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Evi

  • #1

Die können sollen, müssen wollen dürfen

"Wenn ich nur darf, wenn ich soll
aber nie kann, wenn ich will,
dann mag ich auch nicht, wenn ich muss.

Wenn ich aber darf, wenn ich will,
dann mag ich auch, wenn ich soll,
dann kann ich auch, wenn ich muss.

Denn schließlich:
Die können sollen, müssen wollen dürfen."
Genau :), dem stimme ich zu und ihr?
 
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  • #2
AW: Die können sollen, müssen wollen dürfen

Ich auch ;-)
 
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  • #4
AW: Die können sollen, müssen wollen dürfen

jep, so einfach ist das :)
 
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Evi

  • #5
AW: Die können sollen, müssen wollen dürfen

Ja :) und wenn dies jeder für sich berücksichtigte und seinen Mitmenschen ebenso einräumte, dann hätte Freiwilligkeit eine richtig lebenspraktische Bedeutung auf gleichberechtigtem Niveau.
 
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  • #6
AW: Die können sollen, müssen wollen dürfen

...dazu fällt mir diese gern gesagte,
unglaublich nervtötende Einleitung ein:

"Ich kann doch wohl erwarten, dass Du..."

Nein, erwarten kannst Du gar nichts.
Nicht, wenn ich nicht sowieso bereit bin,
es aus freien Stücken zu tun oder zu geben.
Oder es vielleicht sogar gar nicht in mir drin ist.
Vollkommen egal, was es ist.
 
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Evi

  • #7
AW: Die können sollen, müssen wollen dürfen

Zitat von goldmarie:
...dazu fällt mir diese gern gesagte,
unglaublich nervtötende Einleitung ein:

"Ich kann doch wohl erwarten, dass Du..."

Nein, erwarten kannst Du gar nichts.
Nicht, wenn ich nicht sowieso bereit bin,
es aus freien Stücken zu tun oder zu geben.
Oder es vielleicht sogar gar nicht in mir drin ist.
Vollkommen egal, was es ist.
;-), ja, eigentlich müsste eine solche Äüßerung ..."ich kann doch wohl erwarten..." gleich zurückgegeben werden. Wer etwas selbstverständlicherweise oder voraussetzend erwartet muss damit konfrontiert werden, dass sein Gegenüber dann dasselbe Recht hat, quasi zurückerwarten kann ;-).

Solche Haltungen ..."ich kann doch wohl erwarten..." entstehen vielleicht, weil Menschen gerne von sich selber ausgehen. Die eigenen Erwartungen haben eben mit den eigenen Vorlieben, mit dem Wunsch nach eigenem Wohlergehen zu tun ;-).
Da darf halt nicht vergessen werden, dass dies zunächst eine ureigene Aufgabe ist - also quasi "Eigenerfüllung" vor "Fremderfüllung" kommt ;-).
Um da eine Balance zu finden, kann man seine Empathiefähigkeit einsetzen, schauen, ob man Freude daran findet, den anderen auf jeden Fall das zuzugestehen, was man gerne selber in Anspruch nehmen möchte und sich mit der Bedeutung, also dem Wert von Freiwillig- und Eigenständigkeit auseinandersetzen.
 
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  • #8
AW: Die können sollen, müssen wollen dürfen

...mir musst Du das nicht erzählen. ;D

Zitat von Evi:
Die eigenen Erwartungen haben eben mit den eigenen Vorlieben, mit dem Wunsch nach eigenem Wohlergehen zu tun.
Das ist ja genau der Knackpunkt, dass manch einer anderen ihre Andersartigkeit nicht zugestehen will. „Ich an Deiner Stelle würde so oder so handeln, warum tust Du es nicht auch?“ Das ist so fatal!


Zitat von Evi:
Um da eine Balance zu finden, kann man seine Empathiefähigkeit einsetzen, schauen, ob man Freude daran findet, den anderen auf jeden Fall das zuzugestehen, was man gerne selber in Anspruch nehmen möchte und sich mit der Bedeutung, also dem Wert von Freiwillig- und Eigenständigkeit auseinandersetzen.
Ich kann sogar noch einen Schritt weitergehen und dem anderen auch das zuzugestehen, was er über meine eigenen Ansprüche hinaus in Anspruch nehmen möchte. Sofern mich das nicht maßgeblich einschränkt.
Zum Beispiel würde ich durchaus mit meinem Partner zu einem Konzert oder in einen Kinofilm gehen, auf das bzw. den ich selbst gar nicht besonders scharf bin. Ich würde derartiges von meinem Partner nicht erwarten (dafür finden sich in meinem Freundeskreis immer gleichwertig interessierte Leute), aber ich würde meinen Partner durchaus begleiten in dem Wissen, dass es ihm Freude macht. Natürlich nur bis zu einer gewissen „Schmerzgrenze“, einer mehrstündigen Oper würde ich definitiv nicht beiwohnen.
 
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Evi

  • #9
AW: Die können sollen, müssen wollen dürfen

Zitat von goldmarie:
Ja, hab‘ ich auch schon bemerkt, ist mir nicht entgangen ;-).

Zitat von goldmarie:
Das ist ja genau der Knackpunkt, dass manch einer anderen ihre Andersartigkeit nicht zugestehen will. „Ich an Deiner Stelle würde so oder so handeln, warum tust Du es nicht auch?“ Das ist so fatal!
Eben. Ich frage mich, warum es manchmal so schwerfällt mit Unterschiedlichkeiten umzugehen. Es sind ja nicht nur die anderen, die unterschiedlich zu einem selbst sein können, man selbst ist es ja auch zu irgendwelchen anderen. Beruht also auf Gegenseitigkeit und trotzdem fehlt oft die Gelassenheit damit umzugehen.

