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Deleted member 20013

  • #31
Ich würde mir aber nicht so sicher sein, dass diese immer in derselben Reihenfolge ablaufen und auch nur jeweils einmal auftauchen.
Das wird von den Modellen auch nicht behauptet.
Zu ihnen wird zu allermeist explizit gesagt, dass einige Phasen komplett ausfallen können, dass einige sich wiederholen können, dass die Reihenfolge eine andere sein kann, dass manche Phase sehr lang, abdere wiederum sehr kurz sein können.
 
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*Andrea*

  • #32
Danke, @Synergie, ich habe ja auch nicht über die Bücher, die zu diesen Themen geschrieben wurden, gesprochen, sondern nur das ergänzt, was @Obeserver beschrieben hatte.
 
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  • #33
Gaaanz vorsichtig beginnt die Heldin zu grinsen: „Yesssss!“

Ja, so ähnlich ist es mir auch gegangen.
Ich kann nicht verzeihen, denn die Verletzung und die Erniedrigung ist immer noch da. Aber ich habe ihn aus meinem Leben entfernt. Ich kann unsere Beziehung nun von außen betrachten, was war gut und was habe ich nicht gesehen bzw. nur durch die rosa Brille. Wo waren die Probleme, die ich nicht als solche gesehen habe und was waren seine wirklichen Gründe, die er wohl noch nicht einmal selbst gekannt hat. Ich kann im die Trennung verzeihen, denn die war richtig. Was ich ihm aber nicht verzeihen kann und werde, ist die Art und Weise, in der das geschehen ist. Ich sehe ihn heute als sehr schwachen Menschen, der es nicht geschafft hat, einen ordentlichen und verantwortungsbewussten Abgang zu machen.
Ich kann also verstehen aber ganz sicher nicht verzeihen.
Inzwischen habe ich ihn notgedrungen mal gesehen, er war ein ärmliches Häufchen von Mann kam mit Blumen. Ich habe ihm die Blumen wieder in die Hand gedrückt und sehr selbstbewusst verabschiedet. Und es hat mir gut getan, da habe ich gewusst, dass ich ihn nie wieder sehen möchte.

Ich denke, jeder hat seine eigene Geschichte und seine eigene Art, damit umzugehen. Man kann das Verzeihen und Vergessen nicht erzwingen. Man sollte es auch nicht überbewerten. Wichtig ist, an sich zu denken, sein Leben umzugestalten und den/die Ex aus dem Leben verbannen. Alles andere kommt oder kommt nicht.
 
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  • #34
Aus psychologischer Sicht bringt "vergeben", oder "verzeihen" keinen Vorteil. Es fühlt sich, trotz dass @Fraunette geschrieben hat, in der Differenz zum "gutheißen" dennoch miteinander verbunden. Wichtig dabei ist es, Gefühle zuzulassen und Groll darf erlaubt sein. Verzeihen ist ein religiöses Konstrukt ... das einem Menschen im eigentlichen Sinne nicht möglich ist. Wenn man es mit: "loslassen" erklären würde, wäre ich einverstanden.
Verzeihen/Vergeben hat keinen direkten Vorteil. Der Ansatz ist ein anderer, nämlich über die all zu menschliche Fehlbarkeit nachzudenken - auch über die eigene. Und dann ist es nur noch halb so persönlich, wenn man selbst mal verletzt wird oder selbst jemand anderen verlestzt, Es ist zu menschleich und verzeihbar.

Das heißt nicht, dass man sich dann leicht und froh fühlen, das akzeptieren oder gut heißen oder verzeihen muss, aber es macht den bei gemeinsamen Kindern unvermeidlichen Umgang mit dem/r Ex einfacher. Es wurde ein Fehler gemacht, der hat mich verletzt, aber es ist allzu menschlich. Menschlichkeit lässt sich unabhängig davon schon akzeptieren. @Friederike84 s Blick von der Wolke hat mir gut gefallen.

Grüße Cale
 
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  • #35
@Friederike84 und @Look - es gab Gespräche. Ruhige und laute. Voller Emotionen und emotionslose. Die ganze Palette. Es gab Briefe von mir, Antworten von ihm. Wir haben alles - vielleicht zu sehr - besprochen und auseinandergepflückt. Uns gegenseitig Vorwürfe gemacht. Haben beide betrauert, dass wir beide nicht anders gehandelt haben. Er weiß, wie stark meine Verletzung, meine Wut und mein Hass waren. Das habe ich ihm (zu oft) um die Ohren gehauen. Das ist - zum Glück - vorbei.

