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  • #1

e-Mail - Was soll ich davon halten?

Ich grüße euch.
Bin erst seit kurzem bei PS und habe da eine Erfahrung gemacht, mit der ich nicht so recht klar komme. Bin eigentlich recht humorvoll aber auch sensibel. Eigentlich fühle ich mich momentan wie 16 bin aber schon ü40 ;). Hatte hier einen Herren kennengelernt, der sich ziemlich ruhig verhielt, d. h. der Mailverkehr war schleppend. Ich hatte dann mein Bild wieder vernebelt, da ich eine vorsichtige Type bin, und fragte ihn, warum er zwei mal auf meinem Profil war aber nicht schreibt. Er schrieb, dass das Bild vernebelt ist. Da schrieb ich lustig zurück so sinngemäß, dass er vielleicht mal zum Optiker müsste. Aber eben lustig geschrieben. Dann erhielt ich die Info, ob ich es denn nicht mag, dass er mich so ganz nackt sieht. Das habe ich nicht als Scherz angesehen und antwortete, dass ich nach einem Partner schaue und nicht nach einem Lustmeulch. Er schrieb dann, dass er meine jetzt kürzeren Haare meinte und den Satz nicht ranhängen wollte. Hatte dann nur kurz geschrieben, dass ich ihn nicht kenne, mir deshalb kein Urteil über ihn erlauben kann, und Bilder wegschalte, wenn ich merke, dass das Interesse fehlt. Ich bekam dann eine Abfuhr mit der Bemerkung, dass er bei meinem Humor ansetzen wollte und ich zu empfindlich bin.  Ich weiß auch nicht, ich nehme mir das so zu Herzen. Ist denn das normal, dass - Mann -  so etwas schreibt? Ich finde eigentlich nicht. Man muss doch auch vorsichtig sein, weil man nicht weiß, wer am anderen Ende sitzt. Verstehen Männer das nicht? Was sagt ihr dazu? Ich dachte eigentlich, dass hier Herrlichkeiten sind, die eine richtige Partnerschaft suchen. Seit gegrüßt und eine schöne Adventszeit.
 
 

Alkatar

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  • #2
Zitat von Widderfrau:
Dann erhielt ich die Info, ob ich es denn nicht mag, dass er mich so ganz nackt sieht. Das habe ich nicht als Scherz angesehen und antwortete, dass ich nach einem Partner schaue und nicht nach einem Lustmeulch. Er schrieb dann, dass er meine jetzt kürzeren Haare meinte und den Satz nicht ranhängen wollte.

Er hat eine sexuelle Anspielung gemacht, in der Hoffnung, dass du "angemessen" darauf eingehst. Als du anders reagiert hast, als von ihm erwünscht, ist er zurückgerudert und hat es so dargestellt, als hättest du ihn falsch verstanden. Sei froh, dass du ihn los bist. Hast alles richtig gemacht.
 
 

Ohnehandy

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  • #3
Hallo Widderfrau,

ich finde deine Bemühungen dich um einen heiteren Umgang zu bemühen als bereichernd. Wenn Mann eingeklemmt ist, kann man(n) nichts machen. Hahaha, alles quatsch! Es ist schon so, dass Mann oder Frau im Erstkontakt Antworten mit einem Hauch an Vorwurf persönlich nehmen.Warum sind wir hier? Sind wir nur hier, um den Status quo zu zementieren? Sind wir dafür hier? Überleg mal, bringt dich das zum Lachen? Wenn du mich kennen würdest, gut möglich. Aber nackte Tatsachen?

Was mir Sorge bereitet ist die Tatsache, dass viele Menschen mit ihrer Wirklichkeit alleine dastehen, ohnmächtig sind. Liebe Grüße
 
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  • #4
Hallo Allkatar,
danke für deine Antwort. Es ist gar nicht so einfach, sich in der "Herrlichkeitswelt" umzuschauen aber so lernt Frau eben immer noch dazu. liebe Grüße :)
 
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  • #5
Vorsicht, ich bin die absolute Profi-Beraterin ;). Wahrscheinlich gelten da andere Gesetze, die sich mir nicht erschließen.

Zitat von Widderfrau:
Hatte hier einen Herren kennengelernt, der sich ziemlich ruhig verhielt, d. h. der Mailverkehr war schleppend
Hast du nur gewartet, dass er ein Feuerwerk von Ideen zündet oder hat er auch auf unschleppende mails von dir nur schleppend reagiert? Wenn zweiteres – was willst du dann von ihm?
Ich hatte dann mein Bild wieder vernebelt, da ich eine vorsichtige Type bin
Was hast du denn befürchtet?
und fragte ihn, warum er zwei mal auf meinem Profil war aber nicht schreibt
Das ist natürlich eine originelle und einladende Anfrage ;)
Da schrieb ich lustig zurück so sinngemäß, dass er vielleicht mal zum Optiker müsste. Aber eben lustig geschrieben.
Mist. Verstehe den Witz nicht. DU hattest das Bild doch wieder vernebelt??
Dann erhielt ich die Info, ob ich es denn nicht mag, dass er mich so ganz nackt sieht. Das habe ich nicht als Scherz angesehen
Wieso nicht? Hattest du ein Aktfoto eingestellt?
und antwortete, dass ich nach einem Partner schaue und nicht nach einem Lustmeulch.
Aaha. Ich glaube, ich bin wirklich absolut ungeeignet für Partnerbörsenkonversationen.
Hatte dann nur kurz geschrieben, dass ich ihn nicht kenne, mir deshalb kein Urteil über ihn erlauben kann, und Bilder wegschalte, wenn ich merke, dass das Interesse fehlt. Ich bekam dann eine Abfuhr mit der Bemerkung, dass er bei meinem Humor ansetzen wollte und ich zu empfindlich bin
Dann wart ihr euch doch einig?
Man muss doch auch vorsichtig sein, weil man nicht weiß, wer am anderen Ende sitzt.
Nochmal: was genau sind deine Bedenken? Und wie müsste sich ein Mann verhalten, um diese auszuräumen? Glaubst du, dass mit solchem Misstrauen ein lustiger Kontakt zustandekommen kann? Oder darf das nicht lustig sein bei „ernsthafter Partnersuche“?

