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Hafensänger

  • #346
Sicher.

Und fafner, erzähl dir selbst was .
 
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ratte

  • #347
fafner, ignorier ihn einfach...er soll sich mit seiner Rosinante zusammen eine andere Windmühle suchen...
 
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Flip- Flop

  • #348
Erinnerungen an das große Glück

Die Tage kommen schnell gezogen
und eilen rasend durch das Land,
man wird der Gegenwart betrogen
und gibt das Schönste aus der Hand:
Erinnerungen an das große Glück–
Nichts bringt uns diese Zeit zurück.

Anna Haneken,
 
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  • #349
Schön, ein Haiku von Issa (Kobayashi Yataro, 1763-1827)

Ein Zug von Segeln
So nach und nach dort aufsteigt:
Die Haufenwolken.
 
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  • #350
Einst machte ich mir ein Bild von dir und liebte es.
Später machte ich mir ein Bild von dir und empfand Freundschaft.
Jetzt sehe ich dich und wende mich ab.
 
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Flip- Flop

  • #351
Ist es denn Unrecht, wenn ich für euch erglühte?
Und Schmach, wenn ich in Eures Leibes Pracht,
Die Samt und Seide neidisch überdacht,
Gedankenvoll mit meinen Wünschen wüte?
Verstattet diesem hitzigen Geblüte,
Daß es an Euer Liebespförtchen poch!
Dann seufzt ihr wohl:
"Wie, werter Freund, schon müde?
Nur einmal noch!"

Francois Rabelais
 
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  • #352
Das Leben kommt auf alle Fälle
aus einer Zelle
und endet oft bei Strolchen
in einer solchen.

Erster Hauptsatz der Zytobiologie
von Heinz Erhardt
 
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  • #353
Es ist November und der Regen,
kriecht durch die Kleider auf die Haut,
ich geh' alleine auf den Wegen,
die mir vom Sommer her vertraut.

Wem wohl die kalten Tage nützen,
was gestern lebte ist heut' taub,
und in den schmutzig grauen Pfützen
ertrinkt der Bäume welkes Laub.

An ein paar Zweigen hängen Blätter,
die heute Nacht der Wind vergaß,
den Pavillon versperren Bretter,
wo manches Liebespärchen saß.

Sogar die Nester in den Bäumen,
sind ohne Leben, ohne Sinn,
und mir alleine bleibt das Träumen,
weil ich ein Mensch mit Träumen bin.

Ich bin auf einmal so alleine,
wo ist das Glück, das einst begann?
Die kahlen Bäume und die Steine,
die schaun mich durch den Regen an.

Ich suche oben in den Sternen,
ein wenig Trost für mein Geschick.
Doch der, der Trost sucht sollte lernen,
er ist vergänglich wie das Glück.

Doch aus Verzweiflung wächst das Hoffen,
das uns die Kraft zum Atmen schenkt.
Zwar bleiben viele Wünsche offen,
weil irgendwer das Schicksal lenkt.

Solange hier bei uns auf Erden,
man einen Hauch von Leben spürt,
so sorgt das Schicksal für das Werden
und gibt das Glück, wem Glück gebührt.

LIedtext Alexandra
 
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  • #354
Dein Schweigen

Du entfernst dich so schnell
Längst vorüber den Säulen des Herakles
Auf dem Rücken von niemals
Geloteten Meeren
Unter Bahnen von niemals
Berechneten Sternen
Treibst Du
Mit offenen Augen.

Dein Schweigen
Meine Stimme
Dein Ruhen
Mein Gehen
Dein Allesvorüber
Mein Immernochda.

Marie Luise Kaschnitz
 
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Flip- Flop

  • #355
William Shakespeare
Sonett 116

Nichts kann den Bund zwei treuer Herzen hindern,
Die wahrhaft gleichgestimmt. Lieb' ist nicht Liebe,
Die Trennung oder Wechsel könnte mindern,
Die nicht unwandelbar im Wandel bliebe.

O nein! Sie ist ein ewig festes Ziel,
Das unerschüttert bleibt in Sturm und Wogen,
Ein Stern für jeder irren Barke Kiel, –
Kein Höhenmaß hat seinen Werth erwogen.

Lieb' ist kein Narr der Zeit, ob Rosenmunde
Und Wangen auch verblühn im Lauf der Zeit –
Sie aber wechselt nicht mit Tag und Stunde,
Ihr Ziel ist endlos, wie die Ewigkeit.

Wenn dies bei mir als Irrthum sich ergiebt,
So schrieb ich nie, hat nie ein Mann geliebt.
 
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  • #356
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  • #357
Der König Erl
Wer reitet so spät durch Wind und Nacht ?
Es ist der Vater. Es ist gleich acht.
Im Arm den Knaben er wohl hält,
er hält ihn warm, denn er ist erkält'.
Halb drei, halb fünf. Es wird schon hell.
Noch immer reitet der Vater schnell.
Erreicht den Hof mit Müh und Not ---
der Knabe lebt, das Pferd ist tot!

Heinz Erhardt
 
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  • #358
Ohne ein obskures Objekt meiner Begierde, das ich angeifern kann, kommt nur so was Blödes raus
Deshalb heißt es auch ..........


……….

Ich küsse dich ganz heiß und fest

weil du mich an die……...läßt.

Ich spüre dich in Herz und…….

und fühle mich im siebten Himmel

Ich schweb vor Glück über dem Boden

es kribbelt mir bis in die ……...
 
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  • #359
es hängt ein Büstenhalter an der Wand
und was darin war halt ich in der Hand
wenn man mich fragt, warum ich denn so traurig bin
sag ich, es war nur Schaumgummi drin
 
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Flip- Flop

  • #360
Mauern
Wir gehen aneinander vorüber,
Jeder in sich und sein Schicksal gebannt
Wir schicken Gruß und Gebärde hinüber
und leben jeder in anderem Land...
Aber hinter Wällen und Mauern,
Die sich unsichtbar zwischen uns baun,
Lebt der einsamen Seelen Trauern
Und der verwirrten Geschöpfe Graun.
Suchender Sehnsucht trübe Funken
Schwirren über den Mauerrand
Aber schon hat sie die Nacht getrunken,
Ehe das Licht zum Ziele fand...
Und von der nächtlichen Schwermut Fächeln,
Von der Wehmut des jähen Verwehns
Bleibt nur der wissenden Seele Lächeln
Über den kurzen Trug des Verstehns.
Alles wähnt, im andern zu leben
Wenige küssen im Dunkeln sich sacht,
Wenn die Mauern klingend erbeben
Doch über allen brütet die Nacht.

Kurt Walter Goldschmidt