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Flip ~ Flop

  • #481
Meine Puppe kriegst du nicht!

Nein, du kleiner Bösewicht,
meine Puppe kriegst du nicht!
Noch ist's gar nicht lange her;
denkst du denn, ich weiß nicht mehr,
wie's der andern ist ergangen,
was du mit ihr angefangen?
Erst die Nase abgemacht,
dann das Köpfchen ihr zerkracht,
dann den ganzen Leib zerrüttet
und die Kleie ausgeschüttet,
daß die Beine und der Bauch
hingen wie ein leerer Schlauch,
dann die Arme ausgerissen
und sie auf den Müll geschmissen!
Nein, du kleiner Bösewicht,
meine Puppe kriegst du nicht!

Heinrich Seidel
 
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fleurdelis*

  • #482
.... Im Glashaus sitzen ist ja nicht neu, Homer hat schon lange gewusst, es zu beschreiben:

„Klug müsste der und diebisch sein, der dich überholen wollte in allen Listen, und träte auch ein Gott dir gegenüber! Du Schlimmer, Gedankenbunter, Unersättlicher an Listen! So wolltest du denn nicht einmal , wo du doch in deinem Lande bist, aufhören mit den Betrügereien und mit den Reden, den diebischen .... ?

Odyssee - Homer
 
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  • #483
und wer sagt das??? wer?

ὣς φάτο, μείδησεν δὲ θεὰ γλαυκῶπις Ἀθήνη,
χειρί τέ μιν κατέρεξε· δέμας δ' ἤικτο γυναικὶ
καλῇ τε μεγάλῃ τε καὶ ἀγλαὰ ἔργα ἰδυίῃ …
 
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  • #485
Du hast doch was mit Medizin zu tun, oder irre ich mich?? γλαυκῶπις Ἀθήνη = glaukōpis Athēnã = die helläugige (eulenäugige) Athene.
 
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  • #486
Wer schmeißt denn da mit Lehm?
Der sollte sich was schäm'!
Der kann doch auch was anderes nehm'
als ausgerechnet Lehm.
 
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  • #487
Beziehung

Gewahr nehmen
Gefallen finden
Reden können
Nähe spüren
Vertrauen schenken

Rück Schlag
Zeit Mangel
Frage Zeichen

Vorsicht üben
Abstand halten
Anlauf nehmen
Weiter gehen
Zusammen finden

(Marc Lang)
 
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  • #489
Joseph Freiherr von Eichendorff

Frühlingsnacht

Über'n Garten durch die Lüfte
Hört' ich Wandervögel zieh'n,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt's schon an zu blüh'n.

Jauchzen möcht' ich, möchte weinen,
Ist mir's doch, als könnt's nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagen's,
Und in Träumen rauscht's der Hain
Und die Nachtigallen schlagen's:
Sie ist Deine, sie ist Dein!
 
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  • #490
Joseph Freiherr von Eichendorff

Frühlingsnacht

Über'n Garten durch die Lüfte
Hört' ich Wandervögel zieh'n,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt's schon an zu blüh'n.

Jauchzen möcht' ich, möchte weinen,
Ist mir's doch, als könnt's nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagen's,
Und in Träumen rauscht's der Hain
Und die Nachtigallen schlagen's:
Sie ist Deine, sie ist Dein!

Ui schön... Vom Lieblingsdichter meiner Mum :)
 
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  • #491
Und mal wieder Paul Celan (so wunderbar, finde ich):

Ich kann Dich noch sehn: ein Echo,
ertastbar mit Fühl-
wörtern, am Abschieds-
grat.

Dein Gesicht scheut leise,
wenn es auf einmal
lampenhaft hell wird
in mir, an der Stelle,
wo man am schmerzlichsten Nie sagt.
 
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  • #492
Eine Runde, weiche Sache
ist das Hirn bei Frau und Mann.
Und es ist nicht auszudenken,
was man damit denken kann!
Leider aber kennen viele
nicht den Wert dieser Substanz :
hilflos gehen sie durchs Leben
wie 'ne Katze ohne Schwanz.

Heinz Erhardt
 
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fleurdelis*

  • #493
Ich bin dieser Geistreichelei sterbensüberdrüssig. Jeder ist heutzutage geistreich. Du kannst nirgendwohin hingehen, ohne geistreiche Leute zu treffen. Das ist förmlich zu einer öffentlichen Plage geworden. Ich wünschte zum Himmel, wir hätten noch ein paar Dummköpfe übrig behalten.


Oscar Wilde
 
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  • #494

Das Erkennen

Ein Wanderbursch mit dem Stab in der Hand
Kommt wieder heim aus dem fremden Land.

Sein Haar ist bestäubt, sein Antlitz verbrannt,
Von wem wird der Bursch' wohl zuerst erkannt?

So tritt er ins Städtchen durchs alte Tor,
Am Schlagbaum lehnt just der Zöllner davor.

