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  • #31
AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

Zitat von iceage:
Also ich bin immer dann gelassen, wenn es keinen Einsatz gibt!
Ich möchte eine weitere (ähnliche) Idee zur Diskussion stellen: Also ich bin immer dann gelassen, wenn es keine Angst gibt.
Beim Daten heißt das z.B.: es ist kein Drama, wenn es nichts wird. Das kann man sicher als Gleichgültigkeit oder Emotionslosigkeit interpretieren, das kann aber auch zu etwas Gutem führen, weil man nicht vor lauter Aufregung Blödsinn redet oder nicht auf das Gegenüber achtet. Um auf die Ausgangs-Fragestellung von Schreiberin zurückzukommen: Ich finde nicht, dass Gelassenheit etwas jugendlich-naives ist, das man mit der Zeit verliert, sondern im Gegenteil etwas mit Lebenserfahrung und Reife zu tun hat. Nach dem Motto: Ich weiß, was ich will und wer ich bin, ich weiß, wie man aus unschönen Situationen wieder raus kommt, ich habe Erfahrung, wann eine Sache Erfolg verspricht und wann nicht, ich stehe zu mir, und wenn das jemand nicht will, möge er woanders weiter suchen, ich lasse mich nicht von wilden Versprechungen einlullen, ich kann abwarten. Solche Gedanken verbinde ich mit dem Begriff Gelassenheit. Kein Aktionismus, keine Panik. Kopf an bedeutet nicht Gefühle aus.
 
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winzling_geloescht

  • #32
AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

Zitat von Sid:
Ich mag Gelassenheit nicht. Ich mag Überlegtheit, ich mag Reflexion, ich mag Nachdenklichkeit. Gelassenheit mag ich nicht. Einen Beigeschmack von Unberührbarkeit. Und die kann ich nicht so gut leiden.
Gelassenheit hat für mich mit Zuversicht und Vertrauen zu tun. Die Zuversicht beruht auf Lebenserfahrung, wer sich mit einer gewissen Risikobereitschaft bewegt um ein Ziel zu erreichen, dem tut sich immer eine Türe auf. Vertrauen in mich selbst, in das was ich kann und auch in andere, in das, was sie gut können, gibt mir Sicherheit im Handeln.

Ich bin ein sehr gelassener Mensch, sowohl im Selbst- als auch im Fremdbild. Das schließt aber nicht aus, dass es immer mal wieder emotional sehr berührende oder total aufwühlende Situationen gibt, die ich erst "durcharbeiten" muss, um meine Gelassenheit wiederzufinden. Wenn jemand äußerlich völlig ruhig und "gelassen" wirkt, hat das nicht unbedingt was mit Emotionslosigkeit oder Unberührbarkeit zu tun, sondern möglicherweise mit der Einschätzung der konkreten Situation und dem, was in eben dieser gerade gut, angebracht und zielführend erscheint.

An dieser Stelle meinen Dank an dich, ich weiß es zu schätzen, möchte es aber nicht. Du weißt, was gemeint ist. Das hat nichts mit dir zu tun sondern mit mir. Ich tu mich so verdammt schwer mit fremden Menschen, die ich nicht sehe und/oder höre. Im ersten Larvenstadium halt noch, ich arbeite dran ;o).
 
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  • #33
AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

Ich habe Gelassenheit erst lernen müssen und ich bin froh, dass ich sie jetzt habe. Für mich ist es ein Geschenk dies zu spüren und zu leben. Gelassenheit hat für mich mit Vertrauen zu tun. Vertrauen im Sinne wie Selbstvertrauen und Vertrauen in das Leben. Ich sehr schwierigen Situationen hatte ich schon immer komischerweise Gelassenheit und in z.B. hektischen nicht. Das hat sich jetzt geändert und ich genieße das. Wenn ich bei manchen Menschen sehe, wie sie in bestimmten Situationen reagieren, kann ich das schon nachvollziehen und denke mir gleichzeitig, puh gut dass ich ruhiger geworden bin. Ich denke, Gelassenheit hat etwas mit der inneren Einstellung und der Wahrnehmung zu tun. Verändert man diese, kann daraus Gelassenheit entstehen. Für manch einen mag das wie Desinteresse, Unverbindlichkeit o.ä. wirken, ist es jedoch nicht. Manchmal fühlt es sich für mich auch noch langweilig und desinteressiert an, weil es in manchen Situationen für mich noch neu ist. Ich bin dann ziemlich überrascht über mich selbst. Frage ich dann mal jemanden, ob ich langweilig wirke, kommt bis jetzt immer ein nein. Ich meine, Gelassenheit kann man lernen, wenn man es möchte. Für mich bedeutet Gelassenheit etwas sehr positives. Gelassenheit ist bei mir das Gegenteil von Nervosität, Unruhe, Stress etc. Wenn ich gelassen bin, habe ich meist auch eine unvoreingenommene Haltung.
 
