Syni

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  • #241
Interessant, welchen Unterschied das kleine Wort "dich" macht.

Ich habe es in seiner (aktuellen und auch einer vorherigen
) Ausführung als generelle Grundhaltung, und nicht auf diese bestimmte Person bezogen, verstanden.

Mich hat es an mein "ich gebe nicht auf" erinnert. Es ist ein Selbstverständnis (im wahrsten Sinne des Wortes). "Ich bin keine Person, die aufgibt/ verlässt/..."
Das bin ich und das definiert mich. Unabhängig vom Gegenüber.
 
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Demiurg

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  • #242
Diese unausgesprochenen Verbindlichkeiten sind es meiner Ansicht nach, die dann in eine wirkliche Beziehung münden.
Und das lässt sich halt nicht vertraglich festmachen.
Mit dieser Unsicherheit muss man leben; ob verheiratet oder nicht.

Ich glaube hier ist es endlich mal auf dem Punkt gebracht. Ob in der Ehe / Politik / Wirtschaft / hier im Forum - ohne Werte und deren Verbindlichkeit geht´s abwärts - mit oder ohne Vertrag
 
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acuteness

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  • #243
Ich denke daran, weil ich es bei anderen häufig als präsent erlebe.
Was hast du (ihr) zu bieten? Was sind die Dinge, die sie zu dir hinzieht?
Wovon hängt diese ab?
Was passiert, wenn man den Partner gerade mal nicht anziehend findet? Was hält die Beziehung dann zusammen?
Da ich nicht verlasse, sie übrigens auch nicht,
Dann gibt es doch eine Art Übereinkunft für den Fall, dass Anziehung mal nicht (mehr) reicht? Doch keine maximale Freiheit, sondern eine relative?
Gilt das unter allen Umständen?
Warum verlässt du nicht? Würdest du im Falle unglücklich in einer Partnerschaft bleiben?
es macht keinen Sinn aufrecht zu erhalten was nicht mehr rund zu bekommen ist.
Wenn die Anziehung schwindet oder schwächelt, würdest du wahrscheinlich schneller aufgeben, wenn sie leicht zu ersetzen wäre. Dann wäre eine neue Frau mit (gerade) größerer Anziehung sehr attraktiv, nicht?
Macht nicht gerade ihre besondere Art sie so attraktiv für dich?
 

Hoppel

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  • #244
Das ist doch aber eigentlich das Eheversprechen?
"Ich verlasse dich nicht."
So ähnlich. Ehe in der geschichtlichen Entwicklung war mir nie sonderliches Thema. Ich denke, es geht eher darum, ob Ehe bindet. Vermutlich gibt es einige, eher weniger Partnerschaften, die deshalb zusammen geblieben sind, weil sie verheiratet waren. Wird immer geringer eine Rolle spielen. Es ist nur ein mehrschichtiges Konstrukt, ein Regelwerk für eine Partnerschaft. Zuerst war die (langfristige) Partnerschaft, dann kam das Heiratsritual, das Regelwerk.

Langfristige, eheähnliche Partnerschaft, geht sicher auch so. Besonders, wenn es sich um zwei materiell unabhängige Menschen handelt. Ich beschreibe sowas, zusätzlich erweitert um ... hm ... mentale Unabhängigkeit. Beides bedeutet nicht, dass man sich nicht sowohl materiell als auch mental aufeinander einlassen kann.

Es interessiert mich nur, weil ich in meiner jetzigen Beziehung (nach einer Ehe) eben genau das (er-) lebe, was du als immer wieder freie Entscheidung beschreibst.
Meintest du das als immer wieder freie Entscheidung oder was ich immer wieder beschreibe? ^^
Ganz so oft habe ich es nicht beschrieben, ist aber auch nicht das erste Mal.
Partnerschaft ist mir nicht immer wieder frei entschieden. Kann man natürlich täglich, wöchentlich, oder in sonst einem Rhythmus oder an Hand von irgendwelchen Gelegenheiten festmachen und frei entscheiden, mir geht es aber um eine zu beginn der Partnerschaft grundsätzlich getroffene Entscheidung, die möglicherweise in Frage gestellt wird, wenn es wirklich knirscht. Es ist die Frage, ob man wieder zusammenkommt. Wenn nicht, geht man seiner Wege. Das lässt sich so oder so nicht ausschließen.

