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Megara

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  • #781
Bitte nicht gleich an den Pranger stellen..... ist nur Instinkt und ich kann falsch liegen.
Ich hoffe Jan_1984 ist nicht das neue Profil von Trooper. Er hat ja gemeint, er koenne auch angepasst. Die Texte sind auf jeden Falle sehr lang fuer einen Neuschreiber und der Aufbau.....
Na ja eben nur ein Gedanke
Ich weiß nicht.
Manchmal sind die Instinkte, besonders Montags, nicht so gut ausgeprägt.
Ich hatte heute auch keinen guten Start.;):)
 

Jan_1984

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  • #782
Das hast du nicht und es gibt gewiss keinen Grund für dich, dich zu entschuldigen.

Es wird vielleicht den einen oder anderen geben, der sich daran stört, aber damit haben wir ja kein Problem, oder? ;)

Okay, dann mal los. :)

Gerne, ich kann dir versichern, dass ich es auch für mich tue.

@WolkeVier

Okay, wenn das so ist, dann ist es in Ordnung. Aber es soll ja niemand für mich Prügel einstecken, die er nicht verdient hat. Danke.

Ja, klar, allen kann man es nie recht machen, das stimmt. Da hast du wohl recht. Probleme habe ich damit sicher nicht, werde mich aber ggf. damit auseinandersetzen und zu verstehen versuchen, woher das "Unbehagen" stammt.

Dann mal los, da stimme ich dir zu. Und ich hoffe, dass du natürlich auch für dich einen Nutzen aus unserem Austausch ziehen kannst. Alles andere wäre sehr schade. :)
 
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  • #786
Also @Jan_1984 , zunächst einmal meine Gedanken zu deinem Thema "Depression". Ich finde es grundsätzlich gut, wenn jemand dazu steht und - gerade beim Dating - mit offenen Karten spielen will.
Leider versemmelt es dir deine Chancen, das ist einfach so. Kaum jemand wählt für sich einen Partner mit größeren Problemen.
Mir fällt auch auf, dass du das Thema sehr oft, sozusagen in jedem Strang, sehr klar ausführst. Möglicherweise ist da etwas zu viel Identifikation mit der Krankheit? Du hast Depressionen (und noch was anderes), aber du bist ja nicht Depression. Du bist auch nicht der Mann mit Depressionen, sondern du bist so viel mehr.
Beachte auch, dass deine Gedanken Energien aussenden, und das gesprochene Wort noch viel mehr. Achte darauf, dass du dich nicht auf "deine" Depressionen reduzierst.
Natürlich ist das sicher ein schwieriges Feld für mich, wenn ich merke, dass ich aufgrund meiner Krankheit zurückgewiesen/abgelehnt werde, wenn ich darauf reduziert werde. Es wäre übrigens sehr spannend, deine Gedanken hierzu zu erfahren.
Später gerne.
Lass uns bitte noch einen Schritt zurückgehen.
Die erste Maßnahme gegen ein Problem ist ja, es zu lösen, also die Umstände zu ändern. Du bist in ärztlicher Behandlung, und das ist gut! Ich hoffe, dass dir da gut geholfen wird, aber du hast da wohl Vertrauen.
Trotzdem gibt es vielleicht auch einen Teilbereich, in dem du selbst etwas verbessern kannst. Vielleicht kannst du dafür sorgen, dass du manche deiner sorgenvollen oder ängstlichen oder beunruhigenden Gedanken los wirst?
Mir sind da ein paar Gedanken aufgefallen, die eventuell recht leicht verabschiedet werden können.
Bist du interessiert?
 
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Jan_1984

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  • #787
Bitte nicht gleich an den Pranger stellen..... ist nur Instinkt und ich kann falsch liegen.
Ich hoffe Jan_1984 ist nicht das neue Profil von Trooper. Er hat ja gemeint, er koenne auch angepasst. Die Texte sind auf jeden Falle sehr lang fuer einen Neuschreiber und der Aufbau.....
Na ja eben nur ein Gedanke

Ich versichere, dass ich Jan aus Essen bin und nichts mit dem Forumsteilnehmer "Trooper" zu tun habe, außer über seine Beiträge hier "gestolpert" zu sein. Ich schreibe hier sozusagen unter meinem realen Namen. Wenn es nötig sein sollte, kann ich auch gern mein Parshipprofil verlinken, um meine "Echtheit" zu unterstreichen bzw. findet sich ein Zugang zu meinem Profil unter dem Link "Profilberatung".

Dass meine Texte länger sind als es vielleicht normal ist, ist dem Umstand geschuldet, dass ich gerne alles möglichst "wasserdicht" haben möchte, um Missverständnissen vorzubeugen. Das klappt übrigens, erfahrungsgemäß, nicht immer. Darf ich fragen, was an dem Aufbau meiner Text so "speziell" ist? Ich frage aus ehrlichem Interesse.

Sollte ich für Verunsicherung sorgen oder gesorgt haben, bitte ich das zu entschuldigen.
 
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  • #788
Sollte ich für Verunsicherung sorgen oder gesorgt haben, bitte ich das zu entschuldigen.
Auch hier sehe ich keinen Grund für dich, um Entschuldigung zu bitten.
Wir sind hier mitunter etwas sehr hellhörig und du wirkst schon "forenerfahren".
Man weiß halt nie, ob die hier präsentierten "Geschichten" wirklich echt sind oder relativ frei erfunden. Ich bin da recht pragmatisch, für mich macht das keinen so großen Unterschied, so lange sich ein vernünftiger Austausch ergibt. Da wird schon immer jemand etwas davon haben, in erster Linie ich selbst, sonst würd ich's ja lassen.
Ich sehe bisher keinen Grund an deiner Geschichte und deinem Anliegen zu zweifeln.
 
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Jan_1984

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  • #789
@WolkeVier

Also @Jan_1984 , zunächst einmal meine Gedanken zu deinem Thema "Depression". Ich finde es grundsätzlich gut, wenn jemand dazu steht und - gerade beim Dating - mit offenen Karten spielen will.
Leider versemmelt es dir deine Chancen, das ist einfach so. Kaum jemand wählt für sich einen Partner mit größeren Problemen.
Mir fällt auch auf, dass du das Thema sehr oft, sozusagen in jedem Strang, sehr klar ausführst. Möglicherweise ist da etwas zu viel Identifikation mit der Krankheit? Du hast Depressionen (und noch was anderes), aber du bist ja nicht Depression. Du bist auch nicht der Mann mit Depressionen, sondern du bist so viel mehr.
Beachte auch, dass deine Gedanken Energien aussenden, und das gesprochene Wort noch viel mehr. Achte darauf, dass du dich nicht auf "deine" Depressionen reduzierst.

