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  • #1

Depp thoughts part 1

Die Namen stimmen nicht und bitte nicht nur zutreten. Meine Fehler habe ich erkannt, arbeite an mir und möchte keine Diskussion auslösen, die sich nur um Dinge dreht, die nichts mit dem Thema oder ausschließlich mit mir zu tun haben. Bitte nicht! Für jede Antwort bin ich natürlich dankbar, aber bitte bleibt beim Thema und schildert mir, wenn ihr könnt, eure Erfahrungen und Sichtweisen. Ohne Vorwürfe und gegenseitige Anfeindungen oder interne Kleinkriege. Läuft es mal wieder anders, werde ich das Thema sofort schließen, denn dafür ist es mir zu wichtig. Danke euch!


Beachtet bitte, dass das Thema bedingt durch die Begrenzung auf 10.000 Zeichen in part 1,2 und 3 aufgeteilt werden musste. War mir klar, dass irgendwann das Foum sprengen werde......


Deep thoughts

Dies ist der Versuch einer Analyse der Situation zwischen Christina und mir sowie deren Zustandekommen. Einen Anspruch auf absolute Richtigkeit erhebe ich nicht, es sind nur meine Gedanken.

Als Christina und ich uns kennenlernten lag diesem Moment ein ganz besonderer Zauber inne. Es war kein Date von vielen sondern eine Begegnung zweier Menschen, die auf Anhieb spürten, dass sie sich sehr zu dem anderen hingezogen fühlten. Zu Beginn waren es nur die Optik, die Gestik, die Mimik sowie die Sprache und die Ausstrahlung des anderen, die uns beide faszinierte. Ich für mich kann nur sagen, dass mich Christina ab der ersten Sekunde an regelrecht geflasht hat. Anders kann ich es nicht ausdrücken, denn ich dachte die ganze Zeit nur „Wow, was für eine Frau!“ und konnte meine Augen einfach nicht von ihr abwenden. Im Laufe des Abends, an dem wir über sehr viele unterschiedliche Themen sprachen, merkten wir dann, dass wir absolut auf der gleichen Wellenlänge liegen. Es gab nie diese unangenehmen und schon fast peinlichen Gesprächspausen, ganz im Gegenteil, wir lachten sehr viel miteinander, sprachen auch Dinge aus unserem Leben an, welche wir sicher nicht mit jedem am ersten Abend teilen würden und spürten, dass hier ein Mensch vor einem sitzt, der einem nah ist. Diese etwas zu romantische Formulierung der Seelenverwandtschaft möchte ich nicht nutzen, aber es ging schon in diese Richtung. Es war einfach wunderschön und einzigartig.

An diesem ersten Abend sind wir nicht wie wild übereinander hergefallen, wie mir das in der Vergangenheit zugegebenermaßen schon des Öfteren passiert ist. Noch nicht einmal einen Kuss gab es zum Abschied sehr spät in der Nacht, aber eine innige Umarmung und das beidseitige Versprechen, dass dies nicht unser letzter gemeinsamer Abend gewesen sein wird. Obwohl es keiner von uns in diesem Moment wusste, es sich aber insgeheim ganz sicher wünschte, setzten wir den gemeinsamen Abend in der gleichen Nacht dank der online-Kommunikation sogar noch fort und schauten gemeinsam „blind date“ mit Olli Dittrich und Anke Engelke. Keiner von uns konnte schlafen und wir blieben per WhatsApp in Kontakt bis in die frühen Morgenstunden. Um mich war es längst geschehen, denn ich war verliebt über beide Ohren. Ein unbeschreibliches Gefühl und ein Fluch zugleich, wie sich sehr viel später herausstellen sollte.

Unser zweites Treffen ließ nicht lange auf sich warten und wir besuchten gemeinsam eine Comedy-Aufführung, von der ich aber nicht viel mitbekam, weil ich nur Augen für Christina hatte. Es fühlte sich noch näher und vertrauter an und ich wusste, dass ich nicht mehr ohne diesen einen Menschen sein möchte, ja, ich behaupte sogar, dass ich schon zu diesem Zeitpunkt Angst davor hatte, Christina, mit der ich ja noch gar nicht zusammen war, zu verlieren. Ein Widerspruch in sich, ich weiß, aber es war dieses Feuerwerk an Emotionen und „positiv vibes“ in mir, was mich komplett einnahm. Durch meine etwas plumpe Initiative einfach mal den Arm um sie zu legen, kamen wir uns dann doch näher und ich weiß noch heute, dass ich mir wie ein kleiner Junge vorkam und mein Herz so sehr pochte, dass es eigentlich der ganze Saal hätte hören müssen. Christina schmiegte sich in meinem Arm immer näher an mich und ich war der glücklichste Mensch der Welt. Es schien in diesem Moment alles andere um mich herum unwichtig und klein zu werden, nur diesen einen Menschen zu spüren, seinen unbeschreiblichen Duft einatmen zu dürfen und mich in ihren wunderschönen strahlenden Augen zu verlieren war wichtig. Nur das, nichts anderes.