Gut, in Liebesbeziehungen braucht es bezügl. bedeutsamer Lebensfragen wohl schon ein gewisses Maß an Übereinstimmung, aber die Unterschiedlichkeiten darüber hinaus, die könnten sich doch bereichernd auswirken, erstrecht, wenn gute Gefühle füreinander bestehen.

Zitat von goldmarie:
Ich kann sogar noch einen Schritt weitergehen und dem anderen auch das zuzugestehen, was er über meine eigenen Ansprüche hinaus in Anspruch nehmen möchte. Sofern mich das nicht maßgeblich einschränkt.
Was ist deine Motivation dafür?
Lässt dich die Zuneigung für den anderen ihm zugestehen, was ihn interessiert, worin er evtl. stark ist, was ihm gefällt und gut tut? Es freut dich, wenn es ihm gut geht?
Deine Haltung ermöglicht u.a. auch Inspiration, gegenseitige. So könnte man sich auch gegenseitig spielerisch, auf natürliche Weise mit was anstecken... schön, wenn dies gelänge :).
 
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  • #10
AW: Die können sollen, müssen wollen dürfen

Zitat von Evi:
Was ist deine Motivation dafür?
Lässt dich die Zuneigung für den anderen ihm zugestehen, was ihn interessiert, worin er evtl. stark ist, was ihm gefällt und gut tut? Es freut dich, wenn es ihm gut geht?
Deine Haltung ermöglicht u.a. auch Inspiration, gegenseitige. So könnte man sich auch gegenseitig spielerisch, auf natürliche Weise mit was anstecken... schön, wenn dies gelänge :).
Ja, genau so ist es. Und es gelingt. Nicht vierundzwanzig Stunden am Tag und auch nicht in allen Bereichen. Muss es ja auch gar nicht. Schön, dass Du den Begriff Inspiration benutzt, genau das hat „er“ auch getan. Und er scheint ähnlich zu ticken wie ich, so dass wir uns im Moment gegenseitig mehr zu geben haben als wir voneinander erwarten. Ich will nicht beschreien, dass das so bleiben wird, ich bin ja keine Träumerin. Aber es ist ein guter Anfang.
 
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  • #11
AW: Die können sollen, müssen wollen dürfen

Zitat von goldmarie:
"Ich an Deiner Stelle würde so oder so handeln ..."
Ohja, das ist auch so'n grusliger Satz. Fehlt bloß noch der Nachsatz "Ich mein's doch nur gut". Uah! In diesem Falle sag ich immer: "Es gibt nur einen einzigen Menschen auf der Welt, der weiß, was gut und richtig für mich ist. Und das bin ich."
 
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  • #12
AW: Die können sollen, müssen wollen dürfen

es gibt andersheiten, die sind unmittelbar attraktiv - für die meisten heterosexuellen zählen etwa typische geschlechtsmerkmale des anderen dazu (zumindest körperliche, aber nicht nur).
darüberhinaus gibt es andersheiten, die auf eingängige weise bereichernd sind: etwa wenn der andere einem dinge näherbringt, die schon zu einem irgendwie passen, zu denen man aber bislang aus mangel an gelegenheit und kenntnis keine nähere beziehung hatte.
und was ist mit den andersheiten, die weder zu dem einen noch zu dem anderen gehören? da zeigt es sich dann, aus welchem stoff die liebe geschnitzt ist.
 
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Evi

  • #13
AW: Die können sollen, müssen wollen dürfen

Zitat von mil:
.und was ist mit den andersheiten, die weder zu dem einen noch zu dem anderen gehören? da zeigt es sich dann, aus welchem stoff die liebe geschnitzt ist.
Solch "Liebesmaterial" entscheidet also letztlich wie mit undefinierten, also dazwischen liegenden Andersheiten umgegangen werden kann?
 
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  • #14
AW: Die können sollen, müssen wollen dürfen

oder welche art von liebe.
eine form romantischer liebe, wo es für den liebenden vor allem darauf ankommt, das sichspiegeln in einer anderen person als derjenige, der er immer schon ist, und gegenüber der (tendenziell als entfremdet erlebten berufs-)welt einswerdung zu erleben, hat vielleicht mehr probleme mit solchen andersheiten, als jemand, der sich vielleicht mehr wirkliche auseinandersetzung wünscht, teils als dramatischen selbstzweck, teils weil er so eine andere person als andere person spürt, teils weil er selbst sich stark als in veränderung befindlich begreift und jemandem anderen zugestehen möchte, einfluß/wirkung auf ihn selbst auszuüben...
aber ich bin da weit entfernt, eine gute lösung zu haben oder formulieren zu können.
 
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Evi

  • #15
AW: Die können sollen, müssen wollen dürfen

Zitat von mil:
... als jemand, der sich vielleicht mehr wirkliche auseinandersetzung wünscht, teils als dramatischen selbstzweck, teils weil er so eine andere person als andere person spürt, teils weil er selbst sich stark als in veränderung befindlich begreift und jemandem anderen zugestehen möchte, einfluß/wirkung auf ihn selbst auszuüben...
aber ich bin da weit entfernt, eine gute lösung zu haben oder formulieren zu können.
Oder evtl. einfach deshalb, weil man die Auseinandersetzung, das Erleben dieses gewissen Anderssein (also jenes das so dazwischen liegt, nicht so einfach zuzuordnen ist) spannend findet, Inspirationsmöglichkeiten sieht und durch die Art der Liebe es einfach mag, auf ganz individuelle Art und Weise.