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  • #34
AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

Zitat von SineNomine:
Der besondere Witz dabei ist, dass das mitunter ein selbstverstärkender Effekt ist. Je gelassener man an etwas herangeht, desto eher und desto öfter fällt einem oft eine passende Lösung quasi in den Schoß. Und je verbissener und verkrampfter man etwas angeht, desto größer das Risiko die vor einem liegende Lösung eines Problems vor lauter Frust und Ärger glatt zu übersehen.
Diese Erfahrung mache ich auch gerade und bin darüber sehr erstaunt. Schön beschrieben.
 
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  • #35
AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

@Heppy, Winzling, Dorothea

Dann hab ich mich wohl doch nicht zu unverständlich ausgedrückt - eure Beschreibungen passen genau zu dem, was ich mit "Gelassenheit" meinte !

@Dorothea
OT : Ich freue mich, dass du jetzt ein bisschen mehr im Forum auftauchst. Besonders dein Beitrag Nr. 9 bei "Entscheidungen - vorschnelles Urteil...." ist mir sehr im Gedächtnis geblieben !!! :)
 
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  • #36
AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

@ Schreiberin: Fühl dich umarmt. OT aus.
 
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  • #37
AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

Mir fehlt Gelassenheit in Beziehungsdingen. Ich handle oft spontan "panisch", im Rückblick unerwachsen und wenig zielführend. Entwickelt hat sich dieses Verhalten nach der Trennung vom Vater meiner Kinder. Einer eine Idee, wie man daraus zur Gelassenheit findet?
 
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  • #38
AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

Zitat von delfin 1988:
Mir fehlt Gelassenheit in Beziehungsdingen. Ich handle oft spontan "panisch", im Rückblick unerwachsen und wenig zielführend. Entwickelt hat sich dieses Verhalten nach der Trennung vom Vater meiner Kinder. Einer eine Idee, wie man daraus zur Gelassenheit findet?
Was nimmt dir deinen Schneid , was löst die Panik aus ? Hast du Angst, dass nichts mehr gut ausgehen kann oder du es nicht hinbekommen kannst ? Oder ist der Wunsch nach Gemeinschaft so groß, dass der Druck dich kopflos macht ? Oder erinnern dich die betroffenen Männer an deinen Ex-Mann und das bringt dich aus dem Konzept ? Es ist schwierig, etwas dazu zu sagen, wenn die Ursache nicht klar ist....
 
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  • #39
AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

wuwei
 
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  • #40
AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

@Schreiberin

Gute Fragen! In einem Bild: Seit der Trennung, die noch nicht ewig her ist, fühle ich mich wie eine Nussschale auf hoher See. Kommt dann ein hochseetaugliches Schiff vorbei, das alle Stürme souverän zu meistern scheint, klammere ich mich dran, aus Angst, ohne diesen Halt unterzugehen. Genauso fühlt es sich an. Die Schiffe wollen aber keine wackelnde Nussschale im Schlepptau, sondern frei ihrer Wege ziehen.

Objektiv betrachtet stehe ich als berufstätige Mama mitten im Leben, schaffe ganz viel und das gut, habe ein stabiles soziales Netz usw. Die Nussschale spielt sich also allein in meinem Kopf ab und beeinflusst mein Verhalten gegenüber den "Rettungsschiffen" so, dass ich sie damit in die Flucht schlage.
 
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  • #41
AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

Zitat von delfin 1988:
@Schreiberin

Gute Fragen! In einem Bild: Seit der Trennung, die noch nicht ewig her ist, fühle ich mich wie eine Nussschale auf hoher See. Kommt dann ein hochseetaugliches Schiff vorbei, das alle Stürme souverän zu meistern scheint, klammere ich mich dran, aus Angst, ohne diesen Halt unterzugehen. Genauso fühlt es sich an. Die Schiffe wollen aber keine wackelnde Nussschale im Schlepptau, sondern frei ihrer Wege ziehen.