Leider ging auch dieser Abend irgendwann zu Ende und ich weiß noch, dass ich beim Abschied nach einem Kuss fragte. Ich muss zugeben, dass dies eher untypisch für mich ist, nicht weil ich sie nicht unheimlich gerne küssen wollte, sondern weil ich bei jeder anderen einfach eine Situation „kreiert“ hätte, die mich an mein Ziel bringen würde. Christina war mir schon damals viel zu wertvoll als dass ich sie etwas respektlos einfach hätte überrennen können oder wollen. Ich wollte auch nichts kaputt machen und so akzeptierte ich ihr „Nein, heute noch nicht.“ auf meine Frage und schaute sicherlich ziemlich verdutzt aus der Wäsche. Zu Hause und wieder alleine dachte ich aber, dass es doch toll ist, dass sie nicht jeden beim zweiten Date küsst und dass sie das ja auch irgendwie auszeichnet. Wie oft ich mit anderen Frauen am ersten Abend im Bett gelandet bin, kann ich gar nicht mehr sagen. Zu oft wahrscheinlich und irgendwann wurde mir bei dem typischen Spruch „Also das ist mir ja noch nie passiert! Das muss daran liegen, dass Du sooooo toll bist!“ des Objekts meiner vornächtlichen Begierde schon fast schlecht. Nein, dachte ich, Christina ist anders, sie ist nicht so triebgesteuert (wie leider auch manchmal ich....), sie ist wachsamer, aufmerksamer und sehr viel vorsichtiger. Sie achtet auf sich und ihre Gefühle und spielt auch nicht mit denen der anderen. Jackpot, das war genau das, was ich schon immer gesucht und nie gefunden habe! Meine Begeisterung für sie wuchs von Tag für Tag und ich verlor mich komplett in diesem Gefühl der absoluten Verliebtheit.

Unser drittes Date fand dann bei ihr zu Hause statt, da wir uns beim ersten in der Mitte und beim zweiten an meinem Wohnort getroffen hatten, so erklärten wir uns den Umstand, dass ich mit ihr in ihrem Haus auf ihrer Couch saß zumindest, auch wenn wir sicherlich beide ganz genau wussten, dass die Möglichkeiten des sich noch Näherkommens in den eigenen vier Wänden einfach besser sind als im Restaurant oder im Club. Mir war klar, dass an diesem Abend etwas geschehen musste, denn ich wollte diese Frau einfach nur spüren, sie überall küssen und nie mehr loslassen. Es kam so. Einem wilden Geknutsche auf der Couch (auf der wir ja eigentlich nur einen Film schauen wollten...) folgte die bis dato wunderschönste Nacht meines Lebens sowie der unbeschreiblichste Sex überhaupt. Details haben hier nichts verloren, aber ich kann nur so viel sagen, dass ein gemeinsamer Höhepunkt von Mann und Frau bereits in der ersten Nacht einen unheimlich guten Eindruck hinterlässt. Das vergisst man(n) nie und man wird süchtig danach, wie der Heroinabhängige nach dem ersten Schuss. Ich war schon längst süchtig und dachte nicht dass es noch eine Steigerung geben könnte. Auch Christina war in diese „Falle“ getappt und wir waren beide überglücklich und verbrachten den Rest der Nacht im Arm des anderen. So fest aneinander gekuschelt, dass kein Blatt Papier zwischen uns gepasst hätte. Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass wir ein Paar sind und nicht ohne den anderen sein wollen. Ich fühlte mich bei ihr zu Hause und angenommen so wie ich bin. Es passte einfach alles und aus der ersten Verliebtheit wurde bei mir recht schnell wirkliche, tiefe und nie in diesem Maß empfundene Liebe. Es gab nichts, was mich an Christina störte und unsere sehr guten Gespräche wurden durch den schier unbeschreiblichen Sex auf eine Art ergänzt, die ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannte.

