D

Deleted member 20013

Gast
  • #332
Ich finde schon.
Ganz simpel:
Wie oft hast du einem Partner voll bewusst gegen das Schienbein getreten?
Noch nicht so oft, oder? Weil du deinem Partner keinen Schmerz zufügen möchtest. Wenn du es tust und deinem Partner damit Schmerz bereitest (ihn unglücklich machst) dann bist du für seinen Schmerz verantwortlich, oder nicht?
Wieso fällt es so schwer das auf eine abstraktere Ebene zu transportieren?
Etwas zu tun, von dem ich weiß, dass es meinem Partner Schmerzen bereiten wird, bedeutet, dass ich für den Schmerz meines Partners verantwortlich sein werde.

Ob ich diese Verantwortung annehme und es mir die Handlung wert ist (z.B. anderweitig so verliebt, dass dieses Gefühl auch nicht mehr weg gehen mag) steht dann nochmal auf einem anderen Blatt Papier und ist ein anderes Thema.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • Like
Reactions: Alienor and Fraunette
D

Deleted member 22756

Gast
  • #334
@Synergie
Natürlich würde ich meinem Partner micht bewusst Schmerzen zufügen. Das würde ich auch mit keinem anderen Lebewesen tun wollen, egal wie ich zu ihm stehe (nagut... unbewusst gibt es vielleicht ein, zwei Lebewesen auf diesem Planeten.. aber lassen wir das lieber).
Gegnseitige Rücksichtnahme, Unterstützung, Respekt, dem Partner zuliebe etwas tun / lassen - das ist doch nicht das Thema. Es geht um Verantwortung. das ist etwas völlig anderes. Ich werde meinen Partner immer mal wieder verletzen. Das ist unvermedlich, und manchmal geshcieht dies nicht aus Unwissenheit oder aus Versehen, sondern weil einige unserer persönlichen Interessen / Bedürfnisse nicht zusammen passen oder gar völlig gegengesetzt sind. Und weil wir eben nicht immer alle gut und tugendhaft sind, sondern eben auch oft genug egoistisch oder neidisch oder rachsüchtig.. was auch immer.

Das kann ich als Realität annehmen und versuchen, diese Klippen zu umschiffen. Oder ich leugne das Ganze und bringe enorme Kraftanstrengungen auf, mich zu verbiegen oder den Partner ändern zu wollen, da er ja für mein Glück zuständig ist, und wenn ich unglücklich bin, muss er was ändern.
Oder ich kann eben versuchen, an meiner Kränkbarkeit zu "arbeiten" (blödes Wort; hab grad kein anderes), Verantwortung für meine eigenen Gefühle zu übernehmen und nicht dem anderen die Schuld dafür zu geben, dass es mir schlecht geht.
Hat ja keiner behauptet, dass das einfach wäre. Nur für mich persönlich geht aus bitterer Erfahrung nur diese Art von Partnerschaft.
 
  • Like
Reactions: Deleted member 21128
D

Deleted member 22756

Gast
  • #335
Etwas zu tun, von dem ich weiß, dass es meinem Partner Schmerzen bereiten wird, bedeutet, dass ich für den Schmerz meines Partners verantwortlich sein werde.
Das sehe ich nicht so. Mein Handeln oder meine (nicht vorhandenen) Gefühle sind vielleicht ursächlich für den Schmerz des Partners. Ich kann Mitleid haben, mich schlecht fühlen, und ich kann es bedauern und eine verlorene Liebe betrauern; trotzdem bin ich nicht für das Leid des Partners verantwortlich.
Eben weil der Partner kein "Recht" auf meine Liebe hat.
 
F

fleurdelis*

Gast
  • #336
Ich finde schon.
Ganz simpel:

Wieso fällt es so schwer das auf eine abstraktere Ebene zu transportieren?
Etwas zu tun, von dem ich weiß, dass es meinem Partner Schmerzen bereiten wird, bedeutet, dass ich für den Schmerz meines Partners verantwortlich sein werde.

Ich kann mich an eine Situation erinnern, in der ich mal jemandem gesagt habe: das was hier vorgefallen war, hat mir weh getan, ich habe absichtlich nicht gesagt: du hast hast mir weh getan .... wäre das jetzt noch abstrakter?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • Like
Reactions: Deleted member 22756

Alienor

User
Beiträge
153
  • #338
Ich kann Mitleid haben, mich schlecht fühlen, und ich kann es bedauern und eine verlorene Liebe betrauern; trotzdem bin ich nicht für das Leid des Partners verantwortlich.
Eben weil der Partner kein "Recht" auf meine Liebe hat.

