thema Elternzeit und deren Auswirkung auf die spätere Rente wurde vor einiger Zeit ein Infoblatt der österr. Sozialversicherung an die Haushalte versendet. Darin wurden mittels ansehnlichen Statistiken die Frauen aufgefordert nach der Karenzzeit so schnell wie möglich wieder Vollzeit arbeiten zu gehen um nicht unter die Armutsgrenze zu fallen in der Rente. Altersarmut ist in Österreich ein hauptsächlich weibliches Problem.

Mich hat daran schockiert dass in unserer Gesellschaft eine Familie großzuziehen (und somit den Staat mit späteren Steuerzahlern zu versorgen) so viel weniger Wert ist als sein Leben lang arbeiten zu gehen....o_Oo_Oo_O

Früher konnte ein Familienmitglied (meistens der Mann) mit einem Gehalt die ganze Familie ernähren. Heute müssen beide erwerbstätig sein.
 
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  • #157
Zum Thema Elternzeit und deren Auswirkung auf die spätere Rente wurde vor einiger Zeit ein Infoblatt der österr. Sozialversicherung an die Haushalte versendet. Darin wurden mittels ansehnlichen Statistiken die Frauen aufgefordert nach der Karenzzeit so schnell wie möglich wieder Vollzeit arbeiten zu gehen um nicht unter die Armutsgrenze zu fallen in der Rente. Altersarmut ist in Österreich ein hauptsächlich weibliches Problem.

Mich hat daran schockiert dass in unserer Gesellschaft eine Familie großzuziehen (und somit den Staat mit späteren Steuerzahlern zu versorgen) so viel weniger Wert ist als sein Leben lang arbeiten zu gehen....o_Oo_Oo_O

Früher konnte ein Familienmitglied (meistens der Mann) mit einem Gehalt die ganze Familie ernähren. Heute müssen beide erwerbstätig sein.
Das ist ganz einfach kapitalistische Ausbeutung in reinster Form.
 
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Deleted member 21128

  • #158
Früher konnte ein Familienmitglied (meistens der Mann) mit einem Gehalt die ganze Familie ernähren. Heute müssen beide erwerbstätig sein.
Ja, der Trend ist in Deutschland wohl ähnlich.
Allerdings muss man auch feststellen, dass die Ansprüche gewachsen sind. Früher hatte man maximal ein Auto in der Familie, meist ein einfaches, gebrauchtes. Heute sind es zT drei oder vier. Früher lebte man in einfachen, kleinen Wohnungen und nicht im EFH mit Garten. Früher flog man nicht 2 oder 3 mal im Jahr in den Urlaub. Man hatte keine Markenklamotten und ging auch sehr selten zum Essen. Man hatte keine Handies und PCs und Spielekonsolen. Usw. usf.
Würde man so leben wie früher, würde so manches Gehalt auch für eine Familie reichen.
Ist nur die Frage, ob man das will. Ganz offensichtlich sind das sehr wenige.
 
O

Observer

  • #159
Altersarmut ist in Österreich ein hauptsächlich weibliches Problem.
Mich hat daran schockiert dass in unserer Gesellschaft eine Familie großzuziehen (und somit den Staat mit späteren Steuerzahlern zu versorgen) so viel weniger Wert ist als sein Leben lang arbeiten zu gehen....o_Oo_Oo_O
Im Falle einer Scheidung wird ja die erarbeitete Rente aufgeteilt. Wenn also eine Frau 10 Jahre wegen der Kinder zu Hause bleibt und es zur Scheidung kommt, so erhält sie 5 Jahre von der Rente des Mannes (die Hälfte, =Versorgungsausgleich). Am Ende fehlen beiden je diese 5 Jahre. Nichtarbeit wegen Kindern also ein Nachteil.
Und eine alleinerziehende Frau, die nicht Fulltime arbeitet, ist klar benachteiligt.

Früher konnte ein Familienmitglied (meistens der Mann) mit einem Gehalt die ganze Familie ernähren. Heute müssen beide erwerbstätig sein.
Ist das wirklich so? Können wir uns heutzutage weniger leisten, oder sind die Ansprüche gestiegen? Wir geben Geld aus für Dinge, die es früher nicht gab: neues Smartphone alle 2 Jahre, Handyverträge, Internet-Abo, TV-Flatscreen am besten in jedem Raum, alle möglichen Geräte wie MP3-Player, Notebooks, ipads, Video-On-Demand-Abos, Versicherungen gegen alles mögliche, Fitness-Abo, alle 4 Jahre ein neues Leasing-Fahrzeug, mindestens eine Fernreise mit dem Flugzeug pro Jahr, Parship:eek:, usw...
Allerdings ist im Rahmen der Globalisierung ja auch alles günstiger geworden. Vielleicht gleicht es sich auch etwas aus. Gibt es Studien / Zahlen dazu?
 