(ich bin wahrlich keine gute Hilfe)


ohje dieser Color/size -Bug ist ja grausam. und nicht wegzukriegen ;((
isch abe rien gemacht...
 
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  • #6
Jetzt wollte ich mal schauen, ob sich die Betaversion wieder beruhigt hat und ich dieses Color/Size Gedönse wieder wegbekomme - jetzt kann man Beiträge gar nicht mehr bearbeiten? Oder bin ich blind?

Falls das ja wirklich auf dem Aktivierungsplan für die Foumssoftware steht, können wir uns demnächst anschreien - sogar in bunt! Welch Fortschirtt..

*ok diesen könnte ich bearbeiten, wenn ich wollte - also nur wenn er noch "frisch" genug ist?
 

Rätsel

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  • #7
Also ehrlich, ich hätte schon den Kontakt abgebrochen, als ich gemerkt hätte, dass der Herr sich "ruhig verhält" und "nur schleppend" schreibt. Dann wären dir die unangenehme Bemerkung über nackte Bilder, weitere verwirrende Nachrichten und letztendlich eine Abfuhr erspart geblieben.

Warum fragst du einen Mann, der sich zweimal dein Profil angeschaut hat, warum er dir nicht schreibt? Das ist ein wenig wie Betteln. Und es senkt erheblich deine Attraktivität.
 

IMHO

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  • #8
Ihr wolltet beide humorvoll rüberkommen. Aber auf beiden Seiten gab es Missverständnisse. Entweder man sagt sich: Es passt überhaupt nicht, oder man versucht, auch dies wiederum humorvoll zu nehmen und durch näheres Kennenlernen eine gemeinsame verständlichere Basis zu schaffen.
 
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  • #9
Vielen lieben Dank für eure Antworten. Nun ist es ja vorbei und ich habe dazu gelernt. Ob und wie was richtig gewesen wäre, ist wieso fraglich. Warum ich ihn zweimal gefragt habe? Na weil ich ihn verabschiedet hatte, und er aber dies nicht wollte. Hatte ihn nicht gleich "rausgeschmissen", da ich eigentlich immer das Gute in einem Menschen sehe. Ist wohl ein Fehler. Der ist aber nicht so leicht abzustellen. Er war so, man könnte meinen schüchtern. Ich denke, der wusste gar nicht, was er mit mir "anstellen" sollte. Also k. A., es kam mir so vor, als wenn, er überlegt hat, was er nun tun soll, irgendwie eigenartig. Hatte ihm ja auch angeboten, das Profil zu überarbeiten und Tipps bzgl. der Fotos gegeben. Die weniger "guten" hatte er dann auch rausgeschmissen aber keine neuen eingespeichert. Ich denke, wenn man tel. ist es wieso besser, denn dann kann man alle Missverständnisse etc. ausräumen und alles hinterfragen kann. Aber ist ja nun egal, diesen Kontakt wird es nie mehr geben. Vielleicht bin ich auch zu vorsichtig. Aber welchen "Grad der Wanderung" soll man eingehen? Bin erst neu auf Partnersuche, und muss mich wohl auch erst einfinden bzw. damit umzugehen lernen. lG
 
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  • #10
Hallo die Herrlichkeit "Ohnehandy" (find ich gut ;), deine Fragen kann ich irgendwie nicht so richtig wirklich nachvollziehen. Wir sind nicht hier, um einen Status, weiß ich was, nachzuvollziehen, durchzusetzen oder sonst wie. Jeder von uns ist doch sicherlich hier, um einen Partner/eine Partnerin kennenzulernen, so denke ich jedenfalls. Mich belustigt hier nicht´s. Frau, und ich denke auch Mann, machen Fehler., ist ja normal. Jeder schreibt fremde Leute an. Man kennt die Vergangenheit nicht etc. Was soll das mit dem "eingeklemmt"? Wenn mir jemand die Frage so gestellt hätte, den ich kenne, hätte ich ganz anders reagiert. Da gibt es Dinge, die erzähle ich meinem Partner aber nicht einer Person, die ich nicht kenne. Es muss ja auch gesehen werden, wo jemand arbeitet, wie ist das Umfeld etc. Es gibt viele Antworten, die in Gesprächen gelöst werden und auch erst dann verstanden werden können. Niemand wird sich einer e-Mailfreundschaft offenbaren. Frauen sind m. E. nach eben vorsichtiger. Ihr Männer habt es doch da viel besser.  Was meinst du als Vorwürfe? Ich denke nicht, dass dir hier jemand Vorwürfe macht, eher gute Ratschläge gibt. Frauen neigen oft dazu, dass was sie wirklich meinen zu verpacken. Z. B. würde ich zu einer "Herrlichkeit" nicht sagen, dass ich ihn nett finde und kennenlernen möchte. Lieber zeige ich ihm auf, was am Provil zu verbessern ist. Wenn er was von mir will, kann er mich ja ansprechen.  K. A., warum, es ist einfach so.  Ich habe da so ein Bsp., wo ich mir einfach sage "Frau Unmöglich". ;) Ich stand am Donnerstag vor Karfreitag am Dönerstand. Ein sehr hübscher, attraktiver und sonst wie toller Mann machte mich nun an. Ja, was mach ich? Ich grinste den Salat an. Ja, so bin "ick".
 

Ohnehandy

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  • #12
@Widderfrau
Hallo (vermutlich) Berlinerin,

danke für dein nachhaken.

Deine eingangs bildhafte Beschreibung vom Gegenüber empfinde ich als: er lässt wenig Spielraum für Humor oder Charakter. Sein Abwehrverhalten zeugt von Unreife. Folglich nehme ich ihn als eingeklemmt war, weil er überhaupt nicht auf dich eingehen kann. So nimmt er dich falsch (gar nicht) wahr und wechselt über in Schutzbehauptungen. So kann man(n) mit Tatsachen nicht umgehen, er weiß nur wie seine Suppe schmeckt. Mir wäre das zu fade.

