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  • #1

Dominanz und Augenhöhe ?

Moin !

Ich hatte dieser Tage eine interessante Unterhaltung mit einer Bekannten, die recht unverhohlen ihre Begeisterung für eine Protagonistin - genauer gesagt : die Anwältin - aus dem Film "Mütter und Töchter" (https://de.wikipedia.org/wiki/Mütter_und_Töchter; Wiederholung am 03.04.20 um 22:25 Uhr auf ONE) äußerte, die - wie meine Bekannte es ausdrückte - "nicht nur sexuell genau weiß, was sie will" und das auch konsequent und egoistisch durchsetzt. Bei mir kam an : In gewisser Weise "dominiert" sie ihre Männer.

Nun bin ich mit dieser Szene so gar nicht vertraut : Wie paßt diese "Dominanz" - so empfinde ich es - zu einer gleichberechtigten Partnerschaft, zu einer Paarbeziehung "auf Augenhöhe" ? o_O

Ich kann mir nicht vorstellen, daß die beiden Partner einer derartigen Beziehung das auch konsequent im Alltag leben - zumal dann nicht, wenn ich beide Partner eigentlich als sehr selbständig und selbstbewußt wahrnehme. Andererseits : Das nur auf den sexuellen Aspekt zu reduzieren scheint mir auch nicht stimmig - wie denn jetzt ... ??? :eek:

Für mich ist das ein Widerspruch, den ich gerne verstehen würde.

Help, please !
:rolleyes:
 
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Deleted member 21128

  • #2
- "nicht nur sexuell genau weiß, was sie will" und das auch konsequent und egoistisch durchsetzt. Bei mir kam an : In gewisser Weise "dominiert" sie ihre Männer.
Zum "Dominieren" wird es nur dann, wenn der Mann sich dominieren lässt.
Wie paßt diese "Dominanz" - so empfinde ich es - zu einer gleichberechtigten Partnerschaft, zu einer Paarbeziehung "auf Augenhöhe" ? o_O
Indem sich beide mit ihren Bedürfnissen treffen. Entweder, weil er genauso durchsetzungsstark ist oder sich gerne dominieren lässt.
Warum denkst du dabei gleich an eine "Szene"?
Ich kann mir nicht vorstellen, daß die beiden Partner einer derartigen Beziehung das auch konsequent im Alltag leben - zumal dann nicht, wenn ich beide Partner eigentlich als sehr selbständig und selbstbewußt wahrnehme. Andererseits : Das nur auf den sexuellen Aspekt zu reduzieren scheint mir auch nicht stimmig - wie denn jetzt ... ??? :eek:
Wenn die Dominanz und die Unterordnung "nur" eine sexuelle Spielart sind, kann doch die Beziehung im Alltag ganz anders laufen. Allerdings sehe ich das in dem Film nicht. Elizabeth ist einfach eine Frau, die ihr Leben sehr selbstbestimmt und unbeirrt lebt, auch ihre Sexualität.
 
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  • #3
(...) Wenn die Dominanz und die Unterordnung "nur" eine sexuelle Spielart sind, kann doch die Beziehung im Alltag ganz anders laufen.
Genau darauf zielte meine Frage ab : Wie ? o_O
Ich schon. Spielt aber keine Rolle, diente nur als "Aufhänger".
Elizabeth ist einfach eine Frau, die ihr Leben sehr selbstbestimmt und unbeirrt lebt, auch ihre Sexualität.
Hm. - Nur "selbstbestimmt und unbeirrt" ... ? o_O

Ich hatte einen anderen Eindruck. Wenigstens ein gerüttet' Maß an Egoismus scheint mir noch dabei zu sein ... !
 
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Deleted member 21128

  • #4
Ich vermute, dass man beim Sex eine ganz andere Rolle spielen kann, als man sonst so im Alltag ist.
Wer zB. Unterwürfigkeit im Bett geil findet, kann sich doch trotzdem im Alltag behaupten? Gibt es nicht sogar ein Klischee, dass gerade sehr mächtige und erfolgreiche Männer zur Domina gehen und andersrum?
Hm. - Nur "selbstbestimmt und unbeirrt" ... ? o_O

Ich hatte einen anderen Eindruck. Wenigstens ein gerüttet' Maß an Egoismus scheint mir noch dabei zu sein ... !
Egoismus ist immer da(bei), die Frage ist eher, wie unverhohlen sich der zeigt.
Würde es weniger egoistisch wirken, wenn sie - gerade als Frau - nicht immer wieder moralische Grenzen überträte?
 
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  • #5
Ich vermute, dass man beim Sex eine ganz andere Rolle spielen kann, als man sonst so im Alltag ist.
Wer zB. Unterwürfigkeit im Bett geil findet, kann sich doch trotzdem im Alltag behaupten? Gibt es nicht sogar ein Klischee, dass gerade sehr mächtige und erfolgreiche Männer zur Domina gehen und andersrum?
Du weißt es also auch nicht selbst. Dann raten wir schon zu zweit - das finde ich wenig zielführend.

Egoismus ist immer da(bei), die Frage ist eher, wie unverhohlen sich der zeigt.
Würde es weniger egoistisch wirken, wenn sie - gerade als Frau - nicht immer wieder moralische Grenzen überträte?
Das war nicht meine Frage und eröffnet einen völlig neuen Strang, der ein komplett neues Thema eröffnet, der mich nicht interessiert, sorry !
 

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  • #9
Wäre doch interessant, ob egozentriertes Verhalten mit der Begründung "Dominanz" entschuldbar wäre.
 
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  • #14
Ich habe den Film wahrscheinlich sogar irgendwann mal gesehen. Zur Frage von @Traumichnich würde ich sagen, dass die Rolle der Anwältin gar keine gleichberechtigte Partnerschaft vorsieht. Um den gerne "schwarz-weiß-einteilenden" Zuschauer die Rolle der selbstbewussten- und bestimmten Frau zu verdeutlichen, "nimmt sich diese Frau, das, was sie braucht", von den Männern, die sie sich aussucht - ob verheiratet oder nicht. Damit soll möglicherweise ein willensstarker und äußerst zielorientierter Charakter zum Audruck gebracht und übliche Klischees der "schwächeren Frau" sofort im Keim erstickt werden. Ich könnte nun wieder davon anfangen, dass alte Rollenbilder "ins Gegenteil verkehrt werden" - als "ausgleichende Gerechtigkeit" der Jahrtausende langen Unterdrückung sozusagen. ;)

Der Charakter der Anwältin scheint ja ohnehin soziopathische Störungen aufzuweisen. Da passt dann ein solches Verhalten in das gewollt gezeichnete Bild.
 
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  • #15
Was gibt's denn da nicht zu verstehen? Wenn ein Kerl sagt, ich hab mich getrennt, sie gibt mir nicht, was ich brauch, dann verstehst Du es doch auch.
Versteh ich ja auch nicht ... ! :rolleyes: ;)

Im Ernst : Ich verstehe nicht, was es jemandem bringt, wenn sie/er sich sagen lassen will, was sie/er tun und/oder lassen soll ?!? o_O

Klar kann es das Leben für einige (sehr) erleichtern, wenn sie gesagt bekommen, was sie zu tun oder zu lassen haben : Dann trifft ein/e andere/r die Entscheidungen für sie/ihn - das erinnert mich dann aber eher an einen Hund als eine/n Partner/in ... ! o_O
 
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