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Jan_1984

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  • #812
@Syni
Naja... nach zugesagtem Heiratsantrag und vor der Hochzeit ist doch praktisch, bzw. umgangssprachlich, jeder verlobt, oder nicht?

Auf diesem Wege ein freundliches "Hallo" an dich!

Bitte nicht falsch verstehen, aber ich erlebe es öfter, dass Heirat und Verlobung heute eher als "Event" verstanden werden. Für mich ist das nicht Sinn und Zweck der Übung. Ich bin so "altmodisch" zu glauben, dass man es nur "aus Liebe" tun sollte. Von daher würde ich deine Aussage dahin einschränken, als dass ich(!) es so ausdrücken würde, dass sich nur verloben und/oder heiraten soll, der meint, dass er bereit ist für einen zumindest längeren gemeinsamen Lebensabschnitt miteinander. Dass es immer zu Trennungen kommen kann, soll dabei mal als absolut unumstößliche Tatsache unberücksichtigt bleiben.
 
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Magge

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  • #813
Naja... nach zugesagtem Heiratsantrag und vor der Hochzeit ist doch praktisch, bzw. umgangssprachlich, jeder verlobt, oder nicht?
Na ja, das stimmt schon so, aber auch nicht ganz. Eigentlich ist verloben gar nicht mehr zeitgemäß, weil wir es heute nicht mehr brauchen. Ursprünglich war eine Verlobung ein Heiratsversprechen, und resultiert aus einer Zeit, in der Mädchen und junge Frauen diese Absicherung brauchten, weil sie sich selbst nicht versorgen konnten. Der Mann gab ihr und ihren Eltern damit sein Versprechen, sie zu ehelichen. Und es war quasi eine Probe. Heute braucht man das alles nicht. Hört sich für wenige nur chick an. Frauen brauchen kein Versprechen mehr und können sich heute allein versorgen. Im Übrigen steht die Versorgung der Frau heute bei einer Eheschließung auch nicht mehr im Vordergrund.
 
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  • #815
Weißt du, grade ist meine Stimmung sehr "instabil". Ich fühle mich oft traurig und ich weiß oft nicht "was ich machen" soll.
Was für eine Traurigkeit ist das? Was macht sie mit dir bzw. du mit ihr? Geht sie wieder weg, wenn du sie ausreichend gefühlt hast?
Was du machen sollst in welcher Hinsicht?
Deine Nachricht macht mich schon "schmerzhaft" darauf aufmerksam, wo ich noch Defizite habe.
Warum "schmerzhaft"? Solltest du keine Defizite haben? Wir haben doch alle welche, und die meisten leben ganz gut damit.
Ich sehe bisher übrigens keine besonderen Defizite bei dir. Was für welche hast du denn?
Der offensive Umgang mit meiner Erkrankung ist derjenige Weg, den ich für mich als "gute Lösung" im Umgang mit der Krankheit gegenüber Dritten gefunden habe.
Inwiefern ist das eine "gute Lösung"?
Ich fände es schade, wenn mich andere nur über meine Krankheit definieren würden, aber ebendiese Gefahr besteht, wenn man offensiv damit umgeht.
Stimmt. Dann verringere doch die Gefahr und sei weniger offensiv.
Für mich geht es ja darum zu erfahren, wer ich wirklich bin. Denn ein "Selbstbild" hatte ich ja bisher nicht wirklich von mir, die ganzen fast 36 Jahre lang, die ich nun schon auf der Welt bin.
Vielleicht ist das gar nicht so schlecht, dann kannst du doch "einfach" festlegen, wie du bist. Wie möchtest du sein?
Ich wusste ja vorher schon nicht, wer ich bin, und jetzt weiß ich das noch weniger.
Ja, weil du herauszufinden versuchst, wer du bist. Da hast du einen Denkfehler. Es gibt keinen Jan, der so oder so ist, weil irgendwas ihn dazu gemacht hat. Du kannst in jeder Sekunde entscheiden, wer du sein möchtest.
Das ist sehr, sehr wichtig!
Bisher beschreibst du dich als Mensch ohne Selbstbild, ohne Grenzen. Hör damit auf und "beschreibe" dich ab sofort als Mensch mit ganz klaren Kontouren. Leg diese einfach für dich fest, in jedem Moment, mit jedem Gedanken, jedem Wort und jeder Handlung.
Und diese Sinnsuche tut weh, sich zerrt an meinen Kräften, ...
Welche Sinnsuche? Du bist derjenige, der deinem Leben einen Sinn gibt, du musst nicht danach suchen. Welchen Sinn hättest du gerne für dich?
Rational weiß man übrigens oft sehr viel, die Schwierigkeit liegt darin, dass im Alltag in Taten umzusetzen. Da ist die Hürde!
Ja, damit sagst du etwas sehr Wahres! Aber es gibt Techniken und Methoden.
Alles beginnt mit einer Entscheidung.
Und warum überhaupt tut die Sinnsuche weh? Sie könnte doch auch Spaß machen? Wenn sie weh tut, dann hör auf damit.
Ein Beispiel dafür ist die Beteiligung an Diskussionen hier im Forum. Du erinnerst dich noch, was ich vorhin dazu geschrieben habe? Ich bin zunächst verunsichert, ob ich mich einmischen darf und wie das "korrekt" wäre und danach folgt die Traurigkeit, weil es ich unterlassen habe, obwohl ich mir doch diesen Kontakt eigentlich wünsche.
Ja, ich erinnere mich.
Jetzt entscheidest du einfach, ab sofort ein Jan zu sein, der nach seinen Bedürfnissen handelt. Du hast Lust, dich zu beteiligen? Na dann, nur zu! Einfach machen, was soll passieren?
Im Übrigens würde ich sagen, dass ich evtl. nicht "verkorkster" bin als andere Mitmenschen, ich nehme das nur viel intensiver war und es hat für mich andere Folgen. Und von daher, da liegst du richtig, geht es eben darum zu erkennen, dass man kein Alien ist, sondern ein normaler Mensch mit seinen Sehnsüchten, Ängsten, Gefühlen, Wünsche, usw. Man erlebt oder durchlebt diese nur anders. Man muss lernen sich und sein Sein anzunehmen, auch die Unzulänglichkeiten.
Ja, ich würde es etwas anders formulieren, aber ich weiß, was du meinst.
Ich würde dich bitten wollen, mal eine Liste mit all deinen "Unzulänglichkeiten" zu machen, du musst sie natürlich nicht veröffentlichen. Dann schau dir mal die Punkte an. Sind es sehr viele? Sind es wirklich Unzulänglichkeiten? Wer sagt das? Kannst du erkennen, warum es für dich gut ist, dass du sie hast? Was bringen sie dir? Was bringt es dir, das als Unzulänglichkeiten anzusehen? ...
Dabei habe ich die Entwicklung meines eigenen "Selbst" total vergessen. Hinzu kommen dann noch familiäre Aspekte, wie meine strengere Erziehung, usw.
Das Schöne an der Vergangenheit ist, sie ist vorbei.
Jetzt kannst du dein Selbst entdecken und entwickeln.
Wer willst du sein? Sei es ab jetzt.
Ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht, was oder wie ich sein müsste, damit ich 100% zufrieden wäre. Aber ich glaube, das ist auch nicht erstrebenswert.
Warum nicht? Ich sage dir, es ist sehr erstrebenswert, mit sich selbst 100% zufrieden zu sein. Und es bedeutet nicht, dass man dadurch irgendwie schlecht ist oder faul wird oder sonst was. Man wird nur zufrieden und ausgeglichen.
Ich sage mal so: Um zufrieden(er) mit mir zu sein wünsche ich mir ein erfülltes Leben mit einer Partnerin, sozialer und finanzieller Sicherheit und ganz klar auch mit einer stabilen Persönlichkeit, mit Selbstwert, Selbstachtung, Selbstliebe.
Jetzt hast du eher beschrieben, was du alles haben möchtest, um zufrieden zu sein. Aber wie müsstest du denn sein, um das alles zu bekommen?
 
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  • #816
Mensch Wolkevier, Hut ab! Kann man dich treffen?
Danke. Ja, natürlich kann man mich treffen, kommt auf den Zweck an. :)
ach, ist er verlobt? Wer verlobt sich denn heute noch?
Ich. Und meine Verlobte.
Gibt auch noch paar andere, wir leben im ländlichen Raum im Bayern, da macht man noch ganz andere Sachen. ;)
Bitte nicht falsch verstehen, aber ich erlebe es öfter, dass Heirat und Verlobung heute eher als "Event" verstanden werden. Für mich ist das nicht Sinn und Zweck der Übung. Ich bin so "altmodisch" zu glauben, dass man es nur "aus Liebe" tun sollte.
Auf unsere Liebe hatte das gar keinen Einfluss und wegen der Liebe hätte es die Verlobung nicht gebraucht. Aber als Event und als Geste war es sehr schön. Ein weiterer Schritt zu mehr Verbindlichkeit.
Ich bin so "altmodisch" zu glauben, dass man es nur "aus Liebe" tun sollte.
Oh, guter Punkt, danke.
Da du dich ja jetzt dazu aufmachst, dich selbst zu definieren, wäre das doch eine gute Orientierung:
Tu alles was du tust aus Liebe. Aus Liebe zu dir selbst und - wenn möglich - aus Liebe zu anderen.
 
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  • #817
Danke. Ja, natürlich kann man mich treffen, kommt auf den Zweck an. :)

Ich. Und meine Verlobte.
Gibt auch noch paar andere, wir leben im ländlichen Raum im Bayern, da macht man noch ganz andere Sachen. ;)

Auf unsere Liebe hatte das gar keinen Einfluss und wegen der Liebe hätte es die Verlobung nicht gebraucht. Aber als Event und als Geste war es sehr schön. Ein weiterer Schritt zu mehr Verbindlichkeit.

Oh, guter Punkt, danke.
Da du dich ja jetzt dazu aufmachst, dich selbst zu definieren, wäre das doch eine gute Orientierung:
Tu alles was du tust aus Liebe. Aus Liebe zu dir selbst und - wenn möglich - aus Liebe zu anderen.
Hach .... wie schön!!! Hast du ein paar Brüder? Und wieso bist du hier wenn du verlobt bist?
 
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  • #818
Na ja, das stimmt schon so, aber auch nicht ganz. Eigentlich ist verloben gar nicht mehr zeitgemäß, weil wir es heute nicht mehr brauchen. Ursprünglich war eine Verlobung ein Heiratsversprechen, und resultiert aus einer Zeit, in der Mädchen und junge Frauen diese Absicherung brauchten, weil sie sich selbst nicht versorgen konnten. Der Mann gab ihr und ihren Eltern damit sein Versprechen, sie zu ehelichen. Und es war quasi eine Probe. Heute braucht man das alles nicht. Hört sich für wenige nur chick an. Frauen brauchen kein Versprechen mehr und können sich heute allein versorgen. Im Übrigen steht die Versorgung der Frau heute bei einer Eheschließung auch nicht mehr im Vordergrund.
Das stimmt, was den Versorgungspart angeht. Aber es gibt ja noch andere Gründe für mehr Verbindlichkeit.
 

Jan_1984

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  • #819
@WolkeVier

Was für eine Traurigkeit ist das? Was macht sie mit dir bzw. du mit ihr? Geht sie wieder weg, wenn du sie ausreichend gefühlt hast?
Was du machen sollst in welcher Hinsicht?

Warum "schmerzhaft"? Solltest du keine Defizite haben? Wir haben doch alle welche, und die meisten leben ganz gut damit.
Ich sehe bisher übrigens keine besonderen Defizite bei dir. Was für welche hast du denn?

Inwiefern ist das eine "gute Lösung"?

Stimmt. Dann verringere doch die Gefahr und sei weniger offensiv.

Vielleicht ist das gar nicht so schlecht, dann kannst du doch "einfach" festlegen, wie du bist. Wie möchtest du sein?

Ja, weil du herauszufinden versuchst, wer du bist. Da hast du einen Denkfehler. Es gibt keinen Jan, der so oder so ist, weil irgendwas ihn dazu gemacht hat. Du kannst in jeder Sekunde entscheiden, wer du sein möchtest.
Das ist sehr, sehr wichtig!
Bisher beschreibst du dich als Mensch ohne Selbstbild, ohne Grenzen. Hör damit auf und "beschreibe" dich ab sofort als Mensch mit ganz klaren Kontouren. Leg diese einfach für dich fest, in jedem Moment, mit jedem Gedanken, jedem Wort und jeder Handlung.

Welche Sinnsuche? Du bist derjenige, der deinem Leben einen Sinn gibt, du musst nicht danach suchen. Welchen Sinn hättest du gerne für dich?