Deine denke über Ein sehr hübscher, attraktiver und sonst wie toller Mann machte mich nun an. Ja, was mach ich? Ich grinste den Salat an. Ja, so bin "ick". , klingt leider auch oberflächlich. Sicher, ohne Anziehungskraft läuft nichts, aber das drumherum ist doch viel anregender oder törnt ab. Ich meine das so, weil wir endlich mal in solchen Situationen anfangen sollten unser Gehirn abzuschalten, unser Bewusstsein aktivieren, alles was in unseren Gefühlen sich noch regen kann Beine bekommt. Wenn dein Gegenüber davon nichts mitbekommt, herrscht irgendwo eine Mangel. Am Salat kann es nicht liegen.

Zuneigung ist für mich eine Gabe, Wortküsse im Geben und Nehmen. Ich kann mir gut vorstellen, wenn man sich einander nicht kennt, dass leicht Gefühlsgrenzen überschritten werden können. Sich überschwänglich zu begegnen ist wie körperlicher Kontakt. Wir zeigen uns berührt. Vielleicht ist es für jemanden Wochen oder Monate her, dass er/sie Wärme spüren durfte. Nicht selten fallen Menschen heraus in existenziellen Berührungshunger in Essen, Trinken, Rauchen, Fernsehen, Kaufrausch. Damit holt man sich Pseudoberührungen, Ersatzzärtlichkeiten, Kontaktsurrogate. In Wahrheit sehne ich mich nach Gehaltenwerden, Streicheln und Umarmungen, den archetypischen Gesten der Sympathie. Nichts ist schlimmer als Berührungsarmut, sie ist eine lähmende Not. Alle Zärtlichkeiten sind die wahren Champagnerbläschen des Eros in uns.

Was bedeutet denn Einsamkeit und Krisenzeiten anders, als diese mit der Nervenstärke der Liebe und Traurigkeit zu überleben? Einige Menschen lieben es mit Tieren zu schmusen, ihnen unsere Zärtlichkeit zu schenken, weil sie diese auch zurückbekommen. Besonders die tierische Unvoreingenommenheit, Zärtlichkeit zu genießen, ist ein echtes Gefühl. Sie gibt uns Kraft, hält uns am Leben, um nicht innerlich zu verkümmern.

Das Erlebnis der Zärtlichkeit kann einfach das Barfußlaufen im Sand, der Anblick eines blühenden Kirschbaums oder die wärmende Sonne sein. Wenn ich nicht selber Tag und Nacht mich in der Natur im Wald bei Pflanzen und Tieren aufhalten würde, nicht in meinem Garten die Pflanzen voller Hingabe liebevoll zum Wachsen brächte, nicht ständig an den Wolken und dem fließenden Wasser hinge, dann fühlte ich in mir eine endlose Leere. Mein symbiotisches verschmelzen mit dieser Liebe ist unerschütterlich, mein Urvertrauen zum Leben. Darin steckt meine Botschaft: Es ist gut, dass es mich gibt. Ich habe ein Recht hier zu sein. Ich bin liebenswert. Ich bin ein dankbares Geschenk für diese Welt. Gerate ich stattdessen in eine abwertende Umgebung der Kühle und Lieblosigkeit, so fühle ich mich nicht nur unerwünscht, sondern halte mich auch nicht für liebenswert. Das ist die Wunde der Ungeliebten, die fortan in mir brennt. Ich fühle mich noch minderwertiger.

Ich glaube, dass wir alle ganz viel Zärtlichkeit brauchen. Wenn wir hier satt werden, hat dies auf unser ganzes Leben und die Welt Auswirkungen. Wir werden toleranter, können unserer Umwelt mit mehr Liebe begegnen. Die Liebe vermehrt sich, je mehr wir geben, desto mehr bekommen wir. Zärtlichkeit verlangt viel Phantasie, sie ist kein Vorrecht für Verliebte, sondern sie gehört in jedes Leben. Ohne Zärtlichkeit wäre unser Leben allein Disziplin und Pflicht.

Wenn mir Zärtlichkeit verweigert wird, so fühle ich mich vom anderen verworfen. Wenn mir der andere den zärtlichen Blick verweigert, so fühle ich mich ausgeschlossen, ja vielleicht sogar vernichtet. Jean Paul Sartre hat in seinem philosophischen Grundsatzwerk „Das Sein und das Nichts“ 1943 den Blick des anderen auf mich als einen nachgerade feindseligen Akt der Kolonialisierung definiert. Wenn mich ein anderer anblickt, so macht er mich nach Sartre zum Objekt. Der kühle, objektivierende, sympathielose Blick wirft mich auf mich selbst zurück, er macht mich zum bloßen Ding. Ich bin nicht mehr Herr in meinem eigenen Universum, sondern nur noch ein verfügbarer Gegenstand in dieser Welt. Dieser antipathische Blick reduziert mich unbarmherzig auf eine Außenseite von Durchschnittlichkeit und Trivialität. Unter diesem Blick gerinne ich förmlich im Packeissyndrom meiner frostigen Geworfenheit in diese fremde Welt.

Eben hier setzt der Philosoph Lemaire seinen Gegenentwurf einer Philosophie der Zärtlichkeit an. Im sympathischen Blick liegt meine Rettung, mein Himmel, mein Heil. Warum? In den zärtlichen Augen liegt nicht Ablehnung und Kritik, sondern Annahme und Verbundenheit. Sie zeigen mir Begrüßung, Freude, Dankbarkeit des anderen Ich über das Du. Im zärtlichen Blick finde ich mich positiv erwidert, in meiner Klugheit, Liebheit und Schönheit wahrgenommen, widergespiegelt und willkommen geheißen. Diesem zurufenden Blick folgt die Zureichung durch die Hand. Sie bildet keine Faust, sondern spreizt sich mir entgegen, um viele Berührungspunkte zu schaffen. Es entsteht eine Zeitinsel um uns beide.

Im Zeichen der Existenzphilosophie bestimmte Ton Lemaire die Zärtlchkeit als eine Gegenkraft zur Angst. Die Angst offenbart im Dasein das Sein zum eigensten Seinkönnen. Die Angst ist der Schwindel der Freiheit.