Naja, klassischerweise, ist das in einer echten Partnerschaft jedoch so. Davon verstehst du vielleicht nichts, aber genau das ist die Grundlage. Der Partner hat ein "Recht" auf meine Liebe und wenn ich sie nicht für ihn habe, ist er nicht mein Partner...so einfach ist das. Ich rede hier nicht von Hin-und Mit, Freundschaft+, Gelegenheitssex, "Beherbergen gegen Gefälligkeiten" oder Ähnlichem, sondern von echter Partnerschaft zwischen genau zwei Menschen. Dazu gibt es gewisse Rituale, bei denen man sich etwas verspricht...in Kurzform etwa sowas:

"Klassisches kurzes Eheversprechen
… ich nehme Dich an als meine Frau/meinen Mann.
Ich verspreche Dir die Treue in guten und in schlechten Tagen,
in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet.
Ich will Dich lieben achten und ehren alle Tage meines Lebens.
Trage diesen Ring als Zeichen unserer Liebe und Treue."

...aber das kann eben nicht jeder, das meinte ich damit. Für die meisten Leute sind das leere Worthülsen und sie können es nicht mit Inhalt füllen...weil sie sich selbst zu sehr lieben/ nur für ihr eigenes Glück Verantwortung übernehmen?

Da gibt es noch einen anderen Spruch, der mir immer noch sehr gut gefällt "Du bist für deine Blume verantwortlich"...vielleicht hat den jemand mal gehört...
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reactions: fafner, Look and Tone
D

Deleted member 20013

Gast
  • #340
Ich kann mich an eine Situation erinnern, in der ich mal jemandem gesagt habe: das was hier vorgefallen war, hat mir weh getan, ich habe absichtlich nicht gesagt: du hast hast mir weh getan .... wäre das jetzt noch abstrakter?
Gute Frage.
Ich würde sagen, es ist entpersonalisiert und in dem Sinne abstrakt. Auf der anderen Seite ist es klar situationsbezogen und damit sehr spezifisch und keineswegs abstrakt.

Aber wozu die Frage? In meinen Augen die falsche Frage. Was soll es schon für ein Bedeutung haben, ob man das Entpersonalisieren als Abstrahieren bezeichnet, oder nicht?
 

Look

User
Beiträge
2.253
  • #341
Naja, klassischerweise, ist das in einer echten Partnerschaft jedoch so. Davon verstehst du vielleicht nichts, aber genau das ist die Grundlage. Der Partner hat ein "Recht" auf meine Liebe und wenn ich sie nicht für ihn habe, ist er nicht mein Partner...so einfach ist das. Ich rede hier nicht von Hin-und Mit, Freundschaft+, Gelegenheitssex, "Beherbergen gegen Gefälligkeiten" oder Ähnlichem, sondern von echter Partnerschaft zwischen genau zwei Menschen. Dazu gibt es gewisse Rituale, bei denen man sich etwas verspricht...in Kurzform etwa sowas:

"Klassisches kurzes Eheversprechen
… ich nehme Dich an als meine Frau/meinen Mann.
Ich verspreche Dir die Treue in guten und in schlechten Tagen,
in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet.
Ich will Dich lieben achten und ehren alle Tage meines Lebens.
Trage diesen Ring als Zeichen unserer Liebe und Treue."

...aber das kann eben nicht jeder, das meinte ich damit. Für die meisten Leute sind das leere Worthülsen und sie können es nicht mit Inhalt füllen...weil sie sich selbst zu sehr lieben/ nur für ihr eigenes Glück Verantwortung übernehmen?

Da gibt es noch einen anderen Spruch, der mir immer noch sehr gut gefällt "Du bist für deine Blume verantwortlich"...vielleicht hat den jemand mal gehört...
Sehr schön," Du bist für deine Blume verantwortlich..."
Dass Du dieses Zitat aus dem Kleinen Prinzen hier in diesem Zusammenhang einbringst.
 