Der Zöllner, der war ihm ein lieber Freund,
Oft hatte der Becher die beiden vereint.

Doch sieh – Freund Zollmann kennt ihn nicht,
Zu sehr hat die Sonn' ihm verbrannt das Gesicht;

Und weiter wandert nach kurzem Gruß
Der Bursche und schüttelt den Staub vom Fuß.

Da schaut aus dem Fenster sein Schätzel fromm,
»Du blühende Jungfrau, viel schönen Willkomm!«

Doch sieh – auch das Mägdlein erkennt ihn nicht,
Die Sonn' hat zu sehr ihm verbrannt das Gesicht.

Und weiter geht er die Straße entlang,
Ein Tränlein hängt ihm an der braunen Wang.

Da wankt von dem Kirchsteig sein Mütterchen her,
»Gott grüß euch!« so spricht er, und sonst nichts mehr.

Doch sieh – das Mütterchen schluchzet vor Lust;
»Mein Sohn!« und sinkt an des Burschen Brust.

Wie sehr auch die Sonne sein Antlitz verbrannt,
Das Mutteraug' hat ihn doch gleich erkannt.

Johann Nepomuk Vogel
 
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  • #495

Das Erkennen

Ein Wanderbursch mit dem Stab in der Hand
Kommt wieder heim aus dem fremden Land.

Sein Haar ist bestäubt, sein Antlitz verbrannt,
Von wem wird der Bursch' wohl zuerst erkannt?

So tritt er ins Städtchen durchs alte Tor,
Am Schlagbaum lehnt just der Zöllner davor.

Der Zöllner, der war ihm ein lieber Freund,
Oft hatte der Becher die beiden vereint.

Doch sieh – Freund Zollmann kennt ihn nicht,
Zu sehr hat die Sonn' ihm verbrannt das Gesicht;

Und weiter wandert nach kurzem Gruß
Der Bursche und schüttelt den Staub vom Fuß.

Da schaut aus dem Fenster sein Schätzel fromm,
»Du blühende Jungfrau, viel schönen Willkomm!«

Doch sieh – auch das Mägdlein erkennt ihn nicht,
Die Sonn' hat zu sehr ihm verbrannt das Gesicht.

Und weiter geht er die Straße entlang,
Ein Tränlein hängt ihm an der braunen Wang.

Da wankt von dem Kirchsteig sein Mütterchen her,
»Gott grüß euch!« so spricht er, und sonst nichts mehr.

Doch sieh – das Mütterchen schluchzet vor Lust;
»Mein Sohn!« und sinkt an des Burschen Brust.

Wie sehr auch die Sonne sein Antlitz verbrannt,
Das Mutteraug' hat ihn doch gleich erkannt.

Johann Nepomuk Vogel

Schön diese alte Sprache des 19. Jahrhunderts.
Wer den Dichter mal besuchen möchte:
Hier seine aktuelle Adresse

Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 0, Reihe 1, Nummer 6)

Er heißt übrigens Vogl ohne e
 
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  • #496
Hier,
in diesem Forum
wird geschrieben und geschrieben
erst gedacht und dann geschrieben,
oft geschrieben und nie gedacht,
beleidigt und über sich selbst
und andere erschrocken
gelacht, getrauert und getröstet
Es wird gesucht
nach Nähe von Seele und von Körper
und nach Vollkommenheit, die,
wenn sie nicht eintritt,
tiefen Kummer hinterläßt.
Entlang der Abfallhalden voller velassenener Partner,
die im Nachhinein, nie gut genug waren,
sucht man den/die eing Wahre.
Was sind wir doch für Narren.


Dazu ein Gedicht von
Marie Luise Kaschnitz



Nicht gesagt

Nicht gesagt
Was von der Sonne zu sagen gewesen wäre
Und vom Blitz nicht das einzige Richtige
Geschweige denn von der Liebe.
Versuche. Gesuche. Mißlungen
Ungenaue Beschreibung

Weggelassen das Morgenrot
Nicht gesprochen vom Sämann
Und nur am Rande vermerkt
Den Hahnenfuß und das Veilchen.

Euch nicht den Rücken gestärkt
Mit ewiger Seligkeit
Den Verfall nicht geleugnet
Und nicht die Verzweiflung

Den Teufel nicht an die Wand
Weil ich nicht an ihn glaube
Gott nicht gelobt
Aber wer bin ich daß
 
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  • #497
In welcher Sprache reimt sich das?
 
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  • #500
Ein Gedicht ganz ohne Reim,
das kann doch überhaupt nicht sein.
Doch manche Firmen können's richten
und ohne Reime alles dichten.
Der Sprung im Glas, im Spiegel oder der Tasse,
Würth und Loctite hat die richtige Dichtungsmasse.

