Beiträge
47
Likes
0
  • #1

Der K(r)ampf der Geschlechter

Ich konnte kein anderes passendes Thema, in dem ich diese Info unterbringen konnte, finden. Deshalb habe ich dazu mal einen Thread gestartet.

Über o.g. Thema wird gleich bei Beckmann (ARD 22.45 Uhr) diskutiert.
Ich nehme an, das könnte hier evtl. von Interesse sein:

Was ist typisch Mann, was typisch Frau? Passen beide überhaupt zusammen? Über die Tücken im Miteinander der Geschlechter sprechen fünf Fachleute mit unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen. Wissenschaftliche Studien zeigen: Die Evolution beeinflusst früh unser Verhalten – bereits nach der Geburt reagieren Mädchen anders auf visuelle Reize als Jungen. Doch welche Unterschiede lassen sich tatsächlich biologisch begründen? Wie prägen uns Rollenvorbilder in Familien, Schulen und Medien? Und nicht nur im Karneval eine heikle Frage: Wer geht häufiger fremd?
http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/beckmann/sendung/beckmann-07022013-weiberfastnacht100.html

Aber vielleicht hat ja der eine oder andere ohnehin etwas zum Thema oder zur Sendung beizutragen. ;-)
 
Beiträge
1.608
Likes
7
  • #2
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Liebe Angel,

handelt nicht das gesamte Forum über dieses Thema? Und kann jemand treffsicherer Analysieren als die hier handelnden Foristen und Experten? ;)
 
Beiträge
194
Likes
1
  • #3
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Ich möchte hier klar Position bekennen: Wir SIND unterschiedlich: Männlein und Weiblein. Das ist ja das Schöne! Und ich sehe das weder als Kampf noch als Krampf, sondern als Spiel der Natur. Das ist doch spannend! Für mich wäre ein Mann kein Mann, wenn er sich wie eine Frau verhielte. Und ich bin gern Frau und muss und will nicht "Emanze aus Prinzip" sein.
Und ich hoffe weiter, dass wir uns eben NICHT gleichmachen wollen und diese Unterschiede stattdessen mit Leben füllen!
 
Beiträge
4.669
Likes
357
  • #4
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Beiträge
859
Likes
77
  • #5
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Zitat von Heike:
Zitat von Weib:
Das freut mich! Daß Frau und Mann verschieden ist, ist bestimmt so. Unklar ist mir allerdings, was sie jeweils sind. Was meinst du: was ist eine echte Frau und was ist ein echter Mann?
lol... heike, extra-dry :)

um auch was zum thema beizutragen: unlängst habe ich von einer studie gelesen, die das verhalten von männern und frauen in einem online-spiel untersuchte. (das finde ich ja in bezug auf dieses forum hier interessant.) männer und frauen unterschieden sich dabei in einigen punkten in ihrer kommunikationsweise. frauen waren mit mehr personen vernetzt und legten mehr wert darauf, dass sich ihre kommunikationspartner untereinander vernetzten und gut verstanden. männer hingegen waren mit weniger, aber einflussreicheren personen in kontakt und reagierten am schnellsten, wenn sie von frauen angefragt wurden :).

link gefunden und nachgereicht:
http://derstandard.at/1360161083469/Frauen-netzwerken-anders-als-Maenner
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Beiträge
897
Likes
5
  • #6
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Männer

http://www.youtube.com/watch?v=88e25JahHzI

Frauen

?, noch auf der Suche ;-)
 
J

jolie_geloescht

  • #7
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Wer häufiger Fremdgeht?
Keine Ahnung. Bin noch nie Fremdgegangen und das ist auch gut so. Heisst aber nicht, dass ich nie die Gelegenheit dazu gehabt hätte.
Fremdgehen ist doof, egal ob Mann oder Frau es tut. Warum kann man sich nicht trennen?
Aus Liebe? Lach, nee...
Zur Liebe gehört Treue und guter Sex dazu!!! Zumindestens in einer Partnerschaft. Mehr fällt mir nicht dazu ein.
 