  • Like
Reactions: Tone
D

Deleted member 22756

Gast
  • #343
"Du bist für deine Blume verantwortlich"...vielleicht hat den jemand mal gehört...
Saint-Exupery kann ich auch:
"Ach!" sagte der Fuchs, "ich werde weinen".
"Das ist deine Schuld", sagte der kleine Prinz, "ich wünschte dir nichts Übles, aber du hast gewollt, dass ich dich zäme..."
Ein sehr kluger Satz finde ich. Denn darum geht es dann am Ende: um Schuld (nach der Verantwortung).
 
  • Like
Reactions: Deleted member 20013
F

fleurdelis*

Gast
  • #344
Gute Frage.
Ich würde sagen, es ist entpersonalisiert und in dem Sinne abstrakt. Auf der anderen Seite ist es klar situationsbezogen und damit sehr spezifisch und keineswegs abstrakt.

Ich war der Meinung, durch die "Entpersonalisierung" den Fokus auf den Sachverhalt zu lenken, umso einer Schuldfrage aus dem Weg zu gehen .... ich lege nicht so sehr viel Wert darauf "wer ist Schuld" ... mir ist es lieber, den Sachverhalt an sich zu klären. ...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
D

Deleted member 20013

Gast
  • #345
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Alienor

User
Beiträge
153
  • #346
Saint-Exupery kann ich auch:
"Ach!" sagte der Fuchs, "ich werde weinen".
"Das ist deine Schuld", sagte der kleine Prinz, "ich wünschte dir nichts Übles, aber du hast gewollt, dass ich dich zäme..."
Ein sehr kluger Satz finde ich. Denn darum geht es dann am Ende: um Schuld (nach der Verantwortung).

Du verwechselst schon wieder "Freundschaft" "Gelegenheitsbekanntschaft" mit einer Partnerschaft...

nee, kannste nich... ;)

Das Kapitel heißt: "Freundschaft mit dem Fuchs"

"So also wurde der kleine Prinz mit dem Fuchs vertraut. Und als die Stunde des Abschieds nahe war:
»Ach«, sagte der Fuchs. »Ich muss weinen.«
»Du bist selbst daran schuld«, sagte der kleine Prinz, »ich wünsche mir nicht, dass es dir schlecht geht, aber du wolltest von mir, dass ich dich zähme …«»So ist es«, sagte der Fuchs.
»Aber nun musst du weinen!«, sagte der kleine Prinz
»So ist es«, sagte der Fuchs.
»So hast du nichts gewonnen!«
»Ich habe die Farbe des Weizens gewonnen«, sagte der Fuchs.
Dann fügte er hinzu:

»Geh und sieh dir die Rosen wieder an. Du wirst verstehen, dass deine Rose einzigartig ist. Du wirst zu mir zurückkommen und mir Lebwohl sagen und ich werde dir ein Geheimnis verraten.«
Der kleine Prinz ging wieder zu den Rosen.

»Ihr seid nicht wie meine Rose, noch seid ihr nichts«, sagte er. »Niemand hat sich mit euch vertraut gemacht, und ihr habt euch niemandem vertraut gemacht. Ihr seid, wie mir mein Fuchs zuvor gewesen war. Er war nur ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinen Freund gemacht und jetzt ist er einzigartig in der Welt.«
Das beschämte die Rosen sehr.

»Ihr seid schön, aber ihr seid leer«, sagte er noch. »Für euch kann man nicht sterben.
.................................................

Keine Chance...
 