... ich habe fertig :D
 
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Flip ~ Flop

  • #501
Augen der Großstadt

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
Mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider –
Was war das? vielleicht dein Lebensglück …
vorbei, verweht, nie wieder.

Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang,
die dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hasts gefunden,
nur für Sekunden …
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider;
Was war das? kein Mensch dreht die Zeit zurück …
vorbei, verweht, nie wieder.

Du mußt auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Es sieht hinüber
Und zieht vorüber …
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider.
Was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück!

Vorbei, verweht, nie wieder.

- Kurt Tucholsky -
 
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  • #502
Zum heutigen Geburtstag von Paul Celan ein Gedicht von ihm:

Manche Menschen wissen nicht,
wie wichtig es ist, dass sie da sind.

Manche Menschen wissen nicht,
wie gut es tut, sie nur zu sehen.

Manche Menschen wissen nicht,
wie tröstlich ihr gütiges Lächeln wirkt.

Manche Menschen wissen nicht,
wie wohltuend ihre Nähe ist.

Manche Menschen wissen nicht,
dass sie ein Geschenk des Himmels sind.
Sie wüssten es, würden wir es ihnen sagen.
 
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  • #503
Herbst


Ich pflücke mir am Weg das letzte Tausendschön ......
Es kam ein Engel mir mein Totenkleid zu nähen –
Denn ich muß andere Welten weiter tragen.

Das ewige Leben dem, der viel von Liebe weiß zu sagen.
Ein Mensch der Liebe kann nur auferstehen!
Haß schachtelt ein! wie hoch die Fackel auch mag schlagen.

Ich will dir viel viel Liebe sagen –
Wenn auch schon kühle Winde wehen,
In Wirbeln sich um Bäume drehen,
Um Herzen, die in ihren Wiegen lagen.

Mir ist auf Erden weh geschehen ......
Der Mond gibt Antwort dir auf deine Fragen.
Er sah verhängt mich auch an Tagen,
Die zaghaft ich beging auf Zehen.

Elke Lasker-Schüler
 
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*Andrea*

  • #504
Manchmal stillstehen dürfen.
Kein Hierhin, Dorthin, Hierhin.
Die Uhr anhalten
ohne Furcht.
Wenn nichts geschieht,
geschieht viel.

Antje Sabine Naegeli
 
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*Andrea*

  • #505
Vergnügen
Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen
Das wieder gefundene alte Buch
Begeisterte Gesichter
Schnee, der Wechsel der Jahreszeiten
Die Zeitung
Der Hund
Die Dialektik
Duschen, Schwimmen
Alte Musik
Bequeme Schuhe
Begreifen
Neue Musik
Schreiben, Pflanzen
Reisen
Singen
Freundlich sein.

Bertold Brecht
 
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  • #506
Wollte folgendes in mein Profil setzen. PS war dagegen. Jetzt könnt ihr es hier lesen, sonst wäre es ja Zeitverschwendung gewesen.

Es ist zu schön um wahr zu sein
die Tage kommt 'ne Nachricht rein
Da Weihnacht ist ist's einerlei
ob gar Hallo oder Goodbye.

Die Nachricht kurz, sagte so viel:
Hi du, ich las grad dein Profil,
und voller Glück, ich konnt's kaum fassen,
sah ich uns zu einander passen!
Drum mach ich's kurz, denn drauß' ist kalt,
frohe Weihnacht, schreib mir bald.
von Toaster

Ironischerweise nur Verabschiedungen die Tage XD.
:‘-D
 
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  • #507
Wollte folgendes in mein Profil setzen. PS war dagegen. Jetzt könnt ihr es hier lesen, sonst wäre es ja Zeitverschwendung gewesen.

Es ist zu schön um wahr zu sein
die Tage kommt 'ne Nachricht rein
Da Weihnacht ist ist's einerlei
ob gar Hallo oder Goodbye.

Die Nachricht kurz, sagte so viel:
Hi du, ich las grad dein Profil,
und voller Glück, ich konnt's kaum fassen,
sah ich uns zu einander passen!
Drum mach ich's kurz, denn drauß' ist kalt,
frohe Weihnacht, schreib mir bald.
von Toaster

Ironischerweise nur Verabschiedungen die Tage XD.
:‘-D
Wieso hat PS das denn nicht zugelassen? Steh ich jetzt auf dem Schlauch?

Bei mir hagelt's auch nur noch Verabschiedungen.:oops: Ist wohl die Jahreszeit. (irgendeine Ausrede findet sich immer, warum es so ist.:D)
 
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  • #508
Möchte den Thread nicht kapern!
aber entweder beleidigend rassistisch, bewertung von PS, oder der Punkt, der bei mir immer greift: Nicht angemessene Nutzung des Profils.
btw: Advents-<beruf> geht auch nicht.
 
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  • #510
Du könntest diese Zeilen ja Deinem "kleinen Stern" schreiben, @bernwagner .
 
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