Mir geht es schlicht und ergreifend um das letzte Puzzle-Teilchen. Die einen nennen es Vergebung, die anderen vielleicht "darüber stehen".
Aber ich denke, dass ich meine Ungeduld zügeln muss und sich mit der Zeit auch dieses Puzzle-Teilchen fügt. Ich weiß, dass es Phasen gibt, die jeder irgendwie durchläuft und diese Phasen keinem bestimmten Muster folgen, sich evtl. wiederholen und in den verschiedensten Reihenfolgen auftreten. Das habe ich selbst erlebt. Wenn ich dachte, ja, es ist geschafft, gabs einen fetten Wumms und ich stand wieder da, wo ich anfangs war. Nur mit dem Unterschied, dass ich jetzt aus dieser für mich beschissenen Situation schneller raus kam.

Ich habe eine Bekannte, die das ganze auch schon durchgemacht hat (vor mehreren Jahren!!). Sie dient mir immer als Beispiel, wie ich NICHT enden möchte. Sie ist eine durch und durch verbitterte Person geworden, die absolut kein gutes Haar an ihrem Ex lässt und nur schlecht von ihm redet. Sie steckt so tief in ihrer Wut und in ihrem Hass. SO möchte ich nicht sein (bin ich hoffentlich auch nicht). Ja, mein Ex hat mir auf die für mich schlimmste Art und Weise weh getan, aber nichtsdestotrotz war er 30 Jahre lang ein toller Ehemann und Vater. Nur sehe ich das glaube ich zu selten so klar, wie vielleicht jetzt gerade in diesem Moment. Und es ist mir absolut klar, dass ich auf gar keinen Fall so wie diese Bekannte werden möchte. Das würde mir meine positive, optimistische Lebensfreude aussaugen. Und so viel "Platz" möchte ich meinem Ex auf gar keinen Fall einräumen.
 
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  • #36
@Friederike84 und @Look - es gab Gespräche. Ruhige und laute. Voller Emotionen und emotionslose. Die ganze Palette. Es gab Briefe von mir, Antworten von ihm. Wir haben alles - vielleicht zu sehr - besprochen und auseinandergepflückt. Uns gegenseitig Vorwürfe gemacht. Haben beide betrauert, dass wir beide nicht anders gehandelt haben. Er weiß, wie stark meine Verletzung, meine Wut und mein Hass waren. Das habe ich ihm (zu oft) um die Ohren gehauen. Das ist - zum Glück - vorbei.

Mir geht es schlicht und ergreifend um das letzte Puzzle-Teilchen. Die einen nennen es Vergebung, die anderen vielleicht "darüber stehen".
Aber ich denke, dass ich meine Ungeduld zügeln muss und sich mit der Zeit auch dieses Puzzle-Teilchen fügt. Ich weiß, dass es Phasen gibt, die jeder irgendwie durchläuft und diese Phasen keinem bestimmten Muster folgen, sich evtl. wiederholen und in den verschiedensten Reihenfolgen auftreten. Das habe ich selbst erlebt. Wenn ich dachte, ja, es ist geschafft, gabs einen fetten Wumms und ich stand wieder da, wo ich anfangs war. Nur mit dem Unterschied, dass ich jetzt aus dieser für mich beschissenen Situation schneller raus kam.

Ich habe eine Bekannte, die das ganze auch schon durchgemacht hat (vor mehreren Jahren!!). Sie dient mir immer als Beispiel, wie ich NICHT enden möchte. Sie ist eine durch und durch verbitterte Person geworden, die absolut kein gutes Haar an ihrem Ex lässt und nur schlecht von ihm redet. Sie steckt so tief in ihrer Wut und in ihrem Hass. SO möchte ich nicht sein (bin ich hoffentlich auch nicht). Ja, mein Ex hat mir auf die für mich schlimmste Art und Weise weh getan, aber nichtsdestotrotz war er 30 Jahre lang ein toller Ehemann und Vater. Nur sehe ich das glaube ich zu selten so klar, wie vielleicht jetzt gerade in diesem Moment. Und es ist mir absolut klar, dass ich auf gar keinen Fall so wie diese Bekannte werden möchte. Das würde mir meine positive, optimistische Lebensfreude aussaugen. Und so viel "Platz" möchte ich meinem Ex auf gar keinen Fall einräumen.
Du siehst das alles völlig richtig!! Und ich bin überzeugt, dass sich dieses fehlende Teil mit der Zeit finden und einfügen wird, wenn du weiterhin auf diesem Weg, den du eingeschlagen hast, bleibst.
Wie beim vorgestrigen Lauf : du schaffst das - go @Fraunette go ;):p
 