Ja, damit sagst du etwas sehr Wahres! Aber es gibt Techniken und Methoden.
Alles beginnt mit einer Entscheidung.
Und warum überhaupt tut die Sinnsuche weh? Sie könnte doch auch Spaß machen? Wenn sie weh tut, dann hör auf damit.

Ja, ich erinnere mich.
Jetzt entscheidest du einfach, ab sofort ein Jan zu sein, der nach seinen Bedürfnissen handelt. Du hast Lust, dich zu beteiligen? Na dann, nur zu! Einfach machen, was soll passieren?

Ja, ich würde es etwas anders formulieren, aber ich weiß, was du meinst.
Ich würde dich bitten wollen, mal eine Liste mit all deinen "Unzulänglichkeiten" zu machen, du musst sie natürlich nicht veröffentlichen. Dann schau dir mal die Punkte an. Sind es sehr viele? Sind es wirklich Unzulänglichkeiten? Wer sagt das? Kannst du erkennen, warum es für dich gut ist, dass du sie hast? Was bringen sie dir? Was bringt es dir, das als Unzulänglichkeiten anzusehen? ...

Das Schöne an der Vergangenheit ist, sie ist vorbei.
Jetzt kannst du dein Selbst entdecken und entwickeln.
Wer willst du sein? Sei es ab jetzt.

Warum nicht? Ich sage dir, es ist sehr erstrebenswert, mit sich selbst 100% zufrieden zu sein. Und es bedeutet nicht, dass man dadurch irgendwie schlecht ist oder faul wird oder sonst was. Man wird nur zufrieden und ausgeglichen.

Jetzt hast du eher beschrieben, was du alles haben möchtest, um zufrieden zu sein. Aber wie müsstest du denn sein, um das alles zu bekommen?

Wie du vielleicht gemerkt hast, ist mir die letzte Antwort schwer gefallen. Es ist nicht so einfach für mich, zumindest nicht immer, die richtigen Worte zu finden, um zu beschreiben, was in mir vorgeht, usw.

Die Traurigkeit ist eine depressive Traurigkeit, eine tiefsitzende Traurigkeit, die nicht selten mit Tränen endet. Man fühlt sich wie ein Tier in der Falle, ausweglos gefangen in seinem Körper, seinem Danken, seinem Fühlen, ... Es fühlt sich alles "falsch" an. Und das wird ergänzt durch eine Abwärtsspirale, man macht sich sozusagen selbst kleiner als man für andere ist.

Und wenn wir über meine Defizite sprechen, würde ich meine "krankhafte" Schüchternheit, mein mangelndes Selbstvertrauen, eine geringe Selbstliebe als solche bezeichnen. Das macht in gewisser Weise zu einem "Kopfmenschen", der alles was er tut und fühlt 1000x hinterfragt, anstatt einfach mal zu machen, was in manchen Situationen vielleicht besser wäre. Und das lässt mich in den Augen anderen manchmal als "Freak" erscheinen. Bei der Partnersuche etwa sollte, finde ich, schon ein gewisses Selbstbewusstsein an den Tag gelegt werden, man sollte authentisch rüberkommen, usw. Und dass ich das für mich weiß, dass ich das so sehe, führt bei mir dazu, dass ich glaube, ich bekomme keine ab, weil ich zu schüchtern bin, usw. Deshalb spreche ich Frauen "in der freien Wildbahn" gar nicht erst an. Ich habe chronisch Angst davor, plump zu wirken, unauthentisch zu sein, etwas falsch zu machen. Und eine "Macke" von mir ist, oft jede Kleinstsituation regelrecht zu sezieren und das macht es dann "schmerzhaft" für mich, weil Fragen kommen wie: Warum hast du nicht? Warum hast du es nicht so oder so getan? Wieso bist du wie du bist? Usw.

Offen mit der Krankheit umzugehen, ist für ich die bessere Lösung, weil ich es "wertemäßig" falsch finde es zu verheimlichen. Ich habe bei weitem nicht immer gute Erfahrungen damit gemacht, aber es zu verschweigen, brächte ich nichts übers Herz, fände ich falsch. Auch mein Arbeitgeber wusste von Anfang an, schon bei den Bewerbungsgesprächen, dass ich ein psychisches Handicap habe. Das ist eine sehr subjektive Sicht auf die Dinge, und ich kenne auch andere, die damit absolut hinter dem Berg halten. Die reden oft gar nicht drüber und die eine oder andere hat das auf Bahngleise oder Brücken geführt.

Das ist ein interessanter Gedanke, dass ich charakterlich flexibler sein sollte. Vielleicht ist das auch genau der "richtige" Weg für mich und vielleicht führt das dann auch zu einem autenthischen Auftreten, dazu endlich Frieden mit mir machen zu können? Es wird interessant sein, dass für mich herauszufinden.

Die Frage nach dem Sinn ist schwierig. Ich sage mal, mein "idealer Lebensentwurf" wäre dieser: Glückliche Beziehung an welchem Ort auch immer, ob verheiratet, verlobt oder nicht zusammen mit auch sozialer Sicherheit. Ich würde mal sagen, dass das kein allzu hoher Anspruch ist. Wenn ich mir jetzt noch selbst endlich mal aus dem Weg gehe, komme ich da vielleicht auch irgendwann hin!?

Die Frage wie ich sein müsste/möchte, um zufrieden mit mir zu sein, die kann ich dir nicht beantworten. Noch nicht!? Vielleicht kann ich das bald? Zurzeit ist bei dieser Frage nur einen riesen Blackbox in meinem Kopf. Und da spielt halt auch die Frage rein, ob man 100% mit sich zufrieden sein muss. Oder ob das Wunschdenken ist, das zu erreichen.
 

Jan_1984

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  • #822
@WolkeVier

Oh, guter Punkt, danke.
Da du dich ja jetzt dazu aufmachst, dich selbst zu definieren, wäre das doch eine gute Orientierung:
Tu alles was du tust aus Liebe. Aus Liebe zu dir selbst und - wenn möglich - aus Liebe zu anderen.

Wie du weißt, ist die Liebe zu anderen nicht so wirklich mein Problem. Aber es freut mich dennoch, dass wir in unserer Meinung zum Thema Verlobung/Hochzeit scheinbat beieinander sind.

Das Thema Selbstliebe ist dann der schwierigere Part für mich. Den umzusetzen wird ein Prozess werden.
 
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  • #823
Wie du vielleicht gemerkt hast, ist mir die letzte Antwort schwer gefallen. Es ist nicht so einfach für mich, zumindest nicht immer, die richtigen Worte zu finden, um zu beschreiben, was in mir vorgeht, usw.
Du bist sehr gut im Worte finden, das ist nicht das Problem.
Komme ich dir zu nahe? Geht es dir zu sehr "ans Eingemachte"?
Du musst hier gar nix, das ist hoffentlich klar.
Ich möchte dich darum bitten, deine Grenzen zu achten. Es geht hier um dich, und wir müssen nichts fortsetzen, womit du dich unwohl fühlst.
Aber du musst das steuern, ich kann das nicht.
 

Jan_1984

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  • #824
@WolkeVier
Du bist sehr gut im Worte finden, das ist nicht das Problem.
Komme ich dir zu nahe? Geht es dir zu sehr "ans Eingemachte"?
Du musst hier gar nix, das ist hoffentlich klar.
Ich möchte dich darum bitten, deine Grenzen zu achten. Es geht hier um dich, und wir müssen nichts fortsetzen, womit du dich unwohl fühlst.
Aber du musst das steuern, ich kann das nicht.

Nicht du bist es, der mich überfordert. Mit dir ist alles gut. Der Dialog ist der beste, den ich vielleicht sogar jemals hatte. Von daher: Fortsetzung folgt!

Es löst in mir Dinge aus, die dann für mich innerlich "ans Eingemachte" gehen. Aber das ist normal, das tut auch die Therapie. Damit muss ich umgehen, das muss ich aushalten. Ich komme also nicht an meine Grenzen, in dem Sinne, dass es mich jetzt total zusammenhaut, sondern es ist eher eine gute Konfrontation mit mir selbst, die teilweise heftig für mich ist, die aber am Ende sicher hilfreich sein wird. In diesem Sinne: Weiter gehts!
 
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  • #825
Okay dann, ich verlass mich auf dich, ja? Deine Aufgabe ist es, auf dich aufzupassen.
Wie du weißt, ist die Liebe zu anderen nicht so wirklich mein Problem.
Nein, das weiß ich nicht. Und ich habe meine Zweifel daran, wenn ich so ehrlich sein darf. Ich zweifle nicht an deiner Intention, aber an deinen derzeitigen Möglichkeiten.
Du kannst andere nur lieben, wenn du dich selbst liebst. Das ist kein abgedroschener Spruch, sondern da steckt viel Wahrheit drin.
Du bist wohl sehr gut darin, deine Bedürfnisse denen der anderen unterzuordnen. Und du würdest bestimmt "alles" für andere tun, vor allem wenn sie dich (dafür) lieben. Aber das ist (noch) keine Liebe.
Liebe ist so viel mehr. Das kannst du natürlich auch, du hast ein sehr großes Potenzial, aber (sag ich jetzt ungern) du stehst dir selbst im Weg. Geh mal zur Seite. ;)
Das Thema Selbstliebe ist dann der schwierigere Part für mich. Den umzusetzen wird ein Prozess werden.
Ja, das ist es übrigens für uns alle, da bist du in bester Gesellschaft. Selbstliebe ist ja auch bäh, das wird uns von klein auf beigebracht.
Dann kommt noch dazu, dass man nur das Tolle, Schöne und Freundliche lieben darf. Man hat aber doch auch Seiten, die nicht toll sind.
Das ist übrigens der Schlüssel, darum geht’s. Die Seiten an sich (und an anderen) anzunehmen, zu akzeptieren, die wir nicht toll finden.
Verständnis ist wichtig. Hast du eigentlich Verständnis für dich?
Und wenn wir über meine Defizite sprechen, würde ich meine "krankhafte" Schüchternheit, mein mangelndes Selbstvertrauen, eine geringe Selbstliebe als solche bezeichnen.
Das sind keine Defizite, das sind Ängste. Also dahinter stecken Ängste.
Die darf man übrigens haben und man darf sie auch ernst nehmen. Die Angst vor Ablehnung, vor Zurückweisung und die Angst, nicht geliebt zu werden, sind für unser inneres Kind schrecklich!
Willst du über deine Ängste schreiben?
Das macht in gewisser Weise zu einem "Kopfmenschen", der alles was er tut und fühlt 1000x hinterfragt, anstatt einfach mal zu machen, was in manchen Situationen vielleicht besser wäre.
Manchmal ist es gut, gründlich nachzudenken, zumindest bei weitreichenden Entscheidungen. Meist ist es gut, intuitiv zu entschieden. In deinem Fall wäre es wohl gut, wenn du deinen Bedürfnissen bei deinen Entscheidungen deutlich mehr Mitspracherecht einräumen würdest.
Warum entscheidest du dich nicht ab sofort dafür, ein Mensch zu sein, der weiß, was er will und auch danach trachtet es zu bekommen?
Bei der Partnersuche etwa sollte, finde ich, schon ein gewisses Selbstbewusstsein an den Tag gelegt werden, man sollte authentisch rüberkommen, usw.
Nein, auch bei der Partnersuche soll gar nichts an den Tag gelegt werden.
Ich möchte hier mal wieder Walsch (Gespräche mit Gott) zitieren, weil er es so viel besser ausdrücken kann:
"Die meisten Menschen gehen Beziehungen ein, indem sie mit einem Auge auf das schielen, was sich aus ihnen herausholen läßt, statt daran zu denken, was in sie investiert werden kann. Der Zweck einer Beziehung ist der, daß ihr entscheidet, welchen Teil von euch selbst ihr gerne »sich zeigen« lassen würdet, und nicht, welchen Teil des anderen ihr einfangen und festhalten könnt. Beziehungen – wie alles im Leben – können nur einen einzigen Sinn und Zweck haben: nämlich den, daß ihr seid und entscheidet, wer-ihr-wirklich-seid."
Ich muss jetzt mal unterbrechen. Bis später!
 
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Jan_1984

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  • #826
@WolkeVier
Okay dann, ich verlass mich auf dich, ja? Deine Aufgabe ist es, auf dich aufzupassen.

Also dieses Versprechen gebe ich dir gern und aus vollster Überzeugung jederzeit.