Das würde ich nachfragen! Dich natürlich nicht, Heirat scheint jedoch nicht so die in Gänze erbauliche Erfahrung gewesen zu sein. So oder so muss man mit Partnerschaft umgehen können und wenn das hinreichend entspannt ist, dann spielt es keine Rolle für die Partnerschaft, ob man heiratet oder nicht. War die Heirat das Problem? Oder willst du das nicht mehr riskieren? Die Antworten sind nicht für mich.

Aber da hat @acuteness doch einen Punkt getroffen, finde ich:
Das grundsätzliche "commitment"
Diese unausgesprochenen Verbindlichkeiten sind es meiner Ansicht nach, die dann in eine wirkliche Beziehung münden.
Und das lässt sich halt nicht vertraglich festmachen.
Mit dieser Unsicherheit muss man leben; ob verheiratet oder nicht.
Sicher, nur, Verbindlichkeit, Ehe ist doch nichts neues und schon gar nicht selten. Die Heirat ein schon sehr altes zugehöriges Ritual. Hat schon seinen Grund. Und wurde den Zeiten entsprechend "geregelt". Diese Regelungen sind grundsätzlich sinnvoll, denn eine "Ehe" verändert beider wirtschaftliche Situation idR. deutlich.

Trotzdem interessiert mich, wo du den Unterschied siehst zwischen Eheversprechen und deinem "ich verlasse dich nicht".
In deinem Kontext keinen. ^^ Nur, hatte ich das nicht geschrieben, @Syni hat es mit der Grundeinstellung auf den Punkt gebracht. Ich kann nur meinen Teil dazu beitragen, der da ist, ich möchte eine eherne Beziehung und für das Gelingen beitragen soweit ich dazu in der Lage bin.
Das kann man weiter hinterfragen, denn das zielt auf die Beziehung ab, ist dann der Partner austauschbar? Ist er. Haben hier näherungsweise alle schon hinter sich.

Das stellt das Prinzip der (formalen/-losen) Ehe nicht in Frage. Ich denke, es gibt ein allgemeines Bedürfnis nach Partnerschaft und es steht einem frei sich für das vorkonfektionierte Modell "Trauung" zu entscheiden oder nutzt selbst den gestalterischen Raum. Sollte für die absichtsweise eherne Beziehung keinen Unterschied machen.
Ist sie absichtsweise nicht ehern, sollte es ebenfalls ein wie auch immer geartetes Commitment geben.
 
D

Deleted member 22756

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  • #245
Mich hat es an mein "ich gebe nicht auf" erinnert. Es ist ein Selbstverständnis (im wahrsten Sinne des Wortes). "Ich bin keine Person, die aufgibt/ verlässt/..."
Bedeutet für das Gegenüber aber trotzdem er / sie verlässt mich nicht.
Und das geht für mich deutlich über das commitment hinaus, und wäre der Grund für mich, nicht mehr zu heiraten.
Das nicht, aber sie hat falsche Erwartungen geweckt und führte dazu, an etwas festhalten zu wollen, was eigentlich nicht mehr existierte. Es war ein Versprechen, welches eigentlich keiner von uns beiden geben konnte (eben weil man über die Jahre ja nicht immer der / die selbe bleibt), und an das man sich dann trotzdem gebunden fühlt, selbst wenn eine Trennung für beide das Beste wäre.
Also ich wünsche mir, mit meinem Partner zusammen alt zu werden, kann aber nicht mit Sicherheit versprechen, dass ich ihn beispielsweise pflegen würde.
Ich war noch nie in so einer Situation und kann so ein Versprechen also auch nicht geben. Ich kann versprechen, dass ich es versuchen und mich bemühen werde.
Meintest du das als immer wieder freie Entscheidung oder was ich immer wieder beschreibe? ^^
Schon die "immer wieder freie Entscheidung". Das Gegenteil eben von einem Versprechen, denn dann ist der Andere ja an sein Versprechen gebunden, und muss bei mir bleiben - das Gegenteil von Freiheit.