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  • #37
Du siehst das alles völlig richtig!! Und ich bin überzeugt, dass sich dieses fehlende Teil mit der Zeit finden und einfügen wird, wenn du weiterhin auf diesem Weg, den du eingeschlagen hast, bleibst.
Wie beim vorgestrigen Lauf : du schaffst das - go @Fraunette go ;):p
 
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  • #38
@Friederike84 und @Look - es gab Gespräche. Ruhige und laute. Voller Emotionen und emotionslose. Die ganze Palette. Es gab Briefe von mir, Antworten von ihm. Wir haben alles - vielleicht zu sehr - besprochen und auseinandergepflückt. Uns gegenseitig Vorwürfe gemacht. Haben beide betrauert, dass wir beide nicht anders gehandelt haben. Er weiß, wie stark meine Verletzung, meine Wut und mein Hass waren. Das habe ich ihm (zu oft) um die Ohren gehauen. Das ist - zum Glück - vorbei.

Mir geht es schlicht und ergreifend um das letzte Puzzle-Teilchen. Die einen nennen es Vergebung, die anderen vielleicht "darüber stehen".
Aber ich denke, dass ich meine Ungeduld zügeln muss und sich mit der Zeit auch dieses Puzzle-Teilchen fügt. Ich weiß, dass es Phasen gibt, die jeder irgendwie durchläuft und diese Phasen keinem bestimmten Muster folgen, sich evtl. wiederholen und in den verschiedensten Reihenfolgen auftreten. Das habe ich selbst erlebt. Wenn ich dachte, ja, es ist geschafft, gabs einen fetten Wumms und ich stand wieder da, wo ich anfangs war. Nur mit dem Unterschied, dass ich jetzt aus dieser für mich beschissenen Situation schneller raus kam.

Ich habe eine Bekannte, die das ganze auch schon durchgemacht hat (vor mehreren Jahren!!). Sie dient mir immer als Beispiel, wie ich NICHT enden möchte. Sie ist eine durch und durch verbitterte Person geworden, die absolut kein gutes Haar an ihrem Ex lässt und nur schlecht von ihm redet. Sie steckt so tief in ihrer Wut und in ihrem Hass. SO möchte ich nicht sein (bin ich hoffentlich auch nicht). Ja, mein Ex hat mir auf die für mich schlimmste Art und Weise weh getan, aber nichtsdestotrotz war er 30 Jahre lang ein toller Ehemann und Vater. Nur sehe ich das glaube ich zu selten so klar, wie vielleicht jetzt gerade in diesem Moment. Und es ist mir absolut klar, dass ich auf gar keinen Fall so wie diese Bekannte werden möchte. Das würde mir meine positive, optimistische Lebensfreude aussaugen. Und so viel "Platz" möchte ich meinem Ex auf gar keinen Fall einräumen.

Dann scheint mir Deine Wut eine destruktive zu sein.
Wenn ich spürte, dass so ein Wutttyp in mir hochkochte, hab ich mir ein Ablenkungsprogramm verordnet. Bei Dir fiele mir „Joggen und Schimpfen“ ein. Raus an die Luft, bewegen und dabei alles rauslassen. Mir hat‘s geholfen, selbst beim Autofahren (wenn ich mich nicht bewegen konnte), habe ich peinliche Selbstgespräche geführt. Das half, die Wut wurde weniger. Irgendwann war der Bedarf dann weg.
 
