Cosy

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  • #1

Die Kunst der Zerstreuung

hallo Ihr Lieben,
in Boccaccios Decameron erzählen sich 10 junge Italiener Geschichten über Liebe und Sex in Zeiten der Pest. Ich nehme dies als Anregung, damit Ihr hier Geschichten posten oder auf tolle, lesenswerte Bücher aufmerksam machen könnt in Zeiten von Corona.
Es kann auch eine Ideenbörse sein für unkonventionellen Zeitvertreib.
Liebe Grüsse
Cosy
 
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Maron

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  • #2
woher kommt dein Nickname?
 

Bee246

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  • #5
Wegen dem Nickname ... ich glaub es gibt da auch eine Marke, die sich so nennt ...
 
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Cosy

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  • #6
Mein nickname ist ein Zusammenzug meiner Intialen und bedeutet gleichzeitig auf Englisch gemütlich, kuschlig. Nix mit Klopapier.
 
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Cosy

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  • #8
Tja, die Ösis, ich bin Schweizerin! Das Beschäftigen mit Klopapier kann auch Zerstreuung sein sei es auf dem Klo oder hier. :):p:D:):p:eek:
 
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elve

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  • #10
Gute Idee, @Cosy , mal meine Geschichte:

Vor 42 Jahren hatte ich mein schönstes Date.
Eigentlich wollte ich mich gar nicht mit ihm treffen, weil er überhaupt nicht meinen Kriterien entsprach. Er war nicht größer als ich, nur ein kleiner Handwerker, sah zu gut aus, und ich wusste, dass er ein kleiner Casanova war, der die Frauen reihenweise vernascht hat. Ein halbes Jahr hatte er ganz zart und dezent gedrängelt, bis er mich überredet hatte. Wir waren in Hamburg im Dello Pub, eine kleine Pizzeria, haben dort in einer Kutsche gesessen bei Kerzenschein, leckere Pizza gegessen und süßen Lambrusco getrunken. Es war total romantisch. Anschließend noch eine kleine Nachtwanderung an der Binnenalster. An diesem Abend hat sich ein Riesenschwarm Schmetterlinge in meinem Bauch gesammelt. Mit der Zeit wurde daraus Liebe. Nicht die große Liebe mit Pauken, Trompeten und Fanfaren, sondern eine kleine Liebe mit Harfen und Violinen. Er hatte nix für Kunst und Kultur übrig, auch nicht für meine ganzen sportlichen Tätigkeiten, die ich dann im Laufe der Zeit alle ihm zuliebe aufgegeben hatte. Schließlich bin ich zu ihm gezogen, habe meinen Beruf aufgegeben, seinen Betrieb vergrößert und einen zweiten gegründet, Kinder in die Welt gesetzt, Haus gebaut, Baum gepflanzt, wir hatten ein schönes friedliches Leben, ohne Zank und Streit, mit vielen Menschen und Highlife. Und ... er war der perfekte Partner und Vater. Ich war glücklich.
Nach 25 Jahren lief dann leider alles schief, er hatte sich verändert. Ehe kaputt, wir lebten allerdings in einer WG weiter. Bis ich nach sechs Jahren merkte, dass er krank war. Alzheimer, und der schon im mittleren Stadium. Nun hatte ich vier Jahre anstrengende Pflege vor mir. Es kamen noch Lewy-Body- sowie vaskuläre Demenz dazu, Parkinson, Dysphagie, außerdem noch diverse andere übliche kleinere Alterskrankheiten. In den letzten Monaten wurde es dann eine 24-Stundenbereitschaft in der Pflege, weil er halt sehr anstrengend und nicht nur geistig sondern auch körperlich angeschlagen war.
Heute ist Jahrestag, vor 7 Jahren ist er gestorben.
Die ersten dreieinhalb Jahre der Pflege hatte ich aber wieder Glück mit ihm. Nach der Diagnose war er so erleichtert, dass er die ganzen Pflichten abgeben könnte, und hat sich meiner Obhut total anvertraut. Der Pflegedienst, beim Alzheimertreffen, in den Arztpraxen, auf Partys - alle waren von seinem lieben Charme verzaubert, er war der friedlichste und freundlichste Demente, den man sich vorstellen kann. Allerdings durfte ich ihn nicht eine Minute unbeaufsichtigt lassen, weil er dann irgendeinen Unsinn angestellt hat. Und trotzdem sind wir noch zwei mal in Urlaub gefahren, haben regelmäßig Ausflüge gemacht und konnten die Zeit miteinander genießen, waren albern, gemeinsames Lachen, auch über seine vielen Missgeschicke. Angenehm überrascht war ich von den Fremden, die uns überall geholfen haben, beim Einsteigen in öffentlichen Verkehrsmitteln, uns wurden Plätze frei gemacht, weil man ihm seine Krankheit angemerkt hat. Lächeln, Rücksichtnahme, das wurde mir von vielen entgegengebracht.
Nur ... die Freunde und Familie haben uns mit der Zeit leider ziemlich im Stich gelassen, sie kamen mit dem veränderten Herbie nicht klar und haben sich am Ende zurückgezogen, wo wir sie gerade so dringend gebraucht hätten. Mir blieben nur ganz wenige, die uns bis zum Schluss begleitet haben.
Die paar Jahre Stress und das langsame Sterben verblassen;
was in Erinnerung bleibt, ist die schöne Zeit, die tiefe Liebe.