Ich erlebe das gerade im Freundeskreis: ihr Wunsch nach Sicherheit in der Beziehung (mit den entsprechenden Erwartungen und Geboten und Verboten) führt zum eigentlichen Gegenteil. Er nutzt jede Gelegenheit, sich Freiräume zu schaffen, was sie zunehmend verunsichert.

Die grundsätzliche Einstellung zu dem, was man unter Partnerschaft versteht sollte aber schon geklärt sein und weitestgehend übereinstimmen.

Vertrauen und Respekt: das sind schon fast abgedroschene Phrasen in dem Zusammenhang; aber manchmal schwer auszuhalten, weil es beinhaltet ja immer auch, dass ich respektieren und aushalten muss, dass der andere mich vielleicht irgendwann nicht mehr "will".

Es ist nur ein mehrschichtiges Konstrukt, ein Regelwerk für eine Partnerschaft. Zuerst war die (langfristige) Partnerschaft, dann kam das Heiratsritual, das Regelwerk.
Das ist ein interessanter Gedanke. Ehe war ursprünglich nicht als Versprechen gedacht, immer zusammen zu bleiben, sondern sollte der Tatsache , dass man immer zusammen bleiben muss einen vertraglichen Rahmen geben. Eigentlich unpassend für heutige Anforderungen an die Ehe.
Vielleicht ist dieser ganze Hochzeitskram nur ein großes Missverständnis :p
 

Hoppel

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  • #246
Was hast du (ihr) zu bieten? Was sind die Dinge, die sie zu dir hinzieht?
Das weiß ich nicht. Ich könnte sie fragen, könnte aber ähnlich diffus sein, wenn ich das beschriebe. Halte ich auch nicht für sonderlich sinnvoll zu hinterfragen. Es ist mir in beide Richtungen ein zu akzeptierendes.

Wovon hängt diese [dauerhafte Anziehung] ab?
Das weiß ich nicht. Ich frage mich, was ist wesentlich und ich kann es nicht bestimmt zuordnen. Das liegt sicher daran, dass ich es nicht sauber voneinander trennen kann.

Vielleicht ist es ein gegenseitiges Belohnungssystem. Man zieht sich an, betüddelt sich gegenseitig, findet das anziehend, betüddelt sich ....

Was passiert, wenn man den Partner gerade mal nicht anziehend findet? Was hält die Beziehung dann zusammen?
Regeln, eigene oder akzeptierte. Umstände.

Ich habe dauerhafte Anziehung noch nicht als unmöglich wahrgenommen. Problematischer ist der Umgang miteinander. Und solange Anziehung da ist, dafür kann man was tun, würde ich bei Nichtanziehung nach Störungen suchen.

Dann gibt es doch eine Art Übereinkunft für den Fall, dass Anziehung mal nicht (mehr) reicht? Doch keine maximale Freiheit, sondern eine relative?
ja.

Nein.

Wenn sie mich verlassen will/verlässt, dann ist das eine zu überwindende Hürde und schon ein deutliches Indiz, dass (für sie) etwas schief läuft. Meist ist das ein gemeinsames Problem und ich finde es okay, wenn sie das abschließt. Ich kann so einen/ihren Abschluss relativ gut verarbeiten.
Ist übrigens nicht absolut. Eine einzige Beziehung habe ich dessen ungeachtet beendet. Mir wird öfters mal nachgesagt, ich ließe mich "pflücken", hat den Charme ihrer eindeutigen Entscheidung. Das stimmt sogar, relativiert sich aber ...

Würdest du im Falle unglücklich in einer Partnerschaft bleiben?
Nein.