Die Zerbrechlichkeit des Menschen wird in der Zärtlichkeit erkannt, respektiert und aufgehoben. Die Fragilität, also gerade die Zerbrechlichkeit des Menschen, macht ihn zur Zärtlichkeit fähig und gleichzeitig für die Zartheit empfänglich. Ich fühle, dass du verletzbar bist, du kannst getrost so bleiben, wie du bist, und ich will sogar, dass du so bleibst. Mit anderen Worten: Ich bin zärtlich zu dir, w e i l und nicht obwohl du zerbrechlich bist. Wir sind alle verletzbar und wir sind Sterbliche. Uns wird alle eines Tages der Tod zerbrechen.

Liebe Grüße
 
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Ohnehandy

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  • #13
@Widderfrau

Wir sind nicht hier, um einen Status, weiß ich was, nachzuvollziehen, durchzusetzen oder sonst wie. Jeder von uns ist doch sicherlich hier, um einen Partner/eine Partnerin kennenzulernen, so denke ich jedenfalls.

Es ist anstrengend stets dem Glauben hinterherzulaufen, wir müssten eine kritische Menge an Wertschätzung von außen erhalten, die ich auf magische Weise in Selbstwertgefühl verwandeln kann. Doch Selbstwertgefühl lässt sich nicht aus dem Hut zaubern. In Beziehungen jedoch vergleichen wir uns miteinander. Du bist intelligent, selbstbewusst und kannst sehr gut formulieren. Ich vergleiche mich mit dir und bin ein Tölpel. Das, was an dir wunderbar ist, und sehe, dass ich nicht hinreiche. Ich benutzte das, was an dir wunderbar ist, um meine Minderwertigkeitsgefühle zu stärken. Was ist mit all denen die nicht so wunderbar sind? Was ist mit den Leuten, die in jedem anderen einen Fehler entdecken müssen? Also, ich frage mich, was mit denen ist? Könnte es sein, dass sie sich ein bisschen minderwertig fühlen? Ist es nötig, auf die Fehler aller anderen zu zeigen? Auf vielfältigste Weise habe ich das getan, es reicht vom Großen bis zu Erfinderischen.
 
Die verschiedenen Aspekte meiner Persönlichkeit sind wie Speichen eines Rades. Wenn ich mich bis zur Radnabe vorarbeite, sitzt da der Furchtsame Kerl und gibt die Richtung an. Wie einfach ist es doch sich einschüchtern zu lassen, sich hinter seinen Schwächen zu verstecken. Anstatt seine Gefühle offen zu äußern: Weißt du, ich freue mich, dass du dir für mich Zeit nimmst. Ich muss dir sagen, dass ich ein bisschen aufgeregt bin. Du weißt es vielleicht nicht - es ist wahrscheinlich nicht dein Problem, sondern nur meins -, aber ich fühle mich von dir etwas eingeschüchtert. Abgesehen davon gibt es da immer noch diesen Streitpunkt zwischen uns... und so sehe ich die Dinge. Und da ich sie so sehe, glaube ich.. und da ich das glaube, brauche ich von dir eine Art Hilfestellung. mag sein, dass jemand meine Verletzlichkeit ausnutzen wird, darüber habe ich keine Kontrolle. Aber sollte jemand das tun? Ich habe in einem gewissen Sinne ja schon einen Vorsprung gegeben, ich war offen und ehrlich und habe in einer unagressiven Sprache gesagt, was ich brauche. Die Wahrscheinlichkeit, dass man meinen Bedürfnissen entspricht, wird größer, wenn ich sie offen äußere. Sich authentisch zu verhalten ist nie so schlimm wie ich vorher befürchtet habe. Der Furchtsame in mir entwirft die schlimmsten Szenarios, um mich davon abzuhalten, Risiken einzugehen. Der Furchtsame komme zum Schluss, dass das Ergebnis entsetzlich sein wird. Er sagt, wenn ich mich anderen offenbare, werden sie schlecht über mich reden. Die anderen werden Vorteile aus meiner Schwäche ziehen, mich bloßstellen und ablehnen. mein Furchtsamer ist in negativer Weise sehr kreativ. Er hindert mich erfolgreich neue Räume zu betreten und etwas zu tun, was ich noch nicht kann.
 
Angst und Negativität sind miteinander verbunden. Manche Menschen erfahren ihre eigene Negativität durchaus positiv. Für sie ist es positiv, weil sie durch sie ihre Macht spüren. Sie haben Macht über andere. Adolf Hitler war unglaublich negativ und zugleich mächtig. Er flößte anderen Angst ein durch eine alles beherrschende, kontrollierende und unbegrenzte Macht. Ist es möglich erfolgreich zu sein, ohne über andere Macht auszuüben? Ja, aber es geht nicht um Erfolg. Es geht nicht darum, was herauskommt. Erfolg oder Glück kann man nicht erzwingen, es muss sich ergeben, und dies geschieht nur als unbeabsichtigter Nebeneffekt der eigenen Hingabe an eine Sache, die größer ist als man selbst. Wenn ich mich auf das Ergebnis fixiere, rechtfertigt der Zweck die Mittel. Dann spielt Effizienz die Hauptrolle. Ich entscheide darüber, wie ich dastehe. Ich glaube, wenn ich verstehe warum normal ungesund ist, dann würde ich erkennen, wann Menschen - mich eingeschlossen - sich wie kleine Hitlers verhalten. Wir würden klar sehen, was abläuft, und nicht der Person Macht verleihen, die andere zu beherrschen oder zu kontrollieren versucht. Jesus und Ghandi wollten diese Macht nicht. Ihre Macht heißt Liebe und Verletzlichkeit. Wie kann ich das auf meine Beziehung zu anderen Menschen anwenden? Die erst und typische Interaktion ist die der Zusammenarbeit, wobei ich dem anderen einen Vertrauensvorschuss gebe. Doch wenn sie unausgeglichen sind und unser Vertrauen missbrauchen, dürfen wir davor nicht unsere Augen verschließen. Ihr Verhalten zeigt den Stand ihrer Entwicklung, aber wir müssen uns nicht zum Teil ihrer Entwicklung instrumentalisieren lassen. Besser Abstand bewahren, beizeiten den Stecker ziehen. Ich muss nicht darauf warten, dass die andere unausgeglichene Person ihr Gleichgewicht findet, um mich gut zu fühlen.
 