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  • #39
Dann scheint mir Deine Wut eine destruktive zu sein.
Wenn ich spürte, dass so ein Wutttyp in mir hochkochte, hab ich mir ein Ablenkungsprogramm verordnet. Bei Dir fiele mir „Joggen und Schimpfen“ ein. Raus an die Luft, bewegen und dabei alles rauslassen. Mir hat‘s geholfen, selbst beim Autofahren (wenn ich mich nicht bewegen konnte), habe ich peinliche Selbstgespräche geführt. Das half, die Wut wurde weniger. Irgendwann war der Bedarf dann weg.
Ja, Joggen, Schimpfen und laut im Auto schreien - hat mir alles geholfen und hilft mir auch heute noch, wenn ich die wütende Frau auf die Bühne gelassen, ihr aber mittlerweile einen Maulkorb verpasst habe.
Und Tagebuch schreiben. Das finde ich grandios. Außerdem hat mir meine Physiotherapeutin einen tollen Tipp gegeben: Mein Glücksglas. (Da gibts wohl auch einen Film drüber.). Ich habe ein schönes Glas mit Schraubdeckel. Dort kommen kleine Zettelchen rein, auf denen ich schreibe, wenn mir etwas schönes passiert ist. Z.B. mein Lauf am Freitag, ein tolles Gespräch mit meinen Kindern, ein Lächeln von einem netten Mann auf der Straße usw. Also Glücksmomente die ich in Kurzfassung aufschreibe und in dieses Glas stecke. In einem Jahr werde ich das Glas öffnen. Wobei ich mittlerweile glaube, ich muss mir ein größeres Glas besorgen oder die Frist verkürzen. :D;)
 
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  • #40
Viele interessante Gedanken hier.

@fleurdelis
Hast du dich an dem "Muss" aufgehängt?
Was wäre mit einem Menschen, der ein Kind missbraucht hat, möchte man das Opfer dazu drängen, dem Täter zu verzeihen?
Ich weiß nicht, ob man das unbedingt in einen Topf werfen muss. In der Traumaforschung wird unterschieden in den Begriff "Entwicklungstrauma", also Dinge, die wir in der Kindheit erlebt haben, und Schocktrauma. Wobei sich das häufig auch mischt. Je nach persönlicher Resilienz ist der Umgang unterschiedlich, und Erfahrungen aus der Kindheit beeinflussen natürlcih unser Verhalten.

Zum Thema Trauma und Verzeihen
https://www.youtube.com/watch?v=TDvjjxRfzoM
@Fraunette
Eine Trennung nach so langer Zeit ist sicher auch traumatisch. Ich weiß allerdings nicht, ob der Begriff hier weiterhilft.

Vom Kopf her weiß ich das alles, aber ich glaube, um wirklich ganz frei zu werden, muss ich ihm "irgendwie von Herzen verzeihen".
Das "muss" würde ich streichen. Macht nur weiteren Stress :).

Der Kopf alleine reicht nicht, daher würde ich als nächstes den Körper dazunehmen. In ihm sind die Erfahrungen ebenfalls gespeichert, und können bei "unpassender" Gelegenheit wieder hervorkommen...

Ich habe nicht gewusst, mit welcher Intensität man Wut und Hass (vor allem Hass) verspüren kann. Ich war erschrocken über meine eigenen Gefühle.
Ja, grade Frauen sind oft darauf konditioniert, diese nicht zuzulassen. Diese (kontrolliert) auch körperlich herauszulassen, kann sehr hilfreich sein. Kann auch noch ein "altes" Thema dahinterliegen.
Kennt er deine Wut? Wurde er mal gezwungen sich diesen Fragen zu stellen? Ich halte ja persönlich nix mehr davon einen Brief zu schreiben um ihn dann anschließend zu verbrennen

Lesen muss er es oder hören und sehen.
Ich weiß nicht, ich glaube nicht, dass das jetzt noch in persönlicher Konfrontation etwas bringt (außer Eskalation). Sehr hilfreich habe ich mal ein Stellvertreterritual empfunden; kann man auch selbst machen, mit Vorstellung oder leerer-Stuhl-Technik.
Nur wenn ich ihn sehe, dann "tickt irgendetwas bei mir aus". Das ist, als würde ein Vorhang fallen und auf der Bühne steht eine wütende Frau die nur an seine Lügen und den Betrug denken kann.
Das kannst du dann alles raus lassen. Wichtig ist hier, nicht steckenzubleiben, daher ist ein fester Ablauf oder eine 2. Person als Unterstützung gut.
Aber du bist am richtigen Weg, wenn du erkennst, dass es nicht nur den Täter und das Opfer gibt - in einer Beziehung sind immer zwei an allem beteiligt. Auch am Scheitern. Und diese eigenen Anteile zu erkennen und anzunehmen hilft ungemein auch die der anderen Seite anders zu sehen.
Ja. Und sich diese Anteile selbst zu verzeihen (siehe oben im Video). Und wenn sie "nur" darin bestehen, sich diesen Partner selbst ausgesucht zu haben.
Und die Erkenntnis, was in deinem Leben jetzt möglich und wunderbar ist, was du sonst ziemlich sicher nie gemacht hättest, tut ein Übriges.
Ja. Und auch zu sehen und zu würdigen, was in dieser Zeit alles gut war. Dafür dankbar sein. Es war ja nicht alles schlecht, nur weil das Ende schlecht war. Z.B. gäbe es die Kinder heute nicht. Das ist doch ein gewichtiges Argument.
Geh auf die Metaebene und schreib das Drehbuch neu:
(…)Der Nichtswürdige ….
Die Technik ist sicher gut, der Inhalt scheint aus meiner Sicht eine kurzfristige Variante (Schuldumkehr). Gerade wenn Kinder involviert sind, finde ich den Gebrauch von "Nichtswürdiger" nicht zielführend.

