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  • #151
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Hallo Heike und Beier
Ich habe gerade euren letzten Austausch noch mal in Ruhe gelesen und fand es sehr spannend. Da ich nicht involviert war, habe ich mich darauf konzentriert, wieso ihr nicht auf einen Nenner kommen konntet. Schade eigentlich, denn eigentlich konnte ich bei keinem von euch "was falsches" entdecken - und doch ging es wieder so unschön aus...

MEIN Eindruck war, dass Baier sich ab irgendeinem Punkt persönlich angegriffen gefühlt hat - so als würde es ums Recht haben gehen und vorher, als wolle Heike ihm absprechen, dass er sich "Naturwissenschaftler" nennen darf. Wenn ich es richtig verstanden habe, gehört "Naturwissenschaftler sein" zu seinem Identitätsgefühl - er hat sich in Ausbildung und Beruf sehr damit beschäftigt und ist wahrscheinlich auch in seiner Art eher "naturwissenschaftlich orientiert" - so wie andere eben eher "eine sprachliche Ader" haben (ohne Sprachwissenschaftler zu sein) oder "musikalisch sind" (und können vielleicht nicht mal ein Instrument spielen). Ich konnte das gut nachvollziehen, was er geschrieben hat, besonders das mit dem Bäcker fand ich sehr einleuchtend. Es ist doch bei endlos vielen Begrifflichkeiten so, dass sie eine sprachwissenschaftliche Bedeutung haben können, aber auch eine umgangssprachliche, die in der Regel auch verständlich und nicht irgendwie "politisch unkorrekt" ist ... Ich hatte den Eindruck, Baier ging es in erster Linie darum.

Heike hat das sicher verstanden, aber vielleicht fehlte da die klare Rückmeldung, ihm seine Sicht zu lassen und ganz ausdrücklich zu betonen, aus einem anderen Blickwinkel zu sprechen ? Irgendwann kam das dann zwar, aber im Sinne von "darum geht es hier jetzt nicht" - nun, dir, Heike, vielleicht nicht - dem Baier aber schon..... Glaube ich zumindest...

Und dann kam da noch das Thema mit den Schubladen um die Ecke : Leuten Begriffe zuweisen, sie einzusortieren und dabei Sicherheit in der Welt gewinnen - vielleicht aber manchmal auch übertrieben und dann zu oberflächlich und platt, Reflexion vermeidend - so verstehe ich zumindest dein Anliegen, Heike.... Damit stichst du hier sicher immer wieder in Wespennester und der eine profitiert davon für sich und der andere ... nicht. Vielleicht, weil er dir gedanklich nicht folgen kann (ist es immer das Defizit des "Nichtverstehenden", wenn Dinge "falsch" oder gar nicht ankommen ?) oder vielleicht auch manchmal, weil nicht jeder dieses Thema als großes Steckenpferd hat oder vielleicht auch nur nicht gerade zu dem Zeitpunkt und dem Thema und in dieser Halböffentlichkeit sich damit befassen will.... Da scheitert dann das Überzeugen und angestrengte Sich-verständlich-machen...

Bevor ich jetzt wieder verhackstückt werde : ich will da nichts aufmischen oder bewerten. Ich finde es einfach nur enorm spannend, wie schwierige Gespräche laufen. Und wenn ich selber darin stecke auch hilfreich, wenn Unbeteiligte ihre Sichtweise oder ihr Gesprächsverständnis rückmelden. Wünsche noch ein schönes WE !!
 
A

Alice_geloescht

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  • #152
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Baier:
In beiden Fällen würde ich die Kombination von Herabwürdigung und ständiger unterschwelliger Beleidigung anderer in Verbindung mit schier endloser Selbstbeweihräucherung und Besserwissen bei wirklich JEDEM Thema als Zeichen einer ausgeprägt narzisstischen Persönlichkeit werten

Menschen mit NPS argumentieren nicht stringent und geben sich bei der Bildung von Kausalketten keine Mühe, sie verfügen lediglich über eine Schlagzeilenintelligenz, ähnlich dem impressionistischen Denkstil der HPS. Also ungefähr das Gegenteil von Heike. Einfach mal nachlesen bei Otto F. Kernberg im Schattauer-Verlag. Wie war das mit der Kompetenz?
 
