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  • #1

Eine Frage zum Thema Segeln...

Stell Dir vor, Du bist mit einer Frau schon einige Monate zusammen, nachdem ihr schon einige Pflegearbeiten an
dem Boot auf dem Trockenen verrichtet habt, soll es jetzt ein paar Wochen später zum ersten Ausflug auf See kommen. An dem Tag den Hafen nicht verlassen, etwas erklären ( wie setzt man ein Segel) , so wie die Hafenleute es noch vorgeschlagen haben wäre sehr sinnvoll gewesen. Da hätte ich mich mal mehr für mich einsetzen dürfen! Statt dessen war ich schon ziemlich durchgeschaukelt von der Autofahrt. Wenn ich noch einmal in der Situation wäre, würde ich das genauer planen wollen! Falls etwas schief geht, was immer sein kann, könnten wir uns fragen: " Wie machen wir es beim nächsten mal besser, ganz konkret.

Wie würdest Du Deine Partnerin in diese Segelwelt einführen?
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar :)

Ich betrachte das Thema rückblickend, weil es sehr unglücklich lief, aber nicht mehr geklärt wurde.
Auch an einer mangelnden Logistik kann eine Beziehung erkranken.
Das ist eigentlich sehr traurig, wenn es an genauen Absprachen scheitert.
 
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  • #2
Ach es ist ja eigentlich Schnee von gestern, aber es beschäftigt mich immer noch leider.
Der Ausflug war von beiden nicht optimal geplant und dass macht es so ärgerlich. Ich hoffe, dass ich daraus lerne!
 
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  • #3
Also ich möchte hier keine weiteren Einzelheiten berichten, ach wenn ich anonym schreibe.
Dennoch interessiert es mich tatsächlich, falls es hier einen Segler gibt, wie derjenige mit seiner Freundin gemeinsam das Thema angehen würde.
Er ist im Grunde kein Mann, der alles falsch macht. Aus irgend einem Grunde kam er total übermüdet( anders als abgesprochen) kam er mit 2 Stunden Verspätung bei mir an. Wie sollte ich die beiden Stunden wieder reinholen? Statt dessen Stress hoch drei! Kein guter Start um bei unruhiger See segeln zu lernen :-( Das hätten wir deutlich langsamer angehen müssen. Wachstum braucht eine gewisse Zeit, auch bei solchen Dingen. Vielleicht kann das jedoch ein Mensch, der in sehr jungen Jahren segeln gelernt hat nicht mehr nachvollziehen? Wenn ich an den Tag denke, macht mich das immer noch traurig.
 
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  • #4
Hallo Mrs. Right

ich segle seit fast 30 Jahren, habe jedoch keinen Segelschein. Den habe ich deshalb nicht gemacht, weil ich mir eh keine eigene Jacht leisten kann und ein Schiff chartern für 2-3 Wochen mit der dann alleinigen Verantwortung ist mir zu riskant.

Wichtig ist festzulegen wer das Kommando hat und wer was macht, und je nach dem wie die Aufgaben verteilt sind, müssen diese vor dem Auslaufen gelehrt werden bis es jeder kann. Ansonsten muss der Skipper alles selbst machen, was je nach Seegang auch kein Problem ist.

Ich wurde in viele Handlings eingewiesen und wusste dadurch wie was funktioniert. Wann ich was machen muss ist abhängig von der Situation, wie zB. Segel setzen, Wenden, Ankern oder in der Marina einen Platz besetzen.

Ich hatte einige schwierige Situationen schon erlebt, die bedingt waren durch Wetter, Sturm und Seegang. Durch die klare Aufgabenverteilung waren diese zu bewältigen, auch wenn es extrem schwierige Bedingungen waren.

Wenn ein Skipper jemand mitnimmt ist er verpflichtet die gewünschte Mitarbeit VORHER üben zu lassen, bzw leichte Handlings zu erklären. Ansonsten macht er alles. Was überhaupt nicht geht, danach oder während jemanden zurecht zu weisen und diese Person womöglich noch als besonders ungeschickt dastehen zu lassen.

Ich war bisher immer ohne Partner segeln, da einige Angst haben oder seekrank sind und sich auch nicht vorstellen können einige Wochen auf engem Raum zu leben. Für mich war das in Ordnung, und wenn ich mich erinnere an die vielen Paare, die nach ein paar Tagen die Krise hatten, Zoff bekamen und nichts genießen konnten, ist mir nichts entgangen.