Wenn die Anziehung schwindet oder schwächelt, würdest du wahrscheinlich schneller aufgeben, wenn sie leicht zu ersetzen wäre. Dann wäre eine neue Frau mit (gerade) größerer Anziehung sehr attraktiv, nicht?
Scheint allgemein eine Rolle zu spielen, für mich nicht. Könnte ich auch angsichts meiner angenommenen, allgemeinen Partnerfindungsprobleme lapidar antworten: wer sollte das sein?

Komme ich auf die Austauschbarkeit des Partners zurück, wenn das so ist, dann bleibe ich bei der Frau in die ich mental schon erheblich investiert habe und schaue erst ob sich das nicht wieder gemeinsam sinnvoll aufgleisen lässt. Solange ich das für möglich halte, lasse ich mich nicht ein, bin für andere Frauen nicht empfänglich.

Macht nicht gerade ihre besondere Art sie so attraktiv für dich?
Ja. Spielt für mich eine deutlich größere Rolle als ihr Aussehen - wobei sie eine ihrem Wesen Ausdruck verleihende, allgemein attraktive Erscheinung ist. Ungewöhnlich, ungewöhnlich kreativ, nonkonform. Mich fasziniert sowieso eher Geist, Freigeist - was Extrovertiertheit nicht ausschließt. Mit den üblichen Beurteilungen anhand üblicher Schönheitsideale kann ich wenig anfangen.
 

fafner

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  • #247
Nö.
Warum würde das Wir-Gefühl gefährdet oder weniger, wenn du die anderen genauso respektvoll behandelst wie deinen Partner?
Hatten wir doch schon. Es wird dann unterschiedslos(er).
Wie findet dein Partner es, wenn du andere respektlos(er) behandelst?
Völlig normal.
 
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lila_lila

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  • #249
Wenn nein, wie kann man den vermeiden ohne was in sich rein zu fressen?
Danke für euren Input.
acuteness

Ohne jetzt alle 17 Seiten durchgelesen zu haben - es gibt ein paar Regeln nach denen ich es versuche (klappt natürlich nicht immer, aber es ist ja kein Meister vom Himmel gefallen und so):
-
Wenn etwas nicht passt, nicht gefällt, kränkt, was auch immer - dann sofort äußern. So hat reinfressen keine chance.
- Und bei Auseinandersetzungen immer in der ich Form sprechen. "Ich fühle mich übergangen" statt "Du hast mich übergangen" Spart viel Zündstoff.
 
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acuteness

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  • #250
Wenn etwas nicht passt, nicht gefällt, kränkt, was auch immer - dann sofort äußern.
Was ist das Ziel dabei?
Und bei Auseinandersetzungen immer in der ich Form sprechen. "Ich fühle mich übergangen" statt "Du hast mich übergangen" Spart viel Zündstoff.
Du meinst so wie beispielsweise hier:
?
Warum spart das Zündstoff?
 

Voldemort

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  • #251
Was ist das Ziel dabei?

Du meinst so wie beispielsweise hier:

?
Warum spart das Zündstoff?
Das steht doch da. Und es ist richtig. Nichts sagen und im Stillen hadern führt oft, nicht immer natürlich, irgendwann zu Überreaktionen. Ich lebe das auch so, reinfressen und irgendwann mit einem übergelaufenen Faß kämpfen ist nicht meins. Weder beruflich noch privat.

Weil Formulierungen wie "du hast dies gemacht" wesentlich vorwurfsvoller klingen, abgesehen davon kann es sein, daß es nur so empfunden wird. Ich kann nur für mein Empfinden sprechen.
 

Syni

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  • #252
Weil Formulierungen wie "du hast dies gemacht" wesentlich vorwurfsvoller klingen, abgesehen davon kann es sein, daß es nur so empfunden wird.
Naja.... nur hat der Schreiber der Ich-Botschaft das Prinzip nicht wirklich verstanden.
"Ich finde dich zum kotzen." ist nicht grundlegend anders als "Du bist zum kotzen." und nicht im Einklang mit dem Sinn der Du-Botschaften.
Auf das aktuelle Beispiel muss ich es nicht übertragen, oder? Ist ersichtlich, oder?

