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  • #91
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Kreative:
Das war ironisch gemeint und deshalb in Anführungszeichen gesetzt.
Aber ich möchte das jetzt auch nicht weiter diskutieren.

ja ja eine spitze Bemerkung an mich zu richten hat da noch deutlich mehr Spaß gemacht,
als seine Meinung zu vertreten, nicht wahr;-)
 
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  • #92
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

@ Heike

Jetzt sei mir mal nicht böse, aber was du schreibst ist schon ziemlich wortklauberisch. Ich werde deshalb auch auf eine ausführliche Antwort verzichten, weil du einfach viel zu sehr dazu neigst, Dinge, die ich schreibe, anders zu interpretieren, als sie gemeint sind. Das könnte sich jetzt noch endlos so hinziehen, wozu mir aber die Zeit (und allmählich auch die Lust) fehlt. Wenn du willst, darfst du dich jetzt als "Siegerin" fühlen.

Und übrigens, ich baue in meine Texte auch einiges an Ironie ein - wenn du diese nicht erkennst, ist das nicht primär meine Schuld.

Schönen Abend noch!

Ein Baier
 
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  • #93
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von equinox:
1. Lehrer sind oft unter massivem Druck.
2. der Anteil der Personen, die dem nicht gewachsen ist, ist relativ hoch.

... das ist zweifellos richtig, dahinter verbergen sich aber weitere Informationen:

3. viele Lehrer haben ihre Berufswahl leider vorrangig aus Gründen der hohen Sicherheit getroffen, ohne zu realisieren, welche Voraussetzungen die Tätigkeit tatsächlich erfordert,

Leider ist es so; leider übrigens für beide Seiten.

Zitat von equinox:
4. Lehrer (im Beamtenstatus) haben die Möglichkeit zu reagieren (ohne ihren Arbeitsplatz zu gefährden).

Vielleicht folgt aus 3. dass für viele 4. nicht möglich?

Wer bereits zuvor "die Kurve nicht gekriegt" hat (denn: "Wer A sagt, muss auch B sagen.", "Was denken die anderen?", "Was mach ich dann stattdessen?", ...), bekommt sie vielleicht auch an späterer Stelle nicht mehr und hält dann stattdessen vielleicht einfach aus.

Zitat von equinox:
Das schmälert die Belastung nicht, aber es relativiert die Feststellung einer besonders hohen Betroffenheit.

Es war gar nicht meine Absicht, Lehrer als besonders betroffen oder "arm dran" darzustellen.

Eigentlich ging es mir nur darum, deine doch ein wenig romantisierende Sichtweise in ein etwas neutraleres Licht zu rücken.
 
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  • #94
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von equinox:
1. Lehrer sind oft unter massivem Druck!

3. viele Lehrer haben ihre Berufswahl leider vorrangig aus Gründen der hohen Sicherheit getroffen, ohne zu realisieren, welche Voraussetzungen die Tätigkeit tatsächlich erfordert!

So ein Scheiss! Ich denke, junge Menschen, die sich auf den Lehrerberuf einlassen, denken
schon lange nicht mehr an Ferien oder gutes Einkommen! Da stehen ganz andere Aspekte im Vordergrund!
 
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  • #95
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Highlander:
So ein Scheiss! Ich denke, junge Menschen, die sich auf den Lehrerberuf einlassen, denken schon lange nicht mehr an Ferien oder gutes Einkommen! Da stehen ganz andere Aspekte im Vordergrund!

... name them! Zweifellos gibt es glücklicherweise sehr viele Lehrer, die begeisterte Pädagogen sind und die zumeist auch kein (schuloriginäres) burn out-Problem entwickeln - aber eben auch die anderen. Gespräche mit Schulleitungen können da manchmal sehr informativ und aufschlussreich sein.
 
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  • #96
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von equinox:
... mal wieder einer Lehrerin, die überzeugt ist, dass ihre Tätigkeit eine der härtesten und anspruchvollsten von allen ist, auf die Füsse getreten. Glaub mir, ich habe allen Respekt vor dem Lehrerberuf - und weiß z.B. sehr genau, was etwa an Berufsschulen abgeht. Aber wenn du mal den Aspekt Arbeitsplatzsicherheit in den Fokus rückst und mit der Situation in der freien Wirtschaft abgleichst, dann lebst du auf einer Insel der Seligen ...

Überhaupt nicht, meine Füße sind noch heil.
Ich sag auch nicht, dass mein Job härter und anspruchsvoller ist als andere Jobs. Aber eben auch nicht weniger. Mein Ex war im kfm. Bereich eines großen Weltkonzerns tätig. Ja, er hatte auch einen harten Job, aber nicht immer. Er hatte ganz oft auch eine ruhige Zeit (ich ich auch mal). Da war nicht viel Unterschied, außer sein 3-faches Gehalt. Ich kenne natürlich auch Leute in der freien Wirtschaft, die sich bis zum Hersinfarkt abstrampeln und ich kenne auch Lehrer, die wirklich faule Socken sind.
Was ich damit sagen möchte: Es gibt nicht "DEN LEHRER" oder "DEN ANWALT". Es gibt verschiedene Menschen und verscheidene Situationen. Ich habe lange selbst in der freien Wirtschaft gearbeitet und möchte nie wieder zurück. Nicht, weil mir der Stress zu groß gewesen wäre, aber ich wollte mehr Kontakt zu Menschen. So mancher Bürohengst hat außer einer handvoll Kollegen keinen Kontakt mehr zur Außenwelt. Und sag mir nun bitte nicht, dass diese Menschen realitätsnäher sind als Lehrer. Die haben auch nur ihr kleines Umfeld um sich, ihre Fachgebiete und sonst nichts.