Selbstregulation und Selbstfürsorge. Nett zu sich sein - das kannst du doch, Fraunette :). Sich selbst auch bei Rückschlägen wertschätzen. Und immer mehr im "Jetzt" sein ...
 
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  • #41
Argh ich war zu lahm. Steht ja alles da ab #34...
Jetzt lass ich's stehen.
Allen einen schönen Sonntag!
 
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  • #42
Ja, Joggen, Schimpfen und laut im Auto schreien - hat mir alles geholfen und hilft mir auch heute noch, wenn ich die wütende Frau auf die Bühne gelassen, ihr aber mittlerweile einen Maulkorb verpasst habe.
Und Tagebuch schreiben. Das finde ich grandios. Außerdem hat mir meine Physiotherapeutin einen tollen Tipp gegeben: Mein Glücksglas. (Da gibts wohl auch einen Film drüber.). Ich habe ein schönes Glas mit Schraubdeckel. Dort kommen kleine Zettelchen rein, auf denen ich schreibe, wenn mir etwas schönes passiert ist. Z.B. mein Lauf am Freitag, ein tolles Gespräch mit meinen Kindern, ein Lächeln von einem netten Mann auf der Straße usw. Also Glücksmomente die ich in Kurzfassung aufschreibe und in dieses Glas stecke. In einem Jahr werde ich das Glas öffnen. Wobei ich mittlerweile glaube, ich muss mir ein größeres Glas besorgen oder die Frist verkürzen. :D;)

Uuund Belohnen nicht vergessen!
Ich hatte gestern einen richtig miesen Termin auszuhalten, und heute muss ich gleich noch arbeiten.
Dafür habe ich heute nur gemacht, was mir Spaß macht und sitze grad vor meinem 4. Stück Apfelkuchen, was aber gar nix macht, weil ich nachher noch gaaanz viel Fahrrad fahre :):):).
 
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  • #44
Uuund Belohnen nicht vergessen!
Ich hatte gestern einen richtig miesen Termin auszuhalten, und heute muss ich gleich noch arbeiten.
Dafür habe ich heute nur gemacht, was mir Spaß macht und sitze grad vor meinem 4. Stück Apfelkuchen, was aber gar nix macht, weil ich nachher noch gaaanz viel Fahrrad fahre :):):).
Oh nein. Das Belohnen habe ich nie vergessen. Ich habe seitdem so viel für mich getan, einfach nur, weil ich es wollte und mir gut tat und gut tut.;):D:)
Und das Beste ist, es hat mein Selbstwertgefühl aufgepimpt. Ich bin zum ersten Mal alleine in Urlaub gefahren. Überhaupt habe ich viele Dinge getan (auch teilweise alleine), die ich vorher nie getan hätte (erst recht nicht alleine). Ich finde, man wächst über sich hinaus. Ist auch ein tolles Gefühl.

Edit: Am Donnerstag habe ich meinen Garten umgestaltet. Da war ein Busch, den ich unbedingt an eine andere Stelle setzen wollte. Das blöde Ding ließ sich nicht rausholen. Habe so lange gekämpft, bis mir der Spaten abgebrochen ist. (Wo rohe Kräfte sinnlos walten!) Gott, habe ich gelacht. Meine Nachbarin kam, hat ne Runde mitgelacht, mir ihren Spaten geliehen. Und ich habe es geschafft. Ich bin so stolz auf den Garten. Meine Belohnung!;)
 
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Deleted member 7532

  • #45
Uuund Belohnen nicht vergessen!
Ich hatte gestern einen richtig miesen Termin auszuhalten, und heute muss ich gleich noch arbeiten.
Dafür habe ich heute nur gemacht, was mir Spaß macht und sitze grad vor meinem 4. Stück Apfelkuchen, was aber gar nix macht, weil ich nachher noch gaaanz viel Fahrrad fahre :):):).