Beiträge
40
Likes
0
  • #8
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Zitat von Heike:
Zitat von Weib:
Das freut mich! Daß Frau und Mann verschieden ist, ist bestimmt so. Unklar ist mir allerdings, was sie jeweils sind. Was meinst du: was ist eine echte Frau und was ist ein echter Mann?
Echt hat viele Variationen ;-) Authentisch sein, seine natürliche, biologische Rolle, falls man/ frau sie noch wahrnimmt, annehmen und erfüllen. Warum macht eine Frau sich schön? Um Konkurrenz auszuschalten und den Männern, besser noch, dem bestmöglichen Mann zu gefallen. Warum sucht sich der Mann eine junge, schöne, vielleicht auch intelligente Frau? Um mit ihr die bestmöglichen Nachkommen zu zeugen. Dabei streut er auch gerne... Ja, das ist einfach Natur, so sind wir gestrickt. Der Mann ist dabei ein bißchen (mehr oder weniger) Macho, ist der Starke, der die Familie im Ernstfall beschützen kann. Die Frau hat in der Intuition ihre Stärke, im Gestalterischen, Häuslichen, sie kann Gesichter besser interpretieren, der Mann besser Entscheidungen treffen. - Aber das wissen wir doch eigentlich alle, oder haben wir das wegen GENDER inzwischen schon verlernt?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Beiträge
47
Likes
0
  • #9
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Was die Diskussionsrunde bei Beckmann betrifft:

Interessant fand ich die Feststellung, dass Frauen bei der Partnersuche vorrangig nach dem Status des Mannes ihre Wahl treffen, während für Männer bei der Partnersuche die Attraktivität der Frau das wohl wichtigste Kriterium ist. Die Intelligenz der Frau soll angeblich keine große Rolle spielen.
So das Ergebnis irgendwelcher Untersuchungen.

Achja: Und wenn es nach den Wünschen der Frauen ginge, läge wohl ein gewisser Prozentanteil dieser mehr Wert auf Schönheit als auf Intelligenz.
Auch dann, wenn die Schönheit vergeht und die Dummheit bleibt. ;-)
 
Beiträge
4.202
Likes
13
  • #11
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Zitat von Angel_101:
Was die Diskussionsrunde bei Beckmann betrifft:

Interessant fand ich die Feststellung, dass Frauen bei der Partnersuche vorrangig nach dem Status des Mannes ihre Wahl treffen, während für Männer bei der Partnersuche die Attraktivität der Frau das wohl wichtigste Kriterium ist. Die Intelligenz der Frau soll angeblich keine große Rolle spielen.
So das Ergebnis irgendwelcher Untersuchungen.
)
was ist daran jetzt neu oder sensationell? :)

guck mal hier:
http://www.youtube.com/watch?v=VdMzrmKyt5Y
 
Beiträge
3
Likes
0
  • #12
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Warum sucht sich der Mann eine junge, schöne, vielleicht auch intelligente Frau? Um mit ihr die bestmöglichen Nachkommen zu zeugen. Dabei streut er auch gerne... Ja, das ist einfach Natur, so sind wir gestrickt.
 
Beiträge
3
Likes
0
  • #13
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Zitat von GAST: "Warum sucht sich der Mann eine junge, schöne, vielleicht auch intelligente Frau? Um mit ihr die bestmöglichen Nachkommen zu zeugen. Dabei streut er auch gerne... Ja, das ist einfach Natur, so sind wir gestrickt."