  • Like
Reactions: Tone
D

Deleted member 22756

Gast
  • #347
@Alienor
Ich kenne das Eheversprechen :)
Warum werden hier in Diskussionen eigentlich anderweitige Positionen oder Meinungen als die eigene so schnell abgewertet oder lächerlich gemacht? Ich muss das ja nicht genauso sehen. Trotzdem ist der andere ja nicht doof oder unempathisch.
Mich beschäftigt dieses Thema sehr, weil es glaube ich ganz wesentlich unsere Liebesbeziehungen bestimmt. Jedenfalls meine.
Erwartungen, Enttäuschungen, Verantwortung und Schuld (eigentlich als korrespondierende Paare).
Der Partner hat ein "Recht" auf meine Liebe und wenn ich sie nicht für ihn habe, ist er nicht mein Partner...so einfach ist das
Das ist eine sehr starke Erwartung an deinen Partner und an dich selbst finde ich. Ich kann doch meine Gefühle nicht steurern? Bin ich für meine Gefühle verantwortlich?
Für meine Handlumgem natürlich. Aber das heißt nicht, dass ich durch meine Handlungen alle schlechten Gefühle von meinem Partner fernhalten kann oder sollte.
Ich muss gestehen, dass ich mit diesen idealisierten Vorstellungen von Liebe und Beziehung schon ganz schön auf die Nase gefallen bin. Aber daran waren nicht meine Partner schuld, sondern eben diese unrealistischen Erwartungen an das, was Partnerschaft für mich "kann" oder bedeuten kann. Das mag bei anders gestrickten Persönlichkeiten ganz anders sein. Nur scheint mir dieses "Eins sein" oder eben dieser Wunsch nach Verschmelzung in der Liebe recht gefährlich .. oder eben zerbrechlich.
Ich finde daher eben die vielleicht weniger romatische, dafür realistische Betrachtungsweise von Schmidbauer hilfreich: Liebe im Prozess. Mit dem was geht (bei einem selbst und dem Partner). Das ist nicht weniger emotional oder aufregend oder leidenschaftlich. Nur die Erwartungen sind andere, und man versucht eben, mit der eigenen Kränkung (woher die auch immer kommt) anders umzugehen, als sie dem Partner anzulasten (die Schuld eben..)
 
  • Like
Reactions: Deleted member 21128
D

Deleted member 20013

Gast
  • #348
Wie soll ich jemandem verzeihen, der keine Schuld hat? ... Dann müsste ich ihn ja vorher schuldig sprechen ... steht mir nicht zu.
Wieso verhängst du dann eine Strafe über diesen Menschen und verbannst ihn aus deinem Leben?




Ganz so entpersonalisiert, wie du es gerade hinstellst, klang dein Umgang mit Verletzungen zuvor nicht:
Groll empfinde ich hier als normal und gerechtfertigt, ich zwinge mich nicht dazu, ihm zu verzeihen. Für mich bedeutet, diesen Menschen aus meinem Leben zu entfernen, meine Lösung und meine Heilung, der Rest ist mir egal. Die Position zu „verzeihen“ habe ich meiner Meinung nach nicht inne.

Wieso dann Groll dem Menschen gegenüber?
Wieso steht das "sich zum verzeihen zwingen" überhaupt zur Debatte, wenn es doch keine Schuld gibt, die verziehen werden müsste?
Hier klingt es eher, dass du zum.Verzeihen nicht in der Lage bist und keineswegs danach, dass es nichts gibt, was es zu verzeihen gäbe.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
D

Deleted member 22756

Gast
  • #349
Liebe @Synergie
Ich kenne Dich nicht, aber das ich wollte in diesem Zusammenhang noch loswerden:
Das mit der Verantwortung ist bei ambivalentem Verhalten noch mal ne andere Geschichte.. in meinem Empfinden.
Ich fand es sehr gut, dass Du Dich getraut hast.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • Like
Reactions: Deleted member 21128

Marlene

User
Beiträge
615
  • #350
@Synergie
Das kann ich als Realität annehmen und versuchen, diese Klippen zu umschiffen. Oder ich leugne das Ganze und bringe enorme Kraftanstrengungen auf, mich zu verbiegen oder den Partner ändern zu wollen, da er ja für mein Glück zuständig ist, und wenn ich unglücklich bin, muss er was ändern.
Oder ich kann eben versuchen, an meiner Kränkbarkeit zu "arbeiten" (blödes Wort; hab grad kein anderes), Verantwortung für meine eigenen Gefühle zu übernehmen und nicht dem anderen die Schuld dafür zu geben, dass es mir schlecht geht.
Hat ja keiner behauptet, dass das einfach wäre. Nur für mich persönlich geht aus bitterer Erfahrung nur diese Art von Partnerschaft.
Liebe @Luzi99 : Das hört sich nach einer einseitigen und sogar ungesunden Beziehung an, in der der Eine sich durchsetzt und der Andere auf der Basis seines Bedürfnisses, vielleicht sogar des Klammerns, verletzt ist. Kompromisse funktionieren anders: jeder sieht das Bedürfnis des Anderen in einer gleichen Wertigkeit und es wird ein Weg zusammen gefunden, der Beiden entspricht. Und, in der Liebe kann man den Anderen auch in seinem Bedürfnis loslassen, ohne, dass es verletzend wirkt oder man sich gekränkt fühlt. Einfach deswegen, weil er etwas gerne macht, das auch mal nicht im Bereich der Paarbeziehung stattfindet. Sie trägt das in einem Miteinander. Deine obigen Zeilen hören sich so an, wie wenn ein Egozentrierter auf einen Unselbständigen, Abhängigen trifft. Da wird Einer immer leiden.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reactions: Alienor