Objektiv betrachtet stehe ich als berufstätige Mama mitten im Leben, schaffe ganz viel und das gut, habe ein stabiles soziales Netz usw. Die Nussschale spielt sich also allein in meinem Kopf ab und beeinflusst mein Verhalten gegenüber den "Rettungsschiffen" so, dass ich sie damit in die Flucht schlage.
@ delfin

Wenn ich bei Deinem Bild bleibe:

Sieht das hochseetaugliche Schiff Dich in der Nussschale überhaupt oder überfährt es dich bzw. fährt an dir vorbei? Du klammerst Dich dran oder versuchst es zumindest? Hmm, mutig in einer solchen Situation. Hört sich nach David gegen Goliath an oder Alles oder Nichts Situation.
Wie machst Du Dich bemerkbar? Rufst bzw. winkst Du um Hilfe und lässt Dich retten bzw. auf das Schiff holen?

Du schlägst Rettungsschiffe in die Flucht? Ich würde eher meinen, Du flüchtest vor dem Schiff ansonsten würdest Du ja Kräfte besitzen, das stell ich mir jetzt lieber nicht vor ;O)

Dein Bild wirkt auf mich ziemlich anstrengend und wird wohl kaum machbar zu sein. Sich in einer wackligen Nussschale an ein hochseetaugliches Schiff zu wagen, ich weiß ja nicht. Ich denke, jedes Schiff ist für Dich ein Wagnis in einer solchen Situation, um sich daran fest zuklammern. In einer solchen Situation (Nussschale) hat man schon mit normalen Booten Probleme, um sich fest zuhalten. Es geht nur sich retten zu lassen und sich bemerkbar zu machen. Und manchmal geht „das Retten“ auch über Hubschrauber, nicht nur über Schiffe. Und auf Schiffen lebt man eigentlich auch nicht, sondern macht dort nur Urlaub, wird gerettet, möchte man auf die andere Seiten wechseln usw. Schiffe ziehen weiter. Es sei denn, Du lebst mit Deiner Familie auf einem Boot (Hausboot, Frachter etc.)

Und ehrlich gesagt, kenne ich auch kein Schiff was SOUVERÄN alle Stürme meistert. Ich kenne Schiffe die Stürme meistern ja, doch Souverän? Was verstehst Du darunter? Wichtig ist doch, dass es gemeistert wird. Gerade in einer wackeligen Situation.
Ich denke, in einer wackeligen Nussschale sollte man erstmal jedes Schiff anwinken und bitten, gerettet zu werden. Wenn man dann gerettet ist, geht man an Land und lässt sich betreuen, erholt sich, verarbeitet alles etc. Und ist man dann gefestigt, kann man auch wieder ein normales Schiff betreten und reisen. Jedoch ankommen? Kurzfristig ja, längerfristig eher wohl nein. Kommt auf Dein Ziel an. Ansonsten such Dir kein Schiff, sondern etwas Beständiges, was an Ort und Stelle bleibt.

Und wenn Du sonst alles gut schaffst im Leben, brauchst Du auch kein Rettungsschiff. Vielleicht mal eher Unterstützung oder Hilfe oder Erholung etc. an Land am besten.

Liebe delfin, alles Gute Dir.

@ Schreiberin

Ich finde Du drückst Dich gut aus und wenn ich es nicht verstehen sollte, würde ich nachfragen. Doch meistens geht’s so und auch bei vielen Deiner Antworten, gibt es für mich nichts hinzuzufügen, da Du für mich die wichtigsten Punkte erwähnst. Finde ich gut, muss ich nicht soviel überlegen, wie ich es schreibe würde. ;O)
 
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  • #42
AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

Liebe Delfin !
Ich kenne dich nur hier vom Schreiben und meinen Eindrücken von dir. Richtig persönlichen Rat kann ich dir da kaum geben. Aber ich kann ja mal einfach aufschreiben, was mir an Ideen und Weltsicht durch den Kopf geht - vielleicht ist das eine oder andere dabei, was dich anregt und du gebrauchen kannst...