Hallo,

zunächst mal ganz klar Zustimmung zu deinen "Gedanken". Die "Depression" ist sicher nur eine Facette an mir, das ist wahr. Zudem ist es eine, die mal mehr oder minder "loswerden" kann, d. h. es ist möglich ohne Beschwerden zu leben. Ich versuche damit sehr offen umzugehen, was nicht nur bei der Partnersuche problematisch ist. Dennoch muss man schon die richtige "Dosis" finden, in der man das erwähnt. Ich versuche, es wirklich nur an passenden Stellen anzubringen, was mir aber wohl nicht immer gelingt in der Realtiät, wie ich an deinen Worten merke. Und dieses Thema, so sehr es mich auch beschäftigt, ist natürlich nicht alles was mich ausmacht und mich "ausfüllt". Das ist klar und auch ich empfinde das nicht so. So eine Krankheit "verschüttet" halt viel von der weiteren Persönlichkeit. Das muss man dann mühsam wieder freilegen. Das dauert hallt seine Zeit.

Später gerne.
Lass uns bitte noch einen Schritt zurückgehen.
Die erste Maßnahme gegen ein Problem ist ja, es zu lösen, also die Umstände zu ändern. Du bist in ärztlicher Behandlung, und das ist gut! Ich hoffe, dass dir da gut geholfen wird, aber du hast da wohl Vertrauen.
Trotzdem gibt es vielleicht auch einen Teilbereich, in dem du selbst etwas verbessern kannst. Vielleicht kannst du dafür sorgen, dass du manche deiner sorgenvollen oder ängstlichen oder beunruhigenden Gedanken los wirst?
Mir sind da ein paar Gedanken aufgefallen, die eventuell recht leicht verabschiedet werden können.
Bist du interessiert?

Auch hier vollste Zustimmung. Probleme sind da, um gelöst zu werden.

Eine Methode um "Hilfe" zu finden, die man in Eigenregie erledigen kann, ist übrigens die Achtsamkeits-Meditation. Ich weiß nicht, ob dieses Verfahren dir bekannt ist. Es ist in jedem Fall ein gutes Mittel zu sich selbst zu finden, sich auf das Wesentliche zu reduzieren, Gedanken zu kontrollieren, usw. Ich praktiziere das seit einiger Zeit und das tut tatsächlich gut. Aber es ist halt wie alles kein Allheilmittel.

Welche Gedanken meinst du, könnte ich leicht loswerden? Ich bin gespannt.
 
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Jan_1984

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  • #790
Auch hier sehe ich keinen Grund für dich, um Entschuldigung zu bitten.
Wir sind hier mitunter etwas sehr hellhörig und du wirkst schon "forenerfahren".
Man weiß halt nie, ob die hier präsentierten "Geschichten" wirklich echt sind oder relativ frei erfunden. Ich bin da recht pragmatisch, für mich macht das keinen so großen Unterschied, so lange sich ein vernünftiger Austausch ergibt. Da wird schon immer jemand etwas davon haben, in erster Linie ich selbst, sonst würd ich's ja lassen.
Ich sehe bisher keinen Grund an deiner Geschichte und deinem Anliegen zu zweifeln.

@WolkeVier

Dankeschön! Ich weiß deine Worte sehr zu schätzen. Und ich möchte nochmals versichern, dass ich und meine "Geschichte" authentisch sind. Ich würde mit solch ernsten Dingen niemals meine Spielchen treiben. Allein der Gedanke daran, dass das tatsächlich jemand wagen würde, ist für mich abstoßend und absolut geschmacklos.

Mit "Foren" habe ich tatsächlich noch kaum Erfahrung, aber ich finde es bisher sehr angenehm hier zu schreiben, sich auszutauschen. Und ich achte dabei eben sehr auf meine Wortwahl.

Die hier bestehende Hellhörigkeit ist durchaus positiv aus meiner Sicht. Ich meine, wir wissen alle, viele Fakes im Internet unterwegs sind. :)
 
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  • #791
@Jan_1984
Okay Jan, lass uns vielleicht zuerst einmal ein paar grundsätzliche Dinge besprechen.
Mir fällt auf, dass du dich - wie es halt bei den meisten Menschen üblich ist - ziemlich als "Opfer" der Umstände fühlst. Hier steht die eine Beziehung, die du hattest und die dich ganz offensichtlich sehr mitgenommen (traumatisiert?) hat, an vorderster Stelle. Diese Beziehung ist sozusagen Schuld an deinem Unglück.
Und das ist auch schon der springende Punkt. Das ist sie eben nicht! Es war nichts weiter als eine Beziehung mit einem Menschen, die für dich nicht glücklich, nicht erfolgreich und was weiß ich noch alles nicht war.
Was dich unglücklich macht, ist wie du darüber denkst.
Bist du bis hierher bei mir?
 
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Jan_1984

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  • #792
@WolkeVier
@Jan_1984
Okay Jan, lass uns vielleicht zuerst einmal ein paar grundsätzliche Dinge besprechen.
Mir fällt auf, dass du dich - wie es halt bei den meisten Menschen üblich ist - ziemlich als "Opfer" der Umstände fühlst. Hier steht die eine Beziehung, die du hattest und die dich ganz offensichtlich sehr mitgenommen (traumatisiert?) hat, an vorderster Stelle. Diese Beziehung ist sozusagen Schuld an deinem Unglück.
Und das ist auch schon der springende Punkt. Das ist sie eben nicht! Es war nichts weiter als eine Beziehung mit einem Menschen, die für dich nicht glücklich, nicht erfolgreich und was weiß ich noch alles nicht war.
Was dich unglücklich macht, ist wie du darüber denkst.
Bist du bis hierher bei mir?

