Heike

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  • #121
Zitat von t.b.d.:
Prinzipiell nicht, aber es gibt Berührungspunkte. Bei der Statik beispielsweise. Da haben Ingeneure sich schon einiges in der Natur abgeschaut.
Ja, Natur ist super. Und gibts immer einiges zu entdecken. Schönes wie auch Praktisches. Wobei ich unterscheiden würde, ob das eher heuristischen Wert hat und einem praktisch taugt, oder ob es man gewissermaßen aus ideologischen Gründen tut, weil man irgendwie als Selbstzweck ansieht, sich nach der Natur zu richten.

Wie stellst du dir den von der Natur emanzipierten Menschen vor?
Wohl kann man sich der Natur entfremden, aber von ihr unabhängig werden ist wohl kaum möglich. Es sei denn, wir hätten noch irgendwo einen Backup-Planeten von dem ich nichts weiß.
Das ist doch die Crux. Wir erkennen unsere Abhängigkeit nicht an und entfremden uns unserem Planeten immer mehr. Der Natur ist es egal, ob wir da sind oder nicht. Die Erde war schon glutflüssig, zu anderen Zeiten trug sie eine Methanatmosphäre. Ab und an war sie auch komplett vereist. Irgendwann wuchs nachher immer irgendwas. Es wird auch künftig immer irgendetwas wachsen. Da muss man sich keine Sorgen machen. Aber ob immer gute Bedingungen für Menschen vorhanden sein werden, das ist fraglich.
Ich höre bei "Emanzipation" ja nicht "Unabhängigkeit". Vielmehr so eine gewisse Eigenständigkeit. Daß man, obwohl selbst natürlich aus der Natur kommend und in und mit ihr lebend, sich nicht hinter deren Rücken verstecken muß, sondern durchaus Eigenwert hat, was man so ausgebildet hat.
Und wie in einer gleichberechtigten Beziehung muß das auch nicht ohne allen Konflikt vonstatten gehen.
Wobei dieser Vergleich natürlich nur partiell taugt. In vielerlei Hinsicht ist das Verhältnis eher wie das von Kind zu Eltern, und die Emanzipation die eines Kindes im Hinblick auf seine Eltern.
Und da scheinen mir weder narzißtisches Allesisteins noch infantiles IchbinsokleinmeinherzistreindieNaturistgroßichmachgleichindieHos die besten Haltungen zu sein.

Auf jeden Fall freut es mich, daß hier bei der Natur mal alle der Meinung zu sein scheinen, daß die nicht im Auge des Betrachters liegt.

Das ist nicht von der Hand zu weisen. Der Erfolg von Produktmarketing mit dem Schlagwort Natur zeigt, dass ein gewisses Bedürfnis da ist, die Leute aber immer noch viel zu wenig Ahnung haben. Kann man es den Marketingleuten verdenken, dass sie die Ahnungslosigkeit ihrer Kundschaft legal ausnutzen?
Nein, ich hab auch gar nichts dagegen. Mich interessiert nur, wo und auf welche Weise primär von Natur die Rede ist.
 
 

Heike

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  • #122
Zitat von Mohnblume:
im Buch "Die Kathedrale des Meeres" von Idelfonso Falcones ( Basilika"Santa Maria del Mar" in Barcelona, übrigens eine lichtdurchflutete Kirche aus dem 14. Jahrhundert, ich habe sie mir angesehen)

Gibt das Coverfoto denn einen Eindruck davon, was da mit lichtdurchflutet gemeint ist?
 
 

Heike

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  • #123
Zitat von t.b.d.:
Gegen Eigenständigkeit ist nichts einzuwenden.Eigenständigkeit find ich super.
Aber ich finde monolithische Quadratisch-Praktisch-Gut-Architektur mit irgend einer dämlichen Skulptur davor... mmh...ja gut, ist eigenständig... aber mehr auch nicht.
 

Ja, nicht alles Eigenständige ist gut. Und nicht alles Unnatürliche ist deswegen schon eigenständig.
Es ist auch nicht jeder rechter Winkel toll. Aber etwas ist auch nicht schon deswegen toll, nur weil es krummschief ist oder eine sogenannte organische Form hat.

P.S. Was bedeutet eigentlich dieses " "? Ist das ein bug oder ein feature?
 
 
D

Deleted member 4363

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  • #124
Zitat von Heike:
Gibt das Coverfoto denn einen Eindruck davon, was da mit lichtdurchflutet gemeint ist?
 

:)) nein! Das hast du doch gesehen, als du das Cover angesehen hast. Ich fand sie sehr schön mit dem großen hellen Mosaikfenster, durch das zu einer bestimmten Tageszeit das Licht nur so strömt! Dann ist sie lichtdurchflutet. Auf jeden Fall sehenswert.
 

Heike

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  • #125
Zitat von Mohnblume:
:)) nein! Das hast du doch gesehen, als du das Cover angesehen hast. Ich fand sie sehr schön mit dem großen hellen Mosaikfenster, durch das zu einer bestimmten Tageszeit das Licht nur so strömt! Dann ist sie lichtdurchflutet. Auf jeden Fall sehenswert.

Dann sollte tbd auf jeden Fall das Cover zurückgeben, wenn er das Buch ausgelesen hat!

Zum Thema: wenn man sich nur selbst glücklich machen kann, kann man dann eigentlich auch nur seine eigenen Beiträge liken?
 
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Howlith

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  • #126
Zitat von Heike:
Zum Thema: wenn man sich nur selbst glücklich machen kann, kann man dann eigentlich auch nur seine eigenen Beiträge liken?

Also ich würde es tun ...

(Mist, habs ausprobiert ... die Herrscher des Forums stehen diesem entgegen, sie wollen nicht dass man sich selbst liked ... na, dann like ich halt Heike)
 
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Howlith

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  • #127
"Liken und liken lassen".
 

fafner

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  • #129
Zitat von Heike:
Mach dir über deinen Partner genauso viel vor wie über dich selbst!
Lustigerweise wurde der genauso gelesen: wie, man soll sich was über sich vormachen?
Dabei steht ja nur da: genauso viel über den anderen wie über sich, also im selben Maß.
Das ist unauflösbar. Jede Messung verändert das Ergebnis. Wenn ich das Sich-etwas-vormachen quantifizieren könnte, wäre ich mir dessen bewußt und es wäre nicht mehr da. Niemand sitzt so rum und sagt sich, "heute mache ich mir etwas hübsches vor, und zwar genauso viel, wie über meinen Partner, damit es auch harmonisch ist".
Zitat von Howlith:
Das Heike-Liken ist pathologisch.

Wo steckt die eigentlich? Meint die im Ernst, sie kann daheim ihren echten Kerl bekochen und uns hier sich selbst überlassen, hm?
 

Heike

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  • #130
Zitat von fafner:
Das ist unauflösbar. Jede Messung verändert das Ergebnis. Wenn ich das Sich-etwas-vormachen quantifizieren könnte, wäre ich mir dessen bewußt und es wäre nicht mehr da. Niemand sitzt so rum und sagt sich, "heute mache ich mir etwas hübsches vor, und zwar genauso viel, wie über meinen Partner, damit es auch harmonisch ist".
Ja, das ist der Witz. Oder die Paradoxie. Aber ich glaub schon, daß sich Selbstbetrug von bloßem Selbstirrtum unterscheidet. Durch ein Moment der Absichtlichkeit und Ahnung. Man will was nicht wissen. Und wenn man was unter den Teppich kehrt, ist es weg, aber man hat es schon gekehrt. Im Konkreten kann man da sicherlich nicht aufrechnen, ja. Aber an seiner Einstellung was drehen vielleicht schon.
 

lone rider

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  • #131
Das hat damit zu tun, dass der menschliche Verstand nicht ohne eine Erklärung leben kann.
 
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Victor

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  • #132
Zitat von Truppenursel:
ein neues Thema, in dem ich gerne erfahren würde, warum heutzutage gedacht wird, daß man zuerst mit sich alleine glücklich werden soll
Wenn man das Glück teilen möchte, dann wäre es wohl angebracht, dass man selber schon etwas davon mitbringt, oder? Depressionen, Scheidungskriege oder finanzielle Sorgen sind keine allzuschönen Mitbringsel in eine Beziehung. Ich denke, es ist wohl nicht zuviel verlangt, wenn der Rucksack, den jeder zu tragen hat, auf das absolute Minimum reduziert wird, ehe er sich mit einem anderen Menschen einlässt. Sonst müsste ich wohl annehmen, dass ich lediglich aufgrund meiner Tragkraft ausgewählt worden bin. Und wer möchte das schon?
 

Heike

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  • #133
Zitat von Victor:
Wenn man das Glück teilen möchte, dann wäre es wohl angebracht, dass man selber schon etwas davon mitbringt, oder? Depressionen, Scheidungskriege oder finanzielle Sorgen sind keine allzuschönen Mitbringsel in eine Beziehung. Ich denke, es ist wohl nicht zuviel verlangt, wenn der Rucksack, den jeder zu tragen hat, auf das absolute Minimum reduziert wird, ehe er sich mit einem anderen Menschen einlässt. Sonst müsste ich wohl annehmen, dass ich lediglich aufgrund meiner Tragkraft ausgewählt worden bin. Und wer möchte das schon?

Die Rucksäche sind so, wie sie halt sind. Die Auffassung, man dürfe nicht mit Seelengewicht unterwegs sein, ist ganz ähnlich derjenigen, man dürfe nicht mit Körpergewicht und Pickeln unterwegs sein, nur noch nicht so durchschaut.
Kein Wunder auf jeden Fall, daß in dem Ausmaß Charakter und Leben gephotoshopt werden. Denn was nicht sein darf, kann nicht sein.
Und nein, auch ein Pickel ist kein schönes Geschenk, auch man ihn knallig rot verpackt auf der Nasenspitze dem anderen entgegenstreckt. 
 
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Victor

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  • #134
Zitat von Heike:
Die Rucksäcke sind so, wie sie halt sind. Die Auffassung, man dürfe nicht mit Seelengewicht unterwegs sein, ist ganz ähnlich derjenigen, man dürfe nicht mit Körpergewicht und Pickeln unterwegs sein, nur noch nicht so durchschaut.
Kein Wunder auf jeden Fall, daß in dem Ausmaß Charakter und Leben gephotoshopt werden. Denn was nicht sein darf, kann nicht sein.
Zum Glück muss ich Deine Ansichten ja nicht teilen, Heike. Mein Rucksack wäre dazu wahrscheinlich nicht gross genug.
 
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  • #135
@Victor: Eine Frau mit leerem Rucksack wirst Du nicht finden. Die Frage ist wie man mit den beiden mit gebrachten Rucksäcken umgeht.
Wenn die Frau ihn dir einfach umhängen würde, wäre das wohl nicht so gut. In einem Buch wurde dieses Thema mal sehr gut erklärt. Es hieß dort, die Liebesbeziehung durchliefe verschiedene Phasen/ Entwicklungsstufen. Und in einer Phase ( in dem Buch war es die dritte), spielt der Inhalt der Rucksäcke eine besonders große Rolle, weil "Dieser Kram" sich dann auf das aktuelle Leben indirekt auswirkt, oder auszuwirken scheint. Wenn man aber schafft zu sagen stopp, dass ist " der alte Kram", der jetzt hier die Szene nicht über die maßen beherrschen darf, dann schaffen es die beiden Menschen sich gemeinsam weiter zu entwickeln. Viele Paare schaffen es nicht diese Phase zu meistern schreibt der Autor. Also "man" sollte sich nicht zu sehr vom Inhalt der Rucksäcke beeindrucken lassen.
UND ich tue mich selbst schwer mit dem Thema, nur weil ich was dazu gelesen habe, heißt es leider nicht, dass ich da ganz seicht hindurchsurfe!!!!!!!!!!!! Wenn ich überhaupt nicht darum wüsste, wären meine Karten schlechter.
Der Inhalt der Rucksäcke scheint manchmal in einer gewissen Phase die Szene zu sehr zu bestimmen. Das kann zu Verwirrung führen.
Also ist es gut, sich diesem Phänomen bewusst zu sein. Deshalb ist ja Partnerschafft nicht immer wie ein Strandspaziergang.
 
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  • #136
@ Viktor: Ich möchte Dir meine Ansicht aber nicht aufdrängen.
Vielleicht wolltest Du auch etwas anderes ausdrücken, mit deiner Rucksackaussage?
 

Victor

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  • #138
Zitat von Mrs.Right:
@ Viktor: Ich möchte Dir meine Ansicht aber nicht aufdrängen.Vielleicht wolltest Du auch etwas anderes ausdrücken, mit deiner Rucksackaussage?
Dass man zwischen zwei Beziehungen viel Zeit hat, Ängste, Sorgen und Schuldgefühle aufzuarbeiten und aus dem Rucksack hinauszuwerfen. Und natürlich auch selber ein wenig am persönlichen Glück arbeiten. Dann plagt einem in besagter Rucksackphase auch weniger das Gewissen oder Zweifel.

Ich glaube, das steckt hinter der Idee, dass man zuerst selber mit sich glücklich werden soll. Schaden wird es bestimmt nicht, denn man hat ja selber auch etwas davon.
 

lone rider

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  • #139
"Mit sich sebst glücklich werden" - ein Dauerthema.
Hängt doch vermutlich damit zusammen, wer die anderen sind und wer man selbst.
Oder sehe ich das falsch?
 
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Victor

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  • #140
Zitat von lone rider:
"Mit sich sebst glücklich werden" - ein Dauerthema.
Hängt doch vermutlich damit zusammen, wer die anderen sind und wer man selbst.
Oder sehe ich das falsch?
Mal angenommen das würde stimmen, dann spielt die Lebenseinstellung bei der Partnersuche doch eine Rolle. Vielleicht steckt am Ende wohl doch mehr dahinter als ein Glas das zur Mitte gefüllt ist?