Ja, ich habe einen sicheren Arbeitsplatz, das stimmt. Aber WO? Wir haben sinkende Schülerzahlen und aus meinem Kollegium werden im kommenden Schuljahr mindestens 3 Leute abgeordnet oder versetzt. Wer und wohin, das erfahren wir dann am 1. Schultag und die nächstmögliche Schule ist ca. 70 km entfernt, es können aber auch 150 km sein, denn der Regierungsbezirk ist groß. Soviel zum Land der Seligen.
Trotzdem ist es der schönste Beruf der Welt, weil ich jungen Menschen auf einem harten Weg ins Leben und in die Berufswelt helfen kann.
 
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  • #97
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Freundin:
ja ja eine spitze Bemerkung an mich zu richten hat da noch deutlich mehr Spaß gemacht,
als seine Meinung zu vertreten, nicht wahr;-)

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht was diese Bemerkung soll.
Du wirst doch wohl nicht erwarten, dass ich meine Bankangelegenheiten hier in allen Einzelheiten ausbreite.
 
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  • #98
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Highlander:
So ein Scheiss! Ich denke, junge Menschen, die sich auf den Lehrerberuf einlassen, denken
schon lange nicht mehr an Ferien oder gutes Einkommen! Da stehen ganz andere Aspekte im Vordergrund!

Das sehe ich auch so. Wir sind eine Seminarschule und nur maximal 1 von 4 Referendaren wird als Beamter übernommen, 1 vielleicht als Angestellter und der Rest muss sich etwas Anderes suchen. Ist schon wirklich ein Ansporn zum Lehrerstudium - oder?
Die Zeit des verbeamteten Lehrers ist vorbei. Wobei ich das auch in Ordnung finde, denn ein Lehrer muss nicht verbeamtet sein.
 
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  • #99
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von taube54:
... ich habe einen sicheren Arbeitsplatz, das stimmt. Aber WO? (...) aus meinem Kollegium werden im kommenden Schuljahr mindestens 3 Leute abgeordnet oder versetzt. Wer und wohin, das erfahren wir dann am 1. Schultag und die nächstmögliche Schule ist ca. 70 km entfernt, es können aber auch 150 km sein, denn der Regierungsbezirk ist groß.

... tja, und bei manchen Unternehmen heißt die Alternative dann 500 km zum nächsten Arbeitsplatz - oder Entlassung. Ich kenne das aus meinem Freundeskreis und für Menschen mit Mitte 50 sind die Wahloptionen dann doch etwas beschränkt. Also freue dich doch einfach, dass du Spaß an deiner Aufgabe haben kannst und Sinn darin siehst - trotz aller Mühsal.
 
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  • #100
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Highlander:
So ein Scheiss! Ich denke, junge Menschen, die sich auf den Lehrerberuf einlassen, denken
schon lange nicht mehr an Ferien oder gutes Einkommen! Da stehen ganz andere Aspekte im Vordergrund!

Gibt halt solche und solche. Wenn Sicherheitsaspekte, Ferien und Einkommen gewissen Einfluss hatten bei der Entscheidung für den Lehrberuf, ist das in meinen Augen übrigens nicht das Schlechteste.
 
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  • #101
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von equinox:
Zweifellos gibt es glücklicherweise sehr viele Lehrer, die begeisterte Pädagogen sind und die zumeist auch kein (schuloriginäres) burn out-Problem entwickeln ...

Und da liegst du, glaube ich, genau falsch.
Die stumpfen Lehrer, die eher schlechten Unterricht machen und den Beruf vorrangig aus Beuemlichkeits- und Sicherheitsaspekten gewählt haben, erleiden in der Regel kein Burnout (da leiden dann wenn eher die Schüler...).

Gerade die hochmotivierten Idealisten sind es oft, die von "maroden" Schulsystemen ausgebremst werden, sich überschlagen in ihrem Bedürfnis sämtlichen Außenanforderungen und v.a. dem eigenen Selbstanspruch gerecht zu werden,etc. und dabei irgendwann selbst "auf der Strecke bleiben".

(Ansonsten natürlich gelegentlich auch die allzu sensiblen, die keine Grenzen setzen können und in Folge dessen von den Schülern nicht ernst genommen werden.)
 
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  • #102
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

ich glaube nicht dass man den lehrerberuf in D und der schweiz 1:1 vergleichen kann.
 