Ich sehe mich nicht nur in der Opferrolle, die natürlich die bequemere ist, sondern durchaus auch als Täter. Allerdings ist meine Täterrolle sehr viel schwieriger für mich herauszuarbeiten. Opfer ist man schnell, aber Täter zu sein, ist ein anderes Ding. Dennoch bin ich, auch durch die Therapie, mittlerweile an dem Punkt in diversen Aspekten meine Eigenanteile kennenzulernen und sie zu akzeptieren und zu verarbeiten. Der nächste Schritt ist dann halt, konstruktiv mit ihnen umzugehen, Lehren aus ihnen zu ziehen. Nicht nur im Hinblick auf eine kommende Beziehung, auch auf sonstige Sozialkontakte, usw. Das ist in jedem Lebensbereich brandwichtig, gewonnene Erkenntnisse in die Lebensführung zu integrieren.

Traumatisiert hat mich die Beziehung nicht, aber mitgenommen schon. Sie ist auch ein Grund für die Erkrankung. Aber das liegt eben daran, dass ich Opfer und Täter bin. Das macht es unerträglich, weil das bedeutet, dass ich zwar einerseits schlecht behandelt wurde, aber andererseits ja auch schlecht behandetl habe, Fehler gemacht habe, usw. Ich suche die Fehler nicht allein bei meiner Ex-Partnerin. Das wäre erneut ein fataler Fehler und absolut ungerecht.

Ansonsten bin ich durchaus bei dir!
 
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  • #794
Ich sehe mich nicht nur in der Opferrolle, die natürlich die bequemere ist, sondern durchaus auch als Täter.
Da hast du mich jetzt falsch verstanden! Ich wollte dir keine Opferrolle zuschreiben. Ich weiß, dass der Unterschied gering ist, aber er ist wichtig:
Mir fällt auf, dass du dich - wie es halt bei den meisten Menschen üblich ist - ziemlich als "Opfer" der Umstände fühlst.
Damit meinte ich, dass die meisten Menschen glauben, dass sie auf die Umstände reagieren (Ich bin enttäuscht, weil es regnet). Das stimmt aber nicht, sie reagieren in Wahrheit darauf, wie sie über die Umstände denken (Ich bin enttäuscht, weil ich es blöd finde, dass es regnet).
Glaub jetzt nicht, ich betreibe Haarspalterei. Das ist ein sehr wichtiger Punkt, denn die Umstände kannst du manchmal nicht ändern (es regnet), wie du darüber denkst, aber schon.
Verstehst du? Es ist wichtig zu erkennen, dass wir alles, was unsere Gefühle auslöst, (zumindest theoretisch) selbst in der Hand haben. Nämlich wie wir über die Umstände denken.
Das gibt uns einerseits die Verantwortung darüber, ob wir zufrieden sind oder nicht. Zum anderen gibt es uns aber auch die Möglichkeit, daran etwas zu verändern. Jedenfalls wenn wir es schaffen, unser Denken zu verändern.
Bist du hier bei mir? Bist du bereit (ist es für dich vorstellbar), die Verantwortung und die Kontrolle über deine Gedanken Stück für Stück anzuerkennen?
 
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Jan_1984

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  • #795
@WolkeVier

Da hast du mich jetzt falsch verstanden! Ich wollte dir keine Opferrolle zuschreiben. Ich weiß, dass der Unterschied gering ist, aber er ist wichtig:

Damit meinte ich, dass die meisten Menschen glauben, dass sie auf die Umstände reagieren (Ich bin enttäuscht, weil es regnet). Das stimmt aber nicht, sie reagieren in Wahrheit darauf, wie sie über die Umstände denken (Ich bin enttäuscht, weil ich es blöd finde, dass es regnet).
Glaub jetzt nicht, ich betreibe Haarspalterei. Das ist ein sehr wichtiger Punkt, denn die Umstände kannst du manchmal nicht ändern (es regnet), wie du darüber denkst, aber schon.
Verstehst du? Es ist wichtig zu erkennen, dass wir alles, was unsere Gefühle auslöst, (zumindest theoretisch) selbst in der Hand haben. Nämlich wie wir über die Umstände denken.
Das gibt uns einerseits die Verantwortung darüber, ob wir zufrieden sind oder nicht. Zum anderen gibt es uns aber auch die Möglichkeit, daran etwas zu verändern. Jedenfalls wenn wir es schaffen, unser Denken zu verändern.
Bist du hier bei mir? Bist du bereit (ist es für dich vorstellbar), die Verantwortung und die Kontrolle über deine Gedanken Stück für Stück anzuerkennen?

Hallo WolkeVier,

ich bin immer wieder erstaunt, wie kenntnisreich du wesentliche Aspekte therapeutischer Arbeit auf den Punkt bringen kannst. Der Text auf den ich grade versuche eine Antwort zustande zu bringen, greift z. B. u. a. Gedanken aus der Achtsamkeit auf, in der es ja z. B. auch darum geht, wie man mit seinen Gedanken umgeht, mit seinen Gefühlen, Empfindungen, usw. Bist du beruflich im therapeutischen Bereich tätig oder hast du einfach Interesse solchen fast schon philosophischen Themen? Es ist wirklich sehr hilfreich mit dir zu schreiben.

Das Thema über das du sprichst, ist für mich persönlich ein zentrales Thema, nicht nur in der Therapie, sondern auch im alltäglichen Umgang mit Alltag, Beruf, Sozialkontakten, usw. Und da spielt auch die Frage der Eigenanteile am Verlauf einer Situation eine Rolle. Und die Kontrolle der Gedanken, der Empfindungen und der Umgang mit bestimmten Umständen sind ein Schlüssel um "selbstbestimmter" zu leben. Von daher bin ich absolut bei dir, wenn du das als zentralen Aspekt bezeichnest. Und ich bin nicht erst seit gestern bereit dazu, dich mit dem Thema "Gedanken", das ja auch du hier ansprichst, auseinanderzusetzen. Ich tue es schon längst und wir können das gerne vertiefen.
 