Du hast zwar nicht genau beschrieben woran es letztendlich gescheitert, aber ich kann es mir trotzdem ganz gut vorstellen.
 
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  • #5
Oh, ich habe da auch ein Bild im Kopf... Dabei habe ich den Segelschein, aber er hatte keine Ahnung.... und dann auch noch den Hund dabei...

Im Nachhinein würde ich sagen: (abgesehen von: der Hund kommt nicht mit aufs Boot*) wenn nur es nur einer kann, muss man das Boot so auftakeln, dass man auch alleine damit fahren kann. D.h. es muss alles so eingerichtet sein, dass die Person, die es kann auch alle notwendigen Handgriffe erledigen kann, ohne in Stress zu geraten.
Der ahnungslose Schiffsjunge ist nämlich eventuell - sorry - nicht zu gebrauchen. So kann man sich mal ansehen, was der Gast, den man mitnimmt kann, und kann ihm einzelne Dinge schon mal zeigen. Wenn der gleich Aufgaben auf dem Boot zu erledigen hat und das noch nie gemacht hat ist er überfordert. Vorallem wenn das Wetter nicht so passt...
Ruhige See macht es auch etwas leichter, da läuft alles langsamer ab. Bei viel Wind kommt es zu dem einen oder anderen Manöver, und das kann durchaus gefährlich sein, wenn jemand dann ahnungslos plötzlich aufsteht...

Habt ihr euch angeschrien? Kommt jedenfalls öfters vor, kenn ich leider.

Er kannte die Situation, du nicht, er hätte dich warnen müssen... hat aber wohl selbst nicht damit gerechnet...

*Der Hund hat - zur Tollpatschigkeit meiner Begleitung, der auch nicht verstanden hat, dass man nicht zu jeder Zeit überall hin gehen kann auf dem Boot - zusätzlich gestresst, weil er permanent ins Wasser springen wollte bzw. auch ist und wir ihn immer wieder einsammeln mussten.

Vielleicht verwechseln manche auch etwas... Segeln ist nicht Tretbootfahren. Beim Segeln herrscht ein gewisser sportlicher Anspruch, man konzentriert sich auf die Fahrt. Vergleiche es vielleicht eher mit Tandem-Radfahren, das klappt auch nicht, wenn nur einer tritt und der andere sich hinten entspannt.
 
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  • #6
Vielen Dank Aitutaki, Deine Antwort hat mir sehr geholfen, so dass ich das Thema schließen möchte.
Genaue Absprachen und Logistik ist eben auch wichtig und kein Luxus.
 
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  • #8
Zitat von Mrs.Right:
Wie würdest Du Deine Partnerin in diese Segelwelt einführen?
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar :)
.
Kommt ein wenig darauf an, wie erfahren er ist und was er dir vermittelt was er von Dir erwartet.

Ich habe kein Problem damit jemand mit aufs Boot zu nehmen, der absolut Null Ahnung hat. Er muss auch nichts machen und kann erst mal nur zuschauen. Bei Seekrankheit muss er eventuell ein wenig aushalten bis der nächste Hafen angesteuert werden kann.

Gehe nun auch wieder mit 4 Leuten auf ein Boot die alle noch absolut keine Ahnung haben. Keiner muss etwas machen, jeder kann, wenn er will. Ich gebe vorher eine Einführung zum durchlesen rum, die jeder lesen kann wenn er will, aber nicht muss. Der Skipper ist aber halt auch dafür verwantwortlich, dass die Crew "guter Laune" ist.

Wenn er Dir vorher gesagt hat, dass er auf deine Hilfe "angewiesen" ist, dann ist es natürlich ein Stück weit deine Verantwortung dich realistisch einzuschätzen ob du dir das zutraust und im Zweifel nein zu sagen. Aber wer macht sowas. Also wenn ich jemand als Schiffsführer zum ersten Mal mit segeln nehme und sei es auf einer Jolle, dann erwarte ich erst mal rein gar nichts, ausser, dass er nicht absichtlich sabotiert oder Löcher in den Boden bohrt.

Ich hatte es aber schon, dass meine mehr oder weniger schon ein wenig erprobte Crew sich bei Sturm einfach verabschiedet hat bzw bekannt gegeben hat dass sie jetzt nur noch mittschiffs auf dem Boden liegen und sich nicht mehr bewegen wollen.

ALso unterstreiche ich da auch das von Aitutaki Geschriebene.

