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  • #616
Kommunikation

als die worte
sich berührten
als die angst
entfernt wurde
als nächtlich
augen-blicke wuchsen
als ein weites lächeln
ganz ohne mühe
hinüberglitt
in das tanzende licht
dieses jähen vorfrühlings


S.Brodauf
 
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  • #617
Hier scheint die Sonne.:rolleyes:

S. Bergmann


Vogelflügel in den Himmel
gestreut
Sonnenschein an den Fensterrahmen gesteckt
Lächeln noch hinter Glas
Mit offenem Mantel mit
Offenen Haaren
Im Wind
Freue ich mich noch
Auf alles was
kommt:
Frühling
 
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  • #618
Kommunikation

als die worte
sich berührten
als die angst
entfernt wurde
als nächtlich
augen-blicke wuchsen
als ein weites lächeln
ganz ohne mühe
hinüberglitt
in das tanzende licht
dieses jähen vorfrühlings


S.Brodauf
Das ist ein wunderbares Gedicht. Kennst du die Verfasserin, @Megara ? Oder hast du diesen Lyriband von ihr: "Nachthäute"? Ist wohl eine Zeitgenössin, man findet nicht so viel von ihr.
Wunderbar, wie damit eine gelungene Kommunikation, die in einem tiefen Verständnis zueinander stattfand, beschrieben wird.
 
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  • #619
Das ist ein wunderbares Gedicht. Kennst du die Verfasserin, @Megara ? Oder hast du diesen Lyriband von ihr: "Nachthäute"? Ist wohl eine Zeitgenössin, man findet nicht so viel von ihr.
Wunderbar, wie damit eine gelungene Kommunikation, die in einem tiefen Verständnis zueinander stattfand, beschrieben wird.
Das ist aus meiner Sammlung, die ich vor sehr vielen Jahren angefangen habe.Leider habe ich damals oft nur irgendwo ausgeschnitten und eingeklebt .Durch einen Umzug habe ich den Ordner wiedergefunden.
"Nachthäute" werde ich mal googeln.Danke.
Ich mag auch Anne Steinwart, Mascha Kaleko und Ulla Hahn von den Zeitgenössischen sehr.
 
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  • #622
"A gonzes Lebn long

Liebe mocht ned blind sondern nur die Augn gschwoin
Wie a storker Wind den de Staun ned trogn woin
Fost wie bei an Kind wos de Augn ned glaubn woin
Wie da Kuss von Klimt den de Fraun ned hom woin"
 
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  • #624
Nicht aufzuhalten


Dieses verrückte Kind
das losrennt
das Leben zu umarmen
das hin fällt
aufsteht und weiter läuft
mit zerschlagenen Knien

Dieses verrückte Kind
das Hoffnung heißt
an Liebe glaubt



Anne Steinwart
 
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  • #626
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  • #629
Dunkel war’s der Mond schien helle

Dunkel war's, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur.
Als ein Wagen blitzeschnelle
langsam um die runde Ecke fuhr.

Drinnen standen sitzend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschossner Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.

Und der Wagen fuhr im Trabe
rückwärts einen Berg hinauf.
Droben zog ein alter Rabe
grade eine Turmuhr auf.

Ringsumher herrscht tiefes Schweigen,
und mit fürchterlichem Krach
spielen in des Grases Zweigen
zwei Kamele lautlos Schach.

Und zwei Fische liefen munter
durch das blaue Kornfeld hin.
Endlich ging die Sonne unter,
und der graue Tag erschien.

Und auf einer roten Bank,
die blau angestrichen war,
saß ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar.

Neben ihm 'ne alte Schrulle,
zählte kaum erst sechzehn Jahr,
in der Hand 'ne Butterstulle,
die mit Schmalz bestrichen war.

Droben auf dem Apfelbaume,
der sehr süße Birnen trug,
hing des Frühlings letzte Pflaume,
und an Nüssen noch genug.

Von der regennassen Strasse
wirbelte der Staub empor.
Und ein Junge bei der Hitze
mächtig an den Ohren fror.

Beide Hände in den Taschen.
hielt er sich die Augen zu.
Denn er konnte nicht ertragen,
wie nach Veilchen roch die Kuh.
 
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  • #630
Und wüßten's die Blumen die kleinen
(Heinrich Heine)


Und wüßten's die Blumen, die kleinen,
wie tief verwundet mein Herz,
sie würden mit mir weinen,
zu heilen meinen Schmerz.

Und wüßten's die Nachtigallen,
wie ich so traurig und krank,
sie ließen fröhlich erschallen,
erquickenden Gesang.

Und wüßten sie mein Wehe,
die goldenen Sternelein,
sie kämen aus ihrer Höhe,
und sprächen Trost mir ein.

Sie allen können's nicht wissen,
nur eine kennt meinen Schmerz:
Sie hat ja selbst zerissen,
zerissen mir das Herz.