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  • #1

Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Hallo zusammen,

irgendwie habe ich manchmal das Gefühl, dass ich hier im Forum als Dialektsprecher und Lehrer, der auch zu beidem steht, ziemlich allein auf weiter Flur stehe. Nachdem hier schon einmal nach Schweizern gesucht wurde, eröffne ich jetzt dazu passend einen neuen Thread.

Es muss hier doch noch andere geben, die Dialekt sprechen und meinen "furchtbaren" Beruf teilen. Schämen sich manche dafür oder glauben sie nur, dass das irrelevant wäre?

Also, liebe (sprachlichen und beruflichen) Kollegen: Traut euch, euch zu outen! Ich würde mich freuen! Und ich spreche natürlich auch alle an, die Plattdeutsch, Sächsisch, Schwäbisch oder sonst einen Dialekt sprechen!

Viele Grüße

Ein Baier
 
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  • #2
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Ein Beruf oder ein Dialekt ist immer so gut, wie die innere Einstellung dazu ist.
Du fühlst dich hier allein damit in dem Forum? Vielleicht liegt es daran, dass einfach nicht alles thematisiert werden muss.
Es ist wie es ist! Und das ist gut!
Wenns mir nicht passt, ist's auch gut und schweige...
:)
 
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  • #3
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Ich bin in Leipzig geboren und habe dann im Raum Dresden / Cottbus gelebt. Dialekt klar. Bisher ist es eigentlich noch nicht schlecht angekommen. Ich stehe dazu und wem es nicht passt der muss nicht mit mir kommunizieren.
 
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  • #4
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Ich verstehe die Frage nach dem Dialekt nicht. Gibt es überhaupt Menschen, die nicht Dialekt sprechen?

(Ich bin kein Lehrer.)
 
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  • #5
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Bruce:
Ich verstehe die Frage nach dem Dialekt nicht. Gibt es überhaupt Menschen, die nicht Dialekt sprechen?
Ja, allerdings weniger als solche, die von sich selbst glauben, keinen Dialekt zu sprechen.
 
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  • #6
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Dann oute ich mich auch mal: Ich bin Lehrerin und spreche hochdeutschen "Dialekt" mit leichtem Hildesheimer Einschlag. Es besteht aber Hoffnung, dass der badische Dialekt irgendwann auf meine Sprache abfährt. Ich lebe ja erst seit knapp fünf Jahren hier. ;-)
 
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  • #7
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Ich kann deinem Gedankengang nicht ganz folgen....
Ich "oute" mich sehr gerne als Lehrerin, steht auch in meinem Profil als Beruf...und dass dieser furchtbar sein soll, ist mir neu.
Es schreiben mich übrigens jede Menge Männer an, OBWOHL ich meinen Beruf im Profil nenne :))
Ich weiß nicht, wie das in anderen Bundesländern ist, aber in NRW habe ich doch den Eindruck, dass der Beruf des Lehrers im allgemeinen Ansehen stark gestiegen ist. Kommentare wie "Ach, da hast du ja mittags frei und ständig Urlaub" höre ich seit Jahren nicht mehr.
Und auch die Bundeskanzlerin bezeichnet uns nicht als "faule Säcke" ;-)
Also - was hast du erlebt, dass du meinst, du musst dich als Lehrer "outen"?
 
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  • #8
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Galadriel:
Ich kann deinem Gedankengang nicht ganz folgen....
Ich "oute" mich sehr gerne als Lehrerin, steht auch in meinem Profil als Beruf...und dass dieser furchtbar sein soll, ist mir neu.
Es schreiben mich übrigens jede Menge Männer an, OBWOHL ich meinen Beruf im Profil nenne :))
Also - was hast du erlebt, dass du meinst, du musst dich als Lehrer "outen"?
Hallo Galadriel,

zunächst mal interessiert mich eben ganz einfach, ob es hier noch andere Lehrer und Dialektsprecher gibt, so wie vor ein paar Wochen auch mal eine Schweizerin gefragt hat, ob es hier auch andere Schweizer gibt.

Ich finde meinen Beruf natürlich nicht furchtbar - andere aber durchaus, dazu kannst du dir mal den entsprechenden Thread anschauen, in dem sich eine Kollegin beklagt hat, dass ihr Beruf bei Männern nicht gut ankommt und einige andere Schreiber(innen) sehr direkt allerlei Vorurteile gegen diesen Beruf geäußert haben (die sich kurioserweise oft auch direkt widersprechen).