Wie kann ich mich schützen, wenn ich von solchen Leuten umgeben bin, damit sie mein Verhalten und Stimmung nicht beeinflussen? Nur in Liebe kann ich Abstand wahren, mit Mitgefühl Distanz halten. Viel zu oft nahm ich meinen Energiestecker und steckte ihn in die Steckdose von anderen, manchmal unausgeglichenen Leuten und lies mich von deren Strom antreiben. Stattdessen stecke ich meinen Stecker nun in mich selbst, dorthin, wo meine zentralen Wertvorstellungen leben. Dann werde ich statt von außen von innen gelenkt. Ebenso bewege ich mich dann von äußeren Maßstäben zu inneren, die meine höchsten Werte mit einschließen. Warum sind wir hier? Sind wir nur hier, um den Status quo zu zementieren? Sind wir dafür hier?
 
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  • #14
Zitat von tina*:
Vorsicht, ich bin die absolute Profi-Beraterin ;). Wahrscheinlich gelten da andere Gesetze, die sich mir nicht erschließen.


Hast du nur gewartet, dass er ein Feuerwerk von Ideen zündet oder hat er auch auf unschleppende mails von dir nur schleppend reagiert? Wenn zweiteres – was willst du dann von ihm?

Was hast du denn befürchtet?

Das ist natürlich eine originelle und einladende Anfrage ;)

Mist. Verstehe den Witz nicht. DU hattest das Bild doch wieder vernebelt??

Wieso nicht? Hattest du ein Aktfoto eingestellt?

Aaha. Ich glaube, ich bin wirklich absolut ungeeignet für Partnerbörsenkonversationen.

Dann wart ihr euch doch einig?

Nochmal: was genau sind deine Bedenken? Und wie müsste sich ein Mann verhalten, um diese auszuräumen? Glaubst du, dass mit solchem Misstrauen ein lustiger Kontakt zustandekommen kann? Oder darf das nicht lustig sein bei „ernsthafter Partnersuche“?

(ich bin wahrlich keine gute Hilfe)


ohje dieser Color/size -Bug ist ja grausam. und nicht wegzukriegen ;((
isch abe rien gemacht...

oh
 

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  • #15
Widderfrau, an das Gute im Menschen zu glauben, ist kein Fehler! Das tue ich auch. Aber nur solange bis das Gegenteil bewiesen wird.

Und übrigens, ein Mann, der eine Frau nicht anschreibt, nicht in die Puschen kommt, sich nicht um sie bemüht etc. ist keineswegs zwangsläufig kein guter Mensch. Er ist bloß an dieser einen Frau nicht interessiert. Das macht aber aus ihm keinen schlechten Menschen.
 
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  • #16
Zitat von Rätsel:
Widderfrau, an das Gute im Menschen zu glauben, ist kein Fehler! Das tue ich auch. Aber nur solange bis das Gegenteil bewiesen wird.

Und übrigens, ein Mann, der eine Frau nicht anschreibt, nicht in die Puschen kommt, sich nicht um sie bemüht etc. ist keineswegs zwangsläufig kein guter Mensch. Er ist bloß an dieser einen Frau nicht interessiert. Das macht aber aus ihm keinen schlechten Menschen.

Dann muss man es der Frau auch schreiben, wenn sie darum bittet. Wollte den Kontakt ja schon selbst abbrechen aber er wollte das nicht.
 
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  • #17
Ironie des Schicksals
Leute, weiß jetzt warum, wieso, weswegen. Man könnte dazu sagen, dass ist die Ironie des Schicksals. Hätte nur mal im Forum schnökern müssen. Er hatte mich hingehalten, und als ich dann gut genug war, kam der o. g. Käse mit Quark zu stande. Wenn Mann sehr mehrgleisig fährt, müsste er dies auch in angemessener Form mitteilen, so dass Favos das wissen. Ich z. B. "fahre" nur zweigleisig, da ich mich mit dem Menschen, der mir schreibt, beschäftige. Ich bin kein "Sammeltyp" ;). Es wird so sein, wie Alkatar geantwortet hat. Ich bin im nachhinein froh, dass ich so reagiert habe. Hatte zwar erst gedacht, dass IMHO recht hat, aber wenn ich alles so zurückverfolge ... 
Ein Mann, der fair, anständig und ehrlich ist macht so etwas nicht. Selbst, wenn einem mal was rausrutscht, wie eben "so ganz nackt" entschuldigt man sich in aller Form, wenn man merkt, dass man der Person so nicht kommen kann. Ich war mal für zwei Monate in einer SB, da ist mir ähnliches passiert aber der junge Mann hatte sich in aller Förmlichkeit entschuldigt. Künftig werde ich nicht mehr mit Herz und Verstand an die Sache rangehen sondern nur noch mit dem Verstand arbeiten. Ich weiß gar nicht, warum mich die Sache noch so mitnimmt. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass Männer ü40 so auf Partnerinnensuche gehen und so unehrlich sind oder wie auch immer man dazu sagen mag. Aber es sind zum Glück nicht alle so. Habe euch als nette Herren und Damen kennengelernt und auch jemanden getroffen, der sehr ehrlich, offen und fair ist. Es hat ganz schön gekribbelt auf beiden Seiten. Leider ist eine Partnerschaft aufgrund der äußeren Bedingungen fast unmöglich. Wir werden uns aber trotzdem auch noch einmal treffen, und dann weitersehen.    
 
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  • #18
Hallo Ohnehandy,
habe deinen Text gelesen. Warum schreibst du so? Welchen Streitpunkt gibt es zwischen uns? Du scheinst ein sehr intelligenter Mann zu sein aber schreibst in rätseln. Ich habe leider nicht viel Selbstbewusstein, sonst würde mir die Sache ja nicht so Nahe gehen, warum auch immer aber ich versuche stark zu sein, und mir nicht mehr alles gefallen zu lassen. Du musst dich nicht so klein machen. Das hast du nicht nötig! Du wirst auch jemanden finden, der es wert ist, an deiner Seite zu sein. liebe Grüße
 

suzanne

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  • #19
Lieber Ohnehandy

Tja, wieso scheibst Du hier so? Was hat all' dies mit Widderfraus Thread zu tun? Es scheint, als ob es da keine Verbindung gäbe, Du aber Deine Gedanken eher einmal grundsätzlich äussern möchtest.