Nein, das weiß ich nicht. Und ich habe meine Zweifel daran, wenn ich so ehrlich sein darf. Ich zweifle nicht an deiner Intention, aber an deinen derzeitigen Möglichkeiten.
Du kannst andere nur lieben, wenn du dich selbst liebst. Das ist kein abgedroschener Spruch, sondern da steckt viel Wahrheit drin.
Du bist wohl sehr gut darin, deine Bedürfnisse denen der anderen unterzuordnen. Und du würdest bestimmt "alles" für andere tun, vor allem wenn sie dich (dafür) lieben. Aber das ist (noch) keine Liebe.
Liebe ist so viel mehr. Das kannst du natürlich auch, du hast ein sehr großes Potenzial, aber (sag ich jetzt ungern) du stehst dir selbst im Weg. Geh mal zur Seite.

Da teilen wir wohl dieselben Zweifel? Und dass ich zwar "vom Kopf" oder vielleicht auch "vom Herz" her bereit bin zu liebe, mich wieder zu verlieben, usw. das ist die eine Sache. Aber die Möglichkeiten dazu, vollste Zustimmung von mir, sind eine andere Baustelle.

Genau das würde ich tun, habe ich bisher immer getan: Unterordnung meiner Person unter mein Gegenüber, andere Personen. Und was du über "Selbstliebe" sagst, habe ich ja in eigenen Worten auch schon formuliert. Auch das hast du recht!

Und dass ich mir selbst am meisten im Weg stehe, das ist eine Erkenntnis, die nicht nur du machst. Die haben Therapeuten und selbst ich schon gemacht. Nur scheint es, um es bildlich zu sagen, so zu sein, dass ich wie Prometheus an einem Felsen festgekettet bin und mich bisher nicht losreißen konnte (oder wollte?). Dass ich mir selbst aus dem Weg gehe, im Sinne von zur Seite zu treten, das wird ein unumgänglicher Schritt sein. Erst dann werde ich wieder "leben" (und vielleicht auch befreit "lieben) können.


Also ich nehme mal diesen einen Satz aus dem Absatz raus. Meine Antwort ist, rational verstehe ich mich, kann ich erklären, warum ich so bin wie ich bin. Wobei das auch nicht auf alle Aspekte zutrifft. Von daher sollte ich sagen, ich kenne mich selbst nur teilweise und habe auch nur für diese Bereiche ein gewisses Verständnis. Dennoch bin ich zu mir schonungslos, sehr hart. Immer!


Da habe ich kein Problem mit. Von mir aus geht das in Ordnung.

Warum entscheidest du dich nicht ab sofort dafür, ein Mensch zu sein, der weiß, was er will und auch danach trachtet es zu bekommen?

Gute Frage! Wobei klar ist, dass "ich" mehr Raum in meinem Leben brauche. Denn nur wenn ich diesen Raum habe, kann ich ihn auch anderen geben bzw. zugestehen.

Nein, auch bei der Partnersuche soll gar nichts an den Tag gelegt werden.
Ich möchte hier mal wieder Walsch (Gespräche mit Gott) zitieren, weil er es so viel besser ausdrücken kann:
"Die meisten Menschen gehen Beziehungen ein, indem sie mit einem Auge auf das schielen, was sich aus ihnen herausholen läßt, statt daran zu denken, was in sie investiert werden kann. Der Zweck einer Beziehung ist der, daß ihr entscheidet, welchen Teil von euch selbst ihr gerne »sich zeigen« lassen würdet, und nicht, welchen Teil des anderen ihr einfangen und festhalten könnt. Beziehungen – wie alles im Leben – können nur einen einzigen Sinn und Zweck haben: nämlich den, daß ihr seid und entscheidet, wer-ihr-wirklich-seid."
Ich muss jetzt mal unterbrechen. Bis später!

Das ist ein interessanter Blickwinkel. Alle Achtung!

Bis später!
 
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  • #827
Das ist ein interessanter Gedanke, dass ich charakterlich flexibler sein sollte. Vielleicht ist das auch genau der "richtige" Weg für mich und vielleicht führt das dann auch zu einem autenthischen Auftreten, dazu endlich Frieden mit mir machen zu können?
Was meinst du mit "charakterlich flexibler"? Heißt das, dass dein Charakter bzw. die Vorstellungen davon deinen Handlungsspielraum vorgeben?
Du kannst doch in jeder Situation neu entscheiden?!
Was will ich und wie kann ich dieses Ziel am besten erreichen, lautet die stets gleiche Frage.
Die Frage nach dem Sinn ist schwierig. Ich sage mal, mein "idealer Lebensentwurf" wäre dieser: Glückliche Beziehung an welchem Ort auch immer, ob verheiratet, verlobt oder nicht zusammen mit auch sozialer Sicherheit. Ich würde mal sagen, dass das kein allzu hoher Anspruch ist. Wenn ich mir jetzt noch selbst endlich mal aus dem Weg gehe, komme ich da vielleicht auch irgendwann hin!?
Nun, wenn ich mich so umschaue, dann scheint mir das doch ein hoher Anspruch. Oder kennst du viele, die das auf Dauer erreichen? Ich nicht.
Für mich ist der Sinn aber ganz einfach: Ich will ein schönes Leben. Für mich und "meine Liebsten".
Wie kannst du dir aus dem Weg gehen? (Lies erst weiter. :))
Die Frage wie ich sein müsste/möchte, um zufrieden mit mir zu sein, die kann ich dir nicht beantworten. Noch nicht!? Vielleicht kann ich das bald? Zurzeit ist bei dieser Frage nur einen riesen Blackbox in meinem Kopf.
Vielleicht denkst du zu "groß"? Es geht nicht um ein Gesamtbild, sondern um den Aspekt deiner Persönlichkeit in dem Moment der Entscheidung oder der Handlung.
Du siehst eine interessante Frau, und in dem Moment entscheidest du dich, ein mutiger Jan zu sein, der sie anspricht. Ein andermal entscheidest du vielleicht, ein zurückhaltender Jan zu sein oder ein müder usw. usf.
Und da spielt halt auch die Frage rein, ob man 100% mit sich zufrieden sein muss. Oder ob das Wunschdenken ist, das zu erreichen.
Mit so einer Frage würde ich mich gar nicht aufhalten. Zunächst einmal hast du ja was gewonnen, wenn du morgen 5% zufriedener mit dir bist als heute.
Immer einen Schritt nach dem anderen und kleine, erreichbare Ziele stecken.
Genau das würde ich tun, habe ich bisher immer getan: Unterordnung meiner Person unter mein Gegenüber, andere Personen.
Dann entscheide dich jetzt, damit aufzuhören! Vielleicht hilft es dir, dir die Übergriffigkeit und dein Überstülpen über andere vor Augen zu führen. Die anderen sind selber groß, und meistens fühlt es sich nicht gut an, wenn sich jemand, dem man auf Augenhöhe begegnen möchte, immer unterordnet (mit seinen Bedürfnissen!).
Und natürlich ist es auch dir selber gegenüber völlig lieblos. Du und deine Bedürfnisse gehören für dich an erste Stelle!
Auf lange Sicht gefährdest du damit alle partnerschaftlichen Beziehungen. Du machst dich damit zu jemandem, den man immer gut brauchen kann, der sich prima (aus)nutzen lässt. Aber niemals zu jemandem, den man liebt und achtet.
Warum sollen andere dich achten, wenn du es nicht selbst tust?
Und dass ich mir selbst am meisten im Weg stehe, das ist eine Erkenntnis, die nicht nur du machst. Die haben Therapeuten und selbst ich schon gemacht. Nur scheint es, um es bildlich zu sagen, so zu sein, dass ich wie Prometheus an einem Felsen festgekettet bin und mich bisher nicht losreißen konnte (oder wollte?). Dass ich mir selbst aus dem Weg gehe, im Sinne von zur Seite zu treten, das wird ein unumgänglicher Schritt sein.
Du musst zunächst verstehen, wie das mit dem "im Weg stehen" gemeint ist.
Ich sage, es sind deine Gedanken, die dir im Weg stehen. Vor allem Gedanken über dich selbst, aber auch über andere.
Wäre doch schön, diese Gedanken loszuwerden, dann wäre der Weg frei.
Da habe ich kein Problem mit. Von mir aus geht das in Ordnung.
Na, dann mal los. Was sind deine Ängste?
Ich habe dir viele gute Fragen gestellt. Bisher bist du auf kaum welche eingegangen ...
Du brauchst auch gute Antworten, aber die kannst nur du dir geben.
Wobei klar ist, dass "ich" mehr Raum in meinem Leben brauche. Denn nur wenn ich diesen Raum habe, kann ich ihn auch anderen geben bzw. zugestehen.
Meinst du wirklich mehr Raum? Das verstehe ich nicht.
Oder meinst du, deine Bedürfnisse brauchen mehr Raum? Du musst ihnen mehr Bedeutung geben?
Das ist ein interessanter Blickwinkel. Alle Achtung!
Ja, finde ich auch. Die GmG-Bücher sind sehr lesenswert.
 
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Jan_1984

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  • #828
@WolkeVier
Was meinst du mit "charakterlich flexibler"? Heißt das, dass dein Charakter bzw. die Vorstellungen davon deinen Handlungsspielraum vorgeben?
Du kannst doch in jeder Situation neu entscheiden?!
Was will ich und wie kann ich dieses Ziel am besten erreichen, lautet die stets gleiche Frage.

Es ging ja in unserem Gespräch bereits darum, dass es für mich darum geht, meine Persönlichkeit zu formen. Und das kann ich tun indem ich mir eine "Schablone" zulege, in die ich hineinpassen möchte (Was soll mich ausmachen? Wie möchte ich sein? Usw.). Oder ich kann die "Zielvorgaben", wenn man das so nennen möchte, auch allgemeiner fassen, d. h. ich kann mir vornehmen, gewisse Etappenziele zu erreichen (z. B. Selbstbewusstsein stärken, Offener auf Menschen zugehen, Eine Frau auf der Straße ansprechen, usw.) Beide Wege würden dazu führen, dass ich mich sozusagen weiterentwickel, nur die Methodik wäre eine andere. Es geht auf jedenfall nicht darum, einen Handlungsspielraum vorzugeben, sondern darum in die Lage versetzt zu werden selbstbestimmter und befreiter zu leben, sich selbst über den Weg zu trauen usw. usf.

Nun, wenn ich mich so umschaue, dann scheint mir das doch ein hoher Anspruch. Oder kennst du viele, die das auf Dauer erreichen? Ich nicht.
Für mich ist der Sinn aber ganz einfach: Ich will ein schönes Leben. Für mich und "meine Liebsten".
Wie kannst du dir aus dem Weg gehen? (Lies erst weiter. :))

Findest du es wirklich zu ambitioniert von mir, wenn ich mir eine neue Beziehung wünsche, bei der auch die sonstigen Rahmenbedingungen passen? Ich mein, im Prinzip ist doch "dein Sinn" auch "mein Sinn". Vielleicht drücke ich es nur anders aus?

Vielleicht denkst du zu "groß"? Es geht nicht um ein Gesamtbild, sondern um den Aspekt deiner Persönlichkeit in dem Moment der Entscheidung oder der Handlung.
Du siehst eine interessante Frau, und in dem Moment entscheidest du dich, ein mutiger Jan zu sein, der sie anspricht. Ein andermal entscheidest du vielleicht, ein zurückhaltender Jan zu sein oder ein müder usw. usf.

Okay, ich denke, da haben wir uns bisher missverstanden. Aber jetzt, denke ich, weiß ich worauf du hinaus möchtest. Und dann würde ich dir tatsächlich im Falle der "interessanten Frau" auch antworten, dass ich mir für die konkrete Situation wünschen würde, selbstbewusst auf sie zugehen zu können und sie anzusprechen. Für andere Situationen würde ich die Zurückhaltung wählen, die genauere Abwägung, usw. Das scheint mir übrigens ein gangbarer Weg zu sein, der mir helfen kann, mir aus dem Weg zu gehen, positive Erfahrungen mit mir und meinen "Fähigkeiten" zu machen. Und je "erfolgreicher" ich bin, desto mehr wird sich das auch auf den Selbstwert und die Selbstliebe auswirken, weil ich sehe, dass ich nicht wertlos bin, dass ich etwas erreichen kann, usw.

Mit so einer Frage würde ich mich gar nicht aufhalten. Zunächst einmal hast du ja was gewonnen, wenn du morgen 5% zufriedener mit dir bist als heute.
Immer einen Schritt nach dem anderen und kleine, erreichbare Ziele stecken.

Diesen Aspekt hast du aufgegriffen. Für mich ist es ebenfalls überhaupt nicht relevant, sogar utopisch, täglich 100% zufrieden zu sein. Wer könnte das von sich behaupten? Es wird immer schönere und schlechtere Tage geben. Von daher bin ich auch jemand, der die "kleinen Schritte" den großen vorzieht. Sich zu überfordern hilft niemandem, am wenigsten einem selbst.

