Andre

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  • #61
AW: Datingmüdigkeit und -"routine"/Hinterfragen gängiger Muster

Zitat von Frauen-Versteher:
Das darf ja nicht wahr sein.... der (sich offenbar nicht hübsch machende) Mann bezahlt dafür, dass sich die Frau hübsch macht...?

Dies ist genau der Eindruck, den ich manchmal habe.... ich hoffe schwer, dass dies nicht alle Frauen so sehen..
Nee nee, keine Bange. Ich denke ja auch oft, dass ich gleich nach meiner Geburt auf einem fremden Planeten ausgesetzt worden sein muss, aber ich bin anscheinend doch nicht ganz der einzige ;-)
 

Heike

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  • #62
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Zitat von Mira:
Die Männer, mit denen ich mich traf, kannten die Konvention, sicher auch der Ökonom, ein Professor, der einen Tee für 2,30 nicht bezahlte. Der war schon vorher durch Rücksichtslosigkeit aufgefallen. Ich hätte mich mit ihm nicht treffen sollen, doch es war mein erstes Parship-Date und das wollte ich hinter mich bringen.

Hier in der Diskussion geht es doch nicht um "andere Völker, andere Sitten". Bei denen, die es ablehnen, beim ersten Date für die Frau zu bezahlen, fällt mir schon die Betonung des finanziellen Aspekts auf. Sie fühlen sich übervorteilt durch diese Norm. Und sicher gibt es auch Frauen, die versuchen, die Konvention auszunutzen. In solchen Fällen hätte ich Verständnis, wenn der Mann sich nicht an die Norm hält. Ich mache es ihm leicht und bin bescheiden. Wer dann auf getrennter Rechnung besteht, der ist so kleinkariert oder geizig, dass er nicht zu mir passen würde.

Und dann gibt es natürlich diese Typen, die sich für großartige Individualisten halten, indem sie gegen möglichst viele Normen verstoßen. Die finde ich tatsächlich primitiv.

Es besteht ein Unterschied zwischen dem Kennen einer Konvention und dem Teilen/Befolgen ihrer.
Zu den anderen Punkten habe ich eigentlich oben bereits was geschrieben.
Mira, wenn dir nicht gefällt, daß ein Mann durchs Nichteinladen so sehr Aufmerksamkeit fürs Finanzielle offenbart, weswegen offenbarst du duchrs Nichtbezahlen so sehr Aufmerksamkeit fürs Finanzielle?
Und weswegen sind dir diese Konventionen eigentlich so wichtig? Was wäre, wenn sie nicht mehr in Geltung wären, worin bestünde dann ein Übel oder ein Mangel?
 

faraway

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  • #63
AW: Datingmüdigkeit und -"routine"/Hinterfragen gängiger Muster

Zitat von Mira:
Danke, Freitag! Einen Mann, der mir ein erstes Date vorschlägt und dann meinen Kaffee nicht bezahlt, finde ich kleinkariert und geizig. der "Herr" war ein Ökonom, das ist vielleicht bezeichnend..


Long live the economists.....das erinnert mich GANZ STARK an etwas...
aber vielleicht sind ja trotzdem nicht alle so
 

Mira

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  • #64
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Zitat von Heike:
Finde ich ok, wenn dein Datepartner vorweg weiß, daß also für ihn selbst ungewaschene Haare, Achselschweißflecken, Dreck unter den Fingernägeln, schlechtsitzende und billige Kleidung Pflicht sind. Schließlich ist er so höflich, dir nicht das Gefühl geben zu müssen, einseitig in seiner Schuld zu stehen.

Ich bin mir sicher, dass keiner der Männer, mit denen ich mich traf, so viel Zeit in sein Äußeres investierte wie ich. Und das wird wohl bei vielen Frauen ähnlich sein. Die Kleidung der Männer war übrigens manchmal grauenhaft.
 