Ich mag Deine Gedanken und möchte Dir dafür Danke sagen.

Liebe Grüsse, Suzanne
 
 
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  • #20
Hallo Suzanne,
ich finde Ohnehandys Gedanken klug. Er macht sich um andere Gedanken und schein selbst sehr unglücklich zu sein. liebe Grüße
 

suzanne

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  • #21
Liebe Widderfrau

Ob Ohnehandy traurig ist oder froh; ob die Theorie ihm vorauseilt oder er sie gewinnbringend in seinem Leben integrieren konnte: Wir wissen es nicht. Vielleicht mag er darüber schreiben?
 
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  • #22
Hallo Suzanne,
er ist ja erst seit 01.12.2014 hier drin. Er bezieht sich auf mein Problem, als wenn er so etwas kennt. Anfangs dachte ich ehrlich geschrieben schon, dass ... Ich denke über seine Bücherkenntnisse hat er sich vieles angelesen und kann sich dadurch über verschiedene Charakeren äußern oder wie auch immer ich das ausdrücken soll. Vielleicht schreibt er uns ja noch?
 
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  • #23
Zitat von Ohnehandy:
@Widderfrau



Es ist anstrengend stets dem Glauben hinterherzulaufen, wir müssten eine kritische Menge an Wertschätzung von außen erhalten, die ich auf magische Weise in Selbstwertgefühl verwandeln kann. Doch Selbstwertgefühl lässt sich nicht aus dem Hut zaubern. In Beziehungen jedoch vergleichen wir uns miteinander. Du bist intelligent, selbstbewusst und kannst sehr gut formulieren. Ich vergleiche mich mit dir und bin ein Tölpel. Das, was an dir wunderbar ist, und sehe, dass ich nicht hinreiche. Ich benutzte das, was an dir wunderbar ist, um meine Minderwertigkeitsgefühle zu stärken. Was ist mit all denen die nicht so wunderbar sind? Was ist mit den Leuten, die in jedem anderen einen Fehler entdecken müssen? Also, ich frage mich, was mit denen ist? Könnte es sein, dass sie sich ein bisschen minderwertig fühlen? Ist es nötig, auf die Fehler aller anderen zu zeigen? Auf vielfältigste Weise habe ich das getan, es reicht vom Großen bis zu Erfinderischen.
 
Die verschiedenen Aspekte meiner Persönlichkeit sind wie Speichen eines Rades. Wenn ich mich bis zur Radnabe vorarbeite, sitzt da der Furchtsame Kerl und gibt die Richtung an. Wie einfach ist es doch sich einschüchtern zu lassen, sich hinter seinen Schwächen zu verstecken. Anstatt seine Gefühle offen zu äußern: Weißt du, ich freue mich, dass du dir für mich Zeit nimmst. Ich muss dir sagen, dass ich ein bisschen aufgeregt bin. Du weißt es vielleicht nicht - es ist wahrscheinlich nicht dein Problem, sondern nur meins -, aber ich fühle mich von dir etwas eingeschüchtert. Abgesehen davon gibt es da immer noch diesen Streitpunkt zwischen uns... und so sehe ich die Dinge. Und da ich sie so sehe, glaube ich.. und da ich das glaube, brauche ich von dir eine Art Hilfestellung. mag sein, dass jemand meine Verletzlichkeit ausnutzen wird, darüber habe ich keine Kontrolle. Aber sollte jemand das tun? Ich habe in einem gewissen Sinne ja schon einen Vorsprung gegeben, ich war offen und ehrlich und habe in einer unagressiven Sprache gesagt, was ich brauche. Die Wahrscheinlichkeit, dass man meinen Bedürfnissen entspricht, wird größer, wenn ich sie offen äußere. Sich authentisch zu verhalten ist nie so schlimm wie ich vorher befürchtet habe. Der Furchtsame in mir entwirft die schlimmsten Szenarios, um mich davon abzuhalten, Risiken einzugehen. Der Furchtsame komme zum Schluss, dass das Ergebnis entsetzlich sein wird. Er sagt, wenn ich mich anderen offenbare, werden sie schlecht über mich reden. Die anderen werden Vorteile aus meiner Schwäche ziehen, mich bloßstellen und ablehnen. mein Furchtsamer ist in negativer Weise sehr kreativ. Er hindert mich erfolgreich neue Räume zu betreten und etwas zu tun, was ich noch nicht kann.
 
Angst und Negativität sind miteinander verbunden. Manche Menschen erfahren ihre eigene Negativität durchaus positiv. Für sie ist es positiv, weil sie durch sie ihre Macht spüren. Sie haben Macht über andere. Adolf ****** war unglaublich negativ und zugleich mächtig. Er flößte anderen Angst ein durch eine alles beherrschende, kontrollierende und unbegrenzte Macht. Ist es möglich erfolgreich zu sein, ohne über andere Macht auszuüben? Ja, aber es geht nicht um Erfolg. Es geht nicht darum, was herauskommt. Erfolg oder Glück kann man nicht erzwingen, es muss sich ergeben, und dies geschieht nur als unbeabsichtigter Nebeneffekt der eigenen Hingabe an eine Sache, die größer ist als man selbst. Wenn ich mich auf das Ergebnis fixiere, rechtfertigt der Zweck die Mittel. Dann spielt Effizienz die Hauptrolle. Ich entscheide darüber, wie ich dastehe. Ich glaube, wenn ich verstehe warum normal ungesund ist, dann würde ich erkennen, wann Menschen - mich eingeschlossen - sich wie kleine Hitlers verhalten. Wir würden klar sehen, was abläuft, und nicht der Person Macht verleihen, die andere zu beherrschen oder zu kontrollieren versucht. Jesus und Ghandi wollten diese Macht nicht. Ihre Macht heißt Liebe und Verletzlichkeit. Wie kann ich das auf meine Beziehung zu anderen Menschen anwenden? Die erst und typische Interaktion ist die der Zusammenarbeit, wobei ich dem anderen einen Vertrauensvorschuss gebe. Doch wenn sie unausgeglichen sind und unser Vertrauen missbrauchen, dürfen wir davor nicht unsere Augen verschließen. Ihr Verhalten zeigt den Stand ihrer Entwicklung, aber wir müssen uns nicht zum Teil ihrer Entwicklung instrumentalisieren lassen. Besser Abstand bewahren, beizeiten den Stecker ziehen. Ich muss nicht darauf warten, dass die andere unausgeglichene Person ihr Gleichgewicht findet, um mich gut zu fühlen.
 