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  • #153
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Alice:
Menschen mit NPS argumentieren nicht stringent und geben sich bei der Bildung von Kausalketten keine Mühe, sie verfügen lediglich über eine Schlagzeilenintelligenz, ähnlich dem impressionistischen Denkstil der HPS. Also ungefähr das Gegenteil von Heike. Einfach mal nachlesen bei Otto F. Kernberg im Schattauer-Verlag.

Ich hab die Abhandlung von Hr. Kernberg leider auch nicht griffbereit...
Aber da Du Dich ja auszukennen scheinst:
Bedienen sich tatsächlich alle "Menschen mit NPS" des absolut gleichen Diskussionsstils? Und kann jemand, der anders argumentiert, als von Dir gerade genannt, auf keinen Fall eine narzisstische Persönlichkeitsstörung haben?
 

Highlander

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  • #154
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Hey Ihr!
Es ist doch ganz einfach: Heike hat immer Recht! Lest doch mal ihre Beiträge! Sie sind allesamt rechthaberisch!

@ Heike Würde mich mal interessieren, was du beruflich machst, Heike!

Die Auseinandersetzung zwischen Heike und Baier ist sehr interessant, und dir Baier ein Schulterklopfen, dass du nicht klein beigegeben gast!
Lehrer: Jeder kennt sie! Man hasst sie oder man liebt sie! Es gibt wohl keinen anderen Beruf, der so mit Vorurteilen zu kämpfen hat! Und jede Lehrperson weiss, dass sie nicht immer Recht hat! Dazu braucht man keine Heike.... ;))

@ Baier! Nicht ärgern, geniess` die Sonne!!
 
A

Alice_geloescht

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  • #155
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Kreative:
Ich hab die Abhandlung von Hr. Kernberg leider auch nicht griffbereit...
Aber da Du Dich ja auszukennen scheinst:
Bedienen sich tatsächlich alle "Menschen mit NPS" des absolut gleichen Diskussionsstils? Und kann jemand, der anders argumentiert, als von Dir gerade genannt, auf keinen Fall eine narzisstische Persönlichkeitsstörung haben?

Darüber können wir reden, wenn wir den gleichen Kenntnisstand haben. Sonst müsste ich ja ein Referat halten - und das macht wenig Sinn, wenn Du es ja im Original nachlesen kannst. :)

Es ist aber das zweite Mal, dass Du auf einen Sachverweis von mir mit einem Einzelbeispiel/Frage nach einem Einzelbeispiel antwortest. Einmal ging es um die These "Übergewicht ist Eigenverantwortung", ich habe diese These stark relativiert und Du darauf (sinngemäß) mit "aber ich und meine Freundinnen haben auch schonmal ein paar Kilo zu- und abgenommen" geantwortet. Jetzt wurde "Narzisstische Persönlichkeitsstörung" in den Raum geworfen anhand zweier Volksmund-Klischees, die ich abermals relativiert habe. Auch hier fragst Du nach der Ausnahme der Relativierung.

Worum geht's Dir dabei? Suchst Du den schwarzen Schwan?

Ich sag Dir inzwischen, worum's mir geht: Wenn ich mich in einer Gruppe bewege, in der andere diskreditiert werden, sei es durch Stigmatisierung ihres Äußeren à la "Dicke sind selbst dran schuld" oder durch Verleumdung anhand psychologischer Küchen-Ferndiagnostik, dann sag ich was dazu. Und dabei kommt mir entgegen, dass sich mit solch abenteuerlichen und destruktiven Thesen schon ausreichend entsprechend kompetente Personen befasst haben.

Ansonsten verweise ich auf den Wissenschaftstheorie-Thread.
 