Leider sind viele Menschen in Krisensituationen hilflos und überfordert. Dabei ist Anteilnahme und Hilfe gerade dann sehr wichtig.
Jetzt hat die ganze Welt eine Krisensituation.
Wachsen wir zusammen?
Gibt es Menschen in unserem Umfeld, die sich über Hilfe, Zuwendung, Lob, Anteilnahme, Freundschaft, Liebe, nur einen Anruf freuen?
Obwohl wir selber alle Angst haben und hilflos sind ... vielleicht gibt es ja Jemanden, dem es noch schlechter geht als uns?
Für den wir ein klitzekleines Bisschen da sein könnten?
Das kann ja jeder für sich selber entscheiden.
Aber ich wünsche es mir.
 
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Cosy

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  • #11
Danke Elve für deine Lebens- und Liebesgeschichte. Sie hat mich sehr berührt.
 
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apfelstrudel

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  • #14
Gute Idee, @Cosy , mal meine Geschichte:

Vor 42 Jahren hatte ich mein schönstes Date.
Eigentlich wollte ich mich gar nicht mit ihm treffen, weil er überhaupt nicht meinen Kriterien entsprach. Er war nicht größer als ich, nur ein kleiner Handwerker, sah zu gut aus, und ich wusste, dass er ein kleiner Casanova war, der die Frauen reihenweise vernascht hat. Ein halbes Jahr hatte er ganz zart und dezent gedrängelt, bis er mich überredet hatte. Wir waren in Hamburg im Dello Pub, eine kleine Pizzeria, haben dort in einer Kutsche gesessen bei Kerzenschein, leckere Pizza gegessen und süßen Lambrusco getrunken. Es war total romantisch. Anschließend noch eine kleine Nachtwanderung an der Binnenalster. An diesem Abend hat sich ein Riesenschwarm Schmetterlinge in meinem Bauch gesammelt. Mit der Zeit wurde daraus Liebe. Nicht die große Liebe mit Pauken, Trompeten und Fanfaren, sondern eine kleine Liebe mit Harfen und Violinen. Er hatte nix für Kunst und Kultur übrig, auch nicht für meine ganzen sportlichen Tätigkeiten, die ich dann im Laufe der Zeit alle ihm zuliebe aufgegeben hatte. Schließlich bin ich zu ihm gezogen, habe meinen Beruf aufgegeben, seinen Betrieb vergrößert und einen zweiten gegründet, Kinder in die Welt gesetzt, Haus gebaut, Baum gepflanzt, wir hatten ein schönes friedliches Leben, ohne Zank und Streit, mit vielen Menschen und Highlife. Und ... er war der perfekte Partner und Vater. Ich war glücklich.
