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fafner

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  • #2.221
Dazu muesste man mE die Falldefinition konstant halten. Oder was meinst Du?
Meine Bewertung der ganzen Sache ist seit Wochen relativ konstant und wurde u.a. durch das Statement der Pneumologen bestätigt. Politisch wird halt anders entschieden, in meinen Augen vollkommen kopflos und unüberlegt. Einfach aktionistisch. Die Nebenwirkungen dieser "Medizin" des Shutdowns werden den ohnehin schwachen Nutzen bei weitem übersteigen.
 
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  • #2.222
Meine Bewertung der ganzen Sache ist seit Wochen relativ konstant und wurde u.a. durch das Statement der Pneumologen bestätigt. Politisch wird halt anders entschieden, in meinen Augen vollkommen kopflos und unüberlegt. Einfach aktionistisch. Die Nebenwirkungen dieser "Medizin" des Shutdowns werden den ohnehin schwachen Nutzen bei weitem übersteigen.
Warum verweigerst du dich der simplen Mathematik? Unsere Infektionszahlen und damit die Zahl derer, die jetzt auf Intensivstationen wären, wäre um ein vielfaches höher, wäre nicht seit zwei Wochen massive Kontaktreduktion und damit einhergehend eine Verlangsamung der Infektionen.
 
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  • #2.223
u.a. durch das Statement der Pneumologen bestätigt.
Wie erklärst du dir die mangelde Passung zwischen
1) unverhältnismäßiger Anstieg der Todeszahlen, wenn nicht mehr alle eine Beatmung erhalten, die sie brauchen und intensivmedizinische Kapazitäten überschritten sind
und
2) die die eine Beatmung brauchen, haben eh eine schlechte Prognose und profitieren nicht, so stark wie behauptet, von der Beatmung und Covid-19 Patienten sollten so lange wie nur irgend möglich und vorwiegend nicht-intensivmedizinisch behandelt werden.
 
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fafner

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  • #2.224
1) unverhältnismäßiger Anstieg der Todeszahlen, wenn nicht mehr alle eine Beatmung erhalten, die sie brauchen und intensivmedizinische Kapazitäten überschritten sind
Durch welche Daten genau ist das abgedeckt?

Im übrigen sagen die Pneumologen ja, beatmen schon, aber richtig. Also NIV mit nur Sauerstoff. Dazu braucht's eben keine intensivmedizinische Versorgung, ergo gäbe es auch keine Überlastung.

Und ja, viele werden es nicht überleben - möglicherweise mehr als in "normalen" Jahren. Die Idee, man könne alle retten, ist vollkommen illusorisch und die Versuche bisher lassen nicht erkennen, daß es auch nur ansatzweise gelingt. Hochbetagte müssen allein und sediert in der Apparatemedizin sterben statt in ihrer gewohnten Umgebung. Ich finde das ganz und gar nicht ethisch sondern sehr tragisch.

Wenn mich das Virus trifft (sofern nicht schon längst geschehen) und ich bekomme eine Pneumonie, dann möchte ich keinesfalls an so ein schreckliches Gerät in so einer Horrorstation im Spital. Das kommt in meine Patientenverfügung rein.

Also derzeit will ich in überhaupt kein Spital, komme da, was wolle, weil diese scheiß Politiker ja jeglichen Besuch verboten haben. Das ist alles zutiefst unmenschlich, was die in ihrer Hilflosigkeit veranstalten.
 
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  • #2.225
Warum verweigerst du dich der simplen Mathematik?
Tu ich ja nicht. Ich weiß, wie man sie richtig verwendet.
Unsere Infektionszahlen und damit die Zahl derer, die jetzt auf Intensivstationen wären, wäre um ein vielfaches höher, wäre nicht seit zwei Wochen massive Kontaktreduktion und damit einhergehend eine Verlangsamung der Infektionen.
Wieviele wurde gestestet in D z.B.? Bei 82 Mio Einwohnern? Wer hat Antikörper nach überwundener Infektion? Hm?

Man weiß ja gar nix wirklich, ob mit oder ohne Kontaktsperre. Diese Simulationen werden mit Nichtwissen gefüttert und den wissenschaftlichen Laien wird das dann als "Wissen" dargeboten. Das ist unseriös.