Dann entscheide dich jetzt, damit aufzuhören! Vielleicht hilft es dir, dir die Übergriffigkeit und dein Überstülpen über andere vor Augen zu führen. Die anderen sind selber groß, und meistens fühlt es sich nicht gut an, wenn sich jemand, dem man auf Augenhöhe begegnen möchte, immer unterordnet (mit seinen Bedürfnissen!).
Und natürlich ist es auch dir selber gegenüber völlig lieblos. Du und deine Bedürfnisse gehören für dich an erste Stelle!
Auf lange Sicht gefährdest du damit alle partnerschaftlichen Beziehungen. Du machst dich damit zu jemandem, den man immer gut brauchen kann, der sich prima (aus)nutzen lässt. Aber niemals zu jemandem, den man liebt und achtet.
Warum sollen andere dich achten, wenn du es nicht selbst tust?

Es ist sicher nicht damit getan, dass man einfach einen Schalter umlegt und schwups ist man ein neuer Mensch. Dennoch weiß ich, dass es wichtig ist, sowohl andere im Blick zu haben als auch die eigenen Wünsche, Bedürfnisse, Emotionen, usw. Und ich bin fest entschlossen, an diesen Punkt zu kommen, an dem ich sagen kann, ich bin für andere da, ohne dass ich dabei untergehe. Denn das ist möglich: Für andere da zu sein, ohne sich selbst zu verleugnen, klein zu machen, zu vergessen. Inwieweit das zu einer anderen Wahrnehmung meiner Person durch meine Umwelt führt, dazu kann ich nichts sagen. Aber natürlich ist mein Wunsch, jedem Mitmenschen auf Augenhöhe zu begegnen und dabei eben auch meinen eigenen Wert zu kennen. Damit halte ich auch die Gefahr benutzt oder ausgenutzt zu werden halbwegs gering und es wird mir möglich sein, unbefangener mit anderen umzugehen.

Ich sage, es sind deine Gedanken, die dir im Weg stehen. Vor allem Gedanken über dich selbst, aber auch über andere.
Wäre doch schön, diese Gedanken loszuwerden, dann wäre der Weg frei.

Ja, das stimmt. Es sind meine Gedanken, es ist mein Handeln, mein Umgang mit mir, der mir das Leben schwer macht, der mir sicher auch vieles verbaut. Und das loszuwerden, das ist ein wichtiges Ziel von mir.


Da gibt es sicherlich einiges, dass ich nennen könnte. Da ist die Angst Fehler zu machen, die Angst abgelehnt zu werden, die Angst vor dem Tod, die Angst nie wirklich Liebe zu erfahren, die Angst vor der Arbeitsunfähigkeit, die Angst nicht akzeptiert zu werden, die Angst vor der Zukunft, die Angst an meinen eigenen Ansprüchen zu scheitern, ...

Ich habe dir viele gute Fragen gestellt. Bisher bist du auf kaum welche eingegangen ...
Du brauchst auch gute Antworten, aber die kannst nur du dir geben.

Das ist nicht böse gemeint, ich hoffe, das weißt du. Und ich möchte auch keiner klaren Antwort ausweichen. Aber es gibt Fragen, auf die ich die Antwort bisher nicht kenne und die Suche nach der Antwort hat schon längst begonnen. Ich hoffe, dass ich die Antworten bald finden werde, nach denen ich suche. Vielleicht trägt auch dieses Forum ein Stück dazu bei, dass ich fündig werden werde, denn der Austausch hier ist schon tiefgründig, ohne die nötige Leichtigkeit vermissen zu lassen, wo sie angebracht ist.

Meinst du wirklich mehr Raum? Das verstehe ich nicht.
Oder meinst du, deine Bedürfnisse brauchen mehr Raum? Du musst ihnen mehr Bedeutung geben?

Was ich meine ist, dass ich mich und meine Bedürfnisse ernster nehmen muss, ihnen mehr Raum, oder nenn es Bedeutung, geben muss. Ich muss für mich wichtiger werden, muss mir klar machen, dass ich für mich ebenso da sein muss wie für für andere, die mich um Rat/Hilfe fragen. Vielleicht kann man das sehr allgemein mit dem Finden des inneren und äußeren Gleichgewichts beschreiben.
 
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  • #829
Und das kann ich tun indem ich mir eine "Schablone" zulege, in die ich hineinpassen möchte (Was soll mich ausmachen? Wie möchte ich sein? Usw.).
Hey Jan, schön dass wir den Dialog fortsetzen, das macht mir Spaß mit dir!
Du brauchst übrigens die anderen nicht vor jedem Zitat noch markieren, das Zitat genügt völlig, dass man über einen adressierten Beitrag informiert wird.
Mit der Schablone wirst du dich wahrscheinlich übernehmen. Man kann keinen Menschen komplett beschreiben bzw. würde ja dafür ein sehr dickes Buch schreiben müssen.
Ich halte es daher für viel praktikabler, sich in jedem Moment in Hinblick auf die aktuelle Situation zu entscheiden, wie (wer) ich gerade sein will. Das hat nicht nur den Vorteil, dass ich mich nicht mit einem Gesamtbild überfordere, sondern es hält mich auch flexibel. Es ist ja nicht jede Handlung in vergleichbaren aber verschiedenen Situationen gleich sinnvoll oder angebracht.
Was du zur Orientierung brauchst, geben dir deine grundsätzlichen Einstellungen und Moralvorstellungen mit. Deine scheinen mir da sehr positiv und liebevoll zu sein. Du vergisst nur dich selbst noch zu oft.
Lass uns das gerade noch einmal als Beispiel nehmen.
Dein bisheriger Ansatz ist ja: Ich will mutiger und selbstbewusster werden.
Da ist zum einen die Frage, wie man das macht, oft bleibt es halt bei diesem Wunsch. Und zum anderen scheint das - wenn man sich sehr weit davon entfernt wähnt - eine unglaublich große Herausforderung. So wie wenn ein 150 KG-Mensch sich vornimmt, rank und schlank zu werden. Puuh!
Wenn du das aber auf die Situation beziehst, dann geht es "nur" darum, jetzt in diesem Moment die Frau anzusprechen. Einfach nur einen kleinen Satz zu sagen. Das ist doch viel einfacher, nicht wahr? So wie unser dicker Mensch zB in einer Situation entscheiden müsste, die Schokolade nicht zu essen. Das ist machbar.
Wenn du allerdings in der Situation denkst "Ich bin viel zu unsicher und schüchtern und bestimmt stelle ich mich tollpatschig an!", wird's auch gleich wieder schwieriger. Also, sag dir in der Situation selbst, dass du gerade ein mutiger und entspannter Jan bist, der es schon schafft, einen Satz zu sagen. Das machst du einfach wieder und wieder, und du wirst Körbe sammeln aber auch Erfolge. Und du wirst die Erfahrung machen, dass du ein immer mutigerer und lockerer Mann wirst.
Ich möchte dazu noch einmal eine sehr wichtige und hilfreiche Passage von Walsch zitieren:
"Der schnellste Weg, einen Grundgedanken oder eine urheberische Idee zu verändern, ist der, daß der Prozeß Gedanke-Wort-Tat umgekehrt wird."
Das Leben ist ein Schöpfungsprozess. Normalerweise funktioniert das so, dass erst der Gedanke da ist, dann das Wort und danach erfolgt die Handlung. Wenn du dein Denken verändern willst, drehst du das um. Du handelst also, als wärst du mutig, du sagst dir, dass du mutig bist und (irgendwann) glaubst du, dass du mutig bist.
Sei dir darüber bewusst, dass du in jedem Moment die freie Entscheidung hast, wer (wie) du sein willst. Auch wenns dir noch sehr theoretisch vorkommt.
Das scheint mir übrigens ein gangbarer Weg zu sein, der mir helfen kann, mir aus dem Weg zu gehen, positive Erfahrungen mit mir und meinen "Fähigkeiten" zu machen. Und je "erfolgreicher" ich bin, desto mehr wird sich das auch auf den Selbstwert und die Selbstliebe auswirken, weil ich sehe, dass ich nicht wertlos bin, dass ich etwas erreichen kann, usw.
Ganz genau! Wie gesagt, kleine Schritte und erreichbare Ziele. Du bist noch jung.
Diesen Aspekt hast du aufgegriffen. Für mich ist es ebenfalls überhaupt nicht relevant, sogar utopisch, täglich 100% zufrieden zu sein. Wer könnte das von sich behaupten? Es wird immer schönere und schlechtere Tage geben. Von daher bin ich auch jemand, der die "kleinen Schritte" den großen vorzieht. Sich zu überfordern hilft niemandem, am wenigsten einem selbst.
Ich stimme dir völlig zu! 100% ist für die allermeisten von uns ein unerreichbares Ideal. Mir ging es nur darum, dass das Ziel wenigstens theoretisch erreichbar bleibt, sonst kriegen wir eventuell Motivationsprobleme. :)
Es ist sicher nicht damit getan, dass man einfach einen Schalter umlegt und schwups ist man ein neuer Mensch.
Natürlich nicht! Es sind sehr viele kleine Schalter, die in sehr vielen Situationen umgelegt werden müssen. Aber das ist nicht schlimm, denn es sind ja schon viel mehr Schalter in der richtigen Position.
Weißt du, ich glaube dass es viel leichter ist, einen Menschen, der seine Bedürfnisse in so großem Umfang denen anderer unterordnet, zu sich selbst zu bringen als andersrum. Mehr Freude macht's allemal. :)
Und ich bin fest entschlossen, an diesen Punkt zu kommen, an dem ich sagen kann, ich bin für andere da, ohne dass ich dabei untergehe. Denn das ist möglich: Für andere da zu sein, ohne sich selbst zu verleugnen, klein zu machen, zu vergessen.
Ich möchte dir vorschlagen, das mal anders zu priorisieren:
"Und ich bin fest entschlossen, an diesen Punkt zu kommen, an dem ich sagen kann, ich bin für mich da, ohne dass andere dabei untergehen. Denn das ist möglich: Für mich da zu sein, ohne andere zu vergessen."
Wie klingt das für dich? Erkennst du den Unterschied?
Damit halte ich auch die Gefahr benutzt oder ausgenutzt zu werden halbwegs gering und es wird mir möglich sein, unbefangener mit anderen umzugehen.
Ja. Wenn du in erster Linie auf dich selbst achtest, dann besteht da kaum Gefahr.
Es sind meine Gedanken, es ist mein Handeln, mein Umgang mit mir, der mir das Leben schwer macht, der mir sicher auch vieles verbaut. Und das loszuwerden, das ist ein wichtiges Ziel von mir.
Es ist gut, wenn du das anerkennst. Hast du auch Verständnis für dich? Ich hab's. Ich kann dich so gut verstehen!
Danke für deine Offenheit! Wow!
Deine Gedanken sind der Schlüssel, sie sind die Ursache und steuern alles andere.
Da ist die Angst Fehler zu machen, die Angst abgelehnt zu werden, die Angst vor dem Tod, die Angst nie wirklich Liebe zu erfahren, die Angst vor der Arbeitsunfähigkeit, die Angst nicht akzeptiert zu werden, die Angst vor der Zukunft, die Angst an meinen eigenen Ansprüchen zu scheitern, ...
Vielen Dank. Na ja, geht doch, da haben andere ganz andere Sachen an laufen. Deine Ängste kommen mir da ganz "normal" vor. Damit kann man arbeiten. ;)
Ich werde dafür einen eigenen Post abzweigen, sonst wird das hier zu lang.
Das ist nicht böse gemeint, ich hoffe, das weißt du. Und ich möchte auch keiner klaren Antwort ausweichen.
Das weiß ich natürlich, darüber musst du dir keine Sorgen machen. Ich weiß, dass es nicht einfach ist, schon gar nicht so öffentlich.
Versuch trotzdem immer, (für dich) Antworten auf die Fragen zu finden. Lass dir Zeit und achte auf deine Gefühle dabei.
Ich hoffe, dass ich die Antworten bald finden werde, nach denen ich suche.
Das wirst du, weil du es willst. Aber auch hier gilt: Lass dir Zeit. Manchmal muss eine Antwort reifen und man muss bereit sein für sie. Hab Verständnis für dich. Es geht um so viel!
Was ich meine ist, dass ich mich und meine Bedürfnisse ernster nehmen muss, ihnen mehr Raum, oder nenn es Bedeutung, geben muss. Ich muss für mich wichtiger werden, muss mir klar machen, dass ich für mich ebenso da sein muss wie für für andere, die mich um Rat/Hilfe fragen. Vielleicht kann man das sehr allgemein mit dem Finden des inneren und äußeren Gleichgewichts beschreiben.
Ganz genau! Ich würde dir sogar empfehlen, ruhig mal ein wenig in die andere Richtung zu schnuppern. Sei mal besonders egoistisch! Hier ist doch ein super Übungsfeld dafür, hier kann dir keiner was. ;)
Schreib was, wann, wie und wo du willst, einfach so, wie es dir Spaß macht. Scher dich mal den Teufel darum, was andere davon halten. Wenn einer rummault, wer hat dann ein Problem? Richtig, er. Übe auch ein bisschen, mit Kritik und Gegenwind umzugehen. Du wirst sehen, das kann man aushalten.
So, jetzt muss ich mal Einkaufen. Bis später!
 
