REDHEAD

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  • #1

Die Einsamkeit der Modernen ein Mythos ?

"Viele Menschen klagen darüber, allein zu sein. Dabei ist die Einsamkeit der Moderne ein Mythos. Unser Unglück ist nicht größer als früher. Wir haben nur gelernt, darüber zu reden"


"Der Mythos von der wachsenden Einsamkeit des modernen Menschen aber fußt auf einer Idealisierung des Bundes fürs Leben – wie auf der Idealisierung aller tradierter Gemeinschaft. Doch wie häufig war man einsam: in der Kirche, die man in Angst betrat. In Familien und Schulen, in denen Strenge herrschte, Schweigen, oft auch Gewalt. In allen autoritären Institutionen, in denen die Autoritäten keine "Ansprechpartner" waren, nie wahre Hilfe. Wie einsam konnte sein, wer abwich. Wie feindlich konnten (und können) Nachbarn sein. Das alles muss aus dem Gestern streichen, wer die Einsamkeit allein dem Heute anlasten will."

"Es ist keineswegs ihr Ideal, allein zu sein. Im Gegenteil: Der Wert der Partnerschaft steht bekanntlich so hoch im Kurs wie lange nicht. Singles sind auch nicht notwendigerweise genusssüchtig oder karrieregeil. Die meisten fallen nur nicht von einer Beziehung in die nächste, also sind sie zwischendurch allein. Eine Phase, die auch gebraucht wird zu Verarbeitung und Neuorientierung. Und die in der Regel kürzer ist als früher (und nicht selten noch heute) eine unglückliche Ehe."

Der Artikel hat einige gute Aspekte angesprochen, die heute anders sind und dadurch mehr Chancen bieten als früher sein Leben zufrieden zu gestalten. Zu überdenken sind die eigenen Ansprüche, die sich halt auf einem Markt mit begrenzter Teilnehmerzahl nicht immer so realisieren lassen, wie einige es sich vorstellen. An einigen Stellen wird dann (hier im Forum) der Mann oder die Frau als zu arrogant, zu unvollkommen, zu dies oder zu das reklamiert ;-) Ist es aber nicht so, dass in einer Welt voller MÖGLICHKEITEN jeder selbst dafür verantwortlich ist sich das zu suchen, was er möchte? Wenn dann egal ob Frau oder Mann auf Dauer nicht findet wonach er sucht, sollte derjenige mal anfangen die Verantwortung bei sich selbst zu suchen, anstatt sich wiederkehrend über das andere Geschlecht zu beschweren oder die angeblich "gute alte Zeit" zu romantisieren ?

"Verlierer" wird es immer geben, sehr gut ist, dass heute jeder an jedem Tag neu entscheiden kann seinem Leben eine Wende zu geben, wo früher Dogmen das "Schicksal( auch das von Beziehungen)" bestimmt haben. Es ist überflüssig die "Ehe" als einzig richtige Form von Beziehung zu propagandieren, wo doch nach wie vor jeder die Möglichkeit hat zu heiraten und 50 Jahre zusammen zu leben. Wer gegen die modernen Beziehungsformen wettert möchte am Ende nur in seiner vorherigen egoistischen "Komfortzone" bleiben. Unterm Strich gibt es wohl nicht mehr Einsame als früher es gibt nur mehr Möglichkeiten und ein paar "Verstaubte", die sich darüber aufregen ?

http://www.zeit.de/2005/51/Einsamkeit_1
 
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Dr. Bean

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  • #2
Nee ist kein Mythos. Wir haben hier ein schönes Cafe, das nenn ich gerne cafe "Einsamkeit". Da sitzen freitags abends bestimmt 30 Leute rum an Einzeltischen. Das reflektiert das Leben in meinem ganzen Stadtteil, nur Singlebutzen. Und keiner kennt sich. Ist irgendwie traurig, da müsste man mal großangelegt was gegen machen. Problem ist dafür fehlt mir dann die Zeit und Lust. Nach Arbeit und Sport bin ich meistens bedient, dann wartet noch Haushalt.
 

REDHEAD

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  • #3
Zitat von Dr. Bean:
Nach Arbeit und Sport bin ich meistens bedient, dann wartet noch Haushalt.
und der Kater hat auch noch Hunger ;-)

Einsam fühle ich mich nicht. Mit mit fremden Leuten sprechen ist für mich einfach.
Denke bei mir ist das Familienbedingt, da ist man selbst als "Einzelgänger" noch kommunikativ. Heute ist es schon viel ruhiger, aber als ich jung war haben wir mit ca. 50 Leuten Weihnachten gefeiert.
 
