lone rider

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  • #1

Die Schüchternheit

Nachdem nun (mehr oder weniger) geklärt wurde, was "die Liebe" ist, ein neues Fass:
Die Schüchternheit. Angeregt hat mich ein Thread im Expertenrat. Leider kann man da nicht in Echtzeit kommunizieren und daher hier.

Die Schüchternheit also. Stichpunkte dazu: Attraktion, Begehrlichkeit, Anmut, Verklemmtheit, Unsicherheit, Behutsamkeit, Sanftheit.
Die Reihenfolge und Auswahl der Stichpunkte sind nicht wertend gemeint, dienen allein der Anregung und dem Gesprächsstoff.
 

Blackangel

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  • #2
Ich persönlich finde Schüchternheit an sich schon attraktiv. Es ist nur schwierig, wenn 2 schüchterne Menschen aufeinander treffen. Einer der beiden sollte sich dann einen Schritt weiter wagen, denn sonst passiert NIX!

Da helfen eventuell ganz einfache Übungen. Frage in der Fußgängerzone wahllos Leute, die dir über den Weg laufen, nach der Uhrzeit, nach einem bestimmten Laden, nach dem Weg .... Da kann man ganz schnell feststellen, dass erstens jeder antwortet, zweitens keiner komisch guckt, drittens nicht gelacht wird und viertens, dass es gut ging und man verstanden wurde, geholfen wurde ... Alles gar nicht so schlimm ist, wie man sich im Kopf eventuell ausgemalt hat.

Verklemmtheit verschwindet, sobald man den 1. Schritt gewagt hat, ins Gespräch kam, und gemeinsam schon eine gute Basis gefunden hat. Das ergibt sich dann schon ...

Also, raus mit dir und üben, üben, üben ...
 
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  • #3
Zum Üben fällt mir dazu mein etwas zu schüchterner, ein bisschen kopferter Sohn ein, der von sich aus beschloss auf der Einkaufsmeile der nächsten Großstadt Mädchen seines Alters anzusprechen. Das wirkte.
Lone Rider ist vermutlich sehr wenig schüchtern. ;-)
 

Blackangel

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  • #4
Zitat von Unbewusst:
Zum Üben fällt mir dazu mein etwas zu schüchterner, ein bisschen kopferter Sohn ein, der von sich aus beschloss auf der Einkaufsmeile der nächsten Großstadt Mädchen seines Alters anzusprechen. Das wirkte.
Lone Rider ist vermutlich sehr wenig schüchtern. ;-)

Das war ja schon sehr mutig von deinem Sohn, gleich Mädels im selben Alter anzusprechen. Das wär für ganz schüchterne erst der dritte Schritt. Meine Empfehlung wäre erst wahllos, dann das andere Geschlecht (unterschiedlichsten Alters) und als dritten Schritt erst gleiches Alter, anderes Geschlecht gewesen.

Verkopft ist also nicht ganz sooo schüchtern, eben nur zu kopflastig. Ergo: Öfter mal den Kopf ausschalten und nach dem Bauchgefühl handeln. Guter Ansatz.

Wie Kopf ausschalten funktioniert? .... Oben aufgeführte Schritte üben! (das schreibe ich, die es lange nicht gewagt hat, meinen Supermarktschwarm anzusprechen) ... Yeahhh. Bin ich glaubwürdig?! Ich bin noch in der Übungsphase. Aber es wirkt schon.
 
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  • #5
Doch doch, kein schwerer Fall, aber schon zu schüchtern im Sinne von vorhandenem Leidensdruck. Das hat nicht unbedingt direkt mit seiner Kopflastigkeit zu tun. Er hat es mit dem Kopf gelöst und hat es dann "trotzdem" gemacht.

Schüchternheit hat seine Funktion und ist i.O., nur Leidensdruck sollte es nicht haben.
 

Blackangel

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  • #6
Zitat von Unbewusst:
Doch doch, kein schwerer Fall, aber schon zu schüchtern im Sinne von vorhandenem Leidensdruck. Das hat nicht unbedingt direkt mit seiner Kopflastigkeit zu tun. Er hat es mit dem Kopf gelöst und hat es dann "trotzdem" gemacht.

Schüchternheit hat seine Funktion und ist i.O., nur Leidensdruck sollte es nicht haben.

Naja, aber erst durch Leidensdruck wird das Problem erkannt. Und erst wenn dieser Druck zu groß wird, wird er auch angegangen.
Also ist Leidensdruck nicht nur in Ordnung, sondern manchmal auch notwendig, um handeln zu wollen/können.