Oh weh ... Haben wir uns denn in den vergangenen Tausenden von Jahren so wenig vom Keulen schwingenden Neandertaler entfernt? Sind wir noch immer so sehr von biologischen „survival-of-the fittest“- Zwängen bestimmt? Gibt es nicht auch so etwas wie eine Evolution des Geistes? Was mich an der anfangs zitierten Aussage so stört, ist auch der Blankoscheck, den man damit dem Mann ausstellt: er geht fremd ("dabei streut er auch gerne"), so ist er nunmal, das ist die Natur!!! Nochmal: wir haben uns doch sicher weiter entwickelt, oder? Oder?!?!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Beiträge
1.557
Likes
1.987
  • #14
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Zitat von rosa-damascena:
Oh weh ... Haben wir uns denn in den vergangenen Tausenden von Jahren so wenig vom Keulen schwingenden Neandertaler entfernt? Sind wir noch immer so sehr von biologischen „survival-of-the fittest“- Zwängen bestimmt? Gibt es nicht auch so etwas wie eine Evolution des Geistes? ..... Nochmal: wir haben uns doch sicher weiter entwickelt, oder? Oder?!?!
Aber klar doch. Schau dich nur um.
Siehst du noch irgendwo welterobernde alle Schwierigkeiten überwindende Jäger und Sammler die sich fleißig vermehren und die Erde füllen?
Nein. Wir haben uns weiterentwickelt. Zu Vollkomfort verwöhnten dauergestressten fortpflanzungsunwilligen Endverbrauchern. Survival of the fittest war gestern. Heute heißt es: Nach mir die Sintflut! ;-)
 
Beiträge
1.037
Likes
246
  • #15
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Ich mache jetzt mal dem Kollegen freitag Konkurrenz. Und stifte etwas Verwirrung in Sachen Feingeist und musikalischem Geschmack, naja, sagen wir mal Repertoire-Kenntnis.

Also Männer... ?! Was ist mit denen los, immer noch? ... ,ja immer noch:
http://www.youtube.com/watch?v=88e25JahHzI

( ..man(n) und frau beachte Herrn G. und die Mädels in der ersten Reihe. So wird das nix mit der Emanzipation. )

Eher so:
http://www.youtube.com/watch?v=lphB-z6AuL0
 
Beiträge
1.557
Likes
1.987
  • #16
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Was mir gerade einfiel:

Der Mann

Er jagt mit Speer und Gewehr in glutheißer Savanne, im feuchten Dschungel, im ewigen Eis und im stürmischen Meer.
Stellt sich wenn nötig Wolf, Tiger und Bär.
Bereist die Fernen, fliegt gar zu den Sternen.
Trotzt Lebensgefahr oder kommt darin um.
Liebt, schützt und ernährt die Seinen.
Er steht auf der Wacht im Sturm und bei Nacht.
Wohl dem der sein Freund ist, doch wehe den Feinden.
Er rodet Wälder, baut Häuser und Felder.
Er ackert und sät, er rackert und mäht.
Gräbt tief in der Erde nach verborgenen Schätzen.
Sucht Kohle und Erze und edle Steine
Behaut den härtesten Stein, schmiedet das Eisen, keltert den Wein.
Erbaut Monumente, die ewig besteh´n, noch in Jahrtausenden kann man sie seh´n.
Erschafft Imperien und vernichtet sie.
Versetzt Berge oder errichtet sie.
Ist tapfer und stark und doch schwach und verletzlich.
Erforscht die Geheimnisse der Welt, will wissen, was sie zusammenhält.
Lässt keine Schönheit unbesungen, sobald sie erst sein Herz errungen.
Ersinnt Balladen, Oden, Lieder.
Schneidert Roben, Kleider, Mieder.
Kleidet die Herren und auch die Damen.
Verfasst Romane, Tragödien und Dramen.
Kreiert die köstlichsten Gerichte, verfasst die lustigsten Gedichte.
Er wird, das sei hier auch gesagt, vom Schicksal manchmal hart geplagt.
Doch hat er stets sein Kreuz getragen und tut das auch in künft´gen Tagen.
 
Beiträge
47
Likes
0
  • #17
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Zitat von Freitag:
Ich habe ja auch weder das eine noch das andere behauptet. ;-)

guck mal hier:
http://www.youtube.com/watch?v=VdMzrmKyt5Y
Sorry, liebe Forumskollegen, aber jetzt wird's offtopic.

:) Mir gefällt das Video mit dem Remix viel besser als mit dem schnarchigen Original-Song. Da wippt mein Fuß wenigstens mit, und der Remix läuft bei mir im Auto in Dauerschleife. ;-)

Was sagst Du zur B-Seite?:

https://www.youtube.com/watch?v=iDoSbyGBmy4

Ich bin verliebt. :-D
 
Beiträge
402
Likes
0
  • #18
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Herr t.b.d. das haben Sie aber schön geschrieben !