W

winzling_geloescht

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  • #156
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Es muss ja nicht gleich Kernberg sein. Einen ganz anderen Blick auf Märchen eröffnet Heinz-Peter Röhr in "Narzissmus - das innere Gefängnis". Da wird der "Prinz im Eisenofen" der Gebrüder Grimm unter diesem Aspekt beleuchtet, schön allgemein verständlich und vielleicht auch gerade wegen der verdeutlichten Beziehungsproblematik(en) im Märchen für's Parship-Forum dem interessierten Leser zu empfehlen.
 
W

winzling_geloescht

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  • #157
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Highlander:
Hey Ihr!
Es ist doch ganz einfach: Heike hat immer Recht! Lest doch mal ihre Beiträge! Sie sind allesamt rechthaberisch!

Hey du! Es ist doch ganz einfach: Heike geht's gar nicht um's "Rechthaben"! Lies doch mal ihre Beiträge! Sie sind nahezu allesamt verdammt gut!
 

Highlander

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  • #158
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

@ winzling
Weisst du, sie ist mir einfach zu radikal! Sie soll doch einfach mal fünfe gerade sein lassen!!
 
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  • #159
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Alice:
Darüber können wir reden, wenn wir den gleichen Kenntnisstand haben.
Wie wollen wir das denn wohl feststellen. Ist Dein Kenntnisstand angelesen (das könnte ja evtl. auch noch erreichen) oder durch eine entsprechende Ausbildung erworben (was natürlich die Lektüre einschließt)? Muss ich davon ausgehen, dass das, was bei Herrn Kernberg geschrieben steht, auf immer und ewig in Stein gemeiselt ist? So, wie früher vielleicht auch die ein oder andere Ernährungsthese.

Es ist aber das zweite Mal, dass Du auf einen Sachverweis von mir mit einem Einzelbeispiel/Frage nach einem Einzelbeispiel antwortest.
Und Du gibst mir zum zweiten Mal keine sachdienliche Antwort darauf.
Ich kann wenig anfangen mit so generalistischen 'Sachverweisen'. Zumal wenn - wie im Falle des Gewichtsthreads mehr als nur ein "Einzelbeispiel" den Studien, auf die verwiesen wird, widerspricht. Weder t.b.d. noch Du konnten mir überzeugend darlegen, warum nun DIESEN Studien Glauben zu schenken ist.
Im Falle der NPS frage ich mich, ob der Argumentationsstil wirklich bei allen so gleichförmig verläuft, wie Du es in Deiner Zusammenfassung von Kernberg nahe legst. Was stört Dich an so einer Nachfrage?


Und dabei kommt mir entgegen, dass sich mit solch abenteuerlichen und destruktiven Thesen schon ausreichend entsprechend kompetente Personen befasst haben.
Und deren Kompetenz legt WER fest?
 
M

Morgana_geloescht

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  • #160
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Aber in "Abwesenheit" von Heike so negativ zu schreiben finde ich auch nicht nett!
 

nuit

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  • #161
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

und selbst wenn hier jemand vom fach wäre, würden internetbeiträge nicht für eine diagnosestellung reichen. (übrigens aber auch keinen beweis für das abhandensein liefern. das ist ja eine argumentation auf derselben ebene.)
würde jemand vom fach das also tun, wäre das schlichtweg unprofessionell.
tut jemand (z.b. ein lehrer und naturwissenschaftler) das, ist es dilettantisch.
diagnosen wurden übrigens nicht erfunden um zu beleidigen. das finde ich sowohl von fachleuten wie dilettanten dämlich.
 
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  • #162
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von nuit:
und selbst wenn hier jemand vom fach wäre, würden internetbeiträge nicht für eine diagnosestellung reichen. (übrigens aber auch keinen beweis für das abhandensein liefern. das ist ja eine argumentation auf derselben ebene.)
würde jemand vom fach das also tun, wäre das schlichtweg unprofessionell.
tut jemand (z.b. ein lehrer und naturwissenschaftler) das, ist es dilettantisch.
diagnosen wurden übrigens nicht erfunden um zu beleidigen. das finde ich sowohl von fachleuten wie dilettanten dämlich.