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Jan_1984

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  • #830
Hey Jan, schön dass wir den Dialog fortsetzen, das macht mir Spaß mit dir!

Mit der Schablone wirst du dich wahrscheinlich übernehmen. […] Was du zur Orientierung brauchst, geben dir deine grundsätzlichen Einstellungen und Moralvorstellungen mit. Deine scheinen mir da sehr positiv und liebevoll zu sein. Du vergisst nur dich selbst noch zu oft.


Es freut mich, wenn dir der Dialog mit mir Spaß bereitet. Ich habe selbst auch großes Vergnügen daran, mich mit dir auszutauschen. Nicht nur über "unser" Thema, das wir hier verfolgen, sondern allgemein. Und ich ziehe durchaus hilfreiche Erkenntnisse aus unserer Unterhaltung. Diese Gelegenheiten sind für mich selten und von daher umso kostbarer, wenn sie sich bieten.


Ich stimme dir im Übrigen völlig zu. Viel "richtiger" kann man es nicht machen, als du es beschreibst. Man muss sich eine Flexibilität aneignen oder beibehalten, die es ermöglicht, nicht mit starren Mustern auf Situationen zu reagieren, sondern eine situationsangemessene Reaktion zu zeigen, die in diesem Moment subjektiv passend erscheint. Ob sie es für das Gegenüber ist, ist eine andere Frage, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte.


Ich würde meine "Einstellungen und Moralvorstellungen" auch durchaus aus als "positiv und liebevoll" beschreiben, und dass du mich in diesem Lichte siehst ist durchaus etwas, das mich berührt und freut. Überhaupt finde ich deine Differenziertheit absolut großartig. Das ist eher selten geworden in einer Welt, die mit "Platitüden" nur so um sich schmeißt, teilweise in einer sehr abstoßenden Art. Umso schöner und wertvoller ist es, hier einem Menschen zu begegnen, der differenziert und klar ist in seinen Aussagen.


Lass uns das gerade noch einmal als Beispiel nehmen.

Dein bisheriger Ansatz ist ja: Ich will mutiger und selbstbewusster werden.

Da ist zum einen die Frage, wie man das macht, oft bleibt es halt bei diesem Wunsch. Und zum anderen scheint das - wenn man sich sehr weit davon entfernt wähnt - eine unglaublich große Herausforderung. So wie wenn ein 150 KG-Mensch sich vornimmt, rank und schlank zu werden. Puuh! […] Ich möchte dazu noch einmal eine sehr wichtige und hilfreiche Passage von Walsch zitieren: "Der schnellste Weg, einen Grundgedanken oder eine urheberische Idee zu verändern, ist der, daß der Prozeß Gedanke-Wort-Tat umgekehrt wird."

Das Leben ist ein Schöpfungsprozess. Normalerweise funktioniert das so, dass erst der Gedanke da ist, dann das Wort und danach erfolgt die Handlung. Wenn du dein Denken verändern willst, drehst du das um. Du handelst also, als wärst du mutig, du sagst dir, dass du mutig bist und (irgendwann) glaubst du, dass du mutig bist.

Sei dir darüber bewusst, dass du in jedem Moment die freie Entscheidung hast, wer (wie) du sein willst. Auch wenns dir noch sehr theoretisch vorkommt.


Deine "Bildersprache" ist wirklich außerordentlich gut. Zumindest ich komme da, denke ich, sehr gut mit klar, verstehe deine Botschaft, die du so verpackst. Ich bin auch hier absolut bei dir und je öfter ich darüber nachdenke, wird dieser Weg zu dem für mich "sinnvollsten" auf dem Weg zu mir und im Umgang mit anderen. Mit Schema F (Schablone) käme ich niemals weiter, das wird mir immer klarer. Und auch das Zitat, was du eingestreut hast, regt mich zu denken an. Die Idee dahinter ist faszinierend, weil sie ein "Muster" durchbricht, das mir ja große Probleme macht. Ich denke zuviel nach über das was passieren könnte und unterlasse deshalb vieles. Wenn ich aber den "Mut" aufbringe mich über meine Taten zu definieren und daraus gewonnene Erkenntnisse in "Lebenseinstellungen" umzusetzen, aus der Tat nicht aus dem Gedanken zu lernen, dann ist das so etwas für mich wie eine "Do it yourself-Therapie" in Eigenregie. Ich bin grade regelrecht begeistert von der Idee, das umzusetzen. Ich werde jetzt nicht gleich losstürmen, die Welt umarmen und eine Frau "klar machen", aber bei passender Gelegenheit möchte ich mich wirklich in dieser Art und Weise mal ausprobieren. Und auch aus "Schaden" (hier: Körben) wird man ja bekanntlich klug. Hoffentlich zumindest.


Ganz genau! Wie gesagt, kleine Schritte und erreichbare Ziele. Du bist noch jung.


Ja, also ich auch sagen, dass ich mit bald 36 Jahren nicht zum "alten Eisen" gehöre, auch wenn ich mich manchmal mental so fühle. Darf ich fragen, wie alt du bist?


Ich stimme dir völlig zu! 100% ist für die allermeisten von uns ein unerreichbares Ideal. Mir ging es nur darum, dass das Ziel wenigstens theoretisch erreichbar bleibt, sonst kriegen wir eventuell Motivationsprobleme.


Grade nach der letzten depressiven Episode, die mich sehr mitgenommen hat, und deren "Ausläufer" es nach wie vor tun, habe ich gradezu ein Verlangen danach mich weiterzuentwickeln. An Motivation mangelt es mir nicht.
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Vielen Dank. Na ja, geht doch, da haben andere ganz andere Sachen an laufen. Deine Ängste kommen mir da ganz "normal" vor. Damit kann man arbeiten.
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Ich werde dafür einen eigenen Post abzweigen, sonst wird das hier zu lang.


Okay, dann würde ich vorschlagen, dass ich konkreter werde, wenn du den Post dazu erstellt hast. Das ist aus meiner Sicht sinnvoller, wenn wir ohnehin en detail gehen wollen. Einverstanden?


Natürlich nicht! Es sind sehr viele kleine Schalter, die in sehr vielen Situationen umgelegt werden müssen. Aber das ist nicht schlimm, denn es sind ja schon viel mehr Schalter in der richtigen Position. Weißt du, ich glaube dass es viel leichter ist, einen Menschen, der seine Bedürfnisse in so großem Umfang denen anderer unterordnet, zu sich selbst zu bringen als andersrum. Mehr Freude macht's allemal.


Meinst du, dass ich schon viel weiter bin, als ich es selbst wahrnehme, wenn du sagst, dass schon "viel mehr Schalter in der richtigen Position" sind?


Dass ich zu mir selbst finden muss, das ist ein großes Thema für mich, keine Frage. Und dein Ansatz in diesem Punkt ist, meiner Meinung nach, der völlig richtige.


"Und ich bin fest entschlossen, an diesen Punkt zu kommen, an dem ich sagen kann, ich bin für mich da, ohne dass andere dabei untergehen. Denn das ist möglich: Für mich da zu sein, ohne andere zu vergessen."

Wie klingt das für dich? Erkennst du den Unterschied?


Wenn ich dich richtig verstehe, möchtest du mir sagen, dass ich mich in den Mittelpunkt stellen soll und nicht länger andere "vorschieben". Da sind wir dann wieder bei dem Thema Selbstliebe, Selbstwahrnehmung, Selbstwert, Selbstbild, das wir ja bereits öfter hatten. Der Oberbegriff wäre hier wohl die "Selbstzentrierung". Oder missverstehe ich dich? Es klingt übrigens gut für mich und vor allem sehr wichtig.
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Es ist gut, wenn du das anerkennst. Hast du auch Verständnis für dich? Ich hab's. Ich kann dich so gut verstehen! Danke für deine Offenheit! Wow! Deine Gedanken sind der Schlüssel, sie sind die Ursache und steuern alles andere.


Ich würde nicht behaupten, dass ich mich zu 100% verstehe. Aber ich bin grade in einem Prozess der Suche nach dem, teilweise verschütteten, ICH. Dass du mir signalisierst, Verständnis für mich zu haben, zeigt mir, dass ich nicht das "Buch mit sieben Siegeln" bin, für das ich mich doch oft selbst noch halte. Das ist im Übrigen für mich kein Widerspruch zu meinem Anspruch für andere ein "offenes Buch" zu sein. Und von daher kannst du von meiner Seite aus grundsätzlich immer mit Offenheit rechnen.


Das weiß ich natürlich, darüber musst du dir keine Sorgen machen. Ich weiß, dass es nicht einfach ist, schon gar nicht so öffentlich.Versuch trotzdem immer, (für dich) Antworten auf die Fragen zu finden. Lass dir Zeit und achte auf deine Gefühle dabei.


Antworten auf die Fragezeichen in meinem Leben zu finden ist für mich ja mehr oder weniger Alltag und das braucht ohne Frage Zeit. Da stimme ich dir zu. Dass das manchmal einhergeht mit quälenden Gefühlen, unschönen Empfindungen oder dergleichen ist dabei ein "Übel", dem man sich stellen muss. Frei nach Buddha könnte man sagen, dass der Weg "zur Erleuchtung" steinig und kurvenreich ist. Dem bin ich mir absolut bewusst.


Ganz genau! Ich würde dir sogar empfehlen, ruhig mal ein wenig in die andere Richtung zu schnuppern. Sei mal besonders egoistisch! Hier ist doch ein super Übungsfeld dafür, hier kann dir keiner was.
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...


Ob ich wirklich egoistisch sein kann, das weiß ich gar nicht. Aber mit Kritik und dem was sie mit mir macht, hab ich kein Problem. Zumindest nicht, solange sie angemessen, konstruktiv geäußert wird. Denn wie du schon richtig sagst, wenn jemande ein Problem mit mir oder meiner Meinung hat, dann ist das vorrangig sein Ding, nicht meins.


Hoffe, ich bin jetzt auf alles eingegangen, was ich erwähnen wollte. Bin grade ein wenig "leer", also im Sinne von erschöpft. Nichts desto trotz freue ich mich auf den weiteren Dialog mit dir. Bis später oder wann immer du magst.
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  • #831
Lieber Jan, vielen Dank für die Blumen, aber übertreib mal nicht so mit den Komplimenten. Ich bin ja liiert. ;) Spaß ...
Ich werde jetzt nicht gleich losstürmen, die Welt umarmen und eine Frau "klar machen",
Warum eigentlich nicht? ;)
Im Ernst, setz das ruhig um so gut du kannst. Nutz deine erste Motivation.
Klar, ich bin Mitte 50.
Meinst du, dass ich schon viel weiter bin, als ich es selbst wahrnehme, wenn du sagst, dass schon "viel mehr Schalter in der richtigen Position" sind?
Viel wichtiger als ich, ist wie du das selber siehst. Du fokussierst sehr auf deine sogenannten Defizite, aber wenn du mal genau hinschaust, ist doch da so viel mehr, was du gut kannst. Fang unbedingt gleich damit an, dir diese Bestätigung selbst zu geben!
Wenn ich dich richtig verstehe, möchtest du mir sagen, dass ich mich in den Mittelpunkt stellen soll und nicht länger andere "vorschieben". Da sind wir dann wieder bei dem Thema Selbstliebe, Selbstwahrnehmung, Selbstwert, Selbstbild, das wir ja bereits öfter hatten. Der Oberbegriff wäre hier wohl die "Selbstzentrierung". Oder missverstehe ich dich? Es klingt übrigens gut für mich und vor allem sehr wichtig.
Du sollst umdenken und herausfinden, wie gut es sich anfühlt, sich um dich zu kümmern. Gerade wenn deine Selbst-wasweißichs nicht so ausgeprägt sind, brauchst du jemanden, der für dich da ist und für deine Bedürfnisse sorgt. Wer wäre denn besser dafür geeignet als du, Jan?
Dass das manchmal einhergeht mit quälenden Gefühlen, unschönen Empfindungen oder dergleichen ist dabei ein "Übel", dem man sich stellen muss. Frei nach Buddha könnte man sagen, dass der Weg "zur Erleuchtung" steinig und kurvenreich ist.
Ach wo, das ist doch Käse! Ich hab nicht viel Ahnung davon, aber hat er das wirklich gesagt? Na ja. Nein, der Weg ist nicht steinig! Steinig ist und bleibt es, wenn man den Weg nicht geht.
Wieso sollte der Weg zu dir selbst steinig und hart sein?
Erleuchtung nehmen wir uns später vor. Kleine Schritte, weißt ja.
Ob ich wirklich egoistisch sein kann, das weiß ich gar nicht.
Das kannst du! Es ist eine Frage der Entscheidung. Du willst etwas. Es steht dir zu. Du nimmst es dir. Fertig. Fang mit einfachen Dingen an.
Bin grade ein wenig "leer", also im Sinne von erschöpft.
Dann sei egoistisch und nimm dir ne Auszeit. Oder Pause.
 