tina*

User
Beiträge
912
  • #352
Hallo Alienor,
mir scheint, du hast nicht so gute Erfahrungen mit Beziehung(en) gemacht, entnehme ich mal der Wortwahl in deinem Beitrag
https://www.parship.de/forum/posts/375244/
Eine Frau, die ohne Partner glücklich ist, wird sich nicht wirklich einen anschaffen...ein Partner bedeutet Mehrarbeit, Nerven, Energieraub und Zeitverschwendung, wenn man keine klaren Bedürfnisse danach oder Wahnvorstellungen wie wunderbar soetwas denn sein soll, hat. "Spass" kann jede Frau mit Leichtigkeit auch ohne festen Partner haben und hat keinen Dauerstörenfried in ihrer heilen Welt dabei.
Auch dein Buchtipp
Buch "Masken der Niedertracht - Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann"
spricht dafür.
Dieses bezieht sich auf sehr dysfunktionale Beziehungen mit Psychopathen; ich glaube nicht, dass das die Ausgangsbasis hier im Thread war. Da kann die Argumentation nur aneinander vorbeigehen.
Liegt es an unserer Kriegsvergangenheit, dass jede Ethik und Moral abhanden gekommen ist und alles, was "persönliches Glück und Freiheit" versprechen soll so einfach über jeden Maßstab hinweg toleriert wird? Sind wir zu blinden Toleranzbeuteln verkommen?
Ich finde nicht, dass jede Ethik und Moral abhandengekommen ist, zumindest nicht im Allgemeinen. In Einzelfällen gibt es das sicher, das war aber auch schon früher so, wenn man die Weltgeschichte so Revue passieren lässt. Dass der derzeitig gehypte Lebensstil der virtuellen Selbstdarstellung ausschließlich egoistische bzw. narzisstische Tendenzen unterstützt, wird zwar häufig kolportiert, allerdings ist es ja auch eine eigene Entscheidung, inwieweit man sich dem anschließen will.