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  • #796
Hallo Jan,
Bist du beruflich im therapeutischen Bereich tätig oder hast du einfach Interesse solchen fast schon philosophischen Themen?
Nein, bin ich nicht. Und ja, großes Interesse, allerdings weniger philosophischer Natur, sondern eher pragmatischer.
Und ich bin nicht erst seit gestern bereit dazu, dich mit dem Thema "Gedanken", das ja auch du hier ansprichst, auseinanderzusetzen. Ich tue es schon längst und wir können das gerne vertiefen.
Okay gut. Ich schreib einfach mal hin, was mir so auffällt, wohlgemerkt kann ich ja nur beschreiben, was ich hier wahrnehme.
Dein Verhalten ist sehr nach außen gerichtet. Wie komme ich an? Mache ich alles richtig? Wie fühlen sich die anderen mit dem was ich schreibe? Muss ich mich entschuldigen? Ich bedanke mich immer und lobe mein Gegenüber.
Ist das ein Bereich, den du dir anschauen willst? Rausfinden, welche Überzeugungen evtl. dahinterstecken?
In dem Zusammenhang ist mir auch aufgefallen, dass du deine (Täter-)Rolle in deiner Beziehung sehr stark verurteilst, viel stärker als die Opferrolle. Letztlich ist beides nicht zu verurteilen, aber den Anspruch finde ich beachtenswert.
Interessiert?
Dann hast du irgendwo geschrieben, dass deine Beziehung (im Nachhinein) eine Lüge war. Bist du sicher, dass das, was du heute darüber denkst, die Wahrheit ist? Vielleicht war deine Beziehung (in gewisser Weise) die Wahrheit, und was du heute darüber denkst stimmt gar nicht?
Willst du das rausfinden?
 

Jan_1984

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  • #797
@WolkeVier

Hallo Jan,

Nein, bin ich nicht. Und ja, großes Interesse, allerdings weniger philosophischer Natur, sondern eher pragmatischer.

Okay gut. Ich schreib einfach mal hin, was mir so auffällt, wohlgemerkt kann ich ja nur beschreiben, was ich hier wahrnehme.
Dein Verhalten ist sehr nach außen gerichtet. Wie komme ich an? Mache ich alles richtig? Wie fühlen sich die anderen mit dem was ich schreibe? Muss ich mich entschuldigen? Ich bedanke mich immer und lobe mein Gegenüber.
Ist das ein Bereich, den du dir anschauen willst? Rausfinden, welche Überzeugungen evtl. dahinterstecken?
In dem Zusammenhang ist mir auch aufgefallen, dass du deine (Täter-)Rolle in deiner Beziehung sehr stark verurteilst, viel stärker als die Opferrolle. Letztlich ist beides nicht zu verurteilen, aber den Anspruch finde ich beachtenswert.
Interessiert?
Dann hast du irgendwo geschrieben, dass deine Beziehung (im Nachhinein) eine Lüge war. Bist du sicher, dass das, was du heute darüber denkst, die Wahrheit ist? Vielleicht war deine Beziehung (in gewisser Weise) die Wahrheit, und was du heute darüber denkst stimmt gar nicht?
Willst du das rausfinden?

Ich finde es gut, dass du dich für solche Themen interessierst. Das hilft dir über kurz oder lang sicher dabei, ein zufriedeneres, ausgeglicheneres Leben zu führen. Vertiefende Literatur könntest du übrigens vom Autor Heinz-Peter Röhr haben, dessen allgemeinverständliche Bücher zu verschiedenen Themen ich nur wärmstens empfehlen kann. Ich lese sie selbst und ziehe soviel Energie und Erkenntnis daraus.

Bisher habe ich es tatsächlich nicht erlebt, dass ein anderen Mensch, der mich jetzt grade etwas länger als 24 Stunden kennt, meine wesenltichen Persönlichkeitsmerkmale so treffsicher beschreiben kann. Meine Persönlichkeitsstruktur ist durch einen teilweise krankhaften Perfektionismus bestimmt, der wiederum ein wesentlicher Bestandteil der bei mir diagnostizierten Persönlichkeitsstörung ist. Das Bedürfnis alles "wasserdicht" haben zu müssen, verbindlich zu sein ist stark in mir vorhanden. Auch im Umgang mit anderen Menschen lege ich hohe Maßstäbe an, ohne dass ich allerdings loben würde, mich bedanken würde, usw., wenn ich es nicht für nötig hielte. Auch Entschuldigungen nehme ich nur vor, wenn ich sie für geboten halte. Allerdings nehme ich meine "Umwelt" (nennen wir es mal ganz pauschal so) sehr viel "sensibler" war und ich reagiere viel "feinnerviger" auf sie, was zum Teil wirklich schlimme Folgen für mich hat. Die Folgen sind Angst und Verunsicherung! Selbstabwertung durch Aufwertung anderer Personen! Ein Beispiel: Es gibt hier eine Fülle interessanter Beiträge zu Themen, zu denen ich mich auch schon geäußert habe und auch Antworten bekam. Aber nachdem dann die Antworten ausblieben und sozusagen Diskussionen unter einer bestimmten Gruppe von Foristen begannen, hatte ich das Gefühl, dass ich mich jetzt nicht wieder einmischen darf, dass ich ein Fremdkörper in dieser Unterhaltung wäre. Das ist sicher völlig unbegründet, aber in mir löst allein der Gedanke, dass ich mich ja ungefragt hätte einmischen können ein so großes Unbehagen aus, dass ich am Ende gar nicht mehr weiß, was ich tun soll und meisten dann in die Resignation falle, mich zurückziehe, wieder zum "Leser" werde. Denn Interesse bleibt, nur meine Bekundung daran unterbleibt.

Täter- und Opferrolle sind schwer zu fassen, aber natürlich beschäftigen sie mich und für mich ist die größere Bürde ganz klar die Täterrolle (Stichtwort Eigenanteile). Und du hast ja vielleicht auch aus meinen Beiträgen an @LouSalome gemerkt, wie ich in Bezug auf Frauen und meine Erkrankung, Beziehung, usw. denke?

Wir können jederzeit gerne tiefer einsteigen und weiterhin so aufschlussreiche Gedanken austauschen. Eine bessere Gelegenheit, sich auch selbst zu reflektieren als den Umgang mit anderen Menschen gibt es nicht und ich bin sehr dankbar dafür, dass dafür hier eine Möglichkeit besteht.
 