Andre

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  • #65
AW: Datingmüdigkeit und -"routine"/Hinterfragen gängiger Muster

Zitat von Mira:
Und dann gibt es natürlich diese Typen, die sich für großartige Individualisten halten, indem sie gegen möglichst viele Normen verstoßen. Die finde ich tatsächlich primitiv.
Da geh' ich mit. Demonstrative Attitüden finde ich allesamt hohl. *phösegrinzz*
 

Heike

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  • #66
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Zitat von Mira:
Ich bin mir sicher, dass keiner der Männer, mit denen ich mich traf, so viel Zeit in sein Äußeres investierte wie ich. Und das wird wohl bei vielen Frauen ähnlich sein. Die Kleidung der Männer war übrigens manchmal grauenhaft.

Jeder darf seine Vorlieben haben. Wenn du nicht möchtest, daß dein Gegenüber genauso viel in sein Äußeres investiert wie du, ist das ok. Wenn jemand das aber tut, sogar mehr in sein Äußeres investiert, dann müßtest du seinen Kaffee zahlen, oder?
Aber ich verstehe schon, das ist alles zu kompliziert. Deswegen hält man sich an die Konvention. Frauen investieren in der Regel mehr in ihr Äußeres, zum Ausgleich zahlt der Mann ihren Kaffee.
Find ich verständlich, wenn Menschen, die sich vielleicht nicht so sehr einen Blick für das jeweilige Gegenüber zutrauen, eher an solche REgeln halten. Was sonderlich Hochstehendes, was es rechtfertigt, andere tendenziell als geizig oder primitiv zu beurteilen, die das nicht machen, kann ich darin allerdings nicht entdecken.
 

Mira

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  • #67
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Zitat von Lisa:
Ich hatte mal ein Date mit einem Mann, der alle die von dir so hochgehaltenen Konventionen perfekt beherrschte, Tür aufhalten, aus und in den Mantel helfen, bezahlen.
Beim Gehen hat er mir wieder formvollendet die Tür aufgehalten, der Kellnerin mit dem vollen Tablett hinter uns genauso formvollendet vor die Nase geknallt. Er hat es sehr wohl bemerkt, sich aber nicht mal entschuldigt.
Insofern sind solche geheuchelten Konventionen (die nur benutzt werden, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen) für mich mitnichten ein Zeichen von Fürsorglichkeit oder gar Charme. Ich kann mir ja ausrechnen, dass er mich, wenn ihm irgendwas an mir nicht passt, dann genauso behandeln würde.

Ja, da gebe ich Dir recht, Lisa. Normgerechtes Verhalten kann unterschiedlich motiviert sein. Aber ein Mann kann einer Frau auch in den Mantel helfen, weil er fürsorglich sein will, der würde sich natürlich bei der Kellnerin entschuldigen. (Meiner war so einer und ich liebte es, dass er mir in den Mantel half, dafür bekam er immer ein strahlendes Lächeln.)
 

Mira

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  • #68
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Zitat von Heike:
Mira, wenn dir nicht gefällt, daß ein Mann durchs Nichteinladen so sehr Aufmerksamkeit fürs Finanzielle offenbart, weswegen offenbarst du duchrs Nichtbezahlen so sehr Aufmerksamkeit fürs Finanzielle?
Und weswegen sind dir diese Konventionen eigentlich so wichtig? Was wäre, wenn sie nicht mehr in Geltung wären, worin bestünde dann ein Übel oder ein Mangel?

Die Konvention (soziale Norm) sagt, der Mann bezahlt beim ersten Date. Ich wüsste nicht, wieso ich durch Nichtbezahlen Aufmerksamkeit für das Finanzielle offenbaren würde. Selbstverständlich greife ich zum Portemonnaie und zeige dem Mann, dass ich sein Bezahlen nicht als selbstverständlich ansehe.