Leidensdruck = mein für mich erkanntes Leiden drückt mich dermaßen, dass ich handle (in diesem Fall: Ich eröffne einen Thread und erhoffe mir dadurch Hilfe/Anregungen). Ich finde es sehr gut, wenn jemand sein Leiden erkannt hat und um Hilfe ersucht.

Und ich werde mit diesem Thema sehr behutsam umgehen, weil davon Betroffene wirklich leiden.
Ich bin nur zeitweise und manchmal gelähmt und würde mich nur als situationsschüchtern bezeichnen. Doch gerade weil ich mich dadurch in diese Menschen hinein versetzen kann, kann ich in meinen Augen gut darauf eingehen.
 
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  • #7
Situationsschüchtern.... gibt es das ? Oder ist das eher Verdrängungsfähigkeit in bestimmten Situationen ? Wer ist schüchtern und wer ist einfach nur ruhig oder introvertiert ? Gibt es eigentlich eine psychologische Definition von Schüchternheit ? Ich hatte mal Pubertätsschüchternheit - ein entsetzlicher Zustand...
 

Blackangel

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  • #8
Zitat von Schreiberin:
Situationsschüchtern.... gibt es das ? Oder ist das eher Verdrängungsfähigkeit in bestimmten Situationen ? Wer ist schüchtern und wer ist einfach nur ruhig oder introvertiert ? Gibt es eigentlich eine psychologische Definition von Schüchternheit ? Ich hatte mal Pubertätsschüchternheit - ein entsetzlicher Zustand...

Ob es den Begriff situationsschüchtern gibt, habe ich nicht gegockelt. Doch für mich war das der Ausdruck dessen, was ich in bestimmten Situationen bin, obwohl ich sonst nicht in die "Kategorie" schüchtern passe. Soll für mich heißen, ich kann fremde Personen (auch mein ungefähres Alter und Geschlecht) nach der Uhrzeit/Weg fragen kann, ohne ins stottern zu geraten, bzw. eine unüberwindliche Hemmschwelle entwickle.

Ich habe auch einen neuen zusätzlichen Job ergattert ... bin also durch Vorstellungsgespräch und Probearbeiten gewandert und war jetzt nicht soooooooooooo schwierig. Schwierig ja, aber eben zu meistern.

Hingegen stehe ich einem Mann, der mir interessant erscheint, völlig sprachlos gegenüber :-( .... das ist mein situationsschüchtern.
Klar ist für mich, ich bin ruhig und eigentlich introvertiert - was ich aber nicht als negativ bewerten würde.

Ich kann, wenn ich muss .... aber einen Mann meiner Wahl anzusprechen? Sehr schwierige Situation.
 

Blackangel

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  • #10
Die Einstufung von Schüchternheit hab ich schon mal erläutert, und diese Stufen habe ich auch schon hinter mir.

Die Fage war so allgemein gestellt. Und bei den Fortgeschrittenen in diesem Kurs kann ich noch nicht mithalten ... darum würde ich mich jetzt zurückziehen.

Das es eine riesige Grauzone zwischen unschüchtern und total verwegen gibt ist mir bekannt, aber auch nicht bekannt.

Das Problem könnte auch sein, dass frau erstmal auf "total verwegen" abfährt, weil sie es nicht ist, aber im Nachhinein feststellen muss, das war jetzt, auf Dauer gesehen, doch ZU verwegen und kann nicht mithalten?! Das kommt dann wiederum darauf an, wie sich "total verwegen" weiterhin verhält. Aber meiner Erfahrung gemäß verhält sich "total verwegen" auch weiterhin "total verwegen" und es wird für Schüchterne (egal welcher Stufe) schwierig mit zu halten, bzw. ein gutes Gefühl dabei zu haben.
 

IMHO

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  • #11
Zitat von Blackangel:
Da helfen eventuell ganz einfache Übungen. Frage in der Fußgängerzone wahllos Leute, die dir über den Weg laufen, nach der Uhrzeit, nach einem bestimmten Laden, nach dem Weg .... Da kann man ganz schnell feststellen, dass erstens jeder antwortet, zweitens keiner komisch guckt, drittens nicht gelacht wird und viertens, dass es gut ging und man verstanden wurde, geholfen wurde ... Alles gar nicht so schlimm ist, wie man sich im Kopf eventuell ausgemalt hat.

Verklemmtheit verschwindet, sobald man den 1. Schritt gewagt hat, ins Gespräch kam, und gemeinsam schon eine gute Basis gefunden hat. Das ergibt sich dann schon ...