Ich selbst habe außerdem die Erfahrung gemacht, dass ich sehr wenige Besucherinnen auf meinem Profil habe. Dafür gibt`s nur 5 potentielle Gründe, nämlich die Angaben, die die Frauen bei ihren Partnervorschlägen sehen, ohne das Profil zu besuchen: Größe (bei mir ganz nahe am Durchschnitt, das dürfte jetzt kaum eine Frau zu groß oder klein finden), Alter (muss ja zu den Sucheinstellungen der Frauen passen), ein verschwommenes Bild (ich sehe ganz normal aus und bin weder übergewichtig, noch habe ich einen Bart oder eine Halbglatze oder sonst etwas, was hier im Forum schon von Frauen als NoGo genannt wurde), die ersten beiden Ziffern der Postleitzahl und meine Berufsangabe. Natürlich, ich könnte jetzt auch davon ausgehen, es würde am Bild liegen (potentielle Klage: "Wollen Frauen nur Männer, die deutlich überdurchschnittlich aussehen?") oder an der Postleitzahl ("Findet man bei Parship in Bayern nur als Münchner eine Frau?"). Das erscheint mir eben irgendwie weniger plausibel als die Vorstellung, dass Lehrer nicht gerade der Beruf ist, auf den viele Frauen abfahren. Gut, vielleicht sind die ungefähr 1 bis 2 Frauen, die pro Woche mein Profil besuchen, ohne dass ich sie zuvor angeschrieben habe, einfach auch nur normaler Parship-Schnitt und es braucht eigentlich gar keinen besonderen Grund, dass es nicht mehr sind...

Aber, wie gesagt, eigentlich wollte ich nur wissen, ob es hier noch andere Lehrer und Dialektsprecher gibt, aus purer Neugier.

Viele Grüße

Ein Baier
 
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  • #9
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Baier:
oder an der Postleitzahl ("Findet man bei Parship in Bayern nur als Münchner eine Frau?")
Vielleicht nur, weil die PLZ (sprich: räumliche Nähe) bei meiner Partnersuche eine große Rolle spielt: die Rolle der Distanz solltest Du vielleicht nicht unterschätzen.
Und wenn ich Dich richtig verstanden hab, hast Du ja auch nicht den Plan, Dich selbst räumlich zu verändern, so dass eine Partnerin - will sie nicht auf Dauer eine Fernbeziehung führen - zu Dir in die 'Provinz' (ich weiß ja nicht, wo genau in Bayern Du lebst) umsiedeln müsste. Das kann für Frauen, die in ihrer Stadt einen guten Job haben, schon eine ziemliche Hürde sein.
 
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  • #10
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Hallo Baier,
generell würde mich der Beruf Lehrer überhaupt nicht abschrecken.
Doch du wirkst schon sehr belehrend auf mich. So als stündest du vor einer (Forums-)klasse.
Mit Dialekten ist es ähnlich. Wieso betonst du eigentlich immer wieder so sehr deine Herkunft? Schreibt jemand "bayrisch", belehrst du sofort, dass es "bairisch" heißt, du willst, das deine Partnerin diesen Dialekt spricht. Du willst, dass sie zu dir zieht usw. Das kommt mir oft so dominant vor. Eine Sächsin hätte wahrscheinlich nicht ansatzweise eine Chance bei dir.
Aus meiner Sicht kommt es auch darauf an, wie stark der Dialekt ausgeprägt war. Ich hab schon Menschen getroffen, die sprachen sowas von Bairisch, dass ich kein Wort verstanden habe! Und obwohl sie wussten, dass es so war und ich dauernd nachfragen mußte, wechselten sie nicht in ein vermeintliches Hochdeutsch. Das nenne ich dann schon Ignoranz.
Wenn deine frage aber wirklich nur war, ob hier jemand Lehrer ist UND Dialekt spricht muss ich passen, kein Lehrer und höchstens einen klitzekleinen Norddeutschen Slang.

PS: und wenn du nun doch noch einen Schreibfehler gefunden hast, darfst du ihn behalten...;-)
 
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  • #11
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Dreamerin:
Hallo Baier,
generell würde mich der Beruf Lehrer überhaupt nicht abschrecken.
Doch du wirkst schon sehr belehrend auf mich. So als stündest du vor einer (Forums-)klasse.
Mit Dialekten ist es ähnlich. Wieso betonst du eigentlich immer wieder so sehr deine Herkunft? Schreibt jemand "bayrisch", belehrst du sofort, dass es "bairisch" heißt, du willst, das deine Partnerin diesen Dialekt spricht. Du willst, dass sie zu dir zieht usw. Das kommt mir oft so dominant vor. Eine Sächsin hätte wahrscheinlich nicht ansatzweise eine Chance bei dir.
Aus meiner Sicht kommt es auch darauf an, wie stark der Dialekt ausgeprägt war. Ich hab schon Menschen getroffen, die sprachen sowas von Bairisch, dass ich kein Wort verstanden habe! Und obwohl sie wussten, dass es so war und ich dauernd nachfragen mußte, wechselten sie nicht in ein vermeintliches Hochdeutsch. Das nenne ich dann schon Ignoranz.
Wenn deine frage aber wirklich nur war, ob hier jemand Lehrer ist UND Dialekt spricht muss ich passen, kein Lehrer und höchstens einen klitzekleinen Norddeutschen Slang.