Ich hatte Alice nicht nach einer Diagnose für jemanden hier im Forum gefragt sondern wollte ganz allgemein etwas zum Kommunikationsverhalten bei NPS wissen.
 

nuit

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  • #163
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

kreative, ich habe mich nicht auf dich bezogen.
ich meinte baier, aber auch alice. eine stringente argumentationskette ist kein beleg für das fehlen einer nps (ganz abgesehen davon, dass postings sicher nicht die entscheidungsgrundlage dafür sind. weder für das eine - die diagnose, noch das andere - die nicht-diagnose.)
 
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  • #164
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von nuit:
kreative, ich habe mich nicht auf dich bezogen.
ich meinte baier, aber auch alice. eine stringente argumentationskette ist kein beleg für das fehlen einer nps (ganz abgesehen davon, dass postings sicher nicht die entscheidungsgrundlage dafür sind. weder für das eine - die diagnose, noch das andere - die nicht-diagnose.)


Trotzdem danke, dass Du damit meine Frage an Alice beantwortet hast. :)
 

Heike

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  • #165
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

NPS direkt wurde mir ja nicht andiagnostiziert, sondern "nur" eine "ausgeprägte narzißtische Persönlichkeit". Was gemeint war, weiß ich natürlich nicht. Ist auch nicht so wichtig. Ich fand eher interessant, daß es so ins Bild paßt.

Also daß viele Beiträge von mir neben anderen Seiten (eigentlich sage ich fast immer auch was zum Thema) oft auch eine spöttische, sarkastische, ironische, polemische, überhebliche, satirische oder wie auch immer Seite haben, ist ja klar. Darf man auch hinschreiben, wenn mans bemerkt. Wie man auch hinschreiben darf, daß ich offenbar kein Fan der neuen Rechtschreibung bin. Die Frage ist dann, was man damit interpretatorisch zu leisten vermag. Und da scheiden sich nicht nur die Geister, sondern eben auch - ich sags mal so "überheblich": die Niveaus.

Zu so einem Etikett wie "Narzißmus" zu springen, paßt halt wieder ins Bild des ziemlich unkonkreten Verfahrens. Anstatt daß Baier, wenn er weitere Erläuterungen oder Begründungen für eine konkrete Behauptung von mir haben möchte, konkret nachfragt, kam immer dieses "Du willst immer recht haben. Woher weißt du denn, daß du immer recht hast und nicht ich!" usw. Dieses allgemeine Pseudothema hat dann ganz schnell die konkreten Punkte erschlagen. Und dann hab ich mich recht schnell nicht mehr als Adressat gefühlt. Die Etikettierung als Narzißt paßt wieder perfekt zum Vorurteilsthema. Anstatt eine konkrete, differenzierte Analyse meiner zu liefern, wird schnell von "überheblich" recht steil zur Narzißmusdiagnose geschritten, nur damit wieder eine so eine allgemeine Figur da ist. Dann kommt Baiers liebgewordene Rede davon, was man dann erwarten oder nicht erwarten kann, nämlich in meinem Fall: daß ich natürlich nicht wissen kann, ein Narzißt zu sein.
Also erst wird das Etikett angeklebt, dann erinnert, was das Etikett impliziert, zwischendurch vergessen (wenn man es denn wußte, daß man das doch eher steil einfach selbst so hingeklebt hat, und schon weiß man plötzlich ne ganze Menge über den anderen. Wie von Zauberhand! :) Dieser Zaubertrick ist übrigens genau der Mechanismus des Vorurteils.