Sehr schnell lernte ich dann ihre 5-jährige Tochter Klara kennen und auch hier wich die erste Zurückhaltung in kürzester Zeit. Im Laufe der kommenden Monate wurde ich für Klara zu einer Art väterlichem Freund. Die kleine wuchs mir auch sehr schnell ans Herz und ich habe mich immer gefreut sie zu sehen und mir ihr zu spielen oder einfach nur Herumzukaspern. Selbst unsere Hunde vetrugen sich untereinander, was sich insbesondere Christina so anfangs kaum vorstellen konnte. Es war alles einfach nur perfekt und wunderschön.

Wir verbrachten sehr viel Zeit miteinander und stellten beide immer wieder fest, dass wir unheimlich viele Gemeinsamkeiten haben und uns der erste Eindruck, dass wir irgendwie gleich ticken, nicht getäuscht hat. Im März fuhren wir gemeinsam für ein paar Tage nach Berlin, da ihr Vater Klaus leider an Krebs erkrankte und dort eine Chemotherapie absolvieren musste. Christina hatte nicht immer ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater und zwischendurch jahrelang überhaupt keinen Kontakt zu ihm. Sie erzählte mir viel aus ihrer Vergangenheit und auch, dass ihr Vater sie schon als Kind nie so wirklich angenommen hatte. Er gab ihr immer das Gefühl nie etwas wirklich richtig machen zu können und irgendwie nie genug für ihn zu sein. Das tat mir sehr leid, denn auch ich kenne das von meinem eigenen Vater, der heute nicht mehr als mein Erzeuger ist. Verstehen konnte ich solche Väter noch nie, denn ich als alleinerziehender Vater würde für meinen Sohn alles tun, auch wenn er mir die meiste Zeit den letzten Nerv raubt. Aber das ist eine andere Geschichte.
 
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  • #2
Part 2:

Die gemeinsamen Tage in Berlin waren trotz des wirklich nicht schönen Anlasses wunderschön und ich lernte Christinas Vater kennen. Klaus habe ich sehr schnell wirklich gern gehabt, denn er hat den gleichen Humor wie seine Tochter. Diese sehr direkte und unverblümte Art der beiden gefiel mir von Anfang an, an Christina liebte ich sie sogar und liebe sie noch heute, denn ich kann damit sehr gut umgehen und bin oft auch etwas zu forsch in meinen Aussagen. Nicht jeder versteht, dass diese nicht abwertend oder beleidigend gemeint sind und manchmal ist das natürlich ein Problem. Christina aber wusste von Anfang an damit umzugehen und das macht sie für mich noch einzigartiger. Klaus, ihr Vater, schien mich auch zu mögen und das beruhigte mich, denn gegen im Hintergrund gegen mich agierende Eltern wollte ich nicht bestehen müssen.

Nach Berlin kam Corona und der drohende Lockdown. Da wir beide nicht ohne den anderen sein wollten packte ich also meine Sachen und zog vorübergehend zu ihr. Meinem Sohn richteten wir ein Zimmer ein, bauten eine Trockenbauwand und Christina scheute weder Mühe noch Kosten, ihm alles so schön wie möglich einzurichten. Überhaupt achtet sie sehr auf ihr Haus und die Sauberkeit. Nicht übertrieben viel, aber doch schon mehr als die meisten anderen. Hier traf es sich gut, dass auch ich so bin und es mir absolut nichts ausmacht im Haushalt anzupacken. Wir bauten uns in der von Home-Office und Ausgansbeschränkung geprägten Zeit eine Art Nest bei ihr. Es gab noch einiges an dem wirklich wunderschönen Haus und in dem nicht minder schönen Garten zu tun und wir taten es einfach. Gemeinsam und ohne Stress oder Streit. Eine schönere Symbiose zwischen zwei Menschen kann es eigentlich nicht geben und für mich war es bis dato unvorstellbar mit einer Frau handwerkliche Dinge zu erledigen. Das fällt mir schon mit Männern schwer, aber bei Frauen graut es mir schon bei dem Gedanken. Mit Christina war aber auch das anders, denn dieses unsichtbare Band zwischen uns zeigte sich selbst bei Dingen, die normalerweise sehr viel Absprache benötigen. Wir harmonierten einfach und verstanden uns ohne viele Worte. Diese Zeit war traumhaft und unheimlich intensiv, auch wenn mich natürlich Dinge von außen wie der wirtschaftliche Abschwung sehr belasteten. Christina konnte diese Probleme natürlich auch nicht lösen, aber allein ihre Nähe gab mir immer sehr viel Kraft und Zuversicht. Es war egal was kommen mag, solange wir zusammen sein konnten.

