AnnaConda

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  • #121
Ja, so würd ichs auch verstehen.
Was ja nicht heißt, daß so eine Partnerschaft nicht völlig ok und gut für die Beteiligten sein könnte. Aber die Augenhöhe-Vokabel würd ich da zur Kennzeichnung dann auch nicht wählen.


Es ging um die Motivation, unter Augenhöhe nicht etwas Relationales, sondern einen Charakterzug eines Individuums zu verstehen.
OK. Ich sehe es halt anders. Wer es nicht schafft, Augenhöhe mit dem Menschen, den er liebt, herzustellen, hat da mE Defizite und es ist nicht einfach mit mangelnder Passung zu erklären. Kann aber natürlich sein, dass ich da falsch liege.
 
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Deleted member 21128

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  • #122

AnnaConda

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  • #125
Hmm, es gibt Menschen, die freiwillig handwerkliche Berufe wählen und kein Problem mit Augenhöhe haben. ;)
Bisserl einfach dein Schema
Das war doch nur ein Beispiel und nicht meine Sichtweise. Es ging darum, ob jemand, der Augenhöhe schreibt, eventuell den Status meint, sozial, Beruf, Einkommen. Ich meine nein, denn das könnte man filtern, wenn man denn so oberflächlich unterwegs ist.
 
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AnnaConda

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  • #126
Ein bißchen ist das mit der "Augenhöhe" dann wie mit anderen beliebten Schlagwörtern wie "Umgangston" oder so.
Vom "Umgangston" sprechen ja auch in der Regel die am meisten, die ihn am liebsten beurteilen und den schlechtesten an den Tag legen.
Echt jetzt? o_O Sehe ich anders. Vom Umgangston sprechen sehr viele, allein Lehrer an bestimmten Schulen können da ein Lied von singen. Deren Umgangston ist aber OK.
 
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Deleted member 23428

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  • #127
Das war doch nur ein Beispiel und nicht meine Sichtweise. Es ging darum, ob jemand, der Augenhöhe meint, eventuell den Status meint, sozial, Beruf, Einkommen. Ich meine nein, denn das könnte man filtern, wenn man denn so oberflächlich unterwegs ist.

Bei PS find ich das ja recht einfach, ich reagiere nur auf Anfragen von einer Akademikerin, Managerin Ärztin, Lehrerin usw. Hab kein Problem mit Augenhöhe. :rolleyes:
 

syntagma

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  • #128
Ja, so würd ichs auch verstehen.
Was ja nicht heißt, daß so eine Partnerschaft nicht völlig ok und gut für die Beteiligten sein könnte. Aber die Augenhöhe-Vokabel würd ich da zur Kennzeichnung dann auch nicht wählen.

Ich schließ da noch mal an, weil ich glaub, daß sich daran gut ein schwieriger Punkt in vielen Diskussionen hier ersehen läßt.
Wenn nach Augenhöhe gefragt wird, gehen so ziemlich alle gleich davon aus, daß das auf jeden Fall was Gutes sein muß und daß es auch nichts Gutes gibt, das von Augenhöhe abweicht. Und dann nennen einige so ihre Anliegen, wie wertschätzendes Verhalten usw.
Aber der Voraussetzungsrahmen ist ja überhaupt nicht fraglos. Also es ist doch gar nicht gesagt, daß Augenhöhe immer toll sein muß und alles Tolle immer Augenhöhe einschließen muß. Ich glaub, wenn man das berücksichtigt, könnte man besser vorankommen bei der Frage, was Augenhöhe eigentlich ausmacht. Weil dann der Zwang entfällt, alle eigenen Anliegen dort unterzubringen.
 
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Deleted member 25487

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  • #129
Die Vorstellungen, was Augenhöhe eigentlich bedeutet, sind offensichtlich sehr unterschiedlich.

Aus meiner Sicht bieten die Profile hier einen Anknüpfungspunkt für ein Kennenlernen, aber mehr nicht.

Was es mit dem Geschriebenen dann tatsächlich auf sich hat, erfährt man/frau erst, wenn man sich offline näher kennen lernt. Es gibt so viele mögliche Deutungen oder vorausgesetzte (persönliche) Selbstverständlichkeiten.

Deshalb denke ich mir oft: "Lasst Taten sehen." ;)
 
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equinox

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  • #130
... wie wär's mit intellektueller 'Augenhöhe'? Das scheint mir zentrale Voraussetzung für einen Diskurs auf gleicher Ebene, was es im Einzelfall bedeutet, ist eine ganz andere Frage.
 
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  • #132
Nein, eben nicht nur zwischen 2 Menschen. Der Arzt zB, der dem Patienten die Diagnose in Fachchinesisch runterrattert anstatt verständlich zu erklären, legt auch keinen Wert auf Augenhöhe

Der Arzt, der dem Patienten die Diagnose nicht in Fachterminologie erklärt, ist herablassend, weil er seinen Gegenüber für zu dumm hält, die Fachbegriffe zu verstehen.