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  • #798
Ich finde es gut, dass du dich für solche Themen interessierst. Das hilft dir über kurz oder lang sicher dabei, ein zufriedeneres, ausgeglicheneres Leben zu führen.
Jetzt lass uns mal bei dir bleiben, denn es geht doch um dich, oder?
Bisher habe ich es tatsächlich nicht erlebt, dass ein anderen Mensch, der mich jetzt grade etwas länger als 24 Stunden kennt, meine wesenltichen Persönlichkeitsmerkmale so treffsicher beschreiben kann.
Nee nee, du hast dich selbst beschrieben, ich kenne dich ja gar nicht. Dabei sollten wir auch bleiben, es geht darum, wie du über dich denkst, nicht ich oder die anderen.
Meine Persönlichkeitsstruktur ist duch einen teilweise krankhaften Perfektionismus bestimmt, der wiederum ein wesentlicher Bestandteil der bei mir diagnostizierten Persönlichkeitsstörung ist.
Okay. Ist das so? Ist der Perfektionismus ein Symptom oder Bestandteil der "Störung"? Oder ist er einfach ein Teil deiner Gedanken, der dann mit anderen Teilen zusammen zur Diagnose führt?
Ich will hier nicht in die Arbeit der Fachleute reinpfuschen.
Möchtest du dir mögliche gedankliche Ursachen für deinen Perfektionismus anschauen?
Das Bedürfnis alles "wasserdicht" haben zu müssen, verbindlich zu sein ist stark in mir vorhanden. Auch im Umgang mit anderen Menschen lege ich hohe Maßstäbe an,
Ist das gut für dich? Oder belastet dich das eher? Ich stelle mir das sehr anstrengend vor. Könntest du dich eventuell für die Idee erwärmen, das deutlich weniger zu machen?
Aber nachdem dann die Antworten ausblieben und sozusagen Diskussionen unter einer bestimmten Gruppe von Foristen begannen, hatte ich das Gefühl, dass ich mich jetzt nicht wieder einmischen darf, dass ich ein Fremdkörper in dieser Unterhaltung wäre. Das ist sicher völlig unbegründet, aber in mir löst allein der Gedanke, dass ich mich ja ungefragt hätte einmischen können ein so großes Unbehagen aus, dass ich am Ende gar nicht mehr weiß, was ich tun soll und meisten dann in die Resignation falle, mich zurückziehe, wieder zum "Leser" werde. Denn Interesse bleibt, nur meine Bekundung daran unterbleibt.
Das finde ich ein sehr schönes Beispiel dafür, was ungeprüfte Gedanken anrichten können. Letztlich machst du dich selbst zum Fremdkörper.
Der Gedanke, von dem du annimmst, dass er völlig unbegründet sein wird, macht dir zu schaffen, du wirst ihn nicht los.
Wenn du ihn nun auf seinen Wahrheitsgehalt hin überprüfst, wirst du feststellen, dass du nicht weißt, ob er stimmt. Sehr gut möglich, dass er falsch ist, warum also an ihm festhalten?
Und du hast ja vielleicht auch aus meinen Beiträgen an @LouSalome gemerkt, wie ich in Bezug auf Frauen und meine Erkrankung, Beziehung, usw. denke?
Ja, du bist unheimlich nach außen gerichtet.
Es ist sehr schön, wenn du das Wohlbefinden deines Gegenübers, ganz besonders deiner (potenziellen) Partnerin im Blick hast. Aber das musst du dir leisten können. Dafür brauchst du ein gutes Selbst-Bewusstsein und ein stabiles Selbstwertgefühl. Schau erst einmal auf dich.
Wer bist du und wer willst du sein?
Wie bist du und wie willst du sein?
 
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Jan_1984

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  • #799
@WolkeVier
Jetzt lass uns mal bei dir bleiben, denn es geht doch um dich, oder?

Nee nee, du hast dich selbst beschrieben, ich kenne dich ja gar nicht. Dabei sollten wir auch bleiben, es geht darum, wie du über dich denkst, nicht ich oder die anderen.

Okay. Ist das so? Ist der Perfektionismus ein Symptom oder Bestandteil der "Störung"? Oder ist er einfach ein Teil deiner Gedanken, der dann mit anderen Teilen zusammen zur Diagnose führt?
Ich will hier nicht in die Arbeit der Fachleute reinpfuschen.
Möchtest du dir mögliche gedankliche Ursachen für deinen Perfektionismus anschauen?

Ist das gut für dich? Oder belastet dich das eher? Ich stelle mir das sehr anstrengend vor. Könntest du dich eventuell für die Idee erwärmen, das deutlich weniger zu machen?

Das finde ich ein sehr schönes Beispiel dafür, was ungeprüfte Gedanken anrichten können. Letztlich machst du dich selbst zum Fremdkörper.
Der Gedanke, von dem du annimmst, dass er völlig unbegründet sein wird, macht dir zu schaffen, du wirst ihn nicht los.
Wenn du ihn nun auf seinen Wahrheitsgehalt hin überprüfst, wirst du feststellen, dass du nicht weißt, ob er stimmt. Sehr gut möglich, dass er falsch ist, warum also an ihm festhalten?

Ja, du bist unheimlich nach außen gerichtet.
Es ist sehr schön, wenn du das Wohlbefinden deines Gegenübers, ganz besonders deiner (potenziellen) Partnerin im Blick hast. Aber das musst du dir leisten können. Dafür brauchst du ein gutes Selbst-Bewusstsein und ein stabiles Selbstwertgefühl. Schau erst einmal auf dich.
Wer bist du und wer willst du sein?
Wie bist du und wie willst du sein?

Hallo,

den Buchtipp hab ich dir nur gegeben, weil ich dachte, diese Lektüre könnte dir gefallen. Von mir ablenken wollte ich nicht. Wir können gerne bei mir bleiben.

Naja, weißt du, auch wenn ich mich hier oder dort beschrieben habe, warst du doch dennoch in der Lage wesentliche Charakterzüge meiner Persönlichkeit zu benennen. Und so eine genaues "Psychogramm" von mir zu zeichen nach einer so kurzen Zeit, das finde ich erstaunlich. Um es auf den Punkt zu bringen: In deinen Worten finde ich mich 100% wieder, sowohl charakterlich als auch sonst. Ob mir das zu denken geben sollte, das wäre sicherlich eine für mich interessante Frage. Denn scheinbar bin ich ja für mein Gegenüber ein offenes Buch, was absolut super ist für mich, damit kann ich ganz wunderbar leben. Aber die Frage, weshalb das so ist und warum ich das offenbar bei der Partnersuche nicht effektiv einsetze, die finde ich doch sehr interessant.