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  • #103
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Stimmt, deshalb haben wir wahrscheinlich auch schon so viele Deutsche in der Schweiz!!! Aber es macht halt schon auch einen Unterschied, ob du in der Stadt oder auf dem Land unterrichtest!
Und da findet sich auch schon wieder ein neuer Dialekt: Die Schwörersprache!! Ou Monn, weisst du? Voll krass, Monn!!! Da gehst du voll krass in Schweiz in Schule und alles ist Sprache von Fernsehen und so! Und wenn Lehrrer etwas sagt ist fertig lustig, weil ist echt voll blöd! Hey,schwöre,Monn ist echtvoll blöd! Musst du echt in Schule gehen und Lehrer sind voll out, schwöre!! Verstehn uns garr nicht! Machen voll auf erwachsen....
Macht echt Spass, sich damit auseinander zu setzen.....
 
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  • #107
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Ich frage mich seit geraumer Zeit, warum gerade der "Lehrer" so in die Zange genommen wird...es gab ja schon diverse threads diesbezüglich, aber meines bescheidenen Wissens nach noch keinen jaulenden banker thread, Juristen thread, Friseusen thread.
Jeder Beruf hat seine Für und Wider, jeder Beruf (so wie alles andere auch) kann karikiert werden;
die" hämische Lust" verschont nichts und niemanden... die derformation professionelle ist allgemein anwendbar.

Ich denke mir ganz einfach, dass der "Lehrer" eine kindliche Ersterfahrung +++ ist. Er. gross und mächtig, ich klein und schwach. Prüfung schwierig, ganz gemein, er kann mich zerstören, wenn er will... usw.
(Natürlich kann er auch viel Positives:)))
Und ich frage mich weiter: nämlich was das Lernen anbelangt... wir wollen "selber" lernen.. aber wir müssen ja (damals, genau dann), und lauter so unnötiges Zeug noch dazu; und wir wollen nicht belehrt werden ...boring, obnoxious, useless.
Alle Menschen verbinden mit "Lehrer" sehr frühe Erfahrungen und pubertäre! Erfahrungen .-)))

Es kommt natürlich auf den wunden Punkt eines jeden an, wo, wann genau es problematisch war... vielleicht war es für einige gar nicht problematisch; aber die "Massenhysterie" dürfen wir auch nicht unterschätzen = Lehrer sind doof, oh yeaah! the enemy.
Ich hatte wunderbare Lehrer, die mich das Lernen lehrten, mich ungemein förderten und nicht auf meinen Schwächen bestanden und ich hatte neurotische Lehrer, die mich niedermachten, gewisse Fächer hassen liessen, die ganze Schule hassen liessen, trotz der guten counterparts.
Und dieser böse Lehrer, der dir das Leben zur Hölle macht, ist der Satan , der für die Vorurteile verantwortlich ist, der verhasste Archetyp viel mächtiger als das Gute, weil das Böse diesbezüglich, zumindest eine Zeit lang, grösser ist.
Viele von uns kannten wohl so einen. Und wenn man so einen in jungen Jahren erlebt, wirkt er sich wahrscheinlich penetranter aus, als die anderen "Profis", denen man im erwachsenen Alter begegnet.
Heut seh ich sie als arme Teufel, so wie die anderen "Nieten".

Ich hab kein Vorurteil gegen gute Lehrer.
Aber üble Lehrer sind gefährlich... wahrscheinlich gefährlicher als üble Friseusen... obwohl ein übler Anwalt ist auch so eine Sache... aber die meisten Berufe(nen) werden gottseidank nicht direkt auf Kinder losgelassen.
 
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  • #108
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

War nicht beinahe jeder mal irgendwann ein wenig in irgendeinen Lehrer verknallt? Weshalb prägt nicht dies das Lehrerbild? :)
Naja, also mein Bild vom Lehrer hat, wie ich glaube, eher wenig mit meinen Kindheitserfahrungen zu tun. - Aber das dürfte von Mensch zu Mensch durchaus verschieden sein. Aber wenn das bei dir, Faraway, so ist, muß das bei anderen natürlich nicth auch so sein.
Ich finde auch, daß man anhand der jeweiligen Urteile oder "Vorurteile" manchmal recht gut sehen kann, woher sie rühren. Das Bild vom machtvollen, über einem stehenden Lehrer spielt da manchmal eine Rolle. Aber es gibt auch viele Urteile, die damit herzlich wenig zu tun haben und in ganz andere Richtunge gehen.
Und je nach Lebensweg sind einem später ja auf ganz andere Weise Lehrer begegnet, Lehramtsstudenten an der Uni, Lehrer der Kinder usw., die das Bild geprägt haben.
 
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  • #109
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Heike:
Aber wenn das bei dir, Faraway, so ist, muß das bei anderen natürlich nicth auch so sein.

Natürlich muss es nicht so sein. Ich hab ja ganz einfach nur nachgedacht. und erhebe keinen Anspruch auf Gültigkeit.
Abgesehen davon, würde ich Lehrer nicht wegklicken, auf Grund von Lehrer.
Ich wolte nur eine Möglichkeit ins Spiel werfen, um die beklagte, weil anscheinend verbreitete "Phobie" zu ergründen.
 
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  • #110
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von faraway:
Natürlich muss es nicht so sein. Ich hab ja ganz einfach nur nachgedacht. und erhebe keinen Anspruch auf Gültigkeit.
Abgesehen davon, würde ich Lehrer nicht wegklicken, auf Grund von Lehrer.
Ich wolte nur eine Möglichkeit ins Spiel werfen, um die beklagte, weil anscheinend verbreitete "Phobie" zu ergründen.