Wie kann ich mich schützen, wenn ich von solchen Leuten umgeben bin, damit sie mein Verhalten und Stimmung nicht beeinflussen? Nur in Liebe kann ich Abstand wahren, mit Mitgefühl Distanz halten. Viel zu oft nahm ich meinen Energiestecker und steckte ihn in die Steckdose von anderen, manchmal unausgeglichenen Leuten und lies mich von deren Strom antreiben. Stattdessen stecke ich meinen Stecker nun in mich selbst, dorthin, wo meine zentralen Wertvorstellungen leben. Dann werde ich statt von außen von innen gelenkt. Ebenso bewege ich mich dann von äußeren Maßstäben zu inneren, die meine höchsten Werte mit einschließen. Warum sind wir hier? Sind wir nur hier, um den Status quo zu zementieren? Sind wir dafür hier?

 
 
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  • #24
Hallo Ohnehandy,
weißt du, deine Texte lassen mir irgendwie keine Ruhe. Also werde ich dir etwas schreiben. Habe zwar schon Sektchen getrunkten ;) (Geb. eines FamMitgliedes) aber es wird schon gehen. Du bist kein Tölpel, nur weil du nicht gut formulieren kannst. Woher willst du eigentlich wissen, dass ich es kann, und dass ich lustig bin? Jeder hat seine Stärken und seine Schwächen. Ich kann vielleicht gut formulieren, du aber evtl. Stromkreise legen. Das kann ich wiederum nicht. Man kann sich vor niemanden schützen, weder vor gut gesinnten noch vor schlecht gesinnten Leuten. Die gut gesinnten Leute sind immer da, wenn man sie braucht und umgedreht ist es auch so. Warum sind wir hier? Ja, um einen passenden Partner zu finden, denke ich. Aber das kann man nur tun, wenn Offenheit, Ehrlichkeit und Humor dahinter stehen. Es klappt sonst nicht. Du hast Angst vor selbstbewussten Frauen? Warum? Manchmal täuscht man sich auch. In Profilen lesen, ja, es kann alles richtig sein, was drin steht. Aber wie ist der Mensch wirklich? Das kann man nur in einem Gespräch erfahren. Ich weiß auch nicht, woher du die Erkenntnis nimmst, dass ich so viel Selbstbewusstein habe? Nein, ein Status zementieren will ich nicht und schon gar nicht, jemanden anprangern. Ich will es mal so formulieren, ich konnte mit all dem nicht umgehen, weil ich unerfahren war bzw bin. Bei mir zählt bei einem Date, dass man sich wohl fühlt, sich symp. findet und ein Funke rüberkommt. Bei meinen beiden Dates war es so. ich wollte es nicht, da eine Partnerschaft aufgrund der äußeren Verhältnisse weiteres nicht zulassen. Mit einem habe ich nun beschlossen, dass wir uns trotzdem nochmal treffen. Vielleicht gibt´s ja doch eine Lösung. Der wäre es, jedenfalls nach den ersten Eindrücken. Weiß du, es gibt sehr verschiedene Typinnen. Damit musst du klar kommen. Viele Frauen möchten einfach, dass irgendwie beim 1. Date wenigsten ein  Prickeln da ist. Ist ja auch normal. Körperlicher Kontakt ist bei vielen nur möglich, wenn da dieses gewisses etwas ist. So ist es auch bei mir. Es muss ja nicht die Liebe auf den ersten Blick sein aber eben dieses Gewisse ... . Das muss einfach bei einem Date da sein. Manche sind so, dass sie gleich körperlichen Kontakt möchten und manche eben nicht. Du hattest ja auch Dates und schreib mal wie es gelaufen ist und was sie oder du wolltest. Vielleicht klönnen wir dir ja helfen. Liebe Grüße und einen schönen 2. Advent
 

Ohnehandy

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  • #25
Hallo Widderfrau,

deinem Text entnehme ich, dass deine Kontakte zu Männern von ihnen mehr auf das Oberflächliche (Optische) hinaus laufen. Du gehst heiter damit um und reibst es ihnen unter die Nase. Mann versteht keinen Spaß, behauptet es mangelt dir an Interesse. Es ist nicht meine Absicht mit dir streiten zu wollen, ich hinterfrage das Handeln von uns Männern.

Meine erste Antwort zielte darauf ab, dass wir Männer herum laufen und tun so, als ob wir wüssten, was wir tun. Das haben wir von den Erwachsenen so gelernt. Jetzt sind wir die Leute, über die wir uns früher beklagt haben. Wir selbst sind die Erwachsenen. Aber wir können mit all den Informationen, die man uns übers Erwachsensein gegeben hat, als Erwachsene einen noch so guten Job tun - und dennoch nicht wissen, wie man gesund lebt. Wir wissen, wie Erwachsensein geht, aber wir wissen nicht, wie man gesunde, gleichberechtigte nichtkontrollierende, liebe- und gefühlvolle Beziehungen aufbaut. Und ich glaube, dass der Kern des Problems damit zu tun hat, wie wir gelernt haben, uns selbst zu empfinden. Daher mein Ansatz mit der Zärtlichkeit.

Damit wir einen Grund haben nicht mit einem selbst in Kontakt zu sein oder wieder in Kontakt zu kommen, wenn ich gerade auf Abwegen gehe, lenken wir unser Schiff in fremde Gewässer, wenden uns vom Thema ab.