Mein Perfektionismus ist sozusagen eine Facette der Persönlichkeitsstörung, von daher würde ich eher von einem Bestandteil sprechen. Denn eine Persönlichkeitsstörung haben auch Personen, die nicht perfektionistisch veranlagt sind. Ein paradoxer Fakt in dieser Hinsicht ist übrigens, dass ich in zwischenmenschlichen Beziehungen übrigens Zugeständnisse ohne Ende mache, mich schon fast bis zur Selbstaufgabe zurücknehme, selbst wenn es mir meinen perfektionistischen Vorstellungen total zuwider läuft. An solchen Aspekten merke ich ganz deutlich den krankhaften Charakter des Perfektionismus. Ich bin nicht nur daran reduziert, den Perfektionismus zu reduzieren, ich muss ihn sogar auch zur "Gesundung" deutlich bekämpfen. Und dabei hilft natürlich erheblich, die Motive zu verstehen, die dazu führen.

Das Beispiel der Nichtbeteiligung an gewissen Diskussionen hier, obwohl ich einen starken inneren Drang habe, mich zu beteiligen, zeigt dir deutlich, welche Gräben, welche Brüche in meiner Persönlichkeit zu finden sind. Die Quellen solchen Verhaltens zu ergründen ist für mich unerlässlich. Solch "asoziales" Verhalten muss ich abschalten und mich als das wahrnehmen was ich bin: Ein Teil der Gesellschaft, egal in welcher Hinsicht.

Ich habe das Wohlbefinden eines jeden Gegenübers im Blick, wobei ich durchaus zwischen einer Partnerin, Freunden und Bekannten (ganz salopp gesagt) unterscheide. Denn jede dieser Gruppen braucht von mir, nach meiner Denke, eine andere Art des Wohlbefindens. Und auch dieses Thema sollten/können wir sehr gerne vertiefen. Denn was du ansprichst sind wesentliche Frage für mich. Und in meiner vermeintlichen Extrovertiertheit liegt ja auch ein Bruch, wie du vielleicht schon festgestellt hast.
 
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  • #800
Um es auf den Punkt zu bringen: In deinen Worten finde ich mich 100% wieder, sowohl charakterlich als auch sonst.
Okay, du fühlst dich von mir angenommen und verstanden. Jetzt lass uns bei dir bleiben. :)
Ob mir das zu denken geben sollte, das wäre sicherlich eine für mich interessante Frage. Denn scheinbar bin ich ja für mein Gegenüber ein offenes Buch, was absolut super ist für mich, damit kann ich ganz wunderbar leben. Aber die Frage, weshalb das so ist und warum ich das offenbar bei der Partnersuche nicht effektiv einsetze, die finde ich doch sehr interessant.
Ist das etwas, was du sein willst, ein offenes Buch? Hat das immer nur Vorteile?
Ich habe dich gefragt ...
Wer bist du und wer willst du sein?
Wie bist du und wie willst du sein?
Ich glaube, dass der Mensch gute Möglichkeiten hat, so zu sein, wie er möchte.
Deine Antwort lässt mich befürchten, dass dir das wegen deiner Krankheit nicht möglich ist. Dann sollte ich aufhören, darüber zu schreiben, weil das kontraproduktiv wäre. Was meinst du?
Ich habe das Wohlbefinden eines jeden Gegenübers im Blick
Stell mal dein Wohlbefinden ins Zentrum deiner Aufmerksamkeit. Da gibt es zunächst den größten Bedarf. Die anderen können sich ganz gut um sich selbst kümmern.
 

Jan_1984

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  • #801
@WolkeVier
Okay, du fühlst dich von mir angenommen und verstanden. Jetzt lass uns bei dir bleiben. :)

Ist das etwas, was du sein willst, ein offenes Buch? Hat das immer nur Vorteile?
Ich habe dich gefragt ...

Ich glaube, dass der Mensch gute Möglichkeiten hat, so zu sein, wie er möchte.
Deine Antwort lässt mich befürchten, dass dir das wegen deiner Krankheit nicht möglich ist. Dann sollte ich aufhören, darüber zu schreiben, weil das kontraproduktiv wäre. Was meinst du?

Stell mal dein Wohlbefinden ins Zentrum deiner Aufmerksamkeit. Da gibt es zunächst den größten Bedarf. Die anderen können sich ganz gut um sich selbst kümmern.

Selbstverständlich bleiben wir bei mir, das ist ja sozusagen "unser Deal" unter dem das hier stattfindet. Wie gesagt, an Ablenkung ist mir nicht gelegen.

Ja, also in gewisser Weise möchte ich schon ein offenes Buch sein, aber eben in allen Facetten, die mich ausmachen und in Bezug auf die Krankheit ist es so, dass ich halt offensiv damit umgehe, auch wenn ich manchmal die Empfindung habe, dass hier weniger mehr wäre. Dass ich ein "offenes Buch" für andere bin hat damit zu tun, dass ich für niemanden die "Katze im Sack" sein möchte. Dennoch muss man hier auch lernen, Grenzen zu definieren, denn z. B. bei der Partnersuche ist Offenheit/Ehrlichkeit sicher keine schlechte Sache. Dennoch muss man sich darüber im Klaren sein, dass alles grundsätzlich seine Zeit hat. Also bei manchen Dingen kann man vielleicht mit der Tür ins Haus fallen, bei anderen sollte man das lieber lassen, sollte man das Gegenüber darauf vorbereiten.

Meine Krankheit setzt mir ganz klar Grenzen in der Entfaltung meiner Persönlichkeit. Das sind aber keine unüberwindbaren Grenzen, sondern Grenzen, die daraus resultieren, dass ich persönliche Defizite habe, die allerdings fast alle "zu bearbeiten" sind, d. h. die nahezu alle zumindest abgemildert, wenn denn nicht ganz abgebaut werden können. Ich stehe mich salopp gesagt häufig mehr im Weg als es sein müsste. Von daher ist es ganz und gar nicht kontraproduktiv, weiter hierüber zu sprechen. Im Gegenteil, der Dialog darüber legt ja grade offen, wo es Defizite gibt und das setzt dann Denkprozesse in Gang, wie man damit umgeht/fertig wird, usw.