Im übrigen, ich hab es ja oft genug erwähnt, sind Lungenfachärzte, die es ja möglicherweise besser wissen als Pandemiker, nicht überzeugt, daß eine intensivmedizinische Behandlung nötig ist. Im Gegenteil halten sie die massenhafte Intubierung für schädlich.
 
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Erin

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  • #2.226
Hochbetagte müssen allein und sediert in der Apparatemedizin sterben statt in ihrer gewohnten Umgebung. Ich finde das ganz und gar nicht ethisch sondern sehr tragisch.
Dafür gibt es doch die Patientenverfügungen, die nun aktuell auch in Pflegezentren und Altersheimen "aufgefrischt" werden, d.h. jeder Bewohner wird gefragt, ob er
a) ins KH mit Sauerstoff (ohne Intensiv)
b) ins KH mit Beatmungsgerät
c) im Pflegeheim bleiben und dort palliativ behandelt werden möchte

Zudem im Pflegeheim die Angehörigen in den letzten Stunden zugelassen sind und die Patienten ihr gewohntes Umfeld haben.
 
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  • #2.227
Leute, kauft Haarschneidemaschinen. Das ist der nächste Artikel, der im Internet komplett ausverkauft sein wird........ :eek:
 
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  • #2.228
Die Nebenwirkungen dieser "Medizin" des Shutdowns werden den ohnehin schwachen Nutzen bei weitem übersteigen.
Woran machst du denn den "schwachen Nutzen" fest? Vergleichszahlen dürfte es wohl nicht geben, da die Politik stark gegen eben genau diese "schlagartige Durchseuchung" ansteuert. Das Problem bei der Umsetzung deiner Vorstellungen scheint mir nicht der starke Anstieg von Infektionsfällen, sondern vor allem der Zusammenbruch der klinischen Intensivversorgung. Denn diese "Kollateralschäden" werden signifikant steigen.

Ich möchte nicht, dass deutsche Ärzte eine ethische Bewertung über den Erhalt von Menschenleben vornehmen müssen. Ich sehe auch enorme wirtschaftliche, soziale und politische Folgen auf uns zukommen. Nur glaube ich (noch!), dass sich die Wirtschaft in großen Teilen schneller erholen wird, als wir uns das aktuell vorstellen können.
 
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  • #2.229
Dafür gibt es doch die Patientenverfügungen, die nun aktuell auch in Pflegezentren und Altersheimen "aufgefrischt" werden, d.h. jeder Bewohner wird gefragt, ob er
a) ins KH mit Sauerstoff (ohne Intensiv)
b) ins KH mit Beatmungsgerät
c) im Pflegeheim bleiben und dort palliativ behandelt werden möchte
Ist das eine bundeseinheitliche Regelung?
 

Erin

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  • #2.231
Nein, aber wird vielerorts gemacht und auch empfohlen bei Menschen, die nicht in einem Pflegeheim sind. Ich habe meine Patientenverfügung schon lange und dementsprechend für die jetzige Corona Krise noch ergänzt. Ein Thema, welches gerne verdrängt wird, aber gerade jetzt der richtige Zeitpunkt. Abgesehen davon ist es bei uns so, dass jeder Bewohner einer Alterseinrichtung eine Patientenverfügung kurz nach dem Eintritt machen "muss".
 
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  • #2.232
Nein, aber wird vielerorts gemacht und auch empfohlen bei Menschen, die nicht in einem Pflegeheim sind. Ich habe meine Patientenverfügung schon lange und dementsprechend für die jetzige Corona Krise noch ergänzt.
Ja, als generelles Thema ist mir das bekannt. Ich dachte nur, dass explizit diese detaillierten Fragen bezüglich der Beatmung jetzt einheitlich bei allen Heimbewohnern in Deutschland verbindlich geklärt werden.
 

Julianna

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  • #2.234
Bei manchen Schlagzeilen, weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll.

Saudi-Gelehrter: Ehefrauen dürfen aus Corona-Angst Sex verweigern
 
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  • #2.236
Politisch wird halt anders entschieden, in meinen Augen vollkommen kopflos und unüberlegt.
Das ist alles zutiefst unmenschlich, was die in ihrer Hilflosigkeit veranstalten.

