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Gast

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  • #541
Man kann gar nicht oft genug im Leben
das Gefühl des Anfangs in sich aufwecken,
es ist so wenig äußere Veränderung dafür nötig,
denn wir verändern ja die Welt
von unserem Herzen aus,
will dieses nur neu und unermesslich sein,
so ist sie sofort wie am Tage ihrer Schöpfung
und unendlich.

RMR
 
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Philippa

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  • #542
"Vernachlässige nicht dein eigenes Feld, um das eines anderen zu jäten."

altchinesisches Sprichwort
 

Frau M

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  • #543
In Fett ausgebackenes Glück.....Mutzenmandeln

Eine Definition von Ildikó von Kürthy
 
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Philippa

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  • #544
"Ein Gespräch ist nicht Austausch oder Konfrontation von Gedanken, so als formte ein jeder zuerst seine eigenen Gedanken, zeigte sie danach den anderen, betrachtete sodann die ihrigen und käme zuletzt auf seine eigenen zurück, um sie zu berichtigen. Sobald einer spricht, sind die Anderen nur noch gewisse Abweichungen im Vergleich zu seinen Worten, und er selbst präzisiert seine Abweichung im Verhältnis zu jenen. Ob ganz laut oder ganz leise, ein jeder spricht sich ganz aus, mit seinen "Ideen", aber auch mit dem, was ihn heimsucht, mit seiner verborgenen Geschichte."

Maurice Merleau-Ponty

Anmerkung von Philippa: Gibt es eine Möglichkeit, diese Gesprächsdynamik zu ändern? Die Worte des Anderen als Ganzes zu erfassen versuchen und sie vielleicht stehen und wirken zu lassen, statt sich nur auf die Abweichungen zu kaprizieren und ein Gefecht anzuzetteln?
 
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Hafensänger

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  • #545
Hm, das sieht man hier ja ziemlich ausgeprägt. Unter "Freunden" ist das anders, da ist ein gemeinsamer Konsens vorhanden und die zu diskutierende Abweichung nur ein kleines, eher übersichtliches Feld über das man sich mit einem gemeinsam bekannten Wortschatz unterhalten kann.
Haben Menschen diesen Konsens nicht und dazu gehört auch die begriffliche Belegung von Worten, dann wird nicht nur eine vermeintlich kleine Abweichung schnell zum großen Feld sondern beinhaltet zusätzlich die deutlich höhere Gefahr für Missverständnisse. Wenn man darum weiß, ist's gut, ad hoc ändern sehe ich nicht. Das braucht Zeit zum Kennenlernen.
 

Heike

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  • #546
Zitat von Philippa:
Gibt es eine Möglichkeit, diese Gesprächsdynamik zu ändern?
Merlau-Ponty weist auf die Lebhaftigkeit von Gespräch im Unterschied zum wechselseitigen Tagebuchschreiben/lesen und zum hier (!) so beliebten "Meinungsaustausch" isolierter Individuen hin und du fragst nach Alternativen? Vielleicht wäre es doch umgekehrt sinnvoll: sich von Merleau-Ponty zu einer Alternative zu den aktuell so verbreiteten Verarmungsstufen von Gespräch anregen zu lassen?
 
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koerschgen

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  • #547
gestern im Buchladen gesehen...

"Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex"
Horst Evers
 
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Philippa

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  • #548
"Wege entstehen dadurch, dass man sie geht."

Franz Kafka
 

Shepherd

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  • #549
Ein Mensch, der die Lüge spricht, nimmt in Kauf, dass dies sein Gesicht ist, welches in Erinnerung bleibt.

Unbekannter Verfasser
 
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Zaphira

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  • #550
Es gibt keinen Erfolg ohne Frauen

Kurt Tucholsky
 
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Flip- Flop

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  • #551
Ach, welch ein Unterschied ist es, ob man sich oder die andern beurteilt.

Johann Wolfgang von Goethe
 
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  • #552
Der Abschied von einer langen und wichtigen Arbeit ist immer mehr traurig als erfreulich.

Schillerns Fritze
 

Howlith

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  • #553
Zukunft stellt sich ein, wo immer Abschied genommen wird.
Elazar Benyoetz
 

sugar

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  • #554
"Das verstehe ich nicht!" sagte Hans Catorp. "Ich verstehe es nicht, wie jemand nicht rauchen kann, - er bringt sich doch, sozusagen, um des Lebens bestes Teil und jedenfalls um ein ganz eminentes Vergnügen! Wenn ich aufwache, so freue ich mich, daß ich tagüber werde rauchen dürfen, und wenn ich esse, so freue ich mich wieder darauf, ja ich kann sagen, daß ich eigentlich bloß esse, um rauchen zu können, wenn ich damit natürlich auch etwas übertreibe."



Thomas Mann, Der Zauberberg
 
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sugar

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  • #555
Der Bub hieß Castorp. Das Buch ist voll diesgelagerter Betrachtungen und kann als Bildungsroman bezeichnet werden. Süß fand ich, dass seine Angebetete ihm ihren Füller lieh. Der Bub auf dem Zauberberg.
 
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Marlene

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  • #556
Gefällt mir - "Der Zauberberg", besonders auch dieses Zitat.
Und - wie findest Du denn den Bub "Hanno" in den "Buddenbrooks", sugar?
 

sugar

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  • #557
Er war mir der Liebste und ich vermute, dass es bei dir auch so ist, Marlene.
 
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Marlene

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  • #558
Ja. So ist es.
 

t.b.d.

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  • #559
Zitat von Philippa:
"Ein Gespräch ist nicht Austausch oder Konfrontation von Gedanken, so als formte ein jeder zuerst seine eigenen Gedanken, zeigte sie danach den anderen, betrachtete sodann die ihrigen und käme zuletzt auf seine eigenen zurück, um sie zu berichtigen. Sobald einer spricht, sind die Anderen nur noch gewisse Abweichungen im Vergleich zu seinen Worten, und er selbst präzisiert seine Abweichung im Verhältnis zu jenen. Ob ganz laut oder ganz leise, ein jeder spricht sich ganz aus, mit seinen "Ideen", aber auch mit dem, was ihn heimsucht, mit seiner verborgenen Geschichte."

Maurice Merleau-Ponty

Anmerkung von Philippa: Gibt es eine Möglichkeit, diese Gesprächsdynamik zu ändern? Die Worte des Anderen als Ganzes zu erfassen versuchen und sie vielleicht stehen und wirken zu lassen, statt sich nur auf die Abweichungen zu kaprizieren und ein Gefecht anzuzetteln?

Ein Gespräch als Austausch oder Konfrontation von Gedanken, so als formte ein jeder zuerst seine eigenen Gedanken, zeigte sie danach den anderen, betrachtete sodann die ihrigen und käme zuletzt auf seine eigenen zurück, um sie zu berichtigen,halte ich nur unter folgenden Voraussetzungen für möglich:
Man müsste einerseits eine ähnliche Distanz zu den eigenen Gedanken wie zu den Gedanken anderer einnehmen und andererseits sicher sein, dass man a) selbst so verstanden wurde wie man verstanden sein wollte und b) den anderen ebenso verstanden hat wie dieser verstanden werden wollte. Es braucht also ein breite gemeinsame Basis auf die man aufbauen kann und keiner der Gesprächspartner darf dazu neigen, sich vorschnell eine Meinung zu bilden und sich mit dieser zu identifizieren.
 
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Philippa

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  • #560
Zitat von t.b.d.:
Ein Gespräch als Austausch oder Konfrontation von Gedanken, so als formte ein jeder zuerst seine eigenen Gedanken, zeigte sie danach den anderen, betrachtete sodann die ihrigen und käme zuletzt auf seine eigenen zurück, um sie zu berichtigen,halte ich nur unter folgenden Voraussetzungen für möglich:
Man müsste einerseits eine ähnliche Distanz zu den eigenen Gedanken wie zu den Gedanken anderer einnehmen und andererseits sicher sein, dass man a) selbst so verstanden wurde wie man verstanden sein wollte und b) den anderen ebenso verstanden hat wie dieser verstanden werden wollte. Es braucht also ein breite gemeinsame Basis auf die man aufbauen kann und keiner der Gesprächspartner darf dazu neigen, sich vorschnell eine Meinung zu bilden und sich mit dieser zu identifizieren.

Vielleicht geht das, wenn man sich liebt?
 

Heike

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  • #561
Das ist doch interessant: daß gerade die Abwesenheit des Gesprächs mit Liebe assoziiert wird. Was ist denn das Schlimme am Gespräch, daß so mit Ablehnung reagiert werden muß, Alternativen dazu gesucht werden, die an Stelle seines Zaubers das Wurstbrot des Meinungsaustauschs a la Forum setzen?
 

lisalustig

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  • #562
Habe gerade im Radio gehört, dass heute der "Tag der Singles" ist. Wahrscheinlich deswegen, weil viele vom Valentinstag und der Paareuphorie deprimiert sind.

Was es so alles gibt......
 
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Marlene

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  • #563
Man könnte sich eine Single mal wieder anhören.......:)
 

t.b.d.

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  • #565
Zitat von Philippa:

Meinst du einander oder sich selbst?

Einander zu lieben schadet bestimmt nicht, aber ob es recht viel hilft...
Sich vor allem selbst zu lieben hilft bei Gesprächen bestimmt nicht viel.

gegenseitiger Respekt und einander verstehen wollen
Interesse und Offenheit und Muße für den anderen und das gemeinsame Gespräch ist sicher auch wichtig.

Wer ohnehin bereits überfordert ist weil z.B. die Fülle der Gedanken die einem im Kopf umher schwirren kaum noch Platz für neue Gedanken lassen tut sich eher schwer damit.
 

t.b.d.

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  • #566
Zitat von Heike:
Das ist doch interessant: daß gerade die Abwesenheit des Gesprächs mit Liebe assoziiert wird. Was ist denn das Schlimme am Gespräch, daß so mit Ablehnung reagiert werden muß, Alternativen dazu gesucht werden, die an Stelle seines Zaubers das Wurstbrot des Meinungsaustauschs a la Forum setzen?

Ich dachte es ginge um verschiedene Arten der Gesprächsführung. Darum eine Möglichkeit zu finden bei der die Gesprächspartner den Überblick behalten und sich nicht derart auf Details fokussieren dass der Kontext aus dem Blick gerät.
Oder hattest du einen größeren Zusammenhang im Blick, wie RL vs. Forum?
 

Heike

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  • #567
Zitat von t.b.d.:
Ich dachte es ginge um verschiedene Arten der Gesprächsführung. Darum eine Möglichkeit zu finden bei der die Gesprächspartner den Überblick behalten und sich nicht derart auf Details fokussieren dass der Kontext aus dem Blick gerät.
Oder hattest du einen größeren Zusammenhang im Blick, wie RL vs. Forum?

Ich bin von dem Merleau-Ponty-Zitat ausgegangen. Da ist ja zu lesen, was ein Gespräch gerade NICHT ist. Bei Philippa hab ich aber den Eindruck, sie verstehe das, was für Merleau-Ponty kein Gespräch ist, irgendwie als die anzustrebende Form von Gespräch. Und bei dir schiens mir auch eher in diese Richtung zu gehen. Habt ihr da ne andere, entgegengesetzte "Meinung" als in dem Zitat zu lesen ist? Scheint so. Aber weswegen dann das Zitat? Dessen Stärke scheint mir gerade in der Anregung zu bestehen, mal zu überlegen, ob das, was häufig (und eben insbesondere hier, dem "Meinungs"forum mit seiner entsprechend unterentwickelten Diskussionskultur) unter "Gespräch" verstanden wird, nciht eine eigentlich erschreckende Verkümmerungsform von Gespräch ist. Das Zitat scheint stattdessen aber fürs Gegenteil genutzt zu werden: die Verkümmerungsform nicht als Not, sondern als Ideal auszugeben. Und das find ich interessant, weil es eine viel über gegenwärtige Meinungs- und Diskussionskultur zu verstehen gibt, generell, aber insbesondere auch fürs Forum, in dem mir das Bestehen auf Eigenem im Sinne des Jodeldiploms wie auch die Angst vor einem gemeinsamen Diskussionsraum besonders stark ausgeprägt zu sein scheint. Mein Hinweis, nicht jede Meinung sei gleich richtig, sondern Meinungen hätten sich auch nach der Stimmigkeit zur Realität zu bemessen, wurde ja vor einigen Tagen gleich mit Freisler assoziert. Da ist ja nicht der Nazivergleich interessant, sondern daß er an dieser Stelle gebracht wird. Und so mancher Tölpe gleich applaudiert. Die Angst vor Einlassen auf ein Gespräch scheint riesig zu sein.
 

fafner

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  • #568
Zitat von Heike:
Mein Hinweis, nicht jede Meinung sei gleich richtig, sondern Meinungen hätten sich auch nach der Stimmigkeit zur Realität zu bemessen, ...
Wer behauptet das denn überhaupt, alle Meinungen seien gleich "richtig"?

Außerdem wissen wir ja aus der Physik, daß Realität sich unterschiedlich darstellt, je nachdem, ob man gerade hinguckt oder nicht. Bzw., wenn man gerade nicht hinguckt, weiß man auch nichts über den Zustand der Realität.

Insofern ist "Stimmigkeit zur Realität" sowieso eine Fiktion.
 

sugar

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  • #569
Über den Zustand weiß man etwas, wenn man hinsieht. Heike macht das häufig mit einer unbestechlichen Genauigkeit. Ich denke noch darüber nach, wer sie auf dem Zauberberg ist. Keine von allen, dazu ist sie viel zu sehr Autorin und ich denke auch, dass sie das möchte.
 

fafner

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  • #570
Zitat von sugar:
Über den Zustand weiß man etwas, wenn man hinsieht.
Genau das hab ich gesagt. Sobald man aber wegsieht, weiß man eben nix mehr. Und beim nächsten Hinsehen kann die Realität eine ganz andere sein. Das lehrt einen die Physik. :)

(Also die Quantenphysik. Aber daß sie gilt, daran zweifelt heute kaum noch jemand. Vor allem beweisen läßt sich eine Unvollständigkeit nicht. Und selbst Einstein ist daran fast verzweifelt...)