Man kann mit sehr unterschiedlichen Konzepten durchs Leben gehen und vieles davon wird sicher sehr früh geprägt. In meiner Kindheit gab es ansich keine guten Vorbilder an positiven Beziehungen und von daher bin ich eigentlich mit der Überzeugung aufgewachsen, selber für mich sorgen und auf mich aufpassen zu müssen - von daher konnte ich es mir niemals leisten, in eine Nussschale zu steigen und mich so auf hohe See zu begeben. Ich habe von Anfang an an einem hochseetauglichen Gefährt gebaut, das in der Regel klarkommt. Ich bin dann auch oft eher nur im zeitweiligen Verbund gesegelt und dachte auch gar nicht wirklich, dass man ja auch mal zwei Boote ganz fest miteinander vertäuen kann und gemeinsam den Weg zurücklegen kann. Das habe ich erst spät gelernt.

Es gibt aber auch Leute, die sich eher wie die Hälfte eines Katamarans fühlen : zusammen mit der zweiten Hälfte kraftvoll über die Wellen fliegen - und mehr oder weniger nur ein Wrack, wenn die andere Hälfte wegbricht. Oder wie ein Beiboot, dass eigenständig eigentlich nur auf einem See bestehen kann und immer geleitet und getragen wird vom "eigentlichen" Schiff...

Du schreibst ja schon selber, dass du eigentlich gut im Leben stehst, die Ängste nur im Kopf bestehen. Du kauerst dich also in der Nussschale zusammen und merkst gar nicht, dass die "Nussschale" gar nicht so klein ist oder vielleicht auf einem Deck liegt von einem großen Schiff, dass du eigentlich bist...
Dieses ganze Gelaber von "finde/liebe dich selbst" will ich hier jetzt wirklich nicht ausbreiten.
Aber letztendlich geht es schon in die Richtung, zur Ruhe zu kommen, viel nachzudenken und sich Zeit zu lassen. Vielleicht auch erstmal hinzunehmen, dass die Nussschale momentan ganz gut schaukelt - aber trotzdem noch nicht ans Untergehen denkt.

Wenn du dein ganzes Leben lang eher mit einer Katamaran- oder Beiboot-Einstellung durchs Leben geschippert bist, ist es sicher sehr schwierig bis unmöglich, da Sichtweisen grundlegend zu ändern. Vielleicht klappt es ja eher, die Sichtweise auf die anderen Boote zu ändern... Nicht jeder große Pott ist eine gute Mitfahrgelegenheit - selbst die Titanic ist gesunken. Manches Fährschiff verschlingt dich vielleicht nur für kurze Zeit in seinem Bauch und spuckt dich dann irgendwo wieder aus....

Entschuldigung, ich drifte langsam etwas ab und könnte jetzt noch seitenweise Schiffs-Metaphern ausspinnen...:)

Als letztes noch : wenn es in erster Linie ein Problem des Bilds im Kopf ist, dann müsstest du eigentlich da ansetzen. Dir die Nussschale mal ansehen und gucken, ob sie wirklich SO klein und hilflos ist. Ob man sie nicht etwas seetauglicher machen kann. Ob es nicht auch ganz schön sein kann, noch éine Weile in ihr weiter zu schaukeln und geschickter im Steuern zu werden, statt nur auf einen dicken Kahn zu hoffen, der außer viel Unruhe mit seiner Bugwelle vielleicht auch nichts weiter bringt...

In Lebenskrisen helfen mir meine Freundinnen immer sehr. Viel kleine Nussschalen eng zusammen - fast unsinkbar....

Wenn ich Gelassenheit in Flaschen abfüllen könnte, würde ich dir gerne ein paar als Flaschenpost schicken !
LG
 
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  • #43
AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

@Schreiberin


Zitat von Schreiberin:
Liebe Delfin !
Ich kenne dich nur hier vom Schreiben und meinen Eindrücken von dir. Richtig persönlichen Rat kann ich dir da kaum geben. Aber ich kann ja mal einfach aufschreiben, was mir an Ideen und Weltsicht durch den Kopf geht - vielleicht ist das eine oder andere dabei, was dich anregt und du gebrauchen kannst...