Ich verstehe gar nicht, wo Du die Zeit hernimmst, hier noch zu posten!
Mit Deiner Kompetenz, Klarsicht und dem intuitiven Wissen, was gestern, heute, morgen richtig und falsch ist, muss sich doch jeder Krisenstab um Dich reissen!
Ab nach Bern mit Dir!

Und vergiss nicht: Politiker sind gewählt -- wenn Du's besser kannst, stell' Dich zur Wahl, die nächste Krise kommt bestimmt, da sind wir auf Leute deines Kalibers _garantiert_ angewiesen.
 
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  • #2.238

Bastille

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  • #2.240
Ähm, ich schreibe hier nicht von Date, sondern von Freundin, sprich: Lebensteilabschnittsgefährtin. Somit zählt das doch wohl als "Familienzusammenführung", oder?
Tüte ausschütt:
eine Erbse, zwei Erbsen, drei Erbsen, vier Erbsen, fünf Erbsen, sechs Erbsen, sieben Erbsen, acht Erbsen, neun Erbsen, zehn Erbsen, elf Erbsen, zwölf Erbsen, dreizehn Erbsen, vierzehn Erbsen, fünfzehn Erbsen, sechszehn Erbsen, siebzehn Erbsen, achtzehn Erbsen, t.b.c. :D
 
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ICQ

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  • #2.241
Ganz neue Betätigungsfelder der vielen engagierten Hauswarte im Land. Ich kann mir richtig gut vorstellen, wer darin freudige Genugtuung findet und schon lange Zielgruppen im Auge hat.

Kontaktverbot + soziale Kontrolle = Denunziantentum

Die Denunzianten hatten aber auch eine lange Durststrecke. Keine Stasi, keine Gestapo, keine Inquisition. Man wundert sich, dass sie nicht ausgestorben sind.
 
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  • #2.243
Im übrigen, ich hab es ja oft genug erwähnt, sind Lungenfachärzte, die es ja möglicherweise besser wissen als Pandemiker, nicht überzeugt, daß eine intensivmedizinische Behandlung nötig ist. Im Gegenteil halten sie die massenhafte Intubierung für schädlich.

Selten so gelacht!!!
Wir intubieren ja auch nur, weil wir sonst nix besonderes zu tun haben:
Wollen wir in die Cafeteria essen? Och nö...lass uns lieber jemanden intubieren, der es nicht braucht...
Gehn wir heim, iss Feierabend? Och nö....lass uns lieber jemanden intubieren, der es nicht braucht..

Sagt ein Arzt zum anderen mit Blick auf einen toten Hypochonder: also jetzt übertreibt er es aber...

o_O

Edit: sorry, ist ein bisschen zynisch. :oops:
Aber bei uns geht es gerade drunter und drüber, da kommen einem solche Aussagen wie blanker Hohn vor..:(
Edit 2: Pneumologen sind übrigens nur äusserst selten auf Intensivstationen anzutreffen.
 
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  • #2.244
Tüte ausschütt:
eine Erbse, zwei Erbsen, drei Erbsen, vier Erbsen, fünf Erbsen, sechs Erbsen, sieben Erbsen, acht Erbsen, neun Erbsen, zehn Erbsen, elf Erbsen, zwölf Erbsen, dreizehn Erbsen, vierzehn Erbsen, fünfzehn Erbsen, sechszehn Erbsen, siebzehn Erbsen, achtzehn Erbsen, t.b.c. :D
Nee, nee, nee - das ist keine "Korinthenkackerei". Eine Lebenspartnerin ist für mich Familie. Ein (erstes oder zweites) Date mit einer mir noch ziemlich fremden Person ist das eben nicht.
 
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Deleted member 23883

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  • #2.246

Ach, ich darf weiter arbeiten gehen und das machen, was ich liebe. Mein Gehalt ist sicher und ich verdiene genug.

Da bewundere ich die Kassiererinnen an der Kasse im Supermarkt mehr, die sich noch mit prügelnden Klopapier-Hamsterkaeufern rumschlagen müssen für einen Niedriglohn.
Oder all diejenigen, die nicht wissen, ob sie morgen ihren Job noch haben und die Miete zahlen können und trotzdem weiter machen.
Oder all die Angehörigen, die aktuell einen der Ihren auf Intensiv liegen haben und nicht wissen, wie es weitergeht, ihn nicht besuchen dürfen und trotzdem den Mut nicht verlieren.

Mir geht's doch vergleichsweise gut.
 
