R

ratte

  • #62
Die wichtigsten Gründe warum Liebesbeziehungen scheitern liegen darin begründet, dass die Menschen das Ziel verfolgen, maximale Bedürfnisbefriedigung aus einer Partnerschaft zu bekommen.
Das Geheimnis einer wirklichen, echten Beziehung ist aber eher der Wunsch, etwas in die Beziehung einzubringen. Die Frage lautet also immer, was kann ich tun, um meinem Partner / meiner Partnerin Freuede zu bereiten.
Und weil ich gerade von einem Rockkonzert komme und etwas getrunken habe, füge ich hinzu: Was kann ich tun, um meiner Partnerin Lust zu bereiten... :)
Alles klar..und dein letzter Vorschlag? Gehört der jetzt in den Bereich maximale Bedürfnisbefriedigung oder etwas in die Beziehung einbringen?

Und wo war das Rockkonzert?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
R

ratte

  • #63
Der Schriftsteller Alain Botton geht noch weiter und hält Liebe selbst für erlernbar, weil sie keine biochemische Erscheinung ist. Und wie du sagst ist die Passung von der Beziehungsfähigkeit unabhängig zu sehen.
Liebe ist ein total biochemischer Vorgang...du meintest sicher die Beziehungsfähigkeit...


Das sehe ich auch so, die Beziehungsfähigkeit ist kein Garant für einen passenden Partner. Den zu finden braucht es Neugier, Authentizität und körperliche Anziehungskraft.
naja, vielleicht auch ein bisschen mehr, auf jeden Fall den richtigen Cocktail für den richtigen Partner...alles ist vollkommen subjektiv
 
D

Deleted member 20811

  • #65
Liebe ist ein total biochemischer Vorgang...du meintest sicher die Beziehungsfähigkeit...



naja, vielleicht auch ein bisschen mehr, auf jeden Fall den richtigen Cocktail für den richtigen Partner...alles ist vollkommen subjektiv
Körperliche Anziehungskraft ist ein biochemischer Vorgang. Liebe ist...
Haha, ich weiß nicht, vielleicht eine Folge dessen... :))))
 
Beiträge
8.836
Likes
5.959
  • #68
Dein Defizit ist, daß Du überhaupt so viel Kritik ansammelst. Ohne diese Sammlung geht es auf. Dann hättest Du auch nicht diese Ansprüche.

Oder anders ausgedrückt: die Ansprüche selbst sind das emotionale Defizit.

Ein schönes Forumsmantra. Das ist nämlich genau das, was hier immer beklagt wird. Daß alle Gegenüber zu anspruchsvoll seien. :)
Ich weiss. Ich habe mich auch genau mit dieser Frage in der (jahrelangen) Beziehung auseinandergesetzt "bin ich zu kritisch"? Und zwar immer wieder. Mich dabei auch oft im Kreis gedreht.
Um nun den obigen Satz abzuwenden:
Ich habe an ihm nicht kritisiert, dass er mich zu oft kritisiert oder zu hohe Ansprüche an mich hat. Also mein (mögliches) Defizit nicht auf ihn projiziert. Und dass, obwohl meine Liste an Kritik-Punkten so lang war. Im Gegenteil, ich habe ihn 3 Mal gefragt, was er sich denn von mir wünscht und ihn aufgefordert Kritik an mir zu üben. Jedes mal die selbe Antwort: nichts. Das fand ich auch nicht sonderlich gut. Habe rückblickend den Eindruck, dass er sich in der Beziehung auch recht wohl gefühlt hat. Im krassen Gegensatz zu mir, die ich mit den Jahren immer unzufriedener geworden bin.
Ich bin übrigens keine dieser "Nögel-Frauen". Ich versuche immer das Ursache-Wirkungs-Prinzip zu berücksichtigen so gut es geht. Bin der Auffassung, dass jeder Handlung und jedem Verhalten eine Art "Ursache" zugrunde liegt, die man versuchen sollte zu erkennen und zu berücksichtigen. D.h. bei Kritik versuche ich zuerst Verständnis aufzubringen (warum ist das so?) um dann zu sagen, wie es mir dabei geht.
Ich habe ihm nur einen einzigen (echten) Vorwurf gemacht. Das war beim letzten Gespräch mit ihm. Frei nach dem Motto "Jetzt ist eh alles egal". Und ihm vor den Kopf gesagt, dass er ein Egoist ist. Seine Antwort darauf: "jeder ist sich selbst der Nächste. Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht." Ich war dann erstmal sprachlos.
 
Beiträge
8.836
Likes
5.959
  • #69
Ich bin mir nicht sicher, ob derjenige der ständig Kritik übt oder nörgelt bei sich irgendwelche Defizite finden kann .... o_O
Nur weil ich viele Kritikpunkte hatte, heisst das noch lange nicht, dass ich zu diesen Dauer-Nörglern gehöre. Ich bin in Beziehungen diplomatisch. Und ich habe auch ein gutes Gefühl für Fairness, möchte ich meinen.
Wenn ich Kritik geübt habe, dann möglichst sachlich und verständnisvoll. Vielleicht war aber auch genau darin der Hund begraben?
 