PS: und wenn du nun doch noch einen Schreibfehler gefunden hast, darfst du ihn behalten...;-)
Hallo Dreamerin,

da hast du ein paar Sachen doch falsch verstanden; eventuell gelingt es mir auch nicht wirklich, so zu schreiben, dass es bei allen so ankommt, wie ich es meine.

Warum ich weniger meine Harkunft als vielmehr meinen Dialekt betone, hat natürlich etwas mit meiner grundsätzlichen Weltanschauung zu tun. Ich finde es einfach wirklich schrecklich, dass die Welt immer mehr an Vielfalt verarmt. Überall sterben Tier- und Pflanzenarten aus, vielerorts wird immer mehr versucht, sich der Mehrheit anzupassen, das Programm der verschiedenen Fernsehsender wird immer ähnlicher, weit über die Hälfte der Sprachen und Dialakte weltweit sind akut vom Aussterben bedroht... Die Vorstellung, dass irgendwann alle Menschen auf der Welt die gleiche Sprache sprechen, die selbe Musik hören, das gleiche Essen essen und dann vielleicht noch alle die gleiche Meinung haben und die gleiche Partei wählen, ist mir ein absoluter Horror. Das finden manche jetzt eventuell maßlos übertrieben, aber (um diesen heftigen Vergleich zu wagen) 1923 hätte auch niemand geglaubt, was aus ein paar obskuren Putschisten mit sonderlichen Anschauungen aus München noch werden würde. Menschen in irgendeiner Weise "gleich" machen zu wollen (und zwar nicht gleichwertig, was sie meiner Ansicht nach ganz sicher sind, sondern wirklich gleich) empfinde ich als menschenverachtend. Deshalb ist mir der Erhalt meiner Sprache (und jeglicher anderen Sprache weltweit) so wichtig. Ich weiß nicht, ob das für jeden jetzt so nachvollziehbar ist...

Es stimmt, ich fände es ganz nett, wenn ich eine Partnerin finden würde, die auch Bairisch spricht. Ich habe aber auch schon geschrieben, dass das keine Voraussetzung für mich wäre. Ich könnte und würde für die richtige Frau auch jederzeit an einen anderen Ort in Bayern ziehen, aber eben nicht in ein anderes Bundesland, weil ich dann arbeitslos würde. Das sollte doch ein ausreichender Grund sein. Oder würdest du deinen Beruf für einen Mann einfach mal aufgeben? Dass ich ein dominanter Mensch wäre, hat wirklich noch nie jemand zu mir gesagt. Aus meiner eigenen Lebens- und Beziehungserfahrung muss ich vielmehr davon ausgehen, dass genau das Gegenteil der Fall ist (und, obwohl ich ihm nicht so recht traue, ist das auch das, was der Parship-Persönlichkeitstest über mich behauptet.)
Nun, jetzt müsste mich nur noch eine Sächsin anschreiben...

Ich bin übrigens durchaus fähig und bereit, mit Menschen, die kein Bairisch verstehen, Hochdeutsch zu reden und ebenso, mit solchen, die kein Deutsch können, Englisch. Allerdings finde ich es auch etwas sonderbar und auch arrogant, wenn Menschen, die seit 50 Jahren in Bayern wohnen, ihrerseits nicht die geringste Bereitschaft zeigen, wenigstens zu versuchen, Bairisch verstehen zu lernen (vom selbst sprechen rede ich ja sowieso nicht!)

Ich mache selbst auch Tippfehler und manchmal auch Rechtschreibfehler aus Unwissen, das gestehe ich jedem anderen auch zu.
Rechtschreibfehler von anderen kritisiere ich im Forum übrigens nur bei solchen Schreibern (genau genommen nur einem), die das in beleidigender Weise bei anderen machen und gleichzeitig selbst ein sehr niedriges Sprachniveau zeigen. Und nach dem Unterschied zwischen "bairisch" und "bayerisch" wurde ich ja gefragt, also habe ich das beantwortet - finde ich nicht belehrend, sondern eher höflich. Naja, es kommt nicht immer alles so an, wie man es meint.

Viele Grüße

Ein Baier (vielleicht hätte ich doch einen anderen Nick wählen sollen, irgendwas unauffälliges mit meinem Geburtsjahr hinten oder so...)
 