Hatte mir gerade die Sendung zum Thema hier angeschaut (über die Mediathek). Den charme der eingeladenen Gäste auch bei heiklen Themen fand ich sehr attraktiv, ebenso auch die durchlässige Positionierung von sechs unterschiedlichen Persönlichkeiten. Ich bin davon überzeugt, dass keiner der Gäste zu Hause einen Kriegsschauplatz hat, geschweige denn einen Geschlechterk(r)ampf, alles sehr entspannt.

Ich bin dem Vorschlag von Herrn equinox gefolgt: das musikvideo von Herbert G., dabei die Damen in der ersten Reihe zu beäugen, und als Vergleich Sheryl Crow anzusehen...so habe ich einen ungefähren Vergleich zwischen Herrn equinox und James Bond...
 
Beiträge
4.202
Likes
13
  • #19
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Zitat von Angel_101:
:) Mir gefällt das Video mit dem Remix viel besser als mit dem schnarchigen Original-Song. Da wippt mein Fuß wenigstens mit, und der Remix läuft bei mir im Auto in Dauerschleife. ;-)

Was sagst Du zur B-Seite?:

https://www.youtube.com/watch?v=iDoSbyGBmy4

Ich bin verliebt. :-D
die b seite ist nunmal ein mix aus dem alten krams aber genial gemacht.

der remix ist klasse, nicht wahr? :)

I am Dave :)
 
Beiträge
4.202
Likes
13
  • #20
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Zitat von equinox:
Also Männer... ?! Was ist mit denen los, immer noch? ... ,ja immer noch:
http://www.youtube.com/watch?v=88e25JahHzI

( ..man(n) und frau beachte Herrn G. und die Mädels in der ersten Reihe. So wird das nix mit der Emanzipation. )
die frauen könnte man mir alle nackt auf die brust ketten und es würde sich nichts bei mir regen.:)
 
Beiträge
9
Likes
0
  • #21
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Grundsätzlich gäbe es kein Geschlechterkampf

Faktum ist, dass Mann und Frau anders sind. Im Körper, im Fühlen, in Gedanken usw. Das muss oder müsste auch so sein.

Der sog. Kampf besteht nur in unserem Kopf. Und je vielfälltiger unsere Lebensmöglichkeiten werden, umso grösser wird dieser auch werden. Bis zu dem Punkt, wo alles ineinander verschmelzen wird. Es kein grunsätzliches Verhalten von Mann oder Frau mehr geben wird.

Ob das gut ist, kann ich und glaub die Intelligentesten nicht definieren. Wir werden uns verändern in einer globalen Gesellschaft. Wie und auf welche Weise können wir höchstens erahnen.

Was aber Fakt ist. Je vielfälltiger diese Menschen werden, umso schwerer wird das Finden des "richtigen" Partners. Aber auch das Zusammenleben in der Partnerschaft, oder besser gesagt... "den Biss" für eine Partnerschaft zu "arbeiten" und nicht einfach grad das "nächstbeste" zu holen, wenns einem nicht passt.... aus dem Grund, dass wir immer weniger Kompromissbereit sind. Wir wollen schliesslich unsere Rechte.... unseren Willen.... unsere Wünsche usw. Und das wird uns noch etwas "Kopfzerbrechen" bereiten in Zukunft, oder unsere Partnerschaften werden immer Monogamer.....
 
Beiträge
897
Likes
5
  • #22
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

http://www.sueddeutsche.de/politik/ehe-und-familie-von-der-liebe-bleibt-der-moderne-mensch-verschont-1.1666123
 
Beiträge
1.865
Likes
9
  • #23
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Beiträge
46
Likes
0
  • #24
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Danke Polly für den Link. Puuuh …

Herr Blüm hat Frust und ich kann ihn gut verstehen. Den Artikel sollte man allerdings als “nicht jugendfrei” deklarieren. Er nimmt doch den jungen Menschen jede Hoffnung auf ihre Zukunft. Wenn Herr Blüm recht hat (das hatte er schon oft) wartet doch da der zwischenmenschliche Supergau.