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Jan_1984

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  • #832
Lieber Jan, vielen Dank für die Blumen, aber übertreib mal nicht so mit den Komplimenten. Ich bin ja liiert. ;) Spaß ...

Ich übertreibe doch nie und für dich werde ich auch nicht schwul. Von daher, bitte hab keine Panik! Und ich könnte ja auch deiner "Herzdame" nicht den "Romeo" aus den Armen reißen. Das wäre so herzlos. Auch Spaß! :D :rolleyes:


Okay. Dann bist du etwas jünger als mein Vater. Der wird kommendes Jahr 60.

Warum eigentlich nicht? ;)
Im Ernst, setz das ruhig um so gut du kannst. Nutz deine erste Motivation.

Dafür gibt es sogar eine völlig rationale Antwort. Zum einen kuriere ich grade eine Erkältung aus und zum anderen habe ich auch psychisch heute nicht meinen besten Tag. Bin innerlich total unruhig, ein richtiges Nervenbündel. Den Grund dafür kenne ich nicht, aber das ist manchmal so. Aber von alledem abgesehen, wäre das vielleicht auch zu "gewollt" und würde eben nicht den "neuen Ansatz" bringen, den wir quasi gemeinsam erarbeitet haben und den ich so toll finde. Zumindest nicht in meiner momentanen Stimmung.

Viel wichtiger als ich, ist wie du das selber siehst. Du fokussierst sehr auf deine sogenannten Defizite, aber wenn du mal genau hinschaust, ist doch da so viel mehr, was du gut kannst. Fang unbedingt gleich damit an, dir diese Bestätigung selbst zu geben!

Naja, weißt du, Weiterentwicklung bedeutet für mich auch, dass ich gucken muss, wo bei mir noch was im Argen liegt oder mindestens nicht ganz so toll läuft. Da wo Sand im Getriebe ist, muss ich dann mal durchkehren und frische Luft rein lassen und dann lösts sich hoffentlich der "Gordische Knoten" an dieser Stelle.

Und wenn ich dich mal wörtlich nehme, möchte ich dir mal ein paar Dinge aufzählen, was ich "gut kann" meiner Ansicht nach: Ich spiele etwa für den Hausgebrauch Klavier, beschäftige mich begeistert mit klassischer Musik (hörend, lesend, darüber nachdenkend, vermittelnd) und überhaupt bin ich geschichts- und kultur-/kunstinteressiert. Daneben glaube ich, ich kann gut zuhören, kann gut auf andere eingehen. Und da ist sicher noch mehr, aber diese Aufzählung soll ja auch nicht abschließend sein.

Du sollst umdenken und herausfinden, wie gut es sich anfühlt, sich um dich zu kümmern. Gerade wenn deine Selbst-wasweißichs nicht so ausgeprägt sind, brauchst du jemanden, der für dich da ist und für deine Bedürfnisse sorgt. Wer wäre denn besser dafür geeignet als du, Jan?

Da stimme ich dir absolut zu. Aber auch diese Erkenntnis muss man erst, wie es therapeutisch immer heißt, liebevoll integrieren/annehmen und zu einem Teil des eigenen Denkens machen, wenn man das bisher gar nicht erworben hat, den Fokus auch mal auf sich zu richten.

Ach wo, das ist doch Käse! Ich hab nicht viel Ahnung davon, aber hat er das wirklich gesagt? Na ja. Nein, der Weg ist nicht steinig! Steinig ist und bleibt es, wenn man den Weg nicht geht. Wieso sollte der Weg zu dir selbst steinig und hart sein?
Erleuchtung nehmen wir uns später vor. Kleine Schritte, weißt ja.

Ich bin, das muss ich an dieser Stelle mal sagen, absolut kein religiöser Mensch. Religion interessiert mich eher unter einem historischen und musikalischen Gesichtspunkt. Ansonsten bin ich wohl eher agnostisch oder atheistisch unterwegs.

Des Weiteren wollte ich dir damit einfach sagen, dass ein ganzes Stück Arbeit dahintersteckt für mich, zu mir zu finden, mich zu definieren, mich zu hinterfragen, usw. Und dabei landet man halt schonmal auf dem Holzweg oder nimmt Umwege zum Ziel oder muss nach Misserfolgen neue Ansatzpunkte finden. Das meinte ich mit "steinig und kurvenreich". Und dass dieser Prozess nur kleinschrittig funktioniert, das versteht sich von selbst.

Das kannst du! Es ist eine Frage der Entscheidung. Du willst etwas. Es steht dir zu. Du nimmst es dir. Fertig. Fang mit einfachen Dingen an.

Das werde ich erst noch unter Beweis stellen müssen, ob ich egoistisch sein kann. Ich werde zumindest jetzt mal "üben" mich in den Fokus zu nehmen bzw. an dieser "Übung" dran bleiben und dabei eben mit dir zusammen gewonnene Erkenntnisse zu beherzigen.
 
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  • #833
Ich übertreibe doch nie und für dich werde ich auch nicht schwul.
Das ist aber jetzt schon ganz schön egoistisch... ;)
Okay. Dann bist du etwas jünger als mein Vater. Der wird kommendes Jahr 60.
Du hast einen Vater, ich beneide dich! Habt ihr ein gutes Verhältnis zueinander? Wie sieht er dich denn?
Zum einen kuriere ich grade eine Erkältung aus
Gute Besserung!
und zum anderen habe ich auch psychisch heute nicht meinen besten Tag. Bin innerlich total unruhig, ein richtiges Nervenbündel. Den Grund dafür kenne ich nicht, aber das ist manchmal so.
Manchmal muss man die Gründe nicht kennen. Es reicht, zu wissen, dass es vorübergeht und dass man es aushalten kann. Und falls nicht, ist es Angelegenheit eines guten Arztes, dann kann mans auch loslassen. ;)
Auch hier gute Besserung!
Aber von alledem abgesehen, wäre das vielleicht auch zu "gewollt"
Du glaubst, dass etwas "zu gewollt" sein kann? Aber du wünschst es dir doch sehr. Und du darfst wollen.
Vielleicht meinst du das Verkrampfte, das manchmal mit dem Wollen einhergeht? Das solltest du aber vom Wollen lösen, denn das kommt aus der Angst. Wollen ist was Feines! Und um die Angst kannst du dich kümmern.
Naja, weißt du, Weiterentwicklung bedeutet für mich auch, dass ich gucken muss, wo bei mir noch was im Argen liegt oder mindestens nicht ganz so toll läuft. Da wo Sand im Getriebe ist, muss ich dann mal durchkehren und frische Luft rein lassen und dann lösts sich hoffentlich der "Gordische Knoten" an dieser Stelle.
Ja, ich weiß das und ich verstehe es sehr gut. Du kannst aber trotzdem umdenken.
Es ist ja gut, den Sand im Getriebe zu erkennen, du solltest dich also schon deshalb über jedes Körnchen freuen. Und - noch viel wichtiger - du wirst nichts Schlechtes finden. Alle Eigenschaften sind weder gut noch schlecht, beides sind nur unsere Bewertungen.
Alle Eigenschaften sind in Hinblick auf das, was wir erreichen oder sein wollen entweder gerade nützlich oder nicht.
Von daher ist es ja super, wenn man feststellt, dass man über ein sehr großes Repertoire an Eigenschaften verfügt. Je mehr du rausfindest, auch wenn dir so manches negativ erscheint, desto besser.
Ich spiele etwa für den Hausgebrauch Klavier, beschäftige mich begeistert mit klassischer Musik (hörend, lesend, darüber nachdenkend, vermittelnd) und überhaupt bin ich geschichts- und kultur-/kunstinteressiert. Daneben glaube ich, ich kann gut zuhören, kann gut auf andere eingehen. Und da ist sicher noch mehr, aber diese Aufzählung soll ja auch nicht abschließend sein.
Du spielst Klavier! Großartig! Schau mal in die Musikthread, vor allem in den von @Lou Salome
https://www.parship.de/forum/thema/...er-warum-ich-mein-cello-trotzdem-liebe.11650/
Ja, es fällt auf, dass du sehr gute soziale Skills hast. Und mir ist noch was aufgefallen: Du kannst dich gut um dich selbst kümmern. Sonst wärst du ja nicht hier.
Natürlich ist das ganz sicher nur ein sehr kleiner Teil der Dinge die du gut kannst. Es ist schon wichtig, seine Fähigkeiten im Blick zu haben, wenn man sich selbst besser kennenlernen will.
Da stimme ich dir absolut zu. Aber auch diese Erkenntnis muss man erst, wie es therapeutisch immer heißt, liebevoll integrieren/annehmen und zu einem Teil des eigenen Denkens machen, wenn man das bisher gar nicht erworben hat, den Fokus auch mal auf sich zu richten.
Das sehe ich etwas anders, die Erkenntnis hast du ja bereits, da gibt’s ja nichts mehr anzunehmen. Du musst es nur tun.
Was hält dich davon ab?
Ich bin, das muss ich an dieser Stelle mal sagen, absolut kein religiöser Mensch. Religion interessiert mich eher unter einem historischen und musikalischen Gesichtspunkt. Ansonsten bin ich wohl eher agnostisch oder atheistisch unterwegs.
Warum? Glaubst du nicht, dass es eine höhere Macht gibt?
Des Weiteren wollte ich dir damit einfach sagen, dass ein ganzes Stück Arbeit dahintersteckt für mich, zu mir zu finden, mich zu definieren, mich zu hinterfragen, usw. Und dabei landet man halt schonmal auf dem Holzweg oder nimmt Umwege zum Ziel oder muss nach Misserfolgen neue Ansatzpunkte finden. Das meinte ich mit "steinig und kurvenreich".
Schon klar, das ist verständlich. Mach dir nochmal bewusst, dass du durch die kleinen Schritte und das Entscheiden in jedem Moment deine Arbeit so geschickt verteilst, dass es gut zu bewältigen ist. Und Arbeit macht ja auch Freude, sie ist sinnstiftend und befriedigend. Feiere deine Erfolge!
Das werde ich erst noch unter Beweis stellen müssen, ob ich egoistisch sein kann. Ich werde zumindest jetzt mal "üben" mich in den Fokus zu nehmen bzw. an dieser "Übung" dran bleiben und dabei eben mit dir zusammen gewonnene Erkenntnisse zu beherzigen.
Jede Veränderung beginnt mit einer Entscheidung. Du machst das sehr gut!
 
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Jan_1984

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  • #834
Das ist aber jetzt schon ganz schön egoistisch...

Hallo mein Lieber,

endlich komme ich mal dazu, dir zu antworten. Wollte das vorhin nicht zwischen Tür und Angel machen. War ja, wie du vielleicht noch weißt, nochmal bei meinem Hausarzt.

Ich war egoistisch? Bist du dir da sicher? :D

Du hast einen Vater, ich beneide dich! Habt ihr ein gutes Verhältnis zueinander? Wie sieht er dich denn?

Ja, noch habe ich beide Elternteile und ich bin da auch sehr dankbar für. Ich verstehe mich, grundlegend, gut mit meinem Vater. Er hat mich auch lieb. Das kann ich nicht anders sagen. Aber mein Bruder war immer schon mehr "sein Sohn" als ich es war. Die Beiden haben einfach mehr Schnittmengen. Und ihm zeigt er auch offener, dass er ihn mag. Ich muss da manchmal ein bisschen nachhelfen. Wir sind halt sehr verschieden.

Womit mein Vater große Probleme hat ist, meine Krankheit zu verstehen oder sie wenigstens anzunehmen. Aber das trifft auch auf meine Mutter zu. Für ihn ist das sehr "weit weg", er kennt sowas nicht. Und alle Versuche ihm das Thema etwas näher zu bringen, enden meist erfolglos. Aber es ist natürlich auch schwer, ihm meinen "unsichtbaren Feind" zu erklären, auch mir fällt das oft schwer. Nur weil ich es immer wieder durchlebe, bedeutet das nicht, dass ich anderen nun perfekt alle Einzelheiten erklären könnte. Aber natürlich wünsche ich mir schon, dass meine Eltern mich "verstehen" können. Habe ihnen auch schon Ratgeber für Patienten und Betroffene da gelassen, damit sie sich mal informieren können, usw. Aber bisher war das eher fruchtlos.