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  • #12
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Weißt du Baier,
Es fällt mir manchmal schwer, deinen ellenlangen Ausführungen zu folgen.
Das Thema ist Lehrer UND Dialekt. Nicht mehr und nicht weniger.
Doch am Ende beschreibst du sozusagen den Weltuntergang, wenn alle die gleiche Sprache sprechen, dasselbe essen usw. Damit magst du ja grundsätzlich recht haben und ich verstehe auch viele deiner Gedankengänge. Und du willst es erklären, damit du verstanden wirst. Auch grundsätzlich gut. Aber oft habe ich den Eindruck, du quatscht die Leute tot. Das ist das Belehrende, was ich meine. Dabei geht es doch grad NUR um Lehrer mit Dialekt.
Ist doch auch gar nicht bös gemeint.
Gerade stelle ich mir nämlich vor, wie sich deine Texte wohl auf Bairisch lesen würden..... :)
 
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  • #13
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Griaß di, Vadramte (=Dreamerin),

ja, do gib i da ja direkt moi a kuaze Kostbrom. Is go ned so simpl, wei mei Computatastatua ned füa jedn Vokal vom Bairischn a Tastn hod. Außadem bin`es Bairisch Tippen überhaupts ned gwohnt. Hochdeitsch schreibt und liest si aa füa mi deitlich bessa und oafacha. O mei, jetz muaß i woi fast damit rechnen, dass`se go koa Lehrer mehr riahrt und aa koana, der Dialekt redt, weil des Graffe jetz go koana mehr vasteht. Oba es war trotzdem moi ganz luschtig. :)

Pfiad di!

A Baia (der se sakrisch frein daat, wenn se jemand trauat, aa a Kostbrom Plattdeitsch, dirolerisch oda keisch oda sunst vo am scheena Dialekt (und schee san`s oisam) zu schreim!)
 
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  • #14
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Dreamerin:
Hallo Baier,
generell würde mich der Beruf Lehrer überhaupt nicht abschrecken.
Doch du wirkst schon sehr belehrend auf mich. So als stündest du vor einer (Forums-)klasse.

PS: und wenn du nun doch noch einen Schreibfehler gefunden hast, darfst du ihn behalten...;-)
Da haben Wir es doch! Wieder so ein Vohrurteil, dass alle Leerer beserwiserisch sind und nichts anderes zu thun haben, alls auf Rechtschreibfehler zu Achten!!
Ick Finte niecht, das Beyer soh isst!
Bei anderen Beruhfen hatt mann ja auch nich sloche Vohrurteile! Ein Metztger leuft auch nicht den gaaanzen Thag mit einem Meser rumm, die Frissörin lässt die Schehre im Salon und der Jurist fährt auch mal zu schnel oder trinckt ein Glahs zufiel!

Das isch jetz übrigens ned min Dialäkt gsi! Dä würd denn eher so töne! Alles klar? =)))
 
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  • #15
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Ich erinnere mich da eher an die Diskussion in der Schweiz, wonach an den Schulen die Kompetenz des Standarddeutschen stärker gefördert werden soll. Insofern wäre ein durchgängig bairisch (oberdeutsch) sprechender Lehrer dem Ziel der Schulbildung ja entgegenstehend - u.a. sich in die Gesellschaft und ihre Verkehrssprache/Kanzleisprache einfügen zu können.

Nun ist es in der Schweiz durch die ausgeprägte Diglossie im Alltag ja etwas spezieller, die meisten Bundesdeutschen werden wohl eher an ein dialektgefärbtes Standarddeutsch denken, wenn sie von Dialekt reden. Dagegen ist nichts einzuwenden, und schränkt die Kommunikation auch später im Alltag ja nicht ein.

2 Gegenpunkte:

Zumindest schränkt es meist nicht ein, denn ich weiß auch, dass einige unserer amerikanischen/englischen Kollegen ernste Schwierigkeiten mit dem Verständnis hatten, wenn sie ein stark oberdeutsch gefärbtes (also sehr "breit" gesproches) Deutsch hörten. Aber die meisten "Dialektsprecher" kann man da auch ermahnen, deutlicher zu sprechen, also sich stärker auf die Standardaussprache des Standarddeutschen zu konzentrieren.

Andererseits hatte man mit dem Ende des Stummfilms mal eine gesamtdeutsche "Bühnenaussprache" festgelegt. Diese wurde aber als so "kalt" empfunden, dass sie sich nicht durchgesetzt hat. So findet man verschliffene und gefärbte Ausdrucksweise auch heute fast durchgängig in Film und Fernsehen - was wohl ein Grund ist, dass viele Menschen glauben, ein gutes Standarddeutsch zu sprechen. Der Wert einer Dialektfärbung, die der ursprünglichen Schriftsprache "Deutsch" etwas Wäre verleiht, sollte man daher nicht unterschätzen.

Fazit: es ist eine Spanne, zwischen zuviel Dialekt, und auch zuwenig Dialektfärbung.