Also, raus mit dir und üben, üben, üben ...

Na ja, ob ich eine wildfremde Person (an der mir in der Regel nach nichts liegt) nach der Uhrzeit frage oder einen Menschen, der als potenzieller Partner in Frage käme, frage, ob dieser Lust hat, mit mir einen Kaffee zu trinken - dazwischen liegen meiner Meinung nach Galaxien.

Die Uhrzeit bekomme ich dann eben vom nächsten, den ich frage, sollte ich beim ersten Mal keine Antwort erhalten.

Nach einem Date frage ich aber wirklich nur, wer mich wirklich interessiert. Und je nach Anspruch kann das sehr selten der Fall sein. Um so größer die Anspannung, wenn man schon so lange auf den/die Richtige(n) gewartet hat. Um so größer die Angst, etwas falsch zu machen oder negativ beschieden zu werden. Denn wann treffe ich wieder auf jemand so Tolles?
 

Blackangel

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  • #12
Zitat von IMHO:
Na ja, ob ich eine wildfremde Person (an der mir in der Regel nach nichts liegt) nach der Uhrzeit frage oder einen Menschen, der als potenzieller Partner in Frage käme, frage, ob dieser Lust hat, mit mir einen Kaffee zu trinken - dazwischen liegen meiner Meinung nach Galaxien.

Die Uhrzeit bekomme ich dann eben vom nächsten, den ich frage, sollte ich beim ersten Mal keine Antwort erhalten.

Nach einem Date frage ich aber wirklich nur, wer mich wirklich interessiert. Und je nach Anspruch kann das sehr selten der Fall sein. Um so größer die Anspannung, wenn man schon so lange auf den/die Richtige(n) gewartet hat. Um so größer die Angst, etwas falsch zu machen oder negativ beschieden zu werden. Denn wann treffe ich wieder auf jemand so Tolles?

Ich wollte damit auch nur Tipps geben, für gaaaanz Schüchterne, denn die tun sich ja schon damit schwer. Erst wenn diese dann merken, dss alles halb so schlimm ist, können diese einen Schritt weiter gehen.
Nach einem Date fragen ist dann schon wirklich für Fortgeschrittene, welches wirklich schüchterne nicht wagen, weil sie sich auch den Rest vorher nicht wagen würden, weil sie z.B. Angst haben ausgelacht zu werden .....

Die Angst abgewiesen zu werden steckt vermutlich in jedem von uns. Aber Schüchterne Menschen kämpfen da noch mit wesentlich mehr Gefühlen.
 

fafner

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  • #13
Gibt's 'n Unterschied zwischen schüchtern und wenig mutig?
 

vivi

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  • #14
Gute Frage. Wir könnens ja aufteilen: die Mädchen sind schüchtern und die Jungs wenig mutig....wär das ok für dich?

Ohhh, wobei da fällt mir ein - leider nur ein Jungs-Beispiel - sich nicht zu trauen DAS Mädchen zu fragen ist schüchtern, sich nicht zu trauen DIE Chickse zu fragen ist wenig mutig...hmmm....ich versteh's und du?
 

Blackangel

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  • #15
Zitat von fafner:
Gibt's 'n Unterschied zwischen schüchtern und wenig mutig?

Ja, gibt es. Wenig mutig würde ich mich bezeichnen. Also nur manchmal mutig, aber immerhin gibt es Momente des Mutes.

Schüchtern ist in meinen Augen (also meine Auffassung dessen) niemals mutig. Nur verschreckt, ängstlich, introvertiert (wie ich mich selbst auch beschreiben würde), abwartend, hoffend auf andere - aber verschreckt, wenn das erhoffte eintrifft -
 
G

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  • #16
Es kommt auf die Schüchternheit an, wie sie auf mich wirkt. Lähmt sie mein Gegenüber völlig in seinen Handlungen, ist mir das too much, weil ich dann für die Interaktion komplett zuständig bin.

Es gibt aber eine Schüchternheit, die sehr anziehend ist und bei der man spürt, was unter der Oberfläche ist. Die verleiht den Handlungen erst Bedeutung, man fühlt sich sehr "gemeint". Abgeklärtheit kann auch furchtbar kalt sein.

Genau das habe ich vor fast zwei Wochen zu jemandem gesagt, der mir mittlerweile sehr wichtig ist - und das Eis war gebrochen.
 

Blackangel

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  • #17
Zitat von cafune:
Es kommt auf die Schüchternheit an, wie sie auf mich wirkt. Lähmt sie mein Gegenüber völlig in seinen Handlungen, ist mir das too much, weil ich dann für die Interaktion komplett zuständig bin.