Es fiel mir irgendwann schwer meine Gefühle für Christina nicht in Worte zu fassen und ich sagte ihr daher eines Abends, dass ich sie über alles liebe und ich mir nichts schöneres als ein Leben mit ihr vorstellen kann. Natürlich erhofft man sich auf genau diese Worte ein „Ich dich auch!“ aber Christina zeigte mir zwar dass sie mich liebt, wollte es aber nicht in Worte fassen. Das war nicht wirklich schlimm für mich, eher etwas ungewohnt, aber Christina ist sowieso anders als alle anderen Frauen, also weshalb nicht auch in diesem Punkt. Es schien sie aber selber zu belasten, dass wir genau hier dann doch noch einen Unterschied zwischen uns ausmachen mussten und ich spürte das. Leider bin ich eine Art emotionaler Kopfmensch und es ist mir immer wichtig, den Dingen auf den Grund zu gehen. Ich gebe zu, dass dieses nicht aussprechen können des anderen von dem, was für mich gerade das absolut wichtigste ist, mir Gedanken machte und ich wollte wissen, was der Grund dafür sein könnte. Christina spürte das und erzählte mir von Klaras Vater, der sich so gut wie gar nicht um seine Tochter kümmert. Die Beziehung zu ihm muss die wahre Hölle gewesen sein, denn er hat versucht Christina emotional und körperlich zu etwas zu formen, was sie einfach nicht ist. Ich kann hier keine Details öffentlich machen, denn ich habe ihr versprochen mit niemandem darüber zu sprechen und ich halte meine Versprechen. Was ich hörte empfand ich als sehr schlimm und menschenverachtend. Wäre es nicht Klaras Vater hätte ich den Typ am liebsten mit einem Betonklotz an den Beinen in den Rhein geworfen. Diese Erfahrungen und Erlebnisse haben Christina geprägt und ich weiß noch, dass sie eines Tages zu mir sagte, dass sie gar nicht wisse, ob sie einen Mann noch jemals so etwas wie „Ich liebe Dich.“ wird sagen können. Das Ausmaß dieser Aussage war mir damals nicht bewusst, denn ich war noch im absoluten Liebestaumel gefangen und wäre für Christina sicherlich auch nackt mit einer Banane im Arsch quer durch den Ort gelaufen. Wäre mir egal gewesen, solange sie an meiner Seite ist.

Eines Morgens kam Christina zurück in unser Bett und flüsterte mir diese drei magischen Worte ins Ohr. Dieser Moment war wunderschön für mich, erneut eine Explosion all dieser Gefühle für sie in mir und ich war mir noch sicherer als zuvor, dass uns nie etwas trennen könnte. Sie, die diese so schlechten und abwertenden Erfahrungen mit einem Mann machen musste, tritt aus ihrem eigenen Schatten und offenbart mir ihre Liebe. Der Hammer! Es ist nicht so, dass ich jemals an ihrer Liebe zu mir gezweifelt habe, nie, dafür waren unsere Nächte zu eng (nicht eine einzige davon haben wir nicht wie in der ersten eng aneinander geschlungen verbracht) und unsere Tage zu schön. Wir planten unsere gemeinsame Zukunft, auch wenn Christina oft sagte, dass ihr das nicht leicht fällt, weil sie lieber im Hier und Jetzt lebt und nicht so gerne plant. Sie tat es aber trotzdem und ich frage mich heute, ob sie es aus eigenem Antrieb getan hat oder weil sie das Gefühl hatte, dass sie es für mich tun muss. In dieser Frage bin ich mir noch unschlüssig und wanke noch zwischen den Erklärungen.

Bedingt durch die Wirtschaftskrise zeichnete sich irgendwann ab, dass ich meine Firma wohl aufgeben werden muss. Ich sprach mit Christina über dieses Thema und sie sagte ohne zu zögern „Dann ziehst Du einfach zu mir, denn wir gehören sowieso zusammen.“ Meine Freude über dieses Angebot war unbeschreiblich und es steht für mich außer Frage, dass ich nicht jede Nacht und jeden Tag mit ihr verbringen möchte. Selber hätte ich das Thema so früh nicht angesprochen, aber sie nahm mir dieses ab und ich war mal wieder so absolut sicher, dass unsere Beziehung noch Bestand hat, wenn wir schon mit Stützstrümpfen und Inkontinenzeinlagen im Altersheim nebeneinander auf der Bank sitzen.