Nach 25 Jahren lief dann leider alles schief, er hatte sich verändert. Ehe kaputt, wir lebten allerdings in einer WG weiter. Bis ich nach sechs Jahren merkte, dass er krank war. Alzheimer, und der schon im mittleren Stadium. Nun hatte ich vier Jahre anstrengende Pflege vor mir. Es kamen noch Lewy-Body- sowie vaskuläre Demenz dazu, Parkinson, Dysphagie, außerdem noch diverse andere übliche kleinere Alterskrankheiten. In den letzten Monaten wurde es dann eine 24-Stundenbereitschaft in der Pflege, weil er halt sehr anstrengend und nicht nur geistig sondern auch körperlich angeschlagen war.
Heute ist Jahrestag, vor 7 Jahren ist er gestorben.
Die ersten dreieinhalb Jahre der Pflege hatte ich aber wieder Glück mit ihm. Nach der Diagnose war er so erleichtert, dass er die ganzen Pflichten abgeben könnte, und hat sich meiner Obhut total anvertraut. Der Pflegedienst, beim Alzheimertreffen, in den Arztpraxen, auf Partys - alle waren von seinem lieben Charme verzaubert, er war der friedlichste und freundlichste Demente, den man sich vorstellen kann. Allerdings durfte ich ihn nicht eine Minute unbeaufsichtigt lassen, weil er dann irgendeinen Unsinn angestellt hat. Und trotzdem sind wir noch zwei mal in Urlaub gefahren, haben regelmäßig Ausflüge gemacht und konnten die Zeit miteinander genießen, waren albern, gemeinsames Lachen, auch über seine vielen Missgeschicke. Angenehm überrascht war ich von den Fremden, die uns überall geholfen haben, beim Einsteigen in öffentlichen Verkehrsmitteln, uns wurden Plätze frei gemacht, weil man ihm seine Krankheit angemerkt hat. Lächeln, Rücksichtnahme, das wurde mir von vielen entgegengebracht.
Nur ... die Freunde und Familie haben uns mit der Zeit leider ziemlich im Stich gelassen, sie kamen mit dem veränderten Herbie nicht klar und haben sich am Ende zurückgezogen, wo wir sie gerade so dringend gebraucht hätten. Mir blieben nur ganz wenige, die uns bis zum Schluss begleitet haben.
Die paar Jahre Stress und das langsame Sterben verblassen;
was in Erinnerung bleibt, ist die schöne Zeit, die tiefe Liebe.

Leider sind viele Menschen in Krisensituationen hilflos und überfordert. Dabei ist Anteilnahme und Hilfe gerade dann sehr wichtig.
Jetzt hat die ganze Welt eine Krisensituation.
Wachsen wir zusammen?
Gibt es Menschen in unserem Umfeld, die sich über Hilfe, Zuwendung, Lob, Anteilnahme, Freundschaft, Liebe, nur einen Anruf freuen?
Obwohl wir selber alle Angst haben und hilflos sind ... vielleicht gibt es ja Jemanden, dem es noch schlechter geht als uns?
Für den wir ein klitzekleines Bisschen da sein könnten?
Das kann ja jeder für sich selber entscheiden.
Aber ich wünsche es mir.

total schön. *drück*
 
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Magneto73

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  • #15
Gute Idee, @Cosy , mal meine Geschichte:

Vor 42 Jahren hatte ich mein schönstes Date.
Eigentlich wollte ich mich gar nicht mit ihm treffen, weil er überhaupt nicht meinen Kriterien entsprach. Er war nicht größer als ich, nur ein kleiner Handwerker, sah zu gut aus, und ich wusste, dass er ein kleiner Casanova war, der die Frauen reihenweise vernascht hat. Ein halbes Jahr hatte er ganz zart und dezent gedrängelt, bis er mich überredet hatte. Wir waren in Hamburg im Dello Pub, eine kleine Pizzeria, haben dort in einer Kutsche gesessen bei Kerzenschein, leckere Pizza gegessen und süßen Lambrusco getrunken. Es war total romantisch. Anschließend noch eine kleine Nachtwanderung an der Binnenalster. An diesem Abend hat sich ein Riesenschwarm Schmetterlinge in meinem Bauch gesammelt. Mit der Zeit wurde daraus Liebe. Nicht die große Liebe mit Pauken, Trompeten und Fanfaren, sondern eine kleine Liebe mit Harfen und Violinen. Er hatte nix für Kunst und Kultur übrig, auch nicht für meine ganzen sportlichen Tätigkeiten, die ich dann im Laufe der Zeit alle ihm zuliebe aufgegeben hatte. Schließlich bin ich zu ihm gezogen, habe meinen Beruf aufgegeben, seinen Betrieb vergrößert und einen zweiten gegründet, Kinder in die Welt gesetzt, Haus gebaut, Baum gepflanzt, wir hatten ein schönes friedliches Leben, ohne Zank und Streit, mit vielen Menschen und Highlife. Und ... er war der perfekte Partner und Vater. Ich war glücklich.
Nach 25 Jahren lief dann leider alles schief, er hatte sich verändert. Ehe kaputt, wir lebten allerdings in einer WG weiter. Bis ich nach sechs Jahren merkte, dass er krank war. Alzheimer, und der schon im mittleren Stadium. Nun hatte ich vier Jahre anstrengende Pflege vor mir. Es kamen noch Lewy-Body- sowie vaskuläre Demenz dazu, Parkinson, Dysphagie, außerdem noch diverse andere übliche kleinere Alterskrankheiten. In den letzten Monaten wurde es dann eine 24-Stundenbereitschaft in der Pflege, weil er halt sehr anstrengend und nicht nur geistig sondern auch körperlich angeschlagen war.
Heute ist Jahrestag, vor 7 Jahren ist er gestorben.
Die ersten dreieinhalb Jahre der Pflege hatte ich aber wieder Glück mit ihm. Nach der Diagnose war er so erleichtert, dass er die ganzen Pflichten abgeben könnte, und hat sich meiner Obhut total anvertraut. Der Pflegedienst, beim Alzheimertreffen, in den Arztpraxen, auf Partys - alle waren von seinem lieben Charme verzaubert, er war der friedlichste und freundlichste Demente, den man sich vorstellen kann. Allerdings durfte ich ihn nicht eine Minute unbeaufsichtigt lassen, weil er dann irgendeinen Unsinn angestellt hat. Und trotzdem sind wir noch zwei mal in Urlaub gefahren, haben regelmäßig Ausflüge gemacht und konnten die Zeit miteinander genießen, waren albern, gemeinsames Lachen, auch über seine vielen Missgeschicke. Angenehm überrascht war ich von den Fremden, die uns überall geholfen haben, beim Einsteigen in öffentlichen Verkehrsmitteln, uns wurden Plätze frei gemacht, weil man ihm seine Krankheit angemerkt hat. Lächeln, Rücksichtnahme, das wurde mir von vielen entgegengebracht.
Nur ... die Freunde und Familie haben uns mit der Zeit leider ziemlich im Stich gelassen, sie kamen mit dem veränderten Herbie nicht klar und haben sich am Ende zurückgezogen, wo wir sie gerade so dringend gebraucht hätten. Mir blieben nur ganz wenige, die uns bis zum Schluss begleitet haben.
Die paar Jahre Stress und das langsame Sterben verblassen;
was in Erinnerung bleibt, ist die schöne Zeit, die tiefe Liebe.