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koerschgen

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  • #2.247
Kontaktverbot + soziale Kontrolle = Denunziantentum

Die Denunzianten hatten aber auch eine lange Durststrecke. Keine Stasi, keine Gestapo, keine Inquisition. Man wundert sich, dass sie nicht ausgestorben sind.
Der Trieb dazu ist mE eine sehr haessliche Eigenschaft des Menschen: Missgunst. Das muss nicht in Organisationen (Stasi, etc.) stattfinden.
@ICQ : Ich schaetze aber Deine Sicht darauf, weil Du so eine Eigenschaft vielleicht weniger generalisierst und damit froehlicher durch das Leben gehst (so hoffe ich doch). So eine Charaktereigenschaft ist zu loben.
 

fafner

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  • #2.248
Woran machst du denn den "schwachen Nutzen" fest? Vergleichszahlen dürfte es wohl nicht geben, da die Politik stark gegen eben genau diese "schlagartige Durchseuchung" ansteuert.
Das tut sie halt auf Grund unvollständiger Kenntnisse über die Infektion und weil sie sich nur an Virologen und Epidemiologen orientiert. Es gibt durchaus Hinweise, daß die Anzahl von Infizierten bereits sehr viel höher ist als bekannt (z.B. der nachweislich hohe Anteil an Symptomlosen).
Das Problem bei der Umsetzung deiner Vorstellungen scheint mir nicht der starke Anstieg von Infektionsfällen, sondern vor allem der Zusammenbruch der klinischen Intensivversorgung. Denn diese "Kollateralschäden" werden signifikant steigen.
In der kommenden Wirtschaftskrise wird das Gesundheitssystem sicher nicht zu den Gewinnern gehören. Die Finanzierung war ja in den guten Zeiten "vor Corona" schon schwierig. Insofern wäre da ein Abwägen notwendig. Zudem gibt es - wie ich ja schon wiederholt geschrieben habe - Mediziner mit jahrzehntelanger Erfahrung mit (Virus-)Pneumonien, welche die Intensivversorgung für nicht angezeigt erachten.
Ich möchte nicht, dass deutsche Ärzte eine ethische Bewertung über den Erhalt von Menschenleben vornehmen müssen.
Das gehört aber zum Job. Das Durchsnittsalter der in D/I Verstorbenen liegt bei 80. A c h t z i g.

Äußerst lesenswert (nur mit Abo): https://www.faz.net/aktuell/feuille...cht-und-die-wuerde-des-menschen-16705618.html