Dennoch kann man anmerken, dass es sehr stressig werden kann, wenn die Crew oder Mitsegler Handgriffe übernehmen und signalsiert dass sie es verstanden hat bzw sicher ist das Richtige zu machen und dabei Unsinn baut. Da kann auch ich sehr laut werden und völlig unenspannt werden. Also ein Teil von realistischer Selbsteinschätzung muss man erwarten. Da sollte man auch klar machen, dass man sich unsicher fühlt bzw nicht weiss ob man es kann. Wenn jemand in einer heiklen Situation vermittelt... das kann ich machen, habe ich schon hundert mal gemacht, bin mir sicher.. etc und baut dann Mist, dann gibts auch einen konkreten ordentlich Anschiss.

Diese "erwartungshaltung" bzw grunsätzliche Fragen der Schiffsführung erklärt man aber vorher.

Auch wenn es so klingt, dass er hier wohl nicht so ganz erfahren in der Situation war.. ich denke auch du kannst in solchen Situationen vorbeugen. Wenn mich jemand zu einer Betätigung einläd oder mitnimmt die ich zum ersten mal mache und bei der ich mich unsicher fühle, sage ich sehr deutlich "das mache ich zum ersten Mal, ich hab alsolut keinen Plan, bitte erwarte gar nichts von mir, ich weiss nicht ob ich damit zurechtkomme"... auch wenn das "übertrieben" ist weil ich mir eigentlich schon zutraue damit klarzukommen, aber ich kann es mangels Erfahrung einfach nicht zusagen und sichere mich ab, dass der andere damit kein Problem hat wenn ich ein Totalausfall sein sollte.
 
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  • #9
Insbesondere interessiert mich, wie kann man Seekrankheit meistern? Helfen Tabletten, wenn ja, welche?
Oder gibt es einen anderen Trick?

Mir hat ein Mann berichtet, dass er bei einem Segelflug immer ganz bewusst innerlich mit in die Bewegung hineingegangen ist bei einer "Schleife z.B.

Wenn etwas schief gelaufen ist, hätten WIR sagen können: was haben wir denn da veranstaltet. Wie können wir es beim nächsten mal besser machen? Und man darf auch mal was falsch machen.
 
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  • #10
..........Hallo, ein gutes Thema; ich selbst habe es von meiner HP rausgenommen und hier auch nicht angesprochen, weil ich das Gefühl habe, dass das hier nicht gut ankommt und als "Angeberei" und Millionärssport" gilt.

Vielleicht so?

Ich segel seit '83 hab alle Scheine und ein paar Tsd. Sm auf dem Mittelmeer, Ostsee und auf div. Binnenseen. Ein toller Atlantiksegler bin ich nicht, eher ein Buchtensegler und Seele-baumeln-lassen-Typ... Wichtig ist die Erfahrung und nicht der Schein.
Und das Immer-Wissen:
WO KOMMT DER WIND HER?

Anscheinend habe ich bei meiner damaligen Frau ziemlich was richtig gemacht, sie hat heute ein eigenes Boot, segelt und trägt sich mit dem Gedanken, auch mal übern Teich zu segeln. Das freut mich sehr.

Das war folgen der Maßen:
"wenn Du mit mir segeln willst, dann komm mal mit auf den Edersee (kleines Kielboot, laue Briese, schönes Kaffeewetter, gutes Essen, Abends Tanz), lies erst einmal meine Bücher ... Segelträume ...., um Ihre Sehnsucht zu wecken. Dann A-Schein-Buch.
Dann, die gemeinsame Sprache (und nicht: nimm das Ding da ...)
Bug, Heck, Wand, Stag, luv,lee, wieso fährt überhaupt ein Segelboot?
Knoten.
Willste immer noch? Jaaaa.

Gut: Eingemachtes: Angst vorm Wasser nehmen.
Laser (kleines Einhandsegel) gemietet, mit Abstand am Steg angebunden, gezeigt wie, dann: schmeiß das Boot um und richte es wieder auf. (Brummm- muss das sein? Ja.)
Knoten: mit was machste denn das Boot fest?
Knoten-Brumm...
Nach ein paar Mal geklappt.- Immer noch? Jaaaa.
2. Boot gemietet. "Lass uns da mal hinfahren? Wie? Mach genau das, was ich mache ...
tausendmal die Frage: wo ist der Wind? Wo ist luv und lee und: Wieso?
Vorsicht: Baum. Plums-waaarum?
Ha: An den Wind- abfallen, vor dem Wind- Segelstellung
Wende, Halse: Sie: die Großschot ist soooo lang!
Aha, Großschot, nicht das Dings da ...
zu Hause: Schiffsmodell gebaut. Lüfter als Wind aufgebaut und Boot mit Segel reingestellt-
aha.
Abends: Licht aus. Modell eingeschaltet. Siehst Du die Lichter? Was ändert sich, wenn das Modell gedreht wird?
Aha.