Vor wenigen Wochen ergab sich dann eine Situation zwischen uns, die ich so nie erwartet hätte. Christina war an diesem einen Sonntag sehr unausgeglichen, ja schon fast feindselig und ich konnte ihr einfach nichts Recht machen. Sie warf mir, dem sie doch sonst immer gesagt hatte, dass sie es noch nie erlebt hat, dass ein Mann so perfekt ist, Kleinigkeiten vor, die wirklich keine Erwähnung wert waren. Meine Sporttasche stand auf einmal im Weg und meine Schuhe hatte ich auch ein einziges Mal nicht weggeräumt. Oha, da ist aber jemand wirklich schlecht drauf, dachte ich und versuchte eine weitere Eskalation zu vermeiden indem ich den Weg zu mir nach Hause antrat. Es tat mir sehr weh sie so zu erleben und ich konnte es einfach nicht einschätzen, weil doch monatelang vorher alles perfekt war und es nie ein böses Wort zwischen uns gab. Was war nur los, dachte ich und schrieb ihr wie ich mich fühle. Ihre Antwort war wie ein saftiger Tritt in die Weichteile, denn sie schrieb mir, dass ich alles falsch verstanden hätte und wir offensichtlich so gar nicht zusammen passen würden. WTF? Was war daran falsch zu verstehen, wenn der Mensch, den ich über alles liebe aus einer Mücke einen Elefanten macht, nur um mir endlich etwas vorwerfen zu können? Es kam später heraus, dass Christina ihre wegen der Wechseljahre unbedingt benötigten Hormone fast eine Woche lang nicht genommen hatte und daher nicht so ganz bei sich war. Sie kennt sich so aus der Vergangenheit, denn bis die Ärzte den passenden Hormon-Cocktail gefunden hatten, waren diese „Ausraster“ an der Tagesordnung. Wir sprachen uns aus und sie entschuldigte sich und ich war ihr nicht böse. „Kann passieren.“, dachte ich und glaubte, dass nun alles wieder wie vorher war und es sich um einen einmaligen Ausraster handelte.

Aber irgendetwas war ab diesem Moment anders zwischen uns.

Es ergab sich ein paar Tage später ein Gespräch zwischen Christina und mir, indem wir uns beide sehr emotional sagten, wie froh wir sind, dass wir uns gefunden haben. Mir, als emotionaler Mensch in Kombination mit kopflastigem Vollpfosten, sind solche Gespräche sehr wichtig, weil sie mich in meinen Emotionen bestätigen und mich von jeder Art von Zweifel abhalten. Ich weiß, dass Taten mehr als Worte zählen und man den anderen auch genau an diesen messen soll, aber diese Worte aussprechen und auch hören zu können, ist mir sehr wichtig. Warum weiß ich auch nicht so genau, aber wahrscheinlich deshalb habe ich Christina auch in jeder einzelnen Nacht, während sie schon schlief, gesagt, dass ich sie über alles liebe. Dies ist sicher ein Punkt bei mir, den ich noch beleuchten sollte.

Nach diesem Gespräch bekam ich das Gefühl, dass Christina sich irgendwie von mir entfernte. Es war nicht so, dass der Sex schlechter oder die Nächte weniger eng wurden und auch die Tage verliefen fast so wie vorher. Aber es gab ein paar Anzeichen, die mich schon wieder in einen Status des Grübelns brachten. Nachrichten von mir wurden z.B. stundenlang von ihr nicht gelesen und auch dann nur spärlich oder sogar gar nicht beantwortet. Auch wurden die sowieso schon rar gesäten Bekundungen ihrer Zuneigung noch weniger und ich spürte, dass mich das zunehmend verunsicherte. Meine coolness ging irgendwie flöten und ich bekam Angst. Angst sie zu verlieren, sie, die doch alles ist, was ich mir je erträumt habe und die mir all das geben kann, was ich brauche um wirklich glücklich zu sein. Sie ist meine Droge und ich bin süchtig nach ihr, das weiß ich.
 