Statt irgendwas Fernes zu behaupten, find ich ja gut, wenn sich was direkt zeigt. Deswegen mußte ich, so mein Eindruck, gar nicht so viel metamäßig kommentieren. Und auch jetzt, das bleibt ja recht stumpf: Narziß! Bumpf!. Und weiter? Nichts weiter. Wenig konkret und differenziert, Label. Weshalb jemand so auf Labels angewiesen ist und immer irgendwo anders kramen muß als in dem, was direkt gegenwärtig ist, also hier: den Forenposts, weshalb beteuert wird, Noten erwähnt werden usw., das mag dann jeder deuten, wie er mag. Andere Foristen, denen das plausibel erscheint, daß man nicht so sehr auf das guckt, was vor einem ist, sondern die eher Versicherung über nicht gezeigte, sondern behauptete Backgrounds brauchen, dürfen auch gerne nach meinem Beruf fragen. Highlander: ach, für dich bin ich Highlander!
Wie ich für Baier, dem hier zuweilen ein arg belehrender Stil zugeschrieben wurde, natürlich hyperbelehrend bin, so, daß er nicht aushalten kann. Immer diese verkehrten Rollen und Spiegel!

Das Thema Vorurteil hab übrigens nicht ich reingebracht. Das war vielmehr immer eins von Baiers zentralen Forumsthemen. Und blinde Flecke weist man nicht dadurch auf, daß man sagt: hey du, du hast nen blinden Fleck. Aber man kann Erkenntnis natürlich prima dadurch abwehren, daß man sagt: aber woher willst du denn wissen, daß nicht du einen blinden Fleck hast. Oder, zweite Variante, auch durch: jeder hat nen blinden Fleck. Für manche besteht Versöhnung ja offenbar primär darin, daß alles Konkrete abgeräumt ist und nur was Abstraktes übrigbleibt, irgendwie so abstrakter Gleichstand. Wer so denkt, bei dem weiß man, worum es ihm geht.
 

nuit

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  • #166
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

was mich dabei so ärgert, ist, dass diagnosen als schimpfworte missbraucht werden. nps ist das neue "urschloch". nicht jeder, der einem unsympathisch ist, der auftrumpft oder von dem man sich entwertet fühlt (fühlt!*), ist ein narzisst. genausowenig wie jeder depressive automatisch ein guter mensch ist. richtig (!) diagnostiziert ist das eine erkrankung, an der der betroffene keine schuld trägt und unter der er - meist in späterem lebensalter - aber dann enorm leidet. die suizidrate bei betroffenen ist hoch.

* die 'ironie' dabei ist ja außerdem, dass gerade menschen mit nps höchst kränkbar und empfindlich sind, da sie sich im innersten als minderwertig fühlen und dies durch ein aufgeblähtes größenselbst kompensieren. bei kränkung (die von aussen meist nicht nachzuvollziehen ist), aber einem nadelstich in den luftballon gleicht, reagieren sie dann mit wut/ hass und entwertung. was aber auch nicht bedeutet, dass jeder, der einmal so reagiert, nps hat. alles klar? :)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Heike

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  • #167
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Schreiberin:
Hallo Heike und Beier
Ich habe gerade euren letzten Austausch noch mal in Ruhe gelesen und fand es sehr spannend. Da ich nicht involviert war,

... ich will da nichts aufmischen oder bewerten.

Ich find dich meist involviert. Und zwar insbesondere dann, wenn du schreibst, daß du nicht involviert bist. :)
Als du hingegen offensichtlich, also für jeden sichtbar, involviert warst, indem du von ein paar Foristen Rückmeldung bekommen hast - was du ja in vielen Posts gewünscht oder zumindest zu wünschen vorgegeben hast - bist du hingegen von der Bildfläche verschwunden.
Beides zusammengenommen vermittelt mir den Eindruck, als könntest du nur schreiben, wenn du dich und andere glauben machst, du wolltest ja gar nicht, was du tust. Und ich frage mich, weshalb du dann nichts beitragen kannst oder möchtest, wenn du dich für involviert hältst.
Für mich jedenfalls würde, auf deine Sichtweise der Situation einzugehen, bedeuten, mich auf diese Dopplung von Involviertsein und Glauben-nicht-involviert-zusein einlassen zu müssen, und das finde ich für die Klärung es hier Verhandelten, soweit eine überhaupt in irgendeinem Sinne nötig ist, nicht gewinnbringend.
 

