LenaamSee

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  • #1

Das "Katzentischchen"

Mittagessen anlässlich des kommenden Muttertages am gestrigen Sonntag mit meinen Kindern in einem gehobenen Restaurant im Weinviertel. Wir bekamen einen Tisch im äusserst ansprechenden Aussenbereich des Lokals. Das Essen wunderbar und das Servierpersonal freundlich, aufmerksam und nicht aufdringlich. Es war ein gelungenes Treffen.

Heute schwelgte ich immer noch in der schönen Erinnerung und fuhr kurzerhand alleine zum Mittagessen in dieses Restaurant. Im Garten war nichts frei, ausser ein Barhocker. Im Lokal drinnen waren zwei Tische besetzt und drei Tische frei. Die Kellnerin wies mir einen Tisch hinter der Durchgangstür zur Schank mit zwei Stühlen zu. Ein typisches Katzentischchen. Ich nahm Platz und sagte ironisch zu ihr: "Das Katzentischchen!" Sie meinte, einige Gäste würden sehr gerne an diesem Tischchen sitzen, aber ich könnte mich auch gerne an einen anderen Tisch setzen. Nun wollte ich keine Umstände bzw. man kann auch sagen, keinen Aufstand machen und sagte: "Es passt schon." Aber innerlich passte gar nichts für mich. Das Essen war trotzdem ausgezeichnet, aber insgesamt war es nicht stimmig.

Wie sind Eure Erfahrungen und geht Ihr überhaupt alleine Essen oder in's Kaffeehaus bzw. den Biergarten?
.
 
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Erin

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  • #2
Wenn es nur kurz ist über Mittag um den Hunger zu stillen, dann gehe ich auch alleine. Abends ins gediegene Restaurant gerne in Begleitung, vor allem weil ich mich gemeinsam über ein leckeres Essen freuen möchte. Ich geniesse es, wenn mein Gegenüber sich so richtig über ein feines Essen freut.
 
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Voldemort

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  • #3
Ja ich gehe oft allein essen, wenn ich geschäftlich unterwegs bin. Wenn mir ein Tisch allerdings nicht gefällt bitte ich um einen anderen, sofern etwas frei ist. Dass du nichts wechselst, obwohl man dir einen anderen Tisch anbietet und dann tieftraurig dein Essen reinschaufelst kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Bist du konfliktscheu oder was ist das?
 
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  • #5
Nun wollte ich keine Umstände bzw. man kann auch sagen, keinen Aufstand machen und sagte: "Es passt schon." Aber innerlich passte gar nichts für mich. Das Essen war trotzdem ausgezeichnet, aber insgesamt war es nicht stimmig.
Selbst gewählt und dafür entschieden.

Dass du es als "Aufstand" betrachtest, ein Angebot anzunehmen, ist dein Problem. Genau so, wie dein passsiv aggressiver Kommentar zum Katzentisch, anstelle der anständigen Bitte um einen / Frage nach einem anderen Tisch.
Die Bedienung hat dich souverän und gut gehandled.



Ich bitte höflich um einen anderen Tisch, wenn ich merke, der mir zugeteilte, liegt mir gar nicht und würde mir mein Erlebnis versauern - und genieße dann einen hervorragenden Abend an einem (für mich) schöne Plätzchen.

Mir sind da noch nie negative Resentiments entgegengekommen. Ich betrachte es aber auch nicht als Aufstand und mache keine abfälligen Bemerkungen, über den mir zugeteilten Platz.
 
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fleurdelis

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  • #7
Im Lokal drinnen waren zwei Tische besetzt und drei Tische frei. Die Kellnerin wies mir einen Tisch hinter der Durchgangstür zur Schank mit zwei Stühlen zu. Ein typisches Katzentischchen. Ich nahm Platz und sagte ironisch zu ihr: "Das Katzentischchen!"

Eine profitable Entscheidung der Kellnerin ... wenn eine einzelne Person einen Tisch in Anspruch nimmt, an dem mehrere Personen speisen könnten, verdient das Restaurant weniger, als wenn da 3-4 Personen sitzen würden. Also wirst du automatisch an den Tisch verfrachtet, an dem du so wenig Platz wie möglich für andere Gäste wegnimmst. Hat mit dir persönlich nichts zu tun.

Sie meinte, einige Gäste würden sehr gerne an diesem Tischchen sitzen, aber ich könnte mich auch gerne an einen anderen Tisch setzen. Nun wollte ich keine Umstände bzw. man kann auch sagen, keinen Aufstand machen ....
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Kannst du ja nächstes Mal anders handhaben. :)
 
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  • #9
Im Alltag und auch im Urlaub gehe ich alleine essen. Wenn mir ein vorgeschlagener Tisch nicht gefällt, bitte ich um einen anderen. Wenn dies nicht möglich ist, verabschiede ich mich freundlich und esse woanders.
 
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mitzi

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  • #10
Mittagessen anlässlich des kommenden Muttertages am gestrigen Sonntag mit meinen Kindern in einem gehobenen Restaurant im Weinviertel. Wir bekamen einen Tisch im äusserst ansprechenden Aussenbereich des Lokals. Das Essen wunderbar und das Servierpersonal freundlich, aufmerksam und nicht aufdringlich. Es war ein gelungenes Treffen.

Heute schwelgte ich immer noch in der schönen Erinnerung und fuhr kurzerhand alleine zum Mittagessen in dieses Restaurant. Im Garten war nichts frei, ausser ein Barhocker. Im Lokal drinnen waren zwei Tische besetzt und drei Tische frei. Die Kellnerin wies mir einen Tisch hinter der Durchgangstür zur Schank mit zwei Stühlen zu. Ein typisches Katzentischchen. Ich nahm Platz und sagte ironisch zu ihr: "Das Katzentischchen!" Sie meinte, einige Gäste würden sehr gerne an diesem Tischchen sitzen, aber ich könnte mich auch gerne an einen anderen Tisch setzen. Nun wollte ich keine Umstände bzw. man kann auch sagen, keinen Aufstand machen und sagte: "Es passt schon." Aber innerlich passte gar nichts für mich. Das Essen war trotzdem ausgezeichnet, aber insgesamt war es nicht stimmig.

Wie sind Eure Erfahrungen und geht Ihr überhaupt alleine Essen oder in's Kaffeehaus bzw. den Biergarten?
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Im Weinviertel würde ich nicht alleine essen gehen, denn das sind oft noch Traditionsunternehmen und die haben sicher noch ne Tischregelung, wo Singles sitzen. In der Stadt finde ich es problemlos.
 

lila_lila

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  • #12
Alleine ins Café ist kein Thema und habe ich schon oft gemacht. Da hat man ja auch meist freie Tischwahl.

Mit alleine im Restaurant essen gehen habe ich keine Erfahrung, noch nie gemacht uns es reizt mich auch nicht.

Aber bei unschönen Tischen, da bitte ich einfach um einen anderen. Kriege ich keinen anderen, würde ich u.U. das Lokal auch verlassen und habe(n) das auch schon mal gemacht. Ist halt die Frage was in dem Augenblick wichtiger ist - das wie oder das wo/was. Hat aber natürlich die ersten Male Überwindung und etwas Übung gekostet.
 
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mitzi

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  • #13
Zum Heurigen würde ich im Weinviertel auch nicht alleine gehen. Aber du kennst ja sicher die Tage, wo die Winzer ihre Türen aufmachen, da finde ich z.B. die Bioweine total super. Da finden sich immer Leute zusammen, gibt ne gute Jause und fidele Gesellen aus der Gegend. Aber was erzähl ich dir, kennst sicher.
 

Single1970

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  • #15
Wenn ich an den Wochenenden arbeite gehe ich gern auch alleine essen, in meiner Pause.
Die Lokale, in die ich dann gehe, kennen mich, und sie sind immer bemüht, mir einen netten Aufenthalt zu bieten. Einmal platzte ich in eine geschlossene Hochzeitsgesellschaft, war mir das peinlich, der Wirt meinte aber, komm ich lasse Dir ein schönes Essen zaubern, ich wollte wieder gehen, und er wies mir nen Tisch an, der frei war, und ich bekam ein tolles essen.
Man kann seine Mahlzeit auch alleine geniessen, und ich sehe öfter Personen, die alleine am Tisch sitzen.
 

fafner

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  • #17
Wirklich nie?
Mal einen Cappuccino im Strassencafe oder sich unterwegs ein gutes Essen gönnen?
Allein unterwegs bin ich ja nur ins/vom Büro. Warum sollte ich da einkehren?
Sonst sind wir daheim und da kochen wir selbst bzw. hauen was auf den Grill. Oder man geht zu zweit auswärts (abseits der Ferien wirklich selten) oder dann halt noch mit Freunden / Kollegen.
 
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LenaamSee

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  • #21
Für meine Kinder sieht es so aus, als würde dieses Lokal ein Lieblingslokal für Familientreffen werden. Genau aus diesem Grund werde ich dort alleine nicht mehr hingehen. Denn es scheint so zu sein, wie @mitzi geschrieben hat, dass es im Weinviertel noch althergebrachte Regeln gibt, wo man als Single und vor allem Singlefrau zu sitzen hat. Um einen anderen Tisch zu bitten, diesen dann auch zu bekommen, würde bei mir trotzdem diesen unschönen Moment nicht wettmachen, dass einem grundsätzlich so ein Katzentischchen zugemutet wird. Somit ist das ganze dann kein schönes Erlebnis mehr, sondern einfach nur Nahrungsaufnahme.
Natürlich koche ich auch zu Hause gerne, doch ich gehe auch gerne mal spontan essen oder einen Kaffee trinken, den ich ja auch kostengünstiger alleine zu Hause trinken könnte. Ich brauche auch die Außenreize für mein emotionales Wohlbefinden.

Habe viele gute Anregungen von Euch mitgenommen, gut vor allem immer wieder der Hinweis, es sachlich zu sehen und natürlich ist mir klar, dass ein voll besetzter Tisch mehr bringt, als ein einzelner Gast.

Das ist mir im übrigen nicht das erste Mal passiert. Bei einer in Reichweite liegenden guten Alternative , hab ich mich auch schon mal höflich bedankt und bin gegangen. Diesmal hatte ich Hunger und keine Alternative parat. Generell im ländlichen Bereich scheinen die gesellschaftlichen Uhren hintennach zu gehen.
 
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mitzi

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  • #22
@LenaamSee
Bogusch hat ne coole Idee geboren, die haben einen Tisch, wo Einzelpersonen gemeinsam essen können, wenn sie wollen. Weil ja viele Leute in der Gegend alleine auf Kur sind. Das ist dort sehr beliebt, für aufgeschlossene Menschen eine Möglichkeit dort gemeinsam mit Hungrigen in diesem schönen Ambiente zu essen. Das könnte sich auch mal rumsprechen.
 
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Pit Brett

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  • #23
Also, ich hab gegenüber einem bestimmten Katzentisch längst ein Stockholmsyndrom entwickelt, ich mag gar nirgends anders mehr sitzen.
 
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mitzi

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  • #26
In Stockholm war ich noch nie. 😀
 
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Rise&Shine

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  • #29
Mach Dich locker und einen schönen Tag (ehrlich gemeint 🙂)
Also ich verstand das Smiley von @Hängematte als Fragezeichen, wie Du auf den Bezug kamst.

Das ist ja süß und ein schönes Kompliment an Deine Frau.
Ehrlich gesagt, habe ich mich das auch gefragt. Aber mir war es nicht wichtig genug zu fragen „Wie kommst Du darauf!? Den Zusammenhang verstehe ich nicht.“ 😉
 
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