Es gibt aber eine Schüchternheit, die sehr anziehend ist und bei der man spürt, was unter der Oberfläche ist. Die verleiht den Handlungen erst Bedeutung, man fühlt sich sehr "gemeint". Abgeklärtheit kann auch furchtbar kalt sein.

Genau das habe ich vor fast zwei Wochen zu jemandem gesagt, der mir mittlerweile sehr wichtig ist - und das Eis war gebrochen.

Ich denke, dass mann/frau mit einer ersten Interaktion, eventuell das Eis brechen kann, wie du ja auch festgestellt hast. Somit lässt sich auf eine anfängliche Schüchternheit nicht auf den Rest schließen. Meiner Meinung nach ist es immer einen Versuch wert, wenn mann/frau wirklich Interesse hat. Muss ja nicht sein, dass die anfängliche Lähmung bleibt.
 

fafner

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  • #18
Zitat von vivi:
Gute Frage. Wir könnens ja aufteilen: die Mädchen sind schüchtern und die Jungs wenig mutig....wär das ok für dich?
Klingt gut.

Ohhh, wobei da fällt mir ein - leider nur ein Jungs-Beispiel - sich nicht zu trauen DAS Mädchen zu fragen ist schüchtern, sich nicht zu trauen DIE Chickse zu fragen ist wenig mutig...hmmm....ich versteh's und du?
Klingt auch nicht schlecht. Aber gib mir noch 'n Moment. Du weißt, Ü50 und so... :))
 

suzanne

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  • #19
Ich finde Schüchternheit ganz wundervoll, ich möchte die Schüchternheit preisen. Was meine ich mit Schüchternheit? Sicherlich nichts Verklemmtes, Ab- oder Weggeschnittenes, nichts Verdrängtes, sondern ein langsames Antasten. Einen Prozess, erst allmählich –– nach und nach –– die Sinne dem Anderen zu öffnen. Eine Begegnung von zwei Menschen ist immer auch ein Prozess, vielleicht so eine Art von Osmose. Schüchternheit bedeutet für mich, dass man sich Zeit lässt und diesem Prozess (bewusst oder unbewusst) Raum gibt. Ich preise die Schüchternheit in diesem Sinne, denn ohne sie – ohne das wechselseitige vor- und zurück – habe ich kaum Chance, mich mit dem Herzen auf jemand unbekannten wirklich einzulassen. Das meine ich nicht nur hinsichtlich Partnerschaft, sondern ganz generell.

Schnell – instant – geht bei mir nicht. Ich habe mich einmal instant verliebt –– zuvor langer Mailkontakt über PS –– und es war ein Schock, festzustellen, dass ich verliebt war indem Moment, wo ich ihn sah, wo wir die ersten Worte wechselten. Das war so völlig strange! Das war entgegen meiner «Natur», ich habe es danach systematisch trickreich versiebt, damit ich aus diesem Dilemma wieder herauskomme.
 
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vivi

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  • #20
@fafner

Gut jetzt....du hattest ne Stunde Zeit, also....? Ja oder Ja? ;-)
 

suzanne

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  • #21
Und hinterhergeschickt: Vielleicht meine ich indirekt doch auch das Verklemmte, das Verdrängte, das Ab- und Weggeschnittene...
 

vivi

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  • #24
@fafner

Siehste geht doch. Man(n) muss auch mal in schwierigen Sachen eine schnelle konkrete Entscheidung treffen können.
So, vielleicht....also ja.
Also bei dieser Unentschlossenheit verhunger ich ja, wenn wir essen gehen.
Süss...du zeigst Gefühl....und es verunsichert dich....das wollt ich aber nicht...ähm....vielleicht nicht. :))))
 

fafner

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  • #25
vivi, es bleibt einfach kompliziert. Das Leben im allgemeinen, und das zwischen Frau und Mann im besonderen... :-/

Aber genug geschwafelt jetzt, ne. :)
 