Übrigens : schön, dass du wieder öfters hier bist - du hast gefehlt. :)
 
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  • #48

Das "müssen" würde ich wegstreichen ;). Aber ich denke, es ist für die eigene Psyche sehr gesund, wenn man verzeihen kann. Ich hab sowas noch nicht erleben müssen wie du. Aber aus anderen Kontexten (Eltern, beste Freundin) kenne ich das, dass ich Verletzungen lange mit mir rumschleppe und es mir schwerfällt zu verzeihen. Ich hab jetzt nicht den ganzen Thread gelesen. Aber es gibt ganz gute Literatur zu dem Thema Verzeihen, z.B. Luskin: Die Kunst zu verzeihen (hab ich mal gelesen). Weiß nicht, ob andere Bücher besser sind, aber das fand ich schon mal hilfreich. Auch aktuelle Richtungen der Psychotherapie greifen Konzepte aus religiösem Kontext auf, z.B. die ACT (Akzeptanz- und Committmenttherapie) aus dem Buddhismus. Diese Bücher enthalten auch ganz konkrete Übungen.
Ich wünsch dir jedenfalls, dass es dir bald gelingt, zumindest weniger Groll zu empfinden!
 
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  • #49
@Fraunette Erstmal riesen Respekt für diesen Thread! Dass du das Thema hier einstellst zeigt, wie weit du damit schon bist!
Irgendwie scheint alles gesagt und vieles davon ist sehr inspirierend.
Ich halte das mit dem Verzeihen auch eher für schwierig, da bin ich ganz bei @fleurdelis* . Das Konzept scheint mir gut dafür zu taugen, sich selbst Druck zu machen. Und das Loslassen funktioniert immer besser, wenn man nichts mehr mit der Person zu tun hat. Für alles andere braucht's einfach Zeit.
Was mir bei dir - nicht nur hier - sehr gut gefällt, ist dass du immer sehr gut bei dir selbst bleibst. Das bewundere ich wirklich, und ich halte das auch für sehr hilfreich im Umgang mit Verletzungen.
 
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Deleted member 22756

  • #50
Ich möchte einen sehen, der genau diese Definition, wie es hier wortwörtlich geschrieben steht ... exakt durchgeführt und erlebt hat oder umgesetzt hat ... Aber ich geb hier an dieser Stelle mein intervenieren auf
Exakt wie beschrieben vielleicht nicht aber fast. "Vergeben" ist vielleicht ein schwieriger Begriff, aber ich habe erfahren, dass "Verstehen" und dann "Loslassen" (oder wie auch immer man diesen Prozess nennen will) tatsächlich befreiend ist.
 
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*Andrea*

  • #51
Vielleicht hilft es auch, einfach zu akzeptieren, dass man/frau wütend ist? Ist ja verständlich...

Gefühle an sich sind nichts Falsches oder Schlimmes, sondern sie sind, wie sie sind, und dürfen das auch sein. Solange du ihm nichts um die Ohren schlägst, geht die Welt nicht unter.
 
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  • #52
@Fraunette Erstmal riesen Respekt für diesen Thread! Dass du das Thema hier einstellst zeigt, wie weit du damit schon bist!
Irgendwie scheint alles gesagt und vieles davon ist sehr inspirierend.
Ich halte das mit dem Verzeihen auch eher für schwierig, da bin ich ganz bei @fleurdelis* . Das Konzept scheint mir gut dafür zu taugen, sich selbst Druck zu machen. Und das Loslassen funktioniert immer besser, wenn man nichts mehr mit der Person zu tun hat. Für alles andere braucht's einfach Zeit.
Was mir bei dir - nicht nur hier - sehr gut gefällt, ist dass du immer sehr gut bei dir selbst bleibst. Das bewundere ich wirklich, und ich halte das auch für sehr hilfreich im Umgang mit Verletzungen.
Danke für die Blumen. Und ich bin froh, dass ich den Thread eröffnet habe. Das hat mir tatsächlich diesen Druck genommen, verzeihen zu müssen. Ich habe bereits so viel gelesen über Loslassen, seine Gedanken steuern, verzeihen und und und.
"Verzeihen" ist vielleicht ein zu großes Wort, was ich da noch leisten werde. Ich glaube, da hat jeder, der hier geschrieben hat, ein bisschen recht. Und für jeden ist es auch etwas anderes. Ich weiß nur, dass ich nicht mehr weit vom Gipfel entfernt bin und mir eben dieses Puzzle-Teilchen noch fehlt. Mein Meilensteintag am Freitag war wirklich einer. Denn mit dem Einlauf ins Ziel ist irgendwas passiert. Ich kann es nicht beschreiben, aber das war, als sei ein Knoten geplatzt. In den letzten 100 Metern dieses Laufs hatte ich plötzlich Tränen in den Augen. Ich war stolz, traurig, glücklich, überwältigt. Es war verrückt - aber total toll. Meine Tochter (die schneller war als ich) hat meinen Zieleinlauf mit ihrem Handy gefilmt. Es ist das erste Mal, dass ich mich gerne in einem Film oder auf einem Foto sehe.

