fafner

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  • #1

Das bin ich mir wert

Permanente Selbstverwirklichung

Der obere Stock in einer grossen Schweizer Buchhandlung erinnert an eine Spielecke für Erwachsene: «Zen-color»-Mandalas verleihen angeblich Ruhe und Kraft. Wer es lieber gegenständlicher mag, greift zum Malbuch «Blumenmeer und Gartenzauber». Etwas weiter versprechen kleine und grosse Helfer wahlweise Ruhe («Yin-Yoga-Box mit Karten für individuelles Üben»), Gelassenheit («Warten – Erkundungen eines ungeliebten Zustandes») oder innere Freiheit («Die Kunst, sich selbst auszuhalten»). Regelmässig stürmen Bücher aus der Selbsthilfe-Abteilung die Schweizer Bestseller-Listen.

http://www.nzz.ch/schweiz/zeitgeist2015/das-bin-ich-mir-wert-1.18581741
 
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  • #2
Artikel gelesen.Da war ein sehr ineressanter Ansatz enthalten:
"Für eine Gesellschaft birgt die Ego-Zentrierung Gefahren. Denn diese höhlt den Sinn für die soziale Verantwortung aus und kann zu einer Entsolidarisierung führen."

Das halte ich für absolut wahr und ein Phänomen der heutigen Gesellschaft. Und wenn man es auf das Thema Liebe und Beziehung transportiert, so erkennt man sehr schnell warum so viele Menschen in keiner Partnerschaft leben. Egofixiert - nach einer Enttäuschung Rückzug hinter die Mauern mit dem Gedanken: Jetzt komme erst mal ganz lange ich.
 

fafner

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  • #3
Das ist genau das, was man hier im Forum beobachten kann. :)
 
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  • #4
Deshalb habe ich es auch genau so ausgedrückt :)
 
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  • #5
Teile eure Kritik!
Aber vergesst nicht die positive Seite: "Während die Bedeutung materieller Sicherheit abnahm, gewannen Selbstentfaltung, Selbstverwirklichung und Lebensqualität an Gewicht."
Die Abkehr vom Materiellen ist doch zu begrüßen, oder?
 

brainy

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  • #6
Nicht, wenn sich die Selbstverwirklichung auf Kosten anderer darstellt
 
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  • #7
Mir stellt sich eher die Frage, was bitteschön sich da verwirklicht. Wie kann ein Selbst sich verwirklichen? Müsste es sich erst verwirklichen, wäre es doch kein Selbst. Also eine Fremdverwirklichung? Vielleicht kann mir das jemand bei einer Tasse Mate-Tee erklären.
 
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  • #8
Bitte Sencha Tee (grüner Tee). Das innere Ich nach aussen bringen - das ist für mich Selbstverwirklichung. Das innere Ich nach aussen lassen und zeigen.
 
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authentisch_gelöscht

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  • #9
Ich würde die Suche nach Ruhe, Kraft und Gelassenheit nicht unbedingt nur als etwas Ego-Zentriertes in einer Gesellschaft des übertriebenen Wohlstandes sehen, sondern auch als oft eher verzweifeltes Bemühen, sich in einer kapitalistischen, vereinzelten Leistungsgesellschaft vor Erschöpfungsdepressionen und anderen psychischen Problemen zu retten. Ausserdem ist Gelassenheit auch beim Führen einer Beziehung oder im Gemeinschaftsleben vonnöten und der Wunsch danach entspringt wohl auch der Hektik, Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit unserer (sozialen und anderen) Medien. Selbsthilfe ist ausserdem nicht mit Selbstverwirklichung gleichzusetzen, sondern mit dem Versuch, Verantwortung für die eigene Gesundung zu übernehmen. Oft tut man das auch in Gruppen. Ich würde das also nicht so einseitig sehen.

Ausserdem nähme mich wunder, wie sich denn z.B. der Threaderöffner in den Dienst der Gemeinschaft stellt.
 

DaniKrien

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  • #10
Ich hab grad die Neue Ausgabe "Psychologieheute" gelesen. Sehr interessant, was da auch zum Thema online Partnersuche steht. Aber auch ein interessanter Artikel zur Stressthematik steht drin.

Als Lesetipp zu verstehen.
 
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  • #11
Danke Authentisch! Ich finde einen Versuch(!) des Innehaltens und der Selbstreflexion jedenfalls besser als das Mitschwimmen im schnellen Strom der Profitmaximierung unserer Gesellschaft.
Ein ironischer Blick auf die Art dieser Versuche darf aber erlaubt sein.
 
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  • #12
@fafner Vielen Dank für die Anregung, das Buch von David Brooks könnte sehr lesenswert sein.
Interessanter Artikel mit ein paar guten Ansätzen. Der Artikel selbst bleibt für mich leider doch irgendwie im Kern stecken..

Selbstverwirklichung als Ursache für Egoismus heranzuziehen ist eine sehr konservative Einstellung der ich nicht folge, aber keine neue Erkenntnis. Auf der anderen Seite gibt es etliche Theorien, die gerade die Selbstverwirklichung mit dem Gegenteil von Egoismus verbinden.

Bezogen auf unglückliche Singles ist eines der Themen sicherlich auch übertriebender Egoismus.
Meiner Meinung erklärt sich damit aber nur ein kleiner Teil der Probleme.
Vizee hat da ja schon ergänzt mit Rückzugstendenzen aufgrund von Verletzung etc.
oder
authentisch hat da einen Wink auf die Medien und Schnelllebigkeit der Gesellschaft als für mich wichtigen Aspekt angegeben.

Liest man an anderen Stellen:
Von den Single Männer / Frauen sagt angeblich jede Zweite bzw. jeder Dritte, sie / er hätten zu hohe Ansprüche bei der Partnerwahl.
Dann geben Frauen an, dass Männer angeblich eine Bindungsphobie hätten und Männern geben an, dass sie sich verunsichert fühlen und glauben sie könnten einer Partnerin nicht genug bieten.

Für manch einen ist das Singledasein nicht mal ein unglücklicher Zustand, da z.B. die Karriere aktuell wichtiger ist. Selbstverwirklichung ;-) Als Alternative zurück in die Vergangenheit, nein danke.

Aber wie auch bereits erwähnt gibt es ja noch andere Gemeinschaften, denen man auch als Single angehört.
 

fafner

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  • #13
Zitat von balle:
Die Abkehr vom Materiellen ist doch zu begrüßen, oder?
Nö. Wieso denn?

Außerdem war's in dem Artikel anders gemeint: materielle Sicherheit ist bei uns allgegenwärtig.

Zitat von authentisch:
Ausserdem nähme mich wunder, wie sich denn z.B. der Threaderöffner in den Dienst der Gemeinschaft stellt.
Der zahlt Steuern und Sozialabgaben. Dann ist er Gönner bei der Rega. Danach wird es dünn. Im Grunde ist er ein starker Selbstverwirklicher. Er braucht deshalb auch keine Ratgeber und Gruppen dafür. :)
 
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  • #14
Solange die Entscheidung zwischen dem Ich und dem Wir getroffen und auf der anderen Seite ein Mangel empfunden wird, solange wird das Pendel zwischen den Seiten hin und her schwingen.Ist sowohl das Ich als auch das Wir entwickelt, findet es einen Ruhepunkt.
 
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authentisch_gelöscht

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  • #15
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  • #16
Vor meinem letzten Umzug habe ich alle Bücher entweder verschenkt oder weggeschmissen. (Selbstverständlich in die Altpapiertonne!!!!!!!!!!!)
Jetzt habe ich viel mehr Platz für mich und eigene Gedanken.
 
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authentisch_gelöscht

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  • #17
Ich weiss nicht, was am Lesen oder am sich mit Gedanken anderer Auseinandersetzen so falsch sein kann. Ich bin jedenfalls nicht so selbstgenügsam und selbstzufrieden, dass ich mich nicht von anderen Menschen anregen lassen möchte, weiterzudenken. Wenn ich ein Buch lese, heisst das ja nicht, dass ich die Meinung der Autorin unhinterfragt übernehmen muss...
 
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  • #18
Bücher von Männern liest du nicht? Ich lese überhaupt keine Bücher mehr. Ich stehe nicht auf Papierkram. Wenn dich das jedoch zufrieden macht, schön für dich.
 
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  • #20
Der Unterhaltungswert schwankt bei mir zwischen amüsant und schnarchig. Hin und wieder ist mal was Gescheites dabei. Ansonsten sehr viel Betroffenheitsliteratur und "drück-dir-die-Daumen". Die Beiträge fafners stufe ich unter gehobene Unterhaltung ein.
 
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  • #21
Bücher sind auch nur Meinungen anderer :) Ich lese generell keine ratgebenden Bücher, aber ich habe es einmal vor langer langer langer Zeit getan und das Buch war in der damaligen Phase genau richtig. Der Autor ist Dale Carnegie, Titel: Sorge dich nicht - lebe.
 
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authentisch_gelöscht

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  • #22
Zitat von chiller7:
Bücher von Männern liest du nicht? Ich lese überhaupt keine Bücher mehr. Ich stehe nicht auf Papierkram. Wenn dich das jedoch zufrieden macht, schön für dich.

Klar lese ich auch Bücher von Männern! Ich wage es nur ab und zu, die weibliche Form zu verwenden. Hättest du mich gefragt, ob ich Bücher von Frauen lese, wenn ich "die Meinung des Autors" geschrieben hätte? (Damit wären wir wieder bei Konventionen.)
Ja, für mich sind Bücher etwas Schönes. Übrigens vor allem auch Romane.
 
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  • #23
Romane, da bin ich ganz bei Dir authentisch. Als ich noch mit dem Zug zur Arbeit gependelt bin hab ich die verschlungen. Am liebsten aber welche von Kathy Reichs bzw gruselige Krimi Schocker :) Den Zug habe ich aufgegeben und pendle wieder mit dem Auto..da geht lesen schlecht :)

PS: Ein Kindle käme mir auch nie in die Finger. Ich mag den Geruch von Büchern, das Blättern der Seiten - es hat so was authentisches vom Lesefeeling. Auch wenn es für die Umwelt besser wäre den Kindle zu nehmen..aber das ist nicht das gleiche.
 
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  • #24
Dann schreibe halt Autor_in.
 
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authentisch_gelöscht

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  • #25
Warum? Darf ich nicht schreiben, wie ich will? Hast du ernsthaft gemeint, ich würde nur Bücher von Frauen lesen?
 
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  • #26
Ich habe nichts gemeint, sondern gefragt.
 
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  • #27
Woher soll ich wissen, dass du mal die männliche, mal die weibliche Form verwendest. Ansonsten: bis die Tage. Ich habe jetzt noch etwas anderes zu tun.
Merkst du, dass du schnell die Meinungen abwertest, wenn sie nicht deinen entsprechen?
 
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  • #28
Warum geht es hier in so vielen Beiträgen nur darum zu bewerten oder bewertet zu werden? Seid nicht so zickig, Mädels...;-)
 
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  • #29
Ein mangelndes Interesse an Eso-Psycho-Geschwurbel kommt nicht einem Desinteresse am Nächsten gleich.
Außerdem hat mich der Hieb (?) auf fafner sehr gestört. Was soll das.
 
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