Beginnen wir deshalb, wiederum zunächst ganz legalistisch, mit ein paar systematischen Vorüberlegungen, etwa zum Stellenwert, den das Leben in unserer Verfassungsordnung hat. Dass er hier begrenzter ist, als man oft meint, sollte sich herumgesprochen haben, seit das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, dass man es sich auch jederzeit nehmen kann.
Vor das Leben setzt das Gericht hier die Freiheit; nicht mehr das Leben als solches, als Zustand oder gar als Geschenk Gottes, steht im Vordergrund, sondern die Freiheit des eigenen Umgangs damit, einschließlich der Möglichkeit seiner Beendigung. Im Grundgesetz steht das Recht auf Leben an zweiter, genauer besehen sogar an dritter Stelle und dort zusammen mit dem Recht auf körperliche Unversehrtheit; dazu ist es unter einen einfachen Gesetzvorbehalt gestellt. Da im Falle des Lebens der einzig denkbare Eingriff in der wie auch immer bewirkten Herbeiführung des Todes liegt (alles andere wäre eben nur einer in die körperliche Unversehrtheit), kann der Staat das Leben in bestimmten Fällen also auch entziehen. ...
Andererseits ist der Staat moralisch, politisch und rechtlich verpflichtet, das Leben zu schützen, und kann dazu weitgehende Maßnahmen ergreifen. Diese unterliegen aber ihrerseits Bindungen; eine Verpflichtung zum Schutz des Lebens um jeden Preis gibt es nicht. Vor dem Leben nennt das Grundgesetz sodann als geschütztes Grundrecht zunächst die freie Entfaltung der Persönlichkeit, zu der auch die Entfaltung hin und im Verhältnis zu anderen Menschen gehört. Und noch einmal davor steht die Würde, die vom Staat nicht nur umfassend zu schützen ist, sondern in die anders als in alle anderen Grundrechte nicht und auch nicht zum Schutz des Lebens eingegriffen werden kann.
Das Bundesverfassungsgericht bestimmt sie neuerdings wesentlich durch das Prinzip der Autonomie, als Möglichkeit des Sichverwirklichens des Menschen als Mensch und in seinen verschiedensten Lebenszusammenhängen. Diese Autonomie wird ihrerseits eingerahmt und bestimmt durch das, was als Menschenbild des Grundgesetzes bezeichnet wird: der Mensch nicht als souveränes und von anderen isoliertes Individuum, sondern als soziales Wesen, das in die vielfältigsten Gemeinschaftsbezüge eingebunden ist und sich darin entfaltet. An die Verhältnisse dieser Tage angelegt, mag das manchem schon wie aus einer anderen Welt klingen. Aber es vermittelt sich darin doch eine Vorstellung davon, was das menschliche Leben seinem Wesen nach ausmacht und wodurch es seinerseits erst seinen Wert erhält.
Ist man bis hierher vorgedrungen, erkennt man vielleicht besser, was das höchste Gut ist, auf das sich diese politische Gemeinschaft verpflichtet hat. Es ist, in einem Satz, nicht das Leben als solches, sondern das Leben in Würde. Zu diesem gehört auch, dass jeder, wie es das Bundesverfassungsgericht einmal formuliert hat, von seiner Arbeit leben kann und in dieser seinen Selbstwert findet, also nicht, wie es nun viele befürchten müssen, künftig nur noch am Tropf des Staates zu hängen. Dazu gehört das Gleichheitsversprechen, das sich die Mitglieder dieser Gemeinschaft gegeben haben und das in diesen Tagen stärker zurückgenommen ist, als in der allgemeinen Rhetorik des „Jeder muss nun seinen Beitrag leisten“ zum Ausdruck kommt; die Belastungen treffen eben nicht jeden gleich, sondern einige stärker oder sogar existenzvernichtend, andere schwächer und wieder andere überhaupt nicht.


Dieser Pandemieshutdown ist einfach nicht grundgesetzkonform.
Ich sehe auch enorme wirtschaftliche, soziale und politische Folgen auf uns zukommen. Nur glaube ich (noch!), dass sich die Wirtschaft in großen Teilen schneller erholen wird, als wir uns das aktuell vorstellen können.
Vielleicht gerade noch so, wenn man "nach Ostern" wieder alle Menschen freigibt. Leider ist zu befürchten, daß das nicht passiert. Und hast Du eine Idee, wer diese absurde Schuldenexplosion bezahlen soll? Es drohen Erhöhungen der Steuern und Sozialabgaben in ungeahnten Höhen. Glaubst Du im Ernst, der Shutdown werde am Ende fast nix kosten? Und für was am Ende? "Es wurden Leben gerettet", wird es vermutlich heißen. Aber wieviele denn? Und wieviel Existenzen wurden darüber ihrer Würde beraubt, weil sie durch den Shutdown ihr eigenverantwortliches Einkommen und einen Teil ihrer Freiheit verloren?
Pneumologen sind übrigens nur äusserst selten auf Intensivstationen anzutreffen.
Das ist ja genau Teil des Problems. Die Stationen werden meist von Anästhesisten geführt. Die sedieren und intubieren automatisch. Das ist aber - falls man den Fachleuten glauben mag - nicht die richtige Behandlung für eine Viruspneumonie. >> https://www.vpneumo.de/ Was hältst Du denn davon?
 
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  • #2.249
Im übrigen sagen die Pneumologen ja, beatmen schon, aber richtig. Also NIV mit nur Sauerstoff. Dazu braucht's eben keine intensivmedizinische Versorgung, ergo gäbe es auch keine Überlastung.
Lies doch deine Quelle selber nochmal aufmerksam, anstatt in Dauerschleife diesen, durch übermäßige Vereinfachung zu Schwachsinn degenerierten, Inhalt zu verbreiten.