Ich danke Euch allen, für Eure Kommentare hier. Heute Morgen habe ich mich noch enorm unter Druck gefühlt. Aber ihr habt recht: Für manche Dinge braucht es einfach Zeit. Und die werde ich mir geben. Meine Hymnen: :D

https://youtu.be/WprmdlbbgGo

https://youtu.be/zreTvtpTeoU
 
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  • #53
Danke für die Blumen. Und ich bin froh, dass ich den Thread eröffnet habe. Das hat mir tatsächlich diesen Druck genommen, verzeihen zu müssen. Ich habe bereits so viel gelesen über Loslassen, seine Gedanken steuern, verzeihen und und und.
"Verzeihen" ist vielleicht ein zu großes Wort, was ich da noch leisten werde. Ich glaube, da hat jeder, der hier geschrieben hat, ein bisschen recht. Und für jeden ist es auch etwas anderes. Ich weiß nur, dass ich nicht mehr weit vom Gipfel entfernt bin und mir eben dieses Puzzle-Teilchen noch fehlt. Mein Meilensteintag am Freitag war wirklich einer. Denn mit dem Einlauf ins Ziel ist irgendwas passiert. Ich kann es nicht beschreiben, aber das war, als sei ein Knoten geplatzt. In den letzten 100 Metern dieses Laufs hatte ich plötzlich Tränen in den Augen. Ich war stolz, traurig, glücklich, überwältigt. Es war verrückt - aber total toll. Meine Tochter (die schneller war als ich) hat meinen Zieleinlauf mit ihrem Handy gefilmt. Es ist das erste Mal, dass ich mich gerne in einem Film oder auf einem Foto sehe.

Ich danke Euch allen, für Eure Kommentare hier. Heute Morgen habe ich mich noch enorm unter Druck gefühlt. Aber ihr habt recht: Für manche Dinge braucht es einfach Zeit. Und die werde ich mir geben. Meine Hymnen: :D

https://youtu.be/WprmdlbbgGo

https://youtu.be/zreTvtpTeoU

https://youtu.be/gYkACVDFmeg das war lange Zeit der Klingelton, der meinem Ex-mann auf meinem Handy zugeteilt war. :D.
Irgendwann hat er sich nicht mehr richtig angeführt.
Ich habe dann noch ein bisschen rumprobiert und jetzt hat er den Standardton, wie alle, die keine spezielle Rolle in meinem Leben spielen ;)
 
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  • #55
Nun meine Frage an diejenigen, die ihrem/ihrer Ex so etwas verziehen haben: wie habt ihr das gemacht?

@Fraunette : ich war ja in einer ganz ähnlichen situation wie du und habe hier jetzt nicht alle beiträge en détail gelesen. es gab ja schon viele sicherlich für dich auch hilfreiche kommentare. eines wollte ich aber noch anmerken: verzeihen ist eine große aufgabe. vielleicht auch erstmal zu groß für dich? mir ist das bis heute jedenfalls nicht gelungen. aber mir ist es zumindest gelungen, meinen frieden damit zu machen, was passiert ist. was meine ich damit? nicht mehr in einer unseligen endlosschleife über das wieso weshalb warum sinnieren. mich nicht mehr mit all den fragen dazu an ihn herumzuschlagen, die er mir eh nicht (mehr) beantworten wird. seit ich das nicht mehr tu, geht es mir wieder ziemlich gut. vielleicht ist das ja ein zwischenschritt auf dem weg zum verzeihen für dich? es hat allerdings gedauert. es kam so nach und nach. und die kinder haben mir sehr geholfen, auf kurs zu bleiben.

ich wünsche dir, dass du es bald schaffen wirst, deinen groll abzulegen. bisher bist du ja schon sehr (!!) weit gekommen auf deinem weg ins neue leben. diesen letzten schritt wirst du auch schaffen. bald. ganz bestimmt!
 