Ne, ich fands ja sogar schön, daß du dich zur Abwechslung mal rauswagst - auch wenn du dich jetzt gleich wieder in die Anspruchslosigkeit zurückziehen magst. :)
Ich denke, die von dir genannte Möglichkeit ist die, mit der sich Lehrer hier meist selbst die Kritik erklären, und vielleicht auch: zur Seite wischen. Dabei hat doch vieles von dem, was kritisch geäußert wird, eine ganz andere Richtung.

Weswegen es immer mal wieder Lehrerthreads gibt, ist ne gute Frage. Vielleicht sind auf der Börse auch überdurchschnittlich viele Lehrer? Auch hier im Forum scheints mehr Lehrer als beispielsweise Berufssoldaten zu geben, so daß fünf Lehrerthreads einen Soldatenthread aufwiegen könnten. Darüberhinaus habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, daß Lehrer so oft ihren eigenen Beruf herausstellen oder auch thematisieren im Kontakt mit anderen. Auch in diesem Thread ja wieder. Da ist natürlich immer die Frage, was Henne und was Ei ist. Kann sein, daß sie so häufig Angriffe erleben, daß sie vorauseilend schon immer abwehren wollen. So eine Haltung kann natürlich gut nach hinten losgehen. Und bei Baier etwa habe ich den Eindruck, daß er hier im Forum zumindest doch recht von sich aus das Bayersein und das Lehrersein betont und immer wieder ins Spiel gebracht hat. Also ich habe den Eindruck, daß ihm das ein starkes Anliegen ist.

Naturwissenschaftler erlebe ich noch als eine Gruppierung, die oft thematisieren, daß sie ja Naturwissenschaftler sind. Ist mir gestern wieder aufgefallen, dieses häufige "Ich als Naturwissenschaftler ..."
Und manchmal verstehen sich Menschen auch zugleich als Lehrer und Naturwissenschaftler. Wobei ich das, wenn es sich um Schullehrer handelt, interessant findet, weil die meines Wissens und auch meiner Erinnerung nach selten zu ihrer Lehrtätigkeit auch noch forschen. Und das Betreiben von Wissenschaft verbinde ich eher mit Forschen.
 
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  • #111
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Heike:
Weswegen es immer mal wieder Lehrerthreads gibt, ist ne gute Frage. Vielleicht sind auf der Börse auch überdurchschnittlich viele Lehrer? Auch hier im Forum scheints mehr Lehrer als beispielsweise Berufssoldaten zu geben, so daß fünf Lehrerthreads einen Soldatenthread aufwiegen könnten.

Tja, es gibt eben viel mehr Lehrer als Berufssoldaten in Deutschland, deshalb sind hier auch mehr Lehrer unterwegs. Überhaupt ist Lehrer nun mal der mit Abstand häufigste akademische Beruf.

Zitat von Heike:
Kann sein, daß sie so häufig Angriffe erleben, daß sie vorauseilend schon immer abwehren wollen.

Nein, eigentlich nicht, sofern man pubertierendes Verhalten von Schülern, die ihre Grenzen suchen, nicht als Angriff auffasst (was bei einem Lehrer ziemlich ungünstig wäre).

Zitat von Heike:
Und bei Baier etwa habe ich den Eindruck, daß er hier im Forum zumindest doch recht von sich aus das Bayersein und das Lehrersein betont und immer wieder ins Spiel gebracht hat. Also ich habe den Eindruck, daß ihm das ein starkes Anliegen ist.

Ja, ist doch logisch. Ich spreche bairischen Dialekt und bin Lehrer, deshalb ist für mich interessant, wie sich das auf die Partnersuche auswirkt und wie Frauen dazu stehen. Andere sind klein und interessieren sich dafür, ob das bei der Partnersuche Auswirkungen hat und schreiben darüber. Wieder andere sind mollig und schreiben in Threads darüber, manche glauben, besonderes Niveau zu haben, das andere angeblich abschreckt und schreiben darüber, usw., usf. Ich könnte auch so tun, als ob ich Bildhauer oder Schwarzafrikaner wäre und dann dazu etwas schreiben - aber das betrifft mich doch gar nicht! Warum sollte irgendjemand über irgendetwas schreiben, was ihn nicht wirklich interessiert?

Zitat von Heike:
Naturwissenschaftler erlebe ich noch als eine Gruppierung, die oft thematisieren, daß sie ja Naturwissenschaftler sind. Ist mir gestern wieder aufgefallen, dieses häufige "Ich als Naturwissenschaftler ..."

Nun ja, für einen Naturwissenschaftler erscheinen viele Ansichten, die Nicht-Naturwissenschaftler zu eigentlich NATURWISSENSCHAFTLICHEN INHALTEN vertreten, ja oft ziemlich sonderlich. Dabei muss man bedenken, dass naturwissenschaftliches Verständnis eben nicht völlig unwichtig ist, nur weil man selbst kein Naturwissenschaftler ist. Tatsächlich sind naturwissenschaftliche Erkenntnisse die absolut erforderliche Grundlage, um bei vielen gesellschaftlich bedeutsamen Themen (z.B. Energiewende und Treibhauseffekt oder auch gesunde Ernährung) kompetent mitreden zu können.