Leider sind viele Menschen in Krisensituationen hilflos und überfordert. Dabei ist Anteilnahme und Hilfe gerade dann sehr wichtig.
Jetzt hat die ganze Welt eine Krisensituation.
Wachsen wir zusammen?
Gibt es Menschen in unserem Umfeld, die sich über Hilfe, Zuwendung, Lob, Anteilnahme, Freundschaft, Liebe, nur einen Anruf freuen?
Obwohl wir selber alle Angst haben und hilflos sind ... vielleicht gibt es ja Jemanden, dem es noch schlechter geht als uns?
Für den wir ein klitzekleines Bisschen da sein könnten?
Das kann ja jeder für sich selber entscheiden.
Aber ich wünsche es mir.

Ich fände eher interessant, wie Du darauf kamst, dass er Dich nicht auch nur vernaschen will? Oder war Dir das egal?
 

Cosy

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  • #17
Ich schau dieser Tage auf ARD " Unsere schönsten Jahre" Die Verarbeitung des Nationalsozialismus wird in dem Film schön gezeigt und etwas Liebe gibt es auch .Gute Abwechslung zum ewigen Corona Thema. Ich mag die Serie.
 
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  • #18
Hier ist eine kleine Geschichte von mir - inspiriert von @elve. Vielleicht habt ihr auch noch eine?

Erste Liebe

Wir waren in der gleichen Klassenstufe, gerade 16. Er - ein großer, dunkelhaariger Typ, zurückhaltend und gutmütig. Kein lauter Mensch, aber ein kluger.

Im Englischkurs saß er schräg hinter mir. Heimlich nur sah ich ihn an und heimlich nur sah er zurück - zumindest bildete ich es mir ein. Meine Freundin und ich sind zu den Dorfdiscos mit dem Fahrrad gefahren. Ich hoffte ihn zu sehen. Ich wünschte mir eine Chance mit ihm ins Gespräch zu kommen. Nie hätte ich mich getraut ihn zwischen all seinen Freunden anzusprechen. Also heimlich nur sah ich ihn an und heimlich nur schien er mich anzusehen oder nicht? Unsere Wege trennten sich. Ich habe noch oft an ihn gedacht.

Viele Jahre später trafen wir uns bei einem Klassentreffen, er war einer der Organisatoren, hatte keine Zeit und heimlich… Ich bin nicht lang geblieben.

Ich weiß nicht mehr, was mich dazu bewogen hat. Wahrscheinlich wollte ich es einfach nur wissen. Ich habe ihn nach dem Klassentreffen angeschrieben und gefragt, wie es ihm ergangen ist und dass er meine erste (platonische) Liebe war. Aufgeregt wartete ich auf seine Antwort. Hatte ich mich blamiert? Er schrieb mir sehr schnell zurück. Er könne nicht glauben, dass er diese Nachricht wirklich von mir bekommen hat. Es wäre ihm damals ähnlich gegangen. Wir haben beide nach dem Abi unabhängig voneinander das gleiche Fach studiert, hatten inzwischen Familie. Wir konnten und wollten die Zeit dazwischen nicht streichen. Ein schönes wehmütiges Gefühl beschlich mich, aber es tat nicht weh.

Wenn ich dieses Lied höre - wie neulich am Lagerfeuer - fällt mir unsere kleine Geschichte wieder ein.

https://www.youtube.com/watch?v=sULN3U1NjlI
(Peter Cornelius: Du entschuldige i kenn di)
 
