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  • #106
AW: Ein Gedicht

Ausradiert?

Ich habe eben
deine Telefonnummer
aus meinem Notizbuch radiert.

Jetzt suche ich
im Branchenfernsprechbuch
nach jemandem,
der Radiergummis anbietet,
mit denen man

Gefühle ausradieren kann.

von Kristiane Allert-Wybranietz
 
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  • #107
AW: Ein Gedicht

In den eigenen vier Wänden

Die Lüge scheint aus jeder Lampe.
Die Langeweile kuschelt sich ins Bett.
Die Gewöhnung sitzt lässig im Wohnzimmersessel,
und aus dem Wasserhahn tropft Monotonie.

Die Wände sind oft mit Unfreiheit tapeziert.
Der Streitgeist sitzt im Gummibaum.
Und auf dem Herd wird immer wieder
die gleiche Suppe aufgekocht.

Liebe Worte klingen nicht viel öfter
als die Türglocke, wenn sie mal läutet
und die Melodie der Isolation spielt:

...Muß Liebe so enden...

von Kristiane Allert-Wybranietz
 
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  • #108
AW: Ein Gedicht

Zuneigung

Ich möchte zu dir fliegen,
doch meine Propeller sind zerbrochen
an den Felsen der Angst.

Ich möchte dein Herz finden,
doch irre ich umher
in den Nebelbänken der Unsicherheit.

Ich möchte dich streicheln,
aber ich habe keine Landeerlaubnis;
die Hemmungen im Tower
geben die Landebahn nicht frei.

Wenn ich eines Tages doch ankomme,
will ich dir Liebe und Wärme geben.

Werde ich dann schon zu kalt sein,
durchgefroren vom scharfen Wind der
Enttäuschung?

von Kristiane Allert-Wybranietz
 
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  • #109
AW: Ein Gedicht

Liebe

...voneinander gefesselt sein
und doch keine Ketten anlegen.

von Kristiane Allert-Wybranietz
 
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  • #110
AW: Ein Gedicht

An einen Freund
(du weißt schon, wen ich meine)

Als eine schillernde Kugel,
die Versprechen in sich trägt,
begegnetest du mir –
und ich berührte dich.

Von der Vielfalt deiner Farben fasziniert,
bemerkte ich nicht
die Distanz,
die du wahrtest.

Gerade als ich dir
mein Vertrauen schenken wollte,
bist du zerplatzt.

Ade, liebe Seifenblase.

von Kristiane Allert-Wybranietz
 
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  • #111
AW: Ein Gedicht

Ein frohes Liebesgedicht

Ich hab dich lieb
und doch muß ich manchmal
von dir fortgehen.
Und du weißt ja selber,
daß auch du nicht stets
nur bei mir bleiben kannst.

Es ist immer ein Abschied,
aber niemals ein Verlassen.

Es ist immer ein Wiedersehn,
aber niemals ein Zurückkommen.

Ich hab dich lieb
und möchte mit dir
leben ... lieben
und nicht im Wechselspiel
aneinander rumkürzen,
zerstören und streiten.

von Kristiane Allert-Wybranietz
 
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  • #112
AW: Ein Gedicht

"Mama, stimmt es, dass in einigen Teilen Afrikas die Frauen ihre Männer vor der Ehe nicht kennen?" "Das ist in jedem Land so, Kleines." Anonym
 
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  • #113
AW: Ein Gedicht

Ich hasse Krieg auf Feld und Flur
Mag Ruhm mir dabei winken.
Ich bleib' zu Haus und werd' dort nur
In Venus' Arme sinken.
Die Gottheiten, die ich verehr'
Sind Freiheit, Frieden, Fülle.
Viel lieber mach' ich einen mehr
Als dass ich zwanzig kille.

Robert Burns, Schottland's Nationalheld

Leider habe ich die Originalfassung nicht.
 
W

winzling_geloescht

  • #114
AW: Ein Gedicht

Morgens und abends zu lesen

Der, den ich liebe
Hat mir gesagt
Daß er mich braucht.

Darum
Gebe ich auf mich acht
Sehe auf meinen Weg und
Fürchte von jedem Regentropfen
Daß er mich erschlagen könnte.

Bertolt Brecht
 
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  • #115
AW: Ein Gedicht

Sehr schön.

Studien zeigen, dass dem Klugen die Liebe besser gelingt....
 
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  • #116
AW: Ein Gedicht

So saß ich schon einmal
auf einem Stein
die Arme um die Knie geschlungen
den Kopf gesenkt
und einer hielt mich im Bild fest
Auf einem anderen Stein
an einem anderen Meer
ein anderer machte das Bild
von einem anderen Ich

(Christine Brückner)

aus dem Buch "aber besoffen bin ich von dir"
 
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  • #117
AW: Ein Gedicht

"Manche Männer bemühen sich lebenslang,
das Wesen einer Frau zu verstehen.

Andere befassen sich mit weniger schwierigen Dingen,
z. B. der Relativitätstheorie."

Albert Einstein
 
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  • #118
AW: Ein Gedicht

Zitat von Polly:
Das dürfte eine recht freie Übersetzung von "Lines on War" sein:

I MURDER hate, by field or flood,
Tho' glory's name may screen us;
In wars at hame I'll spend my blood,
Life-giving wars of Venus.
The deities that I adore,
Are social peace and plenty;
I'm better pleas'd to make one more,
Than be the death o' twenty.

Grrr, jetzt habe ich wieder den halben Abend Melodie und Text von Auld Lang Syne im Ohr/Kopf.... ;-)
 
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  • #119
AW: Ein Gedicht

Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben.
Sie haben meine Fantasie beflügelt.

Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten.
Sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.

Ich danke allen, die mich belogen haben.
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.

Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben.
Sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.

Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben.
Sie haben meinen Trotz geschürt.

Ich danke allen, die mich verlassen haben.
Sie haben mir Raum gegeben für Neues.

Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben.
Sie haben mich erwachsen werden lassen.

Ich danke allen, die mich verletzt haben.
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.

Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben.
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Ich danke allen, die mich verwirrt haben.
Sie haben mir meinen Standpunkt klar gemacht.

Vor allem aber danke ich all denen, die mich lieben, so wie ich bin.
Sie geben mir die Kraft zum Leben! Danke.

Paulo Coelho
 
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  • #120
AW: Ein Gedicht

Das ist der Sinn

Meine Augen sind da für das Licht,
für das Grün des Frühlings,
für das Weiß des Schnees,
für das Grau der Wolken,
für das Blau des Himmels,
für die Sterne der Nacht.
Mein Mund ist da für das Wort,
für das gute Wort,
auf das einer wartet.
Meine Lippen sind da für den Kuß
und meine Hände,
um zärtlich und sanft zu sein,
um zu streicheln
und Trost zu spenden,
und meine Füße,
um den Weg zu meinem Nächsten zu gehen.
Mein Herz ist da für die Liebe,
für die Wärme,
für jene, die in Kälte
und Einsamkeit leben.
Ohne Leib bin ich nirgends,
ohne Sinn bin ich nichts.
Alles das hat Bedeutung.
Alles das ist da
für das unvorstellbare Wunder,
daß es soviel wunderbare Menschen um mich gibt…
Warum begreife ich dann nicht,
daß ich für die Freude gemacht bin?

Phil Bosmans