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  • #3
Part 3:


Natürlich sprach ich das Thema an, denn Kommunikation in der Beziehung ist für mich außerordentlich wichtig, aber ihre Reaktion erfolgte eher abweisend und ausweichend. Genau erklären könne sie mir das auch nicht, aber es war ihr alles irgendwie zu eng und sie wünsche sich mehr Freiraum. Sie ruderte bzgl. des Zusammenzugs zurück und meinte, dass sie sich total darauf gefreut hätte, der Gedanke ihr aber später begann Angst zu machen. Ich kann das alles verstehen und bestehe auch nicht auf tägliches Aufeinander hocken oder auf einen vielleicht überstürzten Zusammenzug, möchte unserer Beziehung aber einen Raum in der Zukunft einräumen, in unserer gemeinsamen Zukunft und da kommt man an etwas Zukunftsplanung nicht vorbei. Genau so sagte ich ihr das auch und hoffte, dass sie es annehmen kann. Heute weiß ich, dass sie es nicht konnte.

Was war geschehen? Was war mit uns geschehen? Was habe ich falsch gemacht? Wo habe ich nicht richtig hingehört und hineingefühlt und wo zu viel? Wo war ich zu nah und wo zu fern? Diese Fragen trieben und treiben mich ab diesem Moment in den Wahnsinn. Der süchtige ist auf Entzug und dreht durch, ich glaube man kann meinen Zustand so beschreiben.

Christina hat mich heute vor genau einer Woche verlassen und mein Herz ist bei ihr geblieben. Es lebt sich nicht gut so, absolut nicht, da wäre mir selbst die Banane im Arsch noch lieber.

Was geschehen ist habe ich mir in den letzten Tagen versucht immer wieder, stundenlang, tagelang, nächtelang zu erklären und ich glaube, dass unsere Liebe Fluch und Segen zugleich ist. Christina hat mich kennengelernt und sehr schnell gespürt, dass ich anders bin. Positiv anders, nicht negativ oder crazy. Sie hat sich mir geöffnet, weil ich ihr und sie mir gut getan hat. Sie hat mit mir über Dinge und Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit gesprochen, über die sie noch nie mit einem Mann gesprochen hat. Sie hat mir ihre Tochter anvertraut und mich ganz nah an sich herangelassen. Ich habe ihr nie weh oder etwas gegen ihren Willen getan und sie immer versucht zu beschützen. Sie sagt selbst, dass ihr genau das irgendwann Angst gemacht hat und sie Panik bekommen hat. Ab diesem Moment fehlten ihr die entscheidenden 5% für den Glauben an uns. Die Angst vor einer weiteren Enttäuschung hat sie die Reißleine ziehen lassen und ich bin sicher nicht unschuldig daran.

Die Erzählungen aus ihrer Vergangenheit habe ich zwar nicht nur zur Kenntnis genommen sondern intensiv über sie nachgedacht, aber ich habe nicht gesehen, dass ich durch sie zu einer Bedrohung für Christina werden könnte. Eine Bedrohung dadurch, dass ich ihr zu nahe bin und sie zu sehr bedränge. Für mich waren wir uns nie zu nahe und ich habe sie auch nicht mit Vorsatz bedrängt, ich wollte diesen wunderbaren Menschen einfach nur lieben und bei ihm sein. Das ist aber nur meine Sicht. Für Christina waren die Erfahrungen aus der Vergangenheit noch immer präsent und sie möchte nie wieder einem Mann Macht über sich geben. Dass ich diese Macht nie ausgenutzt hätte ist hier unwichtig, denn alleine die Möglichkeit dazu ist schon ausreichend.

Ich blicke gerade zurück und spüre, dass jede unserer wunderschönen Stunden noch sehr präsent ist. Corona und die Nähe zwischen uns haben uns diese erst ermöglicht, aber auch dafür gesorgt, dass Christina aus Angst davor, diese nicht mehr erleben zu können, einen Schlussstrich aus Selbstschutz gezogen hat. Es fühlt sich für mich ein wenig wie Suizid aus Angst vor dem Tod an, aber ich kann sie auch verstehen. In meinen Augen könnte ich für sie wie eine Art Medikament sein, denn ich würde sie bei allem begleiten, auch bei einer Aufarbeitung ihrer Vergangenheit. Nur sie muss das Medikament auch nehmen wollen. Auf der anderen Seite bin aber auch ich der Auslöser für ihre Ängste, denn ohne mich wären die Verletzungen, die ein anderer ihr zugefügt hat, weiter gut versteckt und sicher verwahrt geblieben.