Wenn es z.B. um "gesunde Ernährung" geht, haben viele Menschen die abstrusesten Vorstellungen, die auch in "Sachbüchern" verbreitet werden und jeglicher naturwissenschaftlichen Erkenntnis komplett widersprechen. (Meist beruhen sie auf analogem Denken: "Mein Körper enthält wenig Kohlenhydrate => Ich soll wenig Kohlenhydrate essen.") Tatsächlich können viele Menschen, die eine persönliche Meinung über gesunde Ernährung haben und diese vielleicht auch vehement vertreten, nicht einmal wirklich erklären, warum ein Mensch eigentlich Nahrung benötigt. "Weil er sonst verhungert!" ist ja keine Antwort, sobald man nachfragt: "Was passiert eigentlich, wenn ein Mensch verhungert?" kommen viele nicht mehr weiter. Das habe ich nicht nur bei Schülern, sondern auch bei vielen Erwachsenen getestet; man muss natürlich mit einem gewissen Humor und Feingefühl an die Sache rangehen, damit keiner glaubt, man hält ihn für dumm und deshalb beleidigt reagiert. (Bisher ist mir das immer gelungen, mein Interesse an der naturwissenschaftlichen Bildung anderer Menschen hat noch nie zum Ende einer Freundschaft geführt.)

Als Naturwissenschaftler muss man sich jedenfalls sehr häufig über andere Menschen, die ganz anders als man selbst denken, wundern und deshalb sieht man dann irgendwann auch das "Naturwissenschaftler-Sein" als wesentlichen Teil der eigenen Persönlichkeit.

Zitat von Heike:
Und manchmal verstehen sich Menschen auch zugleich als Lehrer und Naturwissenschaftler. Wobei ich das, wenn es sich um Schullehrer handelt, interessant findet, weil die meines Wissens und auch meiner Erinnerung nach selten zu ihrer Lehrtätigkeit auch noch forschen. Und das Betreiben von Wissenschaft verbinde ich eher mit Forschen.

Ist ein Mediziner, der nicht als Arzt, sondern in einem Pharmaunternehmen arbeitet, deshalb kein Mediziner? Oder ein Ägyptologe, der seine Brötchen als Taxifahrer verdient, deshalb kein Ägyptologe? Oder ist jemand, der im Moment Single ist, deshalb automatisch grundsätzlich beziehungsunfähig? Wohl kaum. Im allgemeinen geht wohl die überwiegende Mehrheit der Menschheit davon aus, dass ein Mensch, der einen Studienabschluss als Naturwissenschaftler hat, auch einer ist und bleibt, egal, was er arbeitet. Er KÖNNTE eben auch naturwissenschaftliche Forschung betreiben, er hat ja schließlich gelernt, wie es geht.

Viele Grüße

Ein Baier, Lehrer und Naturwissenschaftler, der jetzt noch seinem Job nachgehen muss und einen Unterrichtsgang vorbereiten geht
 
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  • #112
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Baier:
Ja, ist doch logisch. Ich spreche bairischen Dialekt und bin Lehrer, deshalb ist für mich interessant, wie sich das auf die Partnersuche auswirkt und wie Frauen dazu stehen. Andere sind klein und interessieren sich dafür, ob das bei der Partnersuche Auswirkungen hat und schreiben darüber. Wieder andere sind mollig und schreiben in Threads darüber, manche glauben, besonderes Niveau zu haben, das andere angeblich abschreckt und schreiben darüber, usw., usf. Ich könnte auch so tun, als ob ich Bildhauer oder Schwarzafrikaner wäre und dann dazu etwas schreiben - aber das betrifft mich doch gar nicht! Warum sollte irgendjemand über irgendetwas schreiben, was ihn nicht wirklich interessiert?
Hat das irgendjemand behauptet? Ich finds halt einfach auffällig. Die meisten hier dürften ja einen Beruf haben. Und viele stellen den nicht so in den Vordergrund wie du. Damit ist gar keine Wertung verbunden. Sondern es ist was, was mir auffällt. Und wenn du die Parallele zu Molligkeit und derlei ziehst, bei der es sich ja nicht um einen Beruf handelt, dann offenbar in dem Punkt, daß es sich bei beidem um etwas handelt, was die "Betroffenen" als etwas vermuten, was ihnen bei der Partnersuche Nachteile bereitet.

Nun ja, für einen Naturwissenschaftler erscheinen viele Ansichten, die Nicht-Naturwissenschaftler zu eigentlich NATURWISSENSCHAFTLICHEN INHALTEN vertreten, ja oft ziemlich sonderlich.
Mir erscheinen ziemlich viele Ansichten, die hier von Nichtnaturwissenschaftlern oder Naturwissenschaftlern zu nichtnaturwissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Themen vertreten werden, ziemlich sonderlich. Mir genügt es alledings, sie ganz schlicht "als Heike" absonderlich zu finden. Ich brauch da kein Etikett im Hintergrund.