Elli

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  • #168
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Alice:

klitzekleine Anmerkung - und ziemlich OT:
es gibt schwarze Schwäne - ursprüngliche Heimal Australien - inzwischen z.B. am Ammersee in Oberbayern in größerer Population, und nicht nur dort (Baier kennt die bestimmt;-)
 

anka

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  • #169
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Heike:
Aber man kann Erkenntnis natürlich prima dadurch abwehren, daß man sagt: aber woher willst du denn wissen, daß nicht du einen blinden Fleck hast. Oder, zweite Variante, auch durch: jeder hat nen blinden Fleck. Für manche besteht Versöhnung ja offenbar primär darin, daß alles Konkrete abgeräumt ist und nur was Abstraktes übrigbleibt, irgendwie so abstrakter Gleichstand. Wer so denkt, bei dem weiß man, worum es ihm geht.

Worum genau geht es dann in deinen Augen?
 
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winzling_geloescht

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  • #171
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von nuit:
was mich dabei so ärgert, ist, dass diagnosen als schimpfworte missbraucht werden. nps ist das neue "urschloch". nicht jeder, der einem unsympathisch ist, der auftrumpft oder von dem man sich entwertet fühlt (fühlt!*), ist ein narzisst.

Der gebildete Mensch verwendet halt nicht den Begriff "behindert" als Schimpfwort. Mal ganz davon abgesehen, dass es bei einer NPS breite Vielfalt gibt und nicht jeder davon Betroffene ein abgrundtief schlechter Mensch sein muss, möchte ich dein fühlt am liebsten doppelt unterstreichen. Warum fühlt sich wer verletzt, wenn Widersprüchlichkeiten aufgezeigt werden. Man könnte es an diesen Stellen doch auch mal mit Humor versuchen, wenn man sich ertappt (und deswegen eben nicht verletzt) fühlt. Wem es da schwerfällt, über sich selbst zu lachen, der versuche ein Grinsen, ginge ja auch. Keiner sieht's, das nur zur Beruhigung für die ganz Schamhaften.
 
A

Alice_geloescht

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  • #172
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Elli:
klitzekleine Anmerkung - und ziemlich OT:
es gibt schwarze Schwäne - ursprüngliche Heimal Australien - inzwischen z.B. am Ammersee in Oberbayern in größerer Population, und nicht nur dort (Baier kennt die bestimmt;-)

Gemeint war der schwarze Schwan von Karl Popper, wonach die Aussage "Alle Schwäne sind weiß" widerlegt ist, sobald ein schwarzer Schwan gefunden wird. Es geht um die wissenschaftstheoretische Frage der Falsifikation. Wenn Kreative wissenschaftliche Studien in Frage stellt, indem sie ein Einzelbeispiel aus ihrem Bekanntenkreis nennt, ist das ein Vorgehen im Popper'schen Sinn - das war der Bezug.

@ Kreative: Bei Wissen (vs. Meinung) geht es nicht darum, ein komplettes Studium in dem jeweiligen Gebiet absolviert zu haben, sondern zu wissen, wie man an Wissen kommt und was Wissen von Nicht-Wissen unterscheidet. Hier sind wir aber auf dem Gebiet der Wissenschaftstheorie, die - ich glaube im money-Thread - besprochen wurde. Es sprengt völlig den Rahmen. Wer z.B. entscheidet, ob Otto Kernberg kompetent in Fragen Narzissmus ist - die scientific community in Psychologie. Woher die das wissen? Sie lesen seine Arbeiten und Publikationen und bewerten sie. Anhand welcher Kriterien? Der Methodik des jeweiligen Fachs. Wo publiziert wird? Im wissenschaftlichen Zeitschriften. Woher man weiß, ob die gut sind? vom Impact Faktor. Usw. Dass Kernberg was von Narzissmus versteht, dafür verbürge ich mich, auch ohne Psychologie-Studium. Auch, wenn Du eine Tante hast, die sagt, dass sie mehr davon versteht. :)

@ nuit: Selbstverständlich sind Fern-Diagnosen mit oder ohne Kernberg absurd. Meine Antwort an Baier war ein sarkastisches Spiegeln eben seiner Fern-Diagnose an Heike; sarkastisch insofern als er ja in Heikes Diskussionsstil narzisstische Merkmale herauslesen vermeinte und gerade der Denkstil bei Narzissmus ganz anders ist. Die ganze Diskussion ist aberwitzig.
 