Manchmal muss man die Gründe nicht kennen. Es reicht, zu wissen, dass es vorübergeht und dass man es aushalten kann. Und falls nicht, ist es Angelegenheit eines guten Arztes, dann kann mans auch loslassen. ;)
Auch hier gute Besserung!

Erstmal danke für die Genesungswünsche. Ich gebe mir Mühe, dem kurzfristig nachzukommen. ;) ... Die Stimmungsschwankungen sind Teil der Erkrankung. Nur muss ich ehrlich sagen, dass sie diesmal sehr hartnäckig und auch heftig ausfallen. Das macht mir schon noch zu schaffen.

Ansonsten ist dem von dir Gesagten nichts mehr hinzuzufügen. Genauso funktioniert das. Wobei das mit dem Gedanken annehmen und loslassen sehr viel schwerer ist in der Praxis als es in der Theorie klingt. Dennoch ist es ein A und O für mich, eine Methode, die ich beherrschen muss und die den Alltag durchaus erträglicher macht, wenn man sie beherrscht.

Du glaubst, dass etwas "zu gewollt" sein kann? Aber du wünschst es dir doch sehr. Und du darfst wollen.
Vielleicht meinst du das Verkrampfte, das manchmal mit dem Wollen einhergeht? Das solltest du aber vom Wollen lösen, denn das kommt aus der Angst. Wollen ist was Feines! Und um die Angst kannst du dich kümmern.

Genau darauf wollte ich hinaus. Ich meinte das Verkrampftsein, wenn man etwas zu sehr will.

Ja, ich weiß das und ich verstehe es sehr gut. Du kannst aber trotzdem umdenken.
Es ist ja gut, den Sand im Getriebe zu erkennen, du solltest dich also schon deshalb über jedes Körnchen freuen. Und - noch viel wichtiger - du wirst nichts Schlechtes finden. Alle Eigenschaften sind weder gut noch schlecht, beides sind nur unsere Bewertungen.
Alle Eigenschaften sind in Hinblick auf das, was wir erreichen oder sein wollen entweder gerade nützlich oder nicht.
Von daher ist es ja super, wenn man feststellt, dass man über ein sehr großes Repertoire an Eigenschaften verfügt. Je mehr du rausfindest, auch wenn dir so manches negativ erscheint, desto besser.

Auch hier triffst du den Nagel auf den Kopf. Mein Gott, wenn du so weitermachst, hab ich ja bald nichts mehr übrig, was ich dir noch antworten könnte. :):D

Du spielst Klavier! Großartig! Schau mal in die Musikthread, vor allem in den von @Lou Salome
https://www.parship.de/forum/thema/...er-warum-ich-mein-cello-trotzdem-liebe.11650/
Ja, es fällt auf, dass du sehr gute soziale Skills hast. Und mir ist noch was aufgefallen: Du kannst dich gut um dich selbst kümmern. Sonst wärst du ja nicht hier.
Natürlich ist das ganz sicher nur ein sehr kleiner Teil der Dinge die du gut kannst. Es ist schon wichtig, seine Fähigkeiten im Blick zu haben, wenn man sich selbst besser kennenlernen will.

Erstmal danke für den Tipp mit dem Thread von @Lou Salome. Mit ihr hatte ich ja auch schon Kontakt, was eine sehr schöne Erfahrung war.

Ich möchte mal ein wenig "unbescheiden" sagen, dass ich das öfter höre, dass ich ein sehr "soziales Wesen" bin. Und um das mal auf die Partnersuche zu übertragen. Ich habe schon öfter von Frauen gehört, wie süß und lieb ich doch wäre, aber mit einer Beziehung oder weitergehendem Kontakt würde es dann leider doch nichts. Das wurde mir teilweise auch ohne Anlass mitgeteilt, z. B. während des Smalltalks. Aber auch bei Parship habe ich das schon erlebt. Eine Ex-Partnerin meines Cousins hat mir in diesem Zusammenhang mal gesagt, dass Frauen zwar "soziale" Männer mögen, aber es darf auch die Prise "Arschloch" nicht fehlen. Ich habe diese These nicht wirklich prüfen können bisher, aber ich fand sie schon damals "spannend".

Es ist schön zu hören, dass du den Eindruck gewonnen hast, ich könne gut auf mich selbst aufpassen. Ich habe bisher nämlich das komplett gegenteilige Bild von mir gewonnen. Aber deine Ansicht gibt mir nun die Chance, mein Bild von mir zu überprüfen und vielleicht festzustellen, dass ich mal wieder zu negativ von mir gedacht habe?!

Das sehe ich etwas anders, die Erkenntnis hast du ja bereits, da gibt’s ja nichts mehr anzunehmen. Du musst es nur tun.
Was hält dich davon ab?Warum?

Glaubst du nicht, dass es eine höhere Macht gibt?

Weißt du, im Prinzip meint "liebevoll integrieren/annehmen" genau das. Denn was ich noch nicht erkannt habe, kann ich ja nicht für mich annehmen, mir aneignen. Ich mag einfach diesen "kuscheligen" Terminus so gerne. Das klingt einfach so wohlig und warm. Am Ende ist es aber dann doch nur Wortklauberei, einfach schnuppe, wie man es ausdrückt. Von daher meinten wir dasselbe, sagten es aber in anderen Worten.

Ich glaube schon, dass es da eine "höhere Macht" gibt, aber ich glaube nicht zwingend daran, dass es der christliche Gott oder Allah oder wie wir ihn auch nennen wollen ist. Dass es da ein "Medium" gibt über uns, daran zweifel ich nicht. Aber ich hatte dir ja schon gesagt, dass ich eher historisch und musikalisch an der Kirche interessiert bin. Ich könnte mir ein Leben ohne J. S. Bachs h-Moll Messe oder Beethovens Missa solemnis und so viele andere geistliche Kompositionen gar nicht vorstellen. Aber ich bin eben nicht "gläubig" im klassischen Sinne, kann mich aber durchaus für die Menschen freuen, die ihr Heil im Glauben finden. Daran ist nichts falsch, das zu tun.

Schon klar, das ist verständlich. Mach dir nochmal bewusst, dass du durch die kleinen Schritte und das Entscheiden in jedem Moment deine Arbeit so geschickt verteilst, dass es gut zu bewältigen ist. Und Arbeit macht ja auch Freude, sie ist sinnstiftend und befriedigend. Feiere deine Erfolge!

Jede Veränderung beginnt mit einer Entscheidung. Du machst das sehr gut!

An dieser Stelle bekommst du von mir einfach nur ein warmherziges Danke! Mehr muss man hierzu nicht sagen und mehr möchte ich auch nicht sagen. Von daher kann ich dir nur zurückgeben: Du machst das auch sehr gut! :)
 
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  • #835
Ja, noch habe ich beide Elternteile und ich bin da auch sehr dankbar für. Ich verstehe mich, grundlegend, gut mit meinem Vater. Er hat mich auch lieb. Das kann ich nicht anders sagen. Aber mein Bruder war immer schon mehr "sein Sohn" als ich es war. Die Beiden haben einfach mehr Schnittmengen. Und ihm zeigt er auch offener, dass er ihn mag. Ich muss da manchmal ein bisschen nachhelfen. Wir sind halt sehr verschieden.

Womit mein Vater große Probleme hat ist, meine Krankheit zu verstehen oder sie wenigstens anzunehmen. Aber das trifft auch auf meine Mutter zu. Für ihn ist das sehr "weit weg", er kennt sowas nicht. Und alle Versuche ihm das Thema etwas näher zu bringen, enden meist erfolglos. Aber es ist natürlich auch schwer, ihm meinen "unsichtbaren Feind" zu erklären, auch mir fällt das oft schwer.

Hast du schon mal was von Familienaufstellung gehört? Hast du schon mal daran gedacht, gehört, gelesen, dass ein Vater eine unbewusste Rolle bei psychischen Problemen des Sohnes spielen könnte? Gilt natürlich auch für Mütter.
 

Maron

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  • #836
Hallo @Jan_1984
ich wundere mich bei deinen langen und detaillierten Beiträgen über dein Energielevel, ist das immer gleich oder schwankt deine Kraft? Ich kenne die umgangssprachliche Beschreibung für Depression als "die Kraft, die komplett dem Körper entweicht". Ich denke für eine Partnersuche ist der Verlauf der Krankheit im Alltag, das Erleben der gemeinsamen Zeit, sehr wichtig.
 
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  • #837
Ich habe schon öfter von Frauen gehört, wie süß und lieb ich doch wäre, aber mit einer Beziehung oder weitergehendem Kontakt würde es dann leider doch nichts. Das wurde mir teilweise auch ohne Anlass mitgeteilt, z. B. während des Smalltalks. Aber auch bei Parship habe ich das schon erlebt. Eine Ex-Partnerin meines Cousins hat mir in diesem Zusammenhang mal gesagt, dass Frauen zwar "soziale" Männer mögen, aber es darf auch die Prise "Arschloch" nicht fehlen. Ich habe diese These nicht wirklich prüfen können bisher, aber ich fand sie schon damals "spannend".


Guten Morgen @Jan_1984

Auch wenn manche das vielleicht anders sehen.Wenn eine Frau sagt XY ist süß oder ein süßer Typ, dann halte ich das für eine positive Aussage.( besonders unter Frauen ausgesprochen )
Das mit der "Prise Arschloch" hört man oft.Vielleicht spielt das auch für manche Frauen eine Rolle.Je erfahrener Frau wird, umso eher kann sie darauf verzichten.Was man halt so hört unter Frauen;)
Und die Prise Arschloch ist doch naturgemäß meist vorhanden, genau wie bei Frauen das Zicken.:)
 