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Erin

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apfelstrudel

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  • #20
hm...
ich bin mir gar nicht sicher, ob es an einer speziellen Person hängt, oder nur an dem, was sie auslöst... es ist auch völlig egal, ob man an "Aura" oder sowas glaubt... an "Wiedergeburt" und so Zeugs.
Eine Zeit lang hab ich mitgefaselt, wenn eine Frau von "tiefer Verbundenheit" gesprochen hat. Ohne sie gefühlt zu haben. Hm. Das war nicht fair.
Die Unfähigkeit diesen Zustand in Worte zu fassen spricht weniger gegen den Menschen, als für den Zustand.
Und es sind oft unsinnige Vorbehalte, die uns davon abhalten... es zu fühlen... sich berühren zu lassen... anstatt davon zu reden.
Das hab ich in einem Traum so erlebt. Wie dumm man ist, in seinen Mauern. Die man nur selbst sieht und so verbissen versuchten dem Anderen klarzumachen, dass sie da sind, die Mauern und unverrückbar.
Zweimal sogar.
Die Botschaft war immer die selbe: "Es ist OK, wie du bist."
Die Selbstzweifel die einen zerfressen... mit denen man sich geißelt. Sie auskostet, sie auslebt, weil man sie kennt, sie gewohnt ist. Tagein tagaus.
Viel mehr machen wir kaputt, wenn wir die gewohnten, scheinbar uns schützenden Mauern anstarren... anstatt es zuzulassen... den Gedanken, dass es OK ist, wie wir sind.
Dass es auch für andere OK sein könnte, wie wir sind.
...
Ich war mit ihr in einem Museum. Dann kamen Menschen, die ich kannte. Sie wollten, dass ich ihnen bei irgendeiner Tätigkeit helfe. Hab ich gemacht. Hat länger gedauert. Und ich hatte ein schlechtes Gewissen... ich hab gestresst. Bin abgehetzt zurück zu ihr, mir schon am Weg zu ihr überlegend, wie ich mich für meine Abwesenheit entschuldigen soll... dafür, dass etwas anderes wichtiger war. Was anderes als das, was mir eigentlich wichtig ist.
Da komm ich hin... sie war inzwischen ein paar Räume weitergegangen. Hat sich alles genau angesehen - schließlich haben wir uns bewußt für ein Museum entschieden, in dem wir zu sehen bekommen, was uns gefällt und was unser Interesse weckt. Ich seh sie also ein paar Räume weiter - ich werde unruhiger. Und plötzlich - als würde der Kreuzweg sich ins unendliche verkürzen - steh ich vor ihr. Sie schaut mich an. Mit großen Augen. Interessiert. Mit dem bezauberndsten Lächeln auf den Lippen - durch und durch erfreut über meine Anwesenheit. Und sagt. "... da is er ja wieder!" und nimmt mich an der Hand, bevor ich nur einen Mucks sagen kann.
Und da ist er, der Zustand, den man nicht in Worte fassen kann.
 
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Cosy

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  • #21
Zitat Udo Lindenberg:" Die Welt ist voll am Arsch, aber der Kumpel Hoffnung ist ja auch noch da." Ich werd mir mal wieder den Song " Hinter dem Horizont geht's weiter" reinziehen. Irgendwie ganz passend.
 
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  • #22
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Cosy

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  • #23
Schaut euch doch mal wieder ein paar Sketche von Loriot an, immer wieder gut und köstlich treffend. Man erkennt sich oft im Ansatz wieder. :D
Die beiden Männer in der Badewanne mit Ente, :rolleyes:zu gegebenem Anlass das 4.5 Min. Ei, ;) oder Hermann, was machst du gerade?..... ich sitze hier. :eek:
 
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  • #24
Ich schau dieser Tage auf ARD " Unsere schönsten Jahre" Die Verarbeitung des Nationalsozialismus wird in dem Film schön gezeigt und etwas Liebe gibt es auch .Gute Abwechslung zum ewigen Corona Thema. Ich mag die Serie.
Ja, habe gestern den 3. und letzten Teil gesehen (hatte die Serie aufgenommen). In der Regel schaue ich so etwas eher selten, aber die einzelnen Folgen waren wirklich abwechslungsreich. Die Charaktäre gut herausgearbeitet, die Ausstattung des Films ohnehin echt klasse. Und die Handlungen nicht so übertrieben, sodass das Verhalten der dargestellten Menschen nachvollziehbar wirkte.