Dieser Teil von mir, der Furchtsame, hindert mich daran, meine Talente voll zu entfalten. Wenn ich einmal bewiesen habe, dass ich eine Sache richtig kann, bleibe ich dabei. Dieser Teil von mir fühlt sich sicher, weil ich in den Augen anderer Leute jemand bin, der seiner Aufgabe gerecht wird. Das Motto des Furchtsamen lautet: Sicherheit und Schutz um jeden Preis. Sind der Furchtsame und das Ich ein und dasselbe? Gute Frage. Beiden geht es um das Überleben. Aber ich glaube nicht, dass man einen gesunden Furchtsamen haben kann, während es ein gesundes Ich durchaus gibt. Ich glaube, der Furchtsame ist ein Aspekt des Ich, aber nicht das ganze Ego. Ist er etwas wie das Kind im Manne bzw. in der Frau? Ich sehe es anders. Ein inneres Kind kann gesund sein. Ein inneres Kind kann seelischen Reichtum bedeuten (Chopich). Aus meinen vertrauten Verhaltensmustern auszubrechen - aus dem auszubrechen, was ich kann und kenne, um etwas Neues auszuprobieren, etwas, das ich bisher noch nicht getan habe -, nun, das bereitet Angst. Für ein kleines Kind gilt das nicht. Etwas Neues ist fesselnd, es ist interessant. Das Motto des Kindes lautet: Nur los. Gehe nicht, sondern renne, springe kopfüber in jeden neuen Tag ... bis wir etwas älter geworden sind.

Ich bin nicht unglücklich oder fühle mich so, ich betrachte meine Selbsteinschätzung auch nicht von außen abhängig. Mein Ansatz sieht eher so aus: Mache den ersten Schritt, wie ein Kind, das laufen lernt. warte nicht darauf, dass der andere ihn tut, denn auch er hat seine Erwartungsangst. Es ist schon so, dass immer wieder dieselben Menschen den ersten Schritt wagen, dieselben Leute einem helfend ihre Hände reichen. Und es ist gut, diesen Weg zu gehen, auch wenn ich zum Außenseiter werde. Es sind die Empfindungen und das Wahrnehmen meines Gegenübers, ob es nun Mensch, Tier oder die Natur betrifft. Den ersten Schritt muss man selber gehen und danach bekomme ich alle Hilfe, die ich brauche, auch Menschen, die mir begegnen und sich plötzlich auf eine besondere Weise öffnen. Oder auch die so spannende Situation, dass ich mich so gegen meiner inneren Überzeugung, vom Gefühl leiten ließ, mich auf diesem Portal anzumelden. Es ist alles Illusion, was wir denken bringen wir in Form und so ist es immer wieder wichtig zu erkennen, wir sind Meister unserer selbst. Es erfordert durchaus Disziplin und Kraft im Spiel des Lebens seine Rolle zu spielen, aber es lohnt sich, sich auf die Suche nach der größeren Welt zu suchen und so manches Risiko auf sich zu nehmen. Wir sind ja auch Regisseure unseres Lebensspieles und können auswählen ob wir ein Lust-, Liebesspiel oder ein Drama spielen wollen.

Ich erlebe mich unter Menschen die ich nicht kenne als sehr schüchtern. Ich hatte mir einen Newsletter vom Vegetarier Bund Deutschland abonniert. Dort suchte man für einen Aufklärungsstand noch helfende Hände. Ich habe mich eingetragen, stand fast 8 Stunden in der Kälte. Bevor ich meinen freiwilligen Dienst in Nürnberg antrat, besuchte ich eine Tag zuvor deren Stammtisch, weil ich mich im Vorfeld mit den Aufgaben ein wenig anvertrauen wollte. Da saß ich eine Stunde unter 18 Leuten, wusste nicht wer kommt, habe meinen Mund nicht aufbekommen und durch die Menschen hindurch gesehen. Als ich das Lokal verlassen hatte, war es als ob ich innen Platzangst erlebte. Allerdings, wenn ich jemand kenne, dann unterhalte ich mich schon gerne. Dennoch ist das mit mir alleine ganz anders. Ich denke mir die witzigsten Sachen aus, hänge mit meinem Kopf in den Wolken oder einem fließenden Bach, betreibe Cocooning, liebe die Natur, nehme achtsam und dankbar verträumt meine Umwelt wahr. Beispiel https://www.youtube.com/watch?v=aERfvEGC3ZI

Ich lese viel, schreibe meine Erkenntnisse nieder. Ich tue das um mich anzutreiben mich weiter zu entwickeln. Momentan übe ich mich darin eine gewisse Zeit nicht zu denken, nur zu fühlen was sich um mich herum ereignet, um im Jetzt und Hier zu sein. Ganz schön spannend und lustig, gar nicht zu denken, sich nach oben und unten zu bewegen. Dates habe ich keine, kritzele nur ein wenig.

Liebe Grüße
 
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lone rider

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  • #26
Ich finde Deine Impressionen, Reflektionen sehr bereichernd, Ohnehandy; hoffe Du teilst sie oft.
Kierkegaard betrachtete die Sorge als "Krankheit zum Tode". Vieles täte man aus Sorge und das sei falsch, so sein Schluß.
 

Ohnehandy

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  • #27

Im Forum kein Problem. In der Wirklichkeit habe ich wenig Kontakte, in unserem Sportverein geht es den Männern nur um ihre Dominanz. Beim Stammtisch brauche ich mich nicht blicken zu lassen, mir haben durch mein Schweigen und meine Angst die Leute um mich herum echt leid getan.

Über den Tod oder eine Krankheit komme ich zum Schluß, dass wir uns sie vergegenwärtigen sollten, sonst sind wir in unserem Leben weniger dankbar. Wonach jeder Mensch strebt soll das sein: https://www.youtube.com/watch?v=JvAoJIXQLUs

Liebe Grüße
 
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lone rider

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  • #28
Der hat so ähnliche Haare wie ich, oder. :) Und der Gürtel ist punkig.

"26.000 Krankheiten, aber nur eine Gesundheit", ist jedoch krude Dialektik.
 
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  • #30
Hallo Ohnehandy,
danke für die lieben Zeilen. Ich werde den Text mal "auseinandernehmen", wenn ich ein wenig Luft habe, entweder heute Abend noch oder am Mittwoch. Der erste Absatz ist nicht so richtig wirklich richtig ;). lG