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  • #1

Den eigenen Namen abgeben

Die Frage, ob ich meinen Familiennamen bei Heirat abgeben würde, beschäftigt mich immer mal wieder, ich finde es auch sehr spannend im Bekanntenkreis, wie damit umgegangen wird.

Trügt mein Eindruck und den Namen des Manns zu übernehmen ist immer noch SEHR verbreitet ? Weil man es so gewöhnt ist und es Männern schwerer fällt, den Namen der Frau zu übernehmen ?

Ist "Müller-Lüdenscheid" die wahre Gleichberechtigung ? Oder eher eine linguistische Zumutung in Loriot-Varianten ?

Warum tun sich viele Leute schwer damit, dass jeder seinen Namen behält ? Sind Namen nicht nur Schall und Rauch ?

Ich selber habe einen Nachnamen, den ich wohl mein gesamtes Leben lang anderen buchstabieren muss - aber (vielleicht gerade deshalb) ihn abzugeben kommt mir in Teilen vor wie "Verrät" an meinem bisherigen Leben... Ich merke aber auch, dass ich das mit den Jahren entspannter sehe und noch besser verstehen möchte, aus welchen Gründen Menschen sich für die eine oder andere Variante entscheiden.

Spannend finde ich auch immer die Mischung aus "formalen" Gründen (Name ist kompliziert, Name muss aus beruflichen Gründen behalten werden etc.) und emotionalen Gründen (sich zugehörig fühlen, dem anderen entgegen kommen etc.)

Also - wie steht ihr dazu ???

P.S. Nein, ich habe NICHT vor, in absehbarer Zeit zu heiraten. ;-))
 
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  • #2
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von Schreiberin:
P.S. Nein, ich habe NICHT vor, in absehbarer Zeit zu heiraten. ;-))

Ha! Das wollte ich wissen. :)

Ich habe damals den Namen meines Exmannes angenommen und bedauere das heute. Ich war eindeutig zu uneigenwillig in dieser Angelegenheit und rate denen, die heiraten wollen, nicht vorschnell Ja zu sagen zur Namensübernahme. Meinen "angeheirateten" Nachnamen trage ich nur noch der Kinder wegen.
 
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  • #3
AW: Den eigenen Namen abgeben

Wenn ich heiraten würde, dann würde ich den Namen meines Mannes annehmen. Da gäbe es auch keine große Diskussion. Ich finde das völlig ok. Ich sehe das überhaupt nicht negativ. Ich finde das eigentlich sogar sehr schön.
Nur wenn der Mann einen ganz furchtbaren Namen hätte, würde ich den Namen nicht übernehmen wollen.
Ein Doppelname käme für mich nicht in Frage. Mein Nachname ist so schon lang genug.

Schwieriger würde vielleicht die Namensgebung der Kinder werden, wer er da lieber irgendwelche Modenamen geben wollen würde.
 
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  • #4
Wieso buchstabieren? Du bist bestimmt besser dran als mein Rechenlehrer Skiskibowski (mit «es-ka-i-es-ka-i-be-o-we-es-ka-i» hat er sich vorgestellt) … Ich denke aber, es hängt vom Umfeld ab. Mir begegnen viele Paare, bei denen jeder seinen Namen behalten hat. Und mit Vergnügen erinnere ich mich an eine Einladung, bei der der Gastgeber nach der Vorstellung hinzugefügt hat: «Die Herrschaften heißen zwar alle unterschiedlich, sind aber jeweils miteinander verheiratet».

Doppelnamen sind grauslich. Vor allem, wenn sie vor der Brust herumgetragen werden, spreche ich gern von Frau Doppelnam-Bindestrich, und jeder weiß, wer gemeint ist …
 
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  • #6
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von anaj:
Wenn ich heiraten würde, dann würde ich den Namen meines Mannes annehmen. Da gäbe es auch keine große Diskussion. Ich finde das völlig ok. Ich sehe das überhaupt nicht negativ. Ich finde das eigentlich sogar sehr schön.

Wieso denn bloß ? Und warum so selbstverständlich ? Und warum nicht auch andersrum ? Oder hat es mit dem Thema zu tun, über das wir hier nicht schreiben dürfen ?
 