Heike

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  • #173
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von winzling:
Hey du! Es ist doch ganz einfach: Heike geht's gar nicht um's "Rechthaben"! Lies doch mal ihre Beiträge! Sie sind nahezu allesamt verdammt gut!

Haha! Könnt von mir sein!
Also das Stilmittel, nicht der INhalt. :)


Zitat von Highlander:
@ winzling
Weisst du, sie ist mir einfach zu radikal! Sie soll doch einfach mal fünfe gerade sein lassen!!

Ja, ok. Aber laß du doch mal fünfe ungerade sein!
 
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  • #174
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

@Alice
Du scheinst ja eine richtige Universalgelehrte zu sein. Dagegen kann ich als einfach Promovierte natürlich nicht anstinken.
 

Elli

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  • #176
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Alice:
Gemeint war der schwarze Schwan von Karl Popper, wonach die Aussage "Alle Schwäne sind weiß" widerlegt ist, sobald ein schwarzer Schwan gefunden wird. Es geht um die wissenschaftstheoretische Frage der Falsifikation. Wenn Kreative wissenschaftliche Studien in Frage stellt, indem sie ein Einzelbeispiel aus ihrem Bekanntenkreis nennt, ist das ein Vorgehen im Popper'schen Sinn - das war der Bezug.
ja, verstehe, danke :)
 

Heike

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  • #177
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von anka:
Deine Versöhnungskiste mit dem "abstrakten Gleichstand".

Kann`s mir nicht konkret vorstellen und habe nicht verstanden, was du dann daraus ableitest/ was deiner Meinung nach dahinter steckt.

Bei Baier? Darüber möcht ich jetzt nicht im Detail spekulieren, und noch weniger, da er sich ja forumsfrei genommen hat. Konkret bezogen hat sich das auf seinen Versöhnungsvorschlag von vor einigen Seiten, der mir zugleich eine auch sonst nicht selten vorkommende Haltung auf den Punkt zu bringen scheint. In habs auch kurz kommentiert.
Wobei ich die Haltung "Jeder hat seine Meinung, und wir werden hier nicht beweisen können, welche richtig ist." in den meisten Fällen für angemessener halte als "Jeder hat seine Meinung, und jede ist gleichermaßen richtig, nämlich immer für den, der sie hat."
 

anka

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  • #180
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Heike:

Nein, nicht bei Baier, generell. Du schriebst ja, dass du bei einer Versöhnung, die darauf hinausläuft, dass das Konkrete weggewischt wird und bloß das Abstarkte bleibt, sowieso wüsstest worum es geht.
Und ich fragte mich beim Lesen, worum es denn dann deiner Meinung nach geht. Außer um die Versöhnung.

Zitat von Heike:
Wobei ich die Haltung "Jeder hat seine Meinung, und wir werden hier nicht beweisen können, welche richtig ist." in den meisten Fällen für angemessener halte als "Jeder hat seine Meinung, und jede ist gleichermaßen richtig, nämlich immer für den, der sie hat."

Das kommt auf den Fall an, oder? Wenn es um Fakten geht, hast du sicher recht (20 kompetente Mathematiker werden bei der Lösung dergleichen 10 Aufgaben hoffentlich zu größtenteils übereinstimmenden Ergebnissen kommen). Wenn es um Sichtweisen geht oder auch auch um Einschätzungen, die auf Wahrnehmungen beruhen, hast du wohl eher nicht recht. Da kann die gleiche Situation aus unterschiedlichen Perspektiven verschieden aussehen, ohne dass die eine Wahrnehmung zwingend richtiger sein muss als die andere.