Immer noch? Jaaaa.
Gut: Ich bin auf dem Meer Deine Lebensversicherung, Du meine.

OK: Ich kann das, was ich kann, lerne Du in einer Segelschule.
brumm: Muss ich das, Du hast doch selbst eines. Ja.

Sie: Uff, dass schaff' ich nicht. Doch.
Segel-A-Schein bestanden.
Dann wochenlang trainiert. Wo ist der Wind, wie die Segel und WARUM?
Wende, Halse, Aufschießer, Mann über Bord, achter fahren, stoppen, segel runter, segel rauf.
Anlegen, ablegen, WIE? Warum so?
Ein Boot hat keine Handbremse, aber so ähnlich, als wenn man ein Auto gegen einen Berg auslaufen lässt ...
aha.
Motormanöver, vorwärts, rückwärts, immer wieder: rückwärts achterfahren, Boje ansteuern, Am Steg an- ablegen zig-mal.

Dann das erste Skippertraining in Sukosan/Kroatien.

Dann das erste Chartern. Herrliche Seetage, viel Buchtenbummeln. 3 Wochen.
Viel lernen, erklären, üben. Es ging was schief, es ging was gut. Vieeel Loben.
Ihr allererster Anleger in einer Box mit einem Seeschiff: Herzliche Glückwunsch.
Glänzende Augen.

Dann zu Hause lernen, wißbegiering.
Und Ihre Prüfung im österr. FB3 Seeschein.
Bestanden.

Dann ihren ersten alleinigen Charter.

Du fragst hier wie? Wir haben es so gemacht, sie segelt nach Trennung, ich nicht, unser germeinsames Boot ist verkauft, sie hat ihres.
Sie: Danke.
Wir sind heute gute Freunde.

Viele Grüße!

... und: in den Wind gesprochen.

Viel Spaß! Segeln ist das zweitschönste Erlebnis ... das Erste bist Du.
................................................................................
"Wenn du ein Schiff bauen willst,
so trommle nicht Männer zusammen,
um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten,
Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen,
sondern lehre die Männer die Sehnsucht
nach dem weiten endlosen Meer."

Antoine de Saint-Exupéry
 
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  • #11
Seekrankheit: kein Alkohol.
Vorher: Scopolamin-Pflaster
 
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  • #12
Hallo bilder,

danke für die ausführliche Beschreibung!
Der Tipp mit dem Pflaster ist sicher gut, eine Bekannte erzählte auch von einem Pflaster, was zu empfehlen wäre.
Danke, dass Du Dir so viel Zeit genommen hast und dieses besondere Schluss-
wort gewählt hast.!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Viele Grüße Mrs. Right
 
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  • #13
Zitat von Mrs.Right:
Insbesondere interessiert mich, wie kann man Seekrankheit meistern? Helfen Tabletten, wenn ja, welche?
Oder gibt es einen anderen Trick?
.
Das muss jeder selbst herausfinden.. wenn man seekrank werden will, wird man auch seekrank.... selbsterfüllend..
Ich persönlich werde von Pflastern etc seekrank und nehme statt dess ausreichende Mengen Bier und Rotwein gegen die Seekrankheit.. das "egalisiert" bei mir das Schaukeln... aber als Tip ist das nicht zu gebrauchen..
 
G

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  • #14
Mein Tipp: Suche Dir in Zukunft einen Einhandsegler. Dann könnt "Ihr" alles planen und dann kannst Du am Hafen winken.
 
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  • #15
Lieben Dank noch mal für Eure guten Antworten und brauchbaren Tipps. Wirklich interessant!!!!! Ich danke Euch echt .
Es hat mir was gebracht und lässt sich vielleicht auch teilweise auf andere Hobbies übertragen ansatzweise.

Übrigens ist der Segler ein hilfsbereiter lieber Kerl, es war einfach nicht sein Tag glaube ich.
Und wenn noch mal so was ist, werde ich im Vorfeld die Einzelheiten mehr besprechen.
 
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