Es gibt die Konvention und sie ist für mich Teil des Rollenspiels der Werbung. Als solchen schätze ich sie mittlerweile. Dass einer bezahlt, hat etwas Verbindendes. Und dass der Mann bezahlt, verhindert Streit darüber, wer die Rechnung begleicht.
 

Andre

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  • #70
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Zitat von Freitag:
dir traue ich glatt noch ein erstes date am FKK strand zu. dort fallen dann alle masken und sämtliche konverntionen :)
Ich seh schon, du warst noch nie am FKK-Strand. Wenn du wüsstest, was es da für Konventionen und Attitüden gibt ... ;-)
 

Mira

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  • #71
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Zitat von Frauen-Versteher:
Das darf ja nicht wahr sein.... der (sich offenbar nicht hübsch machende) Mann bezahlt dafür, dass sich die Frau hübsch macht...?

Dies ist genau der Eindruck, den ich manchmal habe.... ich hoffe schwer, dass dies nicht alle Frauen so sehen..

Du verstehst das nicht, Frauen-Versteher, die Frau investiert mehr Zeit als der Mann, um sich hübsch zu präsentieren, weil das zu ihrem Part des Rollenspiels gehört und der Mann bezahlt, weil das zu seinem Part beim ersten Date zählt.

Im Zeitalter der Gleichberechtigung können wir das natürlich abschaffen. Die Frau schminkt sich dann nicht mehr oder der Mann schminkt sich auch (ist wohl eher die Tendenz) und beim Bezahlen gibt es dann den ersten Konflikt zwischen den beiden, der gleich zeigt, ob man gelernt hat, sich richtig zu streiten.
 

Freitag

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  • #72
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Zitat von Andre:
Ich seh schon, du warst noch nie am FKK-Strand. Wenn du wüsstest, was es da für Konventionen und Attitüden gibt ... ;-)
ich hab mal im TV gesehen wie die nackt tennis spielen. sehr lustig was da so alles in bewegung ist :) gehört eigentlich meterlange schambehaarung mit zu den konventioenn?
 

Mira

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  • #73
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Zitat von Heike:
Frauen investieren in der Regel mehr in ihr Äußeres, zum Ausgleich zahlt der Mann ihren Kaffee.

So ist es nicht. Beides ist Teil eines Rollenspiels. Jeder spielt eine Rolle, es geht nicht um Ausgleich.
 

Andre

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  • #74

faraway

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  • #76
AW: Datingmüdigkeit und -"routine"/Hinterfragen gängiger Muster

Ich bin in der Fettnäpfchenphase.(-: oder: Wie macht man sich beliebt?

Resumé eines outsiders. Ich bin echt verblüfft, wie sehr es oft lang und ausführlich um's Geld geht, egal ob Kaffee, Oliven, Premiumbeitrag oder andere für Mitteleuropa aussergewöhnlichen Beträge. Oder um andere prägnante mathematische Details (z.B. Gewicht, Körbchengrösse, you name it).
Ich nehme fast an, dass in dieser globalisierten Welt die Dinge hier auch nicht ganz anders laufen, da müsste ich mich sehr täuschen, obwohl ich keinen wirklichen Bezug zu dieser Art von Welt habe, wo auch immer und diesbezüglich genauso ein Laie bin wie in face book, Partnerbörsen, Forumsdiskussionen usw.
ICH hätte an einem 1st date auf einer Parkbank nichts auszusetzen. Ich setze mich nach wie vor auch in die Wiese - wahrscheinlich noch lieber. Ich sitze gern im Gras.
Beim 2ten date wär mir wahrscheinlich auch noch so etwas in der Art lieber, Jeder kann sich ja dazu etwas einfallen lassen... das wär sogar ganz orientativ.
Und dann kann man sich ja entweder gegegenseitig bekochen oder ins Museum gehen ... die Möglichkeiten sind grenzenlos, beidseitig oder einseitig erschwinglich oder kreativ vorstellbar, aber vielleicht no problem.
 

faraway

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  • #77
AW: Datingmüdigkeit und -"routine"/Hinterfragen gängiger Muster

Während ich schrieb, wart ihr am Strand......
nackt wie Eva würde ich beim ersten date doch nicht auf der Wiese sitzen... es soll doch auch ein bisschen länger spannend sein.
 
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  • #79
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Zitat von Mira:
Du verstehst das nicht, Frauen-Versteher, die Frau investiert mehr Zeit als der Mann, um sich hübsch zu präsentieren, weil das zu ihrem Part des Rollenspiels gehört und der Mann bezahlt, weil das zu seinem Part beim ersten Date zählt.

Die "Du verstehst das nicht-Argumentation" war schon immer die überzeugendste... wenn Selbstverständlichkeiten aufgerechnet werden...

Wieso soll ich beim ersten Date bezahlen, wenn ich es schon in die Wege geleitet und organisiert habe, der Frau eine Präsentationsplattform geboten habe und dabei noch freundlich geblieben bin, manchmal gelacht, diverse Türen aufgehalten und sogar in Kleidungsstücke geholfen habe? Das ist doch eine geldwerte Dienstleistung und ich erwarte meinerseits Bezahlung :D

Hierin wird offenbar zwischen 1h und 6:30 munter geschrieben, seid Ihr alle schlaflos?

Wünsche allseits einen guten Wochenstart...
 

Lisa

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  • #80
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Zitat von Frauen-Versteher:
lachmichwech...

Er hatte halt Augen nur für Dich - und dass er es bemerkt hat, spricht ja nicht gegen ihn, er hat's halt vor lauter Aufregung (wegen Dir!) zu spät bemerkt...

Was gibt es für einen schöneren Liebesbeweis, und das beim ersten Date!

:D

Nee, der hat den ganzen Abend nur über sich geredet :).
 

Mira

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  • #81
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Zitat von Frauen-Versteher:
Wieso soll ich beim ersten Date bezahlen, wenn ich es schon in die Wege geleitet und organisiert habe, der Frau eine Präsentationsplattform geboten habe und dabei noch freundlich geblieben bin, manchmal gelacht, diverse Türen aufgehalten und sogar in Kleidungsstücke geholfen habe? Das ist doch eine geldwerte Dienstleistung und ich erwarte meinerseits Bezahlung :D

Erwähnst Du in Deinem Profil auch, dass Geben und Nehmen im Gleichgewicht sein sollten, Frauen-Versteher? Ich halte es für eine Selbstverständlichkeit, dass ein Mann beim Treffen freundlich ist, ich bin es ebenfalls.

Dass der Mann beim ersten Date bezahlt, ist eine Konvention, die in gebildeten Kreisen allgemein bekannt ist und für die sich gute Gründe anführen lassen. Diese Meinung teilen sicher sehr viele Frauen (und Männer). Wenn Du beim ersten Date nicht bezahlst, werden vermutlich die meisten Frauen Dich für kleinkariert und geizig halten. Die siehst Du nicht wieder. Wahrscheinlich punktest Du nicht einmal bei den Emanzen, die unbedingt selbst bezahlen wollen. Die sind sauer, weil Du ihnen keine Gelegenheit gibst, die Geste abzulehnen. Wer geizig oder unbedarft ist, gibt Dir vielleicht eine Chance.

Bei mir bezahlten auch Männer, die mich nicht wiedersehen wollten. Das machte sie mir sympathischer.

Zur Konvention gehört es auch, dass die Frau beim Bestellen bescheiden ist. Eine Frau, die Champagner ordert, ohne dass der Mann sie dazu animiert hat, verdient es, dass er die Rechnung nicht übernimmt.
 

Heike

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  • #82
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Zitat von Mira:
Die Konvention (soziale Norm) sagt, der Mann bezahlt beim ersten Date. Ich wüsste nicht, wieso ich durch Nichtbezahlen Aufmerksamkeit für das Finanzielle offenbaren würde.

Naja, die Bezahlsituation scheint für dich einfach einen großen Stellenwert zu haben. Wenn sich ein Mann dort anders verhält als du es erwartest, fällt er aus deinem Beuteschema. Du lädst diese Situation ziemlich auf.
Natürlich geht es dir nicht ums Geld selbst, das glaub ich schon. Sondern eben um die Haltung des Mannes. Seltsamerweise meinst du aber immer, daß er, wenn er sich anders verhält als du es erwartest, es ihm gerade nur ums Geld geht (Geiz), und nicht um die Haltung (seine und deine). - Wieso eigentlich dieses zweierlei Maß?
 

Heike

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  • #83
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Zitat von Mira:
Es gibt die Konvention und sie ist für mich Teil des Rollenspiels der Werbung. Als solchen schätze ich sie mittlerweile. Dass einer bezahlt, hat etwas Verbindendes. Und dass der Mann bezahlt, verhindert Streit darüber, wer die Rechnung begleicht.

Mira, du schreibst jetzt vom Spiel, und da triffst du ja bei mir auf offene Ohren. Das Problem ist nur, daß ich in deiner Haltung so wenig Spielerisches zu erkennen vermag.
Ich lese stattdessen: da gibt es zwei Rollen, die eine hat der Mann, die andere die Frau. Und wer sie nicht befolgt, ist primitiv oder geizig oder sonstwas.
Für mich sieht ein subtiles Spiel mit Rollen und Rollenerwartungen anders aus. Die Einstellung von jemand zu Konventionen ermesse ich gerade auch an seinem Umgang mit Situationen, wo ein anderer sie nicht einfach auf erwartete Weise erfüllt. An diesen Schnittstellen wird es interessant, das Spiel, und zeigt sich Kultiviertheit, Souveränität und Gewitztheit, im Tun wie im Urteilen.
Weswegen klingt das hier oftmals (nicht nur von dir) zu lesende “Das gehört sich soundso.” meist gerade so wenig feinsinnig und spielerisch?
Gerade eine Situation, wo unklar ist, wer was bezahlt, kann ein schöner Spielplatz sein. Du kannst das offenbar nur als Streitsituation sehen. Das finde ich seltsam. Wieso nicht mal einlassen auf eine Unsicherheitssituation und ihr Potential? Gerade solche Situationen sind es doch, die zum Spiel einladen, wechselseitige aufmerksame Blicke. Da zeigt sich tatsächlich auch schnell, wieweit man aufeinander eingehen kann und aufeinander reagieren kann. Oder ob man sich doch nur ganz unspielerisch an allzu simple Regeln hält und damit diesem ganzen Spiel und der Beschäftigung mit seinem Gegenüber entkommt.

Ich verstehe gut, wenn jemand sagt, er sei sowieso schüchtern oder habe sonstiges Unwohlsein und könne Unsicherheit nicht gut aushalten und sei offener Komunikation nicht so gewachsen und brauche deswegen klare einfache Verhaltensvorschriften zur Orientierung. Aber das ist was anderes als sich für spielerisch und hochkultiviert und dafür sein Gegenüber für primitiv und geizig zu halten. :)
 

Mira

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  • #84
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Zitat von Heike:
Naja, die Bezahlsituation scheint für dich einfach einen großen Stellenwert zu haben. Wenn sich ein Mann dort anders verhält als du es erwartest, fällt er aus deinem Beuteschema. Du lädst diese Situation ziemlich auf.
Natürlich geht es dir nicht ums Geld selbst, das glaub ich schon. Sondern eben um die Haltung des Mannes. Seltsamerweise meinst du aber immer, daß er, wenn er sich anders verhält als du es erwartest, es ihm gerade nur ums Geld geht (Geiz), und nicht um die Haltung (seine und deine). - Wieso eigentlich dieses zweierlei Maß?

Ich lade die Situation überhaupt nicht auf. Ich beobachte und ziehe meine Schlüsse. Da halte ich es nicht für einen Zufall, dass der einzige, der bei mir nicht bezahlte, ein Ökonom war, der durch solche Rücksichtslosigkeit und Stoffeligkeit auffiel, dass eine Freundin vom Date abriet. Und hier in der Diskussion hat der Frauen-Versteher, der wohl wenig von Frauen versteht, unterstellt, dass es den Frauen ums Geld gehe, wenn sie erwarten, dass der Mann beim ersten Date bezahlt. Vielleicht geht es manchen sogar darum. Da muss Mann halt die Spreu vom Weizen trennen.

Was meinst Du denn mit "Haltung"? Wenn es ums Geld geht oder nicht, sind das nach meinem Verständnis Haltungen. Und meine Haltung ist, dass ich mir einen fürsorglichen, liebenswürdigen, charmanten Mann als Partner wünsche und der kommt nicht auf die Idee, die Frau beim ersten Date ihren Tee für 2,30 selbst bezahlen zu lassen. Er hält sich an die Konvention, weil er sie nett behandeln möchte und macht das aus dem Grund sogar, wenn ihm die Regel antiquiert erscheint.

Und natürlich verstehe ich, dass dieser fürsorgliche, liebenswürdige, charmante Mann keine Frau haben möchte, die ihn ausnutzt. Deshalb bin ich bescheiden und einige mich beim zweiten Date mit ihm auf eine Regelung, die keinen übervorteilt.
 
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Andre

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  • #85
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Zitat von Mira:
Dass der Mann beim ersten Date bezahlt, ist eine Konvention, die in gebildeten Kreisen allgemein bekannt ist ...
In gebildeten Kreisen ist auch bekannt, dass man an gewissen Lebensdaten nicht herumdreht. Ich denke, du weißt, was ich meine.

Mit Verlaub, aber wer Vorträge über gutes und gebildetes Benehmen hält, muss da bei mir eine ganz weiße Weste haben.
 

Mira

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  • #86
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Zitat von Heike:
Mira, du schreibst jetzt vom Spiel, und da triffst du ja bei mir auf offene Ohren. Das Problem ist nur, daß ich in deiner Haltung so wenig Spielerisches zu erkennen vermag.
Ich lese stattdessen: da gibt es zwei Rollen, die eine hat der Mann, die andere die Frau. Und wer sie nicht befolgt, ist primitiv oder geizig oder sonstwas.
Für mich sieht ein subtiles Spiel mit Rollen und Rollenerwartungen anders aus. Die Einstellung von jemand zu Konventionen ermesse ich gerade auch an seinem Umgang mit Situationen, wo ein anderer sie nicht einfach auf erwartete Weise erfüllt. An diesen Schnittstellen wird es interessant, das Spiel, und zeigt sich Kultiviertheit, Souveränität und Gewitztheit, im Tun wie im Urteilen.
Weswegen klingt das hier oftmals (nicht nur von dir) zu lesende “Das gehört sich soundso.” meist gerade so wenig feinsinnig und spielerisch?
Gerade eine Situation, wo unklar ist, wer was bezahlt, kann ein schöner Spielplatz sein. Du kannst das offenbar nur als Streitsituation sehen. Das finde ich seltsam. Wieso nicht mal einlassen auf eine Unsicherheitssituation und ihr Potential? Gerade solche Situationen sind es doch, die zum Spiel einladen, wechselseitige aufmerksame Blicke. Da zeigt sich tatsächlich auch schnell, wieweit man aufeinander eingehen kann und aufeinander reagieren kann. Oder ob man sich doch nur ganz unspielerisch an allzu simple Regeln hält und damit diesem ganzen Spiel und der Beschäftigung mit seinem Gegenüber entkommt.

Ich verstehe gut, wenn jemand sagt, er sei sowieso schüchtern oder habe sonstiges Unwohlsein und könne Unsicherheit nicht gut aushalten und sei offener Komunikation nicht so gewachsen und brauche deswegen klare einfache Verhaltensvorschriften zur Orientierung. Aber das ist was anderes als sich für spielerisch und hochkultiviert und dafür sein Gegenüber für primitiv und geizig zu halten. :)

Okay, für Dich sind alle, die Konventionen verteidigen, unkultiviert. Und die sich nicht daran halten, sind hochkultiviert, weil sie zum Spiel einladen.

Als der Ökonom nicht bezahlte, war das keineswegs eine Situation, die zum Spiel einlud. Er hatte die Kellnerin herangewinkt, die fragte, "zusammen oder getrennt", er antwortete: "getrennt". Und diese Wörter sind bezeichnend. Ein zweites Date passt nicht dazu. Das Spiel wurde durch das "getrennt" beendet. Ein "zusammen" hätte anders gewirkt. Ich reagierte souverän, bezahlte meinen Tee selbst und blieb bis zur Verabschiedung freundlich.

Kultiviertheit zeigt sich für mich nicht darin, jede Konvention abzulehnen. Ein Mann kann sehr unkonventionell sein und trotzdem galant die Rechnung übernehmen.
 

Mira

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  • #87
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Zitat von Andre:
In gebildeten Kreisen ist auch bekannt, dass man an gewissen Lebensdaten nicht herumdreht. Ich denke, du weißt, was ich meine.

Mit Verlaub, aber wer Vorträge über gutes und gebildetes Benehmen hält, muss da bei mir eine ganz weiße Weste haben.

In gebildeten Kreisen weiß Mann, dass Mann eine Frau nicht nach ihrem Alter fragt.

Im Übrigen habe ich keinen "Vortrag über gutes und gebildetes Benehmen" gehalten.
 

Freitag

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  • #88
AW: Datingmüdigkeit und -"routine"/Hinterfragen gängiger Muster

Zitat von Mira:
In gebildeten Kreisen weiß Mann, dass Mann eine Frau nicht nach ihrem Alter fragt.
und auch nicht nach ihren gewicht :)
(anspielung auf einen anderen thread, wo die dame anstatt kleidergrösse 38 doch frecherweise eher eine 40 war)

Mira, es passt schon so wie du bist und denkst. lass dich von andre nicht verunsichern.
 

Andre

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  • #89
AW: Datingmüdigkeit und -"routine"/Hinterfragen gängiger Muster

Zitat von Mira:
In gebildeten Kreisen weiß Mann, dass Mann eine Frau nicht nach ihrem Alter fragt.
Hat ja auch keiner gemacht und das war auch gar nicht nötig, denn das stand ja in deinem Profil. Du magst das mit der Altergeschichte ja für souverän und ladylike halten, ich nicht.

Zitat von Mira:
Im Übrigen habe ich keinen "Vortrag über gutes und gebildetes Benehmen" gehalten.
Doch.
 

Freitag

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  • #90
AW: Datingmüdigkeit und -"routine"/Hinterfragen gängiger Muster

Zitat von Andre:
Hat ja auch keiner gemacht und das war auch gar nicht nötig, denn das stand ja in deinem Profil. Du magst das mit der Altergeschichte ja für souverän und ladylike halten, ich nicht..
angenommen, du lernst beim berühmten bäcker (der traumvermittler aller einsamen herzen bei PS) eine tolle frau kennen. ihr kommt ins gespräch, sie gefällt dir. löcherst du sie dann echt wie alt sie ist? inwiefern wäre ihr alter wichtig für dich zu wissen?
nächste frage: angenommen, du bist echt so takltlos und fragst sie. sie sagt dann ende 30. ihr seid zusammen, ihr verreist, du findest ihren ausweis und oh schreck, sie ist dann schon 41. was dann? machst du dann schluss?