Nein, manche Dinge verzeiht man nicht ...sein Leben lang nicht und das ist gut so,
Ja das ist so. Das Thema "man muss nicht alles verzeihen" hatten wir ja auch schon zu Beginn des Threads.
Und wenn eines Tages bei gleichbleibender Entwicklung niemand mehr Partnerschaften eingehen möchte, weil ja jeder nur auf seinen Vorteil bedacht ist und keiner mehr weiß, was das heißt "Partnerschaft" und wie man damit umgeht, wird es ja ganz sicher flächendeckend nur noch selbstbestimmte und freie, glückliche Menschen geben.
Ich vermute mal, dass es verschiedene Modelle von Partnerschaft gibt; hier hat sich v.a. in den letzten 50 Jahren ein größerer Freiheitsgrad in der Gestaltung entwickelt. Ich glaube, dass da weder Rechthabenwollen noch Zynismus weiterhilft.
https://www.parship.de/forum/posts/375354/
Das Problem ist jedoch, dass Menschen, die noch Partnerschaften leben können (hiervon sind Nutzverbindungen eindeutig ausgeschlossen) nur noch sehr selten sind. Es gibt einfach kaum noch Leute, die es können. Man lernt es als Kind.
Die Basis wird auf jeden Fall in der Kindheit gelegt. Und wenn man da keine guten Vorbilder hatte oder sogar richtig schlechte, kann das Auswirkungen auf das spätere Leben haben. Allerdings ist der Mensch auch lernfähig - so er denn will und die Chance bekommt. Wäre ja traurig, wenn nicht. Oder hast du so ein deterministisches Weltbild? Das lässt uns allerdings gradewegs auf Sodom und Gomera zusteuern ;).
Was für eine Ehe haben deine Eltern geführt? Das ist zum Beispiel etwas, was ich mir sehr genau ansehe.
Und was schließt du daraus? Hat es dich komplett davon abgehalten, Partnerschaften einzugehen?
Du bist also selbst verantwortlich, wenn du ausgenutzt, belogen und betrogen wurdest? Weil du dir einen Psycho geangelt hast? Das ist eine wirklich schräge Sichtweise.
Unterschiedliche Verwendung von Verantwortung. In unserer Kultur, in der es theoretisch keine Zwangsheirat gibt, obliegt die Auswahl des Partners schon einem selbst. Wie sich das entwickelt, kann ja niemand im Vorfeld wissen.
Ich empfehle dir mal einen Besuch in einem Frauenhaus...lass dich informieren, was so alles laufen kann.
Ich vermute nicht, dass das hier in der Threaderöffnung Diskussionsgegenstand war. Es ist ja nicht alles in einen Topf zu werfen.
https://www.parship.de/forum/posts/375407/
"Ich will einen glücklichen Partner und wenn der nicht glücklich ist, hat er dafür zu sorgen, sonst werfe ich ihn weg.. "
Ich kann deiner Argumentation da nicht folgen. Wie ist das auf die Frauen im Frauenhaus anzuwenden? Wenn der Partner nur "glücklich" ist, wenn er prügeln kann, darf er nicht "entsorgt" werden?
https://www.parship.de/forum/posts/375408/
Klassisches kurzes Eheversprechen
… ich nehme Dich an als meine Frau/meinen Mann.
Ich verspreche Dir die Treue in guten und in schlechten Tagen,
in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet.
Ich will Dich lieben achten und ehren alle Tage meines Lebens.
Trage diesen Ring als Zeichen unserer Liebe und Treue."
Nun ja, das ist ein kirchliches Ritual. Ich vermute, es hat schon einen Grund, dass es standesamtlich heißt
„Wollen Sie, Her/ Frau X mit der/dem hier anwesenden Frau / Herrn Y, die Ehe eingehen? - dann antworten Sie bitte mit Ja”.

Ich glaube, wenn wir alles schon vorher wüssten, perfekte Menschen wären, nie Fehler machten, immer nach Moral und Ordnung lebten, wäre das Leben sinnlos. Was jetzt nicht heißt, dass man unbedingt alle Erfahrungen braucht :oops:.

Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern wie wir sind
(we are united in our differences).
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reactions: Deleted member 21128

Alienor

User
Beiträge
153
  • #353
@Alienor

Ich kann doch meine Gefühle nicht steurern? Bin ich für meine Gefühle verantwortlich?

Nichts anderes stellst du hier gerade vor:

Ich finde daher eben die vielleicht weniger romatische, dafür realistische Betrachtungsweise von Schmidbauer hilfreich: Liebe im Prozess. Mit dem was geht (bei einem selbst und dem Partner). Das ist nicht weniger emotional oder aufregend oder leidenschaftlich. Nur die Erwartungen sind andere, und man versucht eben, mit der eigenen Kränkung (woher die auch immer kommt) anders umzugehen, ...

...das "kontrollierte" Gefühl...

Nur scheint mir dieses "Eins sein" oder eben dieser Wunsch nach Verschmelzung in der Liebe recht gefährlich .. oder eben zerbrechlich.

...aus Angst, sich wirklich einzulassen? Oder weil garnicht so viel Gefühl da ist, man es garnicht kann? Schonmal über deine eigene Motivation zur Partnerschaft nachgedacht? Was meinst du, warum du das machst? Warum "lohnt" es sich für dich?

Nur scheint mir dieses "Eins sein" oder eben dieser Wunsch nach Verschmelzung in der Liebe recht gefährlich .. oder eben zerbrechlich.

...aus welchem Grund? Es ist nicht zerbrechlich, wenn es ganz ist.

Ich muss gestehen, dass ich mit diesen idealisierten Vorstellungen von Liebe und Beziehung schon ganz schön auf die Nase gefallen bin. Aber daran waren nicht meine Partner schuld, sondern eben diese unrealistischen Erwartungen an das, was Partnerschaft für mich "kann" oder bedeuten kann.

Für mich hört sich das alles nicht ganzheitlich an. Liebe ist für mich aber ganzheitlich.
Und deshalb kann auch folgendes nicht nachhaltig eintreten:

Für meine Handlumgem natürlich. Aber das heißt nicht, dass ich durch meine Handlungen alle schlechten Gefühle von meinem Partner fernhalten kann oder sollte.