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REDHEAD

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  • #4
Zitat von Dr. Bean:
Nee ist kein Mythos. Wir haben hier ein schönes Cafe, das nenn ich gerne cafe "Einsamkeit". Da sitzen freitags abends bestimmt 30 Leute rum an Einzeltischen.
Wenn die alle auf ihr Handy starren kann ich es verstehen ;-) So viel Mut braucht man nun nicht, um mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen... Der Artikel sagt auch nur es gibt nicht mehr Einsame als früher... ein paar gibt es immer. Der eine oder andere kann aber z.B. in solchen Foren unterwegs sein und wird vielleicht selbst dadurch etwas sicherer oder findet den "kleinen Schubs"...
 

Suxxess

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  • #5
Aber Bean warum setzt du dich dann nicht zu einer und fragst: "Ist hier noch frei oder warten Sie auf ihren Freund?" Bevor sie antworten kann hast du dich schon hingesetzt und erzählst etwas, dass es alleine doch langweilig wäre usw. . :) Boah immer diese Ideen was man machen könnte, die ich dann sowieso nicht umsetzen. :D

Oder gehe doch mal zum Barkeeper und mache den Vorschlag, dass die mal ein Spiel veranstalten sollten, kann ja um ein Freigetränk gehen oder so. Auf jeden Fall sollte man halt in Kontakt kommen.;)
 
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Dr. Bean

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  • #6
Nee, bin doch ni8cht verrückt. Nacher hab ich wieder 15 Jahre ne Frau am Hals und muss wieder umziehen xD
 

Vizee

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  • #7
Zitat von Dr. Bean:
Nee, bin doch ni8cht verrückt. Nacher hab ich wieder 15 Jahre ne Frau am Hals und muss wieder umziehen xD

Lol, statt dessen belegst Du den 16. Tisch allein. :)

Nääää Kinners - denk doch mal an den Café Betreiber,was dem an Umsatz verloren geht, wenn die Singlebutzen, Entro inkl, jeder nur einen Tisch belegt...rottet Euch zusammen wie im Mittelalter. Eine grosse Tafel, jede Menge Brathuhn, Wildschweinkeulen und gesoffen wird Wein aus Ochsenhorn Humpen -fg-
 

Vizee

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  • #8
Pfff diese Geschäftsidee ist meine. Auch wenn ich die nicht umsetze, aber ist meine. Entropischer Bean, lass uns ein Mittelalter Kneipendings mit nur einer Tafel aufmachen.
 
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  • #9
Zitat von Vizee:
Pfff diese Geschäftsidee ist meine. Auch wenn ich die nicht umsetze, aber ist meine. Entropischer Bean, lass uns ein Mittelalter Kneipendings mit nur einer Tafel aufmachen.
So Ritteressen gibt es ja ohnehin in vielen Burgen, alten Gaststätten usw. Aber wer geht da hin? Doch keine Singles. Entweder Vereine oder große Familien oder sehr gerne Braut oder Bräutigam beim Polterabend.
 

untertage

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  • #10
auch wenn ihr ironisch darüber scherzt, finde ich es beschreibend, wie die denkmuster gestrickt und manifestiert sind,
von einer ernstgemeinten fragestellung und problematischen situation, über ein persönliches statment zur lösung:
eine neue marktlücke erschließen. genau das konzept von ps.
 

Lively

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  • #11
von einer ernstgemeinten fragestellung und problematischen situation, über ein persönliches statment zur lösung:
eine neue marktlücke erschließen. genau das konzept von ps.
Ich hab mit interesse den chatverlauf verfolgt - und hab mir ähnliches gedacht. Einsamkeit ist echt grauslich! Ich fühl mich nur selten einsam, auch wenn ich single bin, aber WENN dieses gefühl kommt, muss ich zur not laute musik spielen und dazu tanzen, dann gehts wieder. Aber man kann sich auch mitten unter menschen einsam fühlen - da ist anlächeln und irgendwas banales oder richtig blödes sagen oft eine tür zumindest zu kurzen kontakten. die tun dann auch gut. Ich glaub, dass die menschen oft angst vor der verbindlichkeit haben. ... so hab ich jetzt in meine derzeitíge a bissl einsamstimmung hineingeschrieben ... geht gleich besser, weil ich - vielleicht - jetzt mit irgendjemandem kommuniziere ;-)
 
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Dr. Bean

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  • #12
Juhu ein Mittelaltergelage, fressen und saufen bis der morgen graut XD. Ich bring das Wildschwein mit! *Flinte hol*
 