Wie und ob es weitergehen wird, weiß ich nicht. Zwar habe ich ihr per WhatsApp mitgeteilt, dass ich sie absolut verstehe und ihr den nötigen Freiraum jederzeit geben möchte, aber unsere Liebe nicht aufgeben kann und will. Eine Reaktion von ihr habe ich bis heute nicht erhalten und weiß auch nicht, ob ich eine erhalten werde. Ich weiß auch nicht, ob es nicht vielleicht irgendetwas oder irgendjemanden gab, das oder der von außen auf sie wie auch immer eingewirkt hat. Eigentlich weiß ich im Moment gar nichts mehr, außer dass ich Christina über alles liebe und nie daran zweifeln werde, dass genau diese Liebe nicht stark genug sein wird um alles zu schaffen und alles zu bewältigen.

Ich versuche meine Fehler zu erkennen und gehe dabei schonungsloser mit mir um als Christina, denn sie schrieb mir nach der Trennung, dass ich nichts falsch gemacht habe und es an ihren in ihrer Vergangenheit begründeten Ängsten liegt. Sie meinte, dass sie ziemlich einen an der Klatsche hat und sich selbst im Weg steht. Bestimmte Gefühle wie Liebe kann sie nicht komplett zulassen, ärgert sich dann über sich selbst und lässt es an mir aus. Sie bezeichnet sich dann selber als zickig und launisch, aber ich habe sie nie so empfunden. Einer meiner Fehler war, dass ich nicht gut genug hingesehen habe. Hingesehen in sie und nicht auf sie, denn sie wirkt nach außen sehr stark und selbstbewusst. Zu spät habe ich erkannt, dass sie ein sehr verletzter und verletzlicher Mensch ist, der keine weiteren Enttäuschungen mehr ertragen kann. Wahrscheinlich ging es auch alles etwas zu schnell mit uns und ohne Corona wäre alles sehr viel anders verlaufen und wir hätten uns mehr Zeit lassen können. Es ist ja normal, dass nach der anfänglichen Phase der Verliebtheit die ersten Zweifel kommen, aber diese Phase war bei uns situationsbedingt eher kurz und wir haben sehr schnell der Übergang in den Alltag vollzogen bzw. vollziehen müssen. Wir haben diesen aber sehr gut miteinander gemeistert, obwohl es gerade in dieser schwierigen Zeit viele Dinge gab, die uns beide belasteten. Wir waren aber füreinander da und das war wichtig und gut. Christina sagt immer, dass sie absolut nichts finden kann was sie an mir stört oder was sie nicht mag und ich empfinde dies in Bezug auf sie ebenso. Umso schlimmer, dass wir vermutlich keine gemeinsame Zukunft haben werden. Der Beginn war perfekt, mehr als das, aber die Schatten der Vergangenheit habe ich unterschätzt.

Es macht mich gerade alles fertig und ich bin traurig und wütend zugleich. Wütend auf diesen Mann, der Christina gebrochen hat und für ein Trauma gesorgt hat, was nicht so einfach aufzuarbeiten ist und wütend auf mich, weil ich es nicht früher gesehen habe. Traurig, weil ich Christina nun nicht mehr helfen kann und sie nicht mehr bei mir ist.
 
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  • #4
Meine Meinung:
Sehr unheilvoll.
Ich hoffe, sie kommt unbeschadet ganz schnell, nachhaltig und weit weg von dir.


Edit:
unheilvoll =
Suchtvergleiche / Suchtrhetorik
Blindheit für ihre Bedürfnisse/ Grenzen
Absolutheit der "Zuneigung/ Liebe"
 
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  • #5
Ach @Syni....... hast Du wirklich noch nie geliebt und bist auch noch nie geliebt worden? Mir kommt es manchmal so vor.
 
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  • #6
Hallo snipes

vielleicht hast du mitgekriegt, dass ich zu den älteren und Ehe erfahrenen hier gehöre.
Dein Thread hat mich berührt und wenn du erlaubst ,schreibe ich mal was mir an Deiner Schilderung aufgefallen ist.
Vorweg für mich ist die Schuldfrage unerheblich.
Allerdings vermag ich keinen Fehler in deinem Verhalten zu entdecken.

Als Ursache für eure Trennung vermute ich

1. Christinas frühere Beziehung zu ihrem Vater und die spätere, als sehr enttäuschend empfundene Beziehung, zum Kindesvater.

Hat sie dies zuvor thematisiert ? Mit professioneller Hilfe ?
Für sich selbst als aufgearbeitet empfunden?
Könnte das altbekannte Beziehungsmuster bzw. deren Wiederholung erfolgt sein , ohne das es ihr bewusst geworden ist?
Frauen die ein schlechtes Verhältnis zu ihrem Vater hatten, wiederholen dieses Muster bekanntlich sehr oft.

2. Eventuell wird das Ganze jetzt durch eine hormonelle Dysbalance verstärkt.
Das könnte sie behandeln lassen, auch naturheilkundlich.

Leider hast du darauf wenig Einfluss.

Darauf müsste sie schon selbst kommen, wenn sie sich dessen bewusst wird, eventuell durch Gespräche mit Freunden.


ich wünsche dir, dass sie dich sehr vermisst.
 
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  • #7
Oh @Snipes, an Dir ist ja eine Frau verloren gegangen. 😉Hab noch nie einen Mann mit so viel Pathos erlebt. Es soll Menschen geben, die sind verliebt in das Verliebtsein, da wäre jetzt wohl das natürliche Ende erreicht. Vielleicht aber hättest Du aber auch ein wenig mehr, wie Ihr Ex sein sollen und der war Ihr ursprüngliches Suchmuster. Nur meine unbedeutenden 2Cents.
 
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  • #8
1. Christinas frühere Beziehung zu ihrem Vater und die spätere, als sehr enttäuschend empfundene Beziehung, zum Kindesvater.

Hat sie dies zuvor thematisiert ? Mit professioneller Hilfe ?
Für sich selbst als aufgearbeitet empfunden?
Könnte das altbekannte Beziehungsmuster bzw. deren Wiederholung erfolgt sein , ohne das es ihr bewusst geworden ist?
Aufgerarbeit hat sie beides nicht, da bin ich mir ziemlich sicher. Es gab auch kurz vor unserer Trennung eine nächtliche Situation, in der ich sie sehr durch einen biologisch nicht kontrollierbaren Vorgang an ihren Ex erinnert habe, der sie in der Vergangenheit in genau dieser sehr verachtend behandelt hat. Ich habe es nicht und wir haben am nächsten Tag darüber gesprochen. Es ist ihr daher durchaus bewusst, dass sie Erlebnisse aus der Vergangeheit in die Gegenwart projiziert, Panik bekommt sie in solchen Situationen aber trotzdem, wenn auch ohne Grund, weil ich anders mit der Situation umgehe (ich habe es noch nicht mal gemerkt, war aber sehr dankbar, dass sie mit mir darüber gesprochen hat).
 
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  • #9
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  • #10
Oh @Snipes, an Dir ist ja eine Frau verloren gegangen. 😉Hab noch nie einen Mann mit so viel Pathos erlebt. Es soll Menschen geben, die sind verliebt in das Verliebtsein, da wäre jetzt wohl das natürliche Ende erreicht. Vielleicht aber hättest Du aber auch ein wenig mehr, wie Ihr Ex sein sollen und der war Ihr ursprüngliches Suchmuster. Nur meine unbedeutenden 2Cents.
Wenn man so richtig verliebt ist,erleben das Mann und Frau doch recht ähnlich.
 
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  • #12
Es ist ihr daher durchaus bewusst, dass sie Erlebnisse aus der Vergangeheit in die Gegenwart projiziert, Panik bekommt sie in solchen Situationen aber trotzdem, wenn auch ohne Grund, weil ich anders mit der Situation umge
Unbearbeitete Altlasten verhindern eine dauerhaft glückliche Beziehung.
Binsenweisheit aber Realität.

Ich werde hier auf einige Kommentare, wie von dir gewünscht, nicht antworten.
Das ginge nämlich nicht ohne persönlich zu werden.
 
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  • #13
P.S.: Bitte, gern geschehen, der Tipp zum Zusammenfügen in einem Fred. Minimaler Anstand lässt grüßen.
Oha, DU hast deinen für mich wichtigen Hinweis gelöscht, bevor ich überhaupt antworten konnte. Was ich aber getan habe, es kam aber dann der Hinweis, dass der Beitrag nicht vorhanden ist, weil Du ihn gelöscht hast, also höre auf zu stänkern. Aber trotzdem danke! Das war wirklich nett von Dir.
 
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