Ich finde es bemerkenswert, dass anscheinend durchgängig "auf Augenhöhe" dahingehend interpretiert wird, dass der/die Andere sich gefälligst auf meine Ebene _hinunter_ zu begeben hat.

Für mich sind solche Buzzwords mittlerweilen eher Indikatoren eines moralisch verbrämten "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" -- er/sie/es will sich nicht ändern und sorgt durch die Verschiebung in's Moralische auch gleich dafür, dass eine Diskussion darüber unmöglich wird, weil das ja dann respektlos/übergriffig/<Lieblingsfloskel einsetzen> wäre.
 
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syntagma

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  • #134
Ich finde es bemerkenswert, dass anscheinend durchgängig "auf Augenhöhe" dahingehend interpretiert wird, dass der/die Andere sich gefälligst auf meine Ebene _hinunter_ zu begeben hat.

Für mich sind solche Buzzwords mittlerweilen eher Indikatoren eines moralisch verbrämten "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" -- er/sie/es will sich nicht ändern und sorgt durch die Verschiebung in's Moralische auch gleich dafür, dass eine Diskussion darüber unmöglich wird, weil das ja dann respektlos/übergriffig/<Lieblingsfloskel einsetzen> wäre.

Ja. Und weil die wenigsten sich zugleich trauen, sich auf der unteren Ebene zu verorten, aber dennoch "die da oben" runterziehen wollen, geben sie sich dann als Sprachrohr für irgendwelche unbestimmten Anderen aus.
Da haben sie dann in ihrer Rechnung doppelt gewonnen: haben sich über diese anderen drübergestellt und können sich zugleich als hilfreiche Kämpfer des Guten gegen "die da oben" fühlen.
Man nennt das, ein weiteres Buzzword, auch Populismus.
 

Syni

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  • #135
Ich finde es bemerkenswert, dass anscheinend durchgängig "auf Augenhöhe" dahingehend interpretiert wird, dass der/die Andere sich gefälligst auf meine Ebene _hinunter_ zu begeben hat.
"Der Vorteil der Klugheit besteht darin, sich dumm stellen zu können. Das Gegenteil ist schon schwieriger."
Antony Fedrigotti

Demnach weißt du, wofür die anderen sich selbst und dich halten, wenn sie glauben, dass sie dir entgegenkommen müssen und du ihnen - aus ihrer Sicht - nicht entgegenkommen kannst.
 
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apfelstrudel

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  • #137
... wie wär's mit intellektueller 'Augenhöhe'? Das scheint mir zentrale Voraussetzung für einen Diskurs auf gleicher Ebene, was es im Einzelfall bedeutet, ist eine ganz andere Frage.
Und wer reklamiert die dann? Der Dümmere, oder der Gscheitere?
Oder der, der meint gscheiter zu sein? Weil zwei bekennende Dumme hab ich noch nie diskutieren sehen :)
Immer nur einen Gscheiten mit einem Gscheiteren. Aber selbst die waren sich darüber nicht einig, sonst würdens nicht diskutieren, sondern in harmonischem Konsens schwelgen ~~~~
 
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Maron

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  • #138
Als Patient bin ich richtig froh wenn mein Arzt des Vertrauens Kenntnis besitzt über die ich nicht verfüge. Ob der Patient dadurch tatsächlich einen dummen Kenntnisstand einnimmt, das bezweifle ich...könnte aber gefühlt so sein. Es kann auch sein, dass der Arzt den Patienten als gefühlt dumm ansieht. Das wäre dann die Ebene der Ansichtssache.
 
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  • #139
Als Patient bin ich richtig froh wenn mein Arzt des Vertrauens Kenntnis besitzt über die ich nicht verfüge. Ob der Patient dadurch tatsächlich einen dummen Kenntnisstand einnimmt, das bezweifle ich...könnte aber gefühlt so sein. Es kann auch sein, dass der Arzt den Patienten als gefühlt dumm ansieht. Das wäre dann die Ebene der Ansichtssache.

Warum sollte er? Meine "Berufssprache" versteht auch keiner. Das ist doch nix ungewöhnliches. Warum sollte ich medizinische Begriffe auswendig lernen, hätte ich ja gleich Arzt werden können.
 
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  • #140
Und wer reklamiert die dann? Der Dümmere, oder der Gscheitere?
Oder der, der meint gscheiter zu sein? Weil zwei bekennende Dumme hab ich noch nie diskutieren sehen :)
Immer nur einen Gscheiten mit einem Gscheiteren. Aber selbst die waren sich darüber nicht einig, sonst würdens nicht diskutieren, sondern in harmonischem Konsens schwelgen ~~~~
Warum muss eigentlich immer einer gewinnen, dümmer oder klüger sein? Ist es nicht vorstellbar, dass der eine Stärken hat, die der andere nicht hat? Dafür hat dann der andere Stärken, die der eine nicht hat?