Eine auf Liebe gegründete Partnerschaft ist eine Lebensgrundlage... ich bin gleichzeitig ich und wir...das gegenüber ist gleichzeitig es selbst und wir und da ist nichts dazwischen zu bringen. Das "wir" besteht und so, wie ich manchmal in den Spiegel sehe und denke...he, das war wieder zuwenig Schlaf...so gibt es auch beim Partner Dinge, die nicht perfekt sind...aber ich mag mich trotzdem und er ist Teil unseres "wir" und bleibt es.
Anderes Beispiel: Du hast ein Kind und es hat grade mal wieder seinen Heiligenschein irgendwo verlegt, dann liebst du es trotzdem, auch wenn es nicht perfekt ist..es ist dein Kind und wird es immer sein...da ist nichts übermenschliches dran, das so zu empfinden.
 
D

Deleted member 20013

Gast
  • #355
Du implizierst dem anderen in deinen Fragen jedes Mal deine eigene Sichtweise ...
Ich paraphrasiere und formuliere das Gelesene, so wie ich es verstanden habe. Das gibt, z.B. dir, die Gelegenheit klarzustellen, dass du nicht das verstanden wissen willst, was aus deinem Text verstanden wurde.


"Nein."
Dies wäre dann jetzt mal deine Interpretation, die du als Fakt hinstellst.
Und "Ja."
Denn, eine andere, als meine Wahrnehmung habe ich nicht. Die kann verschiedene Positionen einnehmen. Das tut sie aber nicht immer. Wäre auf Dauer auf alles angewandt zu kostspielig.


Und für ein Verhör stehe ich dir nicht zur Verfügung. Wie immer halt ...
Verhör? ... Wer außer dir spricht von Verhör? .... Du implizierst dem anderen in deinen Aussagen jedes Mal deine eigene Sichtweise ... und nimmst sie als gegeben ...

Natürlich entziehst du dich mal wieder, sobald es für dich unangenehm wird. Das kannst du wirklich sehr gut.
Es wäre schön, wenn du auch mal auf der Inhaltsebene bleiben könntest. Aber das ist wohl vergebene Hoffnung.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
F

fleurdelis*

Gast
  • #356
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
D

Deleted member 20013

Gast
  • #357
Vielleicht reflektierst du mal deine Art der Kommunikation ....
"So nicht."
"Vielleicht reflektierst du mal dein"
Problem mit Fragen und Direktheit....
;) :D :oops: :rolleyes: :D:D:D:D

Also bitte.... was soll dieses Belehren.... Das ist doch lächerlich. :rolleyes:






deinen ständigen Fragen, ohne dem Anschein eines Austausches ....
Der ist gut! :D
Du kannst den Anschein ganz leicht einer Realitätsprüfung zuführen, indem du dich einfach mal drauf einlässt. Was sich aus beantworteten Fragen für ein Austausch mit mir ergeben kann, kannst du ja bisher noch nichteinmal erahnen, da du (glaube ich) noch nie inhaltsbezogen bleiben konntest.

Aber das ist wohl wie mit Phobien. Recht schwer aufzulösen, weil die Erfahrung gemìeden wird, die zeigen würde, dass die Angst unbegründet ist.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
D

Deleted member 22756

Gast
  • #359
Richtig: ich kann meine (Liebes-) Gefühle für einen anderen Menschen nicht steuern oder beeinflussen.
Aber ich kann meine eigenen Gefühle, die in bestimmten Situationen in mir hochkommen steuern oder zumindest kontrolliren (in gewissen Grenzen)
...aus Angst, sich wirklich einzulassen? Oder weil garnicht so viel Gefühl da ist, man es garnicht kann? Schonmal über deine eigene Motivation zur Partnerschaft nachgedacht? Was meinst du, warum du das machst? Warum "lohnt" es sich für dich?
Da maßt du dir an, mich besser zu kennen, als ich mich selbst. Aber ich kann dir versichern, dass ich meine (stets hehren!) Motive prüfe :)!
Wir gehen von völlig verschiedenen Vorstellungen aus: ich glaube nicht, dass mich die Leibe erst "ganz" machen muss. Und deshalb ist mein Partner auch nicht Teil von mir.
Aber das ist keine Frage einer Diskussion, sondern Ansichtssache.
.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Alienor

User
Beiträge
153
  • #360
Dieses bezieht sich auf sehr dysfunktionale Beziehungen mit Psychopathen; ich glaube nicht, dass das die Ausgangsbasis hier im Thread war. Da kann die Argumentation nur aneinander vorbeigehen.