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  • #838
endlich komme ich mal dazu, dir zu antworten. Wollte das vorhin nicht zwischen Tür und Angel machen. War ja, wie du vielleicht noch weißt, nochmal bei meinem Hausarzt.
Guten Morgen Jan, kein Problem, du antwortest, wenn und wann es dir danach ist.
Wie geht es dir? Erkältung besser? Und sonst?
Wollen wir eine Pause machen? Dann gib Bescheid. Oder mach einfach eine. ;)
:D:D Ich mag deinen Humor.
Wobei das mit dem Gedanken annehmen und loslassen sehr viel schwerer ist in der Praxis als es in der Theorie klingt. Dennoch ist es ein A und O für mich, eine Methode, die ich beherrschen muss und die den Alltag durchaus erträglicher macht, wenn man sie beherrscht.
Oh ja, das stimmt! Es gibt eine Technik dazu (The Work von Byron Katie). Mit dieser Methode kann man belastende Gedanken überprüfen. Man kommt zum Ergebnis, dass sich diese Gedanken und Vorstellungen nicht mit der Realität decken, und dadurch lässt man sie los. Ist im Grunde ganz einfach.
Ich nehm das hier mal als Beispiel:
Womit mein Vater große Probleme hat ist, meine Krankheit zu verstehen oder sie wenigstens anzunehmen. Aber das trifft auch auf meine Mutter zu.
Der Gedanke, der dir hier Stress verursacht lautet wohl sinngemäß:
"Meine Eltern sollten meine Krankheit verstehen und annehmen."
Bei der Work untersuchst du diesen Gedanken mit vier Fragen auf seinen Wahrheitsgehalt und auf seine Wirkung auf dich. Anschließend machst du noch eine oder mehrere Umkehrungen. Das dauert am Anfang insgesamt vielleicht mal zehn Minuten, mit etwas Übung ein bis zwei.
Die Methode ist unglaublich effektiv und führt sehr schnell dazu, dass sich das Denken generell verändert.
Das Ergebnis ist sehr vielschichtig. Ein wachsendes Selbstbewusstsein, eine sehr entspannte Haltung und friedvolle Beziehungen mit anderen sind die wesentlichen Resultate.
Interessiert?
Die Stimmungsschwankungen sind Teil der Erkrankung. Nur muss ich ehrlich sagen, dass sie diesmal sehr hartnäckig und auch heftig ausfallen. Das macht mir schon noch zu schaffen.
Mich würde interessieren, was "die Medizin" da anbietet, außer Therapie. Wahrscheinlich Medikamente? Hilft das? Was sind die Nebenwirkungen?
Musst du natürlich - wie alles andere auch - nicht beantworten.
Auch hier triffst du den Nagel auf den Kopf. Mein Gott, wenn du so weitermachst, hab ich ja bald nichts mehr übrig, was ich dir noch antworten könnte. :):D
Danke. :)
Oh, ich bin ganz sicher, dass du mir noch ganz viele Fragen beantworten kannst, du weißt so viel mehr als du im Moment sehen kannst.
Aber jetzt kümmern wir (vor allem du) uns erstmal um dich. ;)
Eine Ex-Partnerin meines Cousins hat mir in diesem Zusammenhang mal gesagt, dass Frauen zwar "soziale" Männer mögen, aber es darf auch die Prise "Arschloch" nicht fehlen. Ich habe diese These nicht wirklich prüfen können bisher, aber ich fand sie schon damals "spannend".
Das wurde hier auch schon verschiedentlich diskutiert. Frauen wollen keine Arschlöcher, aber sie wollen einen Mann. Jemand mit Profil ("Ecken und Kanten"), einen, der weiß was er will und dazu auch steht.
Und genau das könnte ein Manko sein. Dadurch dass du bisher so sehr nach außen ausgerichtet warst und versucht hast, die Bedürfnisse der anderen zu erfüllen, waren deine Wünsche und Bedürfnisse kaum erkennbar. Und sie sind halt wesentlicher Teil deiner Persönlichkeit. Die Frage "Wer bist du?" bleibt weitestgehend unbeantwortet, wenn man sich selbst auf den "immer netten Menschen" reduziert. Da ist einfach keiner, der zur Paarung verführt.
Es ist also vermutlich eine gute Idee, deine Persönlichkeit durch den Ausdruck deiner Wünsche und Bedürfnisse zu zeigen. Nur darum geht's.
Ich darf nochmal an die entsprechende Aussage von Gott (Walsch) erinnern:
"Der Zweck einer Beziehung ist der, daß ihr entscheidet, welchen Teil von euch selbst ihr gerne »sich zeigen« lassen würdet, und nicht, welchen Teil des anderen ihr einfangen und festhalten könnt. Beziehungen – wie alles im Leben – können nur einen einzigen Sinn und Zweck haben: nämlich den, daß ihr seid und entscheidet, wer-ihr-wirklich-seid."
Es ist schön zu hören, dass du den Eindruck gewonnen hast, ich könne gut auf mich selbst aufpassen. Ich habe bisher nämlich das komplett gegenteilige Bild von mir gewonnen. Aber deine Ansicht gibt mir nun die Chance, mein Bild von mir zu überprüfen und vielleicht festzustellen, dass ich mal wieder zu negativ von mir gedacht habe?!
Unterscheide einfach, wie du bisher über dich gedacht hast und wie du jetzt über dich denkst. Und erinnere dich daran, wie du durch das Umdrehen von Gedanke-Wort-Tat deine Gedanken verändern kannst. Also handle einfach wie ein Mann, der gut auf sich aufpasst und sprich es auch (bei jeder passenden Gelegenheit) aus. Es wird dann auch immer mehr deine Überzeugung werden.
Weißt du, im Prinzip meint "liebevoll integrieren/annehmen" genau das. Denn was ich noch nicht erkannt habe, kann ich ja nicht für mich annehmen, mir aneignen. Ich mag einfach diesen "kuscheligen" Terminus so gerne. Das klingt einfach so wohlig und warm. Am Ende ist es aber dann doch nur Wortklauberei, einfach schnuppe, wie man es ausdrückt. Von daher meinten wir dasselbe, sagten es aber in anderen Worten.
Nein, der Unterschied ist schon wichtig! Vergiss die Kraft der Worte nicht. Erkannt hast du es ja bereits, du hast es also schon angenommen.
Natürlich kannst du die kuschelige Begrifflichkeit "liebevoll integrieren" als Synonym für die schrittweise Umsetzung verwenden. Mir gefällt das sogar, weil es zeigt, dass du darauf Wert legst, dich selbst liebevoll zu behandeln, dich also um dich zu kümmern. Sehr schön!
Ich glaube schon, dass es da eine "höhere Macht" gibt, aber ich glaube nicht zwingend daran, dass es der christliche Gott oder Allah oder wie wir ihn auch nennen wollen ist. Dass es da ein "Medium" gibt über uns, daran zweifel ich nicht.
Eine ganz ähnliche Haltung habe ich als Jugendlicher auch entwickelt. Meine sehr strenge katholische Erziehung hat dazu geführt, dass ich mich völlig von der Religion und damit auch von Gott abwandte. Als ich dann vor fast 20 Jahren "Gespräche mit Gott" gelesen habe, fand ich ein neues und sehr schlüssiges Verständnis von Gott. Das hat mir sehr gut getan! Und nebenbei enthalten die Bücher auch noch eine Vielzahl sehr praktischer Lebens- und Beziehungseinsichten.
Sie sind übrigens auch sehr angenehm und unterhaltsam verfasst, kann ich wärmstens empfehlen!
An dieser Stelle bekommst du von mir einfach nur ein warmherziges Danke! Mehr muss man hierzu nicht sagen und mehr möchte ich auch nicht sagen. Von daher kann ich dir nur zurückgeben: Du machst das auch sehr gut! :)
Vielen Dank Jan. :)
Ich danke dir für diesen Austausch, und das solltest du auch tun. :)
 
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Jan_1984

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  • #839
Hallo in die Runde!

Hast du schon mal was von Familienaufstellung gehört? Hast du schon mal daran gedacht, gehört, gelesen, dass ein Vater eine unbewusste Rolle bei psychischen Problemen des Sohnes spielen könnte? Gilt natürlich auch für Mütter.

ja, damit habe ich mich sowohl in Eigenregie als auch im therapeutischen Rahmen auseinandergesetzt. Und das spielt in meinem Fall zweifelsohne eine nicht zu unterschätzende Rolle. Auch im Rahmen der Auseinandersetzung mit der Krankheit "Narzissmus" kommt man auf Aspekte zu sprechen, die in der Kindheit liegen und die Entwicklung dieses Krankheitsbildes triggern. Und Außenstehende, die das nicht so erleben, sind oft schnell mit dem Wort von der "schweren Kindheit" bei der Hand, was ich durchaus entwürdigend finde, weil es nicht im Ansatz den Ernst der Lage beschreibt und ja auch den Kern des Ganzen überhaupt nicht trifft.

Ich habe schon unter therapeutischer Betreuung Briefe an meine Eltern geschrieben, auf die dann Gespräch von mir mit ihnen folgten. Was leider noch nicht zustande kam ist die Einbeziehung meiner Eltern in meine ambulante Psychotherapie. Du siehst, es gibt durchaus Mittel und Wege, dieses Thema aufzuarbeiten, nur müssen dann eben alle Beteiligten "mitspielen". Und da wollen meine Eltern auch nicht so recht "mitspielen", was allerdings an verschiedenen Dingen liegt.

Hallo @Jan_1984
ich wundere mich bei deinen langen und detaillierten Beiträgen über dein Energielevel, ist das immer gleich oder schwankt deine Kraft? Ich kenne die umgangssprachliche Beschreibung für Depression als "die Kraft, die komplett dem Körper entweicht". Ich denke für eine Partnersuche ist der Verlauf der Krankheit im Alltag, das Erleben der gemeinsamen Zeit, sehr wichtig.

Über deinen Text könnte ich dir wahrscheinlich ein ganzes Buch schreiben, weil es soviel dazu zu sagen gibt. Aber ich versuch es mal möglichst kurz zu halten.

"Depressionen" bezeichnet ein Krankheitsbild, dass in Episoden ("Wellen") abläuft. Man unterscheidet klassisch leichte, mittelschwere und schwere Episoden. Darin ist aber kein statischer Verlauf zu sehen, die Grenzen hier sind fließend. Ich selbst bewege mich meist in mittelschweren und schweren Episoden, hatte aber auch leichte Verläufe. Natürlich stimmt es, dass die Krankheit einem u. a. die Energie raubt, aber eben auch nicht im statischen Sinne "Akku voll"/"Akku leer". Es spielen so viele äußere Faktoren dort hinein, z. B. die Tagesform, wie gut man schläft, wie gut man therapeutisch betreut wird, welche Begleiterkrankungen mit von der Partie sind, usw. Ich bewege mir zurzeit eher wieder in eine "leichte Episode", bin nach über einem Jahr so langsam wieder aus dem Gröbsten raus. Du kannst dir vielleicht vorstellen, was für eine "Befreiung" das für mich bedeutet.

Von daher ist es schon so, dass das Energielevel schwankt, egal in welcher schwere man Grade erkrankt ist. Ich sage immer jeder Tag ist ein neues Abenteuer. Wichtig ist, dass man immer der "Chef" bleibt und nicht die Krankheit die erste Geige spielt. Und dazu ist es z. B., dass man den Austausch mit anderen hat, Hobbys hat, schlicht gesagt, dass man sich etwas Gutes tut.

Was du über Partnersuche/Partnerschaft sagst, das ist ein guter Gedanke. Du stellst sehr knapp, zumindest für mich, wesentliche Punkt da, auf die es ankommt. Denn Depressionen bringen es leider auch mit sich, dass man, vor allem in schweren Episoden, emotional zu einer leeren Hülle wird/werden kann. Kannst du dir vorstellen, wie furchbar es ist, wenn du den Menschen, den du liebst in den Arm nimmst und du nichts spürst, du nichts fühlst. Die Fragezeichen in deinem Kopf stapeln sich und du "hasst" dich dafür. Solche Situationen hatte ich mit meiner Ex-Partnerin leider nicht so selten (die Qualität der Beziehung soll hier mal unkommentiert bleiben). Aber weißt du, selbst an rabenschwarzen Tagen habe ich sie nicht im Stich gelassen, ich habe mich immer bemüht ein guter Partner zu sein, auch wenn es mir schwer gefallen ist. Und das kostet viel Kraft, die man eigentlich gar nicht hat. Und deshalb ist es mir auch wichtig, dass eine potenzielle künftige Partnerin über mich Bescheid weiß, dass sie weiß, dass es eben auch die depressive Seite an mir gibt.

Und hier im Forum finde ich eine Möglichkeit mit anderen ins Gespräch zu kommen, mich "abzulenken" und das tut sehr gut. Und grade mit @WolkeVier hat sich ein sehr konstruktiver Dialog entwickelt, den ich hoffe auch noch mit anderen hier zu finden. Ich bin auf jedenfalls offen dafür und freue mich drauf.

Guten Morgen @Jan_1984

Auch wenn manche das vielleicht anders sehen.Wenn eine Frau sagt XY ist süß oder ein süßer Typ, dann halte ich das für eine positive Aussage.( besonders unter Frauen ausgesprochen )
Das mit der "Prise Arschloch" hört man oft.Vielleicht spielt das auch für manche Frauen eine Rolle.Je erfahrener Frau wird, umso eher kann sie darauf verzichten.Was man halt so hört unter Frauen;)
Und die Prise Arschloch ist doch naturgemäß meist vorhanden, genau wie bei Frauen das Zicken.:)

Mit einem Augenzwinkern möchte ich dir sagen, dass du ja die Schwierigkeiten zwischengeschlechtlicher Kommunikation sicher kennst.

Ich denke Frauen suchen einen Mann, der durchaus einfühlsam, sozial, romantisch sein kann, ohne dabei die nötigen "Ecken und Kanten" vermissen zu lassen. Vielleicht könnte man das mit "rauher" und "weicher" Seite beschrieben, die sich möglichst die Waage halten sollten. Passt das aus deiner Sicht?

Damit leben, dass man mich weiblicherseits meist als "süß und lieb" bezeichnet, konnte und kann ich gut. Dennoch bin ich selbstkritisch genug zu erkennen, dass es vielleicht nicht schlecht wäre, ein bisschen "markanter" zu werden, etwas "kantiger", wenn man so will.
 
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Megara

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  • #840
Vielleicht könnte man das mit "rauher" und "weicher" Seite beschrieben, die sich möglichst die Waage halten sollten. Passt das aus deiner Sicht?
Also auf alle Fälle lieber rauhe Schale mit weichem Kern als umgekehrt .;)
Aber markanter (seine Standpunkte eindeutig vertreten, Abgrenzung u.s.w. )
wäre eine gute Entwicklung.
Es gibt allerdings auch andere Stärken die Frauen attraktiv finden.Gelassenheit,"Unaufgeregtheit", Fels in der Brandung u.ä.
So viel braucht es dazu ja nicht, oft einfach nur mal in den Arm nehmen und das machst du ja.
Wie es in diesem Moment phasenweise in dir aussehen kann ( emotionslos ), muss nicht unbedingt erkennbar sein oder verstören.
Ich hoffe du verstehst wie ich das meine.Informatiker z.B. sind nach stundenlangem Programmieren auch oft nur körperlich anwesend.
Bleibt der "Ausgebrannte" freundlich und halbwegs zugewandt, kann Frau das gut händeln, wenn die Basis stimmt.
 
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