Ist leider ein sehr weit verbreitetes Missverständnis und die Verwender der vermeintlichen Ich-Botschaften fühlen sich anscheinend oft auch noch erhaben, weil sie glauben ja alles so richtig zu machen und der andere gar keinen Grund hat, sich angegriffen zu fühlen. 🤦‍♀️
Es tut schon weh, wie so ein, im Kern sinnvolles, Konzept entstellt und verstümmelt wird.
 
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Voldemort

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  • #253
Naja.... nur hat der Schreiber der Ich-Botschaft das Prinzip nicht wirklich verstanden.
"Ich finde dich zum kotzen." ist nicht grundlegend anders als "Du bist zum kotzen." und nicht im Einklang mit dem Sinn der Du-Botschaften.
Auf das aktuelle Beispiel muss ich es nicht übertragen, oder? Ist ersichtlich, oder?
Ja natürlich. Wenn man soweit ist, daß man sich beschimpfen muß, ist eh Hopfen und Malz verloren. Ich war eher bei zwischenmenschlichen Mißverständnissen, die oft in Vorwürfe münden. "Du machst immer..."

Ich fahre speziell bei meinen Kindern gut damit, die ich-Botschaft zu verwenden, einerseits sind Pubertisten Pulverfässer und ich mags gern friedlich 😎 andererseits ist das Denken und die Empfindung des Gegenübers oft etwas gegensätzlich. Da erscheint es mir sinnvoller, zu sagen, wie es bei mir ankommt und nicht, was ich dem anderen vorwerfe. Manchmal liegt man ja falsch.
 
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lila_lila

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  • #255
Was ist das Ziel dabei?

Du meinst so wie beispielsweise hier:

?
Warum spart das Zündstoff?

Das Ziel ist - negative Emotionen gleich aussen vor zu lassen und sie gar nicht erst aufzunehmen und in sich reinzufressen. Jemand der beleidigt ist, verbringt viel Zeit damit, sein beiledigtsein zu kultivieren, zu hegen und zu pflegen. Viel Streit entsteht doch gerade dadurch, dass jemand etwas erst in seinem inneren "ausköchelt" bis es irgendwann den Deckel wegsprengt.

Ich-Botschaften sollen ja aufzeigen wo man selbst im Gespräch oder im Streit herkommt. Dem Gegenüber ist das vielleicht gar nicht klar warum wieso weshalb, weil die Perspektive eben eine andere ist.

Genau wie Pauschalisierungen "nie machst du" oder "immer sagst du". Wirklich immer und nie? Anklagend und destruktiv.

Ob mein Satz aus dem anderen Strang dazu zählt weiss ich ehrlich gesagt gar nicht, das ist für mich was anderes als ein Streit zwischen zweien die sich kennen. Der TE empfand sich ja als konkret, ich sah das anders.
 
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  • #256
Das Ziel ist - negative Emotionen gleich aussen vor zu lassen und sie gar nicht erst aufzunehmen und in sich reinzufressen. Jemand der beleidigt ist, verbringt viel Zeit damit, sein beiledigtsein zu kultivieren, zu hegen und zu pflegen. Viel Streit entsteht doch gerade dadurch, dass jemand etwas erst in seinem inneren "ausköchelt" bis es irgendwann den Deckel wegsprengt.

Ich-Botschaften sollen ja aufzeigen wo man selbst im Gespräch oder im Streit herkommt. Dem Gegenüber ist das vielleicht gar nicht klar warum wieso weshalb, weil die Perspektive eben eine andere ist.

Genau wie Pauschalisierungen "nie machst du" oder "immer sagst du". Wirklich immer und nie? Anklagend und destruktiv.