Wenn du das Buch kennst, weißt du, das es alltägliche Beziehungen sind mit Leuten, die eben nicht als "pathologisch" angesehen werden, die sich aber diese Verhaltensweisen der emotionalen Gewalttätigkeiten angeeignet haben, um für sich selbst Profit daraus zu ziehen, mit teils extremen Folgen für die "Opfer". Und was in diesem Buch auch sehr schön dargestellt wird, ist, dass diese Menschen sich selbst immer als "Opfer" sehen ..also einfach die tatsächlichen Gegebenheiten umkehren. Diesen Menschen obliegt eine starke Schuld, denn sie handeln sehr bewusst.
Ich habe das eingebracht, weil mir zuviel pauschalisiert wurde in eine Richtung. Es ging um die grundsätzlich nicht vorhandene Schuld...die es jedoch gibt.

Ich vermute mal, dass es verschiedene Modelle von Partnerschaft gibt; hier hat sich v.a. in den letzten 50 Jahren ein größerer Freiheitsgrad in der Gestaltung entwickelt. Ich glaube, dass da weder Rechthabenwollen noch Zynismus weiterhilft.

Im Thread ging es um eine Ehe über mehr als ein Jahrzehnt, wenn ich mich richtig erinnere und nicht um irgendwelche "Modelle" die ja jeder mit dem entsprechenden Pendant so ausmachen kann. Es ging um die Verletzung, die entsteht, wenn ein solche "Vereinbahrung" hinterrücks gebrochen wird auf einer sehr intimen Ebene und ob das als Schuld gegenüber dem Verletzten definiert werden kann.

Die Basis wird auf jeden Fall in der Kindheit gelegt. Und wenn man da keine guten Vorbilder hatte oder sogar richtig schlechte, kann das Auswirkungen auf das spätere Leben haben. Allerdings ist der Mensch auch lernfähig - so er denn will und die Chance bekommt. Wäre ja traurig, wenn nicht. Oder hast du so ein deterministisches Weltbild? Das lässt uns allerdings gradewegs auf Sodom und Gomera zusteuern ;).
Und was schließt du daraus? Hat es dich komplett davon abgehalten, Partnerschaften einzugehen?

Aber ja, nachdem es sich für mich als signifikant gezeigt hat, handele ich danach. Ich glaube nicht an den Hans, der noch etwas lernt ;)


.. obliegt die Auswahl des Partners schon einem selbst. Wie sich das entwickelt, kann ja niemand im Vorfeld wissen...

...und eben deshalb ist auch eine Verantwortlichkeit zum eigenen Glück nicht einfach so einzufordern...


I
Es ist ja nicht alles in einen Topf zu werfen.

Du sprichst mir aus der Seele...das habe ich kritisiert...

Ich kann deiner Argumentation da nicht folgen. Wie ist das auf die Frauen im Frauenhaus anzuwenden? Wenn der Partner nur "glücklich" ist, wenn er prügeln kann, darf er nicht "entsorgt" werden?

s.o. drüber

Nun ja, das ist ein kirchliches Ritual. Ich vermute, es hat schon einen Grund, dass es standesamtlich heißt
„Wollen Sie, Her/ Frau X mit der/dem hier anwesenden Frau / Herrn Y, die Ehe eingehen? - dann antworten Sie bitte mit Ja”.

Den Zusamenhang verstehe ich jetzt nicht...

...Was jetzt nicht heißt, dass man unbedingt alle Erfahrungen braucht :oops:.

nee, ne, ....aber als sinnlos würde ich ein leichtes glückbeseeltes Leben ja nun nicht bezeichnen...was meinst du, warum wir hier sind? Nur um Probleme und Schmerzen zu haben?...Glaub ich nicht. Du vermutlich doch auch nicht.


Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern wie wir sind
(we are united in our differences).

Wie gesagt, man sollte nicht alles in einen Topf werfen... ;)