Als Naturwissenschaftler muss man sich jedenfalls sehr häufig über andere Menschen, die ganz anders als man selbst denken, wundern und deshalb sieht man dann irgendwann auch das "Naturwissenschaftler-Sein" als wesentlichen Teil der eigenen Persönlichkeit.
Ja, als Heike muß sich sehr häufig über andere Menschen, die ganz anders als man selbst denken, wundern, und deswegen sehe ich dann irgendwann mein Heikesein als wesentlichen Teil meiner Persönlichkeit. :)

Ist ein Mediziner, der nicht als Arzt, sondern in einem Pharmaunternehmen arbeitet, deshalb kein Mediziner? Oder ein Ägyptologe, der seine Brötchen als Taxifahrer verdient, deshalb kein Ägyptologe? Oder ist jemand, der im Moment Single ist, deshalb automatisch grundsätzlich beziehungsunfähig? Wohl kaum. Im allgemeinen geht wohl die überwiegende Mehrheit der Menschheit davon aus, dass ein Mensch, der einen Studienabschluss als Naturwissenschaftler hat, auch einer ist und bleibt, egal, was er arbeitet. Er KÖNNTE eben auch naturwissenschaftliche Forschung betreiben, er hat ja schließlich gelernt, wie es geht.
Meinetwegen darf sich jeder deiner Schüler während der Physikstunde (oder worum auch immer es sich handelt) als Naturwissenschaftler fühlen. Und auf dem Pausenhof zugleich als Naturwissenschaftler, Strukturwissenschaftler, Geisteswissenschaftler, Musiker, Künstler, Sportler usw. - Die Schüler wissen auch, daß sie dabei einen Spaß machen, wenn sie sich so nennen. Tatsächlich ist ja die Unterscheidung von Ausbildung und Beruf hoffentlich nicht zu goldwaagig. Und wenn mir ein erwachsener Mensch entgegenkommt und sich mir als Naturwissenschaftler vorstellt, und ich nachher höre, er sei Lehrer, dann denke ich mir halt: aja!
Den Vergleich mit Single und beziehungsunfähig fassen wir mal als Versehen auf, oder? Denn der ist natürlich ziemlich unsinnig. Ein Single ist selbstverständlich ein Single. Auch wenn derselben Mensch, der jetzt Single ist, letztes Jahr ne Partnerschaft hatte und währendderer kein Single war.
Für die Berufsbezeichnung kommt es nicht so sehr darauf an, was man hätte täte könnte, sondern eher, was man tut. Wenn ein Physiklehrer nicht in einem gewissen Mindestmaß forscht, dann wäre es ziemlich schräg, ihn doch als Forscher zu bezeichnen, nur weil er vor Jahrzehnten an einem Institut ausgebildet wurde (Uni), an dem die ihn Lehrenden zugleich auch geforscht haben.

Und zu deiner Spekulation, was die "Mehrheit der Menschen" darüber denkt: ich hab mal kurz bei Wikipedia geguckt. "Naturwissenschaftler (in Österreich und der Schweiz auch Naturwissenschafter) sind Forscher der Naturwissenschaften, die sich mit der belebten oder unbelebten Natur befassen."

Aber vielleicht verstehen wir nun auch so manchen Blender und Betrüger, über die man sich hier immer wieder beschwert. Da hat halt jemand als Kind Doktorspiele betrieben und hält es deswegen für angemessen, sich nun bei Parship als Arzt auszugeben. :)
 
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  • #113
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Baier:
Tja, es gibt eben viel mehr Lehrer als Berufssoldaten in Deutschland, deshalb sind hier auch mehr Lehrer unterwegs. Überhaupt ist Lehrer nun mal der mit Abstand häufigste akademische Beruf.

Berufssoldaten waeren schon das interessantere Thema. ;-)) Oh nein, warte, ich kann mir denken wie die Diskussion hier verlaufen wuerde! Also dann doch lieber nicht.

Also zurueck zu den Lehrern. Ich frage mich, warum die Lehrer nie ihre Faecherkombination abgeben. Bisher habe ich das nur bei 2 Musiklehrern gesehen.

Geschichtslehrer wuerde ich ja noch ziemlich interessant finden (wenn sie dann nicht so sehr links angehaucht sind).
 
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  • #114
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von anaj:
Berufssoldaten waeren schon das interessantere Thema. ;-)) Oh nein, warte, ich kann mir denken wie die Diskussion hier verlaufen wuerde! Also dann doch lieber nicht.

Diesen Thread gibt es bereits; jetzt rate mal, wer da als einer der wenigen Foristen die Soldaten gegen Vorurteile verteidigt hat...

Zitat von anaj:
Also zurueck zu den Lehrern. Ich frage mich, warum die Lehrer nie ihre Faecherkombination abgeben. Bisher habe ich das nur bei 2 Musiklehrern gesehen.

Nun ja, wenn ich meine Fachkombination, die Schulform und dann noch den Ort oder auch nur den Landkreis, in dem ich wohne, angeben würde, könnte jeder, indem er von ein paar Schulen die Homepage anschaut, problemlos herausfinden, wer ich bin. Dann könnte ich ja gleich meinen vollständigen Namen und meine Adresse in mein Profil schreiben (was natürlich nicht zulässig ist, ich weiß).

Zitat von anaj:
Geschichtslehrer wuerde ich ja noch ziemlich interessant finden (wenn sie dann nicht so sehr links angehaucht sind).