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  • #26
Zitat von Blackangel:
Ich kann, wenn ich muss .... aber einen Mann meiner Wahl anzusprechen? Sehr schwierige Situation.
Hm, ich selbst bin auch schüchtern, würde das am ehesten mit Lone Riders Stichwort Behutsamkeit in Verbindung bringen. Nach einem PS-Mailkontakt, sprich einem Date, war mir ein Kontakt gar kein Problem. Das war zum Einen erwartungsfrei, zum Anderen hat es schon etwas damit zu tun den anderen einschätzen zu können, zu "wissen" was auf einen zukommt. Ein "Erstkontakt ohne Vorbereitung", real Life, ist mir deshalb auch schwieriger und geht erstaunlicherweise nur, wenn ich völlig aufmache. Dazu gehört allerdings die Gewissheit nicht verletzt zu werden. Davon gehe ich aber aus! Das ist die Regel und Ausnahmen sind allermeist Missverständnisse. Solche Missverständnisse können erhebliche Wucht entfalten, ich erinnere mich an einen an sich unverfänglichen Satz von ihr am Telefon, den ich völlig in den falschen Hals bekommen hatte. Der wirkte erst nachträglich und ich war so völlig durch den Wind, dass es mir eine schlaflose Nacht bescherte. Nur wegen meiner Fehleinschätzung!

Die Behutsamkeit ist ein positiver Aspekt der Schüchternheit. Die Frau, mit der ich jetzt zusammen bin, hat höchste Ansprüche an Bindung. Sie tat sich sehr schwer sie mit mir einzugehen, weil es Sie im Falle des Scheiterns zu sehr verletzt hätte. In unserer Findungsphase habe ich mich ihr gezeigt, schüchtern den Weg geebnet, aber letztendlich entschieden, ob wir was werden, hat Sie! Ich bin jetzt also in der Pflicht. Stört mich aber gar nicht, im Gegenteil es ist ein großes Glück, denn ich sehe das wie Sie.

Das ist also auch ein klares Plädoyer für Schüchternheit. Die Nummer, die mein Sohn in der Einkaufsmeile abgezogen hatte, diente dazu überflüssige Ängste abzubauen, die Schüchternheit auf das ihm eigene Maß zu reduzieren. Mich hatte vor allem seine Konsequenz überrascht.Das hat mich schon darüber nachdenken lassen ob das Anlage sein könnte oder ob er das nur bei mir gesehen hat. Er ist auch ein Zarter und es ist in dem Alter nicht leicht das trotzdem als männlich anzunehmen. Das männliche betont er zurzeit über, war bei mir nicht anders. Das würde Lone Riders Stichworte zur Schüchternheit um ein weiteres ergänzen, die Zartheit.
 
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equinox

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  • #27
Zitat von vivi:
... fällt mir ein - leider nur ein Jungs-Beispiel - sich nicht zu trauen DAS Mädchen zu fragen ist schüchtern, sich nicht zu trauen DIE Chickse zu fragen ist wenig mutig...hmmm

Schüchtern bzw. mutig beschreiben Verhalten in unterschiedlichen Kontexten. Eine mutiger Mensch kann gleichzeitig auch schüchtern sein und vice versa. Der Einfachheit halber mal die Definitionen aus Wiki:

"Mut bedeutet, dass man sich traut und fähig ist, etwas zu wagen, das heißt, sich in eine gefahrenhaltige, mit Unsicherheiten verbundene Situation zu begeben.

Unter Schüchternheit versteht man die Ängstlichkeit eines Menschen beim Anknüpfen zwischenmenschlicher Beziehungen. Im Gegensatz zu Scham, Verlegenheit, Lampenfieber, Love-shyness und Sexualangst, die sich nur in speziellen Situationen zeigen, bezeichnet. Schüchternheit ist die allgemeine Neigung eines Menschen, auf die Begegnung mit nicht vertrauten Menschen mit Verunsicherung oder Furcht zu reagieren. Schüchternheit ist, soweit sie kein Leiden erzeugt, keine psychische Störung, sondern ein Ausdruck des Temperaments eines Menschen."

Damit wäre im Übrigen auch "situationsschüchtern" erklärt.

NB: Schickse (Jiddisch: שיקסע schikse) bezeichnet ursprünglich eine nichtjüdische Frau und hat mit dem englischen chick(en), einer umgangssprachlichen und tendenziell pejorativen Bezeichnung für junge Mädchen (etwa: Tussi), nix zu tun.
 
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  • #30
Schüchternheit, so habe ich sie kennen gelernt, wird immer dann zum Problem, wenn man sich übermäßig mit der eigenen Selbstbewertung auseinandersetzt. Ich vermute ich wäre schüchterner ein Date aus dem Internet zu treffen, als jemandem im Supermarkt aufzureißen. Beiu ersterem hat man drumherum schon so viel Zeit, um sich darüber Gedanken zu machen, was Alles schief gehen kann und es braucht ein paar Wochen bis zum eigentlichen Sehen, was die Ungewissheit steigert. Sowas kann Gedankenspiralen dann hochdrehen.