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  • #160
Im Falle einer Scheidung wird ja die erarbeitete Rente aufgeteilt.
In Österreich nicht
Können wir uns heutzutage weniger leisten, oder sind die Ansprüche gestiegen
Ich glaube schon, dass die Ansprüche deutlich gestiegen sind. Wer ist früher jedes Jahr mindestens 1x weiter weg auf Urlaub gefahren?
Soweit ich weiß, ist der Aufwand für Wohnen deutlich gestiegen (allerdings auch hier die Ansprüche: jedes Kind braucht ein eigenes Zimmer, zu zweit zumindest eine Dreizimmerwohnung, im Idealfall auch für Singles drei Zimmer, . . ) während der Anteil der Ausgaben für Lebensmittel im Gegenzug stark abgenommen hat.
 
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  • #163
Wirklich? Es gibt keinen Versorgungsausgleich? D.h. Frau ist z.B. 12 Jahre zu Hause, um die Kinder zu versorgen, dann noch 5 Jahre Teilzeit...dann Scheidung und ihr fehlen die 17 Jahre an Rente und sie bekommt nichts vom Ehemann?
Hier gibt es noch das Verschuldensprinzip o_O. Eine Frau muss sich also gut überlegen, ob sie diejenige ist, die geht. Auch renommierte und frauenbewegte Scheidungsanwälte empfehlen einer Frau daher zu überlegen, ob der Leidensdruck in der Ehe wirklich so groß ist, dass sie die Nachteile durch Scheidung aufwiegen.
Seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit nach der Geburt ein paar Jahre freiwillig Pensionssplitting zu machen. Das wird wenig genützt.
 
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  • #164
Wow, klingt nach Paradies!
Wäre eine Frau 12 Jahre gänzlich ohne Erwerbstätigkeit und geht sie dann Teilzeit arbeiten müsste sie ich weis nicht was verdienen um in der Pension/Rente über der Mindestpension zu liegen. Da kann sich nie und nimmer ausgehen!
Ich habe nach fast 20 Jahren Vollzeitbeschäftigung (sollte es so weitergehen) den Anspruch auf Mindestpension nur um sehr wenige Euronen überschritten... o_O
 
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  • #165
...aber mit der Kommunikation tu ich mich schwer.
Ist auch schwer. Und unbefriedigend. Auch wenn wir uns beide wohl ziemlich Mühe geben. Knapp am gegenseitigen Verstehen vorbei ist eben auch vorbei ;)

Du hast von Ideen geschrieben, aber deine Lösungen sehen vor allem vor, dass die Eltern planen und sich einschränken.
- Angefangen hat es m.E. mit meiner "Forderung", dass Männer und Frauen gleichermaßen Erziehungsurlaub nehmen, damit das kein Grund mehr ist, Frauen Führungspositionen vorzuenthalten, von wegen Kosten und so.
- Ideen, Lösungen ... Ich habe das verstandene Szenario ja extra nochmal umrissen, quasi als Rebriefing. Du wolltest ausdrücklich kein "wünsch dir was" sondern ein "so isses".
- Ja. Die Elternsicht ist für alle gleich, egal welcher Status. Dazu sagst Du nichts. Die Unternehmenssicht kann ich in dem IST- Fall nur vermuten.

Ich muss tagtäglich die durch Elternzeit bei Führungskräften entstehenden Probleme handlen, und ich kenne viele davon. Brauchbare Lösungsvorschläge, die allen gerecht werden, gibt es wenige.
Aber Du musst doch nicht für die Eltern denken. Oder? Die sind doch selber verantwortlich. Sondern Du denkst für das Unternehmen. Richtig?
Ich habe aber, aktuell auch blockiert durch ein eigenes unlösbares Szenario, irgendwie zuwenig Verständnis für die Herangehensweise dieser Führungskräfte. Klingt wenig selbstverantwortlich für mich.

Glaubst du, da gibt es solche Probleme nicht?
Ja schon. Du schilderst sie ja.

Ich würde mir für Arbeitgeber und -nehmer künftig mehr Unternehmen wünschen, mit flachen Hierarchien, breiteren Führungsebenen (ja, die Gehälter sind dann nicht sooo üppig, da hast Du aber auch Menschen mit einer anderen Philosophie), flexibleren Zeitmodellen. Da wird es für keinen von beiden existenziell bedrohlich, wenn ein MA eine Zeit ausfällt. Führungskräfte, die umfassend deligieren (intelligent abgeben, nicht nur ausführen lassen), sich nicht im Alltagsgeschäft verheddern, eigenverantwortliche selbständige Teams, breite Kompetenzenverteilung u.v.m. Hier reicht es nur für Schlagworte.
Ist nicht für alle erstrebenswert und machbar, aber für sehr viele.

Jedenfalls positiv, dass wir zumindest versucht haben da einen Austausch hinzubekommen. Aber für mich hat dieses Medium bei komplexen Themen Grenzen. o_O
 
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