Ob mein Satz aus dem anderen Strang dazu zählt weiss ich ehrlich gesagt gar nicht, das ist für mich was anderes als ein Streit zwischen zweien die sich kennen. Der TE empfand sich ja als konkret, ich sah das anders.
🦒🦒🦒
 
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acuteness

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  • #257
Das Ziel ist - negative Emotionen gleich aussen vor zu lassen und sie gar nicht erst aufzunehmen und in sich reinzufressen. Jemand der beleidigt ist, verbringt viel Zeit damit, sein beiledigtsein zu kultivieren, zu hegen und zu pflegen.
Auszusprechen, was dich stört, lässt dich negative Emotionen "außen vor lassen"? Warum muss derjenige, an dem dich was stört, dafür anwesend sein?
Welche anderen Reaktionen kennst du noch außer Beleidigtsein?
Ich-Botschaften sollen ja aufzeigen wo man selbst im Gespräch oder im Streit herkommt.
Das war keine.
Eine Ich-Botschaft wäre es, wenn man von dem spricht, was in einem vorgeht. "In mir geht vor, dass du ein Depp bist!" ist z. B. keine.
Ob mein Satz aus dem anderen Strang dazu zählt weiss ich ehrlich gesagt gar nicht, das ist für mich was anderes als ein Streit zwischen zweien die sich kennen. Der TE empfand sich ja als konkret, ich sah das anders.
Wenn du dem TE die Verantwortung gibst, ist es keine.
"Ich verstehe nicht ..." könnte z. B. u. U. eine sein.
 
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  • #258
das ist typisch Kommunikationstraining, ohne Bezug zur Psychologie :(
 

lila_lila

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  • #259
Auszusprechen, was dich stört, lässt dich negative Emotionen "außen vor lassen"? Warum muss derjenige, an dem dich was stört, dafür anwesend sein?
Welche anderen Reaktionen kennst du noch außer Beleidigtsein?

Das war keine.
Eine Ich-Botschaft wäre es, wenn man von dem spricht, was in einem vorgeht. "In mir geht vor, dass du ein Depp bist!" ist z. B. keine.

Wenn du dem TE die Verantwortung gibst, ist es keine.
"Ich verstehe nicht ..." könnte z. B. u. U. eine sein.
Da sind noch eine Menge möglicher Reaktionen, sollten sie hier etwa alle aufgezählt werden? Beim Thema Streit kam mir beleidigt als eine von zig Möglichkeiten in den Sinn. Ist ausserdem ein gutes Beispiel für etwas, was wachsen kann um dann aus einer Mücke zu einem Elefanten zu werden.

Ja, wenn ich Dinge, Unangenehmes oder aufkeimende Konflikte gleich kläre, lasse ich sie auch gleich los, werde von ihnen nicht belastet und trage sie nicht mit mir herum. Ob der jenige dabei sein muss? Na wenn es um eine Konfkliktsituation/Streit mit einer anderen Person geht, macht es doch bestimmt Sinn, oder? Ist sicher Situations- und Konfliktabhängig, vielleicht schreiben manche Leute auch Briefe oder Tagebuch, was weiss ich.

Den Satz aus dem anderen Thread habe ich hier nicht als Beispiel herangebracht, habe ja auch geschrieben dass ich es nicht für so ein Beispiel halte. Ich habe dem TE auch nicht die Verantwortung gegeben, nur meine Wahrnehmung aufgezeigt, das steht auch so in dem Strang."ich empfinde, du bist ein depp" ist auch sicher kein gutes Beispiel, sehe keine Relevanz.
 
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Voldemort

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  • #261
Naja.... nur hat der Schreiber der Ich-Botschaft das Prinzip nicht wirklich verstanden.
"Ich finde dich zum kotzen." ist nicht grundlegend anders als "Du bist zum kotzen." und nicht im Einklang mit dem Sinn der Du-Botschaften.
Auf das aktuelle Beispiel muss ich es nicht übertragen, oder? Ist ersichtlich, oder?