“Von der Liebe bleibt der moderne Mensch verschont” - was für eine Perspektive!

“Familie: für den Zusammenhalt? Wenn jeder sich selbst genug und Selbstverwirklichung Alleinverwirklichung ist, bedarf es keines sozialen Zusammenhalts.” - Passt gut zum Thread der Admins: “Warum gibt es so viele Singles”

“Dauerhafte Ehen sind eine Einschränkung der Wahlfreiheit. Jede Festlegung engt sie ein. Wahlfreiheit wird als höchste Form der Freiheit ausgegeben. Ehen werden nicht auf Lebenszeit geschlossen, sondern nur noch, "bis etwas Besseres" kommt.” - PS wird’s freuen. Da ist noch viel Luft nach oben.

“Für die Ehefrau, die aus ehelicher Uneigennützigkeit zum Beispiel dem Mann das Studium bezahlte, mit dessen Hilfe sich dieser später ein Spitzeneinkommen verschaffte, bleibt nach der Trennung ein "Vergelt's Gott" als überirdischer Trost.” - Mädels sucht euch einen Hausmann und studiert selbst.

“Auf der Verlustliste dieses "Fortschritts" stehen die Kinder, die Eltern, die Frauen und die Liebe.” - Nachdenklich, sehr nachdenklich …

Ich wünsche mir sehr, dass Herr Blüm auch mal nicht recht hat. Manche Zeichen sprechen dagegen …
 
A

Alice_geloescht

  • #26
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Im Endeffekt geht es ja darum,

1) ob geschlechter-„typisches“ Verhalten, so es denn ein solches gäbe,
2) sozialisiert ist oder biologisch/biochemisch terminiert.

Grundsätzlich glaube ich zu 1) nicht, dass es ein solches geschlechtertypisches Verhalten überhaupt gibt, wenn wären die Verhaltensweisen 2) m.E. sozialisiert und nur in wenigen Einzelfällen biologisch/biochemisch.

Mit sozialisiert meine ich, dass Frauen und Männer sich „weiblich“ oder „männlich“ verhalten, weil sie glauben, dass Frauen oder Männer sich entsprechend verhalten/zu verhalten haben. Das liegt m.E.

A) zum einen Teil daran, dass viele Menschen ihr Sozialverhalten und sich selbst nicht reflektieren,

B) zum zweiten daran, dass viele Menschen sich selbst nicht sehr nah sind und sich daher gar nicht wirklich kennen und ihnen so gar nichts anderes übrig bleibt als Verhalten zu imitieren

C) und drittens dass die meisten Menschen nicht selbstbewusst genug sind (so sich sich denn kennen würden), dieses Eigene auch gegenüber dem Klischee zu behaupten.

Aus dieser Mischung reproduziert sich m.E. auf seiten beider Geschlechter das entsprechende Klischee.

Was die Bezeichnung „männlich“ und „weiblich“ überhaupt angeht: Das sind ja reine Setzungen. D.h. man nimmt eine – beliebige! – Anzahl von willkürlich! ausgewählten Phänomenen und gibt ihnen einen ebenso willkürlich gesetzten Namen. Besonders willkürlich ist das, weil man ja neben den biologischen Geschlechtsmerkmalen unendlich viele andere Phänomene zusammenfassen und be-„namen“ könnte.

Zur biologischen Argumentation: Östrogen/Gestagen/Testosteron etc. haben natürlich Einfluss auf das Verhalten, da sie Stimmungen durchaus sehr stark beeinflussen. Unterm Strich haben Frauen mehr Östrogene als Männer und diese mehr Testosteron als Frauen etc.

Dies ist aber auch nur die reine Lehre. Faktisch hat jede Frau einen anderen Östrogenpegel, die Mischung mit dem Gestagen verändert das jeweils nochmal und auch der Gestagenpegel ist verschieden. Dazu bei jeder Frau im Laufe des Zyklus und im Laufe des Lebens. Männer haben ebenfalls völlig unterschiedliche Testosteron etc. Pegel, die ihrerseits schwanken. Dazu haben Männer auch Östrogenanteile und Frauen auch viel oder wenig Testosteron/Androgene. Je nach Pillen-Einnahme haben sie auch noch antrogenes Gestagen oder anti-antrogenes Gestagen etc.

