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Gast

  • #1

Der Balzmodus

Woran erkennt man ihn?
Gibt es eine negative Form seiner selbst?
Worin besteht die positive?
Wozu dient er vordergründig und was ist sein tiefer Sinn. (Von mir aus auch sein breiter Sinn.)
Ist er nötig für die Erhaltung der Art?
 
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Marlene

  • #2
Man erkennt ihn, wenn jemand plötzlich kreativ wird, das ist durchaus positiv, wenn es aber nur ums Protzen geht, dann fehlt dieses Gefühl von Aufrichtigkeit im Hintergrund, die Komponente der Zuverlässigkeit und das Gefühl, dass man wirklich als derjenige gewollt wird, der man ist. Ich weiß dann nicht, ob es nur Schein ist, um das Gefühl des Begehrtwerdens zu bekommen oder ob ich selber begehrt werde.
 
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Marlene

  • #4
Zitat von fafner:
Gibt es das? Wie soll denn das gehen? Ich begehre nicht, aber ich vermittle zum Schein das Gefühl des Begehrens? Wie macht mann das?
Ganz einfach. Mal krass ausgedrückt: man will das Spiel, aber nicht den Spieler dazu. Man braucht ihn dazu, man würde jetzt auch nicht gerade jeden nehmen, schon einen tollen, klar, aber das Spiel steht im Vordergrund und man selber. Damit der Spieler mitmacht, gibt man ihm zum Schein das Gefühl, dass er gemeint ist, im Grunde genommen meint man aber sich nur selber. Halt wie auf der Bühne.
 
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Gast

  • #5
Dieses Gemeintseinwollen halte ich für eine weibliche Libido. Die männliche meint erstmal niemanden, sie ist weniger speziell. Sie meint auch nicht sich selbst. Die Form folgt da nicht der Funktion.
 
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Marlene

  • #6
Zitat von chiller7:
Dieses Gemeintseinwollen halte ich für eine weibliche Libido. Die männliche meint erstmal niemanden, sie ist weniger speziell. Sie meint auch nicht sich selbst. Die Form folgt da nicht der Funktion.
Darüber muss ich nachdenken. Meinst Du, die männliche Libido ist an sich und - ich spinne jetzt mal weiter - die weibliche wird erst durch das darauf gerichtet Werden erweckt?
 
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Gast

  • #7
Dass sie erst erweckt wird, denke ich nicht. Die Zeugungsfähigkeit ist schon vor der männlichen Balz da, sie wird nicht dadurch erweckt.
Ich sehe aber die Geburt als eher metaphysischen Akt - mit weltlicher Entsprechung, naturalmente.
 
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  • #8
Der Balzmodus ist der Versuch, eine Tür zu finden, indem man die Wand mit dem dem Kopf abtastet.
 
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Gast

  • #9
Kann man auch sagen, der Balzmodus ist das Begreifen des Getrenntsein bei gleichzeitiger Illusion eines Auswegs?
 
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Dr. Bean

  • #10
Das ganze Leben ist der Balzmodus. Wenn du das nicht so siehst, versuch ihn nicht zu finden; sondern arbeite erstmal an deinen Beziehungen zu anderen Menschen. Im Speziellen Menschen, nicht Männer.
 
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  • #12
Zitat von chiller7:
Kann man auch sagen, der Balzmodus ist das Begreifen des Getrenntsein bei gleichzeitiger Illusion eines Auswegs?
Ist es wirklich ob es wirklich sinnvoll ist, wie der Pfau ein Rad zu schlagen. Was soll man denn mögen? Dich oder das Rad das Du schlägst? Mit dem Balzmodus erzielst Du vor allem eines: Du lenkst von der Person ab die Du bist.

Wie wäre es, wenn Du anstatt irgendwelche hahnebüchernen Theorien aufzustellen Dich einfach mal fragst, wieso ein Mensch eine Farbe lieber hat als andere oder wieso nicht jeder Mensch jedes Gericht mag. Könnte es vielleicht auch sein, dass sich das beim der Wahl des persönlichen Umfelds fortsetzt? Und vielleich auch beim Lebenspartner? Dass man einfach den Geschmack eines Menschen trifft oder nicht?

Aber wenn Du lieber die mythische Macht der Liebe mittels komplizierter Balzrituale heraufbeschwören und entfesseln willst, so dass Dir ein Weibchen Deiner Wahl unwiderruflich verfällt, dann kannst Du das gerne tun. Das wäre sicher mal ein cooler Eisbrecher: "Ongabonga, Ongabonga, Liebe zeig Dich!"
 
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  • #13
Der Balzmodus lenkt von der Person ab, die man ist? Wieso denn? Vielleicht macht er auch genau darauf aufmerksam: schaut her, hier bin ich!
Warum soll man als Person denn für andere nicht sichtbar sein?

Man kann ja erst das tolle Rad bewundern und dann die Person, welche so ein tolles Rad schlägt (oder auch beides gleichzeitig). Das Vorgeführte und der/die Vorführende hängen doch miteinander zusammen. Beides beeindruckt oder eben nicht.
 
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Gast

  • #14
Ich rätsele immer noch, was Victor gemeint haben könnte. Auch erschloß es sich mir nicht grammatikalisch. Dass der Mensch unterschiedliche Farben mag ist aber nachvollziehbar. Farbe ist jedoch im Kontext zu sehen.
 
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  • #15
Zitat von billig:
Der Balzmodus lenkt von der Person ab, die man ist? Wieso denn? Vielleicht macht er auch genau darauf aufmerksam: schaut her, hier bin ich!
Warum soll man als Person denn für andere nicht sichtbar sein?

Man kann ja erst das tolle Rad bewundern und dann die Person, welche so ein tolles Rad schlägt (oder auch beides gleichzeitig). Das Vorgeführte und der/die Vorführende hängen doch miteinander zusammen. Beides beeindruckt oder eben nicht.
Wenn der Ratschläger aber nur ab und zu mal ein Rad schlägt, aber die meiste Zeit lieber Purzelbäume macht, dann hat das Rad vielelicht eine falsche Erwartung geweckt.