In meinem Selbstbild komme ich in meinem Leben eigentlich fast gar nicht vor. Die starke Fokussierung auf andere ist etwas, was ich schon fast exzessiv auslebe. Auch das ist eine Facette, die man bearbeiten muss, nicht nur im therapeutischen Rahmen, auch in Eigenregie muss ich da vorankommen. Aber dieses Muster ist ein bei mir sehr stark entwickeltes. Die Reflexion durch andere ist für mich sehr wichtig, das Wohlbefinden meines Gegenübers ist gradezu unerlässlich für mich. Und dabei gehe ich mit mir sehr schonungslos um. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, mein Selbstbild ist zu einem Großteil von dem Bild, das andere von mir haben, bestimmt/geformt. Dass das auf Dauer krank macht, wenn man eine so geringe Selbstliebe, einen so geringen Selbstwert sich selbst zugesteht, das ist schon fast logisch. Und deshalb gilt auch hier, dass es eine Kehrtwende geben muss. Da hast du absolut recht.
 
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in Bezug auf die Krankheit ist es so, dass ich halt offensiv damit umgehe, auch wenn ich manchmal die Empfindung habe, dass hier weniger mehr wäre.
Verstehe ich dich recht, dass du offensiv damit umgehst, obwohl es für dich manchmal besser wäre, es nicht zu tun? Warum?
Dass ich ein "offenes Buch" für andere bin hat damit zu tun, dass ich für niemanden die "Katze im Sack" sein möchte.
Warum eigentlich nicht? Was spricht dagegen, dass dein Gegenüber nach und nach herausfindet, wer du bist? Und warum darf er das nicht selber tun und selber bestimmen, wie schnell das geht. Vielleicht wäre es manch einem lieber, er wüsste bestimmte Dinge (erst einmal) nicht. Zum Beispiel, dass du Depressionen hast.
Dennoch muss man hier auch lernen, Grenzen zu definieren, denn z. B. bei der Partnersuche ist Offenheit/Ehrlichkeit sicher keine schlechte Sache.
Muss man das lernen? Kannst du das nicht? Du musst doch nur wissen, wo deine Grenzen sind und diese ggf. aufzeigen.
Keine Eigenschaft an sich ist eine "gute" oder eine "schlechte" Sache. Es hängt immer vom Timing und von der Dosierung ab. Manchmal ist Offenheit/Ehrlichkeit gut, manchmal nicht. Kommt immer drauf an, was du gerade erreichen willst.
Meine Krankheit setzt mir ganz klar Grenzen in der Entfaltung meiner Persönlichkeit.
Sicher? Was für Grenzen und wie macht die Krankheit das?
dass ich persönliche Defizite habe, die allerdings fast alle "zu bearbeiten" sind, d. h. die nahezu alle zumindest abgemildert, wenn denn nicht ganz abgebaut werden können.
Was sind das für Defizite und worin unterscheiden sie sich von den Defiziten, die wir alle haben?
Ich stehe mich salopp gesagt häufig mehr im Weg als es sein müsste.
Mehr als andere? Hm ... Und warum tust du das, wenn du es schon weißt? Warum gehst du dir dann in der jeweiligen Situation nicht aus dem Weg?
Im Gegenteil, der Dialog darüber legt ja grade offen, wo es Defizite gibt und das setzt dann Denkprozesse in Gang, wie man damit umgeht/fertig wird, usw.
Ich hoffe, dass der Dialog vor allem dazu führt, dass du siehst, dass du nicht mehr Defizite hast als alle anderen, sondern dass du dich "nur" sehr viel schonungsloser beurteilst. Und dass du erkennst, wie du damit aufhören kannst.
In meinem Selbstbild komme ich in meinem Leben eigentlich fast gar nicht vor.
Warum ist das so? Was hält dich davon ab, auf dich zu schauen? Zu sehen, wer du bist, wie es dir geht und was für Bedürfnisse und Wünsche du hast?
Wie bist du und wie müsstest du sein, um dich zu akzeptieren?
 
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Jan_1984

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@WolkeVier

Verstehe ich dich recht, dass du offensiv damit umgehst, obwohl es für dich manchmal besser wäre, es nicht zu tun? Warum?

Warum eigentlich nicht? Was spricht dagegen, dass dein Gegenüber nach und nach herausfindet, wer du bist? Und warum darf er das nicht selber tun und selber bestimmen, wie schnell das geht. Vielleicht wäre es manch einem lieber, er wüsste bestimmte Dinge (erst einmal) nicht. Zum Beispiel, dass du Depressionen hast.

Muss man das lernen? Kannst du das nicht? Du musst doch nur wissen, wo deine Grenzen sind und diese ggf. aufzeigen.
Keine Eigenschaft an sich ist eine "gute" oder eine "schlechte" Sache. Es hängt immer vom Timing und von der Dosierung ab. Manchmal ist Offenheit/Ehrlichkeit gut, manchmal nicht. Kommt immer drauf an, was du gerade erreichen willst.

Sicher? Was für Grenzen und wie macht die Krankheit das?

Was sind das für Defizite und worin unterscheiden sie sich von den Defiziten, die wir alle haben?

Mehr als andere? Hm ... Und warum tust du das, wenn du es schon weißt? Warum gehst du dir dann in der jeweiligen Situation nicht aus dem Weg?

Ich hoffe, dass der Dialog vor allem dazu führt, dass du siehst, dass du nicht mehr Defizite hast als alle anderen, sondern dass du dich "nur" sehr viel schonungsloser beurteilst. Und dass du erkennst, wie du damit aufhören kannst.

Warum ist das so? Was hält dich davon ab, auf dich zu schauen? Zu sehen, wer du bist, wie es dir geht und was für Bedürfnisse und Wünsche du hast?
Wie bist du und wie müsstest du sein, um dich zu akzeptieren?

Weißt du, grade ist meine Stimmung sehr "instabil". Ich fühle mich oft traurig und ich weiß oft nicht "was ich machen" soll.