Ich behaupte mal, die politische Anschauung eines Lehrers hängt mit seinen Fächern ungefähr so sehr zusammen wie mit seiner Schuhgröße...

Viele Grüße

Ein Baier
 
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  • #115
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Hallo Heike,

nun, du darfst gerne Dinge "als Heike" absonderlich finden. Da du einmalig bist, wird es für andere dann aber trotzdem kaum vorhersehbar sein, wie du zu einem anderen Thema denkst. Der Hinweis, Naturwissenschaftler zu sein, richtet sich vornehmlich an andere Naturwissenschaftler. Diese wissen dann nämlich, was sie vom anderen erwarten können und was dieser verstehen können sollte.

Nach deiner Definition von Naturwissenschaftlern (nur wer ständig in der naturwissenschaftlichen Forschung tätig ist) sind auch die meisten Menschen, die sich selbst als Geisteswissenschaftler betrachten, keine Geisteswissenschaftler...

Im Übrigen ist es mir egal, ob du mich als vollwertigen oder überhaupt als Naturwissenschaftler betrachtest oder nicht. Solange mich andere Naturwissenschaftler, auch solche, die an der Uni geblieben sind, als ihresgleichen akzeptieren, sehe ich keinen Grund, wegen des Urteils von Laien daran zu zweifeln, dass ich nach wie vor ein Naturwissenschaftler bin. (Und für Naturwissenschaften bist du ja wohl ein Laie, oder nicht? Oder arbeitest DU in der naturwissenschaftlichen Forschung?)

Viele Grüße

Ein Baier
 
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  • #116
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Baier:
Diesen Thread gibt es bereits; jetzt rate mal, wer da als einer der wenigen Foristen die Soldaten gegen Vorurteile verteidigt hat...

Ich habe den Thread gelesen.

Zitat von Baier:
Nun ja, wenn ich meine Fachkombination, die Schulform und dann noch den Ort oder auch nur den Landkreis, in dem ich wohne, angeben würde, könnte jeder, indem er von ein paar Schulen die Homepage anschaut, problemlos herausfinden, wer ich bin.

Big brother laesst gruessen.

Zitat von Baier:
Ich behaupte mal, die politische Anschauung eines Lehrers hängt mit seinen Fächern ungefähr so sehr zusammen wie mit seiner Schuhgröße...

Naja, da kann man auch anderer Meinung sein, denn gerade im Unterricht wird viel interpretiert.
 
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  • #117
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Baier:
nun, du darfst gerne Dinge "als Heike" absonderlich finden. Da du einmalig bist, wird es für andere dann aber trotzdem kaum vorhersehbar sein, wie du zu einem anderen Thema denkst.
Kaum vorhersehbar, das geht natürlich gar nicht! :)
Da freu ich mich doch gleich, daß es hier aber immer einige gibt, die sagen, sie könnten genau berechnen, wann ich was sage. :)

Der Hinweis, Naturwissenschaftler zu sein, richtet sich vornehmlich an andere Naturwissenschaftler. Diese wissen dann nämlich, was sie vom anderen erwarten können und was dieser verstehen können sollte.
Ziemlich viel an Vorurteil. :)
Ganz abgesehen davon, daß die "Ich als Naturwissenschaftler..."-Formulierung hier in den seltensten Fällen primär an andere "Naturwissenschaftler" adressiert werden dürfte.

By the way: verhält sich der "Naturwissenschaftler" zum Naturwissenschaftler eigentlich wie der "Intellektuelle" zum Intellektuellen? Mathematiker vor!

Im Übrigen ist es mir egal, ob du mich als vollwertigen oder überhaupt als Naturwissenschaftler betrachtest oder nicht. Solange mich andere Naturwissenschaftler, auch solche, die an der Uni geblieben sind, als ihresgleichen akzeptieren, sehe ich keinen Grund, wegen des Urteils von Laien daran zu zweifeln, dass ich nach wie vor ein Naturwissenschaftler bin. (Und für Naturwissenschaften bist du ja wohl ein Laie, oder nicht? Oder arbeitest DU in der naturwissenschaftlichen Forschung?)

Immer diese Vorurteile. (Die sind wirklich krass da! Das spür ich, da bin ich kein Laie.) Weswegen ist dir so wichtig, ob ich jetzt "Laie" bin oder nicht?
Ich gucke ja immer eher, was jemand hier zeigt. Und nicht so sehr darauf, was er behauptet, sonst irgendwo zu sein. Deswegen ist mir recht egal, ob alte Studienkollegen dich mit einem lockeren "Hey, alter Naturwissenschaftskumpel"-Klapps auf den Hinterkopf begrüßen oder nicht. Mein Urteil über Begriffsverständniskompetenz bilde ich mir einfach anhand der Äußerungen, die hier jemand so von sich gibt. Und ich habe sicherlich nicht den Eindruck, daß du besonders kompetent in der rätselhaften Wissenschaft namens "Verwendung des Naturwissenschaftler-Etiketts" bist und ich ein Laie. Wenn du der Auffassung sein solltest, würde dich das in meinen Augen als Laien outen. :)