Ist leider ein sehr weit verbreitetes Missverständnis und die Verwender der vermeintlichen Ich-Botschaften fühlen sich anscheinend oft auch noch erhaben, weil sie glauben ja alles so richtig zu machen und der andere gar keinen Grund hat, sich angegriffen zu fühlen. 🤦‍♀️
Es tut schon weh, wie so ein, im Kern sinnvolles, Konzept entstellt und verstümmelt wird.
Du hast hier noch editiert.

Wie kommst Du darauf, daß ich mich erhaben fühle, wenn ich versuche, Konflikte nicht anklagend zu lösen? Das ist überhaupt nicht der Fall und heißt auch nicht, daß der andere keinen Grund hat, sich da angegriffen zu fühlen. Ich verwende das, weil ich eher über meine Empfindungen bei einem Konflikt spreche, die können ja trotzdem falsch sein. Und der Konflikt bleibt ungelöst. Oder man einigt sich in der Mitte oder stellt fest, daß der Andere recht hatte. Da gibt es doch zig Möglichkeiten, die Botschaft ist nur der Einstieg. Ich glaube nicht, daß man mit dem Gefühl des Erhabenseins einen Konflikt überhaupt lösen kann.
 
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Voldemort

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  • #262
Warum? Dieses Beispiel ist schlicht nicht sinnig für Ich-Botschaften. Daß in dem Fall kein Unterschied besteht ist ja wohl klar, weil beides verletztend bis beleidigend ist. Natürlich kann man auch ich-Botschaften benutzen, um auszuteilen, darum ging es mir aber nicht, weder hier noch im normalen Leben. Ich finde sie sinnig, weil sie nicht so anklagend daherkommen wie andere Formulierungen. Vielleicht haben wir aber unterschiedliche Konflikte vor Augen.
 

Maron

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  • #263
eine Frage ... wo liegt der Unterschied zwischen Ich Botschaften und einer Ich Zentrierung?
 
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  • #264
Hallo an alle,
nach ein paar Tagen Mitlesen in diesem Forum weiß ich nicht, ob hier wirklich über Beziehungsthemen geschrieben wird ohne dass sich welche an die Gurgel gehen?
Andererseits passt meine Frage ganz gut, es geht um Streit in der Beziehung.
Wie denkt ihr darüber? Gehört streiten dazu? Wenn ja, warum? Wenn nein, wie kann man den vermeiden ohne was in sich rein zu fressen?
Danke für euren Input.
acuteness
Ich hab mal von sog. Experten gehört, dass in einer Beziehung die Balance zwischen Nähe und Distanz wichtig ist. Streit schafft Distanz. Paare, die hin und wieder streiten, schaffen dadurch Distanz, um sich dann wieder annähern zu können (unbewusst). Paare, die sich nie streiten, da ist dann irgendwann die Beziehung tot.

Also, das ist, was ich gehört habe.

Nach meiner Erfahrung, kann Streit die Beziehung vergiften. Wenn nach jedem Streit der nächste Streit noch heftiger eskaliert und bei einem Part die Hemmschwelle immer weiter sinkt, können so Streits auch eine beginnende Gewaltspirale sein. Es fängt immer erst mit Worten an. Mit Kritik, Beleidigungen, Abwertungen. Mit kontrollierende, besitzergreifenden Verhalten. Mit Anschreien. Mit heftigeren Beleidigungen. Dann vielleicht mal ein schubsen. Es steigert sich langsam.

Ich denke, es gibt zu nette Menschen auf der Welt, mit denen man sich ohne Mühe gut versteht und wo alles leicht und locker läuft. Empathische und rücksichtsvolle Leute mit Niveau.
Das Leben ist zu kurz, um es mit den falschen zu verschwenden. Meine Meinung: du musst nix "aushalten". Und man muss ja auch nicht alle Menschen mögen. Verbringe die Zeit mit denen, mit denen du es gerne tust. Alle anderen sind doch Wurst.
 