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  • #56
Aus psychologischer Sicht bringt "vergeben", oder "verzeihen" keinen Vorteil. Es fühlt sich, trotz dass @Fraunette geschrieben hat, in der Differenz zum "gutheißen" dennoch miteinander verbunden. Wichtig dabei ist es, Gefühle zuzulassen und Groll darf erlaubt sein. Verzeihen ist ein religiöses Konstrukt ... das einem Menschen im eigentlichen Sinne nicht möglich ist. Wenn man es mit: "loslassen" erklären würde, wäre ich einverstanden.

So ähnlich wollte ich schreiben. Loslassen finde ich die beste Lösung und es braucht Zeit.
 
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  • #57
für sich.
Verzeihen ist ein Teil des Loslassens.
Wer verziehen hat, ist frei. Frei von den Gefühlen wie Wut, Hass und Groll.
Das ist ja das Ziel.(...)

Meins nicht - warum auch ?

Mir würde es reichen, der Ex neutral gegenüber auftreten zu können, daß sie mir - in diesem Sinne - gleichgültig ist, keine Gefühle mehr auslöst.

Dazu muß ich nichts vergeben und/oder verzeihen.
 
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  • #58
Mir ist ja auch auf diese Weise mein Exmann abhanden gekommen. Ein verzeihen war mir bis heute nicht möglich. Aber das belastet mich nicht. Mir ist dieser Mann inzwischen vollkommen egal. Ich war auch, wie du, @Fraunette lange Zeit in meinem Groll gefangen, immer, wenn ich ihm, zwangsläufig wegen der Kinder, persönlich begegnen musste. Das hat einige Jahre gedauert. Dann wurde es immer weniger, je größer die Kinder wurden. Nun sind sie schon etliche Jahre aus dem Haus und dadurch gibt es keinerlei Berührungspunkte mehr zwischen ihm und mir. Wenn wir uns, ganz selten mal, im Stadtbild begegnen, grüßen wir uns kurz und gehen aneinander vorbei. Das finde ich immer komisch, denn immerhin wollte ich mal mit diesem Mann den Rest meines Lebens verbringen. Vor zwei Jahren, auf der Hochzeit meines Großen, mussten wir, aufgrund des Anlasses, zwei Tage in räumlicher Nähe verbringen, er mit neuer Partnerin, ich allein. Davor hatte ich große Angst. Doch die war vollkommen unbegründet. Wir haben uns freundlich mit Handschlag begrüßt ( eine absurde Situation irgendwie, dieser Handschlag) und ja, ich habe ihn schon ab und an mal beobachtet. Dabei ich habe auch festgestellt: er ist mir schlichtweg egal geworden. Das fand ich irgendwie befreiend. Verzeihen ist aber nach wie vor nicht mein Ziel. Weil ich es einfach schäbig finde, dass es im Vorfeld keinerlei Anzeichen gab, dass er irgendwie unzufrieden ist, keine Gespräche dazu, nichts. Und doch gab es parallel über viele Monate eine andere Frau und durch Zufall kam ich dahinter. Das finde ich nach wie vor ganz großes mieses Kino.
Was sollst du jetzt damit anfangen? Vielleicht den Tipp, einfach noch ein wenig mehr Zeit verstreichen zu lassen. Es heißt nicht unsonst: Die Zeit heilt alle Wunden.
 
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  • #59
@Dreamerin : ist die Partnerin an seiner Seite noch der Trennungsgrund? Und wie begegnet ihr zwei euch?
 
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  • #60
@Dreamerin : ist die Partnerin an seiner Seite noch der Trennungsgrund? Und wie begegnet ihr zwei euch?
Nein, nein, nach einem Jahr war sie nicht mehr aktuell. Es folgten noch einige andere. Mit einer bekam er auch noch ein weiteres Kind. Seit ein paar Jahren ist es aber nun die Selbe. Er lebt mit ihr zusammen. In unserem früheren gemeinsamen Haus.
Wir begegnen uns gar nicht. Zuletzt auf der Hochzeit meines Sohnes vor über zwei Jahren. Ich bin aber auch schon seit 17 Jahren geschieden.