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  • #1

Die am Ende einzig wahre Frage

Würden Sie lieber mehr lieben und dafür mehr leiden oder weniger lieben und weniger leiden?

Aus Julian Barnes: Die einzige Geschichte. Besprochen heute in Feuilleton der NZZ.
 
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  • #3
Früher eher mehr. Heute eher weniger.
 
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  • #4
Ich habe den Artikel gelesen.
( Es handelt sich um ein Buch, eine Liebe zwischen einem 19 und einer 48 jährigen. Zitat: " In der das Leben vom Geschenk zur Last wird. Nach der Verwunderung, der Sorge, dem Verstehen(wollen) und dem Verdrängen setzt Verzweiflung, dann Erschöpfung ein. Schliesslich gibt Paul auf: «Er konnte sie nicht retten, also musste er sich selbst retten. So einfach war das.» " .)

Nun zu deiner Frage :
Nein ich will beides nicht.
Ich will viel Liebe, und kein Leiden.

Ich hatte 60 Jahre lang ein sehr turbulentes Leben. Viel Freude, Liebe, aber auch viele Sorgen, Enttäuschungen. Immer Trouble, immer etwas vor, unzählige Bekannte, Freunde, zwei Riesenfamilien. Es gab auch unendlich viele Probleme, die ich bewältigen musste. Manche Freundschaft habe ich in der Zeit beendet, wenn etwas schief lief. Meine Ehe ging kaputt, wir haben in einer WG weitergelebt, und dann habe ich meinen Mann gepflegt, und durch seinen Alzheimer sind sie fast alle verschwunden, die bis dahin so wichtigen Personen in unserem Leben.
Mein Körper ging kaputt, Allergien,Überberempfindlichkeiten, HSP.
Ich habe immer kämpfen müssen, aber irgendwann geht es nicht mehr, Akku ist leer, kein Ladegerät passt.
Ich versuche mit Sport, Entspannung, Natur, heile Welt, wieder gesund zu werden. Aber es dauert. Immer müde, keine Energie, es nervt einfach. Wenn der Kopf mit dem Leben nicht klar kommt, wehrt er sich logo über körperliche Symptome, und wenn die sich über Jahre verfestigt haben, wollen sie nicht wieder weichen.

Eine Freundschaft-plus Beziehung ( das Wort kannte ich vor drei Jahren noch nicht mal ) habe ich schweren Herzens beendet, weil ich fürchterlich leide, wenn von ihm keine richtige Liebe kommt.

Im Film " Gigi " hatte sie gesagt : ich bin lieber mit dir unglücklich, als ohne dich. ( Hach . . er hat sie dann doch geheiratet, statt sie nur zur Geliebten zu nehmen )

Ich bin lieber allein, manchmal auch einsam, aber ich will niemals wieder leiden und dadurch unglücklich sein.
 
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  • #6
„Liebe ohne Leiden“ soll es auch geben ;)
Ist aber wahrscheinlich selten.
 
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  • #8
@chava
Du sprichst mir wirklich aus der Seele, danke.
Eine Freundschaft+ ist nett für eine gewisse Zeit, aber nicht das Non-Plus-Ultra.
An eine Beziehung, die ausgeglichen ist, wo gegenseitige Akzeptanz herrscht, in der man(n)/frau sich geborgen und aufgefangen fühlt, wo auch gerne diskutiert werden kann, ohne verbale Entgleisungen, ohne Tränen, ohne schlaflose Nächte etc., etc. - glaube ich schön langsam nicht mehr.
Also bin ich lieber single und glücklich, als in einer Beziehung, die mir nicht gut tut.
Warum ich auf PS bin? Die Hoffnung stirbt zuletzt:)
 
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  • #9
Würden Sie lieber mehr lieben und dafür mehr leiden oder weniger lieben und weniger leiden?

Aus Julian Barnes: Die einzige Geschichte. Besprochen heute in Feuilleton der NZZ.
Angesichts fehlender Abhängigkeit von Liebe und Leid würde ich "Die am Ende einzig wahre Frage" nicht mehr auf ihren Gehalt, sondern auf ihre Intention hin betrachten.

Zu konkludieren, dass Liebe Leid verursacht, ist nicht nur unsinnig es lenkt vom Wesentlichen ab . Lasse ich mal unerfüllte Liebe und wenige andere vermutete Spezialitäten beiseite, dann sorgen in Liebesbeziehungen in der Regel die Protagonisten sowohl für das eigene Leid als auch das des Anderen.
 
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  • #10
Wer tief liebt, erlebt große Emotionen, wird aber sehr verletzt werden, wenn diese Liebe stirbt. Er leidet auch in Phasen der Ungewissheit, z.B. zu Beginn einer Partnerschaft, glaube ich.
Wer kaum Gefühle investiert, weil er nicht mag oder kann, geht ohne große Höhen und Tiefen durchs Leben, entdeckt aber möglicherweise irgendwann, dass ihm doch etwas fehlt.
Also sind Liebe und Leid wohl doch Seiten derselben Medaille.
 
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  • #11
Wer tief liebt, erlebt große Emotionen, wird aber sehr verletzt werden, wenn diese Liebe stirbt.
Kommt darauf an, was man unter Liebe versteht.
Ist sie romantisch, gar glorifiziert, wird es so oder so schmerzlich, weil die Auffassung von Liebe dann zwei-Dimensional ist. Ist sie 1-dimensional, liebt man um der Liebe Willen. Diese Form der Liebe kennt keinen Schmerz. Sie ist unabhängig und frei. Nicht gekoppelt an Ereignisse. Wird Liebe der glorifizierten Romantik entzogen, schlägt sie ungeahnte Wurzeln.
 
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  • #12
Während @AlexBerlin in die Richtung geht, die mich das Zitat hat posten lassen, wäre ich Dir, @Julianna, mehr als dankbar, wenn Du Deinen Post erklären wolltest. Mir ist das – no offense intended – nur ein unverständlicher Wortschwall.
 
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  • #13
Ich glaube man muss da noch eine Idee weiter denken.
Wenn das mit dem gemeinsamen Unglück sich nicht ändern lässt, besteht nur ohne den mit dem man unglücklich ist die Chance irgendwann mit jemand anderen glücklich zu werden.
Ich habe das anders verstanden.
Sie ist lieber an seiner Seite unglücklich (aber in einem Leben mit ihm, in dem er sie aber unglücklich macht), als glücklich (in einem Leben ohne ihn, in dem er sie ja nicht mehr unglücklich machen kann).
 
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  • #15
Ich möchte lieber Lieben ohne Leiden. Aber ich glaube auch, dass das irgendwie zusammengehört. Nicht unweigerlich. Aber oft. Besonders dann, wenn einer nicht mehr so liebt wie der andere, z.B. nach langer Partnerschaft.

Aber gar nicht mehr lieben um eventuelles Leiden auszuschließen? Nein.