Man kann mit sehr unterschiedlichen Konzepten durchs Leben gehen und vieles davon wird sicher sehr früh geprägt. In meiner Kindheit gab es ansich keine guten Vorbilder an positiven Beziehungen und von daher bin ich eigentlich mit der Überzeugung aufgewachsen, selber für mich sorgen und auf mich aufpassen zu müssen - von daher konnte ich es mir niemals leisten, in eine Nussschale zu steigen und mich so auf hohe See zu begeben. Ich habe von Anfang an an einem hochseetauglichen Gefährt gebaut, das in der Regel klarkommt. Ich bin dann auch oft eher nur im zeitweiligen Verbund gesegelt und dachte auch gar nicht wirklich, dass man ja auch mal zwei Boote ganz fest miteinander vertäuen kann und gemeinsam den Weg zurücklegen kann. Das habe ich erst spät gelernt.

Es gibt aber auch Leute, die sich eher wie die Hälfte eines Katamarans fühlen : zusammen mit der zweiten Hälfte kraftvoll über die Wellen fliegen - und mehr oder weniger nur ein Wrack, wenn die andere Hälfte wegbricht. Oder wie ein Beiboot, dass eigenständig eigentlich nur auf einem See bestehen kann und immer geleitet und getragen wird vom "eigentlichen" Schiff...

Du schreibst ja schon selber, dass du eigentlich gut im Leben stehst, die Ängste nur im Kopf bestehen. Du kauerst dich also in der Nussschale zusammen und merkst gar nicht, dass die "Nussschale" gar nicht so klein ist oder vielleicht auf einem Deck liegt von einem großen Schiff, dass du eigentlich bist...
Dieses ganze Gelaber von "finde/liebe dich selbst" will ich hier jetzt wirklich nicht ausbreiten.
Aber letztendlich geht es schon in die Richtung, zur Ruhe zu kommen, viel nachzudenken und sich Zeit zu lassen. Vielleicht auch erstmal hinzunehmen, dass die Nussschale momentan ganz gut schaukelt - aber trotzdem noch nicht ans Untergehen denkt.

Wenn du dein ganzes Leben lang eher mit einer Katamaran- oder Beiboot-Einstellung durchs Leben geschippert bist, ist es sicher sehr schwierig bis unmöglich, da Sichtweisen grundlegend zu ändern. Vielleicht klappt es ja eher, die Sichtweise auf die anderen Boote zu ändern... Nicht jeder große Pott ist eine gute Mitfahrgelegenheit - selbst die Titanic ist gesunken. Manches Fährschiff verschlingt dich vielleicht nur für kurze Zeit in seinem Bauch und spuckt dich dann irgendwo wieder aus....

Entschuldigung, ich drifte langsam etwas ab und könnte jetzt noch seitenweise Schiffs-Metaphern ausspinnen...:)

Als letztes noch : wenn es in erster Linie ein Problem des Bilds im Kopf ist, dann müsstest du eigentlich da ansetzen. Dir die Nussschale mal ansehen und gucken, ob sie wirklich SO klein und hilflos ist. Ob man sie nicht etwas seetauglicher machen kann. Ob es nicht auch ganz schön sein kann, noch éine Weile in ihr weiter zu schaukeln und geschickter im Steuern zu werden, statt nur auf einen dicken Kahn zu hoffen, der außer viel Unruhe mit seiner Bugwelle vielleicht auch nichts weiter bringt...

In Lebenskrisen helfen mir meine Freundinnen immer sehr. Viel kleine Nussschalen eng zusammen - fast unsinkbar....

Wenn ich Gelassenheit in Flaschen abfüllen könnte, würde ich dir gerne ein paar als Flaschenpost schicken !
LG

Ich unarme Dich wenigstens virtuell! Du hast eine besondere Gabe, die Dinge differenziert, mit Weitblick und verständlich zu beschreiben. (Auch bei Kids und so).

Du hast es mit Katamaran und Beiboot treffend beschrieben. Auch in Kindertagen auf mich selbst gestellt, habe ich eine andere Strategie gewählt als Du. Ich war fast mein ganzes Erwachsenenleben in verschiedenen Katamaranen und auch als Beiboot unterwegs. Es gab fast immer "einen" an meiner Seite. Du hast mir mit diesen Bildern sehr weitergeholfen!
 
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  • #44
AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

@ Delfin
Hach, das freut mich ! Ich wollte dir gerne was gutes tun. :))
 
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AW: Ein Hoch auf die Gelassenheit !

@Schreiberin

Hast Du :))
Ich stell mir vor, der letzte dicke Frachter mit Brecherbugwelle ist vorbei. Kommt keiner mehr. Da entpuppt sich das Beiboot selbst zum Frachter. :)