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  • #1

Das emanzipierte Geschlecht?

"Das ist typisch weiblich" oder "typisch männlich", ist diese Feststellung zeitgemäß? Die Debatte ist alt ob geschlechtliche Verhaltensmuster angeboren sind (nature) oder das Ergebnis von Erziehung (nurture). Stereotype werden bereits in der frühen Kindheit vermittelt und sind oft unbewusst. Der Vorteil von Schubladendenken liegt darin, schneller Informationen zu verarbeiten, der Nachteil im Ignorieren der individuellen Eigenarten eines Menschen. Die Geschlechtsidentität setzt sich aus biologischen und sozialen Einflüssen zusammen und neuere Forschung deutet an wie gering die kognitiven Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind.
human-body-parts-collection_1212-592.jpg

Männer scheinen heutzutage verunsichert was ihr Rollenbild angeht, während Frauen im Vergleich zu ihren Müttern deutlich selbstbestimmter leben. Fans des Transhumanismus schwärmen von einer Gesellschaft wo jedes Individuum seine männlichen und weiblichen Eigenschaften wählen kann, weil der Übergang in eine nicht-biologische Form das sichtbare Geschlecht aufhebt.

Was Transhumanisten wollen: From Chance to Choice
https://www.youtube.com/watch?v=znU1zmQkpEM
Der Mensch im Wandel
 

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  • #2
@ Stereotyp:
@mino65 erzählt einen Witz der ein rassistisches Stereotyp spielerisch behandelt: https://www.parship.at/forum/thema/witze-die-zweite.7327/page-48#post-314651
Daraufhin antworte ich ihr und bemerke wie mich die Erläuterung zum Witz an eine Situation mit ähnlicher Thematik erinnert. Die Diskussion halte ich sinnvoll, denn Humor eignet sich bestens dazu, mit eingefahrenen Denkmustern umzugehen.
@mino65 , du sagst die Problematik des sogenannten "N-Wortes" hat nur bedingt mit diesem Fall zu tun. Ich denke nicht, weil das Wort Zigeuner eine abwertende Fremdbezeichnung darstellt - wie Eskimo eine Fremdbezeichnung ist. Kein Roma oder Inuit hat sich so bezeichnet. Das Wort Zigeuner ist bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgbar und schon damals mit Ausgrenzung verbunden. Durch den Völkermord während des Zweiten Weltkriegs an 'den Fahrenden' - zu den die Roma und Sinti gezählt werden, verändert sich der Kontext erheblich. Hier kann Humor viel bewirken. Kalkgruben auf Baustellen verwendete man früher zum 'Einsumpfen' von Branntkalk. Fällt nun ein Mensch in so eine Grube wird er schwere Verätzungen erleiden. Die Aufforderung an seinen Arbeitskollegen ihm möglichst rasch zu helfen ist völlig normal und der Situation angemessen. Die Reaktion des Arbeitskollegen allerdings absurd. Vermutlich verwechselt er Mitmenschlichkeit mit Herrschaft.
Und noch dazu auch, dass der kulturelle Kontext, in dem dieser Witz ohne jegliches Problem erzählt werden kann, sehr wahrscheinlich nicht erklärbar/transportierbar ist. Leider.
Der kulturelle Kontext hat wesentlich mit der Wirkung des Witzes zu tun, stimmt.
 
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  • #3
Die Übersetzung des Wortes Zigeuner ist in manchen Sprachen wertneutral und mitnichten nur eine Fremdbezeichnung. (Fahrende wird z.B. nur mit Kopfschütteln quittiert und Sinti und Roma auch manchmal belächelt und als unnötiger Firlefanz taxiert. Darüber kann man natürlich denken wie man will. Unreflektiertheit Angehörigen einer diskriminierten Minderheit zu unterstellen kann jedoch zum Paternalismus führen. Begriffe können sich aber auch "emanzipieren", wie die Geschichte des deutschen Wortes schwul zeigt, worauf ich aktuell aus diversen Gründen nicht näher eingehen möchte, ist nur eine Assoziation...)

Da die Sprache sich kontinuierlich wandelt, kann sich dies natürlich plötzlich und/oder schleichend ändern.

Hingegen ist das deutsche Wort Zigeuner teilweise unbrauchbar und du hast mit allem Recht, was Etymologie, Geschichte, etc. betrifft.

Mein Fehler war u.a., dass ich nicht bedacht habe, dass eine Differenzierung in einer kurzen Bemerkung, die ich dem Witz nachgestellt habe, unmöglich ist.

und vor allem danke für deine Mühe @Tone, die Diskussion, die du da initiierst, könnte sehr wertvoll werden...
 
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Marlene

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  • #4
Die Grenze zwischen Humor und Geschmacklosigkeit ist individuell. Wenn das Lachen im Hals stecken bleibt, ist man wohl als direkt Betroffener und nicht über sich selbst witzereißende Zielgruppe zu nahe dran bzw. erreicht keine Distanz. In einem Medium wie diesem hier sind ALLE als Zielgruppe vorhanden, das macht es so schwierig. Ist wie in einem Rundfunksender, Zeitung usw., wo man sich überlegt, was geht und was nicht.
 
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  • #5
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  • #6
Den Wert einer Sache erkennt Spaemann an der Freude je deutlicher jemand Unterschiede erkennen kann. Feinschmecker wissen wie erlesen das Aroma eines Weines ist. Dadurch haben Essen und Trinken für Spaemann einen humanen Sinn, dass sie vieles zugleich bedeuten können: Sättigung, Genuss, Geselligkeit und Ritual [...] Übrig bleibt das Streben nach permanenten Lustgewinn. [...] Kant sagt, der Mensch habe keinen Wert, sondern Würde. Jeder Mensch bleibt Maßstab aller Bewertungen. Von Natur aus ist er fähig zu vernüftiger Selbstbestimmung. Jede Person hat ihren Zweck in sich. https://www.youtube.com/watch?v=4b-agDQuzbY
 

Marlene

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  • #7
Muss gestehen, habe jetzt nicht das Ganze angeschaut. Aber, diese Sehnsucht nach einem laaaaaaangen Leben, natürlich in Gesundheit, wäre mMn mal zu diskutieren. Für wen käme das in Frage? Für alle Menschen? Wie sähe das dann zahlenmäßig aus, wenn der Tod sich immer weiter nach hinten verschiebt? Und, warum ist das eigentlich erstrebenswert? Wäre die Gestaltung des Inhalts des Lebens nicht viel wichtiger? Und sich zuerst einmal darauf zu konzentrieren?
 
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  • #8
Wenn sich Transhumanisten tatsächlich auf eine egalitäre Ideologie berufen, dann soll der (natur)wissenschaftliche Fortschritt allen Menschen zugute kommen. Eine sehr gewagte Hoffnung, meine ich.
Wie sähe das dann zahlenmäßig aus, wenn der Tod sich immer weiter nach hinten verschiebt?
Eine guter Punkt. Die Frage begleitet die Moderne mit ihren Fortschritten in der Medizin schon lange.
Und, warum ist das eigentlich erstrebenswert?
Was möchte ich mit der Überwindung des Zufalls (chance) hin zur völligen Wahlfreiheit (choice) erreichen? Ein längeres Leben bedeutet noch lange nicht ein glücklicheres. Ich habe die etwas lange Dokumentation zu Robert Spaemann in Beitrag #6 als eine andere Herangehensweise zu den Visionen der Transhumanisten gewählt, dort wird die Entwertung des Glücks in Zusammenhang mit der Vorstellung von Unsterblichkeit gebracht.
Wäre die Gestaltung des Inhalts des Lebens nicht viel wichtiger? Und sich zuerst einmal darauf zu konzentrieren?
Du hast schon recht, das Leben passiert im Jetzt. Dennoch sind bestimmte Fragen die jeden betreffen wichtig, weil sie vom Selbstverständlichen im Alltag zugedeckt werden: Enttäuscht wird, wer von der Philosophie einfache Lebenshilfen erwartet, sie versperrt vielmehr die gewohnten Pfade und kehrt immer wieder zu den Fragen zurück, auf die es keine endgültigen Antworten gibt. Philosophie läuft nicht in Schienen methodischer Vorentscheidungen, sie liefert keine Ergebnisse im herkömmlichen Sinn, sie hat mit Selbstdenken zu tun. Dieses Denken muss sich gegen die modernen Wissenschaften behaupten, als freies Denken das keinen Zwängen gehorcht und keine nützlichen Fortschritte zu erziehlen hat.
https://www.youtube.com/watch?v=4b-agDQuzbY
Für Spaemann ist Vernunft die Enthüllung der Natur und die Wahrnehmung des Anderen in seinem natürlichen Sein. Der Respekt vor seinem Körper, seiner Sexualität, seiner Sprache.
 
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  • #9
wow @Tone
da hast du einen wahrhaft anspruchsvollen Fred aufgetan.:)
Ich habe bis jetzt von den beiden von dir angegebenen Filmbeiträgen auch noch nicht alles gesehen. Allerdings sollte ich das zeitlich nächstens hoffentlich hinkriegen. Mein Interesse ist mal definitiv geweckt.
Die Art des Gesprächs, die du da lanciert hast, führt als "Nebenprodukt" zu einer weiteren (potenziell philosophischen) Frage nach der Entschleunigung, da es u.a. Zeit und Musse braucht, um bei deinem Thema mitlesen und mitdiskutieren zu können.
see you
 
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  • #10
Wenn ein Thema auf Interesse stösst, ist es eine grosse Freude dieses zu teilen. Die Videos sind nicht unbedingt notwendig, sie helfen aber sehr das auszudrücken wo mir die Worte fehlen.
Die Art des Gesprächs, die du da lanciert hast, führt als "Nebenprodukt" zu einer weiteren (potenziell philosophischen) Frage nach der Entschleunigung, da es u.a. Zeit und Musse braucht, um bei deinem Thema mitlesen und mitdiskutieren zu können.
Die Investition lohnt sich mMn, betreffen uns diese Fragen irgendwie doch alle irgendwann. Z.B. was ein glückliches Leben ausmacht oder ob wir eines Tages die biologischen Vorgaben und Zwänge mit Hilfe der Naturwissenschaft überwinden können, was wiederum eine Veränderung der traditionellen Rollenbilder mit sich bringt. Oder ob wir die Folgen unserer Handlungen langfristig überhaupt vorhersehen können. Was wichtig wäre, sonst bleibt nur die blinde Fortschritts- oder Technikgläubigkeit übrig.
 
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  • #11
@Tone, da stimme ich dir voll zu (letzter Abschnitt von #10).
diese Themen begleiten mich schon lange und ich denke auch, dass es eine grosse Gefahr für uns alle ist, wie wenig diese existenziellen Fragestellungen im allgemeinen auf Resonanz treffen bzw. unser Denken und unseren Alltag mitprägen.
p.s.: wie hältst du es so in diesem Zusammenhang mit Precht?:)
ich habe den Eindruck, dass er da recht tatkräftig mitmischt und mMn tut er seinen Job gar nicht so schlecht ...
 
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  • #12
@mino65, wenn die Beschäftigung mit solchen Frage zur Entschleunigung beitragen, dann ... sehe ich mir auch den Precht an :rolleyes::D

Danke für den Hinweis!
https://www.youtube.com/watch?v=K7hg7HVBQLI
Richard David Precht und Robert Spaemann - Dürfen wir Tiere essen?
 
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  • #13
@Tone
noch zu Richard David Precht
Die "gesammelten Prechts" zu allen möglichen Themen sind auch in der ZDF-Mediothek (also auch ohne Compi) greifbar, einfach ZDF einschalten und dann den roten Knopf auf dem Bildschirm auswählen, nach Precht suchen.

Ich finde, er ist ein Phänomen. Ich kenne keinen anderen (horribile dictu auch noch gut aussehenden) jungen Philosophen, der auf einem so prominenten Sender eine eigene Sendung haben darf. Er ist immer im Gespräch mit einer anderen, meist hoch interessanten und kompetenten Person und mir scheint, dass äusserst komplexe Themen jeweils verständlich und interessant beleuchtet werden - also, das ist natürlich nur meine Meinung.
 
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  • #14
Ich mag ihn
 
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  • #15
@Tone
noch zu Richard David Precht
Die "gesammelten Prechts" zu allen möglichen Themen sind auch in der ZDF-Mediothek (also auch ohne Compi) greifbar, einfach ZDF einschalten und dann den roten Knopf auf dem Bildschirm auswählen, nach Precht suchen.

Ich finde, er ist ein Phänomen. Ich kenne keinen anderen (horribile dictu auch noch gut aussehenden) jungen Philosophen, der auf einem so prominenten Sender eine eigene Sendung haben darf. Er ist immer im Gespräch mit einer anderen, meist hoch interessanten und kompetenten Person und mir scheint, dass äusserst komplexe Themen jeweils verständlich und interessant beleuchtet werden - also, das ist natürlich nur meine Meinung.

Provokante These : die Sendung hat er nur, weil er 1. gutaussehend ist und sich 2. der breiten Masse gefällig ausgesprochen gut verkaufen kann
 
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  • #16
Noch nie gehört
*google anschmeiß
......
......
:eek:
Gutaussehend??????
:eek:
:oops:

o_O


Zum Glück sind die Geschmäcker unterschiedlich. Wir werden uns definitiv niemals um den selben Mann kabbeln....

Ein Bekannter von mir vertritt die These, dass die Variabilität dessen, was beim anderen Geschlecht als attraktiv betrachtet wird unter Frauen, sehr, sehr, SEHR viel größer ist, als unter Männer.
 
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  • #17
Noch nie gehört

*google anschmeiß
......
......
:eek:
Gutaussehend??????
:eek:
:oops:

o_O


Zum Glück sind die Geschmäcker unterschiedlich. Wir werden uns definitiv niemals um den selben Mann kabbeln....

Ein Bekannter von mir vertritt die These, dass die Variabilität dessen, was beim anderen Geschlecht als attraktiv betrachtet wird unter Frauen, sehr, sehr, SEHR viel größer ist, als unter Männer.

Jetzt hyperventiliere nicht - mir gefällt er nicht. Habe das von @mino65 übernommen und weiß, dass sie mit dieser Meinung nicht alleine ist ;)
Der Meinung deines Bekannten schließe ich mich an.
Wenn mir ein Mann gefällt, rollt eine Freundin nur mit den Augen:p
 
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mino65

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  • #18
liebe @mone7 und
@Synergie
Thema (von @Tone gesetzt: Stereotyp) zwar verfehlt - aber was soll's, frau hat Spass.
 
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  • #19
ich mag den Precht, ich sehe gelegentlich seine Sendung, ich finde ihn auch für seine Berufsgruppe ziemlich attraktiv.
 
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MonDieu

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  • #21
Der schönste langhaarige Mann ist für mich Gil Ofarim.
 

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Inge21

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  • #25
Mir gefällt er. Aber ich finde ihn auf Bildern nicht so gut. Wenn er redet, gewinnt er ungemein dazu. Meine Meinung
 
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  • #27
Na, die, so glaub' ich, hat als Embryo einen Schuss zuviel Testosteron abbekommen.
Eine gute Überleitung zum Transhumanismus: Zufall/Bestimmung oder Wahlfreiheit? Sollen Eltern über den Testosterongehalt bestimmen können wie stark beide Gehirnhälften beim geschlechtsneutralen Embryo verbunden sein sollen? Bei Männern ist die Hirnbrücke weniger ausgebildet als bei Frauen :)
 

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  • #28
Eine gute Überleitung zum Transhumanismus: Zufall/Bestimmung oder Wahlfreiheit? Sollen Eltern über den Testosterongehalt bestimmen können wie stark beide Gehirnhälften beim geschlechtsneutralen Embryo verbunden sein sollen? Bei Männern ist die Hirnbrücke weniger ausgebildet als bei Frauen :)
Mach dich mal schlau; nix mit geschlechtsneutral; am Anfang ist erstmal alles weiblich. Und die Intelligenz wird von der Mutter weitergegeben... (oder manchmal auch nicht :rolleyes:)
https://www.youtube.com/watch?v=PIKuDKxyc24&t=128s
 
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  • #30
Deine nette Empfehlung kannst du gleich selber beherzigen, vor der fünften Woche ist ein Embryo geschlechtsneutral.
Ich scheiss ja auch gerne klug, aber wie heißt's (in Anlehnung an den Volksmund) so treffend? Wenn man die Klappe nicht halten kann, einfach mal Ahnung haben. Und bevor du wieder nachfragst: Das Geschlecht wird bei der Befruchtung der Eizelle bestimmt. Ab der 5. Woche bilden sich die äußeren Geschlechtsorgane.
 
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