Die Geschlechtshormone sind aber nur EIN Teil der Stimmungs-Bio-Chemie. Viel wesentlicher sind u.a. der Anteil an Serotonin (Ausgeglichenheit, Harmoniestreben- und Befinden, taktiles Empfinden, Zugewandtheit), Adrenalin, Noradrenalin (Antrieb, Kampfbereitschaft etc.), dazu Cortisol (Stress) etc. Diese wiederum haben NULL mit den Geschlechtern zu tun und sind VIEL dominanter im Stimmungskreislauf. Ob sich jemand zugewandt, weich, sanft verhält hat mehr mit Serotonin zu tun als mit Östrogen. Usw.

Bedenkt man jetzt noch die Unendliche! Möglichkeit der jeweiligen Zusammensetzungen der Neurotransmitter (Hormone plus Katecholamine), kommt dabei heraus: Jedes Individuum ist und verhält sich einzigartig. Es gibt keinerlei Übereinstimmungen aufgrund lediglich zweier (Mann, Frau) isolierbarer Faktoren. Zwei solche rauszugreifen und zu setzen ist extremste Vereinfachung von Komplexität bis hin zur notwendigen Verfälschung.

Der im Rahmen einer Schwangerschaft/frühen Mutterschaft enstandene sehr hohe Östrogenpegel nimmt danach wieder auf das Maß ab, das die Person (Frau in dem Fall ;) vorher schon hatte.

Ich halte es daher mit Judith Butler – alles gesetzt, jeder, wirklich jeder Mensch ist anders, je nach Katecholamin-Mischung, Biographie, Genetik, Sozialisation. Es kann aus einer unendlichen Menge von Merkmalen eine ebensolche unendliche Menge von Zuschreibungen und Mengen gebildet werden, für die sich Parallelen finden lassen.

Ansonsten verweise ich nochmal auf nuits Beitrag im Money-Thread, die das auch schon super hergeleitet hat. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Beiträge
1.831
Likes
3
  • #27
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Zitat von Alice:
alles gesetzt, jeder, wirklich jeder Mensch ist anders
@Alice
ich lese gerne deine Beiträge.
über diesen hier denk ich nun schon eine Weile nach.

Ich glaube auch, dass jeder Mensch a priori einzigartig ist und sehe diese Einzigartigkeit noch nicht einmal statisch. Wären wir uns unserer Einzigartigkeit tief und ernsthaft und liebevoll bewusst, würde das wohl zur Folge haben, dass wir darin letztlich die Einheit erkennen , dass wir uns der Einzigartigkeit der "anderen" auf die selbe Weise bewusst würden und verständnisvoll mit ihr umgingen. Sonst wäre wohl irgendein krummer Haken an unserem Selbstwerdungsprozess.

Individuation könnte also (antonym) zu einer Sozialisation führen, die auf "gesünderen?" Säulen ruht, als oberflächlichen Zugehörigkeiten.

Schon wieder so ein schönes Paradoxon .-)
 
Beiträge
859
Likes
77
  • #28
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

@ alice
ich ahnte, dass du judith butler kennst :).
danke übrigens für die blumen, aber das hast du weitaus toller gemacht.
 
A

Alice_geloescht

  • #29
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Zitat von faraway:
Wären wir uns unserer Einzigartigkeit tief und ernsthaft und liebevoll bewusst, würde das wohl zur Folge haben, dass wir darin letztlich die Einheit erkennen, dass wir uns der Einzigartigkeit der "anderen" auf die selbe Weise bewusst würden und verständnisvoll mit ihr umgingen.
Liebe faraway, ja das sehe ich eigentlich genauso. Ein guter Gedanke, die Schlussfolgerung der Anerkennung der Einzigartigkeit anderer aufgrund der Erkenntnis der Einzigartigkeit an sich an den Individuationsprozess zu koppeln.