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  • #7
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von delfin 1988:
Ich habe damals den Namen meines Exmannes angenommen und bedauere das heute. Ich war eindeutig zu uneigenwillig in dieser Angelegenheit und rate denen, die heiraten wollen, nicht vorschnell Ja zu sagen zur Namensübernahme. Meinen "angeheirateten" Nachnamen trage ich nur noch der Kinder wegen.
Bei mir ist es ähnlich, wie bei Delfin. Trage den Namen meines Ex-Mannes mittlerweile länger, als die ehe gedauert hat. Den Mädchennamen wieder annehmen wollte ich nicht, wegen den Kindern.
Eigentlich wäre es viel praktischer, jeder Mensch würde seinen Geburtsnamen immer behalten,egal, welche Lebensumstände eintreten.
Sollte ich nochmal heiraten ( guter Witz, ich weiß....) käme deshalb schon wieder nur der Name des Mannes infrage. Denn den Namen meines Ex-Mannes wird der neue Mann wohl kaum übernehmen wollen.....;-)

Ich hatte mal eine Kollegin, die hatte die super Lösung. Sie heiratete Hern Müller, wurde Frau Müller, bekam zwei Kinder, die dann auch Müller hießen. Dann vergnügte sich Herr Müller außerhäusig und verließ die Familie. Es kam zur Scheidung. Nach einer angemessenen Trauerzeit lernte Frau Müller einen ANDEREN Herrn Müller kennen und lieben. Sie heirateten und alles war ganz einfach. Einerseits behielt jeder seinen Namen, andererseits nahm sie seinen an oder/und er ihren. Und für die Kinder blieb alles, wie gehabt, ihr Vater ist Herr Müller!.......allles Müller, oder was?........ :)
 
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  • #8
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von Dreamerin:
...Sollte ich nochmal heiraten ( guter Witz, ich weiß....) käme deshalb schon wieder nur der Name des Mannes infrage. Denn den Namen meines Ex-Mannes wird der neue Mann wohl kaum übernehmen wollen.....;-)

Hallo Dreamerin,
ich hatte einen Freund, der hat genau das getan...

Nettmann
 
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  • #9
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von Schreiberin:
Wieso denn bloß ? Und warum so selbstverständlich ? Und warum nicht auch andersrum ? Oder hat es mit dem Thema zu tun, über das wir hier nicht schreiben dürfen ?

Warum?! Hm, so genau kann ich das gar nicht sagen. Aber ich finde es einfach schöner, seinen Namen anzunehmen. Vielleicht mag ich das, weil es so Tradition ist und man heutzutage nicht mehr so viele Traditionen pflegt…

Über welches Thema dürfen wir hier denn nicht schreiben? Meinst Du Gleichberechtigung?

Ist man nicht emanzipiert, wenn man als Frau den Namen des Mannes annehmen möchte?! Oder es sogar ohne (große) Diskussion tut?
Ich sehe das jedenfalls nicht so. Für mich gibt es da keinen Widerspruch. Ob ich den Namen des Mannes annehme oder nicht sagt noch nichts darüber aus, ob wir uns sonst auf Augenhöhe begegnen.
 
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  • #10
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von Schreiberin:
Anscheinend bewege ich mich eher in Spießer-Kreisen... Ich ahnte es schon.

Kann ganz andere Gründe haben als das soziale ;).
z.B. bin ich Wissenschaftler. Publikationen findet man immer über den Nachnahmen. Wenn man den aber ändert...-> gehe von daher aus, dass es v.a. bei Wissenschaftlern viele gibt, die den Namen nicht ändert, v.a. wenn sie schon einen Moment dabei sind, einfach aus dem Grund, weil es verdammt hinderlich wäre.

Von daher würde ich meinen Nachnahmen wahrscheinlich nicht wechseln wollen. Wäre schön, wenn ich eine Frau finden würde, die meinen Nachnahmen wöllte, aber das ist ehrlich gesagt ein unwichtiger Nebenaspekt für mich.
 