Deine Nachricht macht mich schon "schmerzhaft" darauf aufmerksam, wo ich noch Defizite habe. Das ist im Übrigen nicht schlecht, sondern das ist auch ein therapeutischer Ansatz. Denn ich der Psychotherapie, dieser Seitenhieb sei mir gestattet, geht es eben nicht darum, dass Patienten gestreichelt werden, sondern das ist harte Konfrontation mit all seinen "Macken", die man so hat und deren Folgen für die eigene Person. Aber jetzt zu deiner Nachricht:

Der offensive Umgang mit meiner Erkrankung ist derjenige Weg, den ich für mich als "gute Lösung" im Umgang mit der Krankheit gegenüber Dritten gefunden habe. Ob das nun "gut" oder "schlecht" ist, darüber gehen die Meinungen auch bei Betroffenen auseinander. Ich will nicht sagen, dass ich mir wünsche, verhaltener im Umgang mit der Krankheit zu werden, aber mit der Tür ins Haus zu fallen, ist eben auch nicht der "goldene Weg". Und manchmal habe ich Momente, auch hier im Forum, in denen ich mich frage, ob das jetzt wirklich ein musste, dass ich das entsprechende Thema und meine Erkrankung in Verbindung bringt, egal ob das passend oder unpassend sein könnte. In diesem Sinne ist weniger für mich manchmal mehr. Ich fände es schade, wenn mich andere nur über meine Krankheit definieren würden, aber ebendiese Gefahr besteht, wenn man offensiv damit umgeht.

Für mich geht es ja darum zu erfahren, wer ich wirklich bin. Denn ein "Selbstbild" hatte ich ja bisher nicht wirklich von mir, die ganzen fast 36 Jahre lang, die ich nun schon auf der Welt bin. Dazu gehört es eben auch Grenzerfahrungen zu machen. Denn tatsächlich ist es so, dass ich bisher Grenzen für mich als eher schwammig definiere. Und wenn du jetzt fragst, inwieweit die Krankheit in mein Leben eingreift, dann ist es eben so, dass sie alle vermeintlich "negativen" Aspekte meiner Persönlichkeit triggert, aber die vermeintlich "positiven" Seiten verschüttet. Und das ist fatal für mich. Ich wusste ja vorher schon nicht, wer ich bin, und jetzt weiß ich das noch weniger. Und diese Sinnsuche tut weh, sich zerrt an meinen Kräften, ...

Ein Beispiel dafür ist die Beteiligung an Diskussionen hier im Forum. Du erinnerst dich noch, was ich vorhin dazu geschrieben habe? Ich bin zunächst verunsichert, ob ich mich einmischen darf und wie das "korrekt" wäre und danach folgt die Traurigkeit, weil es ich unterlassen habe, obwohl ich mir doch diesen Kontakt eigentlich wünsche.

Im Übrigens würde ich sagen, dass ich evtl. nicht "verkorkster" bin als andere Mitmenschen, ich nehme das nur viel intensiver war und es hat für mich andere Folgen. Und von daher, da liegst du richtig, geht es eben darum zu erkennen, dass man kein Alien ist, sondern ein normaler Mensch mit seinen Sehnsüchten, Ängsten, Gefühlen, Wünsche, usw. Man erlebt oder durchlebt diese nur anders. Man muss lernen sich und sein Sein anzunehmen, auch die Unzulänglichkeiten.

Rational weiß man übrigens oft sehr viel, die Schwierigkeit liegt darin, dass im Alltag in Taten umzusetzen. Da ist die Hürde!

Zu meinem "Selbstbild":

Solange ich denken kann habe ich, unbewusst, immer den Fokus auf andere gelegt. Ich habe mich an ihnen emotional und menschlich bereichert, wenn ich es für sie tun konnte, wenn sie mich mochten, usw. Dabei habe ich die Entwicklung meines eigenen "Selbst" total vergessen. Hinzu kommen dann noch familiäre Aspekte, wie meine strengere Erziehung, usw.

Ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht, was oder wie ich sein müsste, damit ich 100% zufrieden wäre. Aber ich glaube, das ist auch nicht erstrebenswert. Ich sage mal so: Um zufrieden(er) mit mir zu sein wünsche ich mir ein erfülltes Leben mit einer Partnerin, sozialer und finanzieller Sicherheit und ganz klar auch mit einer stabilen Persönlichkeit, mit Selbstwert, Selbstachtung, Selbstliebe.
 

Magge

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Was macht uns glücklich? Wie realistisch ist es, immer glücklicher zu werden? Ist das überhaupt erstrebenswert?
Wie sehr hängt das Glück von den Umständen ab? Wie sehr von der Einstellung dazu? Was können wir tun, um an beidem etwas zu verbessern?
Welche Rolle spielen Beziehungen und Partnerschaften dabei? Und welche Rolle spielt die Einstellung dazu innerhalb einer Partnerschaft?
Ich suche den Austausch mit allen, die sich in irgendeiner Form für diese uralten (und schon so oft beantworteten) Fragen interessieren.
Mein Ziel ist es, mich ‚weiterzuentwickeln'. Ich möchte immer besser verstehen, was unserem Glück im Weg steht und wie wir das ändern können. Dafür brauche ich den Austausch mit anderen, denn ich kann mich nur erfahren, indem ich mich in Beziehung mit anderen setze. Der Austausch hier hat eine besondere Qualität, ich sehe ihn als sehr effektive Ergänzung zum Erleben in persönlichen Begegnungen.
Um meine Ziele zu erreichen möchte ich verstehen, wie andere mit diesen Themen umgehen. Ich möchte andere Sichten begreifen und neue Wege

































































































kennenlernen. Ich möchte auch verstehen, warum sich manche Dinge so schwer verändern lassen. Und ich möchte mein Bild von mir mit dem Bild abgleichen, das sich andere von mir machen, den Blick über den Tellerrand wagen.
Ich möchte meine Erfahrungen anbieten und meine Gedanken, möchte zum Nachdenken anregen und zum Verstehen einladen.
Nicht zuletzt möchte ich mich auch einfach gut unterhalten.
Ich freue mich auf eure Beteiligung, eure Unterstützung und eure Anregungen.
Mensch Wolkevier, Hut ab! Kann man dich treffen?
 
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