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  • #266
Heißt das, das Streit für dich ein Ausschlusskriterium ist?
Nicht grundsätzlich. Aber es war schon mal für mich ein Trennungsgrund, weils zu heftig war und immer noch heftiger wurde.

Und da ich nun die Erfahrung mache, wie es ist, wenn man sich einfach gut versteht, dass es auch ganz anders sein kann und ohne Streits geht, mit friedlicher, freundlicher und respektvoller Kommunikation und ich dabei merke, dass sich das viel leichter anfühlt und einfach Spaß macht, denke ich, dass das Leben ohne Streitereien mind. zehnmal oder gar hundert mal so schön ist.

Im Moment brauch ich über Streit als Ausschlusskriterium nicht nachdenken. Denn, wenn man mit jemandem richtig gut reden kann und sich gegenseitig versteht, braucht man nicht zu streiten. 🤷‍♀️
 

Bastille

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  • #268
Nach meiner Erfahrung, kann Streit die Beziehung vergiften. Wenn nach jedem Streit der nächste Streit noch heftiger eskaliert und bei einem Part die Hemmschwelle immer weiter sinkt, können so Streits auch eine beginnende Gewaltspirale sein. Es fängt immer erst mit Worten an. Mit Kritik, Beleidigungen, Abwertungen. Mit kontrollierende, besitzergreifenden Verhalten. Mit Anschreien. Mit heftigeren Beleidigungen. Dann vielleicht mal ein schubsen. Es steigert sich langsam.
Nicht grundsätzlich. Aber es war schon mal für mich ein Trennungsgrund, weils zu heftig war und immer noch heftiger wurde.
Das illustriert, glaub ich, ganz gut, wie unterschiedlich Streit aus den eigenen Erfahrungen heraus assoziiert und definiert wird und macht deinen eigenen Umgang damit sehr nachvollziehbar.
Gewalttätige Eskalation ist für mich allerdings kein natürlicher Bestandteil eines Konfliktes, sondern eigentlich schon weit jenseits des Streites.
Dagegen kann Streit als eine Form der Auseinandersetzung, u.U. durchaus auch konstruktive Möglichkeiten eröffnen und muss nicht zwangsläufig nur verbrannte Erde hinterlassen.
Ich denke, wenn man in der partnerschaftlichen Kommunikation in bestimmten Situationen an den Punkt kommt, an dem man in der Konfliktbewältigung weder eine emotionale noch eine rationale Verständigungsebene findet, also man sich selbst ohnmächtig wähnt, sind das die Momente, die auch ein tiefergehendes Verständnis sowohl für den Partner, als auch für sich selbst generieren können. Streit, im Sinne einer instinktiven ungefilterten emotionalen Reaktion auf einen Auslöser, kann vielleicht unmittelbarer definieren, was dem anderen und einem selbst wichtig, wo man, weshalb verletzlich ist, als es in einer abgeklärteren Situation möglich wäre und birgt so auch die Chance eines ungeschönten, unverfälschten Sich-Erkennens.
 
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Hoppel

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  • #269
Oder anders: kommt es zum Streit, dann wurden bei einem oder beiden Beteiligten Dinge berührt, die zum Streit führten. Neben der wünschenswerten, aber nicht selbstverständlichen sachlichen Klärung muss desweiteren IdR emotional empfundener Schaden, berechtigt oder nicht, repariert werden.
Alles nicht so einfach.
 
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Syni

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  • #270

Auszug:
"Selbst die glücklichste Partnerschaft kommt nicht ohne Konflikte aus. Im Streit mit dem Partner gibt es zwei Möglichkeiten: den sozialen Hochstatus oder den Tiefstatus für sich beanspruchen.

Der Hochstatus bedeutet, dem Partner durch Ärger und Verachtung zu signalisieren, dass man sich im Recht fühlt. Wer hingegen Scham oder Schuldbewusstsein zeigt, der begibt sich in den sozialen Tiefstatus und startet damit das, was der Mimik- und Körperspracheexperte Dirk Eilert als "nonverbalen Reparaturversuch" bezeichnet.
"
 
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