Ich kann mir vorstellen, dass jeder seine Stärken einbringt und der jeweils andere neidlos die Stärken anerkennt und sogar einen gewissen Stolz auf den Partner entwickelt - ohne sich herabgesetzt zu fühlen. Dann kann sich auch jeder zu seinen eigenen Schwächen bekennen.
 
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  • #141
Warum sollte er? Meine "Berufssprache" versteht auch keiner. Das ist doch nix ungewöhnliches. Warum sollte ich medizinische Begriffe auswendig lernen, hätte ich ja gleich Arzt werden können.
Das Problem sind ja selten die Unwissenden. Probleme haben wir eher mit denen, die sich furchtbar klug und informiert vorkommen, weil sie ihre Symptome gegoogelt, zwei Sendungen mit Herrn Hirschhausen geguckt und sich nun für so interessiert, mündig und informiert halten, daß wir ihnen alles fünfmal erklären müssen. Die Zeit und Aufmerksamkeit, die wir da aufwenden müssen, fehlt dann an anderen Ecken.

Mit der Dummheit ists ähnlich. Mit jemandem, der um seine Fähigkeiten weiß, läßt sich in der Regel viel leichter und besser umgehen, als mit jemandem, der sich wahnsinnig viel vormacht. Heraus kommen dann häufig solche Diskussionsverläufe, wie man sie hier dann liest.
 
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  • #142
Warum sollte er? Meine "Berufssprache" versteht auch keiner. Das ist doch nix ungewöhnliches. Warum sollte ich medizinische Begriffe auswendig lernen, hätte ich ja gleich Arzt werden können.

er "sollte" die Stellung des Patienten berücksichtigen, dass der Patient genauso gescheit und dumm sein kann wie der Arzt, jenseits der Behandlungssituation. Beim Zahnarzt frag ich mich immer, wenn der sagt "sie brauchen keine Angst haben, sagen sie wenn sie etwas stört" ob er meine Situation "eben nix sagen zu können" mitbedenkt und ein uummmuu versteht :D.
 
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  • #143
er "sollte" die Stellung des Patienten berücksichtigen, dass der Patient genauso gescheit und dumm sein kann wie der Arzt, jenseits der Behandlungssituation. Beim Zahnarzt frag ich mich immer, wenn der sagt "sie brauchen keine Angst haben, sagen sie wenn sie etwas stört" ob er meine Situation "eben nix sagen zu können" mitbedenkt und ein uummmuu versteht :D.

Meiner hatte mal, als ich dann bei ner Wurzelbehandlung doch deutlich zeigte, dass es nicht gut ist, nur gemeint " jetzt nicht". :D
Verlogenes Pack. Aber ich soll Handzeichen geben, das sieht er.
 
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  • #145
Mit jemandem, der um seine Fähigkeiten weiß, läßt sich in der Regel viel leichter und besser umgehen, als mit jemandem, der sich wahnsinnig viel vormacht.

Selbstbewusste Menschen brauchen sich da ja wenig vormachen...man kann nicht alles wissen, am einfachsten ist es wenn intelligente Menschen Wissen in interessanter Art und Weise zusammensetzen können und danach fragen oder suchen, was sie noch dazu benötigen.
 

syntagma

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  • #146
Selbstbewusste Menschen brauchen sich da ja wenig vormachen...man kann nicht alles wissen, am einfachsten ist es wenn intelligente Menschen Wissen in interessanter Art und Weise zusammensetzen können und danach fragen oder suchen, was sie noch dazu benötigen.
Ja, und wenn man nicht so ein Gedöhns um Intelligenz veranstalten würde. Täte man das nicht, müßten sich die Leute nicht so viel drüber vormachen. Dann wärs halt einfach eine Sache unter mehreren, die bei unterschiedlichen Leuten in unterschiedlichem Maß vorkommt, mit Vor- und Nachteilen. Würde realistischere Selbsteinschätzungen erlauben. Stattdessen aber wird die Zuschreibung tabuisiert oder als Beschimpfung vollzogen/aufgefaßt, versichert, man könne das ja nicht messen, und wer solle das denn beurteilen, und es gebe doch so viel Wichtigeres, und zugleich sich dann doch soviel davon zugeschrieben, daß es alles Lügen straft.
 
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  • #147
Würde realistischere Selbsteinschätzungen erlauben. Stattdessen aber wird die Zuschreibung tabuisiert oder als Beschimpfung vollzogen/aufgefaßt, versichert, man könne das ja nicht messen, und wer solle das denn beurteilen, und es gebe doch so viel Wichtigeres, und zugleich sich dann doch soviel davon zugeschrieben, daß es alles Lügen straft.

ja, oft pure Faulheit oder einfach mit dem Pflichtschulabschluss das Konzept "man lernt nicht für die Schule, sondern für das Leben" abgeschlossen und irgendwohin gestellt. Intelligenz kann man messen, die angeborene Möglichkeit eines Menschen...oft wird diese angeborene Möglichkeit aber nicht oder nicht mehr trainiert, dann hilft Intelligenz natürlich gar nichts.
 
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