Beiträge
8.836
Likes
5.959
  • #70
Ein Beispiel für eine Projektion die mir begegnet ist:

Meine Mutter hat mir vor einigen Jahren öfter mal vorgeworfen "Bei dir sind immer die anderen oder die Umstände schuld". Das hat mich damals besonders verletzt, weil ausgerechnet ich den Anspruch hatte nicht so zu sein bzw. mein eigener größter Kritiker war (Tendenz zur übertriebenen Selbstreflexion).
Erst viel später erkannte ich, dass es eine Projektion war. Ihr Lieblingsatz war immer "Man hat ja auch zu wenig Zeit um sich darum zu kümmern/das anders zu machen" . Der "Zeitmangel" war ihre beständige Ausrede für so ziemlich alles. Also war der "Umstand" an etwas schuld. Nicht ein einziges Mal hörte ich von ihr Sätze wie "Das stimmt" oder "Das könnte sein, ich werde mal darüber nachdenken". Es gab nur ihre Lieblingsausrede.

Ich glaube, wir waren alle irgendwann einmal solchen Projektionen ausgesetzt.

Es ist sicherlich gut zu wissen, dass es das Phänomen der Projektion gibt, um im Zweifelsfall diese zu erkennen. Damit man sich nicht jeden Schuh anziehen muss. :)
 
Beiträge
55
Likes
11
  • #71
[...]
Dein Defizit ist, daß Du überhaupt so viel Kritik ansammelst. Ohne diese Sammlung geht es auf. Dann hättest Du auch nicht diese Ansprüche.

Oder anders ausgedrückt: die Ansprüche selbst sind das emotionale Defizit.

Ein schönes Forumsmantra. Das ist nämlich genau das, was hier immer beklagt wird. Daß alle Gegenüber zu anspruchsvoll seien. :)
Das Vorhandensein von Ansprüchen an sich halte ich nicht für ein emotionales Defizit. Sehr wohl aber die mangelnde Fähigkeit, zwischen Bedarf und Bedürfnis (oder alternativ: brauchen und wollen) trennen zu können.
 
Beiträge
55
Likes
11
  • #73
Gerne. Jemand kann unzählbar viele Ansprüche haben, ohne dass diese ein emotionales Defizit oder wie auch immer geartetes Problem darstellen. Solange der-/diejenige weiß, welche Ansprüche davon essentiell sind, was er/sie braucht, um in einer Partnerschaft zufrieden zu sein, halte ich selbst das Vorhandensein vieler Ansprüche für unproblematisch. Die Fähigkeit, dann aber diese essentiellen Dinge von den Aspekten zu trennen, die bei einem Partner salopp gesagt "nice to have" wären, macht den Unterschied.
 
Zuletzt bearbeitet:
Beiträge
8.836
Likes
5.959
  • #74
@A.B.
Danke für die Erklärung. :)

Ein Frage dazu noch:
Wie genau definieren sich denn "Ansprüche" in diesem Zusammenhang? Ist damit die "Erwartungshaltung" gemeint oder Wünsche oder Bedürfnisse?

Ich habe manchmal ein Problem mit dem Begriff "Ansprüche" (an jemanden stellen), weil ich dann imaginär immer eine hochnäsige, versteifte Person assoziiere. Die hohe Ansprüche hat, selbst aber total versteift und unflexibel ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Beiträge
4.268
Likes
2.713
  • #75
Liebe ist ein total biochemischer Vorgang...du meintest sicher die Beziehungsfähigkeit...
Was wir als Liebe erleben ist komplexer, sie hat neurobiologische Wurzeln im Gehirn und mit dem 'Paarbindungshormon' Oxytocin und bestimmt noch anderen zu tun. Ein biochemischer Vorgang wird bei der Liebe die Folge sein, aber nicht die Ursache. (https://www.dasgehirn.info/handeln/liebe-und-triebe/liebe-ist-biochemie-2013-und-was-noch-7431)
 
Beiträge
6.100
Likes
6.617
  • #76
@ Julianna : Ich sehe da einen Unterschied zwischen Erwartung und Anspruch, den man IMVHO vielleicht wie folgt definieren könnte :

Erwartung ist das, was Du hast, Deine Vorstellungen, Dein "Problem".

Ansprüche sind das, was Dein Gegenüber nach Deiner Vorstellung zu erbringen hat. Du stülpst ihm quasi Deine Erwartungen über !
 
Beiträge
19
Likes
6
  • #77
@ Julianna : Ich sehe da einen Unterschied zwischen Erwartung und Anspruch, den man IMVHO vielleicht wie folgt definieren könnte :

Erwartung ist das, was Du hast, Deine Vorstellungen, Dein "Problem".

Ansprüche sind das, was Dein Gegenüber nach Deiner Vorstellung zu erbringen hat. Du stülpst ihm quasi Deine Erwartungen über !
Und ein gutes Leben besteht aus dem Geben und bedarf dem Nehmen*
 
Beiträge
6.100
Likes
6.617
  • #78
AUA ! :(