REDHEAD

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  • #13
Zitat von Lively:
vEinsamkeit ist echt grauslich! Ich fühl mich nur selten einsam, auch wenn ich single bin, aber WENN dieses gefühl kommt, muss ich zur not laute musik spielen und dazu tanzen, dann gehts wieder. Aber man kann sich auch mitten unter menschen einsam fühlen - da ist anlächeln und irgendwas banales oder richtig blödes sagen oft eine tür zumindest zu kurzen kontakten. die tun dann auch gut. Ich glaub, dass die menschen oft angst vor der verbindlichkeit haben. ... so hab ich jetzt in meine derzeitíge a bissl einsamstimmung hineingeschrieben ... geht gleich besser, weil ich - vielleicht - jetzt mit irgendjemandem kommuniziere ;-)
Musik und Tanzen finde ich überhaupt gut. Die unverbindlichen Gespräche mag ich sehr gerne, es gibt keine Erwartungen und es sind schöne Augenblicke. Ich sehe da keine Angst vor der Verbindlichkeit, ist eine Typ- und Zeitfrage mit wie vielen Menschen man in einem "engeren Kontakt" stehen möchte. Als Single fühle ich mich nicht einsam, eine leise Sehnsucht gibt es schon mal zwischendurch.
Einsamkeit habe ich verspürt in den letzten Monaten meiner Ehe und kurz nach der endgültigen Trennung. Das Ende meiner letzten Beziehung war "einfacher", da ich inzwischen wieder in meiner "alten Heimat" lebe und sozial eingebunden bin. Wenn ich hier manchmal Unverständnis lese, weil Menschen keine Fernbeziehungen eingehen oder nicht bereit sind in eine andere Stadt zu gehen, denke ich das ist der Teil an Flexibilität, den ich durch die Erfahrung verloren habe. Für einen Mann würde ich nicht mehr in einer anderen Stadt neu anfangen, zumindest kann ich mir das nicht mehr vorstellen.

Es ist in einer "Großstadt" möglich sich ein gutes soziales Netzwerk aufzubauen, hinzu kommt bei mir, dass die Familie, beste Freundin etc. nun wieder in meiner Nähe sind, alles wunderbar. Ich fühle mich nicht abhängig von einem "neuen Mann" und bin zufrieden mit meinem Leben so wie es ist. Wohin die Reise in Zukunft gehen soll (Thema Beziehung!) bin ich nicht sicher, das zu wissen ist für mich überflüssig, das wird sich finden.
 
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  • #14
Zitat von REDHEAD:
"Viele Menschen klagen darüber, allein zu sein. Dabei ist die Einsamkeit der Moderne ein Mythos.

Wer gegen die modernen Beziehungsformen wettert möchte am Ende nur in seiner vorherigen egoistischen "Komfortzone" bleiben. Unterm Strich gibt es wohl nicht mehr Einsame als früher es gibt nur mehr Möglichkeiten und ein paar "Verstaubte", die sich darüber aufregen ?

http://www.zeit.de/2005/51/Einsamkeit_1
Im Zeitalter des Narzismus sind meiner Meinung nach mehr Menschen denn je einsam.
 
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Dr. Bean

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  • #15
Und wer waren die ersten narzisten? Die 68er
 
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  • #18
Liebe Kinder,
ihr schafft es immer wieder, ein gutes Thema kaputtzuschiessen.
Das ist nicht schön.
Also, antreten zu Liegestützen!
 

Sandy1963

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  • #19
Uschi, echt, ich glaub, ich mag dich, aber, das wird dir jetzt nicht gefallen:
Die erste die Liegestütz machen müsste wärst ja wohl du!
 

Sandy1963

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  • #21
Weil du hier quer durch alle Threads hüpfst. Außerdem: Punkt!
 
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  • #24
Sollte wohl die Moderne heißen. Die Modernen gab es zu allen Zeiten.
 

nutzer2015

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  • #25
In der heutigen Zeit strebt jeder einzelne Mensch denje nach Selbstentfalltung, weswegen die Liebe in dieser Hinsicht zu kurz kommt. Das ist das allgemeine Leitgedanke der heutigen Gesellschaft (meine Vermutung), aber ich denke nicht, das der einzelne wirklich einsam ist. Jeder der in einer Beziehung sein will, ist es meistens auch, also zumindest in meiner Umgebung. Da sind die leute maximal 6 Monate Single und schon in einer neuen Beziehung...
 

REDHEAD

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  • #26
Zitat von Dr. Bean:
Die 68er Bewegung rief die Befriedigung aller Bedürfnisse ohne Rücksicht auf Verluste auf den Plan, der Rest der "Einsamkeit ? der Zei?t" folgt dem Kapitalismus. Kapitalismus und Freiheit des Einzelnen führt nicht unweigerlich zu Verantwortungslosigkeit und einer Gesellschaft ohne Mitgefühl, Menschlichkeit und Miteinander.