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  • #406
FADENSONNEN
über der grauschwarzen Ödnis.
Ein baum-
hoher Gedanke
greift sich den Lichtton: es sind
noch Lieder zu singen jenseits
der Menschen.

Paul Celan (1965)
 
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  • #407
@Marlene
Vielen Dank für dein LIKE zum Parzifal.
Ich finde unsere wunderschöne uralte Literatur, die uns zusätzlich noch ein Bild über das Leben unserer Vorfahren vermittelt, wird in unserer schnelllebigen Zeit viel zu wenig beachtet.
 
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  • #408
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  • #409
@199MKt8gf
Kennst du Paul Celan?
Klingt ein wenig wie Marie Luise
 
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  • #410
Nicht gesagt

Was von der Sonne zu sagen gewesen wäre
Und vom Blitz nicht das einzige Richtige
Geschweige denn von der Liebe.
Versuche. Gesuche. Mißlungen
Ungenaue Beschreibung


Weggelassen das Morgenrot
Nicht gesprochen vom Sämann
Und nur am Rande vermerkt
Den Hahnenfuß und das Veilchen.


Euch nicht den Rücken gestärkt
Mit ewiger Seligkeit
Den Verfall nicht geleugnet
Und nicht die Verzweiflung


Den Teufel nicht an die Wand
Weil ich nicht an ihn glaube
Gott nicht gelobt
Aber wer bin ich daß

Marie Luise Kaschnitz
 
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  • #411
...hab ich gerade entdeckt.

 
F

Flip ~ Flop

  • #412
Erfahrungen sind Gaben,

wie alles andere auch.

Schlechte Erfahrungen sind Gaben.

Nur was man wirklich annimmt,

hat man.

Ein Leiden, eine Gabe.

Und Leid, aus dem du lernst,

ein Schatz.

Und Leid, aus dem du lernst,

nicht mehr zu leiden,

das dich unverwundbar macht,

eine Kostbarkeit.

Und Leid, das dich lehrt,

andere nicht mehr zu verwunden,

eine Unschätzbarkeit.

- Brigitte Schwaiger -
 
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  • #413
(...)
Unter Dornenbogen
O mein Bruder klimmen wir blinde Zeiger gen Mitternacht.

Georg Trakl
 
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  • #414
@Marlene, kennst Du den Film (Tabu) über Georg Trakl? Lief gestern auf 3sat.
 
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  • #415
Kühler Frieden

Fetzen aus Dunst und Nebel
wabern über das abendliche Moor.
Jeder Schritt kann tödlich enden,
Gleich kalten Händen umgreift es
meine Beine.
Meine Rufe verhallen im Nichts
Es zieht mich tiefer,
meine Kraft erlahmt
es will mich
und jetzt will ich es auch
will nur noch eins mit ihm werden.
Weit weg von allen Menschen
endlich Ruhe
endlich Frieden.

ANONYMER TORFSTECHER
Ein Feldkreuz im Teufelsmoor
 
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  • #416
Kühler Frieden

Fetzen aus Dunst und Nebel
wabern über das abendliche Moor.
Jeder Schritt kann tödlich enden,
Gleich kalten Händen umgreift es
meine Beine.
Meine Rufe verhallen im Nichts
Es zieht mich tiefer,
meine Kraft erlahmt
es will mich
und jetzt will ich es auch
will nur noch eins mit ihm werden.
Weit weg von allen Menschen
endlich Ruhe
endlich Frieden.

ANONYMER TORFSTECHER
Ein Feldkreuz im Teufelsmoor
Brrrr, schüttel :eek: Das ist so Kategorie Erlkönig, ganz gruselig. Kunst, aber grusel grusel...
 
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  • #417
Der König Erl
Wer reitet so spät durch Wind und Nacht ?
Es ist der Vater. Es ist gleich acht.
Im Arm den Knaben er wohl hält,
er hält ihn warm, denn er ist erkält'.
Halb drei, halb fünf. Es wird schon hell.
Noch immer reitet der Vater schnell.
Erreicht den Hof mit Müh und Not ---
der Knabe lebt, das Pferd ist tot.

Heinz Erhardt
 
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  • #419
Hallo ihr alle,
ich bin neu im Forum.
Ich verarbeite meine Erfahrungen mit Haikus (auch wenn sie nicht "formal korrekt sind).

Marktplatz.
Öffnen der Seele.
Suche

Ein Traum,
ein Austausch von Gedanken.
Es passt nicht.

Spaziergang,
intensive Gespräche.
Am Ende Trauer

Schmetterlinge,
immer aufs Neue.
Sie fliegen davon.

Ein neuer Traum.
Kann es sein?
Spannung.

Ein freundlicher Gruß -
keine Antwort seit langem.
Wer ist dran?

Der erste Rausch
nicht mehr neu.
Die Mühen der Ebene.