Zitat von Empfehlung zur Behandlung respiratorischer Komplikationen bei akuter Virusinfektion außerhalb der Intensivstation:
Nach bisherigen Erfahrungen bedarf ein Teil der im Krankenhaus mit typischen Symptomen der Infektion aufgenommenen Patienten auch bei nachgewiesener Pneumonie keine Beatmung. Andere können und sollen, so lange es die Stabilität der Patienten unter gemonitorter Entwicklung erlaubt, mittels einer NIV behandelt werden. Ein Monitoring ist für beide Patientengruppen erforderlich. Eine Verschlechterung der Respiration unter adäquater NIV ist ein prognostisch schlechtes Zeichen. Dies muss bei der Entscheidung über eine invasive Beatmung auch berücksichtigt werden. In jedem Fall muss der rasche Wechsel von Beobachtung, nicht-invasiver Beatmung zu invasiver Beatmung und Inanspruchnahme weiterer intensivmedizinischer Behandlungsverfahren gesichert sein. Auf der anderen Seite gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Viruspneumonie durch CoV-2 unter invasiver Beatmung einen besseren Verlauf nimmt. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass in der aktuellen Phase und insbesondere unter Berücksichtigung etablierter Regeln der Notfall- und Intensivmedizin zu viele Patienten zu früh intubierten werden. Spontanatmung mit und ohne Beatmungsunterstützung sollte so lange wie möglich und unter Berücksichtigung bekannter Kriterien der Krankenversorgung erhalten werden. Der Stellenwert der nicht-invasiven Beatmungstherapie sollte auch bei der Anschaffung und Verteilung von Beatmungsgeräten durch die Regierung im jetzigen Krisenfall Berücksichtigung finden.
P.S.: Natürlich gibt es die Hinweise unter CoV-2 nicht, weil die Leute aktuell besseres zu tun haben, als diese taufrischen Daten auszuwerten. Das wird erst im Nachhinein kommen.

P.P.S.: Natürlich ist es super, dass die Pneumologen ihre Sicht beisteuerun und ihr Wissen muss Berücksichtigung finden. So wie du die Empfehlung jedoch verzerrst und gebrauchst, kann man schon von Missbrauch sprechen.
 
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  • #2.250
Ich werde mich hier ein letztes mal zu diesen unreflektierten Posts von dir äussern @fafner

Für mich sind u.a. die Empfehlungen des DIVI (deutsche interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin) bezüglich der Versorgung von Covid-19 Patienten bindend.

Ein Auszug daraus:

"Ziel ist es eine adäquate Oxygenierung sicherzustellen, empfohlen wird eine SpO2 ≥90 % [14]. Beachtet werden muss, dass die Anwendung der High-flow-Sauerstofftherapie sowie der nichtinvasiven Beatmung zu einer Aerosolbildung führt. Absolut notwendige Voraussetzungen für diese Therapieformen bei dieser Patientengruppe sind daher ein adäquater Sitz der NIV-Maske bzw. der nasalen High-flow-Brille [15] sowie die korrekte Verwendung der persönlichen Schutzausrüstung beim Personal (insbesondere korrekter Dichtsitz der FFP2-Maske). Bei entsprechender Erfahrung ist die nichtinvasive Beatmung mittels Beatmungshelm zu bevorzugen.

Insgesamt sollte daher die Indikation für HFNC/NIV bei akuter hypoxämischer respiratorischer Insuffizienz im Rahmen von COVID-19 eher zurückhaltend gestellt werden. Bei Patienten mit einer schwereren Hypoxämie (PaO2/FIO2 ≤200 mm Hg) ist vorzugsweise die Intubation und invasive Beatmung anzustreben. In jedem Fall müssen ein kontinuierliches Monitoring und eine ständige Intubationsbereitschaft sichergestellt sein. Eine Verzögerung der Intubation bei Nichtansprechen einer NIV verschlechtert die Prognose, eine notfallmäßige Intubation sollte aufgrund des Übertragungsrisikos unbedingt vermieden werden. "

Wen es interessiert, hier ist der link zum kompletten Artikel:

https://link.springer.com/article/10.1007/s00063-020-00674-3

Es gibt mittlerweile auch Empfehlungen, die gemeinsam mit anderen europäischen Intensivmedizinern z.B aus Italien und Frankreich aus ihren Erfahrungen heraus erarbeitet wurden.

Mehr werde ich mich dazu nicht mehr äussern, hier ist alles nachzulesen. Als Mediziner freut man sich ja immer über Laien, die mit medizinischer Halbbildung schlauer sind als alle anderen. o_O
 
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