In der Tat hat es bei mir da nach der intellektuellen Einsicht auch einen emotionalen Schub gegeben, als mein Kind auf die Welt kam und ich plötzlich alle Menschen mit den Augen sah „das könnte Dein Kind sein, wenn es groß ist“ oder „dieser Mensch hat eine ‚Mama’, die ihn so sehr liebt, wie ich mein Kind“. Das hat mich im ersten Jahr nach der Geburt sehr erreicht und ein Stück weit auch für immer verändert. Ich habe gespürt, wie bedingungslos Liebe ist/sein kann und wie wenig das mit Leistung, Schönheit, Norm zu tun hat.

Aber eben trotzdem nur ein Stück weit. Faktisch bin ich nicht immer tief, ernsthaft und liebevoll und selbst wenn ich es mir vergegenwärtigte – ich kann trotzdem nicht mit allen. Nicht mal, weil sie unbedingt irgendetwas furchtbares getan hätten, sondern manchmal auch nur einfach so.

Ich hab das für mich so gelöst, dass ich mir sage, ich bin nicht Gott. Ich meine das nicht als laxe Formulierung, sondern ernsthaft. Ich denke, es übersteigt die menschliche Fähigkeit, andere Menschen allumfassend anzuerkennen, auch wenn man die Einzigartigkeit der Schöpfung insgesamt anerkennt. Für das Bedingungslose-alle-lieben ist Gott zuständig. Vielleicht tut man mehr „für den Weltfrieden“, wenn man sich an der Stelle seiner Grenzen bewusst ist, ohne sie allzu sehr auszuagieren. Sich eines Resentiments bewusst sein und Abstand zu halten, kann auch eine Art Anerkennung der Einzigartigkeit sein – andere anders sein lassen, sich selbst eben aber auch.

Und wie sollten sich Menschen finden, die wirklich „richtig“ füreinander sind, wenn es nicht andererseits Ablehnung gäbe. Da hast Du Deine Lieblings-Dualität. ;)

Vielleicht braucht der Mensch Dualität lediglich als Matrix, weil er die allumfassende Einheit in allem nicht fassen/greifen/ertragen kann. Für mich ist das buddhistische Verschmelzen mit allen und allem im Nirwana jedenfalls der Gipfel an Horrorvorstellung. Da schmore ich lieber in der Hölle. ;)
 
Beiträge
1.831
Likes
3
  • #30
AW: Der K(r)ampf der Geschlechter

Zitat von Alice:
Faktisch bin ich nicht immer tief, ernsthaft und liebevoll und selbst wenn ich es mir vergegenwärtigte – ich kann trotzdem nicht mit allen. Nicht mal, weil sie unbedingt irgendetwas furchtbares getan hätten, sondern manchmal auch nur einfach so.
Wer "kann" schon mit allen?
Man kann ja bei aller Liebe oft nicht einmal mit den Liebsten.
Da ist das gegenseitige Unverständnis dann am schmerzhaftesten.
Wir verstehen wohl oft falsch und fühlen uns oft unverstanden, weil die anderen uns auf ihre Weise verstehen und nicht auf unsere (und vice versa) und gerade bei sehr nahen Menschen erwarten wir gerne, dass es da keinen Unterschied gibt.
Wenn ich damit verständnisvoll umgehe, d.h. meine Verständniserwartung zurückschraube, geht es mir besser.

Dieses Verstehen/verstandenwerden ist für mich seit meiner Kindheit ein Dilemma.
Unabhängig letztlich vom Gefühl des Liebens und Geliebtwerdens.
Es gibt schon Menschen, die mich lieben( und die ich liebe), z.B. meine Familie; ob wir einander verstehen, ist eine andere Frage.

Nachsatz ( a few hours later)
Jemandem Verständnis entgegenbringen, ist (für mich) nicht dasselbe wie jemanden verstehen.
Manchmal bringt man Verständnis entgegen, weil man verstehen will und/oder obwohl man nicht verstehen kann.

Kennst du/kennt jemand von euch das Gefühl des Verstandenseins?
Ich meine damit jetzt keinen Satz, sondern als Mensch, als package, als Ich und länger als eine Sekunde?
Gibt es das überhaupt?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: