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Deleted member 21128

  • #1.471
das weiß man nicht: Die Zahlen von gestern und heute bilden die Risikolage von vor ungefähr zehn Tagen ab.
"Die Dunkelziffer ist ja bekannt."
Rolf Miller
Ich fürchte, wir haben noch sehr viele nicht auf dem Schirm.
Verständnisfrage: Machen wir das, um uns selber nicht anzustecken (was ziemlich unwahrscheinlich ist) oder doch eher, um als unerkannt Infizierte keine anderen anzustecken?
Das war ja mein Auslöser, auf @Yennefer 's Aussage von wegen "die Risikogruppe" zu reagieren. Viele (v.a.) Jüngere sehen für sich keine Gefahr und gehen daher ein hohes Risiko ein, die Seuche weiterzutragen.
Ich sehe für mich und meine Familie auch keine so große Gefahr. Mir geht es ganz klar darum, die Verbreitung zu unterbinden. Um eben die zu schützen, die gefährdet sind.
Und ich muss zugeben, dass ich glaube, dass das Risiko für alle gleichermaßen steigt, wenn medizinische Kapazitäten ausgeschöpft sind. Der eine oder andere kann ja trotzdem einen Unfall haben oder einen Infarkt usw.
 
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Deleted member 21128

  • #1.472
Nein.
Ich sehe aber Kontraproduktives in deinen Ausuferungen/ Missionen.
Ich auch. Mir fehlt irgendwie die Alternative.
Es nutzt aber, wenn es sehr viele Einzelne tun. Und daher reicht es wenn jeder Einzelnen seinen Beitrag leistet und die Wenigen, die das nicht tun, dazu veranlasst werden.
Ja, und da glaube ich, dass schon lange entsprechende Regelungen nötig wären.
Bis dahin hoffe ich, dass die Appelle wenigstens etwas bewirken.
 
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  • #1.473
Solange es nur Test für Risikopatienten gibt, wird die Dunkelziffer der Infizierten weiterhin sehr sehr hoch sein. Beispiel; der Vater eines Risikokindes war vorletztes Wochenende in Ischgl. Kam zurück mit Grippesymptomen (Gliederschmerzen, kein Geschmacksempfinden, Abgeschlagenheit, bisschen Husten). Er setzte sich selber in Quarantäne und hat nach einigen Tagen die entsprechende Hotline vom Bund angerufen (Hausarzt nimmt keine Verdachtsfälle auf). Die haben gesagt, solange er nicht über 38° Fieber und starken Husten hat, wird er nicht getestet. Auch nicht unter dem Aspekt, dass er ein schwerbehindertes Kind zu Hause betreuen muss.
Und auch nicht untet dem Aspekt, dass er in Ischgl war o_O. Hallo, das war DIE Virenschleuder schlechthin und das "Krisenmanagement" der Tiroler Behörden ist so was von zum Schämen. Die haben einen Kniefall vor der allmächtigen Seilbahnlobby gemacht, der sich zum veritablen Bauchfleck für die gesamte Region gewandelt hat. :(
 
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  • #1.474
Das ist es ja, was mich bewegt. Die Sorge um die negativen Auswirkungen der Isolation werden gerade (noch) ernster genommen, als die Sorge um die Entwicklung der Pandemie.

Okay. Ich kann auch von dem ausgehen, was in den Medien berichtet wird. Zum Beispiel Bilder von Menschenmengen auf dem Viktualienmarkt in München, noch einen Tag vor den Ausgangsbeschränkungen.
Wir werden die Pandemie nicht ausreichend entschleunigen können, wenn nur die Landbevölkerung mitmacht.
Also falls es Dich ein wenig beruhigt: selbst im unvernünftigen Köln sehe ich aktuell nur vereinzelte Autos und max. 2 Personen gleichzeitig, wenn ich aus den Fenstern schaue (egal in welche Richtung). Obwohl man ja spazieren gehen DÜRFTE. Gerade in den engen Stadtwohnungen kann es wichtig sein, dass die Menschen die Wahl (!) haben eventuell doch ein paar Schritte raus zu DÜRFEN. Das macht psychisch eine Menge. Und auch für Alleinlebende ist es eine MÖGLICHKEIT. Ich habe die Isolation auch unterschätzt. Nicht zu wissen, wann ich meinen Sohn wiedersehe, meine Freunde, Familie. Keine direkte Ansprache. Es ist heftig.Und nein. Ich gehe nicht raus.

Ich bin überzeugt, dass die soziale Kontrolle deutlich mehr Kraft hat (ups, keiner draußen, dann trau ich mich auch nicht), als eine angeordnete. Die Menschen treffen aktiv eine Entscheidung. Sie behalten eine Handlungsalternative. Das ist sehr sehr wichtig. Gerade auf lange Sicht für eine halbwegs sortierte psychische Stabilität. Das solidarisiert auch deutlich mehr. Und gibt den Kräften keinen Vorschub, die jetzt nur auf ihre Chance warten, Unzufriedenheit der Menschen für ihre Zwecke zu (miss)brauchen.

Ich verfolge jetzt schon gespannt die Prognosen, was alles Positives (ja, die Dramatik und Tragik ist mir bekannt, möchte ich aber hier nicht vertiefen, das halte ich nicht aus) aus dieser Situation erwachsen kann.
 
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  • #1.475
Und auch nicht untet dem Aspekt, dass er in Ischgl war o_O. Hallo, das war DIE Virenschleuder schlechthin und das "Krisenmanagement" der Tiroler Behörden ist so was von zum Schämen. Die haben einen Kniefall vor der allmächtigen Seilbahnlobby gemacht, der sich zum veritablen Bauchfleck für die gesamte Region gewandelt hat. :(
Leider auch unter dem Aspekt nicht.
Gehe ich mit dir einig, dass die Behörden viel zu lange zugewartet haben.
Das Skigebiet Samnaun, welches mit Ischgl verbunden ist hat ja fröhlich weiter die Bahnen für die Skifahrer laufen lassen, damit sie noch etwas Geld mehr einnehmen können.
Und genau von solchen Orten wie Ischgl wird die Seuche weiter in Europa verteilt.
 
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Deleted member 25487

  • #1.476
"Die Dunkelziffer ist ja bekannt."
Rolf Miller
Ich fürchte, wir haben noch sehr viele nicht auf dem Schirm.

Das war ja mein Auslöser, auf @Yennefer 's Aussage von wegen "die Risikogruppe" zu reagieren. Viele (v.a.) Jüngere sehen für sich keine Gefahr und gehen daher ein hohes Risiko ein, die Seuche weiterzutragen.
Ich sehe für mich und meine Familie auch keine so große Gefahr. Mir geht es ganz klar darum, die Verbreitung zu unterbinden. Um eben die zu schützen, die gefährdet sind.
Und ich muss zugeben, dass ich glaube, dass das Risiko für alle gleichermaßen steigt, wenn medizinische Kapazitäten ausgeschöpft sind. Der eine oder andere kann ja trotzdem einen Unfall haben oder einen Infarkt usw.
Du hast da vielleicht nur einen Teil meiner "Argumentationskette" gesehen. Es ging mir um Ausgangsbeschränkungen vs. Ausgangssperren, um ein mögliches Potential für soziale Konflikte und unterschiedliche Wahrnehmungen. Es kommt doch am Ende darauf an, wie man seine Situation wahrnimmt. Deshalb ist es aus meiner Sicht wichtig, die Menschen nicht zu unterschätzen, sie mitzunehmen und nicht mehr als unbedingt erforderlich Druck auszuüben. Druck überzeugt nicht wirklich. Man beugt sich dem Druck im besten Fall.
 
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Deleted member 21128

  • #1.477
Und auch für Alleinlebende ist es eine MÖGLICHKEIT. Ich habe die Isolation auch unterschätzt. Nicht zu wissen, wann ich meinen Sohn wiedersehe, meine Freunde, Familie. Keine direkte Ansprache. Es ist heftig.Und nein.
Das verstehe ich alles, und das muss auch ernstgenommen werden.
Allerdings sehe ich nach wie vor nicht den Unterschied, ob die Isolation verordnet oder freiwillig gewählt wurde.
Ich glaube, dass wir immer noch zu langsam agieren.
Wie vorher geschrieben, geht es mir vor allem um Sensibilisierung der Maßnahmen.
Und wenn ich mal mit anderen Bereichen vergleiche, habe ich nicht den Eindruck, dass soziale Kontrolle gut funktioniert.
 
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  • #1.479
Bis dahin hoffe ich, dass die Appelle wenigstens etwas bewirken.
Du musst nicht hoffen, öffne deine Augen und Ohren und nimm an, dass sich weitestgehend an die Apelle gehalten wird.
Die Wirkung wird man erst in 2 Wochen sehen.
Die, die jetzt (und in den nächsten 5-10 Tagen) als krank aufschlagen, haben sich, aller Wahrscheinlichkeit nach, vor den Apellen/Maßnahmen angesteckt. Das zu kommunizieren und begreifbar zu machen, wird nochmal eine ganz neue Herausforderung, weil die Menschen vermutlich schnelle Resultate sehen wollen.
Wir haben einen zeitlichen Versatz, der für eine Reihe von Mitbürgern wohl leider schwer erfassbar ist.
 
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Deleted member 21128

  • #1.480
Du hast da vielleicht nur einen Teil meiner "Argumentationskette" gesehen. Es ging mir um Ausgangsbeschränkungen vs. Ausgangssperren, um ein mögliches Potential für soziale Konflikte und unterschiedliche Wahrnehmungen. Es kommt doch am Ende darauf an, wie man seine Situation wahrnimmt. Deshalb ist es aus meiner Sicht wichtig, die Menschen nicht zu unterschätzen, sie mitzunehmen und nicht mehr als unbedingt erforderlich Druck auszuüben. Druck überzeugt nicht wirklich. Man beugt sich dem Druck im besten Fall.
Doch, hab ich gelesen.
Muss man sich halt leisten können, drauf zu warten, bis es "alle" kapiert haben.
 
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  • #1.482
Leider auch unter dem Aspekt nicht.
Gehe ich mit dir einig, dass die Behörden viel zu lange zugewartet haben.
Das Skigebiet Samnaun, welches mit Ischgl verbunden ist hat ja fröhlich weiter die Bahnen für die Skifahrer laufen lassen, damit sie noch etwas Geld mehr einnehmen können.
Und genau von solchen Orten wie Ischgl wird die Seuche weiter in Europa verteilt.
Ja, ich habe da gestern einen Bericht im Standard dazu gelesen. Furchtbar - und der zuständige Gesundheitslandesrat faselte vor ein paar Tagen noch was von "alles richtig gemacht".
Mein einziger Trost ist, dass es zumindest schon klar sein dürfte, dass das nach Ende der Krise noch ein ordentliches Nachspiel haben wird.
Die Seilbahner haben sich ja sogar noch am 15. aufgeregt, dass die Schisaison zwangsweise frühzeitig beendet wurde.
Aber das ist der Auswuchs dessen, wenn die Wirtschaft über alles gestellt wird, wie das hier ja durchaus einige gefordert haben.
 
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  • #1.484
Allerdings sehe ich nach wie vor nicht den Unterschied, ob die Isolation verordnet oder freiwillig gewählt wurde.
Das hätte ich Dir jetzt schon zugetraut, dass Du nicht nur verstehst, was ich erklärt habe, sondern sowas auch selber herleiten kannst.
Mir scheint wirklich, Du bist ein wenig blockiert.

Im übrigen muss man es sich auch leisten können, die Aggression und den Frust und die psychischen und sonstigen gesundheitlichen Folgen von 80 Mio. Menschen zu befeuern, in dem man sie bevormundet und zuhause einsperrt. Wenn sie sich weiter so verhalten wie heute, dann wäre da auch für die Zeit danach eine gute Basis.

Und glaub mir, ich gehöre nicht zu denen, die so irre viel Vertrauen in ihre Mitmenschen hat.
 
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  • #1.485
Also ich hab seit 1,5 Wochen kein Toilettenpapier mehr im Supermarkt gesehen. Nichts als gähnende Leere auf den Holz-Paletten.
Küchenrolle und Taschentücher sind auch schon den Heuschrecken anheim gefallen.
Tja, und bei dem Anblick ertappe ich mich mittlerweilen gelegentlich bei dem Gedanken, dass ich doch auch noch mal welches kaufen müsste -- dabei weiss ich rational, dass es schon ziemlich hart kommen muss, dass meine Packung nicht ausreicht.
So schnell steckt man sich an.