Um mal ein bißchen unmißverständliche Vernunft reinzubringen: Also im Lehrerkollegium ist es sicherlich verständlich, wenn ihr euch für irgendeine Besprechung mal untereinander so aufteilt: da drüben sitzen die Naturwissenschaftler, hier die Musiker und Künstler, dort die Sprachler usw. Da weiß jeder, was gemeint ist, und ich finde so eine Sprachverwendung vollkommen unproblematisch. Aus ihr zu folgern, du seist ein Forscher, ist hingegen ein ziemlicher Fehlschluß. :)
 
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  • #118
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Hallo Heike,

statt jetzt viel zu argumentieren, was nichts nützen würde, weil du auf Argumente nicht wirklich eingehst, sondern dich als Wortverdreherin betätigst (das kannst du wirklich gut, aber ich lese den Inhalt, nicht die Formulierung) und mir irgendwelche wirklich völlig unpassende Sachen vorwirfst, nur eine kurze Anregung:

Überlege dir einmal selbst, woher du die Überzeugung nimmst, dass deine Ansichten richtiger als meine wären. Woraus schließt du das eigentlich? Gibt es irgendeinen Anhaltspunkt, aus dem du schließen könntest, dass du mehr weißt als ich? Verhältst du dich allen Menschen gegenüber in der Weise, wie du es hier mir (und auch anderen) gegenüber tust?

Vielleicht solltest du auch einmal die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass die Richtigkeit einer Meinung überhaupt nichts damit zu tun hat, auf welche Weise und mit wievielen wohlgedrechselten Sätzen sie vertreten wird. Denn zumindest das habe ich auch als ein Mensch, der in deinen Augen überheblich ist, wenn er sich als Naturwissenschaftler bezeichnet, im Leben schon gelernt.

Viele Grüße

Ein Baier
 
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  • #119
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Jetzt mal ernsthaft, Baier. Du meinst das hoffentlich nicht ernst, oder? Also daß du Argumente gebracht hättest, auf die ich nicht eingegangen bin. Das wäre etwas arg komisch.
Schau dir noch mal an, wie sich die "Diskussion" entwickelt hat. Ich hab einer anderen Foristin etwas geschrieben, was mir auffällt, nämlich daß zwei Gruppen hier, Lehrer und Naturwissenschaftler, häufiger als andere ihren Beruf oder ihre Tätigkeit herausstellen. Dazu hab ich in einer kurzen Bemerkung hinzugefügt, daß es sogar auch die Kombination Lehrer und Naturwissenschaftler gibt, was ich aus genanntem Grund "interessant" fand.
Es geht überhaupt nicht darum, wer - nach welchem Maßstab auch immer und auf welche Gebiete bezogen auch immer - "mehr weiß". Das ist doch wirklich jetzt ziemlich krumm.

Als unterschwelliges Thema hat sich das des Vorurteils ergeben. Und das find ich interessant. Du stellst dich ja an mehreren Stellen als Ritter im Kampf gegen das Vorurteil dar. Auch scheint es das Thema dieses Threads hier zu sein. Ich bestreite auch gar nicht, daß du das auf einer bestimmten Ebene tust. Mir fällt aber einfach auf einer anderen Ebene auf, wie stark vorurteilsbehaftet deine Äußerungen da sind. Und drücke das aus. Nimm das doch als Ergänzung. Da geht es nicht darum, sich moralisch drüberzustellen. Nimm es doch einfach so: wie du dich für das Bairische interessierst und Menschen hier darüber informiert hast, interessiere ich mich für etwas komplexere und weniger offenbare Vorurteile und informiere Menschen hier darüber.
Und lies mal deine letzten Beiträge hier im Thread. Naturwissenschaftler und Laien. Womit man rechnen kann und soll, wenn jemand sagt, er sei Naturwissenschaftler. Selbst so eine Äußerung wie "du darfst gerne Dinge als Heike absonderlich finden. Da du einmalig bist, wird es für andere dann aber trotzdem kaum vorhersehbar sein, wie du zu einem anderen Thema denkst." Merkst du was? Nämlich daß du damit, offenbar ohne es recht zu bemerken, dem Vorurteil ein Loblied singst? Sich oder den anderen klar labeln, weil dann vorhersehbar sein wird, was er zu anderen Themen denkt? Daß der hohe Etikettverbrauch, den du an den Tag legst, hier durchgespielt am Etikett "Naturwissenschaftler", ganz im Dienste der Vorurteilslogik erfolgt?
Wie gesagt: damit ist dein Kampf gegen Vorurteile bei anderen, in anderen Bereichen und auf anderen Ebenen nicht geleugnet. Nimms als Ergänzung.
 
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  • #120
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Heike:
Ne, ich fands ja sogar schön, daß du dich zur Abwechslung mal rauswagst - auch wenn du dich jetzt gleich wieder in die Anspruchslosigkeit zurückziehen magst. :)
.

Anspruchslosigkeit liegt mir einfach mehr im Blut :))

Und mein "Anspruch" würde ja nichts Nennenswertes klären, wenn es nur mein Anspruch wäre und sich niemand angesprochen fühlte.

Es gab Zeiten, da wollte ich überzeugen.. believe you me.
Manchmal hab ich noch so Attacken, aber die werden immer seltener.