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  • #11
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von Nettmann:
ich hatte einen Freund, der hat genau das getan...
Das würde ICH aber nun so gar nicht wollen. Denn, wo ist denn da der Zusammenhang? Das kriegt ja selbstverständlich beste Stammbaum nur mit extremen Seitentrieben abgebildet.......;-)
 
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  • #12
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von Dreamerin:
Das würde ICH aber nun so gar nicht wollen. Denn, wo ist denn da der Zusammenhang? Das kriegt ja selbstverständlich beste Stammbaum nur mit extremen Seitentrieben abgebildet.......;-)

Ich käm auch nie auf so eine Idee. Er hatte aber noch spezielle Gründe dafür.

Nettmann
 
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  • #13
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von anaj:
Warum?! Hm, so genau kann ich das gar nicht sagen. Aber ich finde es einfach schöner, seinen Namen anzunehmen. Vielleicht mag ich das, weil es so Tradition ist und man heutzutage nicht mehr so viele Traditionen pflegt…

Über welches Thema dürfen wir hier denn nicht schreiben? Meinst Du Gleichberechtigung?

Ist man nicht emanzipiert, wenn man als Frau den Namen des Mannes annehmen möchte?! Oder es sogar ohne (große) Diskussion tut?
Ich sehe das jedenfalls nicht so. Für mich gibt es da keinen Widerspruch. Ob ich den Namen des Mannes annehme oder nicht sagt noch nichts darüber aus, ob wir uns sonst auf Augenhöhe begegnen.


Das sagst du so einfach. Macht ein Name nicht Identität aus, deine Kindheit und Jugend, die Verbindung mit deiner Familie etc ? Das kann man einfach so ablegen ? Weil Namen nicht wichtig sind ? Aber warum muss es dann der Name des Manns sein ? Oft ist der Name dann plötzlich doch wieder wichtig !

Ich kann auch null verstehen, wie man seinen Namen "einfach so" abgeben kann, nicht mal darüber nachdenkt ??????!!!!
 
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  • #14
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von Schreiberin:
Das sagst du so einfach. Macht ein Name nicht Identität aus, deine Kindheit und Jugend, die Verbindung mit deiner Familie etc ? Das kann man einfach so ablegen ? Weil Namen nicht wichtig sind ? Aber warum muss es dann der Name des Manns sein ? Oft ist der Name dann plötzlich doch wieder wichtig !

Ich kann auch null verstehen, wie man seinen Namen "einfach so" abgeben kann, nicht mal darüber nachdenkt ??????!!!!

Da geht es mir wie Dir. Als ich ins 'heiratsfähige' Alter kam, hatte mich mein Nachname doch schon so lange begleitet, dass er ein Teil von mir war.
Ich kann allerdings auch verstehen, wenn ein Paar als Zeichen der Zusammengehörigkeit einen gemeinsamen Nachnamen haben möchte. Nicht verstehen kann ich, warum dies - wie früher - automatisch der Name des Mannes sein sollte.
 
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  • #15
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von Dreamerin:
Trage den Namen meines Ex-Mannes mittlerweile länger, als die ehe gedauert hat. Den Mädchennamen wieder annehmen wollte ich nicht, wegen den Kindern.

Auch so ein Mist. In meinem langjährigen Beziehungskonstrukt hießen "die Frauens xxxxx und die Männers XXXXXXX" (O-Ton meiner damals 4-jährigen Tochter).
Fast hätten wir sogar drei verschiedene Nachnamen gehabt. Für uns okay, für die Umwelt immer erklärungsbedürftig. Gute Nacht, muss schlafen....
 
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  • #16
AW: Den eigenen Namen abgeben

Diese Frage stellte sich mir eher beiläufig, also nicht akut und da hab ich eher im Hinterkopf gehabt meinen Namen zu behalten. Zum einen, wegen "weiterführen" und zum anderen waren / wollten die "Kandidaten" ;-) irgendwie ihren abgeben.
 
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  • #17
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von Schreiberin:
Das sagst du so einfach. Macht ein Name nicht Identität aus, deine Kindheit und Jugend, die Verbindung mit deiner Familie etc ? Das kann man einfach so ablegen ? Weil Namen nicht wichtig sind ? Aber warum muss es dann der Name des Manns sein ? Oft ist der Name dann plötzlich doch wieder wichtig !

Der Name ist sicherlich ein kleiner Teil. Aber zur Identität gehört ja doch viel mehr. Mit meiner Familie verbindet mich doch viel mehr als nur der Name.

Mir war früher eigentlich nur wichtig, dass unser Familienname in die nächste Generation getragen wird. Dafür hat mein Bruder schon gesorgt. Daher bin ich froh, mich ganz der „Tradition“ hingeben zu können und den Namen des Mannes annehmen zu können. Da bin ich einfach altmodisch.

Vielleicht finde ich es auch schön, den Namen eines Mannes anzunehmen, weil ich selbst den Namen meines Vaters trage. Vielleicht möchte ich meinen Kindern dies auch ermöglichen. Ich weiß natürlich, dass es auch andersrum sein könnte. Aber warum soll ich es ändern, wenn es niemanden schadet und alle damit glücklich sind?

Zitat von Schreiberin:
Ich kann auch null verstehen, wie man seinen Namen "einfach so" abgeben kann, nicht mal darüber nachdenkt ??????!!!!

Mir sind andere Dinge einfach wichtiger. Ich nehme doch nur einen anderen Nachnamen an. Damit gebe ich mich ja nicht auf, sondern schaffe mit ihm etwas Neues.

Da ich nie verheiratet war, weiß ich natürlich nicht wie es ist, nach der Trennung den Namen des Ex zu tragen. Deshalb ist meine Einstellung vielleicht naiv und altmodisch, aber warum soll ich etwas komplizierter machen, wenn ich die traditionelle Regelung selbst völlig ok und schön finde. Für mich gehört das bei der Eheschließung einfach dazu.
 
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  • #18
AW: Den eigenen Namen abgeben

.... dann schauen wir mal nach Island:
http://de.wikipedia.org/wiki/Isl%C3%A4ndischer_Personenname
 
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  • #19
AW: Den eigenen Namen abgeben

Ich habe mir diese Frage schon oft gestellt. Es ist natürlich nicht mein Problem, aber ich kann in vielen Fällen nicht nachvollziehen, warum Frauen ganz selbstverständlich ihren Namen abgeben, auch wenn ganz objektiv die beiden Namen gleich gut klingen oder der Name des Mannes sogar schlechter ist.

Ich habe meinen Namen nach der Hochzeit behalten, da mir der Gedanke, plötzlich einen anderen Namen zu haben, massiv unangenehm ist. (Natürlich ging es auch ein bisschen ums Prinzip :) ).
 
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  • #20
AW: Den eigenen Namen abgeben

Den eigenen Namen abzugeben wäre für mich nie in Frage gekommen. Der gehört einfach schon immer zu mir, hat auch was mit Familienstolz zu tun, den ich - ohne ihn als Dünkel zu pflegen - für mich schön und wichtig finde. Ich habe einen seltenen Namen und bin aus unserer Generation die Einzige, die ihn behalten hat. Das war schon immer klar und für mich daher Ehrensache. Leider habe ich ja keine leiblichen Kinder, also ist das eine endliche Geschichte - aber immerhin!

Das war lange Zeit ein Grund, warum für mich klar war, dass ich über´s Heiraten gar nicht nachdenke. Als dann die Namensrechtsreform kam, die wesentlich von Frauen meiner Alma mater mit erkämpft worden ist, verstand ich immer weniger, warum gestandene Frauen da oft so leicht mit umgehen.

Ich selbst habe später geheiratet und meinen schönen Namen behalten, genauso wie mein Ex-Mann. Das hat regelmäßig für Verwirrung gesorgt, denn es ist in unserem schönen Land nicht nur eine Ausnahme, sondern Vielen einfach unbekannt, dass man verheiratet sein kann, ohne Namenswechsel oder Doppelnamen.

Jetzt ist wieder alles ganz einfach. Die Scheidung ist fast durch und sozial bin ich längst als Alleinlebend akzeptiert. Mein Name ist mir durch all die Phasen geblieben. - Schön für mich - finde ich.

LG
Carlo
 
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  • #21
AW: Den eigenen Namen abgeben

Ein freundliches Hallo in die Runde,

das ist ein interessantes Thema! Bei meiner Heirat war ich froh, meinen Familiennamen abgeben zu können, weil ich nur sehr wenig Positives damit verbinden konnte. Nach dem Tod meines Mannes und einem Riesen-Erbschaftsstreit mit seiner Familie habe ich meinen Geburtsnamen wieder angenommen. Ein längerer Prozess der Aussöhnung mit meiner eigenen Geschichte ging dem voraus.

Meine Kinder wollten den Namen ihres Vaters behalten, was ich auch völlig in Ordnung finde. Seit ich für mich ganz klar und entschlossen war, meinen alten Namen wieder anzunehmen, habe ich nur positive Reaktionen darauf bekommen.

Und heute erst, mit 50, merke ich, wieviel an einem Nachnamen hängt - ein ganzes Leben, eine lange Geschichte, eine Identität. Sehr spannend, das.

Sonnige Grüße
Nele
 
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  • #22
AW: Den eigenen Namen abgeben

Vielen Dank für eure Ansichten !
Ehrlich gesagt habe ich das Thema aufgeworfen, weil ich sehen wollte, ob es "zwingende" Argumente für eine Namensaufgabe gibt, die ich bisher übersehen habe oder Beweggründe, die mich auch überzeugen könnten. Nicht im Sinne von allgemeingültig richtig oder falsch, sondern im Sinne von Erweiterung des Blickwinkels.

Wenn ich mir jetzt hier alles durchlese, fühle ich mich deutlich mehr von den Gedankengängen von Verärgert, Laou oder Carlo angesprochen. Punkte wie Tradition, der einfachste Weg und ähnliches, überzeugen mich gar nicht. Kommt mir das nur so vor, dass die Namensabgeberinnen da reichlich oberflächlich mit umgehen oder ist meine Meinung doch zu sehr einzementiert, dass ich nicht neutral genug lese ?

Ich möchte dich damit nicht verletzen , anaj, letztlich ist es deine persönliche Entscheidung und geht mich nichts an. Ich hätte nur mal gerne etwas von jemandem gelesen, die mir intensiver, zwingender deutlich machen kann, warum der Name des Manns oft als einziger Weg zur Debatte steht. Aber vielleicht habe ich da etwas erwartet, was es hier nicht gibt...?
 
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  • #23
AW: Den eigenen Namen abgeben

Hallo Nele !

Ja, so wie du denke ich auch - der eigene Name ist nicht nur ein Name.

Wie ist in dem Zusammenhang der Spruch "Namen sind Schall und Rauch" zu verstehen ?

Vielleicht als Betrachter von Außen ? Dass man nicht nur aufgrund eines Namens ein Urteil fällt ? So im Sinne von "Auch ein Kevin kann ein nettes Grundschulkind sein" oder "Nur weil einer ein VON SOWIESO ist, ist er noch lange kein besserer Mensch oder andersrum kein Snob" ?
 
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  • #24
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von Schreiberin:
....Ich möchte dich damit nicht verletzen , anaj, letztlich ist es deine persönliche Entscheidung und geht mich nichts an.

Keine Sorge, das hast Du nicht. Ich fand die Antworten, die hier im Thread stehen, auch alle sehr, sehr interessant. Dahinter stecken so viele persönliche Erfahrungen und dieser Austausch ist fantastisch.

Ich frage mich, warum ich das für so selbstverständlich halte, den Namen des Mannes anzunehmen und warum ich das schön finde. Die "Gegenargumente" bringen mich zum Nachdenken und ich kann die Beispiele auch nachvollziehen, aber sie überzeugen mich dann doch nicht.
 
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  • #25
AW: Den eigenen Namen abgeben

Liebe Schreiberin,

ach schön, ich liebe Gedankenaustausch!

Die Redewendung "wie Schall und Rauch" stammt ursprünglich aus dem Faust. Auf Gretchens Frage "Wie hast du's mit der Religion" antwortet Heinrich ausweichend. Er verweist einfach auf die Beliebigkeit von Bennennungen. Im Volksmund ist es dann anders angekommen.

Wie wichtig der Name ist, zeigt z.B. die Geschichte von Rumpelstilzchen.

Was Namen und Assoziationen angeht, kann man so manche Überraschung erleben. Ich hab mal einen kleinen Kevin getroffen, der schon mit 7 ein bemerkenswertes Kerlchen war. Aber auch eine Taioweh Müller. Die Mutter wollte, dass sie einen besonderen Vornamen hat, wo de Nachname schon nicht besonders ist. Taioweh dagegen hätte lieber Susanne geheißen ...

Einen schönen Sonntag Euch allen,
Nele
 
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  • #26
AW: Den eigenen Namen abgeben

.... es wird in der Geschichte seinen Grund haben. Den Stammbaum wird nur über die Männer weitergegeben und erhalten. Bleibt einer ohne direkte Nachkommen, stirbt die Linie aus.
Und so ein Stammbaum scheint auch heute noch wichtig zu sein. Bewusst oder unbewusst.

So nimmt dann die Frau den Namen ihres Mannes an und die ganze Hoffnung liegt auf der Geburt eines Sohnes. Ein Junge als Erstgeborener hat auch heute noch immer einen hohen Stellenwert.

Es gibt auch Ausnahmen. Die Eltern einer Freundin von mir haben jeweils 'nur' Brüder und sich deshalb Mädchen gewünscht, was auch eingetroffen ist :)
 
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  • #27
AW: Den eigenen Namen abgeben

Hallo Polly !

Klar, historisch betrachtet hat vieles einen Sinn und es gibt sicher in der Welt noch einige kuriose Rituale dazu (siehe dein Beispiel aus Island).

Wenn ich den geschichtlichen Hintergrund kenne, kann ich teilweise toleranter oder gemäßigter mit Phänomenen umgehen, die mir aus heutiger Sicht merkwürdig vorkommen -
Okay, es hat seine Geschichte und steht in einem Sinnzusammenhang.

Ich kann doch aber auch meine neue Position finden, die für mich und die heutige Lebenssituation passender erscheint.

"Früher" war es sicher so, dass eine Frau wie ein Besitzstück von der Familie an einen Mann weitergegeben wurde : ihr Mann war ja dann auch ihr rechtlicher Vertreter und ihr Besitz wurde seiner. Und so nahm sie auch seinen Namen an. Oder sehe ich das falsch ?

Diesen Beigeschmack hat das Thema für mich. Wenn man mit dem Beginn einer Ehe Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft zeigen will - müsste man sich dann nicht eigentlich einen gemeinsamen neuen Namen ausdenken ?
 
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  • #28
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von Schreiberin:
Kommt mir das nur so vor, dass die Namensabgeberinnen da reichlich oberflächlich mit umgehen oder ist meine Meinung doch zu sehr einzementiert, dass ich nicht neutral genug lese ?

Hmm :), vielleicht steckt dahinter auch nur eine unterschidliche Verbundenheit und emortionale Nähe zum eigenen Nachnamen. Wenn jemand keine wirkliche emotionale Bindung an den eigenen Namen hat, beispielsweise, weil man sich ohnehin immer dem Familienzweig dessen Namen man nicht trägt näher gefühlt hat, dann fällt es vermutlich recht leicht sich im Zweifel davon zu trennen, es hat schlicht keine wirkliche tiefere Bedeutung.
 
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  • #29
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von anaj:
Ich frage mich, warum ich das für so selbstverständlich halte, den Namen des Mannes anzunehmen und warum ich das schön finde. Die "Gegenargumente" bringen mich zum Nachdenken und ich kann die Beispiele auch nachvollziehen, aber sie überzeugen mich dann doch nicht.

Vielleicht findest du es ja so schön, weil du es gleichsetzt mit "er nimmt mich an" und weil das konventionelle Ritual etwas beruhigendes, sicheres für dich hat : alles ist so, wie es sein soll, ich habe meinen Platz im Gefüge....
Es muss ja etwas sehr emotionales sein...sonst wäre es nicht so beständig und hartnäckig..
 
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  • #30
AW: Den eigenen Namen abgeben

Zitat von Schreiberin:
... Kommt mir das nur so vor, dass die Namensabgeberinnen da reichlich oberflächlich mit umgehen ...

Wie schon der Namenlose schrieb, haben die eben eine andere Lebensgeschichte.

Das "reichlich oberflächlich" ist mir ein wenig wertend. Es ist ihnen im Konzert der konkurrierenden Werte halt weniger wichtig also offenbar dir und auf jeden Fall mir.

Jetzt bin ich aber doch neugierig: es geht bei dir sicher nicht darum, ob du in der nächsten